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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 18
Der Wert der Metalle aber war in Ostindien, besonders in China und Hindostan als die Europäer zuerst mit diesen Ländern Handel zu treiben anfingen, weit höher als in Europa, und er ist es noch heute. In Reisländern, die gewöhnlich zwei, zuweilen drei Ernten im Jahre liefern, deren jede reichlicher ist als eine gewöhnliche Getreideernte, muss der Überschuss an Nahrungsmitteln weit größer sein als in irgendeinem Getreidelande von gleicher Ausdehnung. Solche Länder sind daher auch weit mehr bevölkert. Da hier den Reichen ein größerer Überschuss von Nahrungsmitteln über ihren eigenen Verbrauch zu Gebote steht, so können sie eine weit größere Menge Arbeit anderer Leute kaufen. Das Gefolge eines chinesischen oder hindostanischen Großen ist demgemäß, nach allen Berichten, weit zahlreicher und glänzender als das der reichsten nichtfürstlichen Personen in Europa. Derselbe Überfluss an verfügbaren Nahrungsmitteln setzt sie in den Stand, eine größere Menge von ihnen für alle jene eigenartigen und seltenen Erzeugnisse zu geben, die die Natur nur in sehr geringen Mengen liefert, wie die edlen Metalle und Edelsteine, um die unter den Reichen so viel Wettbewerb besteht. Wären daher auch die Bergwerke, die den indischen Markt versorgten, ebenso ergiebig gewesen als die, die den europäischen Markt ergänzten, so würden jene Waren doch in Indien eine größere Menge Nahrungsmittel austauschen als in Europa. Nun scheinen aber die Bergwerke, welche den indischen Markt mit edlen Metallen versorgten, viel weniger ergiebig, dagegen die, welche ihn mit Edelsteinen versahen, viel ergiebiger gewesen zu sein als die europäischen, und die edlen Metalle gelten deshalb in Indien eine etwas größere Menge von Edelsteinen und eine noch weit größere Menge von Nahrungsmitteln als in Europa. Der Geldpreis der Diamanten, dieses überflüssigsten aller Dinge, wird in dem einen Lande etwas geringer, und der der Nahrungsmittel, des ersten aller Bedürfnisse, viel geringer sein als in dem anderen. Aber der Sachpreis der Arbeit, die wirkliche Menge von Lebensbedürfnissen, die die Arbeiter erhalten, ist, wie bereits bemerkt, sowohl in China wie in Hindostan, den beiden großen Märkten des Orients, niedriger als in den meisten Teilen Europas. Der Lohn des Arbeiters wird dort eine geringere Menge von Nahrungsmitteln kaufen, und da der Geldpreis der Nahrungsmittel in Indien weit geringer ist als in Europa, so ist der Geldpreis der Arbeit dort in doppelter Hinsicht niedriger, einerseits wegen der geringen Menge von Nahrungsmitteln, die dafür zu haben ist, und andererseits wegen ihres geringen Preises. Doch wird in Ländern von gleicher gewerblicher Entwicklung der Geldpreis der meisten Fabrikate sich nach dem Geldpreise der Arbeit richten, und wenn auch China und Hindostan in dieser Beziehung nicht ganz an Europa heranreichen, so stehen sie doch nicht erheblich zurück. Der Geldpreis der meisten Industrieerzeugnisse wird daher natürlich in diesen großen Reichen viel niedriger sein als irgendwo in Europa. In den meisten Gegenden Europas vermehren auch die Kosten der Landfracht sowohl den Sach- wie den Nominalpreis der Industrieerzeugnisse beträchtlich. Es kostet hier mehr Arbeit, und darum auch mehr Geld, zuerst das Material und dann die fertige Ware auf den Markt zu bringen. In China und Hindostan wird durch die weitverzweigte Binnenschifffahrt der größte Teil dieser Arbeit und folglich dieses Geldes erspart, und sowohl der Sach- wie der Nominalwert der meisten Industrieerzeugnisse stellt sich dadurch noch niedriger. Aus allen diesen Gründen war es jederzeit äußerst vorteilhaft, die edlen Metalle von Europa nach Indien zu verführen, und ist es noch heute. Es gibt schwerlich eine Ware, die dort einen besseren Preis ergibt oder nach Verhältnis der Menge von Arbeit und Waren, die sie in Europa kostet, eine größere Menge von Arbeit und Waren in Indien zu kaufen vermag. Es ist auch vorteilhafter, Silber als Gold dahin zu führen, weil das Verhältnis zwischen Feinsilber und Feingold in China und auf den meisten anderen orientalischen Märkten nur wie zehn oder höchstens wie zwölf zu eins steht, während es in Europa wie vierzehn oder fünfzehn zu eins ist. In China und auf den meisten anderen orientalischen Märkten kauft man für zehn oder höchstens zwölf Unzen Silber eine Unze Gold; in Europa braucht man vierzehn bis fünfzehn Unzen dazu. Deshalb macht das Silber in den meisten europäischen Schiffen, die nach Indien segeln, gewöhnlich den wertvollsten Bestandteil der Ladung aus; ebenso wie bei den Acapulcoschiffen, die nach Manila segeln. So scheint das Silber des neuen Kontinents eine der hauptsächlichsten Waren zu sein, die den Handel zwischen den beiden äußersten Enden des alten Festlandes vermitteln, und großenteils durch seine Dazwischenkunft werden jene so weit voneinander entfernten Teile mit einander verknüpft.
Um einen so weit ausgedehnten Markt zu versorgen, muss die jährlich aus den Bergwerken gewonnene Silbermenge nicht nur groß genug sein, um jenen beständigen Zugang an gemünztem Gelde und an Gerät, der in allen blühenden Ländern erforderlich ist, zu unterhalten, sondern auch die beständige Abnutzung des Silbers zu ersetzen, die überall vorkommt, wo dies Metall im Gebrauch ist.
Der beständige Abgang der edlen Metalle durch die Abnutzung der Münzen und Geräte ist sehr bedeutend, und würde allein schon bei Waren, die so allgemein angewendet werden, eine sehr große jährliche Zufuhr erfordern. Der Abgang dieser Metalle in einigen Gewerben ist zwar vielleicht im Ganzen nicht größer als jener allmähliche Abgang; aber merklicher, weil viel schneller. In den Manufakturen von Birmingham allein soll die Menge des jährlich zum Vergolden und Plattieren verwendeten Goldes und Silbers, das niemals wieder in der Gestalt dieser Metalle erscheinen kann, sich auf mehr als fünfzig tausend Pfund belaufen. Danach kann man sich einen Begriff machen, wie groß der jährliche Verbrauch in allen Teilen der Welt sein muss, sei es für ähnliche Waren wie die von Birmingham, sei es für Tressen, Stickereien, Gold- und Silberstoffe, Vergoldungen an Büchern und Möbeln usw. Eine bedeutende Menge dieser Metalle muss jährlich auch beim See- und Landtransport verloren gehen. Die in den meisten asiatischen Ländern herrschende Sitte, Schätze zu vergraben, von denen die Kenntnis oft mit der Person, die sie vergraben hat, stirbt, muss einen noch weit größeren Verlust verursachen.
Die Menge des nach Cádiz und Lissabon eingeführten Goldes und Silbers – einschließlich des eingeschmuggelten – beläuft sich nach den besten Schätzungen auf etwa sechs Millionen £ im Jahr.
Nach Meggens15 betrug die jährliche Einfuhr der edlen Metalle nach Spanien in einem Durchschnitt von sechs Jahren, nämlich von 1748 bis 1753, und die nach Portugal in einem Durchschnitt von sieben Jahren, nämlich von 1747 bis 1753, an Silber 1,101,107 Pfund und an Gold 49,940 Pfund. Das Silber, zu 62 sh. das Troy-Pfund, beträgt £ 3,413,431. 10 sh. Sterling. Das Gold, zu 441/a Guineen das Troy-Pfund, beträgt £ 2,333,446. 14 sh. Sterling. Beide zusammen betragen £ 5,746,878. 4 sh. Die Angaben über das, was unter Register eingeführt worden ist, erklärt er für ganz zuverlässig. Über die Herkunftsorte und die Mengen beider Metalle, die die einzelnen Plätze den Registern zufolge lieferten, erhalten wir umständliche Auskunft, und von der Menge der als eingeschmuggelt angenommenen edlen Metalle möglichst sorgfältige Schätzungen.
Die große Erfahrung dieses verständigen Kaufmanns gibt seinen Ansichten ein bedeutendes Gewicht.
Nach dem beredten und zuweilen wohl unterrichteten Verfasser der »Philosophischen und politischen Geschichte der Niederlassung der Europäer in beiden Indien« betrug die jährliche Einfuhr des registrierten Goldes und Silbers nach Spanien im Durchschnitt von elf Jahren, nämlich von 1754 bis 1764, 13,984,185 3/5 Piaster von zehn Realen. Mit Hinzurechnung dessen, was eingeschmuggelt sein mag, nimmt er jedoch den Betrag der gesamten jährlichen Einfuhr zu 17,000,000 Piaster an, was, den Piaster zu 4 sh. 6 d. gerechnet, eine Summe von £ 3,825,000 ergibt. Er führt ebenfalls die Herkunftsorte und die Mengen jedes Metalls an, welche den Registern zufolge die einzelnen Plätze lieferten. Die jährlich von Brasilien nach Lissabon eingeführte Menge Goldes, nach dem Betrage der an den König von Portugal entrichteten Auflage geschätzt, die anscheinend ein Fünftel des reinen Metalls ausmacht, schlägt er auf 18,000,000 Cruzados oder 45,000,000 französische Livres also etwa £ 2,000,000. Für eingeschmuggelte Ware noch ein Achtel oder £ 250,000 hinzugerechnet, würde nach diesem Gewährsmann das Ganze sich auf £ 2,250,000 belaufen. Nach dieser Rechnung beträgt mithin die jährliche Gesamteinfuhr edler Metalle nach Spanien und Portugal etwa £ 6,075,000. Einige andere sehr gut beglaubigte, obwohl nur handschriftliche, Schätzungen stimmen, wie man mir sagt, damit überein, indem sie den Betrag der gesamten jährlichen Einfuhr im Durchschnitt auf etwa £ 6,000,000 angeben.
Die jährliche Einfuhr der edlen Metalle nach Cádiz und Lissabon kommt freilich dem gesamten Jahresprodukt der amerikanischen Bergwerke nicht gleich. Einiges geht jährlich auf den Acapulco-Schiffen nach Manila, einiges wird in dem Schleichhandel der spanischen Kolonien mit den Kolonien andrer europäischer Völker verwendet, und einiges bleibt ohne Zweifel im Erzeugungslande. Außerdem sind die amerikanischen Bergwerke keineswegs die einzigen Gold- und Silberminen in der Welt. allein sie sind bei Weitem am ergiebigsten. Der Ertrag aller anderen bekannten Minen ist anerkanntermaßen im Vergleich mit den amerikanischen unbedeutend; auch wird der bei Weitem größte Teil des Ertrags ebenso unbestritten nach Cádiz und Lissabon gebracht. Nun beträgt der Verbrauch Birminghams allein nach dem Maßstabe von 50,000 Pfund im Jahr den hundertundzwanzigsten Teil jener jährlichen Einfuhr von sechs Millionen. Der gesamte jährliche Verbrauch von Gold und Silber in allen Ländern der Welt, wo man diese Metalle benutzt, kann daher dem gesamten Jahresprodukt ziemlich nahekommen. Der Rest wird wohl kaum hinreichen, die wachsende Nachfrage aller blühenden Länder zu befriedigen; ja vielleicht bleibt er so weit dahinter zurück, dass er den Preis dieser Metalle auf dem europäischen Markte etwas in die Höhe treibt. Die jährlich aus den Bergwerken auf den Markt gebrachte Menge Kupfer und Eisen ist unverhältnismäßig größer als die von Gold und Silber. Doch glauben wir deswegen nicht, dass diese gröberen Metalle sich über den Bedarf hinaus vermehren, d. h. allmählich immer wohlfeiler werden. Warum sollten wir daher glauben, dass dies bei den edlen Metallen der Fall sein werde? Die unedlen Metalle werden freilich, obwohl sie härter sind, stärker abgenutzt und ihres geringeren Werts wegen weniger sorgfältig aufbewahrt; aber die edlen Metalle sind nicht unvergänglicher als jene und gleichfalls dem Verlorengehen, der Abnutzung und dem Verbrauch auf tausenderlei Weise ausgesetzt.
Der Preis aller Metalle ist jenen langsamen und allmählichen Veränderungen unterworfen, schwankt aber weniger von Jahr zu Jahr als der anderer Rohprodukte des Bodens; auch ist der Preis der edlen Metalle plötzlichen Veränderungen weniger ausgesetzt als der der unedlen. Der Grund dieser außerordentlichen Stetigkeit des Preises liegt in der Dauerhaftigkeit der Metalle. Das jährlich zu Markt gebrachte Getreide ist vor Ende des folgenden Jahres ganz oder beinahe ganz verbraucht; dagegen kann Eisen, das vor zwei- oder dreihundert Jahren, und Gold, das vor zwei- oder dreitausend Jahren aus den Minen gefördert wurde, noch heute im Gebrauch sein. Die Massen Getreides, die in verschiedenen Jahren den Verbrauch der Welt decken müssen, werden stets dem Ertrage dieser Jahre ziemlich nahekommen; dagegen wird das Verhältnis zwischen den verschiedenen Massen Eisens, die in zwei verschiedenen Jahren gebraucht werden, durch eine zufällige Verschiedenheit in der Eisenerzeugung dieser beiden Jahre sehr wenig berührt, und das Verhältnis der Massen Goldes durch eine solche Verschiedenheit in der Goldproduktion noch weniger. Obgleich daher der Ertrag der meisten Metallbergwerke von Jahr zu Jahr vielleicht noch mehr wechselt als der der meisten Getreidefelder, so haben diese Veränderungen doch nicht denselben Einfluss auf den Preis der einen Art Ware, wie auf den der andern.

Veränderungen in dem Wertverhältnis zwischen Gold und Silber
Vor der Entdeckung der amerikanischen Minen wurde das Wertverhältnis zwischen Feingold und Feinsilber in den verschiedenen europäischen Münzen auf 1:10 oder 1:12 festgestellt, d. h. eine Unze Feingold zehn oder zwölf Unzen Feinsilber gleich geachtet. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde es auf 1:14 oder 1:15 festgestellt, d. h. eine Unze Feingold 14 bis 15 Unzen Feinsilber wert geachtet. Das Gold stieg in seinem Nominalwerte, d. h. es wurde eine größere Menge Silber dafür gegeben. Beide Metalle aber sanken in ihrem wirklichen Werte, d. h. in der Arbeitsmenge, die man dafür kaufen konnte; doch sank das Silber mehr als das Gold. Obgleich sowohl die Gold- wie die Silberminen Amerikas alle anderen bis dahin bekannten an Ergiebigkeit übertrafen, scheint doch die Ergiebigkeit der Silberminen verhältnismäßig noch größer gewesen zu sein als die der Goldminen.
Die großen jährlich von Europa nach Indien gebrachten Silbermengen haben in einigen englischen Niederlassungen den Wert dieses Metalls gegen den des Goldes allmählich verringert. In der Münze von Calcutta gilt eine Unze Feingold 15 Unzen Feinsilber, ganz wie in Europa, doch wird es in der Münze nach dem Werte, den es auf dem bengalischen Markte hat, vielleicht zu hoch angeschlagen. In China ist das Verhältnis des Goldes zum Silber noch 1:10 oder 1:12. In Japan soll es wie 1:8 sein.
Das Verhältnis zwischen den Gold- und Silbermengen, die jährlich nach Europa kommen, ist nach Meggens’ Berechnung beinahe wie 1:22, d. h. für 1 Unze Gold werden etwas mehr als 22 Unzen Silber eingeführt, und die große Silbermenge, die jährlich nach Ostindien geschickt wird, führt nach seiner Ansicht die in Europa bleibenden Gold- und Silbermengen auf das Verhältnis von 1:14 oder 1:15 zurück – ihr Wertverhältnis. Er scheint zu glauben, dass ihr Wertverhältnis notwendig dasselbe sein müsse, wie das ihrer Mengen, und mithin wie 1:20 stehen würde, wenn jene größere Silberausfuhr nicht stattfände.
Allein das gewöhnliche Verhältnis zwischen dem Wert zweier Waren ist nicht notwendig das gleiche, wie das zwischen seinen in der Regel auf dem Markte befindlichen Mengen. Der Preis eines Ochsen, zu zehn Guineen gerechnet, ist etwa sechzigmal so groß als der Preis eines Lammes, zu 3 sh. 6 d. gerechnet. Es wäre aber töricht, daraus zu schließen, dass in der Regel ein Schock Lämmer für einen Ochsen auf dem Markte wären, und ebenso töricht würde es sein zu schließen, dass, weil eine Unze Gold gewöhnlich 14 oder 15 Unzen Silber gilt, auch vierzehn oder fünfzehnmal mehr Silber als Gold auf dem Markte vorhanden sei.
Die auf dem Markte gewöhnlich vorhandene Menge Silber ist im Verhältnis zum Gold wahrscheinlich weit größer als nach ihrem Wertverhältnis vorauszusetzen wäre. Die Gesamtmenge einer an den Markt gebrachten wohlfeilen Ware ist in der Regel nicht nur größer, sondern auch von größerem Wert als die Gesamtmenge einer teuren. Die Gesamtmenge des jährlich an den Markt gebrachten Brotes ist nicht nur größer, sondern auch von größerem Werte als die Gesamtmenge des Fleisches; die des Fleisches größer und von größerem Werte als die des zahmen Geflügels; und die Gesamtmenge des zahmen Geflügels größer und von größerem Werte als die des wilden Geflügels. Es gibt so viele Käufer mehr für die wohlfeile als für die teure Ware, dass gewöhnlich nicht nur eine größere Menge, sondern auch ein größerer Wert von ihr verkauft werden kann. Daher muss die Gesamtmenge der billigen Ware im Verhältnis zu der der teuren größer sein als der Wert einer gewissen Menge der teuren im Verhältnis zum Wert einer gleichen Menge der wohlfeilen. Vergleicht man die edlen Metalle miteinander, so ist das Silber eine wohlfeile, das Gold eine teure Ware. Es ist daher auch zu erwarten, dass auf dem Markte stets nicht nur eine größere Menge, sondern auch ein größerer Wert an Silber als an Gold vorhanden ist. Wer von beiden etwas hat, vergleiche sein Silber- mit seinem Goldgerät, und er wird wahrscheinlich finden, dass nicht nur die Menge, sondern auch der Wert des ersteren weit größer ist als die Menge und der Wert des letzteren. Viele haben wohl Silbersachen, aber keine Goldsachen, und letztere sind auch bei denen, die sie haben, im Allgemeinen auf Uhrgehäuse, Tabaksdosen und ähnliche Kleinigkeiten beschränkt, deren ganzer Betrag selten von großem Wert ist. In den britischen Münzen überwiegt allerdings der Wert des Goldes bei Weitem, aber in allen anderen Ländern ist es nicht der Fall. In den Münzen einiger Länder ist der Wert ziemlich gleich. In den schottischen Münzen überwog, wie man aus den Münzrechnungen ersieht, vor der Union mit England das Gold ein wenig.16 In den Münzen vieler Länder überwiegt das Silber. In Frankreich werden die größten Summen gewöhnlich in diesem Metall gezahlt, und es ist dort schwer, sich mehr Gold zu verschaffen als man in der Tasche bei sich führen muss. Doch dürfte der in allen Ländern anerkannt höhere Wert des Silbergeräts das hier und da sich findende Über wiegen der Goldmünzen über die Silbermünzen mehr als ausgleichen.
Obgleich in einem gewissen Sinne des Worts Silber immer viel wohlfeiler gewesen ist und wahrscheinlich auch stets viel wohlfeiler bleiben wird als Gold, so kann man doch in einem anderen Sinne vielleicht sagen, dass das Gold bei dem jetzigen Zustande des spanischen Marktes etwas wohlfeiler ist als das Silber. Man kann eine Ware nicht nur nach der absoluten Höhe oder Niedrigkeit ihres üblichen Preises teuer oder wohlfeil nennen, sondern auch, je nachdem dieser Preis mehr oder weniger über dem niedrigsten Preise steht, zu dem sie sich eine längere Zeit hindurch auf den Markt bringen lässt. Dieser niedrigste Preis ist derjenige, der nur eben mit mäßigem Gewinn das Kapital wieder ersetzt, das man dazu verwendete, sie dahin zu bringen. Es ist der Preis, der für den Grundbesitzer nichts abwirft, von dem die Rente keinen Bestandteil ausmacht, sondern der nur in Arbeitslohn und Gewinn besteht. Nun ist bei dem jetzigen Zustande des spanischen Marktes das Gold gewiss diesem niedrigen Preise etwas näher als das Silber. Die Abgabe an den König von Spanien macht beim Gold den zwanzigsten Teil vom reinen Metall oder fünf Prozent, beim Silber aber den zehnten Teil oder zehn Prozent aus. Auch besteht, wie bereits bemerkt, in diesen Abgaben die ganze Rente der meisten Gold- und Silberminen des spanischen Amerikas, und die Abgabe für Gold geht noch schlechter ein als die für Silber. Nicht minder dürften die Gewinne der Unternehmer von Goldminen, die weit seltener viel dabei verdienen, in der Regel noch mäßiger sein als die der Unternehmer von Silberbergwerken. Mithin muss der Preis des spanischen Goldes, dass sowohl weniger Rente wie weniger Gewinn abwirft, auf dem spanischen Markte dem niedrigsten Preise, zu dem es dahin geschafft werden kann, etwas näher stehen als der Preis des spanischen Silbers. Rechnet man alle Kosten zusammen, so kann anscheinend die Gesamtmenge des ersteren Metalls dort nicht so vorteilhaft abgesetzt werden als die Gesamtmenge des anderen. Die Abgabe auf das brasilianische Gold an den König von Portugal beträgt ebenso viel wie die frühere Abgabe auf das mexikanische und peruanische Silber an den König von Spanien, d. h. den fünften Teil des reinen Metalls. Man kann daher bezweifeln, ob die ganze Masse des amerikanischen Goldes zu einer dem niedrigsten näher stehenden Preise auf den allgemeinen europäischen Markt kommt als die ganze Masse des amerikanischen Silbers.
Der Preis der Diamanten und anderer Edelsteine kommt vielleicht dem niedrigstmöglichen noch näher als der Preis des Goldes.
Obgleich es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass von einer Abgabe, die nicht nur ein sehr geeignetes Steuerobjekt, nämlich eine Sache lediglich des Luxus und Überflusses trifft, sondern auch eine so bedeutende Einnahme gewährt, wie die Abgabe auf Silber, etwas nachgelassen werden wird, so lange sie überhaupt bezahlt werden kann – so kann doch die gleiche Unmöglichkeit, sie zu zahlen, die 1736 zur Herabsetzung von einem Fünftel auf ein Zehntel nötigte, mit der Zeit noch weitere Minderungen erzwingen, gerade so, wie man die Abgabe für Gold auf ein Zwanzigstel herabsetzen musste. Dass der Abbau der Silberminen des spanischen Amerika, wie der aller anderen Minen, durch die Notwendigkeit, die Schachte immer tiefer zu führen, und wegen der größeren Kosten, das Wasser aus den Tiefen heraus- und frische Luft hineinzubringen, immer teurer wird, ist von allen anerkannt, die den Zustand jener Minen kennen.
Diese Ursachen, die einer zunehmenden Seltenheit des Silbers gleichkommen (denn eine Ware wird seltener, wenn es schwieriger und kostspieliger wird, eine gewisse Menge von ihr zusammen zu bringen), müssen mit der Zeit zu einer der drei nachstehenden Eventualitäten führen. Die Erhöhung der Kosten muss entweder, erstens durch eine verhältnismäßige Erhöhung im Preise des Metalls, oder zweitens durch eine verhältnismäßige Verringerung der Abgabe auf Silber, oder drittens teils durch das eine, teils durch das andere dieser beiden Auskunftsmittel vollständig ausgeglichen werden. Diese dritte Folge hat die größte Wahrscheinlichkeit für sich. Wie der Goldpreis im Verhältnis zum Silberpreis trotz der großen Verringerung der Abgabe auf Gold stieg, so kann der Silberpreis im Verhältnis zu Arbeit und Waren trotz einer gleichen Verringerung der Abgabe auf Silber steigen.
Solche allmählichen Ermäßigungen der Abgabe können zwar das Steigen des Silberwertes auf dem europäischen Markte nicht gänzlich verhindern, aber jedenfalls es mehr oder weniger verzögern. Infolge dieser Ermäßigungen können manche Minen in Angriff genommen werden, die früher wegen der hohen Steuer nicht abgebaut werden konnten, und die Menge des jährlich auf den Markt gebrachten Silbers wird dann etwas größer, und daher auch der Wert einer gegebenen Menge etwas geringer sein als es sonst der Fall sein würde. Infolge der Steuerermäßigung im Jahre 1736 ist der Wert des Silbers auf dem europäischen Markte, wenn auch nicht niedriger als vorher, doch wahrscheinlich um zehn Prozent niedriger als er sein würde, wenn der spanische Hof die frühere Abgabe weiter erhoben hätte.
Dass trotz dieser Ermäßigung der Wert des Silbers im Laufe des gegenwärtigen Jahrhunderts auf dem europäischen Markte etwas zu steigen begonnen habe, lassen mich die oben angeführten Tatsachen und Beweise glauben oder besser mutmaßen, denn die Meinung, die ich mir über diesen Gegenstand bilden kann, verdient wohl kaum den Namen des Glaubens. In der Tat ist die Steigerung, wenn sie überhaupt stattgefunden hat, bisher so gering gewesen, dass es nach allem Gesagten wohl noch manchem ungewiss erscheinen mag, ob sie stattgefunden hat, oder ob das Gegenteil der Fall ist und der Wert des Silbers auf dem europäischen Markte noch immer sinkt.
Es muss übrigens bemerkt werden, dass einmal ein Punkt eintreten muss, wo die jährliche Einfuhr von Gold und Silber, mag sie betragen, wie viel sie will, dem jährlichen Verbrauch dieser Metalle gleichkommt. Ihr Verbrauch muss mit ihrer Masse, oder vielleicht sogar in einem noch größeren Verhältnis zunehmen. Je nachdem ihre Masse zunimmt, vermindert sich ihr Wert. Sie kommen in allgemeineren Gebrauch und werden weniger in Acht genommen, und so wächst ihr Verbrauch mehr als ihre Masse. Mithin muss nach einer bestimmten Zeit der jährliche Verbrauch der jährlichen Einfuhr gleichkommen, falls nicht etwa die Einfuhr beständig zunimmt, was heutzutage nicht anzunehmen ist.
Sollte, wenn der jährliche Verbrauch der jährlichen Einfuhr gleichgekommen ist, die letztere sich allmählich vermindern, so kann der Jahresverbrauch eine Zeitlang die Jahreseinfuhr übersteigen. Die Masse dieser Metalle kann sich allmählich und unmerklich vermindern, und ihr Wert allmählich und unmerklich steigen, bis die jährliche Einfuhr stillsteht, und der Verbrauch sich der Einfuhr anpasst.

