Kitabı oku: «Epochen der deutschsprachigen Literatur»

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Yomb May

Epochen der deutschsprachigen Literatur

Kompaktwissen XL

Reclam

Kompaktwissen XL | Nr. 15242

2020 Philipp Reclam jun. Verlag GmbH,

Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen

Gesamtherstellung: Philipp Reclam jun. Verlag GmbH,

Siemensstraße 32, 71254 Ditzingen

Made in Germany 2020

RECLAM ist eine eingetragene Marke der Philipp Reclam jun. GmbH & Co. KG, Stuttgart

ISBN 978-3-15-961675-9

ISBN der Buchausgabe 978-3-15-015242-3

www.reclam.de

Inhalt

  Zur Benutzung

  Die Problematik des Epochenbegriffs

  Kurzübersicht: Epochen und Strömungen der deutschsprachigen Literatur

  1 Barock (1600–1720) 1.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 1.2 Leitgedanken 1.3 Konzeption der Literatur 1.4 Literarische Formen, Themen und Motive 1.5 Wichtige Autoren und Werke

  2 Aufklärung (1720–1785) 2.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 2.2 Leitgedanken 2.3 Konzeption der Literatur 2.4 Literarische Formen, Themen und Motive 2.5 Wichtige Autoren und Werke

  3 Sturm und Drang (1765–1789) 3.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 3.2 Leitgedanken 3.3 Konzeption der Literatur 3.4 Literarische Formen, Themen und Motive 3.5 Wichtige Autoren und Werke

  4 Klassik (1786–1805/32) 4.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 4.2 Leitgedanken 4.3 Konzeption der Literatur 4.4 Literarische Formen, Themen und Motive 4.5 Wichtige Autoren und Werke

  5 Romantik (1790–1835) 5.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 5.2 Leitgedanken 5.3 Konzeption der Literatur 5.4 Literarische Formen, Themen und Motive 5.5 Wichtige Autoren und Werke

  6 Biedermeier – Junges Deutschland / Vormärz (1815–1850) 6.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 6.2 Leitgedanken des Biedermeier (1820–1850) 6.3 Konzeption der Literatur des Biedermeier 6.4 Literarische Formen, Themen und Motive des Biedermeier 6.5 Leitgedanken des Vormärz / Jungen Deutschland 6.6 Konzeption der Literatur des Vormärz / Jungen Deutschland 6.7 Literarische Formen, Themen und Motive des Vormärz / Jungen Deutschland 6.8 Wichtige Autoren und Werke

  7 Realismus (1848–1890) 7.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 7.2 Leitgedanken 7.3 Konzeption der Literatur 7.4 Literarische Formen, Themen und Motive 7.5 Wichtige Autoren und Werke

  8 Naturalismus (1880–1900) 8.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 8.2 Leitgedanken 8.3 Konzeption der Literatur 8.4 Literarische Formen, Themen und Motive 8.5 Wichtige Autoren und Werke

  9 Literatur der Jahrhundertwende (1890–1910) 9.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 9.2 Leitgedanken 9.3 Konzeption der Literatur 9.4 Literarische Formen, Themen und Motive 9.5 Wichtige Autoren und Werke

  10 Expressionismus (1910–1925) 10.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 10.2 Leitgedanken 10.3 Konzeption der Literatur 10.4 Literarische Formen, Themen und Motive 10.5 Wichtige Autoren und Werke

  11 Neue Sachlichkeit (1918–1933) 11.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 11.2 Leitgedanken 11.3 Konzeption der Literatur 11.4 Literarische Formen, Themen und Motive 11.5 Wichtige Autoren und Werke

  12 Nationalsozialismus – Innere Emigration – Exil (1933–1945) 12.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 12.2 Leitgedanken 12.3 Konzeption der Literatur 12.4 Literarische Formen, Themen und Motive 12.5 Wichtige Autoren und Werke

  13 Nachkriegsliteratur (1945–1949) 13.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 13.2 Leitgedanken 13.3 Konzeption der Literatur 13.4 Literarische Formen, Themen und Motive 13.5 Wichtige Autoren und Werke

  14 Literatur der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und der Schweiz (1949–1990) 14.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 14.2 Leitgedanken 14.3 Konzeption der Literatur 14.4 Literarische Formen, Themen und Motive 14.5 Wichtige Autoren und Werke

  15 Literatur der DDR (1949–1990) 15.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 15.2 Leitgedanken 15.3 Konzeption der Literatur 15.4 Literarische Formen, Themen und Motive 15.5 Wichtige Autoren und Werke

  16 Gegenwartsliteratur (ab 1990) 16.1 Zeitgeschichtlicher Kontext 16.2 Leitgedanken 16.3 Konzeption der Literatur 16.4 Literarische Formen, Themen und Motive 16.5 Wichtige Autoren und Werke

  Register

Zur Benutzung

Jedes Epochenkapitel beginnt mit einer Checkliste, in der alle wichtigen Begriffe zur Epoche zusammengestellt sind. Diese Begriffe werden in der anschließenden Epochendarstellung im Zusammenhang erläutert. Sie sind im Text fett hervorgehoben und am Rand mit dem Checklistensymbol gekennzeichnet.

Die Checkliste kann auf zwei verschiedene Weisen gebraucht werden:

Vor dem Lesen des Epochenkapitels: Die Checkliste strukturiert den zu lernenden Inhalt vor, indem eine Übersicht über die folgenden Gegenstände geboten wird. (Was erwartet mich? Was ist neu?)

Nach dem Lesen der Epochendarstellung: Die Checkliste kann der Wiederholung des jeweiligen Epochenwissens dienen. (Kann ich die Begriffe erläutern? Dann habe ich das prüfungsrelevante Epochenwissen parat.)

Alle Epochenkapitel haben den gleichen inneren Aufbau. Das erleichtert den Epochenvergleich. Die Zeitleiste zu Beginn des Epochenkapitels unterstützt die leichtere Orientierung im historischen Kontext.

Die Problematik des Epochenbegriffs

Wer literarische Texte verstehen und interpretieren will, muss sich mit ihren jeweiligen Entstehungszusammenhängen vertraut machen. Denn Literatur ist immer auch Ausdruck der Zeit, in der sie geschrieben wird. Folgerichtig verweisen literarische Werke inhaltlich häufig auf bedeutende historische Ereignisse und spiegeln soziale, gesellschaftspolitische, weltanschauliche und kulturelle Verhältnisse wider, die ihren Entstehungskontext prägen. Eine wichtige Rolle spielen auch poetologische bzw. ästhetische Programme, d. h. Regelwerke oder Erörterungen, in denen jeweils bestimmt wird, was ›gute‹ Literatur ausmacht. Sie beeinflussen die Konzeption von Literatur und bestimmen den literarischen Geschmack ihrer Zeit.

Wissenschaftler erfassen und beschreiben diese historischen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen in literaturgeschichtlichen Abhandlungen. Wie jede Geschichtsschreibung wird auch die deutschsprachige Literaturgeschichte in Epochen eingeteilt. Der Begriff »Epoche« stammt vom griechischen epoché und bedeutet ›Einschnitt‹. Seit dem 19. Jahrhundert bezeichnet dieser Begriff einen Teilabschnitt der Literaturgeschichte, dessen Literatur sich aufgrund spezifischer Merkmale (Epochenmerkmale) von der Literatur angrenzender Epochen unterscheidet.

Epochenbegriffe werden in der Regel im Nachhinein, d. h. erst im späteren Rückblick, vergeben oder geprägt; gleichwohl bilden sie unverzichtbare terminologische Hilfskonstruktionen für die Darstellung der komplexen Geschichte der deutschen Literatur. Jeder Epochenbegriff zeigt einschneidende geistes- und kulturgeschichtliche sowie literaturhistorische Veränderungen an, die auch in der jeweiligen Literatur Niederschlag gefunden haben. Vergleichbar mit Schubladen stehen die tradierten Epochenbegriffe für ein bewährtes Ordnungsschema, das zeitgeschichtliche Entstehungsbedingungen und gemeinsame Merkmale von Textgruppen im jeweiligen historischen Kontext zusammenfasst. Durch die chronologische Gliederung des historischen Kontextwissens wird die lange Geschichte der deutschen Literatur als eine Abfolge von einander ablösenden und daher voneinander abgrenzbaren Zeiträumen (Epochen) mit jeweils einer charakteristischen Literaturproduktion strukturiert. Damit stellen Epochenbegriffe ein wichtiges Orientierungswissen zur Verfügung, das die Masse der überlieferten Texte nach epochenspezifischen Kriterien ordnet und überschaubar hält.

All das ist allerdings nicht ganz unproblematisch. Denn weder Epochenbezeichnungen noch die Kriterien, nach denen Literaturepochen und Strömungen definiert und voneinander abgegrenzt werden, sind einheitlich. So wird beispielsweise die Literaturepoche ›Weimarer Klassik‹ oft auch als ›Kunstepoche‹ bzw. als ›Goethezeit‹, die Literaturepoche zwischen 1848 und 1890 als ›bürgerlicher‹ oder ›poetischer‹ Realismus bezeichnet. Auch hinsichtlich der Zeitspanne der einzelnen Literaturepochen gibt es keinen allgemeinen Konsens. Unterschiedliche Epochenbezeichnungen, -einteilungen und -datierungen sind daher die Folge, was mitunter Irritationen hervorruft. So steht zum Beispiel nicht eindeutig fest, wann die Weimarer Klassik endet – bereits mit Schillers Tod 1805 oder doch erst mit Goethes Tod im Jahr 1832? Wann beginnt der ›Vormärz‹? Unmittelbar nach den Karlsbader Beschlüssen (1819) oder erst nach der Julirevolution von 1830? Und bis zu welchem Zeitpunkt kann man von der ›Nachkriegsliteratur‹ sprechen? Wie weit reicht eigentlich der Begriff der ›Gegenwartsliteratur‹ zurück? Und so weiter.

Neben diesen und weiteren offenen Fragen muss betont werden, dass sich zwischen Literaturepochen keine klaren Grenzen ziehen lassen. Epochenwechsel und -umbrüche bilden in der Regel keine Einschnitte. Sie vollziehen sich nicht schlagartig, sondern vielmehr allmählich. Daher sind Epochengrenzen meist fließend. Manche können sogar aufgrund von poetologischen, stilistischen oder thematischen Kontinuitäten als ›Epochenschwellen‹, d. h. als längere Übergangszeiträume, angesehen werden. Das gilt beispielsweise für den Epochenumbruch um 1900 bzw. für die Literatur der Jahrhundertwende. Die Tatsache, dass sich manche Epochen wie z. B. Aufklärung, Klassik und Romantik teilweise sowohl zeitlich als auch inhaltlich überschneiden oder Strömungen des Frührealismus wie z. B. Biedermeier und Junges Deutschland sogar parallel zueinander laufen, macht scharfe Abgrenzungen generell schwierig. Die Jahreszahlen bei den literarischen Epochen sind daher immer als ungefähre Angaben zu verstehen.

Literaturepochen bilden trotz übergreifender Ziele keine homogenen Einheiten. Sie zeichnen sich in der Regel durch ein vielfältiges und daher differenziertes literarisches Leben aus. So besteht beispielsweise die Epoche der Aufklärung aus zwei Phasen: der Frühaufklärung (Verstandesdichtung) und Spätaufklärung (Empfindsamkeit), die von den sehr unterschiedlichen Literaturauffassungen Gottscheds und Lessings geprägt sind. Die Romantik lässt sich in drei einander abgrenzbare Phasen gliedern: Frühromantik, Hochromantik, Spätromantik. Auch hier liegt jeder dieser Phasen ein anderes ästhetisches Programm zugrunde. Folgerichtig können sich Texte aus solchen großen Epochen sowohl thematisch und konzeptionell als auch sprachlich stark voneinander unterscheiden.

Problematisch ist nicht zuletzt die Frage, welcher Autor und welches Werk in welche Epoche eingeordnet werden soll. Goethes und Schillers Werke beispielsweise entsprechen weitgehend den literarischen Konventionen des Sturm und Drang bzw. später der Weimarer Klassik. Sie werden daher zu Recht als ›repräsentativ‹ für diese Epochen charakterisiert – aber beide für zwei verschiedene Epochen. Werke anderer wichtiger Autoren wie Jean Paul, Hölderlin, Kleist und Kafka lassen sich dagegen in keine bestimmte Epochenschublade einsortieren: Sie fallen aus dem literarischen Programm ihrer Zeit heraus. Oft handelt es sich dabei um Werke des Übergangs zwischen zwei Epochen bzw. Strömungen, die sich folgerichtig einer festen Zuordnung entziehen.

Aber selbst dort, wo die literaturgeschichtliche Einordnung eines Textes eindeutig zu sein scheint, gilt es zu bedenken: Literarische Werke erschöpfen sich nicht in ihrer Epochenspezifik. Sie können – wie z. B. die Dramen Nathan der Weise (1799) von Gotthold Ephraim Lessing und Faust (1808) von Johann Wolfgang Goethe – ihren jeweiligen historischen Entstehungskontext überdauern und auch in späteren Epochen ihre Bedeutung weiter entfalten.

Bei den folgenden Epochendarstellungen ist also immer mitzuberücksichtigen, dass es sich nicht (nur) um reines Faktenwissen handelt, sondern Entscheidungen getroffen, Schwerpunkte gesetzt, Eindeutigkeiten hergestellt wurden, um den Stoff ›handhabbar‹ zu machen. Der Band bietet Orientierungswissen als Ausgangspunkt für den eigenen vertieften und differenzierten Umgang mit Literatur in ihrer Zeit.

Kurzübersicht: Epochen und Strömungen der deutschsprachigen Literatur


Die Epochen von der althochdeutschen Literatur bis zum Reformationszeitalter (750–1600) sind nicht aufgenommen, da sie im Abitur nicht relevant sind. Man sollte sich aber bewusst machen, dass dies der zeitlich viel längere Abschnitt ist – aus dem andererseits eine viel geringere Zahl literarischer Werke überliefert ist als aus dem Abschnitt von 1600 bis heute.

1 Barock (1600–1720)



1.1 Zeitgeschichtlicher Kontext

Das bestimmende und zugleich traumatische Ereignis im Zeitalter des BarockBarock ist der Dreißigjährige Krieg (1618–1648). Die mit dem Prager Fenstersturz (1618) begonnenen konfessionellen Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken weiten sich schnell zu einem Konflikt um die Herrschaft in Europa aus. Der Konflikt wird auf deutschem Boden ausgetragen. Die Folgen sind verheerend: Mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung fällt dem Krieg zum Opfer. Der Dreißigjährige Krieg hinterlässt ein weitgehend verwüstetes Land mit verödeten Landschaften und zerstörten Städten. Der politische, wirtschaftliche und soziale Zerfall des Reiches ist offenkundig. Verschärft wird das Leiden der Menschen durch die Pest und andere Krankheiten. Armut, Not, Hunger und Tod sind allgegenwärtig und prägen die Alltagserfahrungen der Menschen.

Das vorherrschende politische System ist der Absolutismus. Der Inbegriff eines absolutistischen Herrschers ist der französische »Sonnenkönig« Ludwig XIV. (1638–1715). Die Gesellschaft ist hierarchisch in drei Stände eingeteilt: Klerus, Adel, Bürgertum/Bauern (Ständegesellschaft). Diese Einteilung gilt als gottgewollt und wird deshalb nicht infrage gestellt. Die Welt insgesamt wird noch als von Gott eingerichtetes und geordnetes Ganzes betrachtet und gilt als – wenn auch unvollkommenes – Spiegelbild der göttlichen Heilsordnung. Bedeutende naturwissenschaftliche Entdeckungen (durch Nikolaus Kopernikus, Galileo Galilei, Johannes Kepler, Isaac Newton) leiten aber einen Wandel dieses noch mittelalterlich geprägten Menschen- und Weltbildes ein.

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Litres'teki yayın tarihi:
29 ocak 2025
Hacim:
111 s. 53 illüstrasyon
ISBN:
9783159616759
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