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Kitabı oku: «Joseph Balsamo Denkwürdigkeiten eines Arztes 1», sayfa 72

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Rousseau sprang gleichsam auf seinem Stuhl.

»Mein Herr,« sagte er, »ich versichere Sie, daß dies für mich eine unschätzbare Ehre ist, und ich bitte Sie, der Frau Dauphine meinen unterthänigsten Dank ausdrücken zu wollen.«

»Oh! das ist nicht Alles, mein Herr,« entgegnete Herr von Coigny mit einem Lächeln.

»Ah!«

»Die so gebildete Truppe ist allerdings vornehmer als die andere, aber minder erfahren. Der Blick, die Rathschläge des Meisters sind unerläßlich; die Ausführung muß würdig des erhabenen Zuschauers, der die königliche Loge einnehmen wird, würdig auch des erhabenen Autors sein.«

Rousseau stand auf, um sich zu verbeugen; diesmal hatte ihn das Compliment gerührt: er grüßte Herrn von Colgny auf das Anmuthigste.

»Aus diesem Grunde, mein Herr,« sagte der Cavalier, »bittet Sie I. K. H. nach Trianon kommen und die Generalprobe des Werkes halten zu wollen.«

»Oh!« sagte Rousseau  . . . I. K. H. denkt nicht daran  . . . Ich in Trianon!«

»Nun!« versetzte Herr von Coigny mit der allernatürlichsten Miene der Welt.

»Oh! mein Herr, Sie sind ein Mann von Geschmack, ein Mann von Geist; Sie haben einen feineren Takt als viele Andere; antworten Sie mir nun, die Hand auf dem Gewissen: Rousseau der Philosoph, Rousseau der Geächtete, Rousseau der Menschenfeind bei Hofe, ist das nicht, daß die ganze Gesellschaft sich darüber halb zu Tode lachen würde?«

»Mein Herr,« erwiederte Herr von Coigny mit kaltem Tone, »ich weiß nicht, warum das Gelächter und die Spöttereien des albernen Haufens, der Sie verfolgt, den Schlaf eines gebildeten Mannes und eines Schriftstellers, der für den ersten des Königreichs gelten kann, stören sollte. Haben Sie diese Schwäche, Herr Rousseau, so verbergen Sie dieselbe wohl, sie allein dürfte vielen Leuten Anlaß zum Lachen geben. Was das betrifft, was man sagen wird, so werden Sie zugeben, daß man allerdings darauf Rücksicht nehmen muß, sobald es sich um das Vergnügen und den Wunsch von Personen, wie I. K. H. die Frau Dauphine, die präsumtive Erbin von Frankreich, handelt.«

»Gewiß,« sagte Rousseau, »gewiß.«

»Sollte es ein Ueberrest falscher Scham sein?« sprach Herr von Coigny; »sollten Sie, weil Sie gegen die Könige streng gewesen sind, um leutseliger zu sein befürchten? Ah! Herr Rousseau, Sie haben dem Menschengeschlecht Lehren gegeben, aber Sie hassen es hoffentlich nicht  . . . Ueberdies werden Sie Damen aufnehmen, welche von kaiserlichem Blut sind.«

»Mein Herr, Sie bedrängen mich mit viel Artigkeit, doch bedenken Sie meine Lage; ich lebe zurückgezogen, allein, unglücklich.«

Therese machte eine Grimasse.

»Man höre, unglücklich  . . .« sagte sie; »er ist schwierig.«

»Es wird immer, was ich auch thun mag, auf meinem Gesicht und in meinen Manieren eine für die Augen des Königs und der Prinzessinnen, welche nur die Freude und die Zufriedenheit suchen, unangenehme Spur zurückbleiben  . . . Was würde ich sagen?  . . . Was würde ich thun?  . . .«

»Man würde sagen, Sie zweifeln an sich selbst; aber hat derjenige, welcher die Neue Heloise und die Bekenntnisse geschrieben, nicht mehr Geist, um zu sprechen, zu handeln, als wir anderen Alle, so viel wir unserer sind?«

»Ich versichere Sie, mein Herr, daß es mir unmöglich ist.«

»Dieses Wort ist bei den Fürsten nicht bekannt.«

»Deshalb, mein Herr, werde ich zu Hause bleiben.«

»Mein Herr, Sie werden mir, dem vermessenen Boten, der ich es übernommen habe, die Frau Dauphine zufrieden zu stellen, nicht einen tödtlichen Kummer bereiten und mich zu nöthigen, beschämt, besiegt nach Versailles zurückzukehren; dies wäre eine solche Pein für mich, daß ich mich sogleich.selbst verbannen würde. Hören Sie, mein lieber Herr Rousseau, thun Sie für mich, für einen Mann voll tiefer Sympathie für alle Ihre Werke, was Ihr großes Herz bittenden Königen verweigern würde.«

»Mein Herr, Ihre vollkommene Liebfreundlichkeit geht mir zu Herzen; Ihre Beredtsamkeit ist unwiderstehlich, und Sie haben eine Stimme, die mich mehr bewegt, als ich zu sagen vermöchte.«

»Sie lassen sich rühren?«

»Nein, ich kann nicht; nein, entschieden nicht; meine Gesundheit widersetzt sich einer Reise.«

»Eine Reise! oh! Herr Rousseau, was denken Sie? fünf Viertelstunden zum Fahren.«

»Für Sie, für Ihre raschen Pferde.«

»Alle Pferde des Hofes stehen zu Ihrer Verfügung, Herr Rousseau. Ich bin von der Frau Dauphine beauftragt, Ihnen zu sagen, daß in Trianon ein Zimmer für Sie bereit ist, denn man will nicht, daß Sie so spät nach Paris zurückkehren. Der Herr Dauphin, der alle Ihre Werke auswendig kennt, hat überdies vor seinem Hofe gesagt, er lege einen Werth darauf, in seinem Palast das Zimmer zu zeigen, das Herr Rousseau innegehabt habe.«

Therese stieß einen Schrei der Bewunderung, nicht für Rousseau, sondern für den guten Prinzen aus.

Rousseau konnte diesem letzten Zeichen des Wohlwollens nicht widerstehen. »Ich muß mich also ergeben,« sagte er, »denn nie bin ich so gut angegriffen worden.«

»Man faßt Sie beim Herzen,« erwiederte Herr von Coigny; »durch den Geist wären Sie nicht zu erobern.«

»Ich werde mich also den Wünschen I. K. H. fügen.«

»Oh! mein Herr, empfangen Sie meinen ganzen persönlichen Dank. Erlauben Sie mir, daß ich mich in Beziehung auf die Frau Dauphine enthalte, sie würde es mir verargen, wenn ich ihr in der Erkenntlichkeit, die sie gegen Sie aussprechen will, zuvorgekommen wäre. Ueberdies wissen Sie, mein Herr, daß es an dem Mann ist, einer jungen und anbetungswürdigen Frau zu danken, welche ihm entgegenzukommen die Güte hat.«

»Das ist wahr,« sagte Rousseau lächelnd. »Doch die Greise haben ein Vorrecht bei hübschen Frauen: man bittet sie.«

»Herr Rousseau, Sie werden mir also wohl die Stunde bezeichnen, und ich schicke Ihnen meinen Wagen, oder ich hole Sie vielmehr selbst ab, um Sie dahin zu führen.«

»Was das betrifft, nein, mein Herr,« sagte Rousseau. »Es sei, ich komme nach Trianon, doch überlassen Sie es mir, nach meiner Bequemlichkeit dahin zu gehen; bekümmern Sie sich von diesem Augenblick an nicht mehr um mich. Ich komme, das genügt, sagen Sie mir die Stunde.«

»Wie! Sie gestatten es nicht, daß ich Sie einführe? es ist wahr, ich wäre dessen unwürdig, und ein Name wie der Ihrige kündigt sich wohl allein an.«

»Mein Herr, ich weiß wohl, daß Sie bei Hofe mehr sind, als ich an irgend einem Orte der Welt bin  . . . Ich schlage auch Ihr Anerbieten nicht gegen Sie persönlich aus; aber ich liebe meine Bequemlichkeit; ich will dahin gehen, als ob ich eine Promenade machte, und kurz  . . . das ist mein Ultimatum.«

»Ich verbeuge mich, mein Herr, und werde mich wohl hüten, Ihnen in irgend einer Hinsicht zu mißfallen. Die Probe wird diesen Abend um sechs Uhr beginnen.«

»Sehr gut, um drei Viertel auf sechs Uhr bin ich in Trianon.«

»Aber mit welchen Mitteln?«

»Das geht mich an; sehen Sie, das ist mein Wagen.«

Er zeigte sein noch gut geformtes Bein, das er mit einer gewissen Eitelkeit bekleidete.

»Fünf Lieues,« sagte Herr von Coigny ganz erschrocken; »Sie werden gelähmt sein, der Atem wird ermüdend, nehmen Sie sich in Acht.«

»Dann habe ich auch meinen Wagen und meine Pferde, einen brüderlichen Wagen, eine volksthümliche Carrosse, die dem Nachbar so gut gehört als mir, wie die Luft, die Sonne und das Wasser, eine Carrosse, welche fünfzehn Sous kostet.«

»Ah! mein Gott! die Patache; Sie machen mir einen Schauer.«

»Die für Sie so harten Bänke kommen mir wie ein Sybaritenbett vor. Ich finde sie mit Flaumfedern und Rosenblättern gefüllt. Diesen Abend, mein Herr, diesen Abend.«

Als sich Herr von Coigny so entlassen sah, faßte er seinen Entschluß und stieg, nach vielen Danksagungen, mehr oder minder genauen Anzeigen und wiederholten Dienstanerbietungen, die schwarze Treppe hinab, wobei ihn Rousseau bis auf den Ruheplatz und Therese bis mitten auf die Treppe begleitete.

Herr von Coigny erreichte seinen Wagen, der ihn auf der Straße erwartete, und fuhr wieder ganz in der Stille nach Versailles.

Therese kehrte zurück und schloß die Thüre mit einer gewitterschweren Laune, welche Rousseau einen Sturm weissagte.

CIX.
Die Toilette von Rousseau

Als Herr von Coigny weggegangen war, setzte sich Rousseau, in dessen Gedanken dieser Besuch eine Veränderung gebracht hatte, mit einem großen Seufzer in einen kleinen Lehnstuhl und sagte mit schläfrigen Tone:

»Ah! welche Langweile! Wie ermüden mich doch die Leute mit ihren Verfolgungen!«

Therese, welche eben wieder eintrat, faßte diese Worte im Fluge auf, stellte sich Rousseau gegenüber und sprach:

»Sie sind ein Hochmütiger!«

»Ich?« machte Rousseau erstaunt.

»Ja. Sie sind ein eitler Mensch, ein Heuchler.«

»Ich?«

»Sie  . . . Sie sind entzückt, an den Hof gehen zu dürfen, und verbergen Ihre Freude unter einer falschen Gleichgültigkeit.«

»Ah! mein Gott!« rief die Achseln zuckend Rousseau, den es demüthigte, daß man ihn so gut errathen hatte.

»Wollen Sie mich nicht glauben machen, es sei keine große Ehre für Sie, den König die Melodien hören zu lassen, die Sie hier wie ein Faulenzer auf Ihrem Spinett kratzen.«

Rousseau schaute seine Frau mit zornigem Auge an.

»Sie sind eine Alberne,« sagte er, »es ist keine Ehre für einen Mann wie ich, vor einem König zu erscheinen. Wem verdankt er es, daß er auf dem Thron ist? Einer Laune der Natur, die ihn von einer Königin hat geboren werden lassen; doch ich bin würdig, vor einen König gerufen zu werden, um ihn zu ergötzen; das verdanke ich meiner Arbeit und dem Talent, das ich mir durch die Arbeit erworben habe.«

Therese war nicht die Frau, die sich so schlagen ließ.

»Ich wünschte wohl, Herr von Sartines würde Sie so sprechen hören, es gäbe für Sie ein Stübchen in Bicêtre oder eine Zelle in Charenton.«

»Weil dieser Herr von Sartines ein Tyrann im Solde eines Tyrannen ist,« sagte Rousseau, »und weil der Mensch mit seinem Genie allein wehrlos gegen die Tyrannen bleibt; aber wenn Herr von Sartines mich verfolgte  . . .«

»Nun! hernach?« sagte Therese.

»Ah! ja,« seufzte Rousseau, »ich weiß, daß meine Feinde glücklich wären; ja!«

»Warum haben Sie Feinde? Weil Sie boshaft sind, weil Sie Jedermann angegriffen haben. Ah! Herr von Voltaire hat Freunde, das ist schön.«

»Es ist wahr,« sprach Rousseau mit einem Lächeln von engelischem Ausdruck.

»Aber Herr von Voltaire ist ein Edelmann, er ist der vertraute Freund des Königs von Preußen, er hat Pferde, er ist reich, er hat sein Schloß Ferney  . . . Und dies Alles verdankt er seinem Verdienst  . . . Man sieht ihn auch nicht, wenn er nach Hofe geht, den Hochmütigen spielen; er ist wie zu Hause.«

»Und Sie glauben, ich werde nicht wie zu Hause sein? Sie glauben, ich wisse nicht, woher das Geld kommt, das man dort verschwendet, und ich lasse mich durch die Ehrerbietung bethören, die man dem Herrn zollt? Ei! gute Frau, die Sie über Alles in den Tag hinein urtheilen, bedenken Sie doch, daß ich, wenn ich den Verächtlichen spiele, dies thue, weil ich verachte; bedenken Sie, daß wenn ich den Luxus dieser Höflinge verachte, dies geschieht, weil sie den Luxus gestohlen haben.«

»Gestohlen!« rief Therese mit einer unbeschreiblichen Entrüstung.

»Ja, gestohlen! Ihnen, mir, Jedermann. Alles Gold, das sie auf ihren Kleidern tragen, müßte auf die Köpfe der Unglücklichen vertheilt sein, denen es an Brod fehlt. Darum gehe ich, der ich dies Alles bedenke, nur mit Widerstreben an den Hof.«

»Ich sage nicht, das Volk sei glücklich,« entgegnete Therese; »doch der König ist am Ende der König.

»Nun! ich gehorche ihm, was will er mehr?«

»Ah! Sie gehorchen, weil Sie Furcht haben. Sie müssen nicht sagen, Sie gehen mit Widerwillen irgendwohin und Sie seien ein muthiger Mann, sonst antworte ich, Sie seien ein Heuchler und das gefalle Ihnen sehr.«

»Ich habe vor nichts Furcht,« sprach Rousseau mit stolzem Tone.

»Gut! so sagen Sie doch ein wenig dem König den vierten Theil von dem, was Sie mir so eben erzählt haben.«

»Ich werde es sicherlich thun, wenn es mein Gefühl heischt.«

»Sie?«

»Ja, ich, bin ich je zurückgewichen?«

»Bah! Sie wagen es nicht, einer Katze einen Knochen zu nehmen, an dem sie nagt, aus Furcht, von ihrer Kralle gepackt zu werden; wie wird es sein, wenn Sie von Garden und Militären umgeben sind?  . . . Sie sehen, ich kenne Sie, als ob ich Ihre Mutter wäre  . . . Sie werden sich sogleich frisch rasiren, pommadiren, adonisiren, Sie werden den Niedlichen spielen, Sie werden Ihr kleines, interessantes Augenblinzeln annehmen, weil Sie ganz winzige und ganz runde Augen haben, die man, wenn Sie dieselben auf eine natürliche Weise öffnen würden, sehen müßte, während Sie blinzelnd glauben machen, sie seien so groß wie Thorwege; Sie werden von mir Ihre seidenen Strümpfe verlangen, Sie werden Ihren chocoladefarbigen Rock mit den stählernen Knöpfen anziehen, die schöne neue Perücke aufsetzen und einen Fiacre nehmen, und mein Philosoph wird sich von den schönen Damen anbeten lassen  . . . und morgen, ah! morgen, da wird es ein Entzücken, ein Schmachten sein; Sie werden verliebt zurückkommen, Sie werden seufzend kleine Zeilen schreiben und Ihren Kaffee mit Ihren Thränen besprengen  . . . Oh! wie ich Sie kenne!«

»Sie täuschen sich, meine Gute,« erwiederte Rousseau, »ich sage Ihnen, man thut mir Gewalt an, daß ich nach Hofe gehe. Ich werde gehen, weil ich im Ganzen den Scandal befürchte, wie ihn jeder ehrliche Bürger fürchten muß. Uebrigens gehöre ich nicht zu denjenigen, welche sich weigern, die Suprematie eines Bürgers in einer Republik anzuerkennen; was aber das betrifft, daß ich entgegenkomme, daß ich den Höfling spiele, daß ich meinen neuen Rock an den Flittern dieser Herrn vom königlichen Pallast abreibe, nein, nein, das werde ich nicht thun, und wenn Sie mich hiebei erwischen, so spotten Sie über mich nach Belieben.«

»Sie ziehen also nicht Ihren Frack an?« sagte Therese höhnisch.

»Nein.«

»Sie werden nicht Ihre neue Perücke aufsetzen?«

»Nein.«

»Sie werden nicht mit Ihren kleinen Augen blinzeln?«

»Ich sage Ihnen, daß ich dahin gehe wie ein freier Mensch, ohne Assectation und ohne Furcht; ich gehe an den Hof, wie ich auf das Theater gehen würde, und ob mich die Komödianten gut oder übel finden, darum kümmere ich mich nichts.«

»Oh! Sie werden sich wenigstens rasiren,« sagte Therese, »Ihr Bart ist einen halben Fuß lang.«

»Ich sage Ihnen, daß ich gar nichts an meinem Aeußern verändern werde.«

Therese lachte so geräuschvoll, daß sich Rousseau ganz dadurch betäubt fühlte und in ein anderes Zimmer ging.

Doch sie war mit ihren Verfolgungen noch nicht zu Ende, sie hatte solche von allen Farben und von allen Stoffen.

Sie zog aus dem Schranke die Staatskleider, die frische Wäsche und die mit ängstlicher Sorgfalt blank gewichsten Schuhe. Sie breitete alle diese schönen Dinge auf dem Bett und den Stühlen von Rousseau aus. Doch dieser schien ihr nicht die geringste Aufmerksamkeit zu schenken.

Da sagte Therese:

»Nun, es ist Zelt, daß Sie sich ankleiden. Eine Hoftoilette braucht lange . . . Sie werden nicht mehr Muße haben, bis zur bestimmten Stunde nach Versailles zu kommen.«

»Ich habe Ihnen gesagt, Therese, daß ich mich so gut finde,« erwiederte Rousseau, »das ist die Kleidung, in der ich mich täglich vor meinen Mitbürgern zeige.«

»Stille! stille!« sagte Therese, um ihn in Versuchung zu führen, »sträuben Sie sich nicht, Jacques, machen Sie nicht eine Albernheit . . . Ihre Kleider sind hier. Ihr Rasirmesser liegt bereit, ich habe den Barbier benachrichtigen lassen, wenn Sie sich Ihrer Nerven wegen heute nicht selbst rasiren können.«

»Ich danke, meine Gute,« erwiederte Rousseau, »ich werde mich nur ein wenig bürsten und meine Schuhe nehmen, weil man nicht in Pantoffeln ausgeht.«

»Sollte er zufällig Willen haben?« fragte sich Therese.

Und sie stachelte ihn bald durch die Gefallsucht, bald durch die Ueberredung, bald durch die Heftigkeit ihrer Spötterei. Doch Rousseau kannte sie; er sah die Falle, er fühlte, daß er, sobald er nachgegeben hätte, unbarmherzig von seiner Hofmeisterin geschmäht und lächerlich gemacht werden würde. Er wollte also nicht nachgeben und hütete sich, die schönen Kleider anzuschauen, die das erhöhten, was er sein natürlich gutes Aussehen nannte.

Therese belauerte ihn. Sie hatte nur noch ein Mittel, dies war der Blick, den Rousseau, wenn er ausging, in den Spiegel zu werfen nie versäumte, denn der Philosoph war übermäßig reinlich, wenn es in der Reinlichkeit ein Uebermaß geben kann.

Doch Rousseau nahm sich fortwährend wohl in Acht, und da er den ängstlichen Blick von Therese wahrgenommen hatte, so wandte er dem Spiegel den Rücken zu. Es kam die Stunde; der Philosoph hatte sich den Kopf mit Allem vollgestopft, was er dem König Unangenehmes, Spruchreiches sagen könnte.

Er recitirte einige Brocken, während er die Schnallen auf seinen Schuhen befestigte, warf seinen Hut unter seinen Arm, nahm seinen Stock und zog, einen Augenblick benutzend, wo ihn Therese nicht sehen konnte, mit beiden Händen an seinem Rock und an seiner Weste, um die Falten daran zu tilgen.

Therese kehrte zurück und reichte ihm ein Sacktuch, das er in seine weite Tasche steckte; sie begleitete ihn auf den Ruheplatz und sagte hier:

»Hören Sie, Jacques, seien Sie vernünftig, Sie sind abscheulich so, Sie sehen aus wie ein Falschmünzer.«

»Adieu,« sagte Rousseau.

»Sie sehen aus wie ein nichtsnutziger Mensch, mein Herr, geben Sie wohl Acht.«

»Geben Sie auf das Feuer Acht,« erwiederte Rousseau, »rühren Sie meine Papiere nicht an.«

»Ich versichere Sie, Sie sehen aus wie ein Polizeispion,« rief Therese in Verzweiflung.

Rousseau erwiederte nichts; er stieg trällernd die Stufen hinab, bürstete, die Dunkelheit benützend, seinen Hut mit seinem Aermel, schüttelte seinen Leinwandjabot mit seiner linken Hand und improvisirte sich eine rasche, aber verständige Toilette.

Unten trotzte er dem Koth der Rue Plastrière, doch nur auf den Spitzen seiner Schuhe; er erreichte die Champs-Elysées, wo die ehrlichen Wagen aufgestellt waren, welche, Patachen genannt, noch vor zehn Jahren von Paris nach Versailles die auf die Sparsamkeit angewiesenen Reisenden hauderten oder vielmehr räderten.

CX.
Die Coulissen von Trianon

Die Umstände der Reise sind gleichgültig, Rousseau mußte den Weg nothwendig mit einem Schweizer, einem Commis, einem Bürger und einem Abbé machen.

Er kam um halb sechs Uhr Abends an. Der Hof war schon in Trianon versammelt; man präludirte in Erwartung des Königs, denn vom Autor war entfernt nicht die Rede.

Einige Personen wußten wohl, Herr Rousseau von Genf würde die Probe dirigiren; aber es war nicht interessanter, Herrn Rousseau, als Herrn Rameau, Herrn Marmontel oder irgend eines von den interessanten Thieren zu sehen, deren Anblick die Leute von Hof in ihrem Salon oder in ihrem kleinen Haus bezahlten.

Rousseau wurde durch den Officianten vom Dienst empfangen, dem Herr von Coigny ihn zu benachrichtigen empfohlen hatte, sobald der Genfer angekommen wäre.

Der Cavalier lief mit seiner gewöhnlichen Höflichkeit herbei und empfing Rousseau mit der liebenswürdigsten Zuvorkommenheit. Doch kaum hatte er einen Blick auf den Philosophen geworfen, als er in ein Erstaunen gerieth und sich einer zweiten genaueren Betrachtung nicht erwehren konnte.

Rousseau war staubig, zerkrümpelt, bleich, und von seiner Bläße stach ein Eremitenbart ab, wie nie ein Cermonienmeister einen ähnlichen in den Spiegeln von Versailles hatte widerscheinen sehen.

Rousseau fühlte sich sehr beklommen unter dem Blick von Herrn von Coigny, und noch mehr beklommen, als er sich dem Schauspielsaale näherte und diesen Ueberfluß an schönen Gewändern, aufgeblasenen Spitzen, Diamanten und blauen Ordensbändern erblickte, die auf der Vergoldung des Saals die Wirkung eines Blumenstraußes in einem ungeheuren Korbe hervorbrachten.

Rousseau fühlte sich auch unwohl, als er diese feine, mit Ambra geschwängerte, für seine plebejischen Sinne berauschende Atmosphäre einathmete.

Man mußte indessen vorwärts gehen und mit seiner Kühnheit bezahlen. Viele Blicke hefteten sich auf ihn, da er gleichsam einen Flecken in dieser Gesellschaft bildete.

Herr von Coigny, der ihm immer voranschritt, führte ihn zum Orchester, wo die Musiker seiner harrten.

Hier fand er sich ein wenig erleichtert, und während man seine Musik spielte, dachte er ernstlich, er schwebe da in der größten Gefahr, es sei geschehen, und alle Raisonnements der Welt vermöchten nichts.

Die Frau Dauphine war schon in Scene mit ihrem Costume als Colette; sie erwartete ihren Colin.

Herr von Coigny wechselte in seiner Loge sein Costume.

Plötzlich sah man den König unter einem Kreise gebeugter Köpfe eintreten.

Ludwig XV. lächelte und schien von der besten Laune belebt.

Der Dauphin setzte sich zu seiner Rechten und der Graf von Provence zu seiner Linken.

Die fünfzig Personen, welche die Versammlung, eine vertraute Versammlung, bildeten, nahmen auf eine Geberde des König Platz.

»Nun! fängt man nicht an?« fragte Ludwig XV.

»Sire,« erwiederte die Dauphine, »die Schäfer und die Schäferinnen sind noch nicht angekleidet.: wir erwarten sie.«

»Man könnte im Straßenkleid siguriren,« sagte der König.

»Nein, Sire,« entgegnete die Dauphine vom Theater herab, »wir wollen die Kleider und Costumes bei Licht probiren, um die Wirkung sicher kennen zu lernen.«

»Ganz richtig, Madame,« sprach der König; »dann wollen wir ein wenig spazierengehen.«

Ludwig XV. stand auf, um im Corridor und auf der Scene umherzugehen. Er war dabei sehr unruhig, daß er Madame Dubarry nicht kommen sah.

Als der König aus seiner Loge weggegangen war, betrachtete Rousseau schwermüthig und mit gepreßtem Herzen diesen leeren Saal und seine eigene Vereinzelung.

Dies bildete einen seltsamen Contrast mit dem Empfang, den er gefürchtet hatte.

Er hatte sich eingebildet, alle Gruppen würden sich vor ihm öffnen, die Neugierde der Hofleute wäre lästiger und gewichtiger, als die der Pariser; er hatte die Fragen, die Vorstellungen befürchtet; und nun schenkte ihm Niemand irgend eine Aufmerksamkeit.

Er dachte, sein langer Bart sei noch nicht lang genug, Lumpen wären nicht mehr bemerkt worden, als seine alten Kleider. Er wünschte sich Glück, daß er nicht so lächerlich gewesen war, nach Eleganz zu trachten.

Doch im Grunde von dem Allem fühlte er sich sehr gedemüthigt, daß er sich auf das Verhältniß eines Orchesterdirigenten angewiesen sah.

Plötzlich näherte sich ihm ein Officiant und fragte ihn, ob er nicht Herr Rousseau sei.

»Ja, mein Herr,« antwortete er.

»Die Frau Dauphine wünscht Sie zu sprechen, mein Herr,« sagte der Officiant.

Rousseau stand sehr bewegt auf.

Die Dauphine erwartete ihn. Sie hielt in ihrer Hand die Ariette von Colette:

J’ai perdu tout mon bonheur.43

Sobald sie Rousseau sah, ging sie auf ihn zu.

Der Philosoph verbeugte sich sehr demuthsvoll, wobei er sich sagte, er grüße eine Frau und nicht eine Prinzessin.

Die Dauphine war ihrerseits freundlich und gnädig gegen den scheuen Philosophen, wie sie es gegen den vollendetsten Edelmann Europas gewesen wäre.

Sie bat ihn um seinen Rath über die Beugung der Stimme, die bei dem dritten Verse:

Colin me delaisse  . . .44

anzuwenden wäre.

Rousseau entwickelte eine Theorie der Declamation und der Gesangssprache, welche durch die geräuschvolle Ankunft des Königs und einiger Höflinge unterbrochen wurde.

Die erste Bewegung, das erste Gefühl des Königs, als er diese vernachläßigte Person entwickelte, war genau dasselbe, das Herr von Coigny kundgegeben hatte; nur kannte Herr von Coigny Rousseau und Ludwig XV. kannte ihn nicht.

Er schaute also unsern freien Mann sehr lang an, während er die Complimente und den Dank der Frau Dauphine empfing.

Dieser Blick, in dem seine ganz königliche Autorität ausgeprägt war; dieser Blick, der sich vor Keinem zu senken pflegte, brachte eine unbeschreibliche Wirkung auf Rousseau hervor, dessen Auge unsicher und schüchtern war.

Die Dauphine wartete, bis der König seine Betrachtung vollendet hatte, trat dann gegen Rousseau vor und sagte:

»Will mir Eure Majestät erlauben, daß ich ihr unsern Autor vorstelle?«

»Ihren Autor?« erwiederte der König, der sich den Anschein gab, als suchte er in seinem Gedächtniß.

Rousseau stand während dieses Gesprächs auf glühen den Kohlen. Das Auge des Königs durchlief nach und nach und verbrannte wie ein Sonnenstrahl unter dem Linsenglas diesen langen Bart, diesen zweifelhaften Jabot, diesen Staub und diese schlecht frisirte Perücke des größten Schriftstellers seines Reichs.

Die Dauphine bekam Mitleid mit dem Philosophen.

»Herr Jean Jacques Rousseau, Sire,« sagte sie, »der Autor der reizenden Oper, die wir vor Eurer Majestät spielen werden.«

Der König hob den Kopf empor.

»Ah!« sagte er kalt, »Herr Rousseau, ich grüße Sie.«

Und er schaute ihn fortwährend an, als wollte er ihm alle Unvollkommenheiten seines Anzugs darthun.

Rousseau fragte sich, wie man einen König von Frankreich begrüße, ohne ein Höfling zu sein, aber auch ohne Unhöflichkeit, denn er gestand sich, daß er im Hause dieses Fürsten war.

Doch während er sich solche Raisonnements machte, sprach der König zu ihm mit jener durchsichtigen Leichtigkeit der Fürsten, welche Alles gesagt haben, haben sie demjenigen, mit welchem sie reden, etwas Angenehmes oder etwas Unangenehmes gesagt.

Rousseau sprach nicht, er war wie versteinert; alle Phrasen, die er für den Tyrannen vorbereitet, hatte er vergessen.

»Herr Rousseau,« sagte der König zu ihm. Während er beständig seinen Rock und seine Perücke anschaute, »Sie haben eine reizende Musik gemacht, die mir sehr angenehme Augenblicke bereitet.«

 
Si des Galans de la ville
J’eusse écouté des discours
Ah! qu’ilm’eù été facile
De former d’autres amours45
 

»Das ist reizend,« rief der König, als er geendigt hatte.

Rousseau verbeugte sich.

»Ich weiß nicht, ob ich gut singen werde,« sagte die Frau Dauphine.

Rousseau wandte sich gegen die Prinzessin, um ihr in dieser Hinsicht einen Rath zu geben.

Aber der König begann rasch abermals und sang die Romanze von Colin:

 
Dans ma cabane obscure
Toujours soucis nouveaux
Vent, soleil et froidure
Toujours peine et travaux.46
 

Seine Majestät sang furchtbar für einen Musiker. Halb geschmeichelt durch das Gedächtnis des Monarchen halb verletzt durch seinen abscheulichen Vortrag, machte Rousseau die Miene das Affen, der an einer Zwiebel knaubelt und der auf der einen Seite weint, während er auf der anderen lacht.

Die Dauphine verharrte in ihrem Ernst mit der unstörbaren Kaltblütigkeit, die man nur bei Hofe trifft.

Der König fuhr, ohne sich um etwas zu bekümmern, fort:

 
Colette ma bergère,
Si tu viens habiter,
Colin dans sa chaumière
N’a rien à regretter.47
 

Rousseau fühlte, wie ihm die Röthe ins Gesucht stieg.

»Sagen Sie mir, Herr Rousseau,« fragte der König, »ist es wahr, daß Sie sich zuweilen als Armenier kleiden?«

Rousseau wurde noch röther, und seine Zunge verwickelte sich in einem Schlund dergestalt, daß sie in diesem Augenblick nicht für ein Königreich hätte funktionieren können.

Der König sang weiter, ohne seine Antwort abzuwarten:

 
Ah!, pour l’ordinaire
L’amour ne sait guère
Ce qu’il permet, ce qu’il défend.48
 

»Sie wohnen glaube ich, in der Rue Plastrière?« fragte der König.

Rousseau machte ein bejahendes Zeichen mit dem Kopf  . . . Doch dies war der letzte Rest seiner Kräfte  . . . Nie hatte er in seinem Inneren so sehr um Hilfe gerufen.

Der König trällerte:

 
C’est un enfant,
C’est un enfant … 49
 

»Man sagt, sie stehen sehr schlecht mit Voltaire, Herr Rousseau?«

Nun verlor Rousseau das wenige, was er noch an Kopf besaß; er verlor auch alle Haltung. Der König schien kein großes Mitleid mit ihm zu haben; er fuhr in seiner unbändigen Melomanie fort und entfernte sich, während er noch:

Allons danser sous les ormeaux

Animez vos jeunes filettes.50

mit einer Orchesterbegleitung sang, welche Apollo umgebracht hätte, wie der letztere den Marsyas umbrachte.

Rousseau blieb allein, mitten im Foyer. Die Dauphine hatte ihn verlassen, um letzte Hand an ihre Toilette zu legen.

Rousseau erreichte wankend, tappend wieder den Corridor; doch in der Mitte stieß er sich an einem von Diamanten, Blumen und Spitzen blendendem Paar, das den Corridor füllte, obgleich der junge Mann sehr zärtlich den Arm der jungen Frau umschloß.

Die junge Frau mit ihren zitternden Spitzen, mit ihrem riesigen Kopfputz, mit ihrem Fächer und ihren Wohlgerüchen, war strahlend wie ein Gestirn. Rousseau war von ihr gestoßen worden.

Schlank, zart, reizend, sein blaues Band auf seinem engelischen Jabot zerknitternd, ließ der junge Mann ein schallendes Gelächter von gewinnender Offenherzigkeit vernehmen, das er dann wieder durch ein kurzes, absichtliches Schweigen oder ein Geflüster unterbrach, worüber die Dame ebenfalls laut lachte, was zusammengenommen zeigte, daß die beiden im besten Einverständnis mit einander waren.

Rousseau erkannte die Frau Gräfin Dubarry in dieser schönen Dame, in diesem verführerischen Geschöpf; und sobald er sie gesehen hatte, sah er, gemäß seiner Gewohnheit, sein ganzes Wesen in eine einzige Betrachtung zusammenzudrängen, sah er ihren Gefährten nicht mehr.

Der junge Mann mit dem blauen Band war kein Anderer, als der Graf von Artois, der ganz heiteren Herzens mit der Geliebten seines Großvaters tollte.

Als Madame Dubarry die schwarze Gestalt von Rousseau erblickte, schrie sie:

»Ah! mein Gott!«

»Was gibt es?« fragte der Graf von Artois, der den Philosophen ebenfalls anschaute. Und schon streckte er die Hand aus, um seiner Gefährtin sachte Platz zu machen.

»Herr Rousseau!« rief Madame Dubarry.

»Rousseau von Genf?« sagte der Graf von Artois mit dem Tone eines Schülers in den Ferien.

»Ja, Monseigneur,« erwiederte die Gräfin.

»Ah! guten Abend, Herr Rousseau,« sprach der Muthwillige, als er sah, wie Rousseau einen verzweifelten Versuch machte, um sich den Durchgang zu erzwingen, »guten Abend  . . . wir werden Ihre Musik hören.«

»Monseigneur  . . .« stammelte Rousseau, der das blaue Band erblickte.

»Ah! reizende Musik, ganz im Einklang mit dem Geiste und dem Herzen ihres Urhebers,« sagte die Gräfin.

Rousseau schaute empor und versengte seinen Blick im Feuerblick der Gräfin.

»Madame,« sagte er in übler Laune.

»Ich werde Colin spielen, Madame,« rief der Graf von Artois, »und ich bitte Sie, Frau Gräfin, spielen Sie Colette.«

»Von Herzen gern, Monseigneur; doch ich, die ich keine Künstlerin bin, werde es nie wagen, die Musik des Meisters zu profaniren.«

Rousseau hätte sein Leben gegeben, um noch einmal schauen zu dürfen, aber die Stimme, aber der Ton, aber die Schmeichelei, aber die Schönheit hatten jedes eine Angel in sein Herz gelegt.

43.All mein Glück hab’ ich verloren.
44.Colin verlässt mich…
45.Hätte ich auf die Reden der Galans in der Stadt gehört, so wäre es mir leicht gewesen, andere Liebschaften anzufangen.
46.In meiner dunklen Hütte stets neue Sorgen, Wind, Sonn’ und Kälte, stets Müh und Arbeit.
47.Colette, meine Schäferin, bewohnst du sie mit mir, so wird Colin in seiner Hütte nichts mehr vermissen.
48.Ah! Gewöhnlich weiß die Liebe kaum, was sie erlaubt, was sie verbietet.
49.Es ist ein Kind, es ist ein Kind  . . .
50.Laßt uns unter den Ulmen tanzen, feuert eure Mädchen an.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
06 aralık 2019
Hacim:
1798 s. 15 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain