Kitabı oku: «Handbuch des Strafrechts», sayfa 51

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3. Ein neues Wissenschaftsmedium: Strafrechtliche Fachzeitschriften

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Im Vergleich zu traditionellen Publikationsformen wie Lehrbüchern und Kommentaren blickt das Medium der (straf-)rechtswissenschaftlichen Fachzeitschrift auf eine weitaus jüngere Geschichte zurück.[359] Erste Gründungen erwiesen sich ungeachtet der Prominenz ihrer Herausgeber als kurzlebig. So brachte es die u.a. von Feuerbach und Grolman herausgegebene „Bibliothek für peinliche Rechtswissenschaft und Gesetzeskunde“ lediglich auf drei Jahrgänge. Größerer Erfolg war dem „Archiv des Criminalrechts“ beschieden, das bis 1857 erschien.[360] Als weitere Foren etablierten sich die von Mittermaier und K.S. Zachariä ins Leben gerufene „Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft des Auslandes“ (1826–1856)[361] sowie die von Kammergerichtsrat Hitzig herausgegebenen „Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege“ (1828–1855). Dem partikularen Recht verpflichtete Zeitschriften publizierten disziplinübergreifend und wiesen nur vereinzelt strafrechtliche Spezialisierungen auf.[362] Hinzu kamen einige kurzlebige Periodika, welche die Interessen der interdisziplinären „Gefängniskunde“ bedienten.[363]

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Nach 1848 lässt sich eine ähnliche Entwicklung ausmachen, wie sie bereits für das Genre des wissenschaftlichen Kommentars feststellbar war. Die Revitalisierung eines tradierten Wissenschaftsmediums erfolgte nicht durch Lehrstuhlinhaber, sondern durch Praktiker. Den Anfang machte der „Gerichtssaal“ (1848–1942), begründet von dem badischen Ministerialbeamten Ludwig v. Jagemann.[364] Die Geburtsstunde der ältesten bis heute aufgelegten Strafrechtszeitschrift schlug wenige Jahre später. 1853 gründete Theodor Goltdammer das „Archiv für Preußisches Strafrecht“, das nach einer wechselvollen Geschichte und mehreren Namensänderungen seit 1953 seinen heutigen Namen, „Goltdammer’s Archiv“ trägt.[365] Im „Gerichtssaal“ wie im „Archiv“ dominierte zunächst der Praxisbezug. Ein Intermezzo blieb dagegen die von Franz v. Holtzendorff veranstaltete „Allgemeine Deutsche Strafrechtszeitung“ (1861–1873), die als Plattform für rechtspolitische Diskussionen diente.[366] Nach der Reichsgründung bereicherte und diversifizierte eine neue Wissenschaftlergeneration die Zeitschriftenlandschaft und löste mit zahlreichen Neugründungen geradezu einen „Boom“ juristischer Fachzeitschriften aus.[367] Die „Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft“, gegründet 1881 von Dochow und v. Liszt, etablierte sich mit ihrer dezidiert wissenschaftlichen Ausrichtung dauerhaft als führendes Organ der deutschen Strafrechtswissenschaft.[368] Als erste kriminologische Fachzeitschrift gilt die rasch eingestellte „Zeitschrift für Criminal-Anthropologie, Gefängniswissenschaft und Prostitutionswesen“ (1897), der Hans Gross’ „Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik“ (1899) und Gustav Aschaffenburgs „Monatsschrift für Kriminalpsychologie und Strafrechtsreform“ (1904) folgten.[369]

IV. Strafrecht im Rechtsstudium und in der Juristenausbildung

1. Strafrecht an Juristischen Fakultäten

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Während 1792 in Deutschland noch 42 Universitäten bestanden hatten, ging deren Anzahl bis 1820 infolge der territorialen Umwälzungen auf lediglich 19 zurück.[370] Auf der Verlustliste standen neben zahllosen wissenschaftshistorisch eher unbedeutenden Institutionen mit Wittenberg (Carpzov) und Frankfurt/Oder (Brunnemann, Boehmer) auch Wirkungsstätten maßgeblicher Strafrechtsgelehrter der frühen Neuzeit. Als Standorte für juristische Fakultäten verblieben Berlin, Bonn, Breslau, Erlangen, Freiburg, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidelberg, Jena, Kiel, Königsberg, Leipzig, Marburg, München, Rostock, Tübingen und Würzburg. Der Universitätsbestand blieb bis zur Gründung des Deutschen Reichs konstant, zwischen 1871 und 1914 kamen lediglich Straßburg, Münster und Frankfurt hinzu. Nahezu 40 % der Jurastudenten erhielten ihre Ausbildung an den Großuniversitäten Berlin, München und Leipzig.[371] Frauen erlangten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Recht zur Immatrikulation.[372]

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Der Lehrkörper einer juristischen Fakultät bestand aus vier bis zehn ordentlichen Mitgliedern. Selbst unter Hinzunahme der Extraordinariate und Privatdozenten blieb die strafrechtliche „scientific community“ im 19. Jahrhundert überschaubar. Ein Lehrstuhl der Fakultät war vorrangig dem Strafrecht gewidmet.[373] Ausschließlich strafrechtliche Denominationen sind ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Feuerbachs Landshuter Lehrstuhl umfasste das Zivil- und Kriminalrecht, bedeutende Strafrechtswissenschaftler wie Mittermaier, Wächter, Binding, H.A. Zachariae und v. Liszt legten auf den Feldern des Privatrechts, des Staatsrechts oder des Völkerrechts viel beachtete Werke vor. Die Habilitation als formelle Zulassungsvoraussetzung setzte sich erst Ende des 19. Jahrhunderts durch, Altersgrenzen für die Emeritierung von Professoren existierten nicht. Für jüdische Wissenschaftler blieb es trotz der nach 1848 eingeräumten formalen Berechtigung nahezu unmöglich, ohne vorherige Taufe an juristischen Fakultäten als (Extra-)Ordinarius zu lehren.[374] Bis die erste Frau einen juristischen Lehrstuhl erhielt, sollte es gar bis 1948 bzw. 1965 dauern.[375]

2. Strafrecht in der Juristenausbildung

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Das juristische Studium stand während des 19. Jahrhunderts ganz im Banne des (römischen) Zivilrechts. In Preußen erstreckte sich die mündliche und schriftliche Prüfung zum Auskultatorexamen, das bis 1868 den Abschluss des Universitätsstudiums bildete, nahezu ausschließlich auf die Pandekten.[376] Mit dem geltenden Recht – in Preußen dem zivilrechtlichen Teil des Allgemeinen Landrechts bzw. linksrheinisch dem Code civil – kamen die Absolventen erst während ihres Vorbereitungsdienstes in Berührung. Andere Fächer standen zwar auf den Lehrplänen, fristeten jedoch angesichts fehlender „Prüfungsrelevanz“ ein Schattendasein. Die einseitig zivilrechtliche Ausrichtung des Studiums, die Kandidaten selbst „ganz oberflächliche und notdürftige Bekanntschaft mit dem Strafrecht“ entbehrlich erscheinen ließ, stieß im zeitlosen Streit über die Reform der Juristenausbildung auf scharfe Kritik.[377] In einem rhetorischen Rundumschlag sah v. Liszt in der Marginalisierung aller nicht zivilrechtlichen Fächer eine „Prämie für Bummelei und Denkfaulheit“, ja es drohe nichts weniger als die „geistige Verödung“ des Juristenstandes.[378]

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Die universitäre Fokussierung auf das gemeine Recht vertiefte überdies die Kluft zwischen Wissenschaft und Rechtspraxis. Mit Blick auf das Zivilrecht konstatierte Gneist eine „gegenseitige Entfremdung“ [379]. Während „die Universitäten (…) das preußische Landrecht vornehm ignoriert und die preußische Gerichtsordnung verspottet (haben)“, trugen die preußischen Praktiker ihre geringe Meinung von der „bloßen Theorie“ zur Schau.[380] Zuvor hatte Wächter das „völlige Nichtbeachten des particularen Elementes in der akademischen Lehre“ beklagt und die rhetorische Frage aufgeworfen, „ob mit dem ehemaligen ‚gemeinen‘ Kriminalrecht und mit dem philosophischen Kriminalrecht heutzutage ein brauchbarer Kriminalist gebildet wird?“[381] Ungeachtet dessen vermittelten Strafrechtswissenschaftler in ihren Vorlesungen das gemeine deutsche Strafrecht, während sie sich „gegen die Aufnahme des particularen Rechtsstoffes nach Kräften wehrten“[382]. Während indes die am tradierten Recht festhaltende Pandektenwissenschaft internationale Reputation errang, blieb die Bearbeitung des aus trüben Quellen geschöpften gemeinen Strafrechts mit dem Makel wissenschaftlicher Inferiorität behaftet.

V. Fazit: Entfremdung zwischen Strafrechtswissenschaft und Praxis

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Im wissenschaftshistorischen Rückblick sind die Jahre zwischen dem Zerfall des Alten Reichs und der Gründung des Deutschen Kaiserreichs von einer fortschreitenden Entfremdung zwischen Strafrechtswissenschaft und strafrechtlicher Praxis gekennzeichnet. Lehrbücher wie akademischer Unterricht befassten sich allenfalls am Rande mit geltendem Recht. Durch ihre Bearbeitung und Kommentierung des partikularen Rechts gewannen Praktiker erheblichen Einfluss auf die Rechtsfortbildung. Die zeitgenössisch beklagte „völlige Isolierung der Theorie“ vertiefte sich durch eine bedeutende verfahrensrechtliche Änderung.[383] Mit Beseitigung des Instituts der Aktenversendung endete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Einbindung der Universitäten in die zivil- und strafgerichtliche Entscheidungsfindung. Im Alten Reich hatten lokale Gerichte maßgebliche Verfahrensentscheidungen nicht selbst getroffen, sondern die Akten Juristenfakultäten oder Schöffenstühlen zur Beurteilung vorgelegt[384]. Die Aktenversendung begründete in Deutschland die traditionell enge Verschränkung von Rechtsprechung und Rechtslehre.[385] Angesichts der nunmehrigen akademischen Selbstisolierung überrascht es nicht, dass die Arbeiten an den Entwürfen für ein Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund ohne Hinzuziehung von Vertretern aus der Strafrechtswissenschaft begannen.

2. Abschnitt: Strafrechtsgeschichte › § 7 Deutsche Strafrechtsgeschichte seit dem Bayerischen Strafgesetzbuch von 1813 bis 1871 › Ausgewählte Literatur

Ausgewählte Literatur


v. Arnswaldt, Wolf Christian Savigny als Strafrechtspraktiker. Ministerium für die Gesetzrevision (1842–1848), 2003.
Berner, Albert Friedrich Lehrbuch des Deutschen Strafrechtes, 1857, 18. Aufl. 1898.
Berner, Albert Friedrich Die Strafgesetzgebung in Deutschland vom Jahre 1751 bis zur Gegenwart, 1867.
Beseler, Georg Kommentar über das Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten und das Einführungsgesetz vom 14. April 1851, 1851.
Brandt, Christian Die Entstehung des Code pénal von 1810 und sein Einfluß auf die Strafgesetzgebung der deutschen Partikularstaaten des 19. Jahrhunderts am Beispiel Bayerns und Preußens, 2002.
Buschmann, Arno Textbuch zur Strafrechtsgeschichte der Neuzeit. Die klassischen Gesetze, 1998.
Evans, Richard J. Rituale der Vergeltung. Die Todesstrafe in der deutschen Geschichte 1532–1987, 2001.
Feuerbach, Ludwig (Hrsg.) Paul Johann Anselm Ritter von Feuerbachs Leben und Wirken, 2 Bde., 2. Aufl. 1852.
v. Feuerbach, Paul Johann Anselm Kritik des Kleinschrodischen Entwurfs zu einem peinlichen Gesetzbuche für die Chur-Pfalz-Bayrischen Staaten, 1804.
v. Feuerbach, Paul Johann Anselm Revision der Grundsätze und Grundbegriffe des positiven peinlichen Rechts, Zwei Bde., 1799/1800.
v. Feuerbach, Paul Johann Anselm Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, 1801, 14. Aufl. 1847 (hrsg. von Mittermaier).
Goldschmidt, James Das Verwaltungsstrafrecht. Eine Untersuchung der Grenzgebiete zwischen Strafrecht und Verwaltungsrecht auf rechtsgeschichtlicher und rechtsvergleichender Grundlage, 1902.
Goltdammer, Theodor Die Materialien zum Straf-Gesetzbuche für die Preußischen Staaten, 1851/1852.
Greco, Luís Lebendiges und Totes in Feuerbachs Straftheorie. Ein Beitrag zur gegenwärtigen strafrechtlichen Grundlagendiskussion, 2009.
Grünhut, Max Anselm v. Feuerbach und das Problem der strafrechtlichen Zurechnung, 1922.
Habermas, Rebekka/ Schwerhoff, Gerd (Hrsg.) Verbrechen im Blick. Perspektiven der neuzeitlichen Kriminalitätsgeschichte, 2009.
Hattenhauer, Hans (Hrsg.) Thibaut und Savigny. Ihre programmatischen Schriften, 2. Aufl. 2002.
Kleinbreuer, Stefan Das Rheinische Strafgesetzbuch. Das materielle Strafrecht der Rheinprovinz und sein Einfluß auf die Strafgesetzgebung in Preußen und im Norddeutschen Bund, 1999.
Kühne, Jörg-Detlef Die Reichsverfassung der Paulskirche. Vorbild und Verwirklichung im späteren deutschen Rechtsleben, 2. Aufl. 1998.
Limbach, Anna Caroline Das Strafrecht der Paulskirchenverfassung 1848/49, 1995.
Mertens, Bernd Gesetzgebungskunst im Zeitalter der Kodifikationen, 2004.
Mittermaier, Carl Joseph Anton Ueber die Grundfehler der Behandlung des Criminalrechts in Lehr- und Strafgesetzbüchern, 1819.
Mittermaier, Carl Joseph Anton Die Strafgesetzgebung in ihrer Fortbildung. Geprüft nach den Forderungen der Wissenschaft und nach den Erfahrungen über den Werth neuer Gesetzgebungen, und über die Schwierigkeiten der Codification, mit vorzüglicher Rücksicht auf den Gang der Berathungen von Entwürfen der Strafgesetzgebung in constitutionellen Staaten, Zwei Bde., 1841/1843.
Opitz, Claudia/Studer, Brigitte/Tanner, Jakob (Hrsg.) Kriminalisieren – Entkriminalisieren – Normalisieren. Criminalisier, Décriminaliser, Normalisier, 2006.
Radbruch, Gustav Paul Johann Anselm Feuerbach. Ein Juristenleben [1934], in: Gustav Radbruch Gesamtausgabe, Bd. 6, bearb. von Haney, 1997, S. 27 ff.
Schlosser, Hans Neuere Europäische Rechtsgeschichte. Privat – und Strafrecht vom Mittelalter bis zur Moderne, 3. Aufl. 2017.
Schreiber, Hans-Ludwig Gesetz und Richter. Zur geschichtlichen Entwicklung des Satzes nullum crimen, nulla poena sine lege, 1976.
Schubert, Gernot Feuerbachs Entwurf zu einem Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern aus dem Jahre 1824, 1978.
Schubert, Werner (Hrsg.) Der Code pénal des Königreichs Westphalen von 1813 mit dem Code pénal von 1810 im Original und in deutscher Übersetzung, 2001.
Schubert, Werner/ Regge, Jürgen (Hrsg.) Preußische Gesetzrevision 1825–1848, Abt. I Bd. 1–6, 1981–1996.
Stolleis, Michael (Hrsg.) Juristische Zeitschriften. Die neuen Medien des 18.–20. Jahrhunderts, 1999.
Wendt, Heinrich Die gerichtsverfassungsrechtlichen Bestimmungen in den Verfassungsurkunden des neunzehnten Jahrhunderts, 1934.

Anmerkungen

[1]

Feuerbach, Kritik, Tl. 1, S. VII.

[2]

Kesper-Biermann, Geschichte und Gesellschaft 2009, S. 608; grundlegend Gwinner, Der Einfluß des Standes im gemeinen Strafrecht, 1934; umfassend Reulecke, Gleichheit und Strafrecht im deutschen Naturrecht des 18. und 19. Jahrhunderts, 2007.

[3]

Koch, Denunciatio, 2006, S. 100 ff.; Maihold, Kansai University Review of Law and Politics 33 (2012), 65 ff.

[4]

Greco, Feuerbachs Straftheorie, S. 49 f.; Koch, Denunciatio, 2006, S. 202 f.; Schaffstein, ZStW 101 (1989), 493 ff.

[5]

Böhmer, Handbuch der Litteratur des Criminal-Rechts mit besonderer Rücksicht auf Criminal-Politik, 1816, S. 851.

[6]

Hommel, Des Herrn von Beccaria unsterbliches Werk von Verbrechen und Strafen, 1778, S. 41 Anm. h.

[7]

Bauer, Lehrbuch des Strafrechtes, 2. Aufl. 1833, S. 7; auch Abegg, Lehrbuch der Strafrechts-Wissenschaft, 1836, S. 19; Grolman, Grundsätze der Criminalwissenschaft, 1798, S. 117; Tittmann, Handbuch der Strafrechtswissenschaft und der deutschen Strafgesetzkunde, Bd. 1, 2. Aufl. 1822, S. 15; anders Feuerbach, Lehrbuch14, S. 5 (Anmerkung): der Gerichtsgebrauch „ist nur anzuerkennen, wie man auch Staatsrevolutionen anerkennt, als Thatsache, nicht als Recht.“

[8]

Feuerbach, Kritik, Tl. 1, S. IX.

[9]

Härter, in: Habermas/Schwerhoff (Hrsg.), S. 77; Koch, ZStW 122 (2010), 744, 756.

[10]

Einführend Maihold, ius.full 2/2006, 76 ff.; Rüping/Jerouschek, Grundriss, Rn. 94 ff.

[11]

v. Weber, ZRG GA 77 (1960), 305.

[12]

Berner, Strafgesetzgebung, S. 2 f., 10.

[13]

Codex Juris Bavarici Criminalis, Proemium; zit. aus Buschmann, Textbuch, S. 180.

[14]

Preußisches Allgemeines Landrecht, Einl. § 47; zur Einschränkung richterlichen Ermessens als Forderung der strafrechtlichen Aufklärung Koch, in: Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch, S. 55 f.

[15]

Berner, Lehrbuch1, S. 74.

[16]

Huber (Hrsg.), Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. 1, 3. Aufl. 1978, S. 29.

[17]

Böhmer, Handbuch der Litteratur des Criminal-Rechts mit besonderer Rücksicht auf Criminal-Politik, 1816, S. 42.

[18]

Hierzu Dölemeyer, Luig-FS, S. 11 ff.; Schöler, Deutsche Rechtseinheit, 2004, S. 12, 40, 73 ff.

[19]

Treffend Binding, Die gemeinen Deutschen Strafgesetzbücher, 2. Aufl. 1877, S. 1: „Altersschwäche erzeugt keine Reformatoren“.

[20]

Zsf. Schlosser, Rechtsgeschichte, S. 255 ff.

[21]

Die maßgeblichen Abhandlungen finden sich bei H. Hattenhauer (Hrsg.), Thibaut und Savigny, S. 37 ff., 61 ff. Für nationale Gesetzgebungen, einschließlich der Schaffung eines Reichsgerichts K.E. Schmidt, Deutschlands Wiedergeburt, 1814, S. 150 ff., 252 ff. Zur Kontroverse schon Koch, ZStW 122 (2010), 742 ff.

[22]

v. Savigny, in: H. Hattenhauer (Hrsg.), Thibaut und Savigny, S. 178 ff., 237 ff.

[23]

Andere Stimmen meinen, v. Savignys Ablehnung habe sich allein auf Zivilrechtskodifikationen bezogen, so v. Arnswaldt, Savigny, S. 97; R. Schröder, Gagnér-FS, S. 404.

[24]

Wo freilich das überkommene (römische) Zivilrecht den Anforderungen der frühindustriellen Gesellschaft nicht mehr genügte, gelangen durchaus Teilreformen und Teilkodifikationen; so etwa die Einführung der Gewerbefreiheit (1834), die Etablierung des Deutschen Zollvereins (1834), die Verabschiedung der Allgemeinen Deutschen Wechselordnung (1848) oder des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuchs (1861).

[25]

Wächter, Neues Archiv des Criminalrechts 1833, 309.

[26]

Wächter, Neues Archiv des Criminalrechts 1833, 307 f.

[27]

Feuerbach, in: H. Hattenhauer (Hrsg.), Thibaut und Savigny, S. 165; auch Gönner, Ueber Gesetzgebung und Rechtswissenschaft in unserer Zeit, 1815, S. 64, 118 ff. 185 ff.

[28]

Gönner, Ueber Gesetzgebung und Rechtswissenschaft in unserer Zeit, 1815, S. 118.

[29]

v. Savigny, in: H. Hattenhauer (Hrsg.), Thibaut und Savigny, S. 555: „Politisch höchst verderblich“ (…) „neues Trennungsmittel für die Deutschen“; Thibaut, ebd., S. 67. Ausdrücklich für Partikulargesetzbücher hingegen Gönner, Ueber Gesetzgebung und Rechtswissenschaft in unserer Zeit, 1815, S. 275.

[30]

Motive des Braunschweigischen Criminalgesetzbuchs von 1840, zit. nach Schröder, Gagnér-FS, S. 411.

[31]

Breidenbach, Commentar über das Großherzogliche Hessische Strafgesetzbuch, Bd. 1, 1842, Vorrede, S. XV; Hepp, Commentar über das neue württembergische Strafgesetzbuch, Bd. 1, 1839, Vorrede, S. IX.

[32]

Huber (Hrsg.), Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd. 1, 3. Aufl. 1978, S. 169; ähnlich Art. 103 der Verfassungsurkunde für das Großherzogtum Hessen von 1830, ebd., S. 221.

[33]

Zu den Motiven eingehend Härter, in: Habermas/Schwerhoff (Hrsg.), S. 85; Kesper-Biermann, Einheit und Recht, S. 119 ff.

[34]

Binding, Die gemeinen Deutschen Strafgesetzbücher, 2. Aufl. 1877, S. 4 ff.

[35]

K.S. Zachariae, Strafgesetzbuch. Entwurf, 1826; v. Strombeck, Entwurf eines Strafgesetzbuches für Staatsgebiete des Deutschen Bundes, 2. Aufl. 1834; Trummer, Entwurf eines Criminalgesetzbuches für die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen. Zugleich ein Vorläufer des Entwurfes zu einem allgemeinen Deutschen Criminalgesetzbuche, 1848; v. Kräwel, Entwurf nebst Gründen zu dem allgemeinen Theile eines für ganz Deutschland geltenden Straf-Gesetzbuchs, 1862.

[36]

Detailliert Binding, Die gemeinen Deutschen Strafgesetzbücher, 2. Aufl. 1877, S. 4 ff.; auch Berner, Strafgesetzgebung, S. 78 ff.; v. Holtzendorff, in: ders. (Hrsg.), Handbuch des deutschen Strafrechts, Bd. 1, 1871, S. 87 ff.; v. Liszt, Lehrbuch, S. 55 ff.; Wächter, Beilagen zu Vorlesungen über das Deutsche Strafrecht, 1881, S. 149 ff.; auch Kesper-Biermann, Einheit und Recht, S. 119 ff., 136 ff.

[37]

Vgl. für sonstige Partikularstrafgesetzbücher, neben der bayerischen und preußischen Gesetzgebung von 1813 bzw. 1851, folgende neuere Literatur sowie die maßgeblichen zeitgenössischen Kommentierungen: Baden: Baldes, Die Entstehung des Strafgesetzbuches für das Großherzogtum Baden von 1845, 1999 – Thilo, Das Strafgesetzbuch für das Großherzogtum Baden, 1845; Bayern: Schweisthal, Das bayerische Strafgesetzbuch von 1861, 1992 – Mittermaier/Sundelin/Berner/Barth, Über die neue Bayerische Strafgesetzgebung, 1862; Weis, Das Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern, 2 Bände, 1863/65; Hannover: Bloy, in: Loos (Hrsg.), Rechtswissenschaft in Göttingen, 1987, S. 190 ff.; Bock, Das hannoversche Strafrecht im 19. Jahrhundert, 1924; Krause, ZNR 1997, 54 ff. – Leonhardt, Commentar über das Criminal-Gesetzbuch für das Königreich Hannover, 1846; ders., Das Criminalgesetzbuch und dessen Nebengebiete, 1860; Hessen: Christ, Entstehung und Grundgedanken des Strafgesetzbuchs für das Großherzogtum Hessen vom 1. April 1842, 1968 – Breidenbach, Commentar über das Großherzoglich Hessische Strafgesetzbuch, 1842; Kurhessen: Theisen, Zwischen Machtspruch und Unabhängigkeit. Kurhessische Rechtsprechung von 1821–1848, 1997; Oldenburg: Heidenreich, Oldenburgische Kriminalpolitik im 19. Jahrhundert. Strafgesetzgebung und Strafrechtspflege in Oldenburg von 1803 bis 1866 im Spiegel der Strafrechtswissenschaft, 1967; Sachsen: Weber, Das Sächsische Strafrecht im 19. Jahrhundert bis zum Reichsstrafgesetzbuch, 2009; Württemberg: Becker, Kriminalität, Herrschaft und Gesellschaft im Königreich Württemberg, 2001; Sauer, Im Namen des Königs. Strafgesetzgebung und Strafvollzug im Königreich Württemberg, 1984 – Hepp, Commentar über das neue württembergische Strafgesetzbuch, 3 Bände, 1839 ff.

[38]

Näher Berner, Strafgesetzgebung, S. 208 ff.

[39]

Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800–1866. Bürgerwelt und starker Staat, 1983, S. 11.

[40]

Zsf. Nipperdey, Deutsche Geschichte 1800–1866. Bürgerwelt und starker Staat, 1983, S. 69 ff.

[41]

Einführend Schlosser, Rechtsgeschichte, S. 232 ff.

[42]

Hierzu Fehrenbach, Traditionelle Gesellschaft und revolutionäres Recht, 3. Aufl. 1983; Schubert, Französisches Recht in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts, 1977; vgl. auch Grilli, Die französische Justizorganisation am linken Rheinufer 1797–1803, 1999 und Stuckenberg, Saarpfalz 2011, Heft 3, 16.

[43]

Scheibe, Die Strafjustiz in Mainz und Frankfurt/Main 1796–1803 unter besonderer Berücksichtigung des Verfahrens gegen den Serienstraftäter Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, 2009, S. 8 ff., 254 ff.

[44]

Schubert, Code pénal Westphalen, S. 7 ff.; vgl. nun aber die Arbeiten von Brandt, Einfluß des Code pénal; Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch; Stuckenberg, Saarpfalz 2011, Heft 3, 14 ff.

[45]

Huber, Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd. 1, 2. Aufl. 1975, S. 88. Neubewertung bei Hecker, Napoleonischer Konstitutionalismus, 2005, S. 15 ff.

[46]

Zur Ausstrahlung des Code civil Schlosser, Rechtsgeschichte, S. 239 ff.; Schubert/Schmoeckel (Hrsg.), 200 Jahre Code civil. Die napoleonische Kodifikation in Deutschland und Europa, 2005.

[47]

Dölemeyer, Luig-FS, S. 19.

[48]

Schubert, Code pénal Westphalen, S. 7 ff.; auch zur Nedden, Die Strafrechtspflege im Königreich Westphalen (1807 bis 1813), 2003, S. 27 ff.

[49]

Schubert, Code pénal Westphalen, S. 7.

[50]

Eingehend Schubert, ZRG GA 94 (1976), 129 ff.

[51]

Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 18 f.; Stuckenberg, Saarpfalz 2011, Heft 3, 17.

[52]

Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 25.

[53]

Vgl. etwa Stuckenberg (Hrsg.), Hundrich, Straf-Codex für das französische Reich (1811), 2006.

[54]

Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 19.

[55]

H.-J. Becker, JuS 1985, 338 ff.; Landsberg, in: Hansen (Hrsg.), Die Rheinprovinz 1815–1915, 1917, S. 151 ff.

[56]

Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 20; Landsberg, in: Hansen (Hrsg.), Die Rheinprovinz 1815–1915, 1917, S. 162.

[57]

Müssig, in: Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch, S. 114; Schlosser, Rechtsgeschichte, S. 236 f.

[58]

So Stuckenberg, in: ders. (Hrsg.), Hundrich, Straf-Codex für das französische Reich, 2006, S. 6.

[59]

Eb. Schmidt, Geschichte, S. 261; ähnl. Brandt, Einfluß des Code pénal, S. 255.

[60]

Eb. Schmidt, Geschichte, S. 261.

[61]

Stuckenberg, Saarpfalz 2011, Heft 3, 12 ff.; ausführlich Weithase, Über den bürgerlichen Tod als Straffolge, 1966, S. 53 ff.

[62]

Hierzu Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 174 ff.

[63]

Vgl. etwa Preußisches ALR, Tl. 2 Tit. 20. § 102 (Landesverrat): Schleifen zum Richtplatz, Rädern von unten herauf, Flechten auf das Rad; § 826 (Mord): Rädern von oben herab; § 873 (Elternmord): Öffentliches Stäupen, Schleifen zum Richtplatz, Rädern von unten herauf; § 1512 (schwere Brandstiftung): Verbrennen bei lebendigem Leibe. Die letzte Verbrennung fand 1813 in Berlin statt, noch bis in die 1840er Jahre war die öffentliche Exekution der Todesstrafe durch das Rad keine Seltenheit, Evans, Todesstrafe, S. 266 f., 296 f., Liman, Der Preußische Strafprozeß, 1859, Anm. 1 zu § 551 Pr. Criminalordnung. Zur letzten Verbrennung in Preußen Rosenfeld, ZStW 29 (1909), 810 ff.

[64]

Zsf. Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 174 ff.; Sellert, Maiwald-FS, S. 20 ff.

[65]

Brandt, Einfluß des Code pénal, S. 247; beseitigt wurden die qualifizierte Todesstrafe, die Brandmarkung und der Pranger.

[66]

Zsf. Stuckenberg, Saarpfalz 2011, Heft 3, 11; Brandt, Einfluß des Code pénal, S. 101 ff.

[67]

Brandt, Einfluß des Code pénal, S. 34 ff.

[68]

Koch, in: Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch, S. 54 f.

[69]

Bereits die zeitgenössischen Übersetzungen verwandten hierfür die Begriffe „Verbrechen“, „Vergehen“ und „Übertretungen“.

[70]

Detailliert Brandt, Einfluß des Code pénal, S. 390 ff.; Kleinbreuer, Rheinisches Strafgesetzbuch, S. 21 ff.

[71]

Der materiell-rechtliche Teil des Gesetzes ist abgedruckt in: Buschmann, Textbuch, S. 448 ff. Umfassend Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch.

[72]

Kesper-Biermann, in: Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch, S. 470; dies., Einheit und Recht, S. 167 ff.; dies., ZNR 2004, 36 ff.

[73]

Binding, Handbuch des Strafrechts, Bd. 1, 1885, S. 8.

[74]

Wissenschaftsgeschichtlich Roth, in: Koch/Kubiciel/Löhnig/Pawlik (Hrsg.), Feuerbachs Bayerisches Strafgesetzbuch, S. 525 ff.

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3094 s. 24 illüstrasyon
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9783811449558
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