Kitabı oku: «Das große Sutherland-Kompendium», sayfa 15
DAS SAKRUM UND SEINE BEZIEHUNG ZUR SCHÄDELBASIS
Richten Sie nun Ihre Aufmerksamkeit auf das Foramen magnum des Os occipitale. Die intraspinale Dura mater, eine Fortsetzung der inneren Schicht der Dura mater des Schädels und ihrer Verdoppelungen, ist am Rand des Foramen magnum solide befestigt. Weiter ist sie nicht am Atlas, sondern an den Körpern des zweiten und dritten Halswirbels befestigt – das heißt, auf dieser Höhe am Lig. longitudinale posterior.
Von dort hängt sie wie ein hohles Rohr den Rückenmarkskanal hinunter, bis sie das Sakrum erreicht.71 Im Canalis sacralis ist die intraspinale Dura mater am Lig. longitudinale posterior auf der Höhe des zweiten sakralen Segments befestigt. Da die Membran nicht dehnbar ist, leuchtet es Ihnen ein, dass bei einer kleinen Bewegung des Os occipitale nach vorne und oben während der Inhalation das Foramen magnum und die damit verbundene Membran ihrerseits ein wenig nach vorne und oben gezogen werden. Sie können sehen, wie die Membran aufsteigt und das Sakrum mitnimmt. Dies ist die Reziproke Spannungsmembran des Rückenmarkskanals, die intraspinale Reziproke Spannungsmembran.
Welche Auswirkung hat dieses Geschehen auf das Sakrum? Das Sakrum ist zwischen den Ilia in zwei L-förmigen Gelenkverbindungen aufgehängt. Während der Inhalation wird die Basis sacralis nach posterior angehoben, und der Apex wird nach vorne bewegt. Anschließend, während der Exhalation, fällt die Speiche – das Foramen magnum – zurück auf einen tieferen Stand und die Basis sacralis sinkt nach vorne in ihre Extensionsposition. Dabei bewegt sich der Apex sacralis posterior. Hier diskutieren wir das Prinzip der Reziproken Spannungsmembran im Rückenmarkskanal, die das Foramen magnum am Os occipitale mit dem zweiten sakralen Segment verbindet. Sie werden diese Information noch benötigen.
Aufgrund der unmittelbaren Verbindung des Os occipitale mit dem Sakrum können Sie verstehen, dass es eine unwillkürliche Beteiligung des Sakrum an der physiologischen Aktivität des kranialen Mechanismus gibt. Ein Studium des Sakrum, das zwischen den Ilia aufgehängt ist, zeigt uns die Ähnlichkeit mit dem Os sphenoidale, das unterhalb der beiden Ossa frontalia aufgehängt ist. Das Sakrum zeigt in seinem Mechanismus eine Einheitlichkeit in Bezug auf seine unwillkürliche Bewegung zwischen den Ilia und der Bewegung des Os sphenoidale. Ein intensives Studium der Anatomie der Verbindung von Ilia und Sakrum zeigt uns transversal und quer verlaufende Bänder, aber keine Muskeln.
Diese Information weist auf eine gelenkartige Mobilität hin, welche sich von der haltungsbedingten Beweglichkeit der Ilia in Bezug auf das Sakrum unterscheidet.
Die Experimente, die zu der Schlussfolgerung führten, dass Schädel und Sakrum innerhalb eines Primären Atemmechanismus als Einheit funktionieren, waren von außen her betrachtet nicht dramatisch, aber überzeugend und klinisch wertvoll.
Ich entdeckte bei meinen Experimenten, dass ich ein kleines Kissen unter dem Apex sacralis so platzieren konnte, dass das Sakrum in seine Flexionsposition angehoben wurde (Basis sacralis posterior und Apex sacralis anterior). Ich konnte das Kissen auch unter die Basis sacralis legen und das Sakrum damit in seine Extensionsposition bringen. Dann fand ich heraus, dass, wenn ich das Kissen dort unten beließ, etwas im Schädel passierte, das auf eine Verbindung zwischen Sakrum und der normalen Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeits-Tide hinwies. Dies vermittelte mir mehr als bloße Informationen. Es war eine Erweiterung meines Wissens.
DIE ZEREBROSPINALE FLÜSSIGKEIT IN DIAGNOSE UND BEHANDLUNG
Unser nächstes Thema ist die Diagnose und Behandlung des Schädels mithilfe der Zerebrospinalen Flüssigkeits-Tide. Ich hatte gezögert, dieses Phänomen in meiner Fakultät zu erwähnen, weil es mir als das Unheimlichste erschien, das man sich vorstellen kann. Ich habe Sie gebeten, Ihre Aufmerksamkeit auf die Potency der Tide zu richten. Sie besitzt mehr INTELLIGENZ und Potency als jede blinde Kraft, die ohne Schaden anzurichten von außen angewandt werden kann. Die Zerebrospinale Flüssigkeit mit jenem ‚höchsten bekannten Element‘ kann für Sie arbeiten. Sollten Sie im Zweifel über die richtige Diagnose sein, lassen Sie die Tide für sich arbeiten. Sie können die Tide zu einem Bereich des Schädels dirigieren und die Wirkung mit Ihrer empfangenden Hand spüren. Wenn Sie einen Rebound feststellen, stößt sie gegen etwas, das ihre Fluktuation behindert. Wenn es an einer bestimmten Stelle eine Blockade gibt, kommt es wieder und wieder zu einem Rückprall. Liegt keine Blockade vor, spüren Sie lediglich ein sanftes Nachgeben mit der Bewegung. Sie können sich darauf verlassen, dass dies etwas ist, was Ihnen die Wahrheit sagt. Sie können dieses Phänomen sowohl in der Behandlung als auch in der Diagnostik verwenden. Es kann auch eine weitere Person die Fußsohlen anfassen, während Sie die Tide dirigieren, und dabei den gleichen Rückprall spüren. Eine Deutung des Rückpralls der Tide gibt Ihnen Informationen.
Angenommen Sie dirigieren zum Beispiel die Tide vom rechten Fuß zur gegenüberliegenden Seite des Kopfes, sagen wir zur linken Sutura okzipitomastoidea. Bitten Sie den Patienten, den rechten Fuß dorsal zu flektieren. Wenn der Patient einen membranösen Strain des Gelenks der linken okzipitomastoidalen Gelenkverbindung hat und Sie in Kontakt mit dem Fuß sind, werden Sie etwas spüren, was sich anfühlt, wie stürmische Wellen, die an eine Felsküste schlagen. Die Tide hat sich aufgestaut und Sie können dies unten am rechten Fuß ganz deutlich spüren, nicht am linken. Verstehen Sie, worum es hier geht?
Nehmen wir als weiteres Beispiel an, dass es einen membranösen Strain im frontosphenoidalen Bereich gibt, der sowohl kleine als auch große Alae des Os sphenoidale betrifft. Sollte sich der Strain auf der rechten Seite befinden, dirigieren Sie die Tide von der tieferen linken Seite des Os occipitale, der diagonal gegenüberliegenden Seite also, oder vielleicht vom linken dorsalflektierten Fuß aus. Der diagnostische Rebound ist spezifisch. Sie brauchen nicht einmal das Bewegungsmuster an der sphenobasilaren Verbindung zu testen. Die Tide wird Ihnen alles erzählen. Es ist unheimlich; deshalb habe ich gezögert, davon zu sprechen. Doch ‚Probieren geht über Studieren‘. Überraschungen dieser Art sind mir öfter begegnet. Sie müssen auch Ihnen begegnen, um Ihnen zu zeigen, dass sie wahr sind. Hier lernen Sie etwas, was Sie noch nicht kennen. Wenn Sie die Potency der Tide draußen an einer Felsküste betrachten, können Sie sich fragen, was sie tut. Sie wäscht die Felsküste aus. Sie können jene Tide dazu benutzen, Strains zu reduzieren und Diagnosen zu stellen.
Ich möchte die Arbeit mit der Tide anhand der Fallstudie eines 15-jährigen Jungen veranschaulichen, der von sachkundigen Ärzten sechsmal behandelt worden war. Als ich ihn mithilfe der Tide untersuchte, um eine Diagnose zu stellen, spürte ich keinerlei Rebound. Stattdessen gab es eine schöne weiche Bewegung der Tide, die sich ohne Rebound in den Bereich des Strains hineinbewegte. Dies war mir zunächst ein Rätsel. Dann wurde mir klar, dass man dieses Prinzip nutzen kann, um festzustellen, ob die Behandlung anschlägt. Die andere Qualität der Reaktion zeigt, dass im Bereich des Strains eine Veränderung eingetreten ist.
Wie lenke ich die Tide? Dies ist sogar noch unheimlicher. Sie würden erwarten, dass dieser Fluss unmittelbar zu einem Punkt strömt, aber das tut er nicht. Ich werde Ihnen nicht sagen, wie sie dorthin gelangt, da ich es selbst nicht weiß; aber sie kommt dort an. Sie scheint direkt durch das Gehirn und durch alles andere hindurchzugehen.
Anders ausgedrückt, Sie dirigieren die Tide von einem Punkt des Schädels aus und von dort geht sie geradewegs zu einem anderen Punkt. Wie kommt sie dorthin?
Die Tide wird sanft durch die Berührung mit einem Finger dirigiert. Von einem Ort auf der Stirn können Sie sie hinüber in den okzipitalen Bereich leiten, vom linken Stirnbereich zur rechten Seite der Squama occipitalis. Sie können sie von zwei Richtungen hinunter zum sphenobasilaren Bereich schicken. Sie können die Tide vom linken Tuber des Os parietale hinunter zur rechten Sutura okzipitomastoidea leiten; oder Sie können sie vom rechten parietalen Bereich, nahe dem hinteren Teil der Sutura sagittalis, hinunter zur linken petrobasilaren Gelenkverbindung lenken.
Noch etwas Merkwürdiges ist vorgekommen: Während man den kranialen membranösen Gelenkmechanismus ausbalanciert, kann sich eine andere Person ein Stück weit entfernt hinsetzen und die Tide zu einem Fuß dirigieren, ohne diesen zu berühren. Ich weiß, das klingt fantastisch, aber ich erzähle Ihnen diese Tatsachen aus eigener Erfahrung. Ich habe zudem Berichte von anderen gehört, die es ausprobiert haben.
Eine Kompression des vierten Ventrikels lenkt die Tide, nicht wahr? Es geht darum, die Fluktuation auf jenes kurze rhythmische Intervall herunterzubringen. Ich habe schon etwas über diese Flüssigkeit gesagt, diese INTELLIGENTE Flüssigkeit. Denken Sie daran. Etwas, das die Nervenzellen mit dem ATEM DES LEBENS ernährt. Eine Transmutation durch den ATEM DES LEBENS, der die Nervenfasern entlangläuft, hinunter zu jenen ‚feineren Substanzen, die sich in der Lymphe befinden‘.
Es kommt zu einer Umwandlung des Giftes in den Lymphknoten, bevor die Lymphe wieder in das Blutgefäßsystem, in die V. subclavia, ausgeschüttet wird. Das passiert, wenn Sie den vierten Ventrikel komprimieren. Probieren Sie diese Behandlungsweise in Fällen mit vergrößerten Lymphknoten aus. Beobachten Sie diese Umwandlung, die sich in den Lymphknoten vollzieht. Auch dabei handelt es sich auch um ein Lenken der Tide.
Wo befindet sich diese Zerebrospinale Flüssigkeit? Gibt es sie nur in meinem Körper? Nein. Sie befindet sich im Körper eines jeden von uns. Es gibt ein ganzes Meer von Zerebrospinaler Flüssigkeit in diesem Raum. Hier ist eine Flüssigkeit innerhalb einer Flüssigkeit. Dort ist eine Flüssigkeit innerhalb einer Flüssigkeit. Der ATEM DES LEBENS befindet sich in jedem. Sie wissen doch etwas über Kurzwellen? Sie verlaufen von einem Pol zu einem anderen. Sie dringen geradewegs durch einen Menschen hindurch. Sie haben das vielleicht mit Kurzwellengeräten ausprobiert, indem Sie sich genau dazwischen gestellt haben. Sie berühren gar nichts. Sie können aber spüren, wie dieser Strom geradewegs durch Sie hindurchgeht, nicht wahr? Kurzwellen? Es gibt Kurzwellen zwischen zwei Kontakten, wenn man die Tide lenkt. Während Sie den Geschäften Ihres täglichen Lebens nachgehen, gibt es einen Ursprung der Tidenbewegung – das heißt, sie geht von einem Individuum zum anderen. Sagen wir, vom positiven Pol zum negativen und so weiter.
Möglichkeiten, wo sind sie? In Dr. Stills Wissenschaft der Osteopathie. Es gab einige Dinge, die Dr. Still wusste, aber er zögerte, darüber zu sprechen. Bevor der Same gesät werden konnte, musste erst der Boden vorbereitet werden. Und doch hat Dr. Still die Saat für das Kraniale Konzept gepflanzt und sie begann sogar schon zu keimen, noch bevor er das aktive Erdenleben verließ.
Vielleicht haben Sie schon einige Erfahrungen damit gemacht bei Ihren Mobilitätstests, der Tide einen ‚Anstoß‘ zu geben. Sie sind der Tide gefolgt. Eines Tages wird Ihnen ein Kopf in die Hände kommen, der anders reagieren wird. Er wird sich richtig von Ihnen wegdrehen. Sie können spüren, wie sich diese sphenobasilare Verbindung in eine andere Position dreht, beispielsweise in Sidebending/Rotation. Sie werden nicht in der Lage sein, dies aufzuhalten. Der Mechanismus dreht sich als Ganzes richtig von Ihnen weg. Wer oder was macht das? Die Tide.
BEHANDLUNG
Die Themen Diagnose und Behandlung werden in diesem Kapitel zusammen erörtert, da Dr. Sutherland sie als untrennbar betrachtete. In dieser Behandlungsmethode beginnt der Behandlungsprozess nach einer einleitenden Diagnostik. Sobald der Mechanismus des Patienten auf den Behandlungskontakt anspricht und sich zu verändern beginnt, kann eine neue Diagnose gestellt werden.
Die Technik der Osteopathie besteht in einer intelligenten Anwendung des taktilen Empfindens und der propriozeptiven Sinne, mit denen wir das relevante Problem im Körper des Patienten aufspüren. Es ist unmöglich, die für ein erfolgreiches Arbeiten in diesem Bereich nötigen Diagnose- und Behandlungsfähigkeiten durch das Beobachten der Manipulationen eines anderen Kollegen zu erreichen.
Der Osteopath ist ein Behandler, der denkt, nicht einer, der herumprobiert. Aus diesem Grund kann die Behandlungstechnik nicht durch das Vorführen einer Reihe von Manipulationen gelehrt werden. Der Student kann diese Fähigkeiten erlernen, indem er direkt neben einem Lehrer oder einer Lehrerin arbeitet. Eine Unterweisung von Hand zu Hand ist dann möglich, wenn die lebenden Gewebe genau studiert und sanft, aber mit Nachdruck, auf wissenschaftliche Art und Weise in normale Beziehungen geleitet werden. Feinfühligkeit ist sowohl für die Behandlung als auch für die Diagnose essenziell. Der Behandler muss ein Gefühl für die verschiedenen Mechanismen der Patienten bekommen und ein Verständnis für das Normale, um vergleichen zu können.
Es gibt viele Arten, osteopathische Behandlungen durchzuführen, seit Osteopathie das erste Mal von Dr. Still gelehrt wurde. Es haben sich Vorgehensweisen eingeschlichen, die nicht so sorgfältig durchdacht sind wie andere Behandlungsweisen. Einige davon werden Manipulation anstatt Technik genannt. Da gibt es einen Unterschied.
Welchen? Einige Ärzte lassen den Patienten sich auf die Behandlungsbank legen, ergreifen mithilfe des frontookzipitalen Kontakts seinen Kopf, drehen ihn herum und ziehen einmal kräftig daran. Hat das etwas mit Wissenschaft zu tun? Dr. Still sagte, dass er seine Studenten lehrte, zu denken, bevor sie handelten.
Wenn Sie den Mechanismus nicht kennen, bevor Sie eine Diagnose stellen und einen Behandlungsplan aufstellen, praktizieren Sie keine Osteopathie. Halten Sie inne, um über den möglichen Strain nachzudenken, den Sie vielleicht auf jene ligamentären Gewebe ausüben, die Gelenke zusammenhalten und ein normales Bewegungsausmaß erlauben.
Ich möchte die Wichtigkeit der Anwendung des manuellen Kontakts betonen und hier insbesondere bei jenen Techniken, die mit dem lebendigen menschlichen Schädel zu tun haben. Wenn Sie bei einer Technik versuchen, mit Ihrem Daumen am Os temporale zu schieben oder mit den Fingern am Schädeldach herumzudrücken, wissen Sie nicht, wozu diese klugen, fühlenden, sehenden, wissenden Muskeln in der Lage sind. Seien Sie sich der möglichen Kräfte bewusst, die Sie damit in die Mechanismen des Patienten einbringen können. Machen Sie sich klar, was Sie vorhaben und was Sie gemacht haben. Achten Sie auf Ihr eigenes Gewicht. Benutzen Sie Ihr Gewicht auf präzise Art und Weise. Lassen Sie es nicht zu, dass Ihr Gewicht oder irgendeine andere Kraft zufällig in den Körper des Patienten eintritt. Erkennen Sie, was im Patienten vor sich geht, wenn der Therapeut schiebt, zieht oder manipuliert. Inwieweit ist sich der Therapeut der Gewebe des Patienten bewusst? Stellen Sie die wissenschaftliche Frage: ‚Was passiert hier?‘
Der Mechanismus von Unterarm, Handgelenk und Hand ist ein gutes Beispiel, wenn man sich mit den Grundsätzen der von Dr. Still gelehrten Behandlungsmethode beschäftigt, die vorzuziehen ist. Der Muskel, der jene Sehnen bewegt, die an den distalen Phalangen der Finger befestigt sind, heißt M. flexor digitorum profundus. Er liegt auf der Beugeseite der Membrana interossea articulatio radioulnaris. Sobald ein membranöser Gelenkstrain in dieser Membrana interossea vorliegt, wird der auf diesen Muskel wirkende Mechanismus – Sehnen, Handgelenk und Hand – Schwierigkeiten bekommen. Der Therapeut, der diesen Mechanismus versteht, ist in der Lage, die richtige Ursache herauszufinden. Er kann sich anschließend die adäquate Technik überlegen, um dem Mechanismus des Patienten dabei zu helfen, sein Problem zu lösen. Dies ist ein zuverlässiges Prinzip, um die spezifischen Probleme zu behandeln, mit denen unterschiedliche Patienten zu Ihnen kommen.
Sie können Ihr Wissen über den M. flexor digitorum profundus zudem nutzen, um Ihre Fähigkeiten zu entwickeln, die ossa temporalia zu diagnostizieren und zu behandeln.
Wenn Sie diesen Muskel zusammen mit dem M. flexor pollicis longus bei Ihren manuellen Kontakten nutzen, ermöglicht Ihnen das, die komplizierten Mechanismen der Schädelstrukturen zu ertasten und den Zustand einer ausbalancierten ligamentären Spannung in den synovialen Verbindungen der Wirbelsäule zu erspüren.
DIE KONTROLLE DER FLUKTUATION DER ZEREBROSPINALEN FLÜSSIGKEIT
Wenn Sie Ihre Daumen und Daumenballen entlang der mastoidalen Anteile und der Processus der Ossa temporalia platzieren, vermeiden Sie es bitte, die Suturae okzipitomastoideae oder die Ossa temporalia als Ganzes zu komprimieren. Deshalb halten Sie Ihre Hände auf Ihren gekreuzten Fingern unterhalb des Nackens im Gleichgewicht. Während Sie die Positionen beobachten und Bewegungstests durchführen, werden Sie Informationen über die Partes petrosae und das Os occipitale bekommen. In diesem Zustand des manuellen Gleichgewichts erlauben Sie es den Knochen, Ihre Hände zu bewegen oder eine Bewegungseinschränkung zu offenbaren. Ihre Information ist zuverlässig, da Sie sich nicht in den aktuellen Zustand eingemischt haben.
Mit diesem Kontakt an den Ossa temporalia ist der Therapeut in der Lage, mehrere Fähigkeiten für spezielle Zwecke zu entwickeln. Man benutzt häufig die Ossa temporalia für Techniken, welche die Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit kontrollieren.72 Beim Kontrollieren der Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit suchen Sie nach einer rhythmischen Balance. Stellen Sie sich die Rotation der Partes petrosae der Ossa temporalia bildlich vor. Sehen Sie, wie das Tentorium cerebelli an ihren Margines superiores befestigt ist. Das ist es, was ich in meiner schematischen Darstellung jenes Teils des Primären Atemmechanismus als laterale Befestigungspole der Reziproken Spannungsmembran des Schädels bezeichnet habe.
Sie alle kennen die Wasserwaage, jenes Werkzeug, das die Schreiner verwenden. Bei der Wasserwaage gibt es eine Stelle, an der Flüssigkeit eingeschlossen ist, die sich verändert, sobald das Werkzeug bewegt wird. Die Flüssigkeit bewegt sich vor und zurück, je nachdem, wie der Schreiner die Wasserwaage bewegt.
Wenn Sie Ihren Mechanismus kennen, können Sie als Therapeut die Flüssigkeit innerhalb des Schädels durch Ihren Kontakt an der Außenseite der Ossa temporalia oder der Squama occipitalis bewegen. Sie bewegt sich wie die Tide im Ozean. Diese Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit ist ein Grundprinzip im Primären Atemmechanismus, das Sie verwenden können, um die Tide zu kontrollieren. Daher habe ich gesagt, dass die Zerebrospinale Flüssigkeit die Dinge leitet.
Wenn Sie das aufnehmen und interpretieren, was Ihnen Ihre Hände durch den Kontakt mit den Knochen mitteilen, können Sie die Bewegung der Tide und die Zeichensetzung und Akzentuierung dieser Bewegung wahrnehmen. Sie sind in der Lage, die Strains der Knochen und Gelenke zu spüren. Gibt es einen Widerstand, können Sie fühlen, wie die Wellen an die ‚Felsküste‘ schlagen. Es gibt dort kein Dehnen der Membran. Es handelt sich um ein automatisches Shifting des Fulkrum im Mechanismus. Der Punkt des Fulkrum ist es, den Sie bei Ihrer Technik visualisieren müssen. Sie lesen die Akzentuierung, die Zeichensetzung, durch das Gebiet des Fulkrum. Rufen Sie sich in Erinnerung, was ich über die Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit gesagt habe. Es handelt sich um eine Bewegung innerhalb eines natürlichen Hohlraums – das heißt im kranialen Gelenkmechanismus und auch innerhalb der Kammern des Gehirns mit ihren offenen Türen. Die Flüssigkeit umgibt das Gehirn innen und außen, und das innerhalb der knöchernen Wände, die als Periost die äußere Schicht der Dura mater haben.
Ich möchte, dass Sie sich die Situation vorstellen, in der Sie eine laterale Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit etabliert haben und sie zu einem Punkt der Balance, einem Mittelpunkt zwischen Inhalation und Exhalation, gebracht haben. Da gibt es diese kurze Zeitspanne, in der sich das Diaphragma des Patienten lediglich sanft um einen Fulkrum-Punkt herum bewegt. Hier bekommen Sie diese leichte Vibration im Zentrum der Tide. Die Stille der Tide ist das Ziel dieser Technik, es sind nicht die stürmischen Wellen, die an die Küste schlagen. Als Mechaniker des menschlichen Körpers, der das mechanische Prinzip dieser Fluktuation der Tide versteht, stehen Sie in Verbindung mit der Potency, jener Kraft, die Probleme behandeln und lösen kann.
Denken Sie an die verschiedenen Bewegungen der Tiden: das Anschwellen des Ozeans vom Grund der Kontinentalplatten, die unterschiedlichen Wellen und Strömungen und die Art, wie sich die Tide in verschiedenen Tidebecken verhält. Sie erkennen eine Art spiralförmiger Bewegung in Verbindung mit den Bewegungen des Gehirns. Sie sehen, wie sich die Verwirbelung der Spirale in eine Richtung hinausbewegt und anschließend wieder zusammenkommt. Wie viele spiralförmige Bewegungen können Sie sich in dieser Tide vorstellen? Wie viele kleine Spiralen können Sie sehen?
Ich bin eine ruhige Küste entlangspaziert, an der viel Seetang im Wasser trieb. Ich habe diesen Seetang beobachtet, wie er sich rhythmisch mit dem Anschwellen des Ozeans, mit der Tide, bewegte. Ein Teil bewegte sich spiralförmig in die eine und ein Teil in die andere Richtung. Für das große Muster betrachten Sie den Hurrikan; beachten Sie die Potency im Auge des Hurrikans, nicht die Zerstörung an der Außenseite. Sie sehen die Stille im Zentrum und die spiralförmige Bewegung. Wie der Kapitän jener Fähre, welche die Bucht von San Francisco überquert, können Sie den Punkt der Balance erreichen und sich von der Potency tragen lassen.
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man an die Kontrolle der Zerebrospinalen Flüssigkeit herangehen kann. Ich benutze die Ausdrücke ‚Katzenpfote‘ und ‚Samtpfötchen‘, um zu betonen, dass die Partes petrosae beim Drehen verschieden weit bewegt werden, und dass es verschiedene Geschwindigkeiten gibt, wenn es um die Kontrolle der Fluktuationen geht. Wenn Sie eine alternierende laterale Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit in Gang bringen möchten, denken Sie vielleicht an ‚Vater Tom‘, einen Kater, der einen Zaun aufgeregt hochjagt, sobald sich ein anderer Kater in der Nähe aufhält. Wenn ich an ‚Mutter Mieze‘ denke, wie sie ihre Jungen sanft anschnurrt, visualisiere ich eine kleinere, schnellere Auslenkung, die sich einem Stillpunkt nähert. Diese Vergleiche lassen uns an den Unterschied zwischen einer stimulierenden und einer beruhigenden Behandlung denken. Durch die Anregung von ‚Vater Tom‘ drängen Sie die Fluktuation zur Aktivität, und durch die Beruhigung von ‚Mutter Mieze‘ kontrollieren Sie die Fluktuation so, dass sie zum Stillpunkt gebracht wird.
Eine Variante, um die Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit von einer Seite zur anderen mit abwechselnder Kontrolle durch die Ossa temporalia zu aktivieren, besteht darin, diese gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen zu drehen. Das heißt, Sie drehen ein Os temporale in Außenrotation, während Sie das andere zur gleichen Zeit nach innen rotieren. Das Ziel der aktivierenden oder anregenden Techniken ist es, eine Fluktuation innerhalb des Schädels von einer Seite zur anderen in Gang zu setzen. Sobald Sie eine entsprechende Wirkung beobachten können, sind Sie in der Lage, die Aktivität anschließend so zu leiten, dass sie zu einem Stillpunkt heruntergebracht wird.
Bei der Anwendung zur Linderung oder Beruhigung lassen Sie Ihre Hände sich derart sanft bewegen, dass die Drehung kaum wahrnehmbar ist. Tatsächlich könnten Sie vielleicht sogar denken, dass Sie gar nichts tun. Während der Kopf des Patienten in Ihren Händen ruht, bewegen sich die Ossa temporalia nur deshalb, weil sie sich in Ihrem Griff wiegen und der Patient atmet. Sie gebrauchen Ihre Bewegungskraft nur für Ihre Hände, nicht für den Kopf des Patienten. Ihre Hände bewegen sich in ganz geringer Auslenkung um das Fulkrum Ihrer gekreuzten Finger. Darum wird dies eine palliative Anwendung genannt.
Wir bekommen die gleiche physiologische Antwort wie die, welche auftritt, wenn Sie den vierten Ventrikel komprimieren. Dies geschieht, wenn Sie die Squama occipitalis, das Supraocciput, nach medial federn lassen und es so halten, dass sich die Gestalt der Fossa cranii posterior verändert. Diese Veränderung senkt das Cerebellum auf das Dach des vierten Ventrikels und hebt die Pons nach oben, sodass die Ventrikelgröße verkleinert wird. Da die Zerebrospinale Flüssigkeit nicht komprimiert werden kann, bewegt dieses Verfahren die Flüssigkeit; mit anderen Worten: Es verlagert sie.
Ich möchte, dass Sie sich Gedanken darüber machen, was geschieht, wenn Sie diese Vorgehensweise zur Kontrolle der Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit anwenden. Wenn jene kurze Periode vibriert, fühlen Sie dies als eine rhythmische Balance in der Flüssigkeit. Dies ist der Punkt der Veränderung. Es ist ein Zustand beinahe wie ein Film, der kurz angehalten wird. Aus diesem Grunde ist die Arbeit des Therapeuten beendet, sobald dieses Ziel erreicht ist. Nach dem Stillpunkt übernimmt der Körper des Patienten die Arbeit. Sie können möglicherweise beobachten, wie dies geschieht, aber Ihre Behandlung ist vorbei.
Sie haben den Körper der Zerebrospinalen Flüssigkeit in einen Zustand gebracht, in dem er in seiner Gesamtheit – um das Gehirn herum, innerhalb des Gehirns, um das Rückenmark herum, innerhalb des Rückenmarks – einfach nur bebt oder vibriert. In dem Stillpunkt, der sich durch die Anwendung dieser Behandlungsmethoden einstellt, befindet sich der Motor im Leerlauf und es gibt einen Austausch zwischen allen Flüssigkeiten des Körpers.
Von diesem Beben geht etwas aus; eine Veränderung oder eine Transmutation findet in der Flüssigkeit statt, ein unsichtbares Etwas. Es handelt sich nicht um ein Ausfließen über die Nerven, obwohl die Veränderung bis zu jenem Bereich fortschreitet, in dem die Enden des peripheren Nervensystems mit den Lymphgefäßen zusammenkommen. Die Veränderung durch Transmutation findet in den einzelnen Bestandteilen oder Elementen statt. Dies ist nicht das Gleiche wie eine Übertragung oder ein Ausströmen.
Ich möchte, dass Sie jenes ‚höchste bekannte Element‘ im menschlichen Körper sehen, wie es ausstrahlt in der Transmutation, von der Nervenzelle, die Fasern entlang und bis zu den Nervenendigungen. Dann erfassen Sie möglicherweise deutlicher, was Dr. Still meinte, als er davon sprach, dass die Lymphe mehr von den Flüssigkeiten des Gehirns verbraucht als sämtliche Viszera.
„Die Lymphgefäße sind eng und universell mit der Wirbelsäule und allen anderen Nerven verbunden. Sie alle trinken von den Wassern des Gehirns.“ 73
Ich möchte noch einmal besonders betonen, dass ich die Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit als das grundlegende Prinzip im Kranialen Konzept betrachte. Der ‚Saft des Baumes‘ ist etwas, das den ATEM DES LEBENS enthält, nicht den Atem der Luft – etwas Unsichtbares. Dr. Still bezeichnete es als eines der höchsten bekannten Elemente im menschlichen Körper, das sich von Zeit zu Zeit wieder auffüllt. Glauben Sie, dass wir jemals erfahren werden, woher es kommt? Wahrscheinlich nicht. Aber es ist da. Das ist alles, was wir wissen müssen.
Wenn Sie das Lenken der Tide zur Korrektur und Behandlung verwenden, benutzen Sie den gleichen Prozess des Lenkens wie bei Ihrer Diagnosestellung. Sie lenken die Tide von jenem Bereich aus, der Ihrem zu untersuchenden Gebiet diagonal gegenüberliegt. Wenn Sie nichts anderes machen als die Tide zu lenken, wird sich mit der Zeit die Dysfunktion korrigieren.
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Hier ist noch etwas anderes, das Sie bei einer Behandlung tun können. Nehmen Sie beispielsweise das Os temporale und das Os occipitale; während Sie die Bewegung an der okzipitomastiodalen Gelenkverbindung visualisieren, drehen Sie das Os temporale äußerst sanft in eine Richtung und das Os occipitale in die andere. Halten Sie sanft diese Stellung, während Sie die Tide vom diagonal gegenüberliegenden Stirnbereich lenken. Sie werden unter Ihren sanften, fühlenden, sehenden, klugen, wissenden Fingern einige überraschende Erfahrungen machen. Sie werden es bei Ihrer Arbeit mit vielen unterschiedlichen Arten von Traumen zu tun haben. Deshalb betone ich bei der Diagnostik und den Behandlungstechniken so stark dieses Lenken der Potency in der Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit.
Sie müssen lernen, das durchzuführen, was ich eine Aktivierung oder Anregung der Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit nenne. Dieses wohlüberlegte Verfahren ist nur im Notfall angebracht. Solche Situationen kommen nicht oft vor, aber wenn in solchen Fällen ein fähiger Osteopath anwesend war, hat diese Methode schon erfolgreich die physiologische Fluktuation der Zerebrospinalen Flüssigkeit innerhalb ihres natürlichen Hohlraums wieder in Gang gesetzt. Ich habe mehrere Berichte erhalten, die dies bestätigen. Die betreffende Behandlung wird durchgeführt, indem die Partes petrosae der Ossa temporalia in die gleiche Richtung, das heißt in Außenrotation, gedreht werden, während Sie das Os occipitale zur gleichen Zeit in Flexion bewegen. Dies ist ein schwieriges manuelles Unterfangen und in Notfällen besonders kompliziert. Es handelt sich um eine weitere Möglichkeit, das Tentorium cerebelli zur Kontrolle der Zerebrospinalen Flüssigkeit zu verwenden.
Platzieren Sie die Daumen und die Daumenballen entlang der Procc. mastoidei der Ossa temporalia. Verschränken Sie die Finger locker unterhalb des Nackens.