Kitabı oku: «Aufwachsen in Geborgenheit», sayfa 6

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Wenn Lei mit keinerlei Bezugspersonen ein Interaktionsmuster von der Art hätte wie das mit ihrem Vater im Park gezeigte, würde sie sich vielleicht zu einem Kind entwickeln, das abseits in einer Ecke sitzt und so tut, als ob es mit sich selbst zufrieden sei, während alle anderen spielen. Sie hätte vielleicht Schwierigkeiten, Freundschaften zu schließen, weil sie nicht wüsste, wie man jemanden tröstet, der sich wehgetan hat, oder nicht verstünde, dass es normal ist, manchmal unterschiedlicher Meinung zu sein. Sie würde möglicherweise das Selbstbild entwickeln, „so besonders zu sein, dass sie sich über nichts ärgert“ oder „zu anders, um dazu zu gehören“. Und hinter alledem wäre sie sehr einsam.

Glücklicherweise passieren Szenen wie die im Park oft ganz von selbst. Und wenn die Dinge sich die meiste Zeit so entfalten, wird sich das Selbst des Kindes gut und gesund entwickeln. Die allermeiste Zeit über müssen Sie nicht Ihr Gehirn anstrengen, um eine sichere Bindung zu Ihrem Baby zu erzeugen. Wir könnten es nicht besser auf den Punkt bringen als Robert Karen:

Sie müssen nicht reich oder schlau oder begabt oder lustig sein; Sie müssen nur da sein, im doppelten Sinne des Wortes. Für Ihr Kind ist alles andere unwichtig, es spielt höchstens insofern eine Rolle, wenn es Ihnen ermöglicht, etwas von sich selbst zu geben. Darüber hinaus müssen Sie keine hervorragende Mutter sein, sondern, um es mit Winnicotts berühmten Worten zu sagen, bloß eine „ausreichend gute“ Mutter.

Eine solide Faustregel für alle Eltern: Gut genug ist – nun ja – gut genug.

Schauen Sie, wie es Sophie und Hannah fünf Jahre später ergeht: Sophie kommt nach der Schule nach Hause gestürmt und ruft, sie wolle sich einen großen Vogel tätowieren lassen: „So einen wie Bellas Babysitter!“

Hannah schnaubt und lacht: „Ja, das klingt ganz toll.“ Sophie bricht in Tränen aus, lässt ihren Rucksack fallen und läuft in ihr Zimmer. Hannah seufzt und hebt den Rucksack auf, aus dem eine (zumindest für eine Fünfjährige) kunstvolle Zeichnung eines Vogels mit großen Flügeln (oder ist es eher ein Drache?) hervorschaut. Sie geht ins Zimmer ihrer Tochter, setzt sich aufs Bett und sagt: „Hey, mein Schatz, das ist ja wirklich schön.“ Stille. „Vielleicht können wir Körperfarben kaufen.“ Noch mehr Stille. „Bellas Babysitter ist richtig cool, was?“ Sophie nickt heftig und fängt an, begeistert die Geschichten wiederzugeben, die die Fünfundzwanzigjährige über den Phoenix erzählt hat, der auf ihrem Arm „lebt“.

Sophie hat die Erfahrung gemacht, dass ihre Mutter versteht, was sie braucht, auch wenn sie selbst es nicht ausdrücken kann. Darum tut es auch so weh, wenn die Mutter es manchmal nicht sofort kapiert. Zum Glück tut sie das aber normalerweise früher oder später und die Welt ist wieder in Ordnung.

Zahlreiche Ansätze und Programme sind mit dem Ziel entwickelt worden, Eltern und Kindern eine nähere, empathischere Beziehung zu ermöglichen, und sie alle haben ihre Stärken. Wir haben den Kreis der Sicherheit mit der spezifischen Absicht entwickelt, die Erkenntnisse aus der jahrzehntelangen Bindungsforschung so verständlich wie möglich zu machen, damit Eltern eine sichere Bindung zu ihren Kindern aufbauen können. Unser Ansatz soll Folgendes bieten:

• Ihnen ermöglichen, die legitimen Bedürfnisse Ihres Kindes zu verstehen

• Ihnen ermöglichen, Ihre Haltung gegenüber diesen Bedürfnissen zu verstehen (und ob manche sich akzeptabler anfühlen als andere)

• Ihnen bewusst machen, warum Sie bestimmte Bedürfnisse begrüßen, mit anderen aber Schwierigkeiten haben

• Ihnen den Teil Ihrer selbst zugänglich machen, der bereit ist, Ihr Unbehagen zu überwinden, um den Bedürfnissen Ihres Kindes Priorität einzuräumen

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie mehr darüber, wie man eine sichere Bindung entwickelt und wozu das gut ist. Dabei liegt allem, was wir besprechen, die Einladung an Sie zugrunde, zu vertrauen: sich selbst, Ihrer inneren Weisheit, Ihrer Absicht, Ihr Bestes zu tun, und auch Ihrer Neugier, herauszufinden, was Ihnen dabei möglicherweise im Weg steht. Wir haben immer wieder festgestellt, dass das Vertrauen der Eltern dazu führt, dass auch die Kinder vertrauen können – darauf, dass die Eltern da sind und ihnen in ihren emotionalen Bedürfnissen helfen, die für kleine Kinder so verwirrend sein können, und darauf, dass Sie die Führung übernehmen in all den Momenten Tag für Tag, in denen die Unterstützung eines älteren und weiseren Menschen gefragt ist. Der Kreis der Sicherheit soll dazu dienen, dieses gegenseitige Vertrauen und eine sichere Bindung zu entwickeln, und zwar auf die nachfolgend beschriebenen Arten und Weisen, die den Rahmen für den Rest des Buches bilden.

Von Perfektionismus und Selbstanschuldigungen Abschied nehmen

Stellen Sie sich einen Augenblick lang vor, alle Eltern der Welt hätten diese einfache Tatsache gemeinsam: Wir alle haben genau zwölf Schwächen. Diese Schwächen sind keineswegs bei allen Eltern die gleichen. Zwar haben viele von uns ähnliche Strukturen, die in ähnliche Muster passen, doch zugleich sind wir in unserer „Verkorkstheit“ auch erstaunlich einzigartig.

Stellen Sie sich nun vor, jemand käme daher und sagte Ihnen, dass diese Schwächen kein wirkliches Problem darstellen… es sei denn, Sie haben auch noch „die dreizehnte Schwäche“, die es nahezu unmöglich macht, mit den anderen zwölf umzugehen. Worin besteht nun diese dreizehnte Schwäche? In der Überzeugung, dass Sie die anderen zwölf nicht haben sollten. Und das hat es mit der dreizehnten Schwäche auf sich: Sie beinhaltet stets eine Anschuldigung. Diese Anschuldigung gründet in der Illusion, dass es „eine Lösung“ für unsere Unvollkommenheit oder unsere Probleme als Eltern gibt und dass wir sie längst kennen sollten. Die verdeckte (und heimtückische) Botschaft dabei lautet: „Unvollkommenheiten haben in der Erziehung nichts zu suchen.“ (Viel Glück dabei.)

So viel ist klar: Wir alle haben als Eltern unsere Schwierigkeiten. Jeder von uns. Niemand ist perfekt. Tatsächlich ist jeder Versuch, perfekt zu sein, seinem Wesen nach ein Zeichen von Unvollkommenheit. Wenn wir unsere Schwächen als Eltern bekämpfen, verwandeln sie sich in Stein und sitzen uns mit einem Gewicht im Nacken, das wir kaum tragen können. Dann verfallen wir entweder in Scham und Anschuldigungen und schimpfen fortwährend mit uns selbst, oder wir tun so, als ob wir keine Fehler machten, und finden unweigerlich jemand anderen, den wir beschuldigen können (unsere Kinder, unsere Partner, unsere eigene Kindheit). Wenn wir unsere unvermeidlichen Schwächen respektieren und den Fehlern, die wir als Eltern machen, mit Liebenswürdigkeit, Akzeptanz und Verständnis begegnen können, verändert sich etwas. Für uns und auch unsere Kinder entstehen neue Möglichkeiten und freudige Überraschungen.

Anschuldigungen haben noch nie jemandem dabei geholfen, eine bessere Mutter oder ein besserer Vater zu werden. Wir können uns selbst mit mehr Freundlichkeit begegnen, wenn wir verstehen, dass Elternsein eine außerordentlich herausfordernde Aufgabe ist, dass wir alle Fehler machen und dass das, was wirklich zählt, unsere Absicht ist, das zu tun, was für unsere Kinder am besten ist. Wie wir immer wieder sagen: Kinder sind ausgesprochen gut darin, zwischen den Zeilen zu lesen. Sie spüren es, wenn wir ängstlich und selbstkritisch sind. Und sie spüren es auch, wenn wir uns dafür respektieren, dass wir unter oftmals schwierigen Umständen unser Bestes tun.

Ein freundlicher Umgang mit uns selbst unterstützt uns darin, zu den Menschen, die wir am meisten lieben, ebenfalls freundlich zu sein. Wenn wir bereit sind, jene zwölf unvermeidlichen Schwächen anzuerkennen, bekommen unsere Kinder wahrscheinlich das, was sie am allermeisten brauchen. Aus diesem Grund ist dieses Buch als eine „haltende Umgebung“ konzipiert (dazu werden Sie in Kapitel 4 noch mehr lesen). Eine sichere Basis, auf der Sie erforschen können, welche Kräfte Sie in Ihrem Elternsein antreiben, ermöglicht Ihnen, das allgegenwärtige Hindernis des Perfektionismus zu überwinden.

Entspanntes Selbstvertrauen

Wenn Sie aus der permanenten Unsicherheit heraus, ob Sie womöglich etwas falsch machen, schwer an Ihrer Elternrolle arbeiten, wird das höchstwahrscheinlich nicht dazu beitragen, dass Ihr Kind sich sicherer fühlt. Liebevolle Begleitung, die Sicherheit vermittelt, hat in Wirklichkeit damit zu tun, dass wir in Bezug auf unsere Entscheidungen (zumindest einigermaßen) entspannt sind, sowie darauf vertrauen, dass wir die Dinge gut genug machen und uns im Bereich dessen bewegen, was gut für unser Kind ist. Die Frage, die Ihnen durch dieses Buch zur Gewohnheit werden kann, ist die gleiche Frage, die auch Ihr Kind Ihnen unausgesprochen stellt: „Geht es hier um Ihr Bedürfnis, ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein, oder um das tatsächliche Bedürfnis Ihres Kindes in diesem Moment?“ Unsere Kinder wissen fast immer, was unter der Oberfläche los ist: „Sind Sie unsicher und tun das, was auch immer Sie gerade tun, vor allem deswegen, um bloß keinen Fehler zu machen – oder konzentrieren Sie sich darauf, was gerade wirklich gebraucht wird?“ Oder, wie ein Kind es vielleicht eher formulieren würde: „Kannst du dich (bitte) abregen und darauf vertrauen, dass du in Ordnung bist und wir einen Weg durch diesen Schlamassel finden werden?“ Was so viel heißt wie: „Wenn du darauf vertraust, dass du gut genug bist, kann ich mich beruhigen und den Trost bekommen, den ich in meiner Not am meisten brauche.“

Eine neuere Studie aus Deutschland zeigt, dass die Kinder von entspannten Eltern, die ihre Kinder weder überwachen noch sich zu sehr auf sie konzentrieren, weniger ängstlich sind. Für ein Kind fühlt es sich in der Tat überfordernd an, wenn es zu sehr im Fokus steht und die Eltern bei allem mitmischen. Babys und kleine Kinder scheinen den Unterton unseres Verhaltens genauso wahrnehmen zu können wie das Verhalten an sich. Wenn wir ängstlich sind, spüren sie das auf ihre eigene Art und Weise. Die besagte Studie verweist darauf, wie wichtig, wenn nicht gar von zentraler Bedeutung es ist, Eltern dabei zu unterstützen, ihre eigenen Gefühle regulieren zu können, damit sie selbstsicher und gelassen mit ihrem Kind umgehen können.

Unserer Erfahrung nach gelingt das am besten dadurch, dass man Eltern hilft, die Landschaft des Elternseins zu verstehen und mithilfe einer einfachen Landkarte (dem Kreis der Sicherheit, der im folgenden Kapitel dargestellt und ausführlich beschrieben wird) zu realisieren, dass es wichtige Themen gibt, die man erkennen und mit denen man umgehen muss, aber niemals aus Angst oder Unsicherheit oder dem Druck heraus, alles „genau richtig zu machen“. „Ich reagiere auf diese Weise, weil ich darauf vertraue, dass es wichtig ist, und nicht, weil es sich so anfühlt, als würde ich meinem Kind irreparablen Schaden zufügen, wenn ich das nicht tue.“

Den Kreis im Blick behalten

Wenn unsere Fähigkeit, ruhig und selbstsicher auf unsere Kinder einzugehen, von einem aufreibenden Alltag eingeschränkt wird, was ja sehr oft der Fall ist, sind wir nur allzu leicht vom gegenwärtigen Moment abgelenkt und sehen nicht, was das Kind gerade von uns braucht. Vielleicht will es eine Weile im Arm gehalten und getröstet werden? Oder seiner Fantasie und Lebenslust folgen und hinausgehen, um die Welt zu erkunden, in dem Vertrauen, dass jemand da ist und auf es wartet, falls es Angst bekommt? Während wir hastig versuchen, zehntausend Dinge auf einmal zu erledigen und dabei noch „gute“ Eltern zu sein, fragen wir uns manchmal: „Warum braucht mein Sohn gerade jetzt Trost?“ oder: „Warum rennt meine Tochter herum wie von der Tarantel gestochen, wenn es Zeit ist, ins Bett zu gehen?“ Selbstverständlich ist es sinnvoll, sich zu fragen, was hinter bestimmten Bedürfnissen steckt, damit wir das zugrunde liegende Problem lösen können. Aber zuerst müssen wir herausfinden, was das eigentliche Bedürfnis ist. Dazu können wir uns den Kreis der Sicherheit, vollständig dargestellt in Kapitel 3, einprägen, sodass wir ihn abrufen können, wann immer wir verwirrt sind und nicht wissen, was unser Kind gerade will. Wenn wir das Bedürfnis unseres Kindes anerkennen und akzeptieren, können wir unser Kind in seiner Einzigartigkeit besser verstehen.

Mit-Sein: Sich auf die Gefühle und Bedürfnisse des Kindes einstimmen

Bei vielen Menschen führt der Druck, „es richtig zu machen“, dazu, dass sie permanent etwas tun, ob sie nun die neuesten Erziehungstipps lesen, nach der besten Schule suchen oder das Verhalten der Kinder managen. Das Gegenmittel dazu, sich auf diese Weise hauptsächlich auf die Zukunft zu konzentrieren („Was braucht mein Kind, um später erfolgreich zu sein?“), ist das, was wir Mit-Sein nennen („Was braucht mein Kind jetzt gerade?“). Es ist ein Zustand der feinfühligen Einstimmung, in dem wir an der emotionalen Erfahrung unseres Kindes teilhaben (ohne sie aber völlig zu übernehmen), ihm helfen, schwierige Gefühle zu verstehen und zu regulieren, und bei ihm sind, während es sie durchlebt. Mit-Sein bedeutet, die Ruhe zu bewahren – und nicht zu versuchen, etwas an der Erfahrung des Kindes zu ändern, sondern sie stattdessen anzunehmen und ihm zu zeigen, dass wir bei ihm sind, als ein Mensch, der manchmal ganz ähnliche Gefühle erlebt. Mit-Sein erfordert einige Übung von uns leistungsorientierten Menschen, aber es trägt viel dazu bei, eine sichere Bindung zu entwickeln. Kapitel 4 ist diesem Thema gewidmet.

Die Hände auf dem Kreis halten: Feinfühlig auf das Kind eingehen, aber auch die Führung übernehmen

Tatsächlich schließen sich diese beiden Dinge nicht aus. Eine der wichtigsten „Regeln“ im Kreis der Sicherheit lautet: Wann immer möglich, folgen Sie den Bedürfnissen Ihres Kindes; wann immer notwendig, übernehmen Sie die Führung. Um herauszufinden, welche Reaktion jeweils die beste ist, müssen wir mit dem Kind sein und uns zugleich auch daran erinnern, dass wir als Eltern größer, stärker, weiser und stets gütig sein sollten. Zuallererst sind wir Eltern, nicht Freunde. Wenn wir die Führung übernehmen und unseren Kindern helfen, einen Weg durch ihre momentanen Schwierigkeiten zu finden, können sie besser mit unangenehmen Gefühlen umgehen. Wenn wir den Kindern vertrauen und sie ermutigen, können Probleme gemeinsam gelöst werden. Mit der Karte des Kreises der Sicherheit fällt es uns leichter, die Bedürfnisse unseres Kindes zu erahnen, und wenn wir durch Mit-Sein gut auf sie eingestimmt sind, erkennen wir eher, an welcher Stelle des Kreises das Kind sich befindet. Das Thema „Mit-Sein“ und die Frage, was es heißt, größer, stärker, weiser und gütig zu sein, stehen in Kapitel 4 im Vordergrund.

Unser eigenes Gepäck sortieren

Eine der wichtigsten Entdeckungen, die wir in unserer Arbeit gemacht haben, ist, dass viele Eltern Schwierigkeiten damit haben, bestimmte Bedürfnisse auf dem Kreis zu erkennen und auf sie einzugehen. Oft sind sie sich ihrer eigenen Reaktionen gar nicht bewusst, weil diese Reaktionen ihre Wurzeln in der eigenen Kindheit und den eigenen Bindungserfahrungen haben. Damit wollen wir nicht etwa andeuten, dass an allem, was Sie tun, Ihre Eltern die Schuld tragen. Vielmehr haben wir an uns selbst festgestellt, dass der Versuch, den Bindungsstil unserer eigenen Eltern zu verstehen, uns ermöglicht hat, mehr Empathie und Mitgefühl für sie und die Schwierigkeiten, mit denen sie zu tun hatten, zu entwickeln. Fühlen Sie sich womöglich deswegen dazu angetrieben, das „perfekte“ Kind großzuziehen, weil Ihre Eltern so viel Wert auf Perfektionismus gelegt haben? Kommen unangenehme Gefühle in Ihnen auf, wenn Ihr Kind auf mehr Unabhängigkeit drängt, weil Ihre eigenen Eltern es gar nicht zu mögen schienen, wenn Sie zu weit von ihrer Seite wichen, als Sie noch klein waren? Wie tief Sie bei der Erforschung Ihres eigenen Bindungsstils gehen wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. In Kapitel 5 finden Sie eine Einführung dazu, wie Ihr Bindungsstil hinter den Kulissen die Fäden Ihres eigenen Elternseins zieht. In Kapitel 6 erfahren Sie dann etwas darüber, wie wir diese Botschaften in Bezug auf bestimmte Bedürfnisse an unsere Kinder weitergeben und wie diese mit uns kooperieren, indem sie jene Bedürfnisse vermeiden, die uns unangenehm sind, und auf diese Weise dafür sorgen, dass wir weniger ängstlich und mehr für sie da sind. Wenn wir verstehen, wie unsere Kinder mit ihrem Verhalten versuchen, Bedürfnisse vor uns zu verstecken, die uns unangenehm sind, kann uns das dabei helfen, unsere verdeckten Botschaften zu überschreiben und die sichere Bindung zu entwickeln, die wir uns wünschen.

Alles Gute auf Ihrem Weg zu einer sicheren Bindung

Wir schreiben dieses Buch, weil wir aus erster Hand wissen, warum Bindung eine so wichtige Rolle spielt. Diese Erkenntnisse stammen zum einen aus jahrzehntelanger klinischer Arbeit mit Erwachsenen, in der es für unsere Klienten entscheidend war, immer wieder auf die zentralen Überzeugungen zurückzukommen, die sie in Bezug auf sich selbst und andere während ihrer frühen Jahre gebildet hatten, und diese nach und nach zu verändern.

Aber es wird noch ein bisschen persönlicher. Als Begründer des Kreises der Sicherheit haben wir uns auch nach unseren eigenen Bindungserfahrungen gefragt, sowie danach, wie sie sich auf unser jeweiliges Leben auswirken. Wie sich dabei herausstellte, kommen wir alle aus Familien, die mal mehr, mal weniger mit genau den gleichen Themen zu tun hatten, die wir heute Eltern verständlicher machen wollen. Das bedeutet, dass diese Arbeit in weiten Teilen auch auf persönlichen Erfahrungen beruht, da wir stets versuchten, aktuelle Forschungsergebnisse in einen Zusammenhang zu bringen mit unserem eigenen Verständnis davon, wie wesentlich eine gesunde Bindung ist.

Wie Sie während der Lektüre dieses Buches immer wieder feststellen werden, liegt der Fokus darauf, wie bereichernd und wertvoll eine sichere Bindung ist: Diese Fähigkeit, die innerhalb einer bestimmten Art von Beziehung erlernt wird, ermöglicht uns, Freude zu empfinden, wenn uns gute Dinge widerfahren, und Resilienz zu entwickeln, wenn wir es mit schwierigen Situationen zu tun haben. Bindungssicherheit lohnt sich sehr: Ist sie gefestigt, schenkt sie uns ein tiefes Vertrauen und ermöglicht uns in emotionaler, intellektueller und zwischenmenschlicher Hinsicht ein gelingendes Leben und damit ein beständiges Gefühl der Erfüllung.

Das ist die gute Nachricht, die Sie auf den folgenden Seiten erwartet. Eine schlechte Nachricht gibt es nicht, was aber nicht bedeutet, dass der Weg zu einer sicheren Bindung immer glatt und geradlinig verläuft. In den Anfängen unserer Beschäftigung mit der Bindungsforschung erschien es uns sogar oft als äußert schwierige Angelegenheit, wenn uns klar wurde, was für eine sichere Bindung notwendig ist und was in unserer eigenen Kindheit wohl gefehlt hat. Diese Erkenntnisse können zunächst ziemlich hart sein, doch uns führten sie schließlich zu der Einsicht, dass unsere eigenen Eltern ihr Bestes taten, allerdings nicht in der Lage waren zu erkennen, was nicht gut funktionierte und wie ein effektiverer Weg hätte aussehen können. Mit diesem Buch wollen wir nun Ihnen helfen zu erkennen, was bei Ihnen gut funktioniert und an welchen Stellen Sie vielleicht wirklich Schwierigkeiten haben, ausreichend gute Eltern zu sein. Wir hoffen, dass Sie es als eine haltende Umgebung empfinden werden, während Sie Ihren eigenen Weg gehen.

Wenn uns in unserer Arbeit mit Eltern, die auf der Straße leben, drogenabhängig oder obdachlos sind und andere Schwierigkeiten haben, Gefühle der Hoffnungslosigkeit zu überwältigen drohten, kam stets ein Moment, in dem wir beispielsweise mitansahen, wie eine der jungen Mütter – quasi ein Kind, das ein Kind aufzieht – ihr Kleines mit großer Zärtlichkeit in den Arm nahm oder zutiefst liebevoll anlächelte und dieses mit einem Lächeln antwortete. Und in diesen Momenten wussten wir: Zumindest das ist echt.

Eines der größten Geschenke, das uns die Bindungsforschung gemacht hat, ist die Bestätigung, dass unsere Welt tatsächlich stimmig ist. Unter aller Komplexität (und all den überdrehten Reaktionen darauf, wenn das Leben uns „zu viel“ ist) liegt eine schlichte Einfachheit, eine Wahrheit, der wir zu vertrauen gelernt haben: Ohne das „Und“ ist niemand glücklich. Jedes Herz sehnt sich nach der Liebe, um die es seinem Wesen nach weiß.

6 Anne-Marie Slaughter ist eine US-amerikanische Politikwissenschaftlerin. International wurde sie durch ihren Aufsatz Why Women Still Can’t Have It All zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ bekannt. Darin entlastet sie die Frauen von der Verantwortung für diese Vereinbarkeit und fordert gesellschaftliche Veränderungen zur Verbesserung der Bedingungen. A.d.Ü.

7 „Win now and win later“, wörtlich: „Gewinne jetzt und gewinne später“ (Win now and win later. The 20 principles of happily achieving ist ein bekanntes, 1999 bei Harper-Collins von Andrew Meikle publiziertes Buch über Selbstverwirklichungs- bzw. Erfolgsstrategien)

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