Kitap dosya olarak indirilemez ancak uygulamamız üzerinden veya online olarak web sitemizden okunabilir.
Kitabı oku: «Das Halsband der Königin Denkwürdigkeiten eines Arztes 2», sayfa 43
Nach diesen Worten schaute er zum letzten Male umher und wandte die Augen vom Schlosse ab, indem er das Fenster der treulosen Königin beleuchtet zu sehen fürchtete; denn dieses Licht wäre eine Lüge, ein neuer Flecken gewesen.
»Bedeutet nicht in der That ein beleuchtetes Fenster ein bewohntes Zimmer? und warum so lügen, wenn man das Recht der Unverschämtheit und der Ehrlosigkeit besitzt, wenn man eine so geringe Entfernung zwischen der verborgenen Schande und dem öffentlichen Aergerniß zurückzulegen hat?«
Das Fenster der Königin war erleuchtet.
»Glauben zu machen, sie sei zu Hause, während sie in Gesellschaft eines Liebhabers im Parke umherläuft! Wahrhaftig, das ist ganz vergebliche Keuschheit!« sagte Charny, der seine Worte mit einer bittern Ironie abstieß.
»Sie ist zu gut, diese Königin, daß sie sich so gegen uns verstellt. Allerdings fürchtet sie vielleicht, ihren Gemahl zu ärgern.«
Charny drückte sich nun die Nägel in's Fleisch und schlug mit gemessenen Schritten wieder den Weg nach seinem Hause ein.
»Sie haben gesagt: Morgen,« fügte er bei, nachdem er über den Balcon geschritten war. »Ja, morgen! … für alle Welt, denn morgen werden wir zu vier beim Rendezvous sein, Madame!«
LXVI.
Frau und Königin
Der andere Tag brachte dieselben Verlegenheiten, dieselben Leiden herbei.
Die Thüre öffnete sich beim letzten Schlage der zwölften Stunde. Die zwei Frauen erschienen.
Es war, wie in den arabischen Mährchen, die Beharrlichkeit der Genien, welche den Talismanen zu bestimmter Stunde gehorchten.
Charny hatte alle seine Entschlüsse gefaßt; er wollte an diesem Abend den glücklichen Mann erforschen, den die Königin begünstigte.
Getreu seinen Gewohnheiten, obgleich diese bei ihm nicht eingefleischt waren, schritt er, sich hinter den Bäumen verbergend, weiter; doch als er die Stelle erreicht, wo seit zwei Tagen die Liebenden zusammengetroffen waren, fand er hier Niemand.
Die Gefährtin der Königin zog Ihre Majestät gegen die Apollo-Bäder fort.
Eine furchtbare Angst, ein ganz neues Leiden schmetterte Charny nieder. In seiner unschuldigen Redlichkeit hatte er sich nicht eingebildet, daß das Verbrechen so weit gehen könnte.
Lächelnd und kichernd ging die Königin auf das dunkle Asyl zu, auf dessen Schwelle der unbekannte Herr sie mit offenen Armen erwartete.
Sie trat, ebenfalls die Arme ausstreckend, ein. Das eiserne Gitter schloß sich hinter ihr.
Die Gefährtin blieb außen und lehnte sich an eine ganz zerbröckelte, von Blätterwerk umgebene Halbsäule an.
Charny hatte seine Kräfte schlecht berechnet. Sie vermochten einem solchen Schlage nicht zu widerstehen. In dem Augenblick, wo er in seiner Wuth sich auf die Vertraute der Königin stürzen wollte, um sie zu entlarven, zu erkennen, mit Schmähungen zu überhäufen, vielleicht sogar zu erdrosseln, floß das Blut wie ein siedender Strom nach seinen Schläfen, nach seinem Halse und erstickte ihn. Er fiel auf die Moose nieder und röchelte einen Seufzer, welcher eine Stunde lang die Ruhe der vor den Thüren der Apollo-Bäder aufgestellten Schildwache stören sollte.
Eine innere Blutung, verursacht durch seine Wunde, die sich wieder geöffnet hatte, erstickte ihn.
Charny wurde durch die Kälte des Thaus, durch die Feuchtigkeit der Erde, durch den lebhaften Eindruck seines eigenen Schmerzes in's Leben zurückgerufen.
Er erhob sich strauchelnd, erkannte die Oertlichkeit, seine Lage, erinnerte sich und suchte.
Die Schildwache war verschwunden, kein Geräusch machte sich hörbar. Es schlug zwei Uhr auf einem Kirchturme von Versailles, und dieß belehrte ihn, daß seine Ohnmacht lange gedauert habe.
Ohne allen Zweifel hatte die gräßliche Vision verschwinden müssen: Königin, Liebhaber, Begleiterin hatten Zeit gehabt, zu fliehen. Charny konnte sich hievon überzeugen, indem er über die Mauer schaute und die frischen Spuren des Abgangs eines Reiters erblickte.
Diese Spuren und die Brüche einiger Zweige in der Umgegend der Apollo-Bäder bildeten das ganze Beweismittel des armen Charny.
Die Nacht war ein langes Delirium. Am Morgen hatte er sich nicht beruhigt.
Bleich wie ein Todter, um zehn Jahre gealtert, rief er seinen Kammerdiener und ließ sich in schwarzen Sammet kleiden, wie ein reicher Civilist.
Düster, stumm, alle seine Schmerzen verschluckend, ging er nach dem Schlosse Trianon in dem Augenblick, wo die Wache abgelöst worden war, das heißt gegen zehn Uhr.
Die Königin trat aus der Capelle, wo sie die Messe gehört hatte.
Auf ihrem Wege neigten sich ehrfurchtsvoll die Köpfe und die Degen.
Charny sah einige Frauen roth vor Aerger, weil sie fanden, daß die Königin schön war.
Schön in der That, mit ihren schönen, auf den Schläfen emporgehaltenen Haaren, ihrem Gesichte mit den zarten Zügen, ihrem lächelnden Munde, ihren ermüdeten, aber von einer sanften Klarheit glänzenden Augen.
Plötzlich erblickte sie Charny am Ende der Reihe. Sie erröthete und gab einen Ausruf des Erstaunens von sich.
Charny bückte den Kopf nicht. Er schaute fortwährend diese Königin an, in deren Blick er ein neues Unglück las. Sie kam auf ihn zu und sagte mit strengem Tone:
»Ich glaubte, Sie wären auf Ihren Gütern, Herr von Charny?«
»Ich bin von dort zurückgekehrt, Madame,« erwiderte er mit kurzem, beinahe unhöflichem Ausdruck.
Sie blieb erstaunt stehen, da ihr nie eine Nuance entging.
Nach diesem Austausch von Blicken und beinahe feindlichen Worten wandte sie sich gegen die Frauen.
»Guten Morgen, Gräfin,« sagte sie freundschaftlich zu Frau von La Mothe. Und sie blinzelte ihr ganz vertraulich mit den Augen zu.
Charny bebte. Er schaute aufmerksamer.
Unruhig über dieses, eine Absichtlichkeit verrathende Anschauen wandte Frau von La Mothe den Kopf ab.
Charny folgte ihr wie ein Verrückter, bis sie ihm noch einmal ihr Gesicht gezeigt hatte.
Dann drehte er sich um sie, um ihren Gang zu studiren.
Rechts und links grüßend, folgte jedoch die Königin diesem Manöver der beiden Beobachter.
»Sollte er den Verstand verloren haben?« dachte sie. »Armer Junge!«
Und sie kehrte zu ihm zurück und fragte mit milderem Ton:
»Wie befinden Sie sich, Herr von Charny?«
»Sehr gut, Madame, doch, Gott sei Dank, minder gut als Eure Majestät.«
Und er verbeugte sich auf eine Art, daß er die Königin mehr erschreckte, als er sie in Erstaunen gesetzt hatte.
»Dahinter ist Etwas,« sagte die aufmerksame Jeanne.
»Wo wohnen Sie denn gegenwärtig?« fuhr die Königin fort.
»In Versailles, Madame,« erwiderte Olivier.
»Seit wie lange?«
»Seit drei Nächten,« sprach der junge Mann, indem er mit dem Blick, mit der Geberde und mit der Stimme einen Nachdruck auf die Worte legte.
Die Königin offenbarte keine Bewegung; Jeanne bebte.
»Haben Sie mir nicht etwas zu sagen?« fragte die Königin Charny mit einer engelgleichen Sanftmuth.
»Oh! Madame,« erwiderte dieser, »ich hätte Eurer Majestät nur zu viel zu sagen.«
»Kommen Sie!« sprach Marie Antoinette ungestüm.
»Wachen wir,« dachte Jeanne.
Die Königin ging mit großen Schritten nach ihren Gemächern. Jedermann folgte ihr nicht minder bewegt.
Was Frau von La Mothe providentiell vorkam, war der Umstand, daß Marie Antoinette, um den Anschein zu vermeiden, als suchte sie unter vier Augen zu sein, mehrere Personen aufforderte, ihr zu folgen.
Mitten unter diese Personen schlüpfte Jeanne.
Die Königin trat in ihr Gemach und entließ Frau von Misery und ihren ganzen Dienst.
Es war ein mildes, verschleiertes Wetter; die Sonne durchdrang die Wolken nicht, ließ jedoch ihre Wärme und ihr Licht durch ihre dichte Weiße und blaue Fütterung sickern.
Die Königin öffnete das Fenster, das auf eine kleine Terrasse ging; sie setzte sich an ihr mit Briefen überdecktes Arbeitstischchen und wartete.
Die Personen, welche ihr gefolgt waren, begriffen allmälig ihren Wunsch, allein zu sein, und entfernten sich.
Ungeduldig, vom Zorn verzehrt, zerknitterte Charny seinen Hut zwischen den Händen.
»Sprechen Sie! sprechen Sie!« sagte die Königin; »Sie scheinen sehr beunruhigt zu sein, mein Herr?«
»Wie werde ich anfangen?« sagte Charny, der laut dachte; »wie werde ich es wagen, die Ehre, die Treue, die Majestät anzuklagen?«
»Wie beliebt?« rief Marie Antoinette, indem sie sich lebhaft mit einem flammenden Blick umwandte.
»Und dennoch werde ich nur sagen, was ich gesehen habe,« fuhr Charny fort.
Die Königin erhob sich und sprach mit kaltem Ton:
»Mein Herr, es ist noch zu früh am Morgen, daß ich Sie für betrunken halte; und dennoch nehmen Sie hier eine Haltung an, die sich schlecht für nüchterne Edelleute geziemt!«
Sie erwartete, ihn durch diese verächtliche Anrede niedergeschmettert zu sehen. Doch er fuhr unbeweglich fort:
»Im Ganzen, was ist eine Königin? ein Weib. Und ich, was bin ich? ein Mann ebensowohl als ein Unterthan.«
»Mein Herr!«
»Madame, verwirren wir nicht das, was ich Ihnen sagen muß, durch einen Zorn, der auf eine Tollheit auslaufen würde. Ich glaube Ihnen bewiesen zu haben, daß ich Ehrfurcht vor der königlichen Majestät hegte; ich befürchte, bewiesen zu haben, daß ich eine wahnsinnige Liebe für die Person der Königin hegte. Treffen Sie auch Ihre Wahl: auf welche von Beiden, auf die Königin oder die Frau, soll dieser Anbeter die Anklage der Schande oder der Unredlichkeit werfen?«
»Herr von Charny!« rief die Königin, indem sie erbleichend auf den jungen Mann zuschritt, »wenn Sie sich nicht sogleich entfernen, so werde ich Sie durch meine Wachen wegjagen lassen.«
»Ich will Ihnen also, ehe ich weggejagt werde, sagen, warum Sie eine unwürdige Königin und eine Frau ohne Ehre sind!« rief Charny trunken vor Wuth. »Seit drei Nächten folge ich Ihnen in Ihrem Parke!«
Statt sie, wie er hoffte, unter diesem furchtbaren Schlage aufspringen zu sehen, sah Charny nur, daß die Königin das Haupt erhob und sich ihm näherte.
»Herr von Charny,« sagte sie, seine Hand ergreifend. »Sie sind in einem Zustand, der mein Mitleid erregt; nehmen Sie sich in Acht, Ihre Augen funkeln, Ihre Hand zittert, Blässe bedeckt Ihre Wangen, all Ihr Blut fließt nach Ihrem Herzen. Sie leiden, soll ich rufen?«
»Ich habe Sie gesehen,« wiederholte er kalt, »gesehen mit dem Mann, als Sie ihm die Rose gaben; gesehen mit dem Mann, als er Ihnen die Hände küßte; gesehen, als Sie mit ihm in die Apollo-Bäder eintraten.«
Die Königin fuhr mit einer Hand über ihre Stirne, als wollte sie sich versichern, daß sie nicht schlafe.
»Herr von Charny,« sprach sie, »setzen Sie sich, denn Sie werden umfallen, wenn ich Sie nicht halte, setzen Sie sich, sage ich Ihnen.«
Charny sank in der That in einen Lehnstuhl, die Königin setzte sich zu ihm auf ein Tabouret, nahm seine beiden Hände, schaute ihm bis in den Grund seiner Seele und sprach:
»Seien Sie ruhig, beschwichtigen Sie Geist und Herz und wiederholen Sie mir, was Sie so eben gesagt haben.«
»Oh! wollen Sie mich tödten!« murmelte der Unglückliche.
»Lassen Sie mich Sie befragen. Seit wann sind Sie von Ihren Gütern zurückgekehrt?«
»Seit vierzehn Tagen.«
»Wo wohnen Sie?«
»Im Hause des Jägermeisters, das ich ausdrücklich gemietet habe.«
»Ah! ja, das Haus des Selbstmörders, an der Grenze des Parks?«
Charny bejahte durch eine Geberde.
»Sie sprechen von einer Person, die Sie mit mir gesehen hatten?«
»Ich spreche zunächst von Ihnen, die ich gesehen habe.«
»Wo dieß?«
»Im Parke.«
»Zu welcher Stunde, an welchem Tag?«
»Um Mitternacht, am Dienstag zum ersten Mal.«
»Sie haben mich gesehen?«
»Wie ich Sie jetzt sehe, und ich habe auch diejenige gesehen, welche Sie begleitete.«
»Es begleitete mich Jemand? Würden Sie diese Person erkennen?«
»Vorhin kam es mir vor, als sähe ich sie hier; doch ich will es nicht behaupten. Nur die Haltung ist ähnlich; was das Gesicht betrifft, so verbirgt man es, wenn man solche Verbrechen begeht.«
»Gut!« sagte die Königin mit Ruhe; »Sie haben meine Begleiterin nicht erkannt, aber mich …«
»Oh! Sie, Madame, ich habe Sie gesehen … Wie! sehe ich Sie nicht?«
Sie stampfte ängstlich auf den Boden.
»Und … der Gefährte,« sagte sie, »derjenige, welchem ich eine Rose gegeben habe … denn Sie haben mich eine Rose geben sehen?«
»Ja: dieser Kavalier, ich konnte ihn nie erreichen.«
»Sie kennen ihn jedoch?«
»Man nennt ihn Monseigneur; das ist Alles, was ich weiß.«
Die Königin schlug sich mit concentrirter Wuth vor die Stirne und rief:
»Fahren Sie fort; am Dienstag habe ich eine Rose gegeben … und am Mittwoch?«
»Am Mittwoch haben Sie Ihre beiden Hände zu küssen gegeben.«
»Oh!« murmelte sie, indem sie sich in die Hände biß. »Am Donnerstag endlich, gestern?«
»Gestern haben Sie anderthalb Stunden mit diesem Manne in der Apollo-Grotte zugebracht, wo Ihre Begleiterin Sie allein gelassen hatte.«
Die Königin stand ungestüm auf.
»Und … Sie … haben mich … gesehen?« sagte sie, jede Sylbe abstoßend.
Charny hob eine Hand zum Himmel empor, um zu schwören.
»Oh! … er schwört!« rief die Königin ebenfalls von der Wuth fortgerissen«
Charny wiederholte feierlich seine anklagende Geberde.
»Mich? mich?« sagte die Königin, indem sie sich auf den Busen schlug, »mich haben Sie gesehen?«
»Ja, Sie. Am Dienstag trugen Sie Ihr grünes Kleid mit goldmoirirten Streifen; am Mittwoch Ihr Kleid mit blauem und rostfarbigem Astwerk; gestern Ihr braungelbes Kleid, das Sie anhatten, als ich Ihnen zum ersten Mal die Hand küßte. Sie waren es! Sie waren es! Ich sterbe vor Schmerz und Scham, indem ich Ihnen auf mein Leben, auf meine Ehre, auf meinen Gott sage, Sie waren es, Madame! Sie waren es!«
Die Königin ging mit großen Schritten auf der Terrasse auf und ab, ohne sich darum zu bekümmern, daß sie ihre seltsame Aufregung ihre Zuschauer sehen ließ, welche sie von unten mit den Augen verschlangen.
»Wenn ich einen Eid thäte,« sagte sie … »wenn ich auch bei meinem Sohne, bei meinem Gott schwüre! … Ich habe einen Gott, wie Sie! … Nein, er glaubt mir nicht! … er würde mir nicht glauben!«
Charny neigte das Haupt.
»Wahnsinniger!« fügte die Königin bei, indem sie ihm voll Energie die Hand schüttelte und ihn von der Terrasse in ihr Zimmer zog. »Es ist also eine sehr seltene Wollust, die Wollust, eine unschuldige, tadellose Frau anzuklagen; es ist also ein mächtiges Glück, das Glück, eine Königin zu entehren… Glaubst Du mir, wenn ich Dir sage, daß nicht ich es bin, welche Du gesehen hast? glaubst Du, wenn ich auf Christus schwöre, daß ich seit drei Tagen nach neun Uhr nicht mehr ausgegangen bin? Soll ich Dir durch meine Frauen, durch den König, der mich hier gesehen, beweisen lassen, daß ich nicht anderswo sein konnte? Nein … er glaubt mir nicht! er glaubt mir nicht!«
»Ich habe gesehen!« erwiderte Charny kalt.
»Oh!« rief plötzlich die Königin, »ich weiß, ich weiß! Ist mir nicht schon öfter diese grausame Verleumdung in's Gesicht geschleudert worden? Hat man mich nicht auf dem Opernball gesehen, wo ich dem ganzen Hof ein Aergerniß gab? Hat man mich nicht bei Mesmer in Extase, den Neugierigen und den Freudenmädchen ein Aergerniß gebend, gesehen? … Sie wissen es wohl, da Sie sich für mich geschlagen haben!«
»Madame, zu jener Zeit habe ich mich geschlagen, weil ich nicht daran glaubte. Heute würde ich mich schlagen, weil ich daran glaube.«
Die Königin hob ihre durch die Verzweiflung starren Arme zum Himmel empor, zwei brennende Thränen rollten von ihren Wangen auf ihren Busen!
»Mein Gott,« sprach sie, »schicke mir einen Gedanken, der mich rettet. Dieser hier soll mich nicht verachten, o mein Gott!«
Charny fühlte sich bis in den Grund des Herzens durch dieses einfache und kräftige Gebet gerührt. Er verbarg seine Augen in beiden Händen.
Die Königin dachte einen Augenblick stillschweigend nach, dann sprach sie:
»Mein Herr, Sie sind mir eine Genugthuung schuldig. Vernehmen Sie die, welche ich von Ihnen fordere. Drei Nächte hinter einander haben Sie mich in meinem Park in Gesellschaft eines Mannes gesehen. Sie wußten jedoch, daß man schon Mißbrauch von der Aehnlichkeit gemacht, welche irgend eine Frau im Gesicht und im Gang mit mir, der unglücklichen Königin, hat; doch da Sie lieber glauben wollen, ich sei es, welche in der Nacht herumlaufe, da Sie sagen werden, ich sei es, so kehren Sie in den Park zu derselben Stunde zurück, kehren Sie mit mir dahin zurück. Bin ich es, die Sie gestern gesehen, so werden Sie mich nothwendig heute nicht mehr sehen, da ich bei Ihnen sein werde. Ist es eine Andere, warum sollten wir sie mit einander nicht wiedersehen? Und wenn wir sie sehen … Ah! mein Herr! wie werden Sie all die Leiden bereuen, die Sie mir so eben bereitet haben!«
Charny preßte sein Herz mit beiden Händen und erwiderte:
»Sie thun zu viel für mich, Madame; ich verdiene den Tod; schmettern Sie mich nicht durch Ihre Güte nieder.«
»Oh! ich werde Sie mit Beweisen niederschmettern,« sagte die Königin, »gegen Niemand ein Wort! Diesen Abend um zehn Uhr; erwarten Sie vor der Thüre der Jägermeisterei, was ich, um Sie zu überzeugen, beschlossen haben werde. Gehen Sie, mein Herr, und lassen Sie außen nichts sichtbar werden.«
Charny kniete, ohne ein Wort zu sagen, nieder und entfernte sich sodann.
Am Ende des zweiten Salons ging er unwillkürlich unter dem Blicke Jeanne's vorüber, die ihn mit den Augen verschlang und sich bereit hielt, auf den ersten Ruf der Königin bei Ihrer Majestät einzutreten.
Zwölftes bis fünfzehntes Bändchen
LXVII.
Weib und Dämon
Jeanne hatte die Unruhe Charny's, die Besorgniß der Königin, das beiderseitige Verlangen nach einer Besprechung bemerkt.
Für eine Frau von der Stärke Jeanne's war dieß mehr als es brauchte, um viele Dinge zu errathen; wir haben nicht nöthig, beizufügen, was schon alle Welt begriffen hat.
Nach dem durch Cagliostro zwischen Frau von La Mothe und Oliva veranlaßten Zusammentreffen kann die Comödie der letzten drei Tage der Commentare entbehren.
Zu der Königin zurückgekehrt, horchte, beobachtete Jeanne; sie wollte auf dem Gesichte Marie Antoinettens die Beweise dessen erkennen, was sie argwöhnte.
Doch die Königin war seit einiger Zeit gewohnt, aller Welt zu mißtrauen. Sie ließ nichts durchschauen. Jeanne war also auf die Muthmaßungen beschränkt.
Schon hatte sie einem ihrer Lakaien befohlen, Herrn von Charny zu folgen. Der Diener kam zurück und meldete, Herr von Charny sei an einem Hause am Ende des Parkes in der Nähe der Hagebuchen verschwunden.
»Es unterliegt keinem Zweifel mehr,« dachte Jeanne, »dieser Mensch ist ein Verliebter, der Alles gesehen hat.«
Sie hörte die Königin zu Frau von Misery sagen:
»Ich fühle mich sehr schwach, meine liebe Misery, und ich werde mich heute Abend um acht Uhr zu Bette legen.«
Und als die Ehrendame fragend in sie drang, fügte die Königin bei:
»Ich werde Niemand empfangen.«
»Das ist klar genug,« sagte Jeanne zu sich selbst, »eine Wahnsinnige, die das nicht begreifen würde.«
Einer heftigen Gemüthsbewegung in Folge der Scene, die sie mit Charny gehabt, preisgegeben, entließ die Königin bald ihr ganzes Gefolge. Jeanne wünschte sich zum ersten Mal, seitdem sie bei Hofe eingetreten, Glück.
»Die Karten sind verwirrt,« sagte sie; »nach Paris! Es ist Zeit, aufzulösen, was ich verwickelt habe.«
Und sie fuhr sogleich von Versailles weg.
Nach ihrem Hause in der Rue Saint-Claude geführt, fand sie hier ein herrliches Geschenk in Silberzeug, das der Cardinal an demselben Morgen geschickt hatte.
Nachdem sie diesem Geschenk, obgleich es werthvoll war, nur einen gleichgültigen Blick gegönnt hatte, schaute sie hinter ihrem Vorhange nach Oliva, deren Fenster noch nicht geöffnet waren. Oliva schlief ohne Zweifel noch vor Müdigkeit; es herrschte eine sehr große Hitze an diesem Tag.
Jeanne fuhr zum Cardinal, den sie strahlend, aufgeblasen, unverschämt vor Freude und Stolz fand; an seinem reichen Schreibtisch, einem Meisterstück von Boule, sitzend, zerriß und schrieb er wieder, ohne müde zu werden, einen Brief, der immer wieder anfing und nie endete.
Bei der Meldung seines Kammerdieners rief der Cardinal:
»Diese theure Gräfin!«
Und er stürzte ihr entgegen.
Jeanne empfing die Küsse, mit denen der Prälat ihre Arme und ihre Hände bedeckte. Sie setzte sich bequem, um so gut als möglich das Gespräch auszuhalten.
Monseigneur begann mit Betheuerungen seiner Dankbarkeit, denen es nicht an einer aufrichtigen Beredtsamkeit mangelte.
Jeanne unterbrach ihn und sagte:
»Wissen Sie, daß Sie ein zartfühlender Liebhaber sind, Monseigneur, und daß ich Ihnen danke?«
»Warum?«
»Nicht wegen des reizenden Geschenkes, das Sie mir diesen Morgen zustellen ließen, sondern weil Sie so vorsichtig waren, es mir nicht in das kleine Haus zu schicken. Wahrhaftig, das ist zartfühlend.«
»Bei wem anders kann man von Zartgefühl sprechen als bei Ihnen?« erwiderte der Cardinal.
»Sie sind kein glücklicher Mensch,« sagte Jeanne; »Sie sind ein triumphirender Gott.«
»Ich gestehe es, und das Glück erschreckt mich; es beengt mich; es macht mir den Anblick der anderen Menschen unerträglich. Ich erinnere mich der heidnischen Fabel von Jupiter der seiner Strahlen müde geworden.«
Jeanne lächelte.
»Sie kommen von Versailles?« fragte er gierig.
»Ja.«
»Sie haben sie gesehen?«
»Ich … komme so eben von ihr …«
»Sie hat … hat… nichts gesagt?«
»Ei! was soll sie sagen?«
»Verzeihen Sie; es ist nicht mehr Neugierde, es ist Wuth.«
»Fragen Sie mich nicht.«
»Oh! Gräfin.«
»Nein, sage ich Ihnen.«
»Wie Sie das ankündigen! man sollte glauben, wenn man Sie sieht, Sie bringen eine schlimme Nachricht.«
»Monseigneur, heißen Sie mich nicht sprechen.«
»Gräfin! Gräfin …«
Und der Cardinal erbleichte.
»Ein zu großes Glück,« sagte er, »gleicht dem Culminationspunkte eines Glücksrades; neben seinem höchsten Punkt ist der Anfang der Abnahme. Doch schonen Sie mich nicht, wenn ein Unglück im Anzug ist; nicht wahr … es ist nicht so?«
»Ich werde das im Gegentheil ein sehr großes Glück nennen, Monseigneur,« erwiderte Jeanne.
»Das? … was denn? … was wollen Sie damit sagen? welche Sache ist ein Glück?«
»Nicht entdeckt worden zu sein,« erwiderte Jeanne trocken.
»Oh! …« rief lächelnd der Cardinal. »Mit Vorsichtsmaßregeln, mit dem Verstande zweier Herzen und eines Geistes …«
»Ein Geist und zwei Herzen, Monseigneur, verhindern die Augen nie, im Blätterwerk zu sehen.«
»Man hat gesehen!« rief Herr von Rohan erschrocken.
»Ich habe alle Ursache, es zu glauben.«
»Dann … wenn man gesehen hat, hat man auch erkannt?«
»Oh! daran denken Sie nicht, Monseigneur; wenn man erkannt hätte, wenn sich dieses Geheimniß in der Gewalt irgend eines Menschen befände, so wäre Jeanne von Valois schon am Ende der Welt, und Sie, Sie müßten todt sein.«
»Das ist wahr, Gräfin; mit allem diesem Zögern, mit all diesem absichtlichen Schweigen braten Sie mich am kleinen Feuer. Man hat gesehen, gut … doch man hat Leute in einem Park spazieren gehen sehen, ist das nicht erlaubt?«
»Fragen Sie den König.«
»Der König weiß!«
»Ich wiederhole Ihnen noch einmal, wenn der König wüßte, wären Sie in der Bastille und ich im Hospital. Doch da ein vermiedenes Unglück so viel werth ist, als zwei verheißene Glücke, so komme ich, um Ihnen zu sagen: versuchen Sie Gott nicht noch einmal.«
»Wie beliebt?« rief der Cardinal; »was bedeuten Ihre Worte, theure Gräfin?«
»Begreifen Sie dieselben nicht?«
»Ich fürchte …«
»Ich hätte bange, wenn Sie mich nicht beruhigten.«
»Was muß ich zu diesem Ende thun?«
»Nicht mehr nach Versailles gehen.«
Der Cardinal machte einen Sprung.
»Bei Tage?« sagte er lächelnd.
»Zuerst bei Tage, und dann bei Nacht!«
Herr von Rohan bebte und ließ die Hand der Gräfin los.
»Unmöglich,« sagte er.
»Nun ist die Reihe an mir, Ihnen in's Gesicht zu schauen,« sprach sie; »Sie haben, glaube ich, gesagt, unmöglich. Warum unmöglich?«
»Weil ich im Herzen eine Liebe habe, die nur mit meinem Leben endigen wird.«
»Ich bemerke es,« unterbrach die Gräfin ironisch, »und um schneller zum Resultat zu gelangen, beharren Sie darauf, nach dem Parke zurückzukehren. Ja, wenn Sie dahin zurückkehren, wird Ihre Liebe nur mit Ihrem Leben endigen, und beide werden mit einem Schlage abgeschnitten werden.«
»Welche Beängstigungen, Gräfin … Sie, die gestern noch so muthig waren?«
»Ich habe den Muth der Thiere. Ich fürchte nichts, so lange nicht eine Gefahr vorhanden ist.«
»Ich, ich habe den Muth meines Geschlechtes. Ich bin nur glücklich in Gegenwart der Gefahr selbst.«
»Sehr gut; doch dann erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen …«
»Nichts, Gräfin, nichts!« rief der verliebte Prälat, »das Opfer ist gebracht, der Würfel liegt, den Tod, wenn man will, oder die Liebe! Ich werde nach Versailles zurückkehren.«
»Ganz allein?«
»Sollten Sie mich verlassen?« erwiderte Herr von Rohan im Tone des Vorwurfs.
»Ich zuerst.«
»Sie wird kommen.«
»Sie täuschen sich, sie wird nicht kommen.«
»Haben Sie mir das etwa von ihrer Seite anzukündigen?« fragte zitternd der Cardinal.
»Das ist der Streich, den ich seit einer halben Stunde für Sie zu schwächen suchte.«
»Sie will mich nicht mehr sehen?«
»Nie, und ich selbst habe ihr das gerathen.«
»Madame,« sprach der Prälat mit innigem Tone, »es ist schlimm von Ihnen, daß Sie das Messer in ein Herz bohren, welches Sie als so zart kennen.«
»Es wäre noch viel schlimmer von mir, Monseigneur, wenn ich zwei tolle Geschöpfe in Ermangelung eines guten Rathes sich in's Verderben stürzen ließe. Ich gebe den Rath, benütze ihn, wer da will.«
»Gräfin, Gräfin, eher sterben.«
»Das ist Ihre Sache, und es ist leicht.«
»Sterben, um zu sterben,« sprach der Cardinal mit dumpfer Stimme, »das Ende des Verdammten ist mir lieber. Gesegnet sei die Hölle, wo ich meine Mitschuldige finden werde.«
»Frommer Prälat, Sie blasphemiren,« sagte die Gräfin; »Unterthan, Sie entthronen Ihre Königin! Mann, Sie stürzen eine Frau in's Verderben.«
Der Cardinal faßte die Gräfin bei der Hand und rief wie in einem Delirium:
»Gestehen Sie. daß sie Ihnen das nicht gesagt hat, und daß sie mich nicht so verleugnen wird?«
»Ich spreche zu Ihnen in ihrem Namen.«
»Sie verlangt eine Frist?«
»Nehmen Sie es, wie Sie wollen, doch beobachten Sie ihren Befehl.«
»Der Park ist nicht der einzige Ort, wo man sich sehen kann, es gibt tausend sicherere Orte … Die Königin ist ja zu Ihnen gekommen?«
»Monseigneur, nicht ein Wort mehr; ich trage ein tödtliches Gewicht in mir, das Ihres Geheimnisses. Ich fühle mich nicht stark genug, es lange zu tragen. Was die Indiscretionen, was der Zufall, was die Böswilligkeit Ihrer Feinde nicht thun, werden die Gewissensbisse thun. Sehen Sie, ich weiß, daß sie fähig ist, dem König in einem Augenblick der Verzweiflung Alles zu gestehen.«
»Guter Gott! ist es möglich!« rief der Cardinal, »sie würde das thun!«
»Wenn Sie sie sähen, sie müßte Ihr Mitleid erregen!«
Der Cardinal stand hastig auf.
»Was ist zu thun? sagte er.
»Man muß ihr den Trost des Stillschweigens geben.«
»Sie wird glauben, ich habe sie vergessen.«
Jeanne zuckte die Achseln.
»Sie wird mich beschuldigen, ich sei ein Feigling.«
»Feigling, um sie zu retten, nie!«
»Verzeiht eine Frau, daß man sich ihrer Gegenwart beraubt?«
»Beurtheilen Sie diese nicht, wie Sie mich beurtheilen würden …«
»Ich halte sie für groß und stark. Ich liebe sie wegen ihres Muthes und ihres edlen Herzens. Sie kann also auf mich zählen, wie ich auf sie zählen werde. Ich will sie ein letztes Mal sehen; sie soll meinen ganzen Gedanken erfahren, und was sie nun, nachdem sie mich angehört hat, entscheiden mag, das werde ich erfüllen, wie ein heiliges Gelübde.«
Jeanne stand auf.
»Wie es Ihnen beliebt. Gehen Sie, nur werden Sie allein gehen. Ich habe den Schlüssel zum Park in die Seine geworfen, als ich heute zurückkehrte. Sie werden also nach Ihrem Belieben nach Versailles gehen, während ich nach der Schweiz oder nach Holland abreise. Je weiter ich von der Bombe entfernt bin, desto weniger werde ich ihr Zerplatzen fürchten.«
»Gräfin, Sie würden mich verlassen! Oh! mein Gott, mit wem würde ich dann von ihr sprechen?«
Jeanne erinnerte sich hier der Scenen von Molière; nie hatte ein wahnsinnigerer Valère einer verschmitzteren Dorine bequemere Erwiderungen in den Mund gegeben.
»Haben Sie nicht den Park und die Echos?« sagte Jeanne, »Sie werden sie den Namen Amaryllis lehren.«
»Gräfin, haben Sie Mitleid. Ich bin in Verzweiflung,« rief der Prälat mit einem aus dem Herzen hervorgegangenen Ausdruck.
»Nun wohl!« sprach Jeanne mit der ganz rohen Energie des Wundarztes, der die Amputation eines Gliedes entscheidet; »sind Sie in Verzweiflung, Herr von Rohan, so lassen Sie sich nicht zu Kindereien verleiten, welche gefährlicher sind als Pulver, Pest und Tod! Ist Ihnen so viel an dieser Frau gelegen, so erhalten Sie sich dieselbe, statt sie zu Grunde zu richten, und wenn es Ihnen nicht durchaus an Herz und an Gedächtniß gebricht, wagen Sie es nicht, diejenigen in Ihren Ruin hineinzuziehen, welche Ihnen aus Freundschaft gedient haben. Ich spiele nicht mit dem Feuer. Schwören Sie mir, keinen Schritt zu thun, um die Königin zu sehen. Nur sie zu sehen, hören Sie? ich sage nicht, sie innerhalb vierzehn Tagen von heute an zu sprechen; schwören Sie das, so bleibe ich, und werde Ihnen noch dienen können. Sind Sie entschlossen, Allem zu trotzen, um mein Verbot und das ihrige zu übertreten? ich werde es erfahren, und zehn Minuten nachher reise ich ab! Sie werden sich herausziehen, wie Sie können.«
»Das ist gräßlich,« murmelte der Cardinal, »der Sturz ist zerschmetternd; von diesem Glück herabfallen! Oh! ich werde darüber sterben.«
»Gehen Sie doch,« flüsterte ihm Jeanne in's Ohr, »Sie liebten ohnedieß nur aus Eitelkeit.«
»Heute aus wahrer Liebe,« entgegnete der Cardinal.
»So leiden Sie also heute; das ist eine Bedingung des Standes. Auf, Monseigneur, entscheiden Sie sich; bleibe ich hier? bin ich auf dem Wege nach Lausanne?«
»Bleiben Sie, Gräfin, aber finden Sie nur ein schmerzstillendes Mittel. Die Wunde ist zu gräßlich.«
»Schwören Sie mir, zu gehorchen?«
»Bei meinem Worte als Rohan.«
»Gut! Ihr schmerzstillendes Mittel ist gefunden. Ich verbiete Ihnen die Zusammenkünfte, aber ich verbiete Ihnen die Briefe nicht.«
»Wahrhaftig!« rief der Wahnsinnige, wieder belebt durch diese Hoffnung. »Ich werde schreiben können?«
»Versuchen Sie es.«
»Und … sie würde mir antworten?«
»Ich werde es versuchen.«
Der Cardinal verschlang Jeanne's Hand mit seinen Küssen. Er nannte sie seinen Schutzengel.
Er mußte sehr lachen, der Dämon, der im Herzen der Gräfin wohnte.
