Kitabı oku: «Joseph Balsamo Denkwürdigkeiten eines Arztes 1», sayfa 54
LXXVI.
Die Philosophen-Mäusefalle
Auf dem Gipfel des Hügels, den die drei Botaniker ziemlich mühsam erstiegen hatten, erhob sich eines von jenen Häuschen aus ländlichem Holz mit knorrigen Säulen, spitzigem Giebel, Fenstern umrankt von Epheu und Waldreben, wahre Einführungen der englischen Architektur, oder vielmehr der englischen Gärtner, welche die Natur nachahmen, oder gleichsam eine eigene Natur erfinden, was ihren beweglichen Schöpfungen und ihren vegetalen Erfindungen eine gewisse Originalität verleiht.
Die Engländer haben die blauen Rosen erfunden und ihre größte Eitelkeit war stets der Widersatz gegen alle empfangene Ideen. Sie werden eines Tags die schwarzen Lilien erfinden.
Geräumig genug, um einen Tisch und sechs Stühle zu enthalten, war dieser Pavillon mit Backsteinen geplattet. Diese Backsteine waren mit einer Matte bedeckt, die Wände waren aus kleinen Mosaiken von Kieselsteinen, die man am steilen Ufer des Flusses gewählt, und aus Muscheln aller Art gemacht.
Der Plafond war in halb erhabener Arbeit. Tannenzapfen, Baumstümpfe von einer seltsamen Physiognomie, welche die häßlichsten Profile von Faunen oder wilden Thieren nachahmten, schienen über dem Kopfe der Besuche zu hängen; ferner sah man durch farbige Scheiben, je nachdem man durch ein violettes, ein rothes oder ein blaues Glas schaute, hier die Ebene oder den Wald des Vesinet, gefärbt wie durch einen stürmischen Himmel, dort glänzend unter dem brennenden Athem einer Augustsonne, weiter oben kalt und trübe, wie durch einen Decemberreif. Man brauchte nur seine Scheibe zu wählen, das heißt, nach seinem Geschmack zu wählen, um zu schauen.
Dieses Schauspiel ergötzte Gilbert ungemein, und er betrachtete durch alle die rautenförmigen Scheiben das reiche Becken, das sich vor den Blicken vom Gipfel des Hügels von Luciennes herab entwickelt und durch dessen Mitte sich die Seine hinschlängelt.
Auch ein ziemlich interessantes Schauspiel, Herr von Jussieu beurtheilte es wenigstens so, war das reizende Frühstück, das man auf dem hölzernen Tisch mitten im Pavillon aufgetragen hatte.
Die ausgezeichnete Sahne von Marly, die Aprikosen und Pflaumen von Luciennes, die Würste und Crepinettes auf einer Porzellanplatte dampfend, ohne daß man sie einen Bedienten hatte bringen sehen; die lachenden Erdbeeren in einem mit Weinlaub ausgelegten Körbchen, und neben einer von Frische glänzenden Butter das grobe Schwarzbrod der Bauern und das Brod von goldener Grütze, so beliebt bei dem übersättigten Magen der Städtebewohner. Dies war es, was einen Schrei der Bewunderung bei Rousseau veranlagte, der ganz und gar Philosoph, aber ein unschuldiger Feinschmecker war, weil er einen eben so lebhaften Appetit, als bescheidenen Geschmack hatte.
»Welche Thorheit!« sagte er zu Herrn von Jussieu, »Brod und Obst, das war es, was wir brauchten, und als wahre Botaniker und fleißige Forscher hätten wir das Brod essen und die Pflaumen knorpeln müssen, ohne es aufzugeben, die Gebüsche zu durchsuchen und die Gräben zu durchwühlen. Erinnern Sie sich, Gilbert, meines Frühstücks und des Ihrigen in Plessis-Piquet?«
»Ja, des Brodes und der Kirschen, die mir so köstlich vorkamen.«
»Ganz richtig.«
»So frühstücken die wahren Liebhaber der Natur.«
»Mein lieber Meister,« unterbrach ihn Herr von Jussieu, »wenn Sie mir Verschwendung vorwerfen, so haben Sie Unrecht; nie wurde bescheidener servirt . . .«
»Oh!« rief Rousseau, »Sie setzen den Werth Ihrer Tafel herab, Herr Lucullus.«
»Der meinigen? . . . nein!« antwortete Jussieu.
»Bei wem sind wir denn?« fragte Rousseau mit einem Lächeln, in dem man eben so wohl Unbehaglichkeit, als gute Laune finden konnte; »bei Geistern?«
»Oder bei Feen!« sagte Jussieu und stand mit einem verlorenen Blick nach der Thüre auf.
»Feen!« rief Rousseau heiter. »So sollen sie denn für ihre Gastfreundschaft gesegnet sein. Ich habe Hunger und wir wollen essen, Gilbert.«
Und er schnitt ein sehr ansehnliches Stück Schwarzbrod ab und reichte Brod und Messer seinem Zögling.
Dann suchte er, während er in die feste Kruste biß, ein paar Pflaumen auf dem Teller.
Gilbert zögerte.
»Vorwärts! vorwärts!« sagte Rousseau, »die Feen Würden durch Ihre Zurückhaltung beleidigt werden und glauben, Sie finden ihr Mahl unvollständig.«
»Oder Ihrer unwürdig, meine Herren,« sprach eine silberne Stimme am Eingang des Pavillon, wo sich Arm in Arm zwei frische, schöne Frauen zeigten, welche, ein Lächeln auf den Lippen, Herrn von Jussieu durch ein Zeichen bedeuteten, er möge sich in seinen Begrüßungen mäßigen.
Rousseau, der in einer Hand das angegriffene Brod und in der andern die angebissene Pflaume hatte, wandte sich um; er sah diese zwei Göttinnen, oder sie kamen ihm vielmehr durch die Schönheit und die Jugend so vor; er sah sie, erstaunte, grüßte, schwankte.
»Ah! Frau Gräfin,« rief Jussieu, «Sie hier, welch eine liebenswürdige Ueberraschung!«
»Guten Morgen, Herr Botaniker,« sprach eine von den Damen mit einer ganz königlichen Anmuth und Vertraulichkeit.
»Erlauben Sie mir, daß ich Ihnen Herrn Rousseau vorstelle,« sagte Jussieu, indem er den Philosophen bei der Hand nahm, in der er das Schwarzbrot, hielt.
,Gilbert hatte die zwei Frauen auch gesehen und erkannt; er riß seine Augen weit auf und schaute, bleich wie der Tod, durch das Fenster des Pavillon mit dem Gedanken, sich hinauszustürzen.
»Guten Morgen, mein kleiner Philosoph,« sagte die andere Dame zu dem vernichteten Gilbert, indem sie ihm einen kleinen Schlag mit ihren drei rosigen Fingern auf die Wange gab.
Rousseau sah und hörte; er wäre vor Zorn beinahe erstickt. Sein Zögling kannte die zwei Göttinnen und war ihnen bekannt.
Gilbert war einer Ohnmacht nahe.
»Erkennen Sie den die Frau Gräfin nicht?« sagte Jussieu zu Rousseau.
»Nein,« erwiederte dieser ganz betäubt; es ist das erste Mal, wie mir scheint . . .«
»Madame Dubarry,« fuhr Jussieu fort.
Rousseau sprang auf, als ob er aus einem glühenden Eisen gegangen wäre.
»Madame Dubarry!« rief er.
»Ich selbst, mein Herr,« sprach die junge Frau mit ihrer ganzen Liebenswürdigkeit; »ich, die ich sehr glücklich bin, einen der erhabensten Denker unserer Zeit bei mir empfangen und von Nahem gesehen zu haben.«
»Madame Dubarry!« wiederholte Rousseau, ohne wahrzunehmen, daß sein zu langes Erstaunen zu einer ernsten Beleidigung wurde . . . »Sie! und ohne Zweifel gehört dieser Pavillon ihr, ohne Zweifel gibt sie mir Frühstück.«
»Sie haben es errathen, mein lieber Philosoph, sie ist es und ihre Frau Schwester,« fuhr Jussieu fort, dem es unwohl war vor diesen Zeichen des Sturms.
»Ihre Schwester, und sie kennt Gilbert!«
»Inniglich, mein Herr,« erwiederte Mademoiselle Chon, mit jener Keckheit, welche weder die Laune von Königen, noch den Aerger von Philosophen achtete.
Gilbert suchte mit den Augen ein Loch, das groß genug wäre, um sich ganz hineinzustürzen, so furchtbar glänzte das Auge von Herrn Rousseau.
»Inniglich,« wiederholte der letztere; »Gilbert kannte Madame inniglich und ich wußte nichts davon; ich war also betrogen, man hinterging mich also!«
Chon und ihre Schwester schauten sich spöttisch lächelnd an.
Herr von Jussieu zerriß eine Mechler Spitze, die wohl vierzig Louis d’or werth war.
Gilbert faltete die Hände, wollte er nun Chon anflehen, sie möge schweigen, oder Rousseau beschwören, er möge freundlicher mit ihm sprechen.
Es schwieg aber im Gegentheil Rousseau und Chon sprach.
»Ja,« sagte sie, »Gilbert und ich sind alte Bekannte; er ist mein Gast gewesen. Nicht wahr, Kleiner? Solltest Du schon undankbar gegen das Zuckerwerk von Luciennes und Versailles sein?«
Das war der letzte Schlag; die Arme von Rousseau verlängerten sich.
»Ah! ah!« machte er, den jungen Menschen schief anschauend, »so ist es, kleiner Unglücklicher!«
»Herr Rousseau,« murmelte Gilbert.
»Sollte man nicht glauben, Du weinest, weil Du von meiner Hand gepflegt worden bist?« fuhr Chon fort. »Ich vermuthete, Du wärest ein Undankbarer.«
»Mademoiselle!« flehte Gilbert.
»Kleiner,« sprach Madame Dubarry, »komm’ nach Luciennes zurück, die Confituren und Zamore warten auf Dich; und man wird Dich gut aufnehmen, obgleich Du auf eine seltsame Weise weggegangen bist.«
»Ich danke, Madame,« erwiederte Gilbert trocken, »wenn ich einen Ort verlasse, so geschieht es, weil ich mir nicht mehr dort gefalle.«
»Und warum schlagen Sie das Gute aus, das man Ihnen anbietet?« sagte Rousseau voll Bitterkeit. »Sie haben den Reichthum gekostet, mein lieber Herr Gilbert, Sie müssen sich demselben wieder zuwenden.«
»Aber, mein Herr, wenn ich Ihnen schwöre . . .«
»Gehen Sie! gehen Sie! ich liebe die Menschen nicht, welche weder kalt noch warm sind.«
»Sie haben mich noch nicht angehört . . .«
»Doch.«
»Ich bin aus Luciennes entwichen, weil man mich dort eingeschlossen hielt.«
»Eine Falle. Ich kenne die Schlechtigkeit der Menschen.«
»Aber da ich Sie vorgezogen, da ich Sie als Wirth, als Beschützer, als Herrn angenommen habe . . .« »Heuchelei.«
»Wenn mir am Reichthum gelegen wäre, so würde ich doch das Anerbieten annehmen.«
»Herr Gilbert, man täuscht mich oft einmal, nie zweimal; Sie sind frei; gehen Sie, wohin Sie wollen.«
»Aber wohin? großer Gott!« rief Gilbert in tiefen Schmerz versenkt, weil er für immer sein Fenster und die Nachbarschaft von Andrée und seine ganze Liebe verlören sah; . . . weil er in seinem Stolz schmerzlich verletzt war, daß man ihn im Verdacht eines Verrathes hatte; weil er seine Selbstverleugnung, seinen langen Kampf gegen die Trägheit und die sinnlichen Begierden seines Alters, die er so muthig bewältigt, mißkannt sah.
»Wohin?« sagte Rousseau. »Zuerst zu dieser Dame, welche eine schöne und vortreffliche Person ist.«
»Oh! mein Gott! mein Gott!« rief Gilbert, der seinen Kopf in seinen Händen schüttelte.
»Haben Sie nicht bange,« sagte Herr von Jussieu, tief verletzt als Weltmann durch den seltsamen Ausfall von Rousseau gegen die Damen, »haben Sie nicht bange: man wird für Sie sorgen, und was Sie verlieren, nun! man wird es Ihnen wiederzugeben bemüht sein.«
»Sehen Sie,« sprach Rousseau bitter, »hier ist Herr von Jussieu, ein Freund der Natur, einer von Ihren Genossen,« fügte er mit einer grimassenartigen Anstrengung, um zu lächeln, bei, »er verspricht Ihnen Beistand und Glück, und Sie können auf ihn zählen, denn Herr von Jussieu hat lange Arme.«
Nachdem er so gesprochen, verbeugte sich Rousseau, der nicht mehr seiner Herr, vor den Damen mit Reminiscenzen aus Orosmane, grüßte Herrn von Jussieu, der ganz bestürzt war, und ging, ohne Gilbert nur anzuschauen, tragisch aus dem Pavillon ab.
»Oh! was für ein häßliches Thier ist ein Philosoph,« sagte Chon ganz ruhig, während sie dem Genfer nachschaute, der den Fußpfad hinabging oder vielmehr hinabrumpelte.
»Verlangen Sie, was Sie wollen,« sprach Herr von Jussieu zu Gilbert, der immer noch sein Gesicht in seinen Händen verborgen hielt.
»Ja, verlangen Sie, Herr Gilbert,« fügte die Gräfin mit einem Lächeln an den verlassenen Zögling bei.
Dieser erhob seinen bleichen Kopf, schob die Haare zurück, welche die Thränen und der Schweiß an seine Stirne geklebt hatten, und sprach mit sicherer Stimme:
»Da man mir eine Stelle anbietet, so wünsche ich als Gärtnergehülfe in Trianon einzutreten.«
Chon und die Gräfin schauten sich an, und Chon streifte, indem sie triumphirend mit den Augen blinzelte, mit ihrem Fuß über den Fuß der Gräfin. Diese machte ein Zeichen mit dem Kopf, das sie vollkommen verstand.
»Ist das thunlich, Herr von Jussieu?« fragte die Gräfin; »ich wünsche es.«
»Da Sie es wünschen, Madame, so ist es geschehen,« antwortete er.
Gilbert verbeugte sich und legte eine Hand auf sein Herz, das vor Freude überströmte, nachdem es in Traurigkeit versenkt gewesen war.
LXXVII.
Der Apolog
In dem kleinen Cabinet in Luciennes, wo wir den Grafen Jean Dubarry, zum großen Mißvergnügen der Gräfin, so viel Chocolade haben verschlingen sehen, nahm der Herr Marschall von Richelieu einen Imbiß mit Madame Dubarry ein, welche, während sie Zamore an den Ohren zupfte, sich immer länger und nachläßiger auf einem Sopha von Atlaß mit Blumen brochirt ausstreckte, während der alte Höfling bei jeder neuen Stellung des verführerischen Geschöpfes ein neues Ach! der Bewunderung hören ließ.
»Oh! Gräfin,« sagte er, sich geberdend wie eine alte Frau, »Ihre Coiffure löst sich auf; Gräfin, Ihre Busenschleife rollt sich ab. Ach! Ihr Pantoffel fällt, Gräfin.«
»Bah! mein lieber Herzog, merken Sie nicht darauf,« erwiederte sie, während sie in der Zerstreuung Zamore ein Pfötchen Haare ausrupfte und sich ganz niederlegte – wollüstiger und schöner auf ihrem Sopha als Venus In ihrer Seemuschel.
Wenig empfindlich für alle diese Lagen und Stellungen, erröthete Zamore vor Zorn. Die Gräfin besänftigte ihn dadurch, daß sie eine Hand voll Dragées vom Tisch nahm, die sie ihm in die Tasche steckte.
Zamore aber verzog das Gesicht, drehte seine Tasche um, und leerte die Dragées auf den Boden.
»Ah! kleiner Bursche!« rief die Gräfin, indem sie ein feines Bein ausstreckte, dessen Ende sich mit den phantastischen Hosen des Negers in Verbindung setzte.
»Oh! Gnade!« rief der alte Marschall. »Sie werden ihn tödten, so wahr ich ein Edelmann bin.«
»Warum kann ich nicht heute das tödten, was mir mißfällt,« sagte die Gräfin; »Ich fühle mich unbarmherzig.«
»Ah! ich mißfalle Ihnen also?« sprach der Herzog.
»Oh! nein, Sie nicht, im Gegentheil; Sie sind mein alter Freund, und ich bete Sie an; aber sehen Sie, ich bin in der That toll.«
»Das ist also eine Krankheit, welche Ihnen diejenigen gegeben, die Sie toll machen?«
»Nehmen Sie sich in Acht! Sie reizen mich furchtbar mit Ihren Galanterien, von denen Sie nicht ein Wort glauben.«
»Gräfin! Gräfin! ich fange an zu glauben, nicht, daß Sie toll, sondern daß Sie undankbar sind.«
»Nein, ich bin weder toll, noch undankbar; ich bin . . .«
»Nun, was sind Sie?«
»Ich bin zornig, Herr Herzog.«
»Ah! Wahrhaftig?«
Das setzt Sie in Erstaunen?«
»Nicht im Geringsten, Gräfin; bei meiner Ehre, es ist Grund dazu vorhanden.«
»Sehen Sie, das empört mich an Ihnen, Marschall,«
»Es gibt etwas, was Sie an mir empört, Gräfin?«
»Ja.«
»Und was ist das, wenn es gefällig wäre? Ich bin sehr alt, um mich zu bessern, und dennoch kenne Ich keine Anstrengung, der ich mich nicht unterziehen würde, um Ihnen zu gefallen.«
»Das ist es, daß Sie nicht einmal wissen, um was es sich handelt, Marschall.«
»Oh! doch.«
»Sie wissen, was mich ärgert?«
»Allerdings; Zamore hat den chinesischen Springbrunnen zerbrochen.«
Ein unmerkliches Lächeln schwebte über die Lippen der jungen Frau; doch Zamore, der sich schuldig fühlte, neigte das Haupt voll Demuth, als ob eine schwere Wolke von Ohrfeigen und Nasenstübern am Himmel herbeigezogen wäre.
»Ja,« sagte die Gräfin mit einem Seufzer, »ja, Herzog, Sie haben Recht; das ist es, und Sie sind in der That ein sehr feiner Politiker.«
»Man hat es mir immer gesagt, Madame,« sprach Herr von Richelieu mit einer vor Bescheidenheit ganz zerknirschten Miene.
»Oh! man braucht mir das nicht zu sagen, daß ich es sehe, Herzog; Sie haben den Grund meines Verdrusses sogleich gefunden, ohne rechts oder links zu suchen: das ist herrlich.«
»Vortrefflich; doch das ist noch nicht Alles.«
»Ah! wahrhaftig!«
»Nein. Ich errathe noch etwas Anderes.«
»Wirklich?«
»Ja.«
»Und was errathen Sie?«
»Ich errathe, daß Sie gestern Abend Seine Majestät erwarteten.« »Wo dies?« »Hier.«
»Nun, und hernach?«
»Und daß Seine Majestät nicht gekommen ist,« Die Gräfin erröthete und erhob sich ein wenig auf den Ellenbogen.
»Ah! ah!« machte sie.
»Und ich komme doch von Paris,« sagte der Herzog.
»Was beweist das?«
»Daß ich nichts von dem wissen könnte, was in Versailles vorgefallen ist . . . und dennoch . . .«
»Herzog, mein lieber Herzog, Sie sind heute voll Zurückhaltung. Was Teufels! wenn man angefangen hat, vollendet man auch, oder man fängt gar nicht an.«
»Sie sprechen sehr nach Ihrem Gefallen, Gräfin. Lassen Sie mich wenigstens wieder Athem holen. Woran war ich?«
»Sie waren an . . . dennoch.«
»Ah, ja! es ist wahr, und dennoch weiß ich nicht nur, daß Seine Majestät nicht gekommen ist, sondern ich errathe auch, warum sie nicht gekommen ist.«
»Herzog, ich dachte immer bei mir, Sie wären ein Zauberer, nur fehlte es mir an einem Beweis.«
»Nun! diesen Beweis werde ich Ihnen geben.«
Die Gräfin, welche ein viel größeres Interesse an dem Gespräche nahm, als sie den Anschein haben wollte, ließ den Kopf von Zamore los, dem sie mit ihren weißen zarten Fingern das Haar zerzauste.
»Geben Sie, Herzog, geben Sie,« sagte sie.
»Vor dem Herrn Gouverneur?«
»Verschwinde, Zamore,« sagte die Gräfin zu dem Neger, der, vor Freude toll, mit einem Sprung aus dem Boudoir ins Vorzimmer stürzte.
»Nun ist es gut,« murmelte Richelieu; »doch ich soll also Alles sagen. Gräfin?«
»Wie, dieser Affe Zamore hat Ihnen Zwang angethan?«
»Um die Wahrheit zu sagen, Gräfin, thut mir immer Jemand Zwang an.«
»Ja, Jemand, das begreife ich; doch ist Zamore Jemand?«
»Zamore ist nicht blind, Zamore ist nicht taub, Zamore ist nicht stumm; es ist also Jemand. Ich schmücke mit diesem Namen Jeden, der meines Gleichen in Augen, in Ohren und Sprache ist, nämlich Jeden, der sehen kann, was ich thue, der hören oder wiederholen kann, was ich sage, kurz Jeden, der mich verrathen kann. Nachdem nun diese Theorie festgestellt ist, fahre ich fort.«
»Ja, fahren Sie fort, Herzog, Sie werden mir ein Vergnügen machen.«
»Ein Vergnügen, ich glaube nicht; gleichviel, Ich muß fortfahren. Der König besuchte also gestern Trianon.«
»Das kleine oder das große?« »Das kleine. Die Frau Dauphine war an seinem Arm.«
»Ah!«
»Und die Frau Dauphine, welche reizend ist, wie Sie wissen …«
»Ach!«
»Machte ihm so viel Schmeicheleien, Papachen hier, Großpapa dort, daß Seine Majestät, deren Herz von Gold ist, nicht widerstehen konnte, daß das Nachtessen auf den Spaziergang folgte, und daß die unschuldigen Spiele auf das Nachtessen folgten. Kurz . . .«
»Kurz,« rief Madame Dubarry bleich vor Ungeduld, »kurz, der König ist nicht nach Luciennes gekommen, nicht wahr, das ist es, was Sie sagen wollen?«
»Ei! mein Gott, ja.«
»Das ist ganz einfach. Seine Majestät hatte dort Alles, was sie liebt.«
»Ah! nein, Sie denken entfernt kein Wort von dem, was Sie sagen; höchstens Alles, was ihr gefällt.«
»Nehmen Sie sich in Acht, Herzog, das ist noch viel schlimmer: zu Nacht speisen, plaudern, spielen, ist Alles, was der König braucht. Und mit wem hat er gespielt?«
»Mit Herrn von Choiseul.«
Die Gräfin machte eine Bewegung des Aergers.
»Wollen Sie, daß wir nicht mehr hievon sprechen?« fragte Richelieu.
»Im Gegentheil, mein Herr, sprechen wir davon.«
»Sie sind ebenso muthig als geistreich, Madame; greifen wir also den Stier bei den Hörnern an, wie die Spanier sagen.«
»Das ist ein Sprüchwort, das Ihnen Frau von Choiseul nicht verzeihen würde, Herzog.«
»Es ist jedoch nicht auf sie anwendbar. Ich sagte also, Madame, daß Herr von Choiseul, da ich ihn bei seinem Namen nennen muß, mit dem König Karten spielte, und zwar mit so viel Glück, mit so viel Geschicklichkeit . . .«
»Daß er gewann?«
»Nein, daß er verlor, und daß Seine Majestät tausend Louis d’or im Piquet gewann, ein Spiel, worin Seine Majestät viel Eitelkeit besitzt, in Betracht, daß sie es sehr schlecht spielt.«
»Oh! der Choiseul, der Choiseul,« murmelte Madame Dubarry. »Und Frau von Grammont war dabei, nicht wahr?«
»Das heißt, Gräfin, sie war im Begriff, abzureisen.«
»Die Herzogin?«
»Ja, Ich glaube, sie begeht eine Albernheit.«
»Welche?«
»Da sie sieht, daß man sie nicht verfolgt, schmollt sie; da sie sieht, daß man sie nicht verbannt, verbannt sie sich selbst.«
»Wohin?«
»In die Provinz.«
»Sie wird intriguiren.«
»Was soll sie, bei Gott! Anderes thun? Da sie also in der Abreise begriffen war, so wollte sie ganz natürlich die Dauphine begrüßen, welche sie natürlich sehr liebt. Deshalb war sie in Trianon.«
»Im großen?«
»Allerdings, das kleine ist noch nicht meublirt.«
»Ah! die Frau Dauphine zeigt, indem sie sich mit allen diesen Choiseul umgibt, deutlich, welcher Partie sie sich anschließen will.«
»Nein, Gräfin, übertreiben wir nicht; denn die Herzogin wird am Ende morgen abgereist sein.«
»Und der König hat sich da belustigt, wo ich nicht war!« rief die Gräfin mit einer Entrüstung, in die sich ein gewisser Schrecken mischte.
»Mein Gott! ja; das ist unglaublich, aber es ist dennoch so, Gräfin. Lassen Sie hören, was schließen Sie daraus?«
»Daß Sie sehr gut unterrichtet sind, Herzog.«
»Und das ist Alles?«
»Nein.«
»Vollenden Sie also.«
»Ich schließe noch daraus, daß man den König freiwillig oder mit Gewalt aus den Klauen dieser Choiseul ziehen muß, oder wir sind verloren.«
»Leider!«
»Verzeihen Sie,« sagte die Gräfin; »ich sage wir, beruhigen Sie sich, Herzog, das ist nur auf die Familie anwendbar.«
»Und auf die Freunde, Gräfin, erlauben Sie mir, unter diesem Titel meinen Theil zu nehmen. Also …«
»Sie gehören also zu meinen Freunden?«
»Ich glaube es Ihnen gesagt zu haben, Madame,«
»Das ist nicht genug.«
»Ich glaube es Ihnen bewiesen zu haben.«
»Das ist besser, und Sie werden mir helfen?«
»Mit meiner ganzen Macht, Gräfin; aber . . .«
»Aber, was?«
»Das Werk ist schwierig, ich verberge es Ihnen nicht.«
»Sind sie denn nicht zu entwurzeln, diese Choiseul?«
»Sie sind wenigstens stark gepflanzt.«
»Sie glauben?«
»Ich glaube es.«
»Es gibt also, was auch der gute Lafontaine sagen mag, weder Wind noch Sturm gegen diese Eiche?«
»Es ist ein großes Genie, der Minister.«
»Gut! nun sprechen Sie wie die Encyklopädisten.«
»Bin ich nicht von der Academie?«
»Oh! Sie sind so wenig davon, Herzog.«
»Es ist wahr, Sie haben Recht, mein Secretaire ist von der Academie und nicht ich. Doch ich beharre nichtsdestoweniger auf meiner Meinung.«
»Daß Herr von Choiseul ein großes Genie ist?«
»Ja wohl.«
»Worin zeigt es sich denn, dieses große Genie? lassen Sie hören.«
»Darin, Madame, daß er eine solche Geschichte mit den Parlamenten und den Engländern angefangen hat, daß der König seiner nicht mehr entbehren kann.«
»Die Parlamente . . . er reizt sie gegen den König auf.«
»Ganz richtig, und darin liegt gerade die Geschicklichkeit.«
»Die Engländer treibt er zum Krieg an.«
»Allerdings, der Friede würde ihn zu Grunde richten.«
»Das ist nicht Genie, Herzog.«
»Was ist es denn. Gräfin?«
»Es ist Hochverrath,«
»Wenn der Hochverrath gelingt, Gräfin, so ist es Genie, wie mir scheint, und zwar vom besten.«
»In dieser Hinsicht, Herzog, kenne ich Jemand, der so geschickt ist, als Herr von Choiseul.«
..Bah!«
»In Beziehung auf die Parlamente wenigstens.«
»Das ist die Hauptsache.«
»Denn dieser Jemand ist Schuld an der Empörung der Parlamente.«
»Sie reizen meine Neugierde, Gräfin.«
»Sie kennen ihn nicht, Herzog?«
»Meiner Treue, nein.«
»Er gehört doch zu Ihrer Familie.«
»Sollte ich einen Mann von Genie in meiner Familie haben? Sprechen Sie vom Cardinal-Herzog, meinem Oheim?«
»Nein, ich spreche vom Herzog von Aiguillon, Ihrem Neffen.«
»Ah! Herr von Aiguillon, es ist wahr, er hat die Sache von La Chalotais in Schwung gebracht; meiner Treue, es ist ein hübscher Junge; ja, ja, in der That, er hat da ein hübsches Stück Arbeit gemacht. Hören Sie, Gräfin, bei meiner Ehre, das ist ein Mann, mit dem sich eine Frau von Geist verbinden sollte.«
»Begreifen Sie, Herzog,« sagte die Gräfin, »begreifen Sie, daß ich Ihren Neffen nicht kenne?«
»Wahrhaftig, Madame, Sie kennen ihn nicht?«
»Nein, ich habe ihn nie gesehen.«
»Armer Junge! er hat in der That seit Ihrer Thronbesteigung in der Bretagne gelebt. Er mag sich hüten, wenn er Sie sieht, er ist nicht an die Sonne gewöhnt.«
»Was macht mitten unter diesen Schwarzröcken ein Mann von Geist und Geschlecht, wie er?«
»Er wiegelt sie auf, da er nichts Besseres thun kann. Sie begreifen, Gräfin, Jeder nimmt sein Vergnügen, wo er es findet, und es gibt in der Bretagne keine große Lustbarkeiten. Ah! das ist ein thätiger Mann; Teufel! welch einen Diener hätte der König an ihm, wenn er wollte. Gegen ihn würden die Parlamente ihre Unverschämtheit nicht behaupten . . . Ab! er ist wahrhaftig Richelieu, Gräfin; erlauben Sie mir auch . . .«
»Was?«
»Daß ich ihn, sobald er eintrifft, Ihnen vorstelle.«
»Soll er bald nach Paris kommen?«
»Ei! Madame, wer weiß? Vielleicht hat er noch ein Lustrum in seiner Bretagne zu bleiben, wie der Spitzbube Voltaire sagt; vielleicht ist er unter Weges; vielleicht ist er zwei hundert Stunden von hier; vielleicht ist er vor der Barriere.«
Und der Marschall studirte auf dem Gesicht der jungen Frau die Wirkung der letzten Worte, die er gesagt.
Doch nachdem sie einen Augenblick geträumt hatte, sprach die Gräfin:
»Kehren wir zu dem Punkt zurück, wo wir waren.«
»Wohin Sie wollen, Gräfin.«
»Wo waren wir?«
»Bei dem Moment, wo sich Seine Majestät so sehr in Trianon in der Gesellschaft von Herrn von Choiseul gefällt.«
»Und wo wir davon sprachen, daß man den Choiseul fortschicken müsse.«
»Das heißt, wo Sie davon sprachen.«
»Wie,« sagte die Favoritin, »ich habe so großes Verlangen, ihn abgehen zu sehen, daß ich zu sterben Gefahr laufe, wenn er nicht geht; werden Sie mir nicht ein wenig helfen, mein lieber Herzog?«
»Oh! oh!« machte der Herzog sich aufblähend, »das ist, was wir in der Politik eine Eröffnung nennen.«
»Nennen Sie es, wie es Ihnen beliebt, nennen Sie es, wie es Ihnen gutdünkt; doch antworten Sie kategorisch.«
»Das ist ein abscheuliches Umstandswort in einem so schönen und so kleinen Mund.«
»Das heißen Sie antworten, Herzog?«
»Nein, nicht gerade: das heiße ich meine Antwort vorbereiten.«
»Ist sie vorbereitet?«
»Warten Sie doch.«
»Sie zögern, Herzog?«
»Nein.«
»Nun! ich höre.«
»Was halten Sie von den Apologen, Gräfin?«
»Das ist etwas Altes.«
»Bah! die Sonne ist auch alt, und wir haben noch nichts Besseres erfunden, um damit zu sehen.«
»Gut also, mit dem Apolog: doch das wird durchsichtig sein.«
»Wie Krystall.«
»Vorwärts.«
»Hören Sie mich, schöne Dame?«
»Ich höre.«
»Nehmen Sie also an, Gräfin . . . Sie wissen, daß man in den Apologen immer annimmt.«
»Gott! wie langweilig sind Sie, Herzog.«
»Sie denken nicht, was Sie sagen, Gräfin, denn nie haben Sie aufmerksamer gehört.«
»Es sei, ich habe Unrecht.«
»Nehmen Sie also an, Sie gehen in Ihrem schönen Garten in Luciennes spazieren, und Sie erblicken eine herrliche Pflaume, eine von jenen Reines-Claudes, die Sie so sehr lieben, weil sie die hochrothen und purpurnen Farben haben, welche den Ihrigen gleichen.«
»Gehen Sie, Schmeichler.«
»Sie bemerken, sage ich, eine von jenen Pflaumen ganz am Ende eines Zweigs, ganz oben auf dem Baum; was machen Sie, Gräfin?«
»Ich schüttle den Baum.«
»Ja, aber vergebens, denn der Baum ist groß, nicht zu entwurzeln, wie Sie so eben sagten, und Sie gewahren bald, daß Sie, ohne ihn zu erschüttern, Ihre kleinen Patschchen an der Rinde verletzen; dann sagen Sie, indem Sie den Kopf auf die liebenswürdige Weise, die nur Ihnen und den Blumen angehört, drehen: Mein Gott, mein Gott! wie gern möchte ich diese Pflaume auf dem Boden sehen; und Sie werden ärgerlich.«
»Das ist ganz natürlich, Herzog.«
»Ich werde Ihnen nicht das Gegentheil sagen.«
»Fahren Sie fort, mein lieber Herzog, Ihr Apolog interessirt mich ungemein.«
»Plötzlich sehen Sie, indem Sie sich umwenden, Ihren Freund, den Herzog von Richelieu, der denkend spazieren geht.«
»An was denkend?«
»Eine schöne Frage, bei Gott! an Sie; und Sie sagen ihm mit Ihrer anbetungswürdigen Flötenstimme: ,.Ah! Herzog! Herzog!’ «
»Sehr gut!«
» ‚Sie sind ein Mann; Sie sind stark; Sie haben Mahon genommen; schütteln Sie mir doch ein wenig diesen verteufelten Pflaumenbaum, damit ich diese satanische Pflaume bekomme;’ nicht so, Gräfin?«
»Durchaus, Herzog; ich sagte dies ganz leise, während Sie es laut sagten; doch was antworteten Sie?«
»Ich antwortete . . .«
»Ja.«
»Ich antwortete . . . Wie Sie drängen, Herzogin! ich wünsche in der That nichts Anderes, doch schauen Sie, schauen Sie, wie dieser Baum solid ist, wie die Zweige knorrig sind; was Teufels, ich halte auch auf meine Hände, obgleich sie fünfzig Jahre älter sind, als die Ihrigen.«
»Ah!« machte plötzlich die Gräfin, »gut, gut, ich verstehe.«
»Dann setzen Sie den Apolog fort. Was sagen Sie mir?«
»Ich sage Ihnen . . .«
»Mit Ihrer Flötenstimme?«
»Immer.«
»Ich sage Ihnen: mein kleiner Marschall, hören Sie auf, diese Pflaume gleichgültig anzuschauen, welche Sie übrigens nur gleichgültig anschauen, weil sie nicht für Sie ist; wünschen Sie dieselbe mit mir, mein lieber Marschall, begehren Sie mit mir nach ihr, und wenn sie mir gehörig den Baum schütteln, wenn die Pflaume fällt, nun wohl! …«
»Nun?«
»So essen wir sie mit einander.«
»Bravo!« rief der Herzog in die Hände klatschend.
»Ist es so?«
»Meiner Treue, Gräfin, nur Sie können einen Apolog endigen. Bei meinen Hörnern! wie mein seliger Vater sagte, wie zierlich ist das geschürzt.«
»Sie werden also den Baum schütteln, Herzog?«
»Mit beiden Händen und drei Herzen, Gräfin.«
»Und die Pflaume war wirklich eine Reine-Claude?«
»Man ist nicht vollkommen sicher, Gräfin.«
»Was ist es denn?«
»Mir scheint, es war vielmehr ein Portefeuille oben auf diesem Baum.«
»Uns Beiden also das Portefeuille.«
»Oh! nein, mir allein. Beneiden Sie mich nicht um dieses Maroquin, Gräfin; es werden so viele schöne Dinge mit ihm vom Baume fallen, wenn ich ihn geschüttelt habe, daß Sie nicht wissen, was Sie wählen sollen.«
»Nun. Marschall, ist das eine verabredete Sache?«
»Ich bekomme den Platz von Herrn von Choiseul.«
»Wenn der König will.«
»Will der König nicht Alles, was Sie wollen?«
»Sie sehen wohl, daß dies nicht der Fall ist, da er seinen Choiseul nicht wegschicken will.«
»Oh! ich hoffe, der König wird wohl die Gnade haben, sich seines alten Gefährten zu erinnern.«
»Waffengefährten?«
»Ja, Waffengefährten; die größten Gefahren sind nicht immer im Krieg, Gräfin.«
»Und Sie verlangen nichts von mir für den Herzog von Aiguillon?«
»Meiner Treue, nein; der Bursche wird selbst zu verlangen wissen.«
»Ueberdies werden Sie da sein. Nun ist die Reihe an mir.«
»Die Reihe, was zu thun?«
»Zu verlangen.«
»Ganz richtig.«
»Was werden Sie mir geben?«
»Was Sie wollen.«
»Ich will Alles.«
»Das ist vernünftig.«
»Und ich werde es bekommen?«
»Eine schöne Frage. Doch werden Sie damit zufrieden sein, und nur dieses von mir verlangen?«
»Nur dieses und noch etwas Anderes.«
»Sprechen Sie,«
»Sie kennen Herrn von Taverney?«
