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Kitabı oku: «Joseph Balsamo Denkwürdigkeiten eines Arztes 1», sayfa 57

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LXXXII.
Die Jagd auf den Zauberer

Eine lange Reihe von Wagen füllte die Zugänge des Waldes von Marly, wo der König jagte.

Es war das, was man eine Nachmittagsjagd nannte.

In den letzten Zeiten seines Lebens machte König Ludwig XV. wirklich keine Jagd mehr selbstthätig mit. Er begnügte sich, dem Jagen zuzusehen.

Diejenigen von unsern Lesern, welche den Plutarch gelesen haben, werden sich vielleicht jenes Koches von Marcus Antonius erinnern, der von Stunde zu Stunde ein Wildschwein an den Spieß steckte, damit sich unter den fünf bis sechs Schweinen, welche gebraten wurden, stets eines gargekocht für den Augenblick fände, wo sich Marcus Antonius würde zur Tafel setzen.

Marcus Antonius hatte in seiner Statthalterschaft in Kleinasien Geschäfte im Ueberfluß: er mußte Recht sprechen , und da die Cilicier, die Sache wird von Juvenal nachgewiesen, große Diebe waren, so sah sich Marcus Antonius sehr beschäftigt. Er hatte also stets fünf bis sechs Braten am Spieß für den Augenblick, wo ihm seine richterlichen Geschäfte Zeit ließen, ein Stück zu essen.

Dasselbe war bei Ludwig XV. der Fall. Für die Nachmittagsjagden hatte er ein paar Damhirsche in zwei bis drei verschiedenen Stunden lancirt, und je nach seiner Stimmung wählte er ein nahes oder ein entferntes Hallali.

An diesem Tage hatte Seine Majestät erklärt, sie würde bis um vier Uhr jagen. Man hatte also einen seit Mittag lancirten Hirsch gewählt, der bis dahin zu gehen versprach.

Madame Dubarry gelobte sich ihrerseits, dem König so getreulich zu folgen, als der König dem Hirsch zu folgen entschlossen war.

Aber die Jäger denken und der Zufall lenkt.

Eine Combination des Zufalls veränderte diesen schönen Plan von Madame Dubarry.

Madame Dubarry hatte im Zufall einen Gegner gefunden, der beinahe so launenhaft war als sie.

Während die Gräfin, mit Herrn von Richelieu über Politik plaudernd, Seiner Majestät nacheilten welche ihrerseits dem Hirsch folgte, und der Herzog und sie einen Theil der Grüße erwiederten, die ihnen auf dem Wege geboten wurden, erblickten sie plötzlich fünfzig Schritte von der Straße unter einem bewunderungswürdigen Dach von grünem Laubwerk eine zerbrochene Caleche, die auf eine klägliche Weise ihre zwei Räder dem Himmel zuwandte, während die zwei Rappen, welche sie hätten ziehen sollen, friedlich der eine an einer Buche, der andere an dem Moose nagten, das sich zu seinen Füßen ausbreitete.

Die Pferde von Madame Dubarry, ein herrliches Gespann, ein Geschenk des Königs, hatten, wie man heut zu Tage sagt, alle andere Wagen distancirt und waren zuerst zu der zerbrochenen Caleche gekommen.

»Ah! ein Unglück,« sagte ruhig die Gräfin.

»Meiner Treue, ja!« sprach der Herzog von Richelieu mit demselben Phlegma, denn bei Hofe verbraucht man wenig Empfindelei, »meiner Treue, ja, die Caleche ist in Stücken.«

»Ist es ein Todter, was ich dort auf dem Grase sehe?« fragte die Gräfin. »Schauen Sie doch, Herzog.«

»Ich glaube nicht, das rührt sich.«

»Ist es ein Mann oder eine Frau?«

»Ich weiß es nicht. Ich sehe sehr schlecht.«

»Das grüßt.«

»Dann ist es nicht todt.«

Richelieu lüpfte für jeden Fall seinen Dreispitz.

»Aber, Gräfin,« sagte er, »mir scheint  . . .«

»Mir auch.«

»Daß es Seine Eminenz der Prinz Louis ist.«

»Der Cardinal von Rohan in Person.«

»Was Teufels macht er dort?« fragte der Herzog.

»Wir wollen sehen,« erwiederte die Gräfin. »Champagne, zu dem zerbrochenen Wagen, vorwärts.«

Der Kutscher der Gräfin verließ sogleich die Straße und fuhr unter die hochstämmigen Bäume.

»Meiner Treue, ja, es ist Monseigneur der Cardinal,« sagte Richelieu.

Es war in der That Seine Eminenz, die sich auf das Gras gelegt hatte, bis einer von ihren Bekannten vorüberkommen würde.

Als der Cardinal Madame Dubarry auf sich zukommen sah, stand er auf und rief:

»Meinen tausendfachen Respect der Frau Gräfin.«

»Wie, Cardinal, Sie?«

»Ich selbst.«

»Zu Fuß?«

»Nein, sitzend.«

»Sollten Sie verwundet sein?«

»Nicht im Geringsten.«

»Und durch welchen Zufall in diesem Zustand?«

»Sprechen Sie mir nicht davon, Madame, diesem Thier von einem Kutscher, einem Schuft, den ich aus England habe kommen lassen, befehle ich, gerade durch das Gehölze zu fahren, um die Jagd einzuholen, und er dreht so kurz, daß er mich umwirft und mir beim Umwerfen meinen besten Wagen zerbricht.«

»Beklagen Sie sich nicht, Cardinal,« sagte die Gräfin, »ein französischer Kutscher hätte Ihnen den Hals oder wenigstens die Rippen gebrochen.«

»Das ist vielleicht wahr.«

»Trösten Sie sich also.«

»Oh! ich habe Philosophie; nur werde ich genöthigt sein, zu warten, und das ist zum Sterben.«

»Wie, Prinz, warten! ein Rohan sollte warten?«

»Er muß wohl.«

»Meiner Treue, nein: ich würde eher aus meinem Wagen aussteigen, als Sie hier lassen.«

»In der That, Madame, Sie beschämen mich.«

»Steigen Sie ein, Prinz, steigen Sie ein.«

»Nein, ich danke, Madame, ich erwarte Soubise, der die Jagd mitmacht und unfehlbar in einigen Augenblicken hier vorüberkommen wird.«

»Wenn er aber einen andern Weg gewählt hat?«

»Gleichviel.«

»Monseigneur, ich bitte Sie.«

»Nein, ich danke, Madame.«

»Aber warum denn?«

»Ich will Sie nicht belästigen.«

»Cardinal, wenn Sie sich weigern, einzusteigen, lasse ich meine Schleppe von einem Bedienten nehmen und laufe wie eine Dryade im Walde umher.«

Der Cardinal lächelte, bedachte, daß ein längerer Widerstand von der Gräfin übel gedeutet werden könnte, und entschloß sich, in ihren Wagen zu steigen.

Der Herzog hatte schon seinen Platz im Fond verlassen und sich auf das Vorderbänkchen gesetzt.

Der Cardinal handelte um die Ehre, aber der Herzog war unbeugsam.

Bald hatten die Pferde der Gräfin die verlorene Zeit wieder eingeholt.

»Verzeihen Sie, Monseigneur,« sagte die Gräfin zum Cardinal, »Eure Eminenz hat sich also mit der Jagd wieder ausgesöhnt?«

»Wie so?«

»Ich sehe Sie zum ersten Mal an dieser Belustigung Theil nehmen.«

»Nein, Gräfin. Ich kam nach Versailles, um die Ehre zu haben, Seiner Majestät meine Huldigung darzubringen, erfuhr aber, sie wäre auf der Jagd; ich hatte in einer wichtigen Angelegenheit mit dem König zu sprechen und eilte ihm nach; doch durch diesen verfluchten Kutscher werde ich nicht nur das Ohr des Königs, sondern auch mein Rendez-vous in der Stadt verfehlen.«

»Sie sehen, Madame,« rief der Herzog lachend, »Monseigneur gesteht Ihnen die Dinge geradezu; Monseigneur hat ein Rendez-vous.«

»Das ich, ich wiederhole es, verfehlen werde,« sprach die Eminenz.

»Kann ein Rohan, ein Prinz, ein Cardinal etwas verfehlen?« fragte die Gräfin.

»Bei Gott!« rief der Prinz, »wenn nicht ein Wunder geschieht.«

Der Herzog und die Gräfin schauten sich an; dieses Wort erinnerte sie an ein kurz vorhergehendes Gespräch.

»Nun! mein Prinz ,« sagte die Gräfin, »da Sie von Wunder sprechen, so muß ich Ihnen offenherzig Eines gestehen: daß es mich freut, einen Kirchenfürsten zu treffen, um ihn zu fragen, ob er daran glaube.«

»Woran, Madame?«

»An Wunder,« sagte der Herzog.

»Die Schrift macht sie uns zu einem Glaubensartikel, Madame,« erwiederte der Cardinal, der eine gläubige Miene anzunehmen suchte.

»Oh! ich spreche nicht von alten Wundern,« erwiederte die Gräfin.

»Und von welchen Wundern sprechen Sie denn, Madame?«

»Von modernen Wundern.«

»Diese, ich muß es gestehen, sind seltener,« versetzte der Cardinal. »Doch  . . .«

»Doch, was?«

»Meiner Treue! ich habe Dinge gesehen, die, wenn sie nicht wunderbar wären, wenigstens unglaublich erscheinen müßten.«

»Sie haben solche Dinge gesehen, Prinz?«

»Bei meiner Ehre.«

»Aber Sie wissen wohl,« sagte Richelieu lachend, »man behauptet, Seine Eminenz stehe in Verbindung mit Geistern, was vielleicht nicht sehr orthodox ist.«

»Nein, was aber sehr bequem sein muß,« sprach die Gräfin.

»Und was haben Sie gesehen, Prinz?«

»Ich habe geschworen, es geheim zu halten.«

»Oho! das wird ernster.«

»Es ist so, Madame.«

»Wenn Sie aber die Geheimhaltung in Beziehung auf die Zauberei versprochen haben, so haben Sie dieselbe vielleicht nicht hinsichtlich des Zauberers versprochen?«

»Nein.«

»Nun wohl, Prinz, ich muß Ihnen sagen, der Herzog und ich, wir sind ausgegangen, um irgend einen Magier aufzusuchen.«

»Wahrhaftig?«

»Auf Ehre.«

»Nehmen Sie den meinigen.«

»Das ist mir äußerst lieb.«

»Er steht zu Ihren Diensten, Gräfin.«

»Und zu den meinigen auch, Prinz?«

»Und zu den Ihrigen auch, Herzog.«

»Wie heißt er?«

»Graf von Fönix.«

Madame Dubarry und der Herzog schauten sich erbleichend an.

»Das ist seltsam,« sagten sie gleichzeitig.

»Kennen Sie ihn?« fragte der Prinz.

»Nein. Und Sie halten ihn für einen Zauberer?«

»Eher zwei als einmal.«

»Sie haben mit ihm gesprochen?«

»Ganz gewiß.«

»Und Sie fanden ihn?«

»Vollkommen.«

»Bei welcher Gelegenheit?«

»Ah!  . . .«

Der Cardinal zögerte.

»Als ich mir von ihm wahrsagen ließ.«

»Und er hat richtig gewahrsagt?«

»Er erzählte mir Dinge aus der andern Welt.«

»Er hat keinen, andern Namen, als den eines Grafen von Fönix?«

»Doch:, ich hörte ihn auch noch  . . .«

»Sprechen Sie, Monseigneur,« sagte die Gräfin ungeduldig.

»Ich hörte ihn Joseph Balsamo nennen.«

Die Gräfin faltete die Hände und schaute Richelieu an. Richelieu kratzte sich an der Nasenspitze und schaute die Gräfin an.

»,Ist er sehr schwarz, der Teufel?« fragte plötzlich Madame Dubarry.

»Der Teufel, Gräfin? ich habe ihn nicht gesehen.«

»Was sagen Sie denn da, Gräfin?« rief Richelieu. »Das wäre eine schöne Gesellschaft für einen Cardinal.«

»Wahrsagt man Ihnen, ohne Ihnen den Teufel zu zeigen?« fragte die Gräfin.

»Oh! gewiß, man zeigt den Teufel nur geringen Leuten; für uns geht man darüber weg.«

»Sagen Sie, was Sie wollen, Prinz,« fuhr Madame Dubarry fort; , es ist immer ein wenig Teufelei dabei.«

»Ich glaube es wohl!«

»Grüne Feuer, nicht wahr? Gespenster, höllische Kessel, welche abscheulich brandicht riechen.«

»Nein, nein, mein Zauberer hat vortreffliche Manieren; es ist ein äußerst galanter Mann, der im Gegentheil sehr gut empfängt.«

»Werden Sie sich nicht Ihr Horoskop von diesem Zauberer stellen lassen, Gräfin?« fragte Richelieu.

»Ich gestehe, ich habe die größte Lust dazu.«

»Thun Sie es, Madame.«

»Aber wo geschieht das?« fragte Madame Dubarry, in der Hoffnung, der Cardinal würde ihr die Adresse geben, die sie suchte.

»In einem schönen und sehr zierlich ausgestatteten Zimmer.«

Die Gräfin hatte Mühe, ihre Ungeduld zu verbergen.

»Gut,« sagte sie., »doch das Haus?«

»Ein anständiges Haus, obgleich von seltsamer Bauart.«

Die Gräfin zitterte vor Aerger, daß man sie so wenig verstand.

Richelieu kam ihr zu Hülfe,

»Sehen Sie denn nicht, Monseigneur,« sagte er, »daß Madame wüthend ist, weil sie noch nicht weiß, wo Ihr Zauberer wohnt.«

»Wo er wohnt, haben Sie gesagt?«

»Ja.«

»Ah! sehr gut,« erwiederte der Cardinal. »Ei! meiner Treue, warten Sie doch  . . . ja  . . . nein. Im Marais, beinahe an der Ecke des Boulevard, Rue Saint-François, Saint-Anastase  . . . nein. Der Name von einem Heiligen ist dabei.«

»Aber von welchem Heiligen? sagen Sie, Sie, der Sie alle Heilige kennen müssen.«

»Im Gegentheil ich kenne sie sehr wenig,« sagte der Cardinal; »aber warten Sie doch, mein Lackei muß das wissen.«

»Richtig,« sagte der Herzog; »man hat ihn hinten aufgenommen; halt, Champagne, halt.«

Und der Herzog zog an der Schnur, die mit dem kleinen Finger des Kutschers in Verbindung stand.

Der Kutscher hielt auf ihren nervigen Hacksen die zwei bebenden Pferde kurz an.

»Olive,« sagte der Cardinal, »bist Du da, Bursche?«

»Ja, Monseigneur.«

»Wo bin ich eines Abends im Marais, sehr fern, gewesen?«

Der Lackei hatte das Gespräch ganz gut gehört, aber er hütete sich wohl, unterrichtet zu scheinen.

»Im Marais?« sagte er, indem er sich eine Miene gab, als suchte er.

»Ja, beim Boulevard.«

»An welchem Tag, Monseigneur?«

»An dem Tag, wo ich von Saint-Denis zurückkam.«

»Von Saint-Denis?« versetzte Olive, um sich wichtig zu machen und sich ein natürlicheres Ansehen zu geben.«

»Ja, von Saint-Denis, ich glaube, der Wagen erwartete mich auf dem Boulevard.«

»Sehr wohl, Monseigneur,« sagte Olive, »ich erinnere mich nun, es kam ein Mann und warf einen schweren Pack in den Wagen.«

»Das ist möglich,« erwiederte der Cardinal; »doch wer spricht hievon, Thier?«

»Was wünscht denn Monseigneur?«

»Den Namen der Straße zu wissen.«

»Rue Saint-Claude.«

»Claude, so ist es!« rief der Cardinal. »Ich hätte auf den Namen eines Heiligen gewettet.«

»Rue Saint-Claude,« wiederholte die Gräfin, indem sie Richelieu einen so ausdrucksvollen Blick zuwarf, daß der Marschall, welcher stets seine Geheimnisse ergründen zu lassen befürchtete, besonders wenn es sich um eine Verschwörung handelte, Madame Dubarry mit den Worten unterbrach:

»Ah! Gräfin, der König.«

»Wo?«

»Dort.«

»Der König! der König!« rief die Gräfin; »links, Champagne, links, daß uns Seine Majestät nicht sieht.«

»Und warum dies, Gräfin?« fragte der Cardinal erschrocken. »Ich glaubte im Gegentheil, Sie würden mich zu Seiner Majestät führen.«

»Ah! es ist wahr, Sie haben Lust, den König zu sehen.«

»Ich komme nur zu diesem Ende, Madame.«

»Nun! man wird Sie zum König führen.«

»Aber Sie?«

»Wir bleiben hier.«

»Gräfin  . . .«

»Ich bitte, Prinz, thun Sie sich keinen Zwang an. Jeder hat seine eigene Angelegenheit. Der König ist dort unter jener Gruppe von Kastanienbäumen, Sie haben mit dem König zu thun, vortrefflich; Champagne!«

Champagne hielt kurz an.

»Champagne, lassen Sie uns aussteigen und führen Sie Seine Eminenz zum König.«

»Wie! allein, Gräfin?«

»Sie verlangten nach dem Ohr des Königs, Herr Cardinal.«

»Das ist wahr.«

»Nun! Sie sollen es ganz haben.«

»Ah! Sie sind zu gütig.« rief der Prälat und küßte Madame Dubarry artig die Hand.

»Doch Sie selbst, wohin werden Sie sich zurückziehen?«

»Hier unter diese jungen Eichen.«

»Der König wird Sie suchen.«

»Desto besser.«

»Er wird sehr unruhig sein, wenn er Sie nicht sieht.«

»Das wird ihn peinigen, und das ist es, was ich gerade wünsche.«

»Sie sind anbetungswürdig, Gräfin.«

»Das sagt mir auch der König, wenn ich ihn gepeinigt habe. Champagne, haben Sie Seine Eminenz geführt, so kehren Sie im Galopp zurück.«

»Ja, Frau Gräfin.«

»Guten Tag, Herzog.«

»Auf Wiedersehen, Monseigneur,« sprach der Herzog.

Der Bediente ließ den Fußtritt herab und der Herzog stieg mit der Gräfin aus, welche leicht wie ein dem Kloster entlaufenes Mädchen zu Boden sprang, während der Wagen rasch Seine Eminenz nach dem Hügel führte, wo, Seine allerchristlichste Majestät mit ihren schlechten Augen die boshafte Gräfin suchte, welche außer dem König alle Welt gesehen hatte.

Madame Dubarry verlor keine Zeit. Sie nahm den Arm des Herzogs, zog ihn in den Eichenschlag und sagte hier:

»Wissen Sie, daß ihn Gott abgeschickt hat, diesen lieben Cardinal?«

»Um uns einen Augenblick von ihm zu befreien, ich verstehe das,« erwiederte der Herzog.

»Nein, um uns auf die Spur unseres Mannes zu bringen.«

»Wir werden also zu ihm gehen?«

»Ich glaube wohl. Nur  . . .«

»Was, Gräfin?«

»Ich gestehe, ich habe bange.«

»Wovor?«

»Vor dem Zauberer. Oh! ich bin sehr leichtgläubig.«

»Teufel!«

»Und Sie, glauben Sie an Zauberer?«

»Ich sage nicht nein, Gräfin.«

»Meine Geschickte mit der Weissagung.«

»Das ist eine Thatsache, und ich selbst !..« sagte der alte Marschall, indem er sich am Ohr rieb. »Nun, Sie?«

»Ich selbst habe einen gewissen Zauberer kennen lernen.«

»Bah!«

»Der mir eines Tags einen großen Dienst leistete.«

»Welchen?«

»Er hat mich wiedererweckt.«

»Sie wiedererweckt!«

»Gewiß. Ich war todt.«

»Erzählen Sie mir das, Herzog.«

»So verbergen wir uns.«

»Herzog, Sie sind furchtbar feig.«

»Nein, ich bin nur klug.«

»Sind wir gut hier?«

»Ich glaube.«

»Die Geschichte, die Geschichte!«

»Hören Sie. Ich befand mich in Wien. Es war zur Zeit meiner Ambassade, ich bekam am Abend unter einem Scheinwerfer einen gewaltigen Degenstich durch den Leib. Es war der-Degen eines Ehemanns, eine teufelmäßig ungesunde Sache. Ich fiel. Man hob mich auf; ich war todt.«

»Wie, Sie waren todt?«

»Meiner Treue, ja, oder es fehlte wenigstens nicht viel. Da geht ein Zauberer vorüber und fragt, wer der Mensch sei, den man wegtrage. Man sagte ihm, ich sei es. Er läßt die Tragbahre anhalten, gießt mir drei Tropfen von ich weiß nicht was auf die Wunde, drei andere auf die Lippen. Das Blut hört auf zu fließen, der Athem kehrt zurück, die Augen öffnen sich wieder, und ich bin geheilt.«

»Das ist ein Wunder Gottes, Herzog.«

»Das erschreckt mich gerade: ich glaube im Gegentheil, es ist ein Wunder des Teufels.«

»Ganz richtig Marschall. Gott hätte einen lockeren Vogel Ihrer Art nicht gerettet; Ehre dem Ehre gebührt. Und er lebt noch, Ihr Zauberer?«

»Ich bezweifle es, wenn er nicht das trinkbare Gold gefunden hat.«

»Wie Sie. Marschall.«

»Sie glauben also an diese Mährchen?«

»Ich glaube an Alles. Er war alt?«

»Methusalem in Person.«

»Und er hieß?«

»Ah! er hatte einen herrlichen, griechischen Namen: Althotas!«

»Oh! das ist ein furchtbarer Name, Marschall.«

»Nicht wahr, Madame?«

»Herzog, der Wagen kommt zurück.«

»Vortrefflich,«

»Sind wir entschlossen?«

»Meiner Treue, ja.«

»Wir gehen nach Paris?«

»Nach Paris.«

»In die Rue Saint-Claude?«

»Wenn Sie wollen  . . . doch der König wartet.«

»Das würde mich bestimmen, wenn ich nicht schon entschlossen wäre. Er hat mich gepeinigt, nun mag Frankreich wüthen.«

»Aber er wird Sie entführt, verloren glauben.«

»Um so mehr, als man mich mit Ihnen gesehen hat, Marschall.«

»Hören Sie, Gräfin, ich will ebenfalls offenherzig sein: ich habe bange.«

»Wovor?«

»Ich habe bange, Sie könnten das irgend Jemand erzählen, und man dürfte über mich spotten.«

»Dann wird man über uns Beide spotten, da ich mit Ihnen gehe.«

»Gut, Gräfin, ich bin entschlossen. Wenn Sie mich übrigens verrathen, so sage ich …«

»Was sagen Sie?«

»Sie haben mir eine geheime Zusammenkunft gegeben.«

»Man wird Ihnen nicht glauben, Herzog.«

»Ei, ei, Gräfin! wenn Seine Majestät nicht da wäre.«

»Champagne! Champagne! hier hinter dieses Gebüsch, daß man uns nicht sieht. Germain, öffne den Schlag, Gut. Nun nach Paris, Rue Saint-Claude, im Marais, was die Pferde laufen können.

LXXXIII.
Der Courier

Es war sechs Uhr Abends.

In dem Zimmer der Rue Saint-Claude, wo wir unsere Leser schon eingeführt haben, saß Balsamo bei der wachen Lorenza und suchte durch Ueberredung diesen gegen alle Bitten widerspänstigen Geist zu bezähmen.

Doch die junge Frau schaute ihn scheel an, wie Dido Aeneas anschaute, als er abzureisen im Begriff war, sprach nur, um ihm Vorwürfe zu machen, und streckte nur ihre Hand aus, um ihn zurückzustoßen.

Sie beklagte sich, daß sie eine Gefangene, eine Sklavin sei und nicht mehr athme, die Sonne nicht mehr sehe, Sie beneidete die ärmsten Geschöpfe, Vögel, Blumen um ihr Schicksal. Sie nannte Balsamo ihren Tyrannen.

Dann vom Vorwurf zum Zorn übergehend, zerriß sie zu Fetzen die reichen Stoffe, die ihr ihr Gatte geschenkt hatte, um durch einen Anschein von Coquetterie die Einsamkeit zu erheitern, die er ihr auferlegte.

Balsamo sprach voll Sanftmuth mit ihr und schaute sie voll Liebe an. Man sah, daß dieses schwache und reizbare Geschöpf einen ungeheuren Platz in seinem Herzen, wenn nicht in seinem Leben, einnahm.

»Lorenza,« sagte er zu ihr, »mein geliebtes Kind, warum zeigen Sie diesen feindseligen, widerstrebenden Geist? Warum wollen Sie nicht mit mir, der ich Sie über allen Ausdruck liebe, als eine sanfte und ergebene Gefährtin leben? Dann hätten Sie nichts mehr zu wünschen, Sie wären frei, sich in der Sonne zu erschließen, wie diese Blumen, von denen Sie so eben sprachen, Ihre Flügel auszubreiten, wie die Vögel, die Sie um ihr Schicksal beneiden; wir gingen dann überall hin miteinander, Sie würden dann nicht nur die Sonne sehen, die Sie so sehr entzückt, sondern auch die scheinbaren Sonnen der Menschen, die Gesellschaften, in welche die Frauen dieses Landes gehen; Sie wären glücklich nach Ihrem Geschmack und würden mich auf meine Weise glücklich machen. Warum wollen Sie dieses Glück nicht, Lorenza, das bei Ihrer Schönheit, bei Ihrem Reichthum so viele Frauen eifersüchtig machen müßte?«

»Weil ich Sie verabscheue,« erwiederte die stolze junge Frau.

Balsamo heftete auf Lorenza einen Blick, in welchem zugleich Zorn und Mitleid ausgedrückt waren, und sprach:

»Leben Sie also, wie Sie sich zu leben verurtheilen, und da Sie so stolz sind, so beklagen Sie sich nicht.«

»Ich würde mich auch nicht mehr beklagen, wenn Sie mich allein ließen; ich würde mich nicht beklagen, wenn Sie mich nicht mit Ihnen zu sprechen nöthigen wollten. Bleiben Sie von mir weg, oder wenn Sie in mein Gefängniß kommen, sagen Sie mir nichts, und ich werde es machen wie die armen Vögel des Süden, die man im Käfig hält: sie sterben, aber sie singen nicht.«

Mit einer gewissen Anstrengung gegen sich selbst erwiderte Balsamo:

»Auf, Lorenza, seien Sie sanft und fügsam; lesen Sie einmal in meinem Herzen, in meinem Herzen, das Sie über Alles liebt. Wollen Sie Bücher?«

»Nein.«

»Warum dies? Bücher werden Sie zerstreuen.«

»Ich will eine solche Langweile haben, daß ich daran sterbe.«

Balsamo lächelte, oder suchte vielmehr zu lächeln.

»Sie sind toll,« sagte, er, »Sie wissen wohl, daß Sie nicht sterben, so lange ich da bin, um Sie zu pflegen und zu heilen, wenn Sie krank werden.«’

»Oh!« rief Lorenza, »Sie werden mich nicht heilen an dem Tag, wo Sie mich erwürgt mit dieser Schärpe am Gitter meines Fensters finden.«

Balsamo schauerte.

»An dem Tag,« fuhr die Wüthende fort, »wo ich dieses Messer geöffnet und mir in’s Herz gestoßen haben werde.«

Bleich und von eisigem Schweiß bedeckt, schaute Balsamo Lorenza an und sprach mit drohender Stimme:

»Nein, Lorenza, an diesem Tag werde ich Sie nicht heilen, ich werde Sie wiedererwecken.«

Lorenza stieß einen Schrei des Schreckens aus: sie kannte keine Grenzen der Macht von Balsamo und glaubte an seine Drohung.

Balsamo war gerettet.

»Während sie sich in diese neue Ursache der Verzweiflung, die sie nicht vorhergesehen, versenkte, während sich ihr schwankender Geist in einen unübersteigbaren Kreis von Martern eingeschlossen sah, klang das Glöckchen, mit dem Fritz ein Zeichen gab, an das Ohr von Balsamo.

Es klang dreimal rasch und mit gleichen Schlägen.

»Ein Courier,« sagte er.

Dann nach einem kurzen Zwischenraum erscholl wieder ein Schlag.

»Er hat große Eile,« rief Balsamo.

»Ah!« sagte Lorenza, »Sie werden mich also verlassen!«

Er nahm die kalte Hand der jungen Frau und sprach:

»Noch einmal und zwar zum letzten Mal: leben wir in gutem Einverständniß, leben wir brüderlich, Lorenza; da uns das Schicksal mit einander verbunden hat, machen wir aus dem Schicksal einen Freund und nicht einen Henker.«

Lorenza antwortete nicht. Ihr starres, düsteres Auge schien im Unendlichen einen Gedanken zu suchen, der ihr ewig entging, und den sie vielleicht nicht mehr fand, weil sie ihn zu sehr verfolgt hatte, wie es denjenigen ergeht, deren Auge zu sehnsüchtig nach dem Lichte begehrt hat, nachdem sie lange in der Finsterniß gelebt, so daß sie dann von der Sonne geblendet werden.

Balsamo nahm ihre Hand und küßte sie, ohne daß sie ein Lebenszeichen von sich gab.

Dann machte er einen Schritt nach dem Kamin.

In diesem Augenblick erwachte Lorenza aus ihrer Erstarrung und heftete gierig ihre Augen auf ihn.

»Ja,« murmelte er, »Du willst wissen, wo ich hinausgehe, um eines Tags nach mir hinauszugehen, um zu fliehen, wie Du gedroht hast, und deshalb erwachst Du, deshalb folgst Du mir mit dem Blick.«

Und er fuhr mit der Hand über seine Stirne, als ob er sich selbst einen peinlichen Zwang auferlegte; er streckte dieselbe Hand gegen die junge Frau aus und sprach mit einem gebieterischen Tone, indem er ihr seinen Blick und seine Geberde wie einen Pfeil gegen die Brust und die Augen schleuderte:

»Schlafe.«

Kaum war dieses Wort gesprochen, als sich Lorenza beugte, wie eine Blume auf ihrem Stänzel; ihr einen Augenblick schwankender Kopf neigte und lehnte sich auf das Sophakissen. Ihre mattweißen Hände glitten an ihrer Seite herab und streiften an ihrem Atlaßkleide hin.

Balsamo näherte sich der so reizenden Frau und drückte seine Lippen auf ihre schöne Stirne.

Da klärte sich das ganze Antlitz von Lorenza auf, als ob ein Hauch, aus den Lippen der Liebe hervorgegangen, von ihrer Stirne die Wolke, die sie bedeckte, vertrieben hätte. Ihr Mund öffnete sich zitternd, ihre Augen schwammen in wollüstigen Thränen, und sie seufzte, wie jene Engel seufzen mußten, welche in den ersten Tagen der Schöpfung Liebe für die Kinder der Menschen faßten.

Balsamo schaute sie einen Augenblick an wie ein Mensch, der sich seiner Betrachtung nicht entreißen kann; dann, als das Glöckchen abermals erklang, stürzte er nach dem Kamin, drückte an einer Feder und verschwand hinter den Blumen.

Fritz erwartete ihn im Salon mit einem Menschen, der eine Courierjacke und schwere Stiefel mit langen Sporen trug.

Die gemeine Physiognomie dieses Menschen bezeichnete einen Mann aus dem Volk; sein Auge allein errieth ein Theilchen von dem heiligen Feuer, von dem man hätte glauben sollen, es wäre ihm durch einen über dem seinigen erhabenen Geist mitgetheilt worden.

In seiner linken Hand hielt er eine kurze, knotige Peitsche, während er mit seiner rechten Hand Zeichen bildete, welche Balsamo nach einer kurzen Prüfung erkannte und, selbst stumm, dadurch erwiederte, daß er mit seinem Zeigefinger über seine Stirne fuhr.

Sogleich hob der Postillon seine Hand bis zu seiner Brust empor, wo sie ein neues Zeichen bildete, das ein Gleichgültiger nicht erkannt hätte, so sehr glich es der Geberde, die man macht, um einen Knopf zu befestigen.

Auf dieses letzte Zeichen antwortete der Meister durch das Vorzeigen eines Ringes, den er am Finger trug.

Vor diesem furchtbaren Symbol beugte der Abgesandte ein Knie.

»Woher kommst Du?« fragte Balsamo,

»Von Rouen, Meister.«

»Was machst Du?«

»Ich bin Courier im Dienst von Frau von Grammont.«

»Wer hat Dich zu ihr gebracht?«

»Der Wille des Großkophta.«

»Welchen Befehl hast Du erhalten, als Du bei ihr eintratst?«

»Ich sollte kein Geheimniß für den Meister haben.«

»Wohin gehst Du?«

»Nach Versailles.«

»Was bringst Du dahin?«

»Einen Brief,«

»An wen?«

»An den Minister.«

»Gib.«

Der Courier reichte Balsamo einen Brief, den er aus einer ledernen Tasche zog, welche auf seinen Rücken gebunden war.

»Soll ich warten?« fragte er.

»Ja.«

»Ich warte.«

»Fritz!«

Der Deutsche erschien.

»Verbirg Sebastian im Bedientenzimmer.«

»Sa, Herr.«

»Er weiß meinen Namen,« murmelte der Adepte mit einer abergläubischen Furcht.

»Er weiß Alles,« erwiederte Fritz, indem er ihn mit sich fortzog.

Balsamo blieb allein: er betrachtete das sehr reine und sehr tiefe Siegel dieses Briefes, das ihm das flehende Auge des Couriers so viel als möglich zu schonen empfohlen zu haben schien.

Dann ging er langsam und nachdenkend zum Zimmer von Lorenza und öffnete die Verbindungsthüre.

Lorenza schlief immer noch, aber ermüdet, entnervt durch die Unthätigkeit. Er nahm ihre Hand, die sie krampfhaft schloß, und legte auf ihr Herz den Brief des Couriers ganz versiegelt, wie er war.

»Sehen Sie?« sagte er zu ihr.

»Ja, ich sehe,« antwortete Lorenza.

»Was ist der Gegenstand, den ich in der Hand halte?«

»Ein Brief.«

»Können Sie ihn lesen?«

»Ich kann es.«

»Lesen Sie ihn also.«

Lorenza sprach, die Augen geschlossen, die Brust keuchend, Wort für Wort folgende Zeilen, welche Balsamo unter ihrem Dictate niederschrieb.

»Lieber Bruder,

Meine Verbannung ist uns, wie ich es vorhergesehen, wenigstens zu etwas gut gewesen. Ich habe diesen Morgen den Präsidenten von Rouen verlassen, er gehört uns, doch noch schüchtern. Ich habe ihn in Ihrem Namen bedrängt. Er entschließt sich endlich und die Vorstellungen seines Collegiums werden in acht Tagen in Versailles sein.

Ich reise unmittelbar nach Rennes ab, um Karadeuc und le Chalotais, welche einschlafen, ein wenig thätig zu machen.

Unser Agent von Caudebec befand sich in Rouen. Ich habe ihn gesehen. England wird nicht auf halbem Wege stehen bleiben, es bereitet eine kräftige Notification für Versailles.

X  . . . hat mich gefragt, ob er sie vorbringen solle. Ich habe ihn dazu ermächtigt. Sie erhalten die letzten Pamphlete von Théveuot, von Morande und von Delille gegen die Dubarry. Das sind Petarden, die eine Stadt in die Luft sprengen würden!

Es ist mir ein schlimmes Gerücht zu Ohren gekommen, es war Ungnade in der Luft. Doch Sie haben mir noch nicht geschrieben und ich lache darüber. Lassen Sie mich indessen nicht im Zweifel und antworten Sie mir umgehend. Ihr Bote findet mich in Caen, wo ich einige von unseren Herren zu bearbeiten habe.

Gott befohlen, ich umarme Sie.

Herzogin von Grammont.«

Lorenza hielt inne, nachdem sie so gelesen hatte.

»Sie sehen nichts Anderes mehr?« fragte Balsamo.

»Ich sehe nichts mehr.«

»Keine Nachschrift?«

»Nein.«

Balsamo, dessen Stirne sich, während sie las, entrunzelt hatte, nahm von Lorenza den Brief der Herzogin.

»Ein seltsames Stück, das man mir theuer bezahlen würde,« sagte er.

»Oh! wie kann man solche Dinge schreiben!« rief er. »Ja, es sind immer die Frauen, welche die erhabenen Männer ins Verderben bringen. Dieser Choiseul konnte nicht durch eine Armee von Feinden, durch eine Welt von Intriguen gestürzt werden, und nun wirft ihn der Hauch einer Frau, indem er ihn liebkost, nieder. Ja, wir gehen alle durch den Verrath oder die Schwächen der Menschen zu Grunde  . . . Wenn wir ein Herz haben und in diesem Herzen eine empfindliche Fiber, so sind wir verloren.«

Während Balsamo diese Worte sprach, schaute er mit unaussprechlicher Zärtlichkeit Lorenza an, welche unter seinem Blicke zitterte.

»Ist das, was ich denke, wahr?« fragte er sie.

»Nein, nein, es ist nicht wahr!« erwiederte sie voll Eifer.

»Du siehst wohl, daß ich Dich zu sehr liebe, um Dir zu schaden, wie alle diese Frauen ohne Verstand und ohne Herz.«

Balsamo ließ sich von den Armen seiner Zauberin umschlingen.

Plötzlich erscholl ein Doppelschlag des Glöckchens von Fritz.

»Zwei Besuche,« sagte Balsamo.

Ein heftiges Klingen des Glöckchens vollendete den telegraphischen Satz von Fritz.

»Wichtige Besuche!« fuhr der Meister fort.

Und er entwand sich den Armen von Lorenza und ging aus dem Zimmer, wo er die immer noch schlafende junge Frau zurückließ.

Balsamo traf den Courier auf seinem Weg; er wartete auf die Befehle des Meisters.

»Hier ist der Brief,« sagte dieser.

»Was soll ich damit machen?«

»Ihn an seine Adresse bringen.«

»Das ist Alles?«

Der Adepte schaute den Umschlag und das Siegel an und gab, als er sah, daß Beides so unberührt war, wie er es gebracht hatte, seine Freude kund und verschwand in der Finsterniß.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Litres'teki yayın tarihi:
06 aralık 2019
Hacim:
1798 s. 15 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain