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Kitabı oku: «Der Graf von Bragelonne», sayfa 107
VII.
Die Quittung von Herrn von Mazarin
Fouquet würde einen Freudenschrei beim Anblick eines neuen Freundes ausgestoßen haben, hätten ihm nicht die eisige Miene und der zerstreute Blick von Aramis seine ganze Zurückhaltung verliehen.
»Wollt Ihr uns das Dessert verzehren helfen?« fragte er jedoch. »Habt Ihr nicht ein wenig bange vor all dem Lärmen, den unsere Tollheiten machen?«
»Monseigneur,« erwiederte Aramis ehrerbietig, »ich habe mich vor Allem bei Euch zu entschuldigen, daß ich Eure freudige Gesellschaft störe, dann bitte ich Euch, nach den Vergnügungen, um einen Augenblick Gehör in Geschäften.«
Da das Wort Geschäfte einige Epikuräer die Ohren spitzen machte, so stand Fouquet aus und sprach:
»Den Geschäften gehört jeder Zeit, Herr d’Herblay, und wir sind zu glücklich, wenn sie erst nach dem Mahle kommen.«
So sprechend nahm er Frau von Bellière, die ihn mit einer Art von Unruhe anschaute, bei der Hand und führte sie in den anstoßenden Salon, wo er sie den Vernünftigsten der Gesellschaft anvertraute.
Hiernach wandte er sich mit Aramis nach seinem Cabinet.
Sobald Aramis hier war, vergaß er die Achtung und die Etiquette; er setzte sich.
»Errathet, was ich diesen Abend gesehen habe,« sagte er.
»Mein lieber Chevalier, so oft Ihr anfangt, bin ich sicher, Euch etwas Unangenehmes verkündigen zu hören.«
»Auch diesmal habt Ihr Euch nicht getäuscht.«
»Laßt mich nicht schmachten,« sagte Fouquet phlegmatisch.
»Nun wohl! ich habe Frau von Chevreuse gesehen.«
»Die alte Herzogin?«
»Ja.«
»Oder ihren Schatten?«
»Nein. Eine alte Wölfin.«
»Ohne Zähne?«
»Es ist möglich, doch nicht ohne Krallen.«
»Wohl! warum sollte sie mir böse sein? Ich bin nicht geizig gegen die Frauen, die nicht spröde sind. Das ist eine Eigenschaft, welche stets geschätzt wird, selbst von dem Weibe, das nicht mehr Liebe hervorzurufen wagt.«
»Frau von Chevreuse weiß wohl, daß Ihr nicht geizig seid, da sie Euch Geld entreißen will.«
»Gut. Unter welchem Vorwand?«
»Oh! an Vorwänden fehlt es ihr nicht. Vernehmet also.«
»Ich höre.«
»Es scheint, die Herzogin besitzt mehrere Briefe von Herrn von Mazarin.«
»Das wundert mich nicht, der Prälat war galant.«
»Ja, doch diese Briefe haben keine Beziehung zu den Liebschaften des Prälaten. Sie sollen von Finanzangelegenheiten handeln.«
»Das ist minder interessant.«
»Ihr ahnet nicht ein wenig, was ich sagen will?«
»Durchaus nicht.«
»Solltet Ihr nie von einer Anklage der Entwendung von Fonds haben reden hören?«
»Hundertmal! tausendmal! seitdem ich im Amte bin, habe ich nur hiervon reden hören. Gerade wie man Euch, dem Bischof, Eure Gottlosigkeit, Euch, dem Musketier, die Feigheit vorwirft, so wirst man dem Minister der Finanzen beständig vor, er bestehle die Finanzen.«
»Gut, doch nehmen wir es genauer, denn Herr von Mazarin gibt genau an, wie die Frau Herzogin sagt.«
»Was gibt er genau an?«
»Etwas wie eine Summe von dreizehn Millionen, deren Verwendung bestimmt aufzuführen Ihr Euch enthalten hättet.«
»Dreizehn Millionen!« sagte der Oberintendant, während er sich in seinem Lehnstuhl ausstreckte, um den Kopf besser zum Plafond zu erheben. »Dreizehn Millionen! Oh! bei Gott! seht, ich suche sie unter allen denen, welche gestohlen zu haben man mich beschuldigt.«
»Lacht nicht, mein lieber Herr, die Sache ist ernst. Es ist gewiß, daß die Herzogin diese Briefe besitzt, und daß die Briefe gut sein müssen, in Betracht, daß sie dieselben um fünfmal hunderttausend Livres verkaufen wollte.«
»Man kann eine hübsche Verleumdung um diesen Preis haben,« erwiederte Fouquet. »Doch ja, ich weiß, was Ihr sagen wollt.«
Fouquet lachte herzlich.
»Desto besser,« versetzte Aramis ein wenig beruhigt.
»Ich erinnere mich der Geschichte mit den dreizehn Millionen wieder. Ja, so ist es, ich habe sie.«
»Ihr macht mir ein großes Vergnügen, laßt ein wenig hören.«
»Stellt Euch vor, mein Lieber, daß der Signor Mazarini, Gott habe seine Seele, eines Tags diesen Gewinn von dreizehn Millionen an einer Concession von Gütern im Veltlin, die im Streit begriffen, machte: er durchstrich sie im Register der Einnahmen, ließ sie mich abschicken und dieselben sich für Kriegskosten geben.«
»Gut, dann ist die Bestimmung gerechtfertigt.«
»Nein, der Cardinal ließ sie unter seinem Namen anlegen und schickte mir eine Quittung.«
»Ihr habt diese Quittung?«
»Gewiß,« erwiederte Fouquet, indem er ruhig aufstand, um zu den Schubladen seines großen ebenholzenen, mit Perlmutter und Gold eingelegten Schreibtisches zu gehen.
»Was ich an Euch bewundere,« sagte Aramis entzückt, »ist vor Allem Euer Gedächtniß, sodann Eure Kaltblütigkeit und endlich die vollkommene Ordnung, welche in der Verwaltung von Euch, der Ihr vorzugsweise Dichter, herrscht.«
»Ja,« erwiederte Fouquet, »ich habe Ordnung aus Trägheitsgeist, um mir die Mühe des Suchens zu ersparen. So weiß ich, daß der Schein von Mazarin in der dritten Schublade, Buchstabe M, liegt; ich öffne diese Schublade und lege die Hand unmittelbar auf das Papier, das ich brauche. Ich würde es bei Nacht ohne Licht finden.«
Und er griff mit sicherer Hand nach dem Bündel in der offenen Schublade aufgehäufter Papiere.
»Mehr noch,« fuhr er fort, »ich erinnere mich des Papiers, als ob ich es vor mir sähe; es ist stark, runzelig und am Schnitt vergoldet: Mazarin hatte einen Tintenklecks auf die Zahl des Datum gemacht. Nun! hier ist das Papier, es fühlt, daß man sich mit ihm beschäftigt und seiner bedarf: es verbirgt sich und sträubt sich.
Hierbei schaute der Intendant in die Schublade.
Aramis war ausgestanden.
»Das ist sonderbar!« sagte Fouquet.
»Euer Gedächtniß täuscht Euch, mein lieber Herr, sucht in einem andern Bündel.«
Fouquet nahm den Pack Papier und durchlief ihn noch einmal; dann erbleichte er.
»Bleibt nicht hartnäckig bei diesem,« sagte Aramis, »sucht anderswo.«
»Vergebens, vergebens, ich begehe nie einen Irrthum; Niemand außer mir ordnet dergleichen Papiere; Niemand öffnet diese Schublade, an der ich, wie Ihr seht, einen Mechanismus habe anbringen lassen, dessen Geheimniß nur ich allein kenne.«
»Was schließt Ihr hieraus?« fragte Aramis bewegt.
»Daß mir der Schein von Mazarin gestohlen worden ist. Frau von Chevreuse hat Recht, Chevalier; ich habe die öffentlichen Gelder veruntreut; ich habe dreizehn Millionen aus der Staatskasse gestohlen, ich bin ein Dieb, Herr d’Herblay.«
»Herr! Herr! erzürnt Euch nicht, exaltirt Euch nicht!«
»Warum sollte ich mich nicht exaltiren, Chevalier? die Sache ist schon der Mühe werth! Ein guter Prozeß, eine gute Verurtheilung, und Euer Freund, der Herr Oberintendant, kann nach Montsaucon seinem Collegen Enguerrand von Marigny, seinem Vorgänger Semblancay folgen!«
»Oh! nicht so rasch!« versetzte Aramis lächelnd.
»Wie, nicht so rasch! Was denkt Ihr denn, daß Frau von Chevreuse mit diesen Briefen gemacht haben werde, denn nicht wahr, Ihr habt sie zurückgewiesen?«
»Oh! ja, geradezu zurückgewiesen. Ich denke, sie wird zu Herrn Colbert gegangen sein, um sie an diesen zu verkaufen.«
»Seht Ihr!«
»Ich habe gesagt, ich denke, ich könnte sagen, ich sei dessen sicher, denn ich habe ihr nachgeschickt; als sie mich verließ., kehrte sie zuerst nach Hause zurück, dann ging sie durch eine Hinterthüre hinaus und begab sich nach der Wohnung des Intendanten in der Rue Croix-des-Petits-Champs.«
»Somit also Prozeß, Scandal und Schande, Alles niederfallend wie der Blitz, blind, roh, unbarmherzig!«
Aramis näherte sich Fouquet, der in seinem Lehnstuhl bei der offenen Schublade bebte; er legte die Hand aus seine Schulter und sprach mit liebevollem Ton:
»Vergeßt nie, daß die Stellung von Herrn Fouquet sich nicht mit der von Semblancay oder Marigny vergleichen läßt.«
»Mein Gott! warum nicht?«
»Weil man diesen Ministern den Prozeß gemacht, sie abgeurtheilt und den Spruch vollzogen hat, während in Beziehung aus Euch nicht dasselbe geschehen kann.«
»Ich frage Euch noch einmal, warum nicht? In allen Zeiten sind die Menschen, welche Gelder unterschlagen, Verbrecher.«
»Die Verbrecher, welche ein Asyl zu finden wissen, sind nie in Gefahr!«
»Mich flüchten, entfliehen!«
»Ich spreche nicht hiervon, und Ihr vergeßt, daß dergleichen Prozesse vom Parlament hervorgerufen und vom Generalanwalt instruirt werden, und daß Ihr Generalanwalt seid. Ihr seht wohl, daß, wenn Ihr Euch nicht etwa selbst verurtheilen wollt . . . «
»Oh!« rief Fouquet plötzlich mit der Faust aus den Tisch schlagend.
»Nun! was? was gibt es?«
»Ich bin nicht mehr Generalanwalt.«
Nun erbleichte Aramis dergestalt, daß er leichenfarbig aussah; er preßte seine Finger zusammen, daß sie an einander krachten, schaute mit einem verstörten Auge den Oberintendanten an und sprach, jede Sylbe abstoßend:
»Ihr seid nicht mehr Generalanwalt?«
»Nein!«
»Seit wann?«
»Seit vier bis fünf Stunden.«
»Nehmt Euch in Acht!« rief Aramis, »ich glaube, Ihr seid nicht im Besitz Eures gesunden Verstandes; mein Freund, erholt Euch.«
»Ich sage Euch, daß vor Kurzem Jemand im Auftrage meiner Freunde hier gewesen ist, um mir vierzehnmal hundert tausend Livres für meine Stelle anzubieten, und daß ich meine Stelle verkauft habe.«
Aramis blieb ganz verblüfft; sein verständiges, spöttisches Gesicht nahm einen Ausdruck düsterer Bangigkeit an, der eine tiefere Wirkung aus den Oberintendanten hervorbrachte, als alle Schreie und alle Reden der Welt.
»Ihr hattet also Geld nöthig?« fragte er endlich.
»Ja, um eine Ehrenschuld abzutragen.«
Und er erzählte Aramis mit wenigen Worten die, Großmuth von Frau von Bellière und die Art, wie er diese Großmuth bezahlen zu müssen geglaubt hatte.
»Das ist ein schöner Zug,« sagte Aramis; »und das kostet Euch?«
»Gerade die vierzehnmal hundert tausend Livres meiner Stelle.«
»Die Ihr ganz einfach, ohne nachzudenken, in Empfang genommen habt, o unkluger Freund!«
»Ich habe sie nicht in Empfang genommen, aber ich werde sie morgen erhalten.«
»Es ist also noch nicht abgemacht?«
»Es muß abgemacht sein, da ich dem Goldschmied für Mittag eine Anweisung aus meine Kasse gegeben habe, in die das Geld des Käufers zwischen sechs und sieben Uhr kommen wird.«
»Gott sei gelobt!« rief Aramis in die Hände klatschend, »nichts ist völlig abgethan, da Ihr noch nicht bezahlt seid.«
»Aber der Goldschmied?«
»Ihr erhaltet von mir die vierzehnmal hundert tausend Livres um ein Viertel vor zwölf Uhr.«
»Einen Augenblick Geduld, diesen Morgen um sechs Uhr unterzeichne ich.«
»Oh! ich stehe Euch dafür, daß Ihr nicht unterzeichnet.«
»Ich habe mein Wort gegeben, Chevalier!«
»Wenn Ihr es gegeben habt, so werdet Ihr es zurücknehmen.«
»Oh! was sagt Ihr mir da!« rief Fouquet mit einem Ausdruck tiefer Rechtschaffenheit »ein Wort zurücknehmen, wenn man Fouquet ist!«
Aramis erwiederte den beinahe strengen Blick des Ministers mit einem zornigen Blick und sprach:
»Ich glaube, ich habe es verdient, ein ehrlicher Mann genannt zu werden, nicht wahr? Unter der Kasake des Soldaten habe ich fünf hundertmal mein Leben in Gefahr gesetzt; unter dem Kleide des Priesters habe ich Gott, dem Staate oder meinen Freunden noch viel größere Dienste geleistet. Ein Wort ist so viel werth, als der Mensch, der es gibt. Es ist, wenn er es hält, reines Gold; es ist ein schneidendes Eisen, wenn er es nicht halten will. Er vertheidigt sich dann mit diesem Worte wie mit einer Ehrenwaffe, in Betracht, daß, wenn er dieses Wort nicht hält, der Ehrenmann, dies geschieht, weil er in Todesgefahr ist, weil die Gefahr, die er läuft, größer ist, als der Nutzen, den sein Gegner zu ziehen hat. Dann, mein Herr, appellirt man an Gott und an sein Recht.«
Fouquet neigte das Haupt und erwiederte:
»Ich bin ein armer hartnäckiger, gewöhnlicher Bretagner; mein Geist bewundert und fürchtet den Eurigen. Ich sage nicht, ich halte mein Wort aus Tugend; ich halte es, wenn Ihr wollt, aus Routine; aber die Menschen vom großen Haufen sind einfältig genug, sie zu bewundern, diese Routine, das ist meine einzige Tugend, laßt mir die Ehre davon.«
»Ihr werdet also morgen den, Verkauf der Stelle, die Euch gegen alle Eure Feinde beschützte, unterzeichnen?«
»Ich werde unterzeichnen.«
»Ihr werdet Euch an Händen und Füßen gebunden einem falschen Anschein von Ehre zu Liebe, den der ängstlichste Casuist verachten würde, ausliefern?«
»Ich werde unterzeichnen.«
Aramis stieß einen tiefen Seufzer aus und schaute mit der Ungeduld eines Menschen, der gern etwas zerbrechen möchte, rings umher.
»Wir haben noch ein Mittel,« sagte er, »und ich hoffe, daß Ihr Euch nicht weigern werdet, dieses anzuwenden.«
»Sicherlich nicht, wenn es ehrenhaft ist, wie Alles, was Ihr ersinnt, theurer Freund.«
»Ich kenne nichts Ehrenhafteres, als eine Verzichtleistung von Seiten Eures Käufers. Ist er ein Freund von Euch?«
»Gewiß! . . . aber . . . «
»Aber! . . . Wenn Ihr mir erlaubt, die Sache zu behandeln, so verzweifle ich nicht.«
»Oh! ich überlasse es ganz Euch.«
»Mit wem habt Ihr unterhandelt? Was für ein Mensch ist es?«
»Ich weiß nicht, ob Ihr das Parlament kennt?«
»Zum großen Theil. Ist es ein Präsident?«
»Nein, ein einfacher Rath.«
»Ah! ah!«
»Er heißt Vanel.«
Aramis wurde purpurroth.
»Vanel!« rief er, sich erhebend; »Vanel, der Mann von Marguerite! Vanel!«
»Ganz richtig,«
»Der Mann Eurer ehemaligen Geliebten?«
»Ja, mein Theurer, sie hat Frau Generalanwaltin in werden gewünscht. Ich war ihm dies wohl schuldig, dem armen Vanel, und ich gewinne dabei, da ich auch noch seiner Frau ein Vergnügen mache.«
Aramis ging gerade auf Fouquet zu, nahm ihn bei der Hand und sprach kaltblütig:
»Ihr wißt den Namen des neuen Liebhabers von Madame Vanel?«
»Ah! sie hat einen neuen Liebhaber? Das war mir nicht bekannt; meiner Treue, nein, ich weiß seinen Namen nicht.«
»Er heißt Herr Jean Baptist Colbert; er ist Intendant der Finanzen; er wohnt in der Rue Croix-des-Petits-Champs, da, wohin Frau von Chevreuse heute Abend die Briefe von Mazarin, die sie verkaufen will, getragen hat.«
»Mein Gott!« rief Fouquet, seine von Schweiß triefende Stirne abwischend. »Mein Gott!«
»Nicht wahr, Ihr fangt an zu begreifen?«
»Daß ich verloren bin, ja.«
»Glaubt Ihr, es sei dies der Mühe werth, um auf ein Wort etwas weniger als Regulus zu halten?«
»Nein.«
»Die hartnäckigen Menschen richten es immer so ein, daß man sie bewundert,« sagte Aramis,
Fouquet reichte ihm die Hand.
In diesem Augenblick schlug eine reiche Uhr von Schildpatt mit goldenen Figuren, die aus einer Console dem Kamin gegenüber stand, die sechste Morgenstunde.
Eine Thüre ächzte in der Hausflur. Gourville erschien aus der Schwelle des Cabinets und sagte:
»Herr Vanel fragt, ob ihn Monseigneur empfangen könne.«
Fouquet wandte seine Augen von den Augen von Aramis ab und antwortete:
»Laßt Herrn Vanel eintreten.«
VIII.
Das Concept von Herrn Colbert
Vanel, der in diesem Augenblick des Gesprächs eintrat, war für Aramis und Fouquet nichts Anderes, als der Punkt, mit dem der Satz endigt.
Aber für den ankommenden Vanel mußte die Gegenwart von Aramis im Cabinet von Fouquet eine ganz andere Bedeutung haben.
Der Käufer heftete auch bei seinem ersten Schritt im Zimmer aus die zugleich so seine und so feste Physiognomie des Bischofs von Bannes einen erstaunten Blick, der bald forschend wurde.
Fouquet aber, ein wahrer Politiker, das heißt, Herr seiner selbst, hatte schon durch die Kraft seines Willens von seinem Gesichte die Spuren der durch die Mittheilung von Aramis verursachten Aufregung verschwinden gemacht.
Es war also kein durch das Unglück niedergeschlagener und aus Auswege angewiesener Mensch mehr, er hatte den Kopf erhoben und die Hand ausgestreckt, um Vanel eintreten zu lassen.
Er war erster Minister, er war zu Hause.
Aramis kannte den Oberintendanten. Alle Zartheit seines Herzens, alle Mächtigkeit seines Geistes hatte nichts, was ihn in Erstaunen setzen konnte. Er beschränkte sich daher, entschlossen, später einen thätigen Antheil an dem Gespräch zu nehmen, aus die schwierige Rolle des Mannes, der schaut und horcht, um zu erfahren und zu verstehen.
Vanel war sichtbar bewegt. Er trat bis in die Mitte des Zimmers und begrüßte Alles und Alle.
»Ich komme . . . « sagte er.
Fouquet machte ein Zeichen mit dem Kopf und erwiederte:
»Ihr seid pünktlich, Herr Vanel.«
»In Geschäften, Monseigneur, ist die Pünktlichkeit meiner Ansicht nach eine Tugend,« sprach Vanel.
»Gewiß, mein Herr.«
»Verzeiht,« unterbrach Aramis, der mit dem Finger Vanel bezeichnete und sich an Fouquet wandte, »nicht wahr, der Herr hier kommt, um Eure Stelle zu kaufen?«
»Ja,« antwortete Vanel ganz verwundert über den stolzen Ton, mit dem Aramis diese Frage machte. »Doch wie muß ich denjenigen nennen, der mir die Ehre erweist?«
»Nennt mich Monseigneur,« erwiederte Aramis trocken.
»Ah! meine Herren,« rief Fouquet, »genug der Ceremonien, kommen wir zur Sache.«
»Monseigneur steht, ich warte aus sein Belieben,« sagte Vanel.
»Ich bin es im Gegentheil, der wartete,« versetzte Fouquet.
»Worauf wartete Monseigneur?«
»Ich dachte, Ihr hättet mir etwas zu sagen.«
»Ho! ho!« murmelte Vanel in seinem Innern, »er hat überlegt, ich bin verloren.«
Doch er faßte wieder Muth und sprach:
»Nein, Monseigneur, nichts, durchaus nichts, als was ich Euch gestern gesagt habe und Euch zu wiederholen bereit bin.«
»Sprecht offenherzig, Herr Vanel, ist der Kauf nicht ein wenig schwer für Euch?«
»Allerdings, Monseigneur, fünfzehnmal hunderttausend Livres sind eine bedeutende Summe.«
»So bedeutend, daß ich mir überlegt hatte.«
»Ihr hattet überlegt, Monseigneur?« rief Vanel lebhaft.
»Ja, Ihr wäret vielleicht noch nicht im Stande, zu kaufen.«
»Oh! Monseigneur . . . «
»Beruhigt Euch, ich werde Euch nicht wegen eines Wortbruchs tadeln, der offenbar nur von Eurem Unvermögen herrühren kann.«
»Doch wohl, Ihr würdet mich tadeln, und Ihr hättet Recht, denn es ist das Benehmen eines Unklugen oder eines Narren, Verbindlichkeiten einzugehen, die er nicht halten kann, und ich habe stets eine verabredete Sache als eine abgemachte Sache betrachtet.«
Fouquet erröthete. Aramis machte ein hm! der Ungeduld.
»Man müßte es indessen bei solchen Ideen nicht übertreiben, mein Herr,« entgegnete der Oberintendant; »denn der Geist des Menschen ist veränderlich und voll kleiner, sehr entschuldbarer, zuweilen sogar sehr achtbarer Launen, und was Einer gestern gewünscht hat, bereut er heute.«
Vanel fühlte einen kalten Schweiß von seiner Stirne über seine Wangen herabfließen und stammelte:
»Monseigneur! . . . «
Glücklich, den Oberintendanten eine so unbefangene Stellung in der Debatte nehmen zu sehen, stützte sich Aramis mit dem Ellenbogen aus den Marmor eines Wandtisches und sing an mit einem kleinen goldenen Messer, dessen Griff von Malachit, zu spielen.
Fouquet sah seine Zeit ab; dann, nachdem er einen Augenblick geschwiegen, sagte er:
»Höret, mein lieber Herr Vanel, ich will Euch die Lage der Dinge auseinandersetzen.«
Vanel bebte.
»Ihr seid ein galanter Mann, und als ein solcher werdet Ihr begreifen,« fuhr Fouquet fort.
Vanel wankte.
»Ich wollte gestern verkaufen . . . «
»Monseigneur wollte nicht nur gestern verkaufen, Monseigneur hat verkauft,« unterbrach Vanel den Oberintendanten.
»Gut! es mag sein. Doch heute erbitte ich mir von Euch als eine Gunst, daß Ihr mir das Wort zurückgebt, das Ihr gestern von mir empfangen habt.«
»Dieses Wort, ich habe es empfangen,« sagte Vanel wie ein unbeugsames Echo.
»Ich weiß es, deshalb stehe ich Euch an, Herr Vanel, hört Ihr wohl? ich flehe Such an, es mir zurückzugeben.«
Fouquet hielt inne. Das Wort: ich flehe Euch an, dessen unmittelbare Wirkung er nicht sah, hatte ihm beim Durchgang die Kehle zerrissen.
Aramis, der beständig mit seinem Messer spielte, heftete auf Vanel Blicke, die bis in den Grund seiner Seele dringen zu wollen schienen.
Vanel verbeugte sich und erwiederte:
»Monseigneur, ich bin sehr gerührt von der Ehre, daß Ihr mich über eine vollendete Thatsache zu Rathe zieht; aber . . . «
»Sprecht keine aber, lieber Herr Vanel.«
»Ach! Monseigneur, bedenkt doch, daß ich das Geld, ich will sagen, die Summe mitgebracht habe «
Vanel öffnete hier ein dickes Portefeuille und fuhr dann fort:
»Monseigneur, hier ist der Vertrag über den Verkauf, den ich mit einem Gute meiner Frau gemacht habe. Die Anweisung ist autorisirt, mit den nöthigen Unterschriften versehen, zahlbar nach Sicht: es ist baares Geld, mit einem Wort, das Geschäft ist abgethan.«
»Mein lieber Herr Vanel, es gibt kein Geschäft in der Welt, so bedeutend es auch sein mag, das man nicht rückgängig macht, um zu verbinden . . . «
»Gewiß,« murmelte Vanel ungeschickter Weise.
»Um einen Mann zu verbinden, aus dem man sich so einen Freund schaffen wird,« fuhr Fouquet fort.
»Gewiß, Monseigneur.«
»Mit um so viel mehr Recht einen Freund, Herr Vanel, je bedeutender der geleistete Dienst sein wird. Nun, mein Herr, laßt hören, wozu entscheidet Ihr Euch?«
Vanel schwieg.
Mittlerweile hatte Aramis seine Beobachtungen zusammengefaßt.
Das schmale Gesicht von Vanel, seine tiefen Augenhöhlen, seine bogenartig runden Augenbrauen hatten dem Bischof von Vannes den Typus eines Geizigen und eines Ehrsüchtigen geoffenbart. Eine Leidenschaft durch eine andere Bresche schießen, dies war die Methode von Aramis. Er sah Fouquet besiegt, entmuthigt, und warf sich mit neuen Waffen in den Kampf.
»Verzeiht, Monseigneur,« sagte er, »Ihr vergeßt, Herrn Vanel begreiflich zu machen, daß seine Interessen diesem Verzicht aus den Verkauf geradezu entgegengesetzt sind.«
Vanel schaute den Bischof ganz erstaunt an; aus dieser Seite eine Hilfsmacht zu finden, hatte er nicht erwartet. Fouquet hielt auch inne, um aus den Bischof zu hören.
»Herr Vanel,« fuhr Aramis fort, »Herr Vanel hat, um Eure Stelle zu kaufen, Monseigneur, ein Gut von seiner Frau Gemahlin verkauft; nun wohl! das ist ein Geschäft; man deplacirt nicht, wie er es gethan hat, fünfzehnmal hunderttausend Livres ohne beträchtliche Verluste, ohne schwere Verlegenheiten.«
»Das ist wahr,« sagte Vanel, dem Aramis mit seinen leuchtenden Blicken die Wahrheit aus dem Grunde des Herzens riß.
»Verlegenheiten,« fuhr Aramis fort, »lösen sich in Ausgaben aus, und wenn man ein Geldgeschäft macht, kommen die Geldausgaben unter Nro. 1 bei den Beschwerden.«
»Ja, ja,« sagte Fouquet, der die Absicht von Aramis zu errathen anfing.
Vanel blieb stumm: er hatte begriffen.
Aramis bemerkte diese Kälte und diese Zurückhaltung.
»Gut!« sagte er zu sich selbst, »häßliches Gesicht, du spielst den Discreten, bis du die Summe kennst; doch sei unbesorgt, ich will dir einen solchen Hagel von Thalern zuschicken, daß du capituliren wirst.«
»Wir müssen sogleich Herrn Vanel hunderttausend Thaler anbieten,« sprach Fouquet von seiner Großmuth hingerissen.
Die Summe war schön. Ein Fürst hätte sich, mit einem solchen Reukauf begnügt. Hunderttausend Thaler waren in jener Zeit die Mitgift einer Königstochter.
Vanel rührte sich nicht.
»Das ist ein Schelm,« dachte der Bischof, »er braucht die runde Summe von fünfmal hunderttausend Livres.«
Und er machte Fouquet ein Zeichen.
»Ihr scheint mehr als dieses ausgegeben zu haben, mein lieber Herr Vanel,« sagte der Oberintendant. »Oh! das Geld ist sehr theuer. Ja, Ihr werdet bei dem Verkauf dieses Gutes ein Opfer gebracht haben. Ei! wo hatte ich den Kopf! Ich will Euch eine Anweisung von fünfmal hunderttausend Livres unterzeichnen, und dabei bin ich Euch noch mit ganzem Herzen verbunden.«
Es kam bei Vanel weder Freude, noch Verlangen zum Ausbruch. Seine Physiognomie blieb unempfindlich und keine Muskel seines Gesichtes bewegte sich.
Aramis sandte Fouquet einen verzweifelten Blick zu. Dann näherte er sich Vanel, nahm ihn mit der den Menschen von großem Gewicht eigenthümlichen Geberde oben an seinem Wamms und sagte:
»Herr Vanel, es ist nicht die Klemme, nicht das Ausbringen des Geldes, nicht der Verkauf Eures Gutes, was Euch in Anspruch nimmt; es ist ein höherer Gedanke; ich begreife ihn: Merkt wohl aus meine Worte.«
»Ja, Monseigneur,« antwortete Vanel.
Und der Unglückliche fing an zu zittern; das Feuer der Augen des Prälaten verzehrte ihn.
»Ich biete Euch also, ich, im Namen des Oberintendanten, nicht dreimal hunderttausend Livres, sondern eine Million. Eine Million, höret Ihr?«
Und er schüttelte ihn mit nervigem Arme.
»Eine Million!« wiederholte Vanel ganz bleich.
»Eine Million, das heißt in gegenwärtiger Zeit siebenzigtausend Livres Einkünfte.«
»Ah! mein Herr,« sagte Fouquet, »das schlägt man nicht aus. Antwortet also: nehmt Ihr an?«
»Unmöglich,« murmelte Vanel.
Aramis biß sich aus die Lippen, und etwas wie eine weiße Wolke zog über sein Gesicht hin.
Man errieth den Blitz hinter dieser Wolke. Er ließ Vanel nicht los.
»Nicht wahr, Ihr habt die Stelle um fünfzehnmal hunderttausend Livres gekauft? Wohl! man wird Euch diese fünfzehnmal hunderttausend Livres geben. Ihr habt anderthalb Millionen damit gewonnen, daß Ihr Herrn Fouquet besucht und seine Hand berührt. Ehre und Gewinn zugleich, Herr Vanel.«
»Ich kann nicht,« sagte Vanel mit dumpfem Ton.
»Gut,« sprach Aramis, der das Wamms dergestalt zusammengepreßt hatte, daß Vanel in dem Augenblick, wo er es losließ, durch die Erschütterung zurückgeschleudert wurde; »gut! man sieht klar genug, was Ihr hier gewollt.«
»Ja, man sieht es,« rief Fouquet.
»Aber . . . « versetzte Vanel, der sich von der Schwäche dieser zwei Ehrenmänner emporzurichten suchte.
»Der Schurke erhebt die Stimme, denke ich!« sprach Aramis mit dem Tone eines Kaisers.
»Schurke!« wiederholte Vanel.
»Das ist erbärmlich, wollte ich sagen,« fügte Aramis wieder kalt geworden bei. »Zieht rasch Euren Verkaufsvertrag hervor; Ihr müßt ihn ganz fertig in einer von Euren Taschen haben, wie der Räuber seine Pistole oder seinen Dolch unter seinem Mantel verborgen hält.«
Vanel brummelte.
»Genug!« rief Fouquet, »reicht mir den Vertrag.«
Vanel störte zitternd in seiner Tasche; er zog sein Portefeuille hervor, und aus,dem Portefeuille fiel ein Papier, während Vanel Fouquet das andere reichte.
Aramis schoß aus das Papier zu, dessen Schrift er erkannte.
»Verzeiht, das ist das Concept der Urkunde,« sagte Vanel.
»Ich sehe es wohl,« erwiederte Aramis mit einem Lächeln, das grausamer, als ein Peitschenhieb gewesen wäre, »und dabei bewundere ich, daß dieses Concept von der Hand von Herrn Colbert ist. Seht, Monseigneur, schaut.«
Er reichte das Concept Fouquet und dieser erkannte die Wahrheit der Thatsache. Mit Durchstrichen, mit beigefügten Worten überladen und am Rande ganz geschwärzt, enthüllte diese Urkunde, ein lebendiges Zeugniß vom Anschlag Colberts, dem Opfer Alles.
»Nun?« murmelte Fouquet.
Ganz niedergeschmettert, schien Vanel ein tiefes Loch zu suchen, um sich darin zu versenken.
»Nun!« sprach Aramis, »wenn Ihr nicht Fouquet hießet, und Euer Feind nicht Colbert, wenn Ihr nur diesen feigen Dieb hier vor Euch hättet, so würde ich Euch sagen: Leugnet, ein solcher Beweis hebt jedes Wort aus; doch diese Leute würden glauben, Ihr habet Angst; sie würden Euch weniger fürchten; nehmt, Monseigneur.«
Er reichte ihm die Feder und fügte bei:
»Unterzeichnet.«
Fouquet drückte Aramis die Hand, doch statt der Urkunde, die man ihm reichte, nahm er das Concept.
»Nein, nicht dieses Papier! sondern jenes,« sagte Aramis lebhaft – »Das andere ist zu kostbar, als daß Ihr es nicht behalten solltet.«
»Oh! nein,« entgegnete Fouquet; »ich werde auf der Schrift von Herrn Colbert selbst unterzeichnen, und ich schreibe: »»Die Schrift gut geheißen.««
Er unterzeichnete und sprach dann:
»Nehmt, Herr Vanel.«
Vanel ergriff das Papier, gab sein Geld und wollte entfliehen.
»Einen Augenblick Geduld!« rief Aramis. »Seid Ihr sicher, daß das Geld richtig ist? Dergleichen zählt man, Herr Vanel, besonders wenn es Geld ist, das Herr Colbert den Weibern schenkt. Ah! dieser würdige Herr Colbert ist nicht so freigebig, wie Herr Fouquet.«
Und jedes Wort, jeden Buchstaben der Anweisung einzeln aussprechend, destillirte Aramis seinen ganzen Zorn und seine ganze Verachtung Tropfen für Tropfen aus dem Elenden, der eine halbe Viertelstunde lang diese Marter erduldete; dann schickte man ihn weg, nicht mehr mit der Stimme, sondern mit der Geberde, wie man einen albernen Bauernburschen wegschickt, einen Bedienten wegjagt.
Als Vanel sich entfernt hatte, schwiegen der Minister und der Prälat, einander anschauend, einen Augenblick.
»Nun?« sagte Aramis, der das Stillschweigen zuerst brach, »womit vergleicht Ihr einen Menschen, der, während er einen gepanzerten, bewaffneten, wüthenden Feind bekämpfen sollte, seine Waffen wegwirft und seinem Gegner freundliche Küsse zusendet? Treue und Glauben sind eine Waffe, der sich die Schurken häufig gegen die redlichen Leute mit Glück bedienen. Die redlichen Leute müßten daher auch Falschheit gegen die Schufte anwenden, Ihr würdet sehen, wie stark sie wären, ohne aufzuhören, ehrlich zu sein.«
»Man würde ihre Handlungen schuftige Handlungen nennen,« erwiederte Fouquet.
»Keines Wegs; man würde das die Coquetterie der Ehrlichkeit nennen. Da Ihr nun mit diesem Vanel abgeschlossen, da Ihr Euch des Glückes beraubt habt, ihn Euer Wort ableugnend niederzuschmettern, da Ihr ihm gegen Euch die einzige Waffe gegeben habt, die Euch zu Grunde richten kann . . . «
»Oh! mein Freund,« sprach Fouquet traurig, »Ihr seid nun wie der philosophische Lehrer, von dem eines Tages la Fontaine sprach. Er sieht, daß das Kind ertrinkt, und hält ihm eine Rede in drei Theilen,«
»Philosoph, ja; Lehrer, ja; Kind, das ertrinkt, ja; doch ein Kind, das man rettet, wie Ihr sehen werdet. Sprechen wir vor Allem von den Geschäften.«
Fouquet schaute ihn mit erstaunter Miene an.
»Habt Ihr mir nicht kürzlich einen gewissen Plan von einem Feste in Vaux mitgetheilt?«
»Ah! das war die gute Zeit.«
»Ein Fest, zu dem sich der König, glaube ich, selbst eingeladen hatte?«
»Nein, mein lieber Prälat, ein Fest, zu dem sich einzuladen Herr Colbert dem König gerathen hatte.«
»Ah! ja, als zu einem Feste, das zu kostspielig wäre, daß Ihr Euch nicht dabei zu Grunde richten solltet.«
»So ist es. In der guten Zeit hatte ich, wie ich Euch vorhin sagte, den Stolz, meinen Feinden die Fruchtbarkeit meiner Mittel zu zeigen; ich setzte meine Ehre darein, sie mit Schrecken zu erfüllen, indem ich Millionen da schuf, wo sie nur mögliche Bankerotte gesehen hatten; heute aber rechne ich mit dem Staat, mit dem König, mit mir selbst; heute bin ich im Begriff, der Mann der Knickerei zu werden; ich werde der Welt zu beweisen wissen, daß ich mit Pfennigen zu Werke gehe, wie mit Pistolenstücken, und von morgen an, wenn meine Equipagen verkauft, wenn meine Häuser verpfändet sind, wenn mein Aufwand eingestellt ist . . . «
