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Kitabı oku: «Joseph Balsamo Denkwürdigkeiten eines Arztes 1», sayfa 81

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CXXV.
Plauderei

Herr von Sartines brauchte einen Augenblick, um nach einer solchen Bestürzung wieder Fassung zu gewinnen. Er hatte, als hätte er hineinschauen wollen, den drohenden Schlund der Pistole gesehen; er hatte sogar auf seiner Stirne die Kälte ihres eisernen Ringes gefühlt.

Endlich erholte er sich,

»Mein Herr,« sagte er, »ich habe einen Vortheil vor Ihnen; da ich wußte, mit wem ich sprach, so nahm ich die Vorsichtsmaßregeln nicht, die man gegen gewöhnliche Missethäter nimmt,«

»Oh! mein Herr,« erwiederte Balsamo, »nun erzürnen Sie nicht, und die schweren Worte überströmen; Sie bemerken also nicht, wie ungerecht Sie sind: ich komme, um Ihnen einen Dienst zu leisten.«

Herr von Sartines machte eine Bewegung.

»Einen Dienst, ja, mein Herr,« fuhr Balsamo fort, »und Sie täuschen sich ganz und gar in meinen Absichten; Sie sprechen mir, von Verschwörern gerade in dem Augenblick, wo ich komme, um Ihnen eine Verschwörung anzuzeigen.«

Aber Balsamo mochte sagen, was er wollte, Herr von Sartines schenkte den Worten dieses gefährlichen Besuches keine große Aufmerksamkeit; so daß er bei dem Worte Verschwörung, das ihn in gewöhnlichen Zeilen urplötzlich aufgeweckt hätte, kaum die Ohren spitzte.

»Sie begreifen, mein Herr, da Sie so gut wissen, wer ich bin, Sie begreifen, sage ich, meinen Auftrag in Frankreich. Von Seiner Majestät dem großen Friedrich abgesandt, nämlich mehr oder minder geheimer Botschafter Seiner preußischen Majestät, bin ich neugierig – denn wer Botschafter sagt, sagt neugierig – mir, dem Neugierigen aber sind die Dinge, welche vorfallen, nicht unbekannt, und eines von diesen Dingen, die ich am besten kenne, ist der Kornwucher.«

So einfach Balsamo diese Worte gesprochen hatte, so wirkten sie doch gewaltiger auf den Polizeilieutenant, als alle andern, denn sie machten Herrn von Sartines aufmerksam.

Er hob langsam den Kopf in die Höhe.

»Was meinen Sie mit der Kornangelegenheit?« fragte er, eben so viel Sicherheit heuchelnd, als Balsamo am Anfang dieser Unterredung entwickelt hatte; »wollen Sie mich nun ebenfalls belehren, mein Herr?«

»Sehr gern. Hören Sie also.«

»Ich höre.«

»Oh! Sie brauchen es mir nicht zu sagen. Sehr geschickte Speculanten haben Seine Majestät den König von Frankreich überredet, er müßte Speicher zu Aufbewahrung des Getreides seiner Völker für den Fall einer Hungersnoth bauen lassen. Man baute also Speicher; während man in der Arbeit begriffen war, sagte man sich, es wäre besser, sie groß zu machen; man sparte nichts daran, weder die Steine, noch den Mörtel und machte sie sehr groß.«

»Hernach?«

»Hernach mußte man sie füllen, leere Speicher waren unnütz; man füllte sie also.«

»Nun, mein Herr?« fragte Herr von Sartines, der noch nicht klar einsah, worauf Balsamo abzielte.

»Sie errathen, daß man, um sehr große Speicher zu füllen, ein sehr großes Quantum Getreide einlegen mußte. Ist das nicht wahrscheinlich?«

»Gewiß.«

»Ich fahre fort; viel Korn der Circulation entzogen, ist ein Mittel, das Volk auszuhungern; denn bemerken Sie wohl, jeder der Circulation entzogene Werth kommt einem Mangel der Production gleich, Tausend Säcke Korn auf dem Speicher sind tausend Säcke weniger auf dem Platz, Multipliciren Sie diese tausend Säcke nur mit zehn, so steigt das Getreide sogleich im Preis.«

Herr von Sartines wurde von einem Reiz zum Husten befallen.

Balsamo hielt inne und wartete ruhig, bis der Husten vorüber war. Sobald ihm aber der Polizeilieutenant Muße ließ, fuhr er fort:

»Der Speculant auf dem Speicher bereichert sich also durch den Zuwachs des Werthes; ist das klar?«

»Vollkommen klar; doch, wie ich sehe, hätten Sie die Absicht, mir eine Verschwörung oder ein Verbrechen anzuzeigen, dessen Urheber Seine Majestät wäre?«

»Ganz richtig  . . . Sie begreifen  . . .«

»Das ist keck, mein Herr, und ich bin wahrlich neugierig, zu erfahren, wie der König Ihre Anklage aufnehmen wird; ich befürchte, das Resultat wird nicht ganz das sein, welches ich im Auge hatte, als ich vor Ihrer Ankunft in den Papieren dieser Cassette blätterte; nehmen Sie sich in Acht, mein Herr, das dürfte immerhin für Sie auf die Bastille hinauslaufen.«

»Ah! das verstehen Sie abermals nicht.«

»Wie so?«

»Mein Gott! wie schlecht beurtheilen Sie mich, und wie Unrecht thun Sie mir, daß Sie mich für einen Dummkopf halten. Wie, Sie bilden sich ein, ich, ein Botschafter, ein Neugieriger, wolle den König angreifen  . . . was Sie da sagen, wäre das Werk eines Einfaltspinsels. Ich bitte, hören Sie mich also bis zum Ende.«

Herr von Sartines machte eine Bewegung mit dem Kopf.

»Diejenigen, welche diese Verschwörung gegen das französische Volk entdeckt haben  . . . (verzeihen Sie mir, daß ich Ihnen von Ihrer kostbaren Zeit nehme, mein Herr, doch Sie werden sogleich sehen, daß dies keine verlorene Zeit ist), Diejenigen, welche diese Verschwörung gegen das französische Volk entdeckt haben, sind Oekonomen, sehr fleißige, sehr gewissenhafte Leute, welche ihre Loupe forschend auf diesen schmutzigen Handel richteten und dabei bemerkten, der König spiele nicht allein. Sie wissen wohl, daß Seine Majestät ein genaues Register von den Kornpreisen auf den verschiedenen Märkten hält; Sie wissen wohl, daß sich Seine Majestät die Hände reibt, wenn ihm das Steigen acht bis zehn tausend Thaler eingebracht hat; Sie wissen aber auch, daß an der Seite Seiner Majestät ein Mensch ist, dessen Stellung den Handel erleichtert, ein Mensch, der ganz natürlich in Folge gewisser Dienstverrichtungen, – Sie begreifen, es ist ein Beamter, – die Einkäufe, die Ankunft des Getreides, die Einkassierungen überwacht, ein Mensch endlich, der als Mittelsperson für den König dient; die Oekonomen aber, die Leute mit der Loupe, wie ich sie nenne, halten sich, in Betracht, daß es keine Dummköpfe sind, nicht an den König, sondern an den erwähnten Menschen, mein lieber Herr, an den Beamten, an den Agenten, der für Seine Majestät wuchert.«

Herr von Sartines suchte seiner Perücke wieder das Gleichgewicht zu geben, doch das war vergebens.

»Ich komme nun zur Sache,« fuhr Balsamo fort. »Eben so, wie Sie, der Sie eine Polizei haben, wußten, daß ich der Herr Graf von Fönix bin, weiß ich, daß Sie Herr von Sartines sind.«

»Nun, und Was hernach?« erwiederte der Polizeilieutenant verlegen; »ja, ich bin Herr von Sartines, das ist leicht zu wissen.«

»Wohl! aber begreifen Sie doch, dieser Herr von Sartines ist gerade der Mann mit den Einkaufbüchern, mit den Wuchergeschäften, mit den Einkassierungen, derjenige, welcher, weiß es nun der König nicht, oder hat er Kenntniß davon, mit den Magen von sieben und zwanzig Millionen Franzosen, die ihm seine Functionen unter den bestmöglichen Bedingungen zu ernähren vorschreiben, Handel treibt. Stellen Sie sich nun ein wenig die Wirkung einer solchen Entdeckung vor! Sie sind wenig beliebt beim Volk; der König ist kein Mann von sehr zarter Natur; sobald das Geschrei der Ausgehungerten Ihren Kopf fordert, wird Seine Majestät, um jeden Verdacht einer Connivenz mit Ihnen, wenn eine solche stattfindet, zu entfernen, oder um Gerechtigkeit zu üben, wenn keine Genossenschaft obwaltet, wird Seine Majestät, sage ich, sich beeilen, Sie an einen Galgen hängen zu lassen, dem von Enguerrand von Marigny ähnlich, Sie erinnern sich?’’

»Nicht genau,« erwiederte Herr von Sartines sehr bleich, »und Sie beweisen, wie mir scheint, einen schlechten Geschmack, mein Herr, daß Sie vom Galgen mit einem Mann von meiner Stellung sprechen.«

»Oh! wenn ich davon spreche, mein lieber Herr,« sagte Balsamo, »so geschieht es, weil es mir vorkommt, als ob ich ihn noch sähe, diesen armen Enguerrand. Ich schwöre Ihnen, es war ein vollkommener Edelmann aus der Normandie, von einem sehr alten und sehr adeligen Hause. Er war Kammerherr von Frankreich, Kapitän des Louvre, Intendant der Finanzen und der Gebäude; er war Graf von Longueville, was eine bedeutendere Grafschaft ist, als Ihre Grafschaft Alby. Nun. mein Herr, ich habe ihn an dem Galgen von Montfancon hängen sehen, den er hatte erbauen lassen, und das war, Gott sei Dank! nicht mein Fehler, denn oft wiederholte ich ihm: ,Enguerrand, mein lieber Enguerrand, nehmt Euch in Acht, Ihr schneidet so breit in die Finanzen ein, daß Euch Karl von Valois nicht verzeihen wird.’ Er hörte nicht auf mich, und starb elendiglich. Ach! wenn Sie wüßten, wie viele Polizeipräfecten ich gesehen habe, von Pontius Pilatus, der Jesus Christus verurtheilte, bis auf Herrn Bertin von Bellile, Grafen von Bourdeilhes, Herrn von Brantome, Ihren Vorgänger, der die Laternen eingeführt und die Sträuße verboten hat.«

Herr von Sartines stand auf; vergebens suchte er die Aufregung zu verbergen, der er preisgegeben war.

»Nun, so klagen Sie mich an, wenn Sie wollen,« sagte er; »was liegt mir an der Aussage eines Menschen, wie Sie sind, der an nichts hingt.«

»Nehmen Sie sich in Acht, mein Herr,« entgegnete Balsamo, »diejenigen, welche das Aussehen haben, als hingen sie an nichts, hängen gerade oft an Allem, und wenn ich mit allen ihren Einzelnheiten die Geschichte dieses Kornwuchers meinen Correspondenten oder Friedrich schreibe, der, wie Sie wissen, ein Philosoph ist; wenn Friedrich eiligst die Sache mit Bemerkungen von seiner Hand Herrn Arouet von Voltaire schreibt; wenn dieser mit seiner Feder, die Sie hoffentlich wenigstens dem Rufe nach kennen, ein drolliges Mährchen in der Art des Mannes mit den vierzig Thalern gemacht hat; wenn Herr d’Alembert, dieser vortreffliche Arithmetiker, berechnet hat, daß man mit dem durch Sie dem öffentlichen Unterhalt entzogenen Getreide hundert Millionen Menschen drei bis vier Jahre lang hätte nähren können; wenn Helvetius herausgestellt hat, daß der Preis dieses Getreides, in Sechs-Livres-Thaler verwandelt und in Stößen aufgehäuft, bis zum Mond reichen, oder in Kassenbillets neben einander gelegt, sich bis St. Petersburg ausdehnen könnte; wenn diese Berechnung Herrn de la Harpe ein schlechtes Drama, Diderot ein Gespräch von einem Familienvater und Jean Jacques Rousseau von Genf, der nicht schlecht beißt, wenn er anfängt, eine furchtbare Auslegung dieses Gesprächs mit Commentaren, Herrn Caron von Beaumarchais – Gott behüte Sie, daß Sie diesem auf die Füße treten, – eine Denkschrift, Herrn Grimm einen kleinen Brief, Herrn von Holbach einen langen Ausfall, Herrn von Marmontel, der Sie tödten wird, indem er Sie schlecht vertheidigt, ein liebenswürdiges moralisches Mährchen eingegeben hat; wenn man hievon im Cafö de la Régence, im Palais Royale, bei Audinot, bei den großen Tänzern des Königs spricht, welche, wie Sie wissen, von Herrn Nicolet unterhalten werden; ah! Herr Graf von Alby, dann werden Sie ein noch ganz anders kranker Polizeilieutenant sein, als es der arme Enguerrand von Martgny, an seinem Galgen hängend, war, denn er nannte sich unschuldig, und dies mit einer so innigen Ueberzeugung seines Gewissens, daß ich ihm bei meinem Ehrenwort glaubte, als er es mir sagte.«

Ohne den Anstand länger zu berücksichtigen, nahm Herr von Sartines bei diesen Worten seine Perücke vom Kopf, und wischte sich seinen, ganz von Schweiß überströmten Schädel ab.

»Wohl, es mag sein,« sagte er. »Doch dies Alles wird mich von nichts abhalten. Richten Sie mich zu Grunde, wenn Sie können. Sie haben Ihre Beweise, ich habe die meinigen. Behalten Sie Ihr Geheimniß, ich behalte die Cassette.«

»Ei! mein Herr.« erwiederte Balsamo, »das ist abermals ein tiefer Irrthum, in den ich zu meinem großen Erstaunen einen Mann von Ihrer Stärke verfallen sehe; diese Cassette  . . .«

»Nun, diese Cassette?«

»Werden Sie nicht behalten.«

»Oh!« rief Herr von Sartines mit einem spöttischen Gelächter, »es ist wahr, ich vergaß, daß der Herr Graf von Fönix ein Stegreifritter ist, der die Leute mit gewaffneter Hand ausplündert. Ich sah Ihre Pistole nicht mehr, weil Sie sie wieder in die Tasche gesteckt hatten. Entschuldigen Sie mich, Herr Botschafter.«

»Ei, mein Gott! es handelt sich hier nicht um Pistolen, Herr von Sartines; Sie glauben sicherlich nicht, ich wolle Ihnen mit Gewalt dieses Kistchen entreißen, daß ich, sobald ich auf der Treppe wäre, Ihre Klingel ertönen und Sie selbst: Diebe! schreien hören würde. Nein! wenn ich sage, Sie werden das Kistchen nicht behalten, so meine ich damit, Sie werden es mir ganz freiwillig selbst zurückgeben.«

»Ich!« rief der Polizeilieutenant, indem er seine Faust mit solcher Gewalt auf den streitigen Gegenstand drückte, daß er ihn beinahe zerbrochen hätte.

»Ja. Sie.«

»Spotten Sie immerhin, mein Herr; doch was das Kistchen betrifft, so sage ich Ihnen, daß Sie es nur mit meinem Leben bekommen sollen. Und habe ich dieses Leben nicht tausendmal gewagt? Bin ich es nicht bis zum letzten Blutstropfen dem Dienste Seiner Majestät schuldig? Tödten Sie mich, das steht in Ihrer Macht; doch der Lärmen würde Rächer herbeiziehen und ich hätte noch genug Stimme, um Sie aller Ihrer Verbrechen zu überweisen. Ah! ich soll Ihnen dieses Kistchen zurückgeben,« fügte er mit einem bitteren Gelächter bei, »und wenn es die Hölle forderte, gäbe ich es nicht zurück.«

»Ich werde mich auch nicht der Vermittlung höllischer Mächte bedienen; die Vermittlung der Person, welche in diesem Augenblick an Ihr Hofthor klopfen läßt, wird mir genügen.«

Es erschollen in der That drei Schläge.

»Die Vermittlung der Person, deren Wagen, wie Sie hören, in diesem Augenblick in Ihren Hof fährt,« fuhr Balsamo fort.

»Es ist, wie es scheint, ein Freund von Ihnen, der mir die Ehre seines Besuches gönnt?«

»Wie Sie sagen, ein Freund von mir.« Der Polizeilieutenant hatte eine Geberde erhabener Verachtung noch nicht vollendet, als ein Diener voll Eifer die Thüre öffnend meldete, die Frau Gräfin Dubarry bitte Monseigneur um eine Audienz.

Herr von Sartines bebte und schaute verblüfft Balsamo an, der seine ganze Selbstbeherrschung zu Hülfe rief, um dem ehrenwerthen Staatsbeamten nicht in’s Gesicht zu lachen.

In diesem Augenblick trat hinter dem Diener eine Frau, welche keiner Erlaubnis zu bedürfen glaubte, ganz rasch und duftend ein; es war die schöne Gräfin, deren wogende Röcke mit einem sanften Rauschen an der Thüre des Cabinets anstreiften.

»Sie, gnädige Frau, Sie!« murmelte Herr von Sartines, der mit einem Reste von Schrecken das noch offene Kästchen in seine Hände genommen hatte und an seine Brust gedrückt hielt.

»Guten Morgen, Sartines,« sagte die Gräfin mit ihrem heiteren Lächeln; dann sich an Balsamo wendend, fügte sie bei: »Guten Morgen, lieber Graf,«

Und sie reichte dem letztern ihre Hand; Balsamo neigte sich vertraulich auf diese weiße Hand, und drückte seine Lippen dahin, wo so oft die königlichen Lippen geruht hatten.

Bei dieser Bewegung fand Balsamo Zeit, der Gräfin drei bis vier Worte zuzuflüstern, welche Herr von Sartines nicht hören konnte.

»Ah! gut, da ist mein Kistchen!« rief die Gräfin.

»Ihr Kistchen!« stammelte Herr von Sartines.

»Allerdings mein Kistchen. Sieh da, Sie haben es geöffnet, Sie thun sich wenig Zwang an.«

»Aber Frau Gräfin  . . .«

»Oh! das ist reizend  . . . ich dachte es mir doch. Man stahl mir mein Kistchen, da sagte ich zu mir selbst: ich muß zu Herrn von Sartines gehen, er wird es mir wieder finden. Sie warteten meine Forderung nicht ab, und haben es vorher schon gefunden; ich danke.«

»Und der Herr hat es, wie Sie sehen, sogar geöffnet,« sagte Balsamo.

»Ja, wahrhaftig! . . . hat man dergleichen je erlebt? Das ist abscheulich, Sartines.«

»Gnädige Frau, unbeschadet der vollen Achtung, die ich für Sie habe, muß ich befürchten, daß Sie sich imponiren lassen,« sprach der Polizeilieutenant.

»Imponiren lassen, mein Herr,« fragte Balsamo, »sagen Sie dieses Wort zufällig in Beziehung auf mich?«

»Ich weiß, was ich weiß,« erwiederte Herr von Sartines.

»Und ich weiß nichts,« sagte Madame Dubarry ganz leise zu Balsamo; »lassen Sie hören, was gibt es, lieber Graf? Sie haben sich auf mein Versprechen, Ihnen die erste Bitte zu bewilligen, die Sie an mich richten würden, berufen. Ich halte mein Wort wie ein Mann, und hier bin ich.«

»Frau Gräfin,« antwortete Balsamo laut, »Sie haben mir vor wenigen Tagen diese Cassette und Alles, was sie enthält, anvertraut.«

»Ganz gewiß,« sprach Madame Dubarry, mit ihrem Blick den Blick des Grafen erwiedernd.

»Ganz gewiß!« rief Herr von Sartines, »Sie sagen ganz gewiß, gnädige Frau?«

»Ja wohl, und die Frau Gräfin hat diese Worte laut genug ausgesprochen, daß Sie dieselben hören konnten.«

»Eine Cassette, welche vielleicht zehn Verschwörungen enthält!«

»Ah! Herr von Sartines, Sie wissen wohl, daß Sie mit diesem Wort kein Glück haben, wiederholen Sie es also nicht. Die Frau Gräfin verlangt ihr Kistchen von Ihnen, geben Sie es ihr einfach zurück.«

»Sie verlangen es zurück, gnädige Frau?« sagte Herr von Sartines, vor Zorn zitternd.

»Ja, lieber Polizeilieutenant.«

»Aber erfahren Sie wenigstens  . . .«

Balsamo schaute die Gräfin an.

»Ich habe nichts zu erfahren, was ich nicht schon wüßte,« entgegnete Madame Dubarry; »geben Sie mir das Kistchen zurück; ich habe mich nicht umsonst hieher bemüht, verstehen Sie?«

»Im Namen des lebendigen Gottes, im Namen der Interessen Seiner Majestät, Madame!«

Balsamo machte eine Geberde der Ungeduld.

»Dieses Kistchen, mein Herr!« sagte die Gräfin mit kurzem Tone, »dieses Kistchen, ja oder nein! Bedenken Sie es wohl, ehe Sie nein sagen.«

»Wie es Ihnen beliebt, gnädige Frau,« antwortete Herr von Sartines demuthsvoll.

Und er reichte der Gräfin das Kistchen, in das Balsamo schon wieder alle die auf dem Schreibtisch zerstreuten Papiere hineingeschoben hatte.

Madame Dubarry wandte sich mit einem reizenden Lächeln gegen den letzteren und sagte zu ihm:

»Graf, wollen Sie mir dieses Kistchen bis zu meinem Wagen tragen, und mir Ihre Hand geben, daß ich nicht allein durch alle diese mit so gemeinen Gesichtern meublirten Vorzimmer gehen muß. Ich danke, Sartines.«

Und Balsamo wandte sich schon mit seiner Beschützerin nach der Thüre, als er Herrn von Sartines sich nach der Klingel wenden sah.

»Frau Gräfin,« sprach Balsamo, seinen Feind mit dem Blick zurückhaltend, »haben Sie die Güte, Herrn von Sartines, der mir ungeheuer darüber böse ist, daß ich Ihr Kistchen von ihm zurückverlangt habe, haben Sie die Güte, ihm zu sagen, wie sehr Sie in Verzweiflung wären, wenn mir ein Unglück durch das Benehmen des Herrn Polizeilieutenants widerführe, und wie Sie ihm sehr schlechten Dank dafür wüßten.«

Die Gräfin lächelte Balsamo zu und sprach

»Sie hören, was der Herr Graf sagt, Herr von Sartines, es ist die reine Wahrheit; der Herr Graf ist ein vortrefflicher Freund von mir, und ich würde Sie tödtlich hassen, wenn Sie ihm in irgend einer Hinsicht mißfällig wären. Adieu, Sartines!«

Und ihre Hand in der von Balsamo, welcher das Kistchen trug, verließ Madame Dubarry das Cabinet des Polizeilieutenants.

Herr von Sartines ließ sie Beide weggehen, ohne die Wuth zu offenbaren, welche Balsamo bei ihm ausbrechen zu sehen erwartete.

»Gehe!« murmelte der besiegte Staatsbeamte, »gehe, Du hast das Kistchen, aber ich habe die Frau!«

Und um sich zu entschädigen, läutete er, daß alle Glocken hätten zerspringen müssen.

CXXVI.
Worin Herr von Sartines zu glauben anfängt, Balsamo sei ein Zauberer

Bei dem hastigen Klingeln der Glocke von Herrn von Sartines lief ein Huissier herbei.

»Nun!« fragte der Polizeilieutenant, »diese Frau?«

»Welche Frau, Monseigneur?«

»Die Frau, welche hier ohnmächtig geworden ist, und die ich Euch anvertraut habe.«

»Monseigneur, sie befindet sich sehr wohl,« erwiederte der Huissier.

»Gut; bringt sie mir.«

»Wo soll ich sie suchen, Monseigneur?«

»Wie? in diesem Zimmer.«

»Sie ist nicht mehr da, Monseigneur.«

»Sie ist nicht mehr da! wo ist sie denn?«

»Ich weiß es nicht.«

»Ist sie weggegangen?«

Ja.«

«Ganz allein?«

»Ja.«

»Aber sie konnte sich nicht aufrecht halten.«

»Monseigneur, es ist wahr, sie blieb einige Augenblicke ohnmächtig; doch fünf Minuten nachdem Herr von Fönix in das Cabinet von Monseigneur eingeführt war, erwachte sie aus dieser seltsamen Ohnmacht, gegen die weder Essenzen, noch Riechsalze irgend etwas vermochten. Da öffnete sie die Augen, stand mitten unter uns auf und athmete mit einer zufriedenen Miene.«

»Hernach?«

»Hernach wandte sie sich gegen die Thüre, und da Monseigneur nicht sie zurückzuhalten befohlen hatte, so ging sie weg.«

»Sie ist weggegangen!« rief Herr von Sartines, »Ah! Ihr Unglückliche, die Ihr alle seid. ich lasse Euch insgesammt in Bicêtre verfaulen! Geschwinde, geschwinde, man schicke mir meinen ersten Agenten.«

Der Huissier ging rasch hinaus, um diesem Befehl zu gehorchen.

»Der Elende ist ein Zauberer,« murmelte der unglückliche Staatsbeamte. »Ich bin Polizeilieutenant des Königs, er ist Polizeilieutenant des Teufels.«

Der Leser hat ohne Zweifel schon begriffen, was sich Herr von Sartines nicht erklären konnte. Sogleich nach der Scene mit der Pistole und während der Polizeilieutenant sich wieder zu erholen suchte, hatte sich Balsamo, diesen Augenblick der Unterbrechung benützend, orientirt und, indem er sich nach und nach gegen die vier Himmelsgegenden, sicher, in einer derselben Lorenza zu treffen, gewendet, der jungen Frau auszustehen, hinauszugehen und auf demselben Weg, den sie schon gewählt hatte, nämlich durch die Rue Saint-Claude, zurückzukehren befohlen.

Sobald dieser Wille sich im Geiste von Balsamo festgestellt hatte, entstand eine magnetische Strömung zwischen ihm und der jungen Frau, welche dem Befehl gehorchend, den sie durch anschauende Erkenntniß erhielt, aufstand und sich entfernte, ohne daß Jemand sich ihrem Abgang zu widersetzen wagte.

Herr von Sartines legte sich noch an demselben Abend zu Bette und ließ sich zur Ader: der Aufruhr war zu stark gewesen, als daß er ihn ungestraft ertragen konnte, und hätte die Sache noch eine Viertelstunde länger gedauert, so wäre er, wie der Arzt versicherte, einem Schlagflusse unterlegen.

Während dieser Zeit hatte Balsamo die Gräfin an ihren Wagen zurückgeführt und es versucht, sich von ihr zu verabschieden; doch sie war nicht die Frau, die ihn so hätte weggehen lassen, ohne wo möglich Aufklärung von ihm über das seltsame Ereigniß, das vor ihren Augen vorgefallen war, zu erlangen,

Sie bat also den Grafen, zu ihr einzusteigen; der Graf gehorchte und ein Reitknecht führte Dscherid an der Hand nach.

»Sie sehen, Graf, ob ich redlich bin,« sprach sie, »und ob ich, wenn ich Jemand Freund nannte, das Wort mit dem Mund oder mit dem Herzen gesagt habe. Ich wollte nach Luciennes zurückkehren, wo mich der König, wie er mir sagte, morgen früh besuchen sollte; doch da kam Ihr Brief, und ich ließ Ihnen zu Liebe Alles im Stich. Viele wären über die Worte Verschwörungen und Verschwörer, die uns Herr von Sartines in’s Gesicht warf, erschrocken; doch ich schaute Sie an, ehe ich handelte, und entsprach Ihren Wünschen.«

»Madame,« erwiederte Balsamo, »Sie haben mich reichlich für den kleinen Dienst bezahlt, den ich Ihnen zu leisten im Stande war; doch bei mir geht nichts verloren; ich weiß dankbar zu sein, und das sollen Sie erfahren. Glauben Sie indessen nicht, daß ich ein Strafbarer, ein Verschwörer bin, wie Herr von Sartines sagt. Dieser theure Staatsbeamte hat aus den Händen von irgend Jemand, der. mich verräth, dieses Kistchen bekommen, das voll von meinen chemischen und hermetischen Geheimnissen ist, von Geheimnissen, Frau Gräfin, die ich Ihnen mittheilen will, damit sie diese unsterbliche, diese glänzende Schönheit, diese blendende Jugend behalten  . . . Als nun der theure Herr von Sartines die Ziffern meiner Formeln sah, rief er die Kanzlei zu Hülfe, welche, um sich nicht auf einem Mangel an Kenntnissen ertappen zu lassen, meine Ziffern auf ihre Weise auslegte. Ich glaube Ihnen schon einmal gesagt zu haben, Madame: das Handwerk ist noch nicht frei von allen Gefahren, die es im Mittelalter umgeben haben; nur aufgeklärte und junge Geister, wie der Ihrige, sind ihm günstig. Kurz, Frau Gräfin, Sie haben mich aus einer Verlegenheit gerettet; ich bezeuge Ihnen dies und werde Ihnen meine Dankbarkeit beweisen.«

»Aber was hätte er Ihnen denn gethan, wenn ich Ihnen nicht zu Hülfe gekommen wäre?«

»Er hätte mich, um dem König Friedrich, den Seine Majestät haßt, einen Streich zu spielen, in Vincennes oder in der Bastille eingesperrt. Ich weiß wohl, ich wäre wieder herausgekommen durch das Verfahren, das ich anwende, um den Stein unter dem Hauch zu schmelzen; doch ich hätte dabei mein Kistchen verloren, das, wie ich Ihnen zu sagen die Ehre gehabt habe, viele seltsame und unbezahlbare Formeln enthält, welche durch einen glücklichen Zufall von der Wissenschaft der ewigen Finsterniß entrissen worden sind.«

»Ah! Graf, Sie beruhigen mich und entzücken mich zugleich, Sie versprechen mir also einen Verjüngungstrank?«

»Ja.«

»Und wann werden Sie ihn mir geben?«

»Oh! wir haben keine Eile. Sie werden ihn in zwanzig Jahren von mir verlangen, schöne Gräfin. Ich denke, Sie haben jetzt keine Lust, wieder ein Kind zu werden.«

»Sie sind in der That ein bezaubernder Mann; doch noch eine letzte Frage, und ich lasse Sie, denn sie scheinen mir große Eile zu haben.«

»Sprechen Sie, Gräfin.«

»Sie sagten mir, es habe Sie Jemand verrathen: ist es ein Mann oder eine Frau?«

»Eine Frau.«

»Ah! ah! Liebe!«

»Ach! ja, verdoppelt durch eine Eifersucht, welche bis zur Wuth geht und die schönen Wirkungen hervorbringt, die Sie gesehen haben. Es ist eine Frau, welche mich, da sie es nicht wagte, mir einen Dolchstoß zu geben, weil sie weiß, daß man mich nicht tödten kann, in einem Gefängniß begraben oder zu Grunde richten wollte.«

»Wie, zu Grunde richten?«

»Sie glaubte es wenigstens.«

»Graf, ich lasse halten,« sagte die Gräfin lachend. »Ist es denn das Quecksilber, das in Ihren Adern läuft, was Ihnen die Unsterblichkeit verleiht. welche macht, daß man Sie anzeigt, statt Sie zu tödten? .. Wollen Sie hier aussteigen, oder soll ich Sie nach Hause führen, wählen Sie?«

»Nein, Madame, es wäre zu viel Güte von Ihnen, wenn Sie mir zu Liebe von Ihrem Wege abgingen. Ich habe hier mein Pferd Dscherid.«

»Ah! das wunderbare Thier, das dem Wind an Schnelligkeit zuvorkommen soll.«

»Ich sehe, daß es Ihnen gefällt. Frau Gräfin.«

»Es ist in der That ein herrlicher Renner.«

»Erlauben Sie mir, Ihnen denselben unter der Bedingung anzubieten, daß Sie ihn allein reiten.«

»Oh! nein, ich danke; ich reite nicht, oder reite wenigstens nur sehr furchtsam. Ihre Absicht hat für mich einen eben so großen Werth, als das Geschenk selbst, Leben Sie wohl, lieber Graf, vergessen Sie in zehn Jahren nicht meinen Verjüngungstrank.«

»Ich habe zwanzig Jahre gesagt.«

»Graf, Sie kennen das Sprüchwort: besser ich habe, als ich hätte. Sie können mir ihn sogar in fünf Jahren geben  . . . man weiß nicht, was geschieht.«

»Wann es Ihnen beliebt, Gräfin, Sie wissen, daß ich ganz der Ihrige bin.«

»Ein letztes Wort, Graf.«

»Ich höre, Madame.«

»Ich muß ein großes Zutrauen zu Ihnen haben, daß ich es an Sie richte.«

Balsamo, der schon ausgestiegen war, überwand seine Ungeduld und näherte sich wieder der Gräfin.

»Man sagt überall,« fuhr Madame Dubarry fort, »der König habe eine Neigung für die kleine Taverney?«

»Ah! Frau Gräfin, das ist möglich!«

»Eine sehr lebhafte Neigung, wie man behauptet, Graf, Sie müssen mir das sagen, wenn es wahr ist. Schonen Sie mich nicht, Graf, behandeln Sie mich als Freundin, ich beschwöre Sie; Graf, sagen Sie mir die Wahrheit.«

»Madame, ich werde mehr thun,« erwiederte Balsamo, »ich stehe Ihnen dafür, daß Fräulein Andrée nie die Geliebte des Königs wird.«

»Und warum dies?« rief Madame Dubarry.

»Weil ich es nicht will,« antwortete Balsamo.

»Oh!« machte Madame Dubarry ungläubig.

»Sie zweifeln daran?«

»Ist das nicht erlaubt?«’

»Zweifeln Sie nie an der Wissenschaft, Madame. Sie haben mir geglaubt, als ich Ja sagte, glauben Sie mir auch, wenn ich Nein sage.«

»Sie haben also Mittel  . . .«

Lächelnd hielt sie inne,

»Vollenden Sie.«

»Mittel, welche im Stande sind, den Willen des Königs zu Nichte zu machen oder seine Laune zu bekämpfen?«

Balsamo lächelte.

»Ich schaffe Sympathien,« sagte er.

»Ja, ich weiß das.«

»Sie glauben auch daran.«

»Ich glaube daran.«

»Wohl, ich werde sogar Widerwillen und im Fall der Roth Unmöglichkeiten schaffen. Seien Sie also uns besorgt, Gräfin, ich wache.«

Balsamo breitete alle diese Fetzen von Phrasen mit einer Zerstreutheit aus, welche Madame Dubarry nicht, wie sie es that, für Divination gehalten haben würde, hätte sie den ganzen fieberhaften Durst gekannt, mit dem Balsamo so schnell als möglich Lorenza wieder zu finden trachtete.

»Ah! Graf,« sprach sie, »Sie sind offenbar nicht nur mein Glücksprophet, sondern auch mein Schutzengel. Graf, merken Sie wohl auf: ich werde Sie vertheidigen, vertheidtgen Sie mich. Lassen Sie uns ein Bündniß schließen.«

»Es sei,« sagte Balsamo,

Und er küßte der Gräfin abermals die Hand.

Dann schloß er den Schlag des Wagens, den die Gräfin in den Champs-Elysées hatte halten lassen, bestieg sein Pferd, das vor Freude wieherte, und verschwand bald im Schatten der Nacht.

»Nach Luciennes!« rief Madame Dubarry getröstet.

Balsamo ließ diesmal ein schwaches Pfeifen hören, preßte leicht die Kniee an, und Dscherid sprengte im Galopp fort.

Fünf Minuten nachher war er im Vorhause in der Rue Saint Claude und schaute Fritz an.

»Nun?« fragte er voll Angst.

»Ja, Herr,« antwortete der Diener, der in seinem Blick zu lesen gewohnt war.

»Ist sie zurückgekehrt?«

»Sie ist oben.«

»In welchem Zimmer?«

»In dem Zimmer mit den Pelzen.«

»In welchem Zustand?«

»Oh! sehr müde; sie lief so rasch, daß ich, der ich sie kommen sah, weil ich auf sie lauerte, nicht einmal Zeit hatte, ihr entgegen zu gehen.«

»In der That!«

»Oh! ich war ganz erschrocken darüber; sie kam hierher wie ein Sturmwind, stieg die Treppe hinauf, ohne Athem zu schöpfen, und fiel plötzlich, als sie ins Zimmer eintrat, auf die große, schwarze Löwenhaut. Dort werden Sie sie finden.«

Balsamo ging hastig hinauf und fand in der That Lorenza, welche sich kraftlos gegen die ersten Konvulsionen einer Nervenkrise sträubte. Schon zu lange lastete das Fluidum auf ihr, und es nöthigte sie zu gewaltsamen Acten. Sie litt, sie seufzte; es war, als ob ein Berg auf ihrer Brust läge, und als ob sie ihn mit beiden Händen wegzuschieben versuchte.

Balsamo schaute sie einen Augenblick mit einem vor Zorn funkelnden Auge an, nahm sie in seine Arme und trug sie in ihr Zimmer, dessen geheimnißvolle Thüre sich hinter ihm schloß.

Türler ve etiketler

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Litres'teki yayın tarihi:
06 aralık 2019
Hacim:
1798 s. 15 illüstrasyon
Telif hakkı:
Public Domain