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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 22

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Schluss des Kapitels

Ich will dieses recht lange Kapitol mit der Bemerkung schließen, dass jede Verbesserung in den Verhältnissen der Gesellschaft mittelbar oder unmittelbar die wirkliche Grundrente, den wirklichen Reichtum des Grundeigentümers, seine Kraft, die Arbeit oder das Arbeitsprodukt andrer Leute zu kaufen, erhöht.

Die Ausdehnung der Kultur tut es unmittelbar. Der Anteil des Grundeigentümers an dem Ertrag wächst notwendig mit seiner Zunahme. Ebenso führt die Preissteigerung derjenigen Bodenprodukte, die anfänglich erst infolge der ausgedehnteren Bodenkultur im Preise steigen, dann aber eine noch weitere Ausdehnung der Kultur veranlassen also z. B. das Steigen der Viehpreise, unmittelbar und in noch höherem Maße zur Erhöhung der Grundrente. Nicht allein steigt der wirkliche Wert des Anteils, den der Grundeigentümer erhält, d. h. seine wirkliche Verfügungskraft über die Arbeit andrer Leute, mit dem wirklichen Werte des Ertrags, sondern auch das Verhältnis dieses Anteils zu dem ganzen Ertrage steigt mit diesem. Die Hervorbringung der Erträge erfordert nach dem Steigen ihrer Preise nicht mehr Arbeit als zuvor. Daher reicht schon ein kleinerer Teil von ihnen hin, das Kapital, das die Arbeit beschäftigt, samt dem üblichen Gewinn zurückzuerstatten, und es fällt notwendig der größere Teil dem Grundeigentümer zu.

Alle die Mittel, welche die Arbeit produktiver machen und den wirklichen Preis der Industrieerzeugnisse unmittelbar zu ermäßigen streben, führen mittelbar zur Erhöhung der Grundrente. Der Grundeigentümer vertauscht den Teil seiner Produkte, der über seinen eignen Verbrauch hinausgeht, beziehungsweise den Preis dieses Teils gegen Industrieerzeugnisse. Alles, was den Preis der letzteren ermäßigt, erhöht den der ersteren. Die gleiche Menge Rohprodukte wird dadurch eine größere Menge Industrieerzeugnisse wert, und der Grundeigentümer ist sonach imstande, eine größere Menge von Gegenständen des Komforts und Luxus zu kaufen.

Jede Zunahme des wirklichen Reichtums der Gesellschaft, jede Zunahme der Menge nützlicher Arbeit, die in ihr verrichtet wird, führt mittelbar zur Erhöhung der Grundrente. Ein gewisser Teil dieser Arbeit kommt natürlich dem Boden zugute. Eine größere Zahl von Menschen und Vieh trägt zu seiner Kultur bei, der Ertrag steigt mit dem darauf verwendeten größeren Kapital und die Rente steigt mit dem Ertrage.

Andrerseits führt das Gegenteil, die Vernachlässigung der Bodenkultur, der Preisfall der Bodenprodukte, die Preissteigerung der Fabrikate infolge des Verfalls der Industrie, die Abnahme des wirklichen Reichtums der Gesellschaft – alles dies führt dahin, die Grundrente zu vermindern, den wirklichen Reichtum des Grundeigentümers zu schmälern, seine Fähigkeit, die Arbeit oder das Arbeitsprodukt andrer Leute zu kaufen, zu verringern.

Der gesamte Jahresertrag des Bodens und der Arbeit, beziehungsweise der Gesamtpreis dieses Jahresertrags zerfällt, wie bereits bemerkt, naturgemäß in drei Teile: die Grundrente, den Arbeitslohn und den Kapitalgewinn, und bildet ein Einkommen für drei verschiedene Volksklassen, nämlich für die, welche von der Rente, die, welche vom Lohn, und die, welche vom Gewinn leben. Dies sind die drei großen, ursprünglichen Stände, aus denen jede zivilisierte Gesellschaft besteht, und aus deren Einkommen schließlich das Einkommen aller anderen Stände bestritten wird.

Das Interesse des ersten dieser drei großen Stände ist, wie aus dem eben gesagten hervorgeht, mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft innig und unzertrennlich verbunden. Was dem einen förderlich oder hinderlich ist, das ist dies notwendig auch dem anderen. Werden Angelegenheiten des Verkehrs oder der Politik öffentlich beraten, so können die Grundeigentümer, wenigstens, wenn sie ihr Interesse einigermaßen verstehen, niemals die öffentliche Meinung irreleiten, um das Sonderinteresse ihres Standes dadurch zu fördern. Freilich mangelt ihnen die Kenntnis ihrer eigenen Interessen nur allzu oft. Sie sind die einzigen unter den drei Ständen, die ihr Einkommen weder Arbeit noch Sorge kostet, die von ihren Einkünften gleichsam aufgesucht werden und die weder Pläne noch Projekte zu machen brauchen. Gleichgültigkeit, die natürliche Folge der Bequemlichkeit und Sicherheit ihrer Lage, macht sie nur allzu oft nicht nur unwissend, sondern auch jener Anstrengung des Geistes unfähig, die erfordert wird, um die Folgen politischer Maßnahmen vorherzusehen und zu begreifen.

Das Interesse des zweiten Standes, desjenigen, der vom Lohn lebt, ist ebenso innig mit dem Interesse der Gesellschaft verknüpft als das des ersten. Der Lohn des Arbeiters ist, wie bereits gezeigt worden, niemals so hoch als wenn die Nachfrage nach Arbeit stetig zunimmt, und die beschäftigte Arbeitermenge von Jahr zu Jahr erheblich wächst. Wenn dieser wahre Reichtum der Gesellschaft stillstehend bleibt, so sinkt der Lohn des Arbeiters bald auf das Niveau, auf dem er nur eben noch imstande ist, eine Familie durchzubringen, oder das Arbeitergeschlecht fortzupflanzen. Gerät die Gesellschaft in Verfall, so sinkt der Lohn sogar noch tiefer. Der Stand der Eigentümer mag vielleicht noch mehr bei dem Gedeihen der Gesellschaft gewinnen als der Arbeiterstand; aber kein Stand leidet so grausam beim Verfalle der Gesellschaft. Obgleich aber das Interesse des Arbeiters so eng an das der Gesellschaft geknüpft ist, so ist er doch unfähig, dieses Interesse zu begreifen, oder seinen Zusammenhang mit dem eigenen zu verstehen. Seine Lage lässt ihm keine Zeit, sich darüber gehörig zu unterrichten, und Erziehung und Gewohnheiten sind bei ihm gewöhnlich dazu angetan, ihn urteilsunfähig zu machen, selbst wenn er aufs Beste darüber unterrichtet wäre. Daher wird bei öffentlichen Beratungen auf seine Stimme nur wenig gehört und geachtet, außer in gewissen Fällen, wo sein Notruf von den Arbeitgebern erregt, angetrieben und unterstützt wird, nicht in seinem, sondern in ihrem eigenen Interesse.

Seine Arbeitgeber bilden den dritten Stand, den Stand derer, die vom Gewinn leben. Das behufs Gewinn angelegte Kapital setzt den größten Teil der nützlichen Arbeit einer Gesellschaft in Bewegung. Die Pläne und Entwürfe derer, welche Kapitalien anlegen, regeln und leiten die wichtigsten Arbeitsverrichtungen, und Gewinn ist der allen diesen Plänen und Entwürfen zu Grunde liegende Zweck. Allein der Gewinnsatz steigt nicht, wie die Rente und der Arbeitslohn, mit dem Gedeihen der Gesellschaft, und sinkt nicht mit ihrem Verfall. Er ist im Gegenteil seiner Natur nach in reichen Ländern niedrig, in armen hoch, und in Ländern, die am schnellsten ihrem Untergang entgegeneilen, stets am höchsten. Das Interesse dieses dritten Standes hat mithin nicht den gleichen Zusammenhang mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft, wie das der beiden anderen. Großhändler und Fabrikherren sind in diesem Stande die beiden Klassen, die gewöhnlich die größten Kapitalien anlegen, und sich durch ihren Reichtum das meiste Ansehen verschaffen. Da sie sich ihr ganzes Leben lang mit Plänen und Entwürfen tragen, haben sie oft einen schärferen Verstand als die meisten Landedelleute. Allein da ihre Gedanken sich gewöhnlich mehr mit dem Interesse ihres besonderen Geschäftszweiges beschäftigen, als mit dem Interesse der Gesellschaft, so kann man sich auf ihr Urteil, selbst wenn, es mit der größten Aufrichtigkeit gegeben wird – was nicht in allen Fällen geschieht – weit mehr hinsichtlich des ersteren als des letzteren verlassen. Ihre Überlegenheit über die Landedelleute besteht nicht sowohl in ihrer besseren Einsicht in die öffentlichen Interessen als darin, dass sie ihre eigenen Interessen besser würdigen, als jene die ihrigen. Infolge dieser überlegenen Kenntnis ihres eigenen Interesses haben sie oft die Großmut des Landadels gemissbraucht, und ihn überredet, sowohl sein eigenes wie das Interesse des Staats preiszugeben, in der einfältigen, aber ehrlichen Überzeugung, dass das öffentliche Interesse durch das der Großhändler und nicht durch das der Landedelleute gefördert werde. Das Interesse der Händler in jedem Zweige des Handels und der Gewerbe ist jedoch stets in gewisser Hinsicht vom öffentlichen Interesse verschieden und ihm sogar entgegengesetzt. Es liegt immer im Interesse der Händler, den Markt zu erweitern und den Wettbewerb einzuschränken. Die Erweiterung des Marktes ist oft für das öffentliche Interesse vorteilhaft, aber die Einschränkung des Wettbewerbs muss ihm stets schädlich sein, und kann nur dazu dienen, den Händlern größere Gewinne zu verschaffen als sie ihrer Natur nach sein würden, und sie dadurch instand zu setzen, zu ihren Gunsten den übrigen Bürgern eine sinnlose Abgabe aufzulegen. Vorschläge zu neuen Gesetzen oder Regelungen des Verkehrs, welche von dieser Seite kommen, sollte man stets nur mit der größten Vorsicht aufnehmen und sie niemals billigen, bevor man sie nicht nur mit der gewissenhaftesten, sondern auch mit der argwöhnischsten Aufmerksamkeit lange und reiflich geprüft hat. Sie kommen von einer Klasse von Leuten, deren Interesse niemals genau mit dem öffentlichen zusammenfällt, die gewöhnlich ein Interesse haben, das Publikum zu täuschen und selbst zu bedrücken, und die es wirklich bei vielen Gelegenheiten getäuscht und bedrückt haben.








Zweites Buch
Das Kapital, sein Wesen, seine Anhäufung und Anlage

Einleitung

Im unkultivierten Zustande der Gesellschaft, wo es keine Arbeitsteilung gibt, Tausche nur selten vorkommen, und jedermann sich alles selbst verfertigt, braucht kein Vorrat im Voraus angesammelt zu werden, um die Geschäfte der Gesellschaft damit zu betreiben. Jedermann sucht durch eigene Arbeit seine gelegentlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn er hungrig ist, geht er in den Wald, um zu jagen; ist seine Kleidung abgetragen, so bedeckt er sich mit dem Felle des ersten besten von ihm getöteten großen Tieres, und wenn seine Hütte baufällig wird, so bessert er sie, so gut es gehen will, mittels Holz und Rasen aus.

Ist hingegen die Arbeitsteilung erst einmal durchweg eingeführt, so kann eines Menschen eigene Arbeit nur einen sehr kleinen Teil seiner gelegentlichen Bedürfnisse befriedigen. Den größten Teil von ihnen liefern ihm die Erzeugnisse anderer, die er mit den Erzeugnissen seiner Arbeit, oder, was dasselbe ist, mit dem Preise dieser Erzeugnisse kauft. Dieser Kauf kann jedoch erst dann erfolgen, wenn das Produkt seiner Arbeit nicht nur fertig ist, sondern auch einen Käufer gefunden hat. Es muss daher ein hinreichender Vorrat verschiedener Waren gesammelt werden, um ihn zu unterhalten und wenigstens so lange mit Rohstoffen und Werkzeugen zu versorgen, bis beides eingetreten ist. Ein Weber kann sich seinem Geschäfte nicht gänzlich hingeben, wenn nicht zuvor irgendwo, sei es in seinem eigenen oder im Besitze einer anderen Person, ein hinreichender Vorrat gesammelt worden ist, um ihm Unterhalt zu gewähren und ihn mit den Materialien und Werkzeugen zu seiner Arbeit so lange zu versorgen, bis er sein Gewebe nicht nur vollendet, sondern auch verkauft hat. Diese Anhäufung muss offenbar erfolgt sein, ehe er seinen Fleiß für so lange Zeit einem solchen Geschäfte widmen kann.

Wie die Anhäufung des Vorrates naturgemäß der Arbeitsteilung vorhergehen muss, so kann auch die Arbeit nur in dem Maße mehr und mehr geteilt werden, wie zuvor mehr und mehr Vorräte gesammelt sind. Dieselbe Anzahl Leute kann eine weit größere Menge Rohstoffe verarbeiten, wenn die Arbeit mehr geteilt wird, und da die Verrichtungen jedes Arbeiters sich immer mehr vereinfachen, so werden viele neue Maschinen erfunden, die zur Erleichterung und Abkürzung jener Verrichtungen dienen. Wenn daher die Arbeitsteilung fortschreitet, so muss, um einer gleichen Anzahl von Arbeitern fortwährend Beschäftigung bieten zu können, ein gleicher Vorrat von Lebensmitteln und ein größerer Vorrat von Materialien und Werkzeugen angesammelt werden als in einem roheren Zustand erforderlich war. Die Zahl der Arbeiter in jedem Geschäftszweige wächst aber im Allgemeinen mit der Arbeitsteilung in diesem Zweige, oder vielmehr die Zunahme ihrer Anzahl macht es ihnen möglich, in dieser Weise die Arbeit unter sich zu teilen.

Die Ansammlung von Vorräten oder Kapitalien ist also notwendig, um diesen großen Fortschritt in der Erhöhung der Erzeugungskraft der Arbeit zu bewerkstelligen, und die Kapitalienansammlung ihrerseits führt wiederum diesen Fortschritt herbei. Wer sein Kapital im Unterhalt von Arbeit anlegt, wünscht natürlich es so anzulegen, dass eine möglichst große Menge Arbeit hervorgebracht wird. Er sucht daher sowohl unter seinen Arbeitern die geeignetste Teilung der Beschäftigungen herbeizuführen als sie mit den besten Werkzeugen zu versehen, die er erfinden oder kaufen kann. Er vermag beides gewöhnlich nur im Verhältnis zu der Größe seines Kapitals oder der Zahl von Leuten, die es beschäftigen kann. Der Gewerbfleiß eines Landes nimmt daher nicht allein mit der Zunahme des Kapitals, das zu dessen Unterhalt dient, zu, sondern infolge dieser Zunahme bringt auch die nämliche Menge Arbeit eine weit größere Menge Erzeugnisse hervor.

Dies sind im Allgemeinen die Wirkungen der Kapitalienzunahme auf den Gewerbfleiß und dessen erzeugende Kräfte.

Im folgenden Buch suche ich das Wesen des Kapitals, die Wirkungen seiner Ansammlung in verschiedenen Kapitalsgattungen und der verschiedenen Verwendungen dieser Kapitalien darzulegen. Dies Buch zerfällt in fünf Kapitel. Im ersten Kapitel suche ich die verschiedenen Teile oder Zweige zu erklären, in welche das Kapital, sei es eines Individuums oder einer großen Gemeinschaft, sich teilt. Im zweiten suche ich das Wesen und die Verrichtungen des Geldes als eines besonderen Teiles des allgemeinen Gesellschaftskapitals, zu erläutern. Das Geldkapital kann entweder von seinem Besitzer verwendet oder einer anderen Person dargeliehen werden. Im dritten und vierten Kapitel prüfe ich die Art und Weise seiner Wirksamkeit in diesen beiden Beziehungen. Das fünfte und letzte Kapitel handelt von den Wirkungen, die die verschiedenen Kapitalanlagen unmittelbar auf die Menge der Arbeit des Volkes, wie auf die des Jahresertrags von Boden und Arbeit hervorbringen.


Erstes Kapitel
Einteilung der Kapitalien

Wenn der Vorrat, den jemand besitzt, gerade nur hinreicht, um ihm auf einige Tage oder Wochen Unterhalt zu gewähren, so denkt er schwerlich daran, ein Einkommen daraus ziehen zu wollen. Er verwendet ihn so sparsam wie möglich, und sucht durch seine Arbeit das Verbrauchte zu ersetzen, bevor alles verbraucht ist. Sein Einkommen beruht in diesem Falle lediglich auf seiner Arbeit. Dies ist die Lage der meisten Arbeiter in allen Ländern.

Besitzt hingegen jemand einen hinlänglichen Vorrat, um ihm auf Monate oder Jahre Unterhalt zu gewähren, so sucht er aus dem größeren Teil ein Einkommen zu ziehen, und hebt nur so viel für seinen unmittelbaren Verbrauch auf als er bis zu dem Augenblick bedarf, an dem das Einkommen eingeht. Sein Gesamtvorrat zerfällt mithin in zwei Teile. Derjenige Teil von ihm, von dem er ein Einkommen erwartet, heißt sein Kapital (im engeren Sinne). Der andere Teil dient zu seinem unmittelbaren Verbrauch, und besteht entweder: erstens in demjenigen Teile seines Gesamtvorrats, der von vornherein zu diesem Zwecke aufgehoben wurde, oder zweitens in seinem nach und nach eingehenden Einkommen (aus was für einer Quelle es auch fließe) oder drittens in solchen Dingen, die mittelst der beiden ersteren in früheren Jahren gekauft und noch nicht vollständig verbraucht worden sind, wie etwa ein Vorrat von Kleidern, Hausgerät und Ähnlichem, In dem einen oder dem anderen, oder in allen dreien dieser Artikel besteht der Vorrat, den man gewöhnlich für den eigenen Verbrauch aufhebt.

Es gibt zwei Mittel, ein Kapital so anzulegen, dass es Einkommen oder Gewinn liefert.

Erstlich kann es in der Landwirtschaft, in der Industrie oder im Handel angelegt werden. Das auf diese Weise angelegte Kapital liefert solange kein Einkommen, als es im Besitz des Kapitalisten bleibt, oder seine ursprüngliche Gestalt behält. Die Waren des Kaufmanns bringen ihm keine Einkünfte oder Gewinne, bis er sie für Geld verkauft, und das Geld bringt ihm ebenso wenig etwas, bis er dafür wieder Waren eingetauscht hat. Sein Kapital verlässt ihn in der einen Form und kehrt in einer andern zu ihm zurück, und nur mittelst dieses Umlaufes oder steten Austauschs kann es ihm einen Gewinn bringen. Solche Kapitalien werden daher sehr treffend umlaufende Kapitalien genannt.

Zweitens kann das Kapital auf die Verbesserung des Bodens, zum Kaufe nützlicher Maschinen und Werkzeuge, oder auf ähnliche Dinge verwendet werden, die Einkommen oder Gewinn liefern, ohne die Besitzer zu wechseln oder weiter umzulaufen. Solche Kapitalien werden daher ganz treffend stehende Kapitalien genannt.

In den verschiedenen Beschäftigungen ist das Verhältnis zwischen den in ihnen angelegten stehenden und umlaufenden Kapitalien sehr verschieden. Das Kapital eines Kaufmanns z. B. ist durchaus ein umlaufendes. Er hat keine Maschinen oder Werkzeuge zu seinem Handel nötig, wenn man nicht seinen Laden oder Speicher als solche betrachten will. Vom Kapital der Handwerker oder Fabrikanten ist ein Teil stets in Werkzeugen festgelegt. Bei dem einen Gewerbe ist dieser Teil sehr klein, bei anderen groß. Ein Schneidermeister hat keine anderen Instrumente nötig als ein paar Nadeln. Der Schuhmacher braucht etwas mehr; das Werkzeug des Webers ist aber weit kostspieliger als das des Schuhmachers. Das meiste Kapital aller solcher Handwerksmeister läuft jedoch in dem Lohn der Gesellen, oder im Preise ihrer Materialien um, und wird durch den Preis der fertigen Arbeit mit einem Gewinn wieder bezahlt.

In anderen Unternehmungen ist ein weit größeres stehendes Kapital erforderlich. In einem großen Eisenwerke z. B. lassen sich Hochöfen, Schmieden, Hammerwerke nicht ohne sehr bedeutende Kosten herstellen. In Kohlengruben und Bergwerken aller Art sind die zum Auspumpen des Wassers und zu anderen Zwecken nötigen Maschinen oft noch teurer.

Das in den Ackerwerkzeugen angelegte Kapital des Landmanns ist stehendes, das zum Lohn und Unterhalt der Knechte und Mägde verwendete umlaufendes Kapital. Von dem einen zieht er Gewinn, indem er es in seinem Besitze behält, von dem anderen, indem er es ausgibt. Der Preis oder Wert seiner Arbeitstiere ist ebenso wie der seiner Ackerwerkzeuge stehendes, der Unterhalt der Tiere ebenso wie der der Knechte und Mägde umlaufendes Kapital. Der Landmann erzielt Gewinn, indem er die Arbeitstiere in seinem Besitz behält, und ihnen Unterhalt gibt. Dagegen sind die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten des nicht zur Arbeit, sondern zum Verkauf bestimmten und gemästeten Viehs umlaufendes Kapital. Der Pächter erzielt Gewinn, indem er es hergibt. Eine Herde Schafe oder Rinder, die man in fruchtbaren Ländern weder zur Arbeit noch zum Verkauf, sondern zu dem Zwecke anschafft, um aus ihrer Wolle, ihrer Milch, ihrem Nachwuchs Gewinn zu ziehen, ist stehendes Kapital. Der Gewinn wird gemacht, indem man es behält. Ihr Unterhalt dagegen ist umlaufendes Kapital. Der Gewinn wird gemacht, indem man das Futter hergibt, und das Kapital geht sowohl mit seinem eigenen Gewinn als auch im Preise der Wolle, der Milch und des Nachwuchses mit dem Gewinne vom ganzen Preise des Viehes wieder ein. Auch der Gesamtwert der Aussaat ist eigentlich ein stehendes Kapital. Obgleich es zwischen dem Grund und Boden und dem Speicher hin- und hergeht, so wechselt es doch niemals den Herrn, und läuft daher nicht eigentlich um. Der Pächter zieht nicht aus dem Verkauf, sondern aus dem Zuwachs seinen Gewinn.

Das gesamte Kapital eines Landes oder Volkes ist dasselbe, wie das aller Einwohner oder Volksglieder zusammengenommen und zerfällt demnach in dieselben drei Teile, deren jeder eine bestimmte Funktion oder Aufgabe hat.

Der erste Teil wird zur unmittelbaren Konsumtion aufbewahrt und ist dadurch gekennzeichnet, dass er kein Einkommen liefert. Er besteht in dem Vorrat an Nahrungsmitteln, Kleidung und Hausgerät usw., der von den Konsumenten gekauft, aber noch nicht ganz verbraucht ist. Auch die Gesamtmasse der Wohnhäuser im Lande gehört zu diesem ersten Teile. Das in einem Hause, das seinem Eigentümer als Wohnhaus dient, angelegte Kapital hört sofort auf als Kapital zu fungieren oder seinem Eigner ein Einkommen zu liefern. Ein Wohnhaus trägt als solches nichts zu dem Einkommen seines Bewohners bei, und obgleich es ihm ohne Zweifel nützlich ist, so ist es dies doch in keinem anderen Sinne als seine Kleider und Möbel auch, die doch keinen Teil seines Einkommens, sondern einen Teil seiner Ausgaben bilden. Wird das Haus an jemand vermietet, so muss der Mieter, da das Haus selbst nichts hervorbringen kann, die Miete stets aus einem anderen, von Arbeit, Kapital oder Grund und Boden bezogenen Einkommen zahlen. Obgleich daher ein Haus seinem Eigentümer ein Einkommen liefern und sich dadurch für ihn als Kapital darstellen kann, so kann es doch dem Gemeinwesen kein Einkommen liefern, noch ihm als Kapital dienen, und das Einkommen der Gesamtheit des Volkes kann nicht im Geringsten dadurch vergrößert werden. Auch Kleider und Hausgerät bringen in ähnlicher Weise zuweilen ein Einkommen, und dienen so irgendjemandem als Kapital. In Ländern, wo Maskenbälle üblich sind, macht man ein Gewerbe daraus, Maskenanzüge auf eine Nacht auszuleihen. Tapezierer verleihen oft Möbel monat- und jahrweise, und es gibt Unternehmer, welche die Erfordernisse einer Beerdigung für einen Tag oder eine Woche stellen. Viele vermieten möblierte Wohnungen, und nehmen nicht nur für die Nutzung der Wohnung, sondern auch für die der Möbel eine Miete. Das aus solchen Dingen gewonnene Einkommen muss jedoch am Ende stets aus irgendeiner anderen Quelle fließen. Unter allen für den unmittelbaren Verbrauch aufbewahrten Kapitalien eines einzelnen oder einer Gesellschaft wird das in Häusern angelegte am langsamsten verbraucht. Ein Vorrat an Kleidern kann ein paar Jahre, ein Vorrat an Gerät ein halbes oder ganzes Jahrhundert vorhalten, aber gutgebaute und sorgsam erhaltene Häuser könnten Jahrhunderte dauern. Obgleich indes der Termin ihrer völligen Abnutzung sehr entfernt ist, sind sie dennoch ebenso wie Kleider und Möbel ein zum unmittelbaren Verbrauch bestimmtes Kapital.

Der zweite von den drei Teilen, in die das Gesamtkapital der Gesellschaft zerfällt, ist das stehende Kapital, dessen Eigenschaft es ist, Einkommen oder Gewinn zu liefern, ohne dass es umläuft oder den Besitzer wechselt. Es besteht hauptsächlich aus folgenden vier Artikeln. Erstlich aus all’ den nützlichen Maschinen und Werkzeugen, die die Arbeit erleichtern und abkürzen. Zweitens aus allen Gebäuden, die nicht nur ihrem Eigentümer, der sie vermietet, sondern auch dem Mieter ein Einkommen verschaffen; wie Läden, Warenlager, Werkstätten, Wirtschaftsgebäude mit den zugehörigen Ställen, Scheunen usw. Diese sind von bloßen Wohnhäusern sehr verschieden. Sie sind eine Art geschäftlicher Werkzeuge und können in diesem Lichte betrachtet werden. Drittens aus den Bodenverbesserungen, den gewinnbringenden Auslagen für Urbarmachung, Entwässerung, Einzäunung, Düngung und sonstige Herrichtungen des Landes zum Ackerbau. Ein kultiviertes Landgut kann mit allem Recht in demselben Lichte betrachtet werden, wie die nützlichen Maschinen, die die Arbeit erleichtern und abkürzen und mittelst deren das nämliche umlaufende Kapital ein weit größeres Einkommen liefern kann. Ein solches Landgut ist ebenso gewinnbringend und dabei dauerhafter als irgendeine dieser Maschinen, da es oft keine weiteren Verbesserungen erfordert als die vorteilhafteste Verwendung des zum Anbau bestimmten Kapitals. Viertens aus den erworbenen Fähigkeiten aller Einwohner oder Gesellschaftsglieder. Die Erwerbung solcher Talente erfordert für den Unterhalt während der Ausbildung, des Studiums oder der Lehrzeit stets tatsächliche Kosten, die ein stehendes, oder so zu sagen in der Person realisiertes Kapital sind. Wie diese Talente für ihren Eigner einen Teil seines Vermögens ausmachen, so bilden sie auch einen Teil in dem Vermögen der Gesellschaft, der er angehört. Die erlernte Fertigkeit eines Arbeiters kann man in demselben Lichte betrachten, wie die Maschine oder ein die Arbeit erleichterndes und abkürzendes Werkzeug, das zwar gewisse Kosten verursacht, diese Kosten aber mit Gewinn wiedererstattet.

Der dritte und letzte der drei Teile, in welche das Gesamtkapital der Gesellschaft zerfällt, ist das umlaufende Kapital, dessen Eigenschaft es ist, nur durch Umlauf oder Wechsel des Besitzers ein Einkommen zu liefern. Es ist gleichfalls aus vier Teilen zusammengesetzt: Erstens, aus dem Gelde, mittelst dessen die drei übrigen Teile umlaufen und an ihre eigentlichen Konsumenten verteilt werden. Zweitens, aus den Vorräten an Lebensmitteln, die im Besitz der Fleischer, Viehzüchter, Landwirte, Getreidehändler, Brauer usw. sind, und aus deren Verkauf diese einen Gewinn zu ziehen hoffen. Drittens, aus den für Kleider, Möbel und Gebäude erforderlichen Rohstoffen und Halbfabrikaten, die noch nicht ihre Bestimmung erhalten haben, sondern sich noch in den Händen der Produzenten, Handwerker, Seiden- und Tuchhändler, Holzhändler, Zimmerleute und Tischler, Maurer usw. befinden. Viertens und letztens aus den Waren die zwar fertig sind, aber sich noch in den Händen des Kaufmanns oder Fabrikanten befinden und noch nicht abgesetzt, bzw. an die eigentlichen Verbraucher gelangt sind, wie z. B. die fertigen Waren, die man oft beim Schmied, Tischler, Goldschmied, Juwelier, Porzellanhändler usw. findet. So besteht das umlaufende Kapital aus den noch in Besitz der betreffenden Händler befindlichen Lebensmitteln, Rohstoffen und fertigen Waren aller Art, und aus dem Gelde, das erforderlich ist, um sie in Umlauf zu setzen und sie an die letzten Verbraucher zu verteilen.

Von diesen vier Teilen werden drei, die Lebensmittel, die Rohstoffe und die fertigen Waren entweder jährlich, oder in einer längeren oder kürzeren Periode regelmäßig dem Umlauf entzogen, und entweder zum stehenden Kapital oder zu dem zum unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat geschlagen.

Jedes stehende Kapital entstammt ursprünglich einem umlaufenden, und muss auch stets durch ein solches erhalten werden. Alle nützlichen Maschinen und Werkzeuge rühren von einem umlaufenden Kapital her, das die Stoffe liefert, aus denen sie bestehen, und den Unterhalt der Arbeiter, die sie verfertigen. Auch erfordern sie zu ihrer Reparatur eines umlaufenden Kapitals.

Kein stehendes Kapital kann ohne Beihilfe eines umlaufenden ein Einkommen liefern. Die nützlichsten Maschinen und Werkzeuge bringen ohne ein umlaufendes Kapital, das die zu verarbeitenden Stoffe und den Unterhalt der Arbeiter liefert, die sie benutzen, nichts hervor. Ein noch so kultivierter Boden bringt ohne ein umlaufendes Kapital, welches die ihn bearbeitenden und erntenden Arbeiter erhält, kein Einkommen.

Die für den unmittelbaren Verbrauch vorbehaltenen Vorräte zu erhalten und zu vermehren, ist der einzige Zweck der stehenden und umlaufenden Kapitalien. Diese Vorräte sind es, die das Volk nähren, kleiden und ihm Wohnung geben. Der Reichtum oder die Armut des Volks hängt von den reichlichen oder spärlichen Ergänzungen ab, die jene beiden Kapitalarten dem zum unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat zuführen können.

Da dem umlaufenden Kapital beständig eine so große Menge entzogen wird, um den beiden anderen Teilen des Gesamtkapitals der Gesellschaft einverleibt zu werden, so bedarf es seinerseits beständiger Ergänzung, ohne die es bald erschöpft sein würde. Diese Ergänzung erhält es hauptsächlich aus drei Quellen, den Erzeugnissen des Bodens, der Bergwerke und der Fischereien. Aus diesen Quellen werden die Lebensmittel und Rohstoffe, die teilweise später zu Fabrikaten verarbeitet werden, und welche die dem umlaufenden Kapital entzogenen Lebensmittel, Rohstoffe und Fabrikate ersetzen, beständig ergänzt. Aus den Bergwerken wird auch der zur Unterhaltung und Vermehrung des Geldkapitals erforderliche Bedarf gedeckt. Denn obgleich dieser Teil des Gesamtkapitals im gewöhnlichen Laufe der Geschäfte nicht wie die drei übrigen dem umlaufenden Kapital entzogen werden muss, um in die zwei anderen Zweige des allgemeinen Gesellschaftskapitals überzugehen, so wird es doch wie alle anderen Dinge, verbraucht oder wenigstens abgenutzt, geht auch bisweilen teilweise verloren oder wird ins Ausland geschafft, und macht deshalb beständige, wenn auch weit geringere Ergänzungen nötig.

Grund und Boden, Bergwerke und Fischereien erfordern sämtlich sowohl ein stehendes als ein umlaufendes Kapital zu ihrem Betriebe; und ihr Ertrag erstattet nicht nur diese Kapitalien, sondern auch alle übrigen in der Gesellschaft mit Gewinn zurück. So versorgt der Landmann den Gewerbtreibenden jährlich aufs Neue mit den Lebensmitteln, die er im vorhergehenden Jahre verzehrt, und den Rohstoffen, die er verarbeitet hatte; und der Gewerbtreibende versorgt den Landmann wieder mit den Fabrikaten, die dieser in derselben Zeit verbraucht und vernutzt hatte. Dies ist der tatsächliche Tausch, der jährlich zwischen diesen beiden Volksklassen vollzogen wird, wenn auch das Rohprodukt des einen und das verarbeitete des anderen selten unmittelbar gegen einander vertauscht werden, da der Pächter sein Getreide und sein Vieh, seinen Flachs und seine Wolle selten an dieselbe Person absetzt, von der er seine Kleider, Gerätschaften und Werkzeuge kauft. Er verkauft daher sein Rohprodukt für Geld, mit welchem er die verarbeiteten Produkte, die er braucht, überall kaufen kann, wo sie gerade zu haben sind. Der Boden ersetzt sogar, wenigstens zum Teil, die Kapitalien, mit denen die Fischereien und Bergwerke betrieben werden. Mit Erzeugnissen des Bodens werden die Fische geködert und gefangen, und mit Erzeugnissen der Erdoberfläche zieht man die Mineralien aus den Tiefen der Erde.

Der Ertrag des Bodens, der Bergwerke und Fischereien richtet sich, bei gleicher natürlicher Ergiebigkeit, nach der Größe und angemessenen Verwendung der in ihnen angelegten Kapitalien. Bei gleichen Kapitalien und gleich geschickter Verwendung richtet sich der Ertrag nach der natürlichen Ergiebigkeit des Bodens und der Bergwerke.

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Litres'teki yayın tarihi:
10 aralık 2019
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1400 s. 85 illüstrasyon
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