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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 23
In allen Ländern, wo leidliche Sicherheit herrscht, sucht jedermann von gesundem Menschenverstände alle ihm zur Verfügung stehenden Kapitalien dazu anzuwenden, sich sofortigen Genuss oder zukünftigen Gewinn zu verschaffen. Wird das Kapital dazu verwendet, sofortigen Genuss zu verschaffen, so ist ein für die unmittelbare Verwendung bestimmter Vorrat; wird es dazu angewendet, künftigen Gewinn zu verschaffen, so muss dies dadurch geschehen, dass das Kapital entweder bei seinem Besitzer verbleibt, oder sich von ihm trennt. In dem einen Falle ist es ein stehendes, in dem anderen ein umlaufendes Kapital. Man müsste geradezu närrisch sein, wenn man bei leidlichen Sicherheitszuständen nicht alle verfügbaren Kapitalien, eigene oder geborgte, auf die eine oder die andere Art anlegte.
In den unglücklichen Ländern freilich, wo man stets die Gewalttätigkeiten der höher Gestellten zu fürchten hat, vergraben und verbergen die Leute oft einen großen Teil ihres Kapitals, um ihn jederzeit mitnehmen zu können, falls sie von einer der Gefahren bedroht werden sollten, denen sie sich stets ausgesetzt sehen. In der Türkei, in Hindostan, und wohl in den meisten anderen asiatischen Staaten soll dies Verfahren sehr gebräuchlich sein. Auch bei unseren Vorfahren scheint es unter der gewalttätigen Feudalherrschaft üblich gewesen zu sein. Gefundene Schätze wurden damals für einen nicht verächtlichen Teil des Einkommens der größten europäischen Fürsten gehalten.
Es waren dies Schätze, die man in der Erde versteckt fand, und auf die niemand ein Recht nachweisen konnte. Die Sache war in jener Zeit von solcher Wichtigkeit, dass diese Funde stets als ein Eigentum des Fürsten, nicht als das des Finders oder des Grundbesitzers angesehen wurden, wenn nicht dem letzteren das Recht darauf durch eine ausdrückliche Klausel in seiner Verleihungsurkunde zugesichert war. Ebenso wurde es mit den Gold- und Silberminen gehalten, die ohne eine besondere Klausel in der Urkunde niemals in der allgemeinen Landverleihung mit inbegriffen waren, die dagegen Blei-, Kupfer-, Zinn- und Kohlenminen als Dinge von geringerem Belange, mit umfasste.

Zweites Kapitel
Das Geld als ein besonderer Zweig des Gesamtkapitals der Gesellschaft, oder die Unterhaltungskosten des Nationalkapitals
In dem ersten Buche ist gezeigt worden, dass der Preis der meisten Waren in drei Teile zerfällt, von denen einer den Arbeitslohn, ein anderer den Kapitalgewinn und ein dritter die Grundrente bezahlt; dass es zwar einige Waren gibt, deren Preis nur von zweien jener Teile, dem Arbeitslohn und Kapitalgewinn, herrührt, und dass er in einigen wenigen lediglich aus dem Arbeitslohn besteht, dass aber der Preis jeder Ware sich notwendig in einen oder den anderen oder in alle drei Teile auflöst, und dass alles, was nicht Rente oder Lohn ist, notwendig für irgendjemanden Gewinn sein muss.
Da dies, wie bemerkt, bezüglich jeder einzelnen Ware, für sich betrachtet, der Fall ist, so muss es auch bezüglich aller Waren, die das jährliche Gesamtprodukt des Bodens und der Arbeit in einem Lande bilden, der Fall sein, wenn man sie als Einheit betrachtet. Der ganze Preis oder Tauschwert dieses Jahresprodukts muss in die nämlichen drei Teile zerfallen und sich unter die verschiedenen Einwohner des Landes entweder als Arbeitslohn, Kapitalgewinn oder Grundrente verteilen.
Obwohl nun der Gesamtwert des jährlichen Boden- und Arbeitsertrags eines Landes sich in dieser Weise unter die verschiedenen Bewohner verteilt, so kann man doch, wie man in der Rente eines Privatguts zwischen der rohen und der reinen Rente unterscheidet, auch in dem Einkommen der Gesamtheit aller Einwohner denselben Unterschied machen.
Die rohe Rente eines Guts umfasst alles, was vom Pächter gezahlt wird; die reine Rente ist das, was nach Abzug der Wirtschafts-, Unterhaltungs- und sonstigen Kosten für den Grundeigentümer übrig bleibt, oder was er ohne Schaden für das Gut dem für den unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat zuweisen, oder für seine Tafel, seine Kleider, die Ausschmückung und Möblierung seines Hauses, für seine Genüsse und Vergnügungen ausgeben kann. Sein wirkliches Vermögen richtet sich nicht nach seinem rohen, sondern nach seinem reinen Einkommen.
Das rohe Einkommen aller Einwohner eines Landes umfasst das gesamte Jahresprodukt ihres Bodens und ihrer Arbeit; das reine Einkommen dasjenige, was ihnen nach Abzug der Unterhaltungskosten, erstens ihres stehenden und zweitens ihres umlaufenden Kapitals, übrigbleibt, oder das, was sie, ohne ihr Kapital anzugreifen, dem für ihren unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat zuweisen, oder auf Lebensunterhalt, Komfort und Genuss verwenden können. Auch unwirklicher Reichtum richtet sich nicht nach ihrem rohen, sondern nach ihrem reinen Einkommen.
Die ganzen Kosten für den Unterhalt des stehenden Kapitals müssen offenbar von dem reinen Einkommen der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Weder die zur Instandhaltung der nützlichen Maschinen und Werkzeuge, der gewinntragenden Gebäude usw. nötigen Materialien, noch das Produkt der zur Bearbeitung dieser Materialien erforderlichen Arbeit können zum reinen Einkommen gerechnet werden. Allerdings kann der Preis dieser Arbeit einen Teil von ihm bilden, wenn die hierbei beschäftigten Arbeiter ihren ganzen Lohn ihrem für den unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat zuweisen können. Bei anderen Arbeitsgattungen geht sowohl der Preis als das Produkt der Arbeit in diesen Vorrat über, der Preis in den Vorrat der Arbeiter, das Produkt in den anderer Leute, deren Lebensunterhalt, Komfort und Genuss durch die Arbeit jener bereichert werden.
Der Zweck des stehenden Kapitals besteht darin, die Produktivkräfte der Arbeit zu erhöhen und eine gleiche Zahl Arbeiter zu weit größeren Arbeitsleistungen zu befähigen. Auf einem Gute, wo alle nötigen Gebäude, Zäune, Abzugsgräben, Verbindungswege usw. im besten Zustande sind, wird eine gleiche Zahl Arbeiter und Arbeitstiere einen weit größeren Ertrag erzielen, als auf einer Fläche von gleicher Größe und gleicher Güte, wo diese Einrichtungen mangelhaft sind. In Fabriken wird eine gleiche Zahl Hände, wenn sie durch die besten Maschinen unterstützt wird, eine weit größere Menge Waren hervorbringen als mit unvollkommeneren Werkzeugen. Zweckmäßige Ausgaben für irgendein stehendes Kapital machen sich immer mit großem Gewinn wieder bezahlt, und vermehren den Jahresertrag um einen weit größeren Wert als den der dafür aufgewendeten Kosten. Immerhin jedoch nehmen diese Kosten einen gewissen Teil jenes Ertrags in Anspruch. Eine gewisse Quantität von Materialien und die Arbeit einer gewissen Anzahl von Arbeitern, die unmittelbar auf Vermehrung der Lebensmittel, Kleider und Wohnungen, kurz der Unterhaltsmittel und Genüsse der Gesellschaft hätten verwendet werden können, werden so zu einer anderen Beschäftigung gebraucht, die zwar höchst vorteilhaft, aber von jener doch sehr verschieden ist. Aus diesem Grunde werden alle Fortschritte in der Mechanik, die eine gleiche Zahl von Arbeitern instand setzen, eine gleiche Menge Arbeit mit wohlfeileren und einfacheren als den früher üblichen Maschinen herzustellen, stets als vorteilhaft für jede Gesellschaft betrachtet. Eine gewisse Menge von Materialien und die Arbeit einer gewissen Zahl von Arbeitern, die früher erforderlich waren, um die komplizierteren und kostspieligeren Maschinen zu bedienen, können nun zur Vermehrung der Arbeitsmenge verwendet werden, zu deren Herstellung die Maschine nur behilflich ist. Der Unternehmer einer großen Fabrik, der jährlich tausend Pfund Sterling auf seine Maschinen verwendet, wird, wenn er diese Ausgabe auf fünfhundert ermäßigen kann, die übrigen fünfhundert zum Ankauf einer größeren Menge von Rohstoffen verwenden, deren Verarbeitung mehr Arbeitskräfte beansprucht. Die Arbeitsmenge, zu deren Herstellung seine Maschinen nur behilflich waren, wird sich daher vergrößern, und mit ihr auch der Vorteil und Genuss, den die Gesellschaft aus diesen Arbeiten zieht.
Die Unterhaltungskosten des stehenden Kapitals in einem Lande können füglich mit den Unterhaltungskosten eines Gutes verglichen werden. Diese Ausgaben müssen oft bestritten werden, damit der Ertrag des Guts und folglich die rohe und reine Rente des Grundherrn nicht sinkt. Können aber diese Ausgaben durch richtigere Verwendung vermindert werden ohne Verringerung des Ertrags, so bleibt die rohe Rente mindestens die nämliche, und die reine Rente ist selbstverständlich größer geworden.
Wenn aber die gesamten Unterhaltskosten des stehenden Kapitals vom reinen Einkommen der Gesellschaft ausgeschlossen werden müssen, so liegt doch der Fall bei den Unterhaltskosten des umlaufenden Kapitals anders. Von den vier Teilen, aus welchen das letztere besteht, dem Gelde, den Lebensmitteln, den Rohstoffen und Fabrikaten, werden die drei letzteren, wie schon bemerkt, ihm regelmäßig entzogen, und entweder dem stehenden Kapital der Gesellschaft, oder dem für die unmittelbare Verzehrung bestimmten Vorrat einverleibt. Alles, was von den Verbrauchsgegenständen nicht zum Unterhalt des ersteren dient, geht in den letzteren über, und macht einen Teil des reinen Einkommens der Gesellschaft aus. Daher entzieht die Unterhaltung jener drei Teile des umlaufenden Kapitals dem reinen Einkommen der Gesellschaft keinen andern Teil des Jahresertrags als den, der zur Unterhaltung des stehenden Kapitals erforderlich ist.
Das umlaufende Kapital einer Gesellschaft ist in dieser Beziehung von dem eines einzelnen ganz verschieden. Dasjenige eines einzelnen macht durchaus keinen Teil seines reinen Einkommens aus, das gänzlich in seinen Gewinnen bestehen muss. Obwohl aber das umlaufende Kapital jedes einzelnen einen Teil desjenigen der Gesellschaft bildet, der er angehört, so muss es darum doch nicht einen Teil des reinen Volkseinkommens bilden. Die Waren eines Kaufmanns kann man nicht zu seinem für den unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat rechnen, aber sie können in den Vorrat anderer übergehen, die jenem ihren Wert samt Gewinn aus anderweitigen Einkünften erstatten, ohne dadurch in seinem oder ihrem Kapital irgendeine Verminderung herbeizuführen.
Das Geld ist daher der einzige Teil des umlaufenden Kapitals der Gesellschaft, dessen Unterhaltung eine Verminderung ihres reinen Einkommens bewirken kann.
Das stehende Kapital und der im Geld bestehende Teil des umlaufenden Kapitals haben in ihrem Einfluss auf das Einkommen der Gesellschaft eine große Ähnlichkeit miteinander.
Wie erstens die Maschinen und Werkzeuge usw. gewisse Ausgaben erst für ihre Anschaffung, dann für ihre Unterhaltung erfordern, die zwar einen Teil des rohen Einkommens ausmachen, aber vom reinen Einkommen der Gesellschaft abgehen; so muss auch der in einem Lande umlaufende Geldvorrat gewisse Ausgaben erst für seine Anschaffung, dann für seine Unterhaltung erfordern, der ebenso zwar einen Teil des rohen Einkommens der Gesellschaft bildet, aber von ihrem reinen Einkommen abgeht. Eine gewisse Menge sehr wertvoller Stoffe, Gold und Silber, und sehr künstlicher Arbeit findet, statt den zum unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat, den Lebensunterhalt, Komfort und Genuss der Einzelnen zu vermehren, ihre Aufgabe in der Unterhaltung des wichtigen, aber kostspieligen Verkehrs Werkzeugs, durch das jeder einzelne in der Gesellschaft seinen Lebensunterhalt, Komfort und Genuss im geeigneten Verhältnisse regelmäßig zugeteilt erhält.
Wie zweitens die Maschinen, Werkzeuge usw., die das stehende Kapital eines einzelnen oder einer Gesellschaft ausmachen, weder einen Teil ihres rohen noch ihres reinen Einkommens bilden, so bildet das Geld, durch dessen Vermittlung das gesamte Einkommen der Gesellschaft regelmäßig unter alle ihre einzelnen Glieder verteilt wird, selbst keinen Teil dieses Einkommens. Das große Umlaufsrad ist von den Waren, die durch seine Vermittlung in Umlauf gesetzt sind, ganz verschieden. Das Einkommen der Gesellschaft besteht lediglich in diesen Waren, und nicht in dem Rade, das sie in Umlauf setzt. Bei einer Berechnung des rohen oder des reinen Einkommens der Gesellschaft muss stets von ihrem jährlichen Geld- und Güterumlauf der Gesamtwert des Geldes abgezogen werden, von dem nicht ein einziger Pfennig einen Einkommensteil bilden kann.
Nur die Unklarheit der Ausdrucksweise kann diesen Satz zweifelhaft oder paradox erscheinen lassen. Wird er gehörig erklärt und aufgefasst, so ist er fast selbstverständlich.
Wenn wir von einer Summe Geldes reden, so meinen wir entweder nur die Metallstücke, aus denen sie besteht, oder setzen sie in eine dunkle Beziehung zu den Waren, die man dafür haben kann, oder zu der Kaufkraft, die ihr Besitz verleiht. So wollen wir, wenn wir sagen, dass das umlaufende Geld Englands auf achtzehn Millionen berechnet werde, nur den Betrag der Metallstücke ausdrücken, auf die einige Schriftsteller den Umlauf geschätzt haben. Sagen wir aber, es stehe sich jemand auf fünfzig oder hundert Pfund jährlich, so wollen wir in der Regel nicht nur den Betrag der Metallstücke, die er jährlich einnimmt, sondern auch den Wert der Waren ausdrücken, die er jährlich kaufen oder verbrauchen kann. Wir wollen damit sagen, wie er lebt oder leben könnte, d. h. welche Menge und Beschaffenheit von Lebens- und Genussmitteln er sich nach seinen Verhältnissen gestatten dürfe.
Wenn man unter einer-Summe Geldes nicht nur den Betrag der Metallstücke, aus denen sie besteht, verstanden wissen, sondern sie in eine dunkle Beziehung zu den Waren, die dafür zu haben sind, setzen will, so wird das Vermögen oder Einkommen, das sie in diesem Falle bezeichnet, nur der einen der beiden Bedeutungen, welche das Wort doppelsinnig einschließt, gerecht und zwar der letzteren mehr als der ersteren, d. h. dem Begriffe des Geldwertes mehr als dem des Geldes.
So kann der, dessen Wocheneinnahme in einer Guinee besteht, im Laufe der Woche damit eine gewisse Menge Lebens- und Genussmittel kaufen. Je nach der Größe dieser Menge ist auch sein wirkliches Vermögen, seine wirkliche Wocheneinnahme groß oder klein. Seine Wocheneinnahme ist sicherlich nicht gleich der Guinee und dem, was dafür zu haben ist, sondern nur dem einen oder dem anderen dieser beiden gleichen Werte, und zwar dem letzteren mehr als dem ersteren, dem Werte der Guinee mehr als der Guinee selbst.
Wenn jemandem sein Gehalt nicht in Gold, sondern in einer wöchentlichen Anweisung auf eine Guinee gezahlt würde, so bestände sein Einkommen gewiss nicht in dem Stück Papier, sondern in dem, was er dafür haben kann. Eine Guinee ist als eine auf alle Geschäftsleute der Gegend ausgestellte Anweisung auf eine bestimmte Menge von Lebens- und Genussmitteln anzusehen. Das Einkommen desjenigen, dem sie gezahlt wird, besteht nicht sowohl in dem Goldstück als in dem, was er dafür haben oder wogegen er es vertauschen kann. Könnte es gegen nichts vertauscht werden, so würde es, wie eine Anweisung auf einen Zahlungsunfähigen nicht mehr wert sein als ein ganz unbrauchbares Stück Papier.
Wenn auch das Wochen- oder Jahreseinkommen aller einzelnen Einwohner eines Landes ebenso in Geld gezahlt werden kann und in Wirklichkeit auch oft in Geld gezahlt wird, so ist doch ihr wirkliches Vermögen, das wirkliche Wochen- oder Jahreseinkommen aller zusammengenommen groß oder klein je nach der Menge der verbrauchsfähigen Waren, die sie mit dem Gelde kaufen können. Das ganze Einkommen aller einzelnen zusammengenommen ist offenbar nicht gleich dem Gelde und den verbrauchsfähigen Waren, sondern nur dem einen oder dem anderen dieser beiden Werte, und zwar dem letzteren mehr als dem ersteren.
Wenn wir also oft das Einkommen jemandes durch die Metallstücke ausdrücken, die er jährlich einnimmt, so geschieht es deshalb, weil der Betrag dieser Stücke die Größe ihrer Kaufkraft oder den Wert der Waren bestimmt, die er jährlich verzehren kann. Gleichwohl betrachten wir sein Einkommen als in seiner Kauf- oder Verbrauchskraft bestehend und nicht in den Geldstücken, die sie ihm verleihen.
Wenn dies schon bezüglich eines Einzelnen klar genug ist, so ist es dies noch mehr bezüglich eines Volks. Der Betrag der Metallstücke, die ein Einzelner jährlich einnimmt, kommt oft genau seinem Einkommen gleich, und ist darum auch der kürzeste und beste Ausdruck für seinen Wert; aber der Betrag der Metallstücke, die in einem Volke umlaufen, kann niemals dem Einkommen aller seiner Glieder gleich sein. Da die nämliche Guinee, mit der heute das Wochengehalt des einen bezahlt wird, morgen dazu dienen kann, das eines anderen, und übermorgen das eines dritten zu bezahlen, so muss der Betrag der jährlich in einem Lande umlaufenden Metallstücke stets einen weit geringeren Wert haben als die jährliche Summe der Einkommen. Aber die Kaufkraft, oder die Waren, die nach und nach mit dieser Einkommenssumme gekauft werden können, müssen stets genau denselben Wert haben, wie diese Einkommen; und ebenso ist es mit dem Einkommen der einzelnen, denen sie gezahlt werden. Dies Einkommen kann mithin nicht in den Metallstücken bestehen, deren Betrag so weit unter seinem Werte bleibt, sondern muss in der Kaufkraft bzw. in den Waren bestehen, die damit, wie nun eben jene Stücke von Hand zu Hand gehen, nach und nach gekauft werden können.
Das Geld, das große Rad des Umlaufs, das große Werkzeug des Verkehrs, bildet also, gleich allen anderen Werkzeugen, keinen Teil im Einkommen des Volks, dem es gehört, obgleich es einen Teil und zwar einen sehr wertvollen Teil des Kapitals bildet; und obschon die Metallstücke, aus denen es besteht, während ihres jährlichen Umlaufs an jedermann das ihm zukommende Einkommen verteilen, so machen sie selbst doch keinen Teil dieses Einkommens aus.
Drittens und letztens haben die Maschinen und Werkzeuge usw., die das stehende Kapital bilden, die weitere Ähnlichkeit mit dem in Geld bestehenden Teil des umlaufenden Kapitals, dass ebenso, wie jede Ersparnis in den Herstellungs- und Unterhaltskosten der Maschinen, die die Produktivkraft der Arbeit nicht vermindert, das reine Einkommen des Volkes vermehrt, auch jede Ersparnis in den Anschaffungs- und Unterhaltungskosten des Geldumlaufs das Volkseinkommen vermehrt.
Es ist deutlich genug, und teilweise auch schon auseinandergesetzt worden, auf welche Art jede Ersparnis in den Unterhaltungskosten des stehenden Kapitals das reine Volkseinkommen vermehrt. Das Kapital eines Unternehmers zerfällt notwendig in sein stehendes und sein umlaufendes Kapital. Bleibt sein Gesamtkapital das nämliche, so muss notwendig der eine Teil umso größer werden, je kleiner der andere wird. Das umlaufende Kapital beschafft die Rohstoffe und den Arbeitslohn, und setzt das Geschäft in Gang. Daher muss jede die Produktivkraft der Arbeit nicht vermindernde Ersparnis in den Unterhaltungskosten des Kapitals, den das Geschäft in Gang bringenden Fonds und folglich auch den Jahresertrag des Bodens und der Arbeit, das wirkliche Einkommen eines jeden Volkes, vermehren.
Der Gebrauch des Papiers an Stelle des Gold- und Silbergeldes ersetzt ein sehr kostspieliges Verkehrswerkzeug durch ein weit weniger kostbares und zuweilen ebenso geeignetes. Der Umlauf wird durch ein neues Rad bewirkt, das anzuschaffen und zu erhalten weniger kostet als das alte. In welcher Weise jedoch diese Tätigkeit sich vollzieht und das rohe oder reine Einkommen der Gesellschaft vergrößert, erfordert eine weitere Erklärung.
Es gibt verschiedene Arten von Papiergeld; doch sind die Banknoten die bekannteste Art und scheinen auch für den Zweck am besten geeignet.
Hat man in einem Lande so viel Vertrauen zu dem Vermögen, der Rechtschaffenheit und Klugheit eines Bankiers, um zu glauben, dass er seine Koten stets bei Vorzeigen auszahlen werde, so erhalten diese durch die Sicherheit, dass zu jeder Zeit Geld dafür zu haben ist, dieselbe Gangbarkeit wie Gold- und Silbergeld.
Angenommen, ein Bankier leiht an seine Kunden Koten im Betrage von £ 100,000. Da diese Koten alle Dienste des Geldes tun, so bezahlen ihm seine Schuldner die nämlichen Zinsen als ob er ihnen ebenso viel Geld geliehen hätte. Aus diesen Zinsen zieht er seinen Gewinn. Wenn auch manche Koten zurückkommen und Zahlung fordern, so bleiben die meisten doch Monate und Jahre lang ununterbrochen im Umlauf. Obschon daher gewöhnlich £ 100,000 seiner Koten umlaufen, reichen doch £ 20,000 in Gold und Silber oft vollkommen hin, um allen Zahlungsanforderungen zu entsprechen. £ 20,000 in Gold und Silber verrichten demgemäß dieselben Dienste wie sonst £ 100,000. Mittelst der Noten können dieselben Tausche vollzogen werden, kann dieselbe Menge Verbrauchsgegenstände umlaufen und an ihre eigentlichen Verbraucher gelangen als durch einen gleichen Wert an Gold und Silbergeld. Man kann demnach £ 80,000 in Gold und Silber am Umlauf des Landes sparen, und wenn gleichzeitig von vielen Banken und Bankiers mehr derartige Unternehmungen gemacht werden, so lässt sich der ganze Umlauf mit dem fünften Teil des Goldes und Silbers bewirken, das ohne sie nötig gewesen wäre.
Angenommen, das ganze umlaufende Geld eines Landes belaufe sich zu einer gewissen Zeit auf eine Million Pfund Sterling, die hinreichend sind, das ganze Jahresprodukt des Bodens und der Arbeit in Umlauf zu bringen. Angenommen ferner, dass später verschiedene Banken und Bankiers auf den Inhaber lautende Noten im Betrag von einer Million ausgeben, und um gelegentlichen Zahlungsanforderungen zu entsprechen, £ 200,000 in ihren Kassen behalten – so würden £ 800,000 in Gold und Silber und eine Million in Banknoten also £ 1,800,000 in Papier und Gold zusammen im Umlauf sein. Das jährliche Boden- und Arbeitsprodukt des Landes hatte aber nur eine Million zum Umlauf und zur Verteilung an die Verbraucher erfordert, und dieses Jahresprodukt kann sich nicht unmittelbar durch jene Bankoperationen vermehren. Eine Million wird mithin auch nachher hinreichend sein, es in Umlauf zu halten. Da die in den Verkehr kommenden Waren sich nicht vermehrt haben, wird auch die nämliche Menge Geldes hinreichen, sie zu kaufen und zu verkaufen. Der Umlaufskanal, wenn ich mich dieses Ausdrucks bedienen darf, wird genau derselbe bleiben, wie zuvor. Eine Million war nach unserer Annahme hinreichend, diesen Kanal zu füllen; was daher über diese Summe hinaus sich in ihn ergießt, kann nicht darin bleiben, sondern muss überfließen. Wenn sich £ 1,800,000 in ihn ergießen, müssen £ 600,000 überfließen, da um diese Summe das Umlaufserfordernis des Landes überschritten ist. Da aber diese Summe, die man im Lande nicht braucht, doch zu wertvoll ist als dass man sie müßig liegen lassen möchte, so wird sie ins Ausland gehen, um dort die gewinnreiche Anlegung zu suchen, die sie im Lande nicht finden kann. Nun aber kann das Papier nicht ins Ausland gehen, weil es in weiter Ferne von den emittierenden Banken und von dem Lande, in dem die Barzahlung gesetzlich erzwungen werden kann, bei gewöhnlichen Zahlungen nicht angenommen zu werden pflegt. Daher wird Gold und Silber im Betrag von £ 800,000 ins Ausland gehen, und der heimische Umlaufskanal bleibt, statt mit der Million Metall, die ihn früher füllte, mit einer Million Papier gefüllt.
Wenn aber auch eine so große Menge Gold und Silber ins Ausland geht, so wird es doch nicht umsonst gegeben und die Besitzer machen den fremden Völkern kein Geschenk damit. Sie tauschen vielmehr für das Geld ausländische Waren ein, um entweder den Verbrauch anderer Länder, oder den der eigenen damit zu versorgen.
In ersterem Falle, wenn also das Gold und Silber im sogenannten Zwischenhandel Verwendung findet, ist jeder Gewinn, den die Besitzer der edlen Metalle erzielen, eine Vermehrung des reinen Einkommens ihres eignen Landes und bildet einen neuen Fonds für ein neues Geschäft; die inländischen Geschäfte werden nun mit Papier betrieben und Gold und Silber sind in einen Fonds für jenen neuen Handelszweig verwandelt.
Wendet man hingegen das Gold und Silber dazu an, ausländische Waren für den inneren Verbrauch zu kaufen, so kann man entweder Waren kaufen, die voraussichtlich von müßigen, nichts produzierenden Leuten verzehrt werden, wie Weine, Seide usw., oder man kauft frische Vorräte von Rohstoffen, Werkzeugen und Lebensmitteln, um damit eine weitere Zahl fleißiger Leute zu unterhalten und zu beschäftigen, die den Wert ihres Jahresverbrauchs mit einem Gewinn wieder erzeugen.
Wird das überschüssige Gold und Silber auf erstere Art verwendet, so befördert es die Verschwendung, vermehrt den Aufwand und Verbrauch, ohne die Produktion zu vergrößern oder einen dauernden Fonds zur Fortsetzung dieses Aufwandes herzustellen, und ist für das Volk in jeder Weise schädlich.
Wird es auf die letztere Art verwendet, so befördert es die Industrie, und vergrößert zwar den Verbrauch des Volkes, verschafft aber einen dauernden Fonds zur Fortsetzung dieses Verbrauchs, indem die Verbraucher den ganzen Wert ihrer Jahreskonsumtion mit Gewinn wieder erzeugen. Das rohe Einkommen des Volkes, der Jahresertrag seines Bodens und seiner Arbeit, wird um den ganzen Wert vermehrt, den der Fleiß jener Arbeiter den zu veredelnden Rohstoffen verleiht, und das reine Volkseinkommen erhöht sich um so viel als von diesem Werte nach Abzug der Unterhaltungskosten für Werkzeuge und Geräte übrigbleibt.
Dass der größte Teil des Goldes und Silbers, das durch jene Bankoperationen ins Ausland getrieben und zum Kauf ausländischer Waren für den inländischen Verbrauch verwendet wird, zum Ankauf dieser zweiten Warenkategorie dient und dienen muss, ist nicht bloß wahrscheinlich, sondern fast unvermeidlich. Obschon mancher mitunter seinen Aufwand bedeutend vermehrt, ohne dass sein Einkommen sich vergrößert, so wird doch schwerlich ein ganzer Stand, eine ganze Volksklasse so handeln; denn wenn auch nicht immer das Verhalten der einzelnen von den Regeln gewöhnlicher Klugheit geleitet wird, so beeinflussen sie doch stets die Handlungen der großen Mehrzahl. Das Einkommen der müßigen Rentner als Stand oder Klasse betrachtet, kann nun durch jene Bankoperationen nicht im Mindesten zunehmen, und mithin werden sich ihre Ausgaben durch diese im Allgemeinen auch nicht vergrößern, obschon die einzelner es tun können, und es zuweilen wirklich tun. Wenn somit die Nachfrage der müßigen Rentner nach ausländischen Waren so ziemlich die nämliche bleibt, wie zuvor, so wird wohl nur ein sehr kleiner Teil des durch jene Bankoperationen ins Ausland getriebenen und zum Ankauf fremder Waren für den inländischen Verbrauch angewendeten Geldes zum Ankauf der von jenen gebrauchten Waren dienen. Der größte Teil wird vielmehr zum Unterhalt der Gewerbtätigkeit und nicht des Müßiggangs dienen.
Bei der Berechnung des Umfangs der Gewerbtätigkeit, die das Umlaufskapital eines Volkes zu beschäftigen vermag, kommen nur diejenigen Teile von ihm in Betracht, die in Lebensmitteln, Rohstoffen und Fabrikaten bestehen; der andere, der in Geld besteht und nur dazu dient, die drei ersteren in Umlauf zu setzen, muss stets in Abzug gebracht werden. Um Gewerbfleiß in Bewegung zu setzen, sind drei Dinge erforderlich: Stoffe zur Veredlung, Werkzeuge zur Bearbeitung der Rohstoffe und Lohn oder Vergütung, um deren wegen gearbeitet wird. Geld ist weder ein Rohstoff zur Veredlung noch ein Werkzeug der Arbeit; der Lohn des Arbeiters wird zwar gewöhnlich in Geld bezahlt, sein wirkliches Einkommen aber besteht, wie das aller anderen Leute, nicht in Geld, sondern in Geldeswert, nicht in den Metallstücken, sondern in dem, was für sie zu haben ist.
Der Umfang der Gewerbtätigkeit, die ein Kapital zu beschäftigen vermag, muss offenbar der Zahl von Arbeitern gleich sein, die es mit Rohstoffen, Werkzeugen und den der Natur der Arbeit angemessenen Unterhaltsmitteln zu versorgen vermag. Geld kann dazu nötig sein, die Rohstoffe, die Werkzeuge und den Unterhalt der Arbeiter zu kaufen. Aber die Summe von Gewerbfleiß, die das ganze Kapital unterhalten kann, ist gewiss nicht beiden, dem Gelde samt den Rohstoffen, Werkzeugen und Unterhaltsmitteln gleich, sondern nur dem einen oder dem anderen dieser beiden Werte und zwar dem letzteren mehr als dem ersteren.
Wenn an die Stelle des Gold- und Silbergeldes Papier tritt, so kann die Summe von Rohstoffen, Werkzeugen und Unterhaltsmitteln, die das ganze umlaufende Kapital zu verschaffen vermag, um den ganzen Wert des sonst zu ihrem Ankauf verwendeten Goldes und Silbers zunehmen. Der ganze Wert des großen Umlaufs- und Verteilungsrades tritt zu den Gütern hinzu, die durch seine Vermittlung umliefen und verteilt wurden. Diese Tätigkeit gleicht gewissermaßen der eines großen Fabrikunternehmers, der infolge einer mechanischen Erfindung seine alten Maschinen aufgibt, und den Unterschied zwischen ihrem Preise und dem der neuen Maschinen zu seinem Umlaufskapital, dem Fonds, aus dem er Materialien und Arbeitslohn anschafft, hinzuschlägt.
Das Verhältnis zu bestimmen, in welchem das umlaufende Geld eines Landes zum Gesamtwert des durch seine Vermittlung umlaufenden Jahresertrags steht, ist vielleicht unmöglich. Von einigen ist es auf ein Fünftel, von anderen auf ein Zehntel, ein Zwanzigstel, oder selbst ein Dreißigstel dieses Wertes geschätzt worden. Wie klein aber auch das Verhältnis des umlaufenden Geldes zum Gesamtwert des Jahresertrages sein mag, so muss doch sein Verhältnis zu demjenigen Teile dieses Ertrags, der zum Unterhalt der Gewerbtätigkeit dient – und das ist eben nur ein Teil und oft ein nur geringer Teil des Gesamtertrags – stets sehr groß sein. Wird daher durch die Stellvertretung des Papiers das zum Umlauf erforderliche Gold und Silber vielleicht auf ein Fünftel der früheren Menge zurückgeführt, so muss es, wenn der Wert des größeren Teils der übrigen vier Fünftel zu den dem Unterhalt der Gewerbtätigkeit dienenden Fonds hinzukommt, die Summe dieser Gewerbtätigkeit und folglich den Wert des jährlichen Boden- und Arbeitsertrags sehr bedeutend vermehren.
Etwas der Art ist in den letzten 25 oder 30 Jahren in Schottland durch die Gründung neuer Bankgesellschaften fast in jeder größeren Stadt, ja sogar in manchen Landstädtchen, vor sich gegangen. Die Wirkungen waren genau die oben beschriebenen. Die Geschäfte des Landes werden fast ausschließlich mit dem Papier jener Bankgesellschaften geführt, womit Käufe und Zahlungen aller Art gemacht zu werden pflegen. Silber kommt nur selten vor, außer beim Wechseln einer Zwanzigschillingnote, und Gold noch seltener. Obgleich nicht alle jene Gesellschaften tadelfrei geblieben sind und ihre Gebarungen durch eine Parlamentsakte geregelt werden mussten, so hat das Land doch offenbar großen Gewinn aus ihren Betrieben gezogen. Man versichert, dass der Handel Glasgows sich seit den fünfzehn Jahren der Gründung der dortigen Banken verdoppelt habe, und dass der Handel Schottlands seit der Errichtung der beiden öffentlichen Banken in Edinburgh, von denen die Bank von Schottland durch eine Parlamentsakte 1695, und die königliche Bank durch einen königlichen Freibrief 1727 gegründet wurde, um mehr als das Vierfache gestiegen sei. Ob der Handel Schottlands im Allgemeinen oder Glasgows insbesondere während einer so kurzen Zeit wirklich so stark zugenommen hat, weiß ich nicht. Ist es aber geschehen, so scheint dieser Erfolg zu groß zu sein als dass er sich aus jener Ursache allein erklären ließe, Indes steht die Tatsache fest, dass Handel und Industrie Schottlands innerhalb dieses Zeitraums sehr bedeutend gestiegen sind; und dass die Banken viel dazu beigetragen haben, ist nicht zu bezweifeln.
