Kitabı oku: «Perry Rhodan Neo 37: Die Stardust-Verschwörung (Leseprobe)», sayfa 2
Ein wenig wirkte Toreaad wie der Dirigent eines unsichtbaren Orchesters, nur dass sich dieses aus den Maschinen und der Technologie des Raumschiffs VEAST'ARK zusammensetzte. Vor dem Kopf des Naats schwebte ein Holofeld, auf dem Reihen von Zahlen abliefen, wohl Messwerte, Berechnungen und Ortungsergebnisse.
»Toreead hat angekündigt, dass die Regenerationsphase der Struktufeldkonverter in Kürze abgeschlossen sein wird. Das heißt, wir können in Kürze den zweiten und letzten Transitionssprung wagen.« Dabei legte die VEAST'ARK in einem einzigen Augenblick eine unbegreiflich weite Strecke in einer anderen Ebene der physikalischen Realität zurück.
Der erste Sprung hatte sie vor wenigen Stunden über 700 Lichtjahre versetzt; noch vor kurzem wäre es ein unvorstellbarer, ja lächerlicher Traum gewesen, an solche Entfernungen auch nur zu denken.
»Der zweite Sprung wird uns«, fuhr Reg fort, »bis direkt in unser Sonnensystem bringen, in die Nähe der Marsbahn, wenn alles klappt.«
»Natürlich wird das gutgehen«, sagte Rhodan gelassen. »Hast du denn kein Vertrauen?«
Bull verzog das Gesicht und wies die Positroniksteuerung der VEAST'ARK an, den Bildausschnitt des Hologramms zu verändern, so dass es nicht nur ihre aktuelle Situation, sondern auch ihr Ziel – die Heimat – anzeigte. Es war, als rase die Kamera unendlich schnell davon. Das dreidimensionale Abbild zeigte nun keine einzelnen Sterne mehr, sondern nur noch winzige, zusammengeballte Punkte, die unbegreiflich blieben.
Zwei leuchtend rote Symbole markierten 400 Lichtjahre auseinanderliegende Positionen. Der Maßstab schien willkürlich, weil es nichts mehr gab, das man damit vergleichen konnte. Es sprengte jede Vorstellungskraft.
»Wir springen über einen ewigen Abgrund, Perry. Wenn die Naats sich ein klein bisschen verrechnet haben, werden wir …«
»Das werden sie nicht«, unterbrach Rhodan. »Sie haben Erfahrung. Eine Menge davon.«
Bull winkte ab. »Wie geht es dir, wenn du an die Erde denkst? Wir waren lange weg. Einen Monat.«
»Sie war in dieser ganzen Zeit nur ein ferner Traum«, meinte Rhodan. »Aber zugleich bildete sie immer mein wahres Ziel. Ich wusste, dass wir zurückkehren werden, ganz egal was passiert.«
»Was glaubst du erwartet uns zuhause?«
Wenn ich das nur wüsste! Sie waren vor einem Monat aufgebrochen, um nach Arkon vorzustoßen, der Heimat von Crest und Thora und dem geheimnisvollen Mann namens Atlan da Gonozal, der offenbar seit Jahrtausenden – seit dem Untergang des nach ihm benannten Atlantis – auf der Erde lebte. Dieser Plan war gescheitert; sie waren nicht einmal in die Nähe von Arkon gelangt, dem Machtzentrum eines gigantischen Sternenreiches.
Einen Monat lang waren sie unterwegs gewesen. In dieser Zeit hatte er überdeutlich erlebt, wie grausam der Krieg zwischen den Sternen war und über welche verheerenden Möglichkeiten technisch hochstehende Kulturen verfügten. Und die Erde war schutzlos geblieben. Alles konnte dort inzwischen geschehen sein …
»Keine Antwort, Perry?« Reg grinste. »Was sollst du auch sagen? Ich weiß nur eins – wenn wir zurück sind, warten eine Menge Entscheidungen auf uns. Was tun wir mit diesem Atlan? Zum Beispiel … Wie bauen wir die neuen Kontakte ins All aus? Und verdammt noch mal, wie schützen wir uns vor dem Krieg dort draußen?«
Das war eine gute Liste. Rhodan hätte ihr einige Punkte hinzufügen können, doch Toreead begann mit einem Countdown.
Irritierenderweise startete er bei »Sieben«, was menschlichen Gewohnheiten völlig widersprach. Die VEAST'ARK beschleunigte mit Höchstwerten, was Rhodan jedoch nur wusste. Er fühlte in der Zentrale nichts davon, der Andruck wurde von der Technologie neutralisiert.
»Sechs … fünf …«
Perry Rhodan schloss die Augen und wappnete sich auf den Sprung. Mit einer Transition ging bei der Wiederverkörperlichung ein starker Schmerz einher. Er atmete tief und ruhig. Trotzdem fühlten sich seine Handinnenflächen feucht an. Er schwitzte und schaute sich rasch um. Es gab keine Möglichkeit zum Sitzen. Er bezwang die leise aufsteigende Unruhe, ja Panik. Mit einem Mal überfiel ihn ein ungutes Gefühl. War er zu sorglos gewesen, einfach wegzugehen? Die Erde zurückzulassen?
»… vier … drei …«
Noch immer schwebte neben ihm das Hologramm. Es zeigte wieder das ursprüngliche Bild – den Weltraum rund um die VEAST'ARK, ein ewiges Nichts, in dem in der Ferne Sonnen wie winzige Punkte in dunklem Samt glitzerten. Am Rand der Wiedergabe strahlte der violette Sternennebel.
In diesem Hologramm würde er hoffentlich bald den Mars sehen.
Und die Erde.
Rhodan fühlte sich hin und her gerissen. Es war ein gutes Gefühl, heimzukehren, aber …
»… zwei … eins … Sprung.«
Übelkeit drehte ihm den Magen um. Ein Feuer lief durch seine Organe, und sein Blut rauschte überlaut in den Ohren.
Doch es traf ihn inzwischen nicht mehr unvorbereitet. Der Schmerz währte nur einen Augenblick lang. Man gewöhnt sich an alles, dachte er halb sarkastisch und fühlte sich zum ersten Mal wie ein echter Raumfahrer. Wie jemand, für den es … normal war, fremde Sonnensysteme zu bereisen.
Dann sah er das holografische Bild des herrlichen blau-weißen Balls im All. Die Erde sah wundervoll aus, wie sie im ewigen Schwarz hing. Ein Feuerarm schob sich aus dem gigantischen Glutball der Sonne; die Protuberanz schien aus Rhodans Blickwinkel den Heimatplaneten fast zu berühren.
Der Anblick vertrieb die Reste der Schmerzen; er vergaß sie einfach. Es war so leicht gewesen. So schnell gegangen. Und obwohl er es im Vorfeld gewusst hatte, überwältigte es ihn. Sie hatten einen kosmischen Abgrund übersprungen, vorbei an Millionen Sonnen und wohl ungezählt vielen bewohnten Planeten.
Mehr als 400 Lichtjahre, ging es ihm noch durch den Sinn, ehe er das … das riesige Ding sah, das über der Erde hing, und eiskaltes Entsetzen ihm die Kehle zuschnürte.
»Was zum Teufel ist das?«, rief Bull.
Einen Monat ohne Schutz, dachte Rhodan noch und wollte Alarm auslösen, doch Toreead war schneller.
