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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 21
Ergebnis der Abschweifung über die Wertveränderungen des Silbers
Die meisten Schriftsteller, welche sich mit den Preisen früherer Zeiten beschäftigten, scheinen den niedrigen Geldpreis des Getreides und der Waren überhaupt, oder mit anderen Worten den hohen Wert von Gold und Silber nicht nur als einen Beweis der Seltenheit dieser Metalle, sondern auch der Armut und Barbarei des Landes, in dem daran Mangel herrschte, angesehen zu haben. Diese Vorstellung hängt mit jenem System der politischen Ökonomie zusammen, das den Nationalreichtum in dem Überfluss an Gold und Silber und die Nationalarmut im Fehlen dieser Metalle sieht, einem System, das ich in dem vierten Buche dieser Untersuchung deutlich darstellen und prüfen werde. Für jetzt will ich nur bemerken, dass der hohe Wert der edlen Metalle kein Beweis der Armut oder Barbarei eines Landes zu der Zeit, in der er eben herrscht, sein kann; er ist nur ein Beweis für die Unergiebigkeit der Bergwerke, aus denen zur Zeit die Handelswelt ihre Zufuhr erhält. Ein armes Land vermag ebenso wenig mehr Gold und Silber zu kaufen, oder es teurer zu bezahlen als ein reiches, und es ist deshalb nicht wahrscheinlich, dass der Wert jener Metalle in dem einen höher sei als in dem anderen, In China, das viel reicher ist als irgendein europäisches Land, ist der Wert der edlen Metalle weit höher als irgendwo in Europa. allerdings ist in Europa, wo seit der Entdeckung der amerikanischen Minen der Reichtum sehr zugenommen hat, der Wert von Gold und Silber allmählich gesunken. allein diese Entwertung ist nicht der Zunahme des wirklichen Reichtums in Europa, des Jahresertrags seines Bodens und seiner Arbeit zuzuschreiben, sondern der zufälligen Entdeckung von Minen, die alle bis dahin bekannten an Ergiebigkeit übertrafen. Die Zunahme der Gold- und Silbermenge in Europa und der Fortschritt seiner Gewerbe und seiner Landwirtschaft traten zwar beinahe gleichzeitig ein, sind jedoch aus sehr verschiedenen Ursachen hervorgegangen und stehen kaum irgendwie in natürlichem Zusammenhang. Die erstere entsprang einem reinen Zufall, an dem weder Klugheit noch Politik irgendeinen Anteil hatten oder haben konnten; der andere aus dem Falle des Feudalsystems und der Einführung einer Regierung, die dem Gewerbefleiß die einzige Aufmunterung, deren er bedarf, nämlich eine leidliche Sicherheit gewährte, dass er die Früchte seiner Arbeit genießen werde. Polen, wo sich das Feudalsystem noch immer behauptet, ist bis auf den heutigen Tag noch immer so bettelarm, wie vor der Entdeckung Amerikas. Dennoch ist dort ebenso wie in andern Ländern Europas, der Geldpreis des Getreides gestiegen, und der wirkliche Wert der edlen Metalle gefallen. Ihre Menge muss also dort ebenso wie an anderen Orten, dem Jahresertrag seines Bodens und seiner Arbeit entsprechend, zugenommen haben; allein diese Vermehrung der edlen Metalle hat anscheinend den Jahresertrag nicht vermehrt, und weder Industrie und Landwirtschaft gehoben, noch den Zustand der Einwohner verbessert. Spanien und Portugal, die Besitzer der Minen, sind nächst Polen vielleicht die beiden ärmsten Länder in Europa. Dennoch muss der Wert der edlen Metalle in Spanien und Portugal niedriger sein als in irgendeinem anderen Teile Europas, da sie erst von dort, belastet nicht bloß mit den Kosten der Fracht und Versicherung, sondern auch, da ihre Ausfuhr verboten, beziehungsweise einer Abgabe unterworfen ist, mit den Kosten des Schmuggels, nach den anderen Ländern Europas kommen. Im Verhältnis zum Jahresertrag von Boden und Arbeit muss daher ihre Menge in jenen Ländern größer sein als irgendwo in Europa; und doch sind jene Länder ärmer als alle andern. Zwar das Feudalsystem ist in Spanien und Portugal abgeschafft, aber was an seine Stelle getreten ist, ist nicht viel besser.
Wie demnach der geringere Wert von Gold und Silber kein Beweis für den Reichtum und den blühenden Zustand eines Landes ist, in dem dies Verhältnis statthat, so ist auch ihr hoher Wert, oder der niedrige Goldpreis der Waren im Allgemeinen und des Getreides im Besonderen kein Beweis von Armut und Barbarei.
Wenn aber auch der niedrige Geldpreis der Waren im Allgemeinen und des Getreides im Besonderen kein Beweis für die Armut und Barbarei der entsprechenden Zeit ist, so ist der niedrige Geldpreis einiger bestimmter Sorten von Gütern, so des Viehs, Geflügels, Wildbrets aller Art usw. im Verhältnis zum Getreide ein desto entscheidenderer Beweis dafür. Deutlich geht daraus hervor: erstens ihre große Menge im Vergleich mit der Menge des Getreides, und folglich die große Ausdehnung des Bodens, den sie einnehmen, im Vergleich mit Getreideland; zweitens der geringe Wert jenes Bodens im Verhältnis zum Getreideland, und folglich der unkultivierte Zustand des bei Weitem größten Teils des Gebiets. Deutlich geht ferner daraus hervor, dass das Kapital und die Bevölkerung des Landes nicht in demselben Verhältnis zur Gebietsausdehnung stand, wie in zivilisierten Ländern, und dass die Gesellschaft zu jener Zeit und in jenem Lande sich erst in ihrer Kindheit befand. Aus dem hohen oder niedrigen Preise der Waren im Allgemeinen und des Getreides im Besonderen kann man lediglich schließen, dass die Bergwerke, welche zur Zeit die Handelswelt mit Gold und Silber versorgten, ergiebig oder unergiebig waren; nicht, dass das Land reich oder arm war. Aus dem hohen oder niedrigen Geldpreise gewisser Sorten von Gütern im Vergleich mit anderen lässt sich dagegen mit einem an Gewissheit grenzenden Grade von Wahrscheinlichkeit schließen, dass es reich oder arm war, dass der größte Teil seiner Ländereien angebaut oder unangebaut war, und dass es sich entweder in einem mehr oder minder rohen, oder mehr oder minder zivilisierten Zustande befand. jede Steigerung des Geldpreises der Waren, die lediglich aus der Entwertung des Silbers hervorgeht, würde alle Arten von Waren gleichmäßig treffen und ihren Preis durchgehends um ein Drittel, ein Viertel oder ein Fünftel erhöhen, je nachdem das Silber um ein Drittel, ein Viertel oder ein Fünftel an seinem früheren Werte verlöre. Die Preissteigerung der Lebensmittel hingegen, worüber so viel geklügelt und geredet worden ist, trifft nicht alle Arten von Lebensmitteln gleichmäßig. Im Durchschnitt des laufenden Jahrhunderts ist der Preis des Getreides, wie selbst von denen anerkannt wird, die sein Steigen aus der Silberentwertung erklären, viel weniger gestiegen als der Preis einiger anderer Lebensmittel. An dem Steigen des Preises dieser anderen Lebensmittel kann folglich die Silberentwertung nicht allein schuld sein; vielmehr müssen einige andere Ursachen mit in Rechnung gezogen werden, und die oben angedeuteten sind vielleicht hinreichend, die Preissteigerung jener besonderen Arten von Lebensmitteln ohne Hinzunahme der angeblichen Silberentwertung zu erklären.
Was den Preis des Getreides selbst betrifft, so war er in den ersten vierundsechzig Jahren des laufenden Jahrhunderts und vor der letzten ungewöhnlichen Aufeinanderfolge schlechter Jahre etwas niedriger als in den letzten vierundsechzig Jahren des vorigen Jahrhunderts. Diese Tatsache wird nicht nur durch die Marktberichte von Windsor, sondern auch durch die öffentlichen Fiars aller schottischen Grafschaften und die von Messance und Dupré de St. Maur mit Fleiß und Sorgfalt gesammelten französischen Marktberichte bezeugt. Der Beweis ist vollständiger erbracht als es in einer ihrer Natur nach so schwer festzustellenden Sache zu erwarten war.
Was den hohen Getreidepreis der letzten zehn oder zwölf Jahre betrifft, so lässt er sich ohne die Annahme einer Silberentwertung vollkommen aus den schlechten Ernten erklären.
Die Ansicht, dass das Silber fortwährend im Preise sinke, stützt sich mithin auf keine guten Beobachtungen, weder über die Getreidepreise noch über die Preise anderer Lebensmittel.
Man kann vielleicht sagen, selbst nach der hier gegebenen Berechnung sei für die gleiche Menge Silbers gegenwärtig eine viel kleinere Menge mancher Lebensmittel zu haben als während eines Teils des vorigen Jahrhunderts, und ob man diese Änderung einer Steigerung des Werts jener Waren, oder der Entwertung des Silbers zuschreibe, sei eine leere und nutzlose Unterscheidung, mit der jemandem, der nur eine bestimmte Menge Silber, oder ein bestimmtes Einkommen in Geld habe, nicht im mindesten gedient sei. Ich will auch gewiss nicht behaupten, dass die Kenntnis dieses Unterschiedes ihn in den Stand setzen wird, wohlfeiler zu kaufen; aber sie ist deshalb doch noch nicht ganz nutzlos.
Sie kann dadurch von einigem Nutzen sein, dass sie einen leichtverständlichen Beweis für die gedeihliche Lage des Landes liefert. Entspringt die Preissteigerung einiger Arten von Lebensmitteln lediglich der Silberentwertung, so lässt sich hieraus lediglich auf die Ergiebigkeit der amerikanischen Bergwerke schließen. Der wirkliche Reichtum des Landes, der Jahresertrag seines Bodens und seiner Arbeit, kann trotz dieses Umstandes entweder, wie in Portugal oder Polen, allmählich sinken, oder, wie in den meisten europäischen Ländern, allmählich steigen. Ist jene Preissteigerung gewisser Arten von Lebensmitteln die Folge einer Steigerung in dem wirklichen Werte des Grund und Bodens, auf dem sie erzeugt werden also seiner vermehrten Fruchtbarkeit; oder davon, dass der Boden durch ausgedehntere und bessere Kultur zum Getreidebau geeignet wurde, so beweist dieser Umstand unstreitig die Wohlfahrt und den Fortschritt des Landes. Grund und Boden bilden bei weitem den größten, wichtigsten und dauerhaftesten Teil im Reichtum jedes ausgedehnten Landes, und es ist gewiss von einigem Nutzen, oder kann wenigstens dem Lande eine Genugtuung gewähren, einen so entscheidenden Beweis für den zunehmenden Wert des bei weitem größten, wichtigsten und dauerhaftesten Teils seines Reichtums zu besitzen.
Auch kann es dem Staate von Nutzen sein für die Feststellung der Besoldungen seiner niederen Beamten. Wenn die Preissteigerung einiger Arten von Lebensmitteln aus der Silberentwertung entspringt, so müssten ihre Besoldungen, falls sie nicht etwa früher zu hoch waren, nach Verhältnis dieser Entwertung erhöht werden. Wo nicht, wird ihre tatsächliche Besoldung offenbar um so viel vermindert. Ist hingegen jene Preissteigerung dem durch die erhöhte Ertragsfähigkeit vermehrten Werte des Bodens zuzuschreiben, so wird es viel schwieriger zu beurteilen, in welchem Verhältnis die Besoldungen, oder ob sie überhaupt zu erhöhen seien. Wie die weitere Ausdehnung der Bodenkultur notwendig den Preis jeder Art tierischer Nahrung im Verhältnis zum Getreidepreise mehr oder weniger steigert, so ermäßigt sie, glaube ich, mit gleicher Notwendigkeit den Preis jeder Art pflanzlicher Nahrung. Sie erhöht den Preis der Fleischnahrung, weil ein großer Teil des Landes, das Fleisch produziert, zum Getreidebau tauglich gemacht ist und mithin dem Grundeigentümer und Pächter die Rente und den Gewinn des Getreidelandes abwerfen muss; den Preis der Pflanzennahrung aber ermäßigt sie, weil sie die Ertragsfähigkeit des Bodens und mithin die Menge der Nahrungsmittel aus dem Pflanzenreich vermehrt. Auch werden durch die Verbesserung der Kultur manche Arten von Pflanzen eingeführt, die weniger Land und nicht mehr Arbeit als das Getreide erfordern, und aus diesem Grunde viel wohlfeiler auf den Markt kommen. So die Kartoffeln und der Mais, die beiden wichtigsten Errungenschaften, die der europäische Ackerbau, oder vielleicht Europa überhaupt der großen Ausdehnung seines Handels und seiner Schifffahrt verdankt. Außerdem werden manche Arten von Pflanzen, die im rohen Zustande der Landwirtschaft auf den Gemüsegarten beschränkt sind und der Spatenarbeit bedürfen, bei höherer Kultur auf den Feldern gebaut und mittels des Pflugs bearbeitet, wie Rüben, Möhren, Kohl usw. Wenn also bei fortschreitender Kultur der Sachpreis der einen Art von Nahrungsmitteln mit Notwendigkeit steigt, so fällt mit gleicher Notwendigkeit der einer anderen Art, und es wird sehr schwer zu bestimmen, inwiefern das Steigen der einen durch das Fallen der anderen ausgeglichen wird. Sobald der Sachpreis des Fleisches einmal seinen Höhepunkt erreicht hat, was, abgesehen vom Schweinefleisch in einem großen Teile Englands bei allen Sorten vor länger als einem Jahrhundert eingetreten zu sein scheint, kann eine spätere Preissteigerung anderer Fleischsorten die Lage der unteren Volksklasse nur wenig berühren. Die Verhältnisse der Armen in den meisten Gegenden Englands können sicherlich durch das Steigen des Preises von Geflügel, Fischen oder Wildbret nicht so verschlechtert werden, wie sie sich durch das Fallen des Kartoffelpreises verbessern würden.
In der gegenwärtigen teuren Zeit leiden die Armen unter dem hohen Getreidepreise unzweifelhaft; in leidlich guten Jahren dagegen, in denen das Getreide seinen gewöhnlichen oder Durchschnittspreis hat, kann das natürliche Steigen des Preises andrer Bodenerzeugnisse sie nicht sonderlich berühren. Mehr leiden sie vielleicht unter den künstlichen durch Abgaben verursachten Preiserhöhungen von Salz, Seife, Leder, Lichten, Malz, Bier, Ale usw.

Wirkungen der Kulturfortschritte auf den Sachpreis der Industrieerzeugnisse
Es ist die natürliche Wirkung der Kultur, dass sie den Sachpreis fast aller Industrieerzeugnisse allmählich vermindert. Der Sachpreis der gewerblichen Arbeit vermindert sich vielleicht ausnahmslos in allen Gewerben. Infolge besserer Maschinen, größerer Geschicklichkeit und angemessenerer Einteilung und Verteilung der Arbeit, was alles die natürliche Wirkung der Kultur ist, wird eine weit geringere Menge Arbeit zur Herstellung jedes einzelnen Stückes erfordert; und wenn auch infolge der günstigen Lage der Gesellschaft der Sachpreis der Arbeit beträchtlich steigt, so wird doch die große Verminderung der Menge der erforderlichen Arbeit selbst die größte Preissteigerung der Arbeit in der Regel mehr als ausgleichen.
Allerdings gibt es wenige Gewerbe, in denen die Preissteigerung der Rohstoffe alle durch die Kultur an die Hand gegebenen Arbeitsvorteile mehr als aufwiegt. Bei der Zimmermanns- und Schreinerarbeit wenigstens gröberer Art wiegt die aus der vollkommeneren Bodenkultur hervorgehende Preissteigerung des Holzes in der Regel alle Vorteile, die sich aus den besseren Maschinen, der größeren Geschicklichkeit und der angemesseneren Einteilung und Verteilung der Arbeit ergeben, reichlich auf.
In allen Fällen hingegen, wo der Preis der Rohstoffe entweder überhaupt nicht steigt, oder nicht bedeutend steigt, sinkt der Preis der Industrieerzeugnisse erheblich.
Diese Preisermäßigung ist im Laufe des gegenwärtigen und vorigen Jahrhunderts besonders in denjenigen Gewerben fühlbar gewesen, deren Rohstoff in den unedlen Metallen besteht. Man erhält jetzt vielleicht für zwanzig Schilling ein besseres Uhrwerk als um die Mitte des vorigen Jahrhunderts für zwanzig Pfund. In den Arbeiten der Messerschmiede und Schlosser, in allen Kurzwaren aus gröberen Metallen, in den sogenannten Birminghamer und Sheffielder Waren ist in der nämlichen Periode eine sehr große Preisermäßigung eingetreten, die, wenn sie auch nicht ganz so groß war als bei Uhren, doch die Arbeiter im ganzen übrigen Europa in Staunen setzte, und sie vielfach zu dem Bekenntnis zwang, dass sie für den doppelten und selbst für den dreifachen Preis keine so gute Arbeit herstellen könnten. Es gibt vielleicht keine Industrie, in der die Arbeitsteilung weiter getrieben werden kann oder die angewandten Maschinen mannigfachere Verbesserungen zulassen als die, deren Rohstoffe in den unedlen Metallen bestehen.
In der Tuchfabrikation ist in der nämlichen Periode keine so fühlbare Preisermäßigung eingetreten; im Gegenteil versichert man, dass der Preis des hochfeinen Tuches in den letzten fünfundzwanzig bis dreißig Jahren im Verhältnis zu seiner Beschaffenheit etwas gestiegen ist, woran, wie man sagt, eine bedeutende Preiserhöhung des Materials, das ganz aus spanischer Wolle besteht, Schuld ist. Der Preis des Yorkshirer Tuches, das lediglich aus englischer Wolle gefertigt wird, soll im Laufe des gegenwärtigen Jahrhunderts im Verhältnis zu seiner Güte allerdings erheblich gefallen sein; indes ist die Qualität eine so streitige Sache, dass ich alle Angaben dieser Art als sehr unsicher ansehe. In der Tuchfabrikation ist die Arbeitsteilung so ziemlich dieselbe geblieben, wie vor einem Jahrhundert, und die dabei angewendeten Maschinen sind nicht viel anders. Indes können in beiderlei Hinsicht wohl einige kleine Verbesserungen vorgekommen sein, die eine Preisermäßigung zur Folge hatten.
Viel merklicher und unleugbarer ist aber die Ermäßigung, wenn man den heutigen Preis dieser Ware mit dem einer weit früheren Zeit, etwa am Ende des 15. Jahrhunderts, vergleicht, wo die Arbeit wahrscheinlich weit weniger geteilt, und die Maschinen weit unvollkommener waren als heute.
Im Jahre 1487, dem vierten Regierungsjahre Heinrichs VII., wurde ein Gesetz gegeben, nach dem »jeder, der im Kleinhandel ein Yard vom feinsten scharlachfarbigen oder sonst echtgefärbten Tuch feinster Arbeit höher als zu 16 sh. verkaufe, eine Strafe von 40 sh. für jeden so verkauften Yard verwirkt habe.« 16 sh., die ungefähr ebenso viel Silber enthielten, wie jetzt 24 sh., wurden also damals als ein nicht unbilliger Preis für den Yard feinsten Tuches angesehen; und da hier ein Luxusgesetz vorliegt, war der Preis in Wirklichkeit wahrscheinlich etwas höher. Gegenwärtig kann man eine Guinee als den höchsten Preis betrachten. Also auch angenommen, die Qualität sei gleich – die jetzige ist aber wahrscheinlich weit besser – so ist doch der Geldpreis des feinsten Tuches seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bedeutend gewichen; noch weit mehr aber ist sein wirklicher Preis heruntergegangen. 6 sh. 8 d. galten damals und noch viel später für den Durchschnittspreis eines Quarters Weizen; 16 sh. waren also der Preis von über zwei Quarter und drei Bushel Weizen. Schätzt man den Quarter Weizen gegenwärtig auf 28 sh., so muss der wirkliche Preis eines Yard feinen Tuches damals wenigstens £3. 6 ½ sh. unseres jetzigen Geldes gewesen sein. Der Käufer musste dafür so viel an Arbeit und Lebensmitteln geben als er heute für diese Summe erhalten würde.
Der Preisfall der gröberen Fabrikate war, obwohl beträchtlich, doch nicht so groß als der der feineren.
Im Jahre 1463, dem dritten Regierungsjahre Eduards IV., wurde verordnet, dass »kein Dienstbote auf dem Lande, kein Tagelöhner, kein Dienstbote bei einem außerhalb der Stadt wohnenden Handwerker, zu seiner Kleidung Tuch brauchen soll, von dem der Yard mehr als zwei Schilling kostet.« Zu dieser Zeit enthielten zwei Schilling etwa dieselbe Silbermenge, wie vier unsres jetzigen Geldes, aber das Yorkshirer Tuch, von dem jetzt die Elle mit 4 sh. bezahlt wird, ist wahrscheinlich weit besser als das Tuch, das damals zur Kleidung für die ärmste Klasse gewöhnlichen Gesindes verwendet wurde. Selbst der Geldpreis ihrer Kleidung wird daher im Verhältnis zur Beschaffenheit gegenwärtig etwas wohlfeiler sein als damals; aber mindestens ist der wirkliche Preis erheblich wohlfeiler. Zehn Pence galten damals für einen mäßigen und billigen Preis des Bushel Weizen. Zwei Schilling waren also der Preis von beinahe zwei Bushel und zwei Peck Weizen, die gegenwärtig, den Bushel zu 3 ½ sh. gerechnet, 8 sh. 9 d. wert sein würden. Für einen Yard dieses Tuches musste der arme Dienstbote damals den Gegenwert einer Lebensmittelmenge geben, die man heute für 8 sh. 9 d. kaufen würde. Da wir es hier ebenfalls mit einem Luxusgesetz zu tun haben, das dem Aufwande und der Verschwendung der Armen steuern sollte, so ist ihre Kleidung gewöhnlich wohl noch viel teurer gewesen.
Durch das nämliche Gesetz wurde derselben Volksklasse verboten, Strümpfe zu tragen, deren Preis vierzehn Pence für das Paar also etwa achtundzwanzig Pence unseres heutigen Geldes überstiege. Nun waren vierzehn Pence damals der Preis für etwa einen Bushel und zwei Peck Weizen, was gegenwärtig, den Bushel zu 3 ½ sh. gerechnet, 5 sh. 3 d. machen würde. Heute würde dies als ein sehr hoher Preis für ein Paar Strümpfe eines Dienstboten der ärmsten und niedrigsten Klasse betrachtet werden; gleichwohl wurde damals so viel dafür bezahlt.
Zur Zeit Eduards IV. war das Strumpfstricken in Europa wahrscheinlich noch nirgends bekannt. Die Strümpfe wurden aus gewöhnlichem Tuch gemacht, und dies war wohl eine der Ursachen ihrer Kostspieligkeit. Die erste Person in England, die gestrickte Strümpfe trug, soll die Königin Elisabeth gewesen sein; sie erhielt sie von dem spanischen Gesandten zum Geschenk.
Sowohl in der Fabrikation grober wie feiner Wollstoffe waren die Werkzeuge damals weit unvollkommener als heute. Außer manchen kleineren Verbesserungen, deren Zahl und Wichtigkeit schwer festzustellen ist, sind in dieser Industrie namentlich drei wichtige Erfindungen eingeführt worden: erstens die Vertauschung des Rockens und der Spindel mit dem Spinnrade, das bei einer gleichen Arbeitsmenge mehr als doppelt so viel leistet; zweitens, der Gebrauch einiger sehr sinnreicher Maschinen, die in noch höherem Maße das Werfen des Garns, oder die angemessene Zurichtung der Kette und des Einschlags, ehe sie auf den Stuhl kommen, erleichtern und abkürzen; eine Tätigkeit, die vor der Erfindung jener Maschinen äußerst langwierig und mühsam gewesen sein muss; drittens die Anwendung der Walkmühle statt des früher üblichen Tretens im Wasser. Weder Wind- noch Wassermühlen irgendeiner Art waren in England, und, soviel ich weiß, überhaupt in dem nördlichen Europa diesseits der Alpen, vor dem Anfange des 16. Jahrhunderts bekannt. In Italien sind sie etwas früher eingeführt worden.
Diese Umstände erklären es vielleicht, warum der wirkliche Preis der groben und feinen Manufakturwaren in jener Zeit so viel höher war als heute. Es kostete eine größere Menge Arbeit, die Waren herzustellen: deshalb mussten sie um eine größere Menge Arbeit gekauft werden.
Die Herstellung grober Ware wurde damals in England wahrscheinlich ebenso betrieben, wie überall, wo Künste und Gewerbe sich in ihrer Kindheit befinden. Wahrscheinlich war es eine Hausindustrie, bei der die verschiedenen Teile der Arbeit von den einzelnen Familiengliedern verrichtet wurden; und zwar so, dass sie nur dann daran arbeiteten, wenn sie nichts weiter zu tun hatten; es war keineswegs ihr Hauptgeschäft, wodurch sie den größten Teil ihres Unterhalts erwerben mussten. Solche Arbeit kommt, wie bereits bemerkt, immer viel wohlfeiler auf den Markt als andere, die die hauptsächlichste oder einzige Quelle des Lebensunterhalts für den Arbeiter ist. Die feine Fabrikation andrerseits wurde zu jener Zeit nicht in England, sondern in dem reichen und handeltreibenden Flandern, wahrscheinlich ebenso wie jetzt von Leuten getrieben, die darin ihren ganzen oder den Hauptteil ihres Unterhalts fanden. Es war also eine ausländische Fabrikation und hatte eine Abgabe zu zahlen, nämlich mindestens den alten Tonnen- und Pfundzoll. Diese Abgabe war allerdings nicht sehr groß. Es war damals nicht europäische Politik, die Einfuhr fremder Industrieerzeugnisse durch hohe Abgaben zu beschränken, sondern man munterte sie vielmehr auf, damit die Kaufleute imstande wären, die großen Herren mit den Genussmitteln und Luxusartikeln, die sie brauchten, und die ihnen die Industrie ihres eigenen Landes nicht schaffen konnte, so wohlfeil als möglich zu versorgen.
Diese Umstände erklären es vielleicht, warum in jener Zeit der wirkliche Preis der groben Fabrikate im Verhältnis zu dem der feinen so viel niedriger war als gegenwärtig.

