Kitabı oku: «Multiple Sklerose erfolgreich behandeln - mit dem Paläo-Programm», sayfa 9

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Wie könnte Ihr Tagebuch aussehen?

Manche meiner Patienten kaufen ein hübsches gebundenes Buch und tragen Ihre Aufzeichnungen handschriftlich ein. Manche machen es sich einfacher und verwenden einen Spiralblock oder einen simplen Notizblock. Viele ziehen es vor, ihr Tagebuch am Computer zu führen. Dann können sie die betreffenden Teile ausdrucken und zum nächsten Termin mitbringen.

Vielleicht haben Sie ja schon eine Idee, wie Ihr Tagebuch aussehen könnte, ich mache Ihnen aber trotzdem einen Vorschlag: Ich wünsche mir, dass Sie jeden Tag einige oder alle der folgenden Details über Ihr Leben eintragen. Natürlich können Sie noch mehr hinzufügen, was auch immer Sie an diesem Tag inspiriert hat. Wenn Sie diese Details festhalten, ist Ihnen das später, wie schon erwähnt, eine große Hilfe, nämlich dann, wenn Sie zurückblicken und schauen, wie weit Sie vorangekommen sind. Und Ihr Arzt weiß die genauen Angaben über Ihre Gesundheit sicherlich auch zu schätzen. Ihr Tagebuch könnte folgendermaßen aussehen:

Das Wahls-Tagebuch

(Kopiervorlage für die täglichen Einträge)

Datum: _______________________________________________

Schlafdauer in Stunden: _____________________________________

Wie habe ich mich heute beim Aufwachen gefühlt? ______________

Gewicht (mind. ein Eintrag pro Woche): ___________________________

Das gab es zum Frühstück: _____________________________________

Körperliche Aktivitäten für den Tag (alle angeben): __________________

Nahrungsergänzungen, mit Angabe des Einnahmezeitpunkts:


Medikamente, mit Angabe des Einnahmezeitpunkts:


Schreiben Sie alle Zwischenmahlzeiten und Knabbereien auf:

______________________________________________________

Das gab es zum Mittagessen: ________________________________

Das gab es zum Abendessen: ________________________________

Wofür oder wem bin ich heute dankbar? _______________________

Was habe ich heute gemacht? ________________________________

Welche guten zwischenmenschlichen Begegnungen hatte ich heute?

______________________________________________________

Wie würde ich heute meinen Stress auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten? (10 = sehr viel Stress)

______________________________________________________

Wie würde ich heute meine Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten? (10 = sehr viele Schmerzen)

______________________________________________________

Wie würde ich heute meine Energie auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten? (10 = sehr viel Energie)

______________________________________________________

Wie habe ich mich heute insgesamt gefühlt? ___________________

Worüber möchte heute sonst noch schreiben? __________________

Schreiben Sie eine positive Sache auf, die heute passiert ist:

______________________________________________________

Ich hoffe, Sie sind nun inspiriert, über Ihr Leben, Ihre Gesundheit, Ihre Stimmung, Ihre Gewohnheiten, Ihre Ernährung, Ihre Nahrungsergänzungen, Ihre Medikamente und darüber, wie Ihr Tag verlaufen ist, Buch zu führen. Aber hören Sie an dieser Stelle nicht auf! Schreiben Sie über Ihre Herausforderungen. Schreiben Sie über Ihre Vorlieben. Schreiben Sie darüber, was Sie quält, was Sie ärgert, was Ihnen die Tränen in die Augen treibt. Finden Sie Ihre Motivation und schreiben Sie darüber, auch wenn sich das im Laufe der Zeit ändert. Denken Sie daran, warum Sie leben wollen. Denken Sie daran, von wem Sie gebraucht werden. Denken Sie an die Dinge, die Sie noch zu tun haben. Und schließen Sie immer mit etwas Positivem ab. Eine positive Notiz, mit der Sie den Tag beenden, senkt Ihren Stresspegel und sorgt dafür, dass Sie sich besser fühlen. Das ist natürlich unser oberstes Ziel, und wenn Sie ein Ziel haben, dann werden Sie es auch erreichen.

Teil 2

KAPITEL 4
Die Anfänge meines Ernährungsprogramms

Mit der Ernährung fängt alles an. Sie gehört zu den Dingen, auf die Sie in Ihrer Umgebung den meisten Einfluss nehmen können, und daher ist sie das einflussreichste Mittel, das Ihnen gegen Ihre MS, eine andere Autoimmunerkrankung oder ein chronisches Leiden zur Verfügung steht. Diese Erkenntnis ist mir nicht in den Schoß gefallen. Die Gestaltung meines Ernährungsplans in seiner heutigen Form war ein mehrstufiger Entwicklungsprozess. Jetzt ist er weitgehend präzisiert, und er ist so flexibel, dass Sie die für Sie richtige Stufe wählen können:

1.Das Basis-Programm: Das ist die Grundstufe für die „Zündphase“ Ihres Stoffwechsels, bei der konzentrierte Nahrung zugeführt wird und Bestandteile der Ernährung, die zu einer Verschlechterung Ihres Zustandes beitragen könnten, weggelassen werden.

2.Das Paläo-Programm: Die nächste Stufe, die viele Menschen dauerhaft beherzigen, bietet mehr Struktur und macht damit weitere Bestandteile der Ernährung, die Ihrer Darmgesundheit schaden können, verzichtbar.

3.Das Paläo-Plus-Programm: Diese Stufe ist die anspruchsvollste und zugleich die für die Behandlung aller von einer Autoimmunerkrankung Betroffenen am besten geeignete; hiervon profitieren aber auch alle Menschen mit neurologischen oder psychischen Problemen, egal in welchem Krankheitsstadium sie sich befinden, sowie Patienten, die an Krebs erkrankt sind.

Was Ärzte nicht wissen

Während meines Studiums in den 1980er-Jahren war Ernährungslehre in den medizinischen Lehrplänen kaum zu finden und daran hat sich leider nicht viel geändert. (Das gilt nicht nur für die USA; Anm. d. Übers.) Wenige Universitäten bieten den Studierenden der medizinischen Fakultät gesonderte Lehrveranstaltungen zum Thema Ernährung an, bei den meisten beschränkt sich dieses Thema in den vier Studienjahren auf nicht einmal 25 Stunden.1 So ist es nicht verwunderlich, dass Ärzte Ihren Patienten die Aufklärung darüber, dass die Qualität der Ernährung den Hauptfaktor für die Gesundheit darstellt, schuldig bleiben müssen.

Jeder Ernährungsplan hat zwar seine ganz spezifischen Komponenten, doch es gibt einige Grundprinzipien, die für alle ernährungsspezifischen Aspekte des Wahls-Programms gelten. Aufbauend auf meiner Beschäftigung mit funktioneller Medizin, der Durchsicht medizinischer Forschungsarbeiten und einer Annäherung an die Ernährungsweise steinzeitlicher Jäger und Sammler, ist es in erster Linie darauf ausgelegt, die Zufuhr der für Gehirn und Mitochondrien unerlässlichen Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidanzien und essenziellen Fettsäuren zu maximieren. Ich halte es für wichtig, dass Sie verstehen, warum das nicht nur eine gesunde Ernährungsweise ist, sondern den Bedürfnissen der DNS viel eher entspricht. Werfen wir also einen Blick auf den Hintergrund der Ernährungspläne des Wahls-Programms.

Paläolithische Ernährung – die Ernährungsform des Steinzeitmenschen

Eines der Grundprinzipien meiner Ernährungsempfehlungen ist das Nahrungsspektrum, das den Jägern und Sammlern im Paläolithikum zur Verfügung stand. Bei der Paläo-Ernährung wird versucht, diese unter Berücksichtigung der Umweltveränderungen seit der Steinzeit so genau wie möglich zu imitieren. Die Menschen begannen erst vor ungefähr 10 000 Jahren, Getreide als wesentlichen Bestandteil in ihre Ernährung einzugliedern, und vor etwa 8000 Jahren kamen Milchprodukte und Hülsenfrüchte dazu. Das ist nur ein „Wimpernschlag“ in der Geschichte der Menschheit. Verglichen mit den 2,5 Millionen Jahren, in denen sich die Gattung Mensch von grünen Blättern, Früchten, Wurzeln und Fleisch ernährte, sind diese Ergänzungen also noch ziemlich neu. Der Homo sapiens, unser unmittelbarer Vorfahre, ernährte sich 500 000 Jahre lang so, bevor Getreide, Milchprodukte und Hülsenfrüchte dazu kamen.

Die moderne Paläo-Ernährung ist im Allgemeinen gut und gesund. Es gibt natürlich Kritik und auch einige Missverständnisse, aber meist von Menschen, bei denen man den Eindruck hat, dass sie gar nicht so genau wissen, was die moderne Version der Paläo-Ernährung überhaupt beinhaltet. Bevor ich Sie bitte, das Konzept zu akzeptieren, schauen wir uns die strittigen Punkte einmal an.

Ein Argument ist, dass es keine einheitliche Paläo-Ernährung gibt. Das stimmt. Die Jäger und Sammler der damaligen Zeit aßen im Laufe eines Jahres über zweihundert verschiedene Pflanzen und Tiere. Die Nahrungsmittel unserer Vorfahren waren in hohem Maße angepasst an ihre Lebensräume, und jede regionale Gesellschaft lernte über mehrere Hunderte von Generationen hinweg, welche Pflanzen und Tiere in dem Ruf standen, für Lebenskraft zu sorgen oder Krankheit in die Sippe zu tragen.

Auch haben Studien ergeben, dass die traditionelle Ernährungsweise zwischen den Gesellschaften grundverschieden war. Die Jäger und Sammler der Arktis ernährten sich zum Beispiel zehn Monate im Jahr von rein tierischer Kost, die Bewohner des Regenwaldes am Amazonas und Afrikas mehr von Insekten, Amphibien und Eidechsen sowie von Hunderten verschiedener Pflanzen. Die Ureinwohner Amerikas aßen über das Jahr hinweg eine Mischkost aus Fisch, Fleisch und Hunderten von verschiedenen Pflanzen und Tieren, die in ihrer spezifischen Umgebung heimisch waren. Alle diese Ernährungsweisen waren extrem abhängig vom jeweiligen Ort und der Jahreszeit. Da es in vielen verschiedenen Kulturen Jäger und Sammler gab, gibt es wohl Tausende von Menschen kreierte Ernährungsformen, die auf einer maximalen Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen, essenziellen Fetten und Antioxidanzien pro Kalorie beruhten, aufbauend auf der in einer Region zur Verfügung stehenden Nahrung.

Diese Ernährungsweisen haben jedoch einige Gemeinsamkeiten: Sie enthalten wesentlich mehr Vitamine, Mineralstoffe und essenzielle Fettsäuren als die typischen Ernährungsformen westlicher Prägung voller industriell hergestellter Lebensmittel wie Weißmehl, Maissirup mit hohem Fruktosegehalt und anderen raffinierten Zuckern, einem minimalen Anteil an Gemüse und Obst und vergleichsweise noch weniger Vitaminen und Mineralstoffen.2 Viele Kritiken an der Paläo-Ernährung gehen an diesem Punkt vorbei. Sich stärker an die Nahrungsmittel unserer steinzeitlichen Vorfahren anzulehnen ist eine großartige Verbesserung gegenüber der Ernährung der meisten Menschen heute.

Ein weiteres Argument, das gegen die Paläo-Ernährung ins Feld geführt wird, ist unsere veränderte Umwelt und die fehlende Ähnlichkeit der heutigen Nahrung mit der damaligen. Es stimmt, dass viele unserer heutigen Lebensmittel durch intensive Pflanzenzucht noch süßer und kohlenhydratreicher geworden sind, als sie es einmal waren. Selbst bei natürlichen, biologischen Nahrungsmitteln ist ein gewisser Toxingehalt unvermeidbar, da unsere Welt heute so verschmutzt ist. Der Boden ist ausgelaugt, was den Nährstoffgehalt der Pflanzen verringert, die darauf wachsen. Dazu kommt die selektive Züchtung und genetische Veränderung, die auf einen höheren Ernteertrag (und nicht auf eine Verbesserung des Vitamin- oder Mineralstoffgehalts) abzielt, und dies hat unsere Nahrungsmittel ebenfalls beeinflusst. Alle diese Faktoren führen zu Pflanzen mit einer vergleichsweise geringeren Nährstoffdichte. Wir können die Zeit nicht mehr zurückdrehen, unser Planet wird nie mehr so sauber sein, wie er es in der Steinzeit war, doch das heißt nicht, dass wir uns nicht mit den besten, saubersten und nährstoffdichtesten Nahrungsmitteln versorgen können oder sollten, die uns zur Verfügung stehen. Es heißt nur, dass wir vielleicht noch mehr Gemüse und Obst essen müssen, um den verringerten Nährstoffgehalt auszugleichen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass mit dem Streichen von Getreide und Milchprodukten wichtige Nährstoffquellen wegfallen, was zu einem Mangel führt. Das ist jedoch nicht richtig: Sie können sich auch ohne Getreide, Milchprodukte oder Hülsenfrüchte mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Eine Ernährungsweise nach Art der Jäger und Sammler mit vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln, Fleisch von natürlich gehaltenen Weidetieren, Wildfleisch und/oder frei lebendem Wildfisch enthält alle Nährstoffe, die Sie brauchen.

Ein häufiger Kritikpunkt ist schließlich, dass die Menschen in der Steinzeit nicht sehr alt wurden. Das stimmt: Unsere frühen Vorfahren starben im Durchschnitt in den Dreißigern, doch dieser statistische Mittelwert ergibt sich aus einer hohen Sterblichkeitsrate von 38 bis 45 Prozent bei den unter 15-Jährigen. Diejenigen, die das Kindesalter überlebten, schlugen sich ganz wacker. Gurven und Kaplan untersuchten diese Frage ausführlich und veröffentlichten 2007 ihre Ergebnisse. Und diese könnten Sie überraschen: Die historischen Jäger und Sammler wurden oft über 60 Jahre alt und das gilt auch für die heutigen Jäger- und Sammler-Gesellschaften, die den westlichen Lebensstil noch nicht angenommen haben.3 Diese Menschen sind körperlich und geistig fit und benötigen keine Medikamente, manchen geht es bis in ihre Siebziger- und Achtzigerjahre blendend. Der Übergang aus den Gesellschaften der Jäger und Sammler ging einher mit einer Einbuße an Körpergröße, einem erhöhten Risiko für eine degenerative Arthritis der Wirbelsäule und Tuberkulose, obwohl die Fruchtbarkeit anstieg, was zwar zu einer Bevölkerungszunahme führte, die aber nicht mehr so gesund war.4

Den Teilen der Bevölkerung, die sich der westlichen Ernährungsweise zuwandten, ging es mit zunehmendem „Fortschritt“ gesundheitlich immer schlechter. Die nächste größere Zäsur kam 1850 mit der Industriellen Revolution, als Zucker und Weißmehl in großem Stil verfügbar wurden und das Stillen von Säuglingen ständig zurückging. Damit ging eine weitere Verschlechterung der Gesundheit einher, chronische Krankheiten einschließlich Herzerkrankungen, Diabetes und Adipositas (Fettleibigkeit) nahmen zu.5 Nun, da sich die Gesellschaften von den aufstrebenden Volkswirtschaften in Richtung der hoch entwickelten Volkswirtschaften bewegt, treten an die Stelle der Frühsterblichkeit aufgrund von Infektionskrankheiten zivilisationsbedingte chronische Krankheiten wie Diabetes, Adipositas und Herzerkrankungen.6 Diese wirken sich erst mit Verzögerung auf eine Population aus, aber der Preis ist hoch. Nach Angaben der Zentren für Krankheitsschutz und Prävention in den USA (Centers of Disease Control) waren 2010 tatsächlich 69 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner übergewichtig oder fettleibig.7

Anregungen für das Tagebuch

Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen in Ihrem Wahls-Tagebuch:

–Fühlen Sie sich bereit, mit Ihrem neuen Ernährungsprogramm zu beginnen? Sind Sie aufgeregt oder nervös? Wie fühlen Sie sich?

–Wenn Sie dieses Kapitel gelesen haben, schreiben Sie auf, welche Stufe der Ernährung Ihrer Meinung nach die Beste für Sie ist, zumindest in diesem Augenblick.

–Welche Erwartungen verbinden Sie mit einer Ernährungsumstellung? Welche Gefühle erhoffen Sie sich speziell davon?

Vergessen Sie nicht aufzuschreiben, wie Sie auf die Veränderungen reagieren, wenn Sie mit der Umstellung angefangen haben.

Einfacher ausgedrückt, zur Erhöhung des durchschnittlichen Lebensalters von der Steinzeit bis heute kam es, weil die Infektionskrankheiten als Todesursache zurückgingen, die Kindersterblichkeit abnahm und die medizinischen Möglichkeiten sich vergrößerten – und eben nicht, weil wir als Gesellschaft über mehr Vitalität und Kraft verfügen.

Alle diese Kritikpunkte lassen eine einfache Tatsache außer Acht: Das Prinzip der modernen Paläo-Ernährung ist nicht als genaue Wiederholung der Ernährungsweise unserer Vorfahren gedacht. Sie macht sich vielmehr ihre allgemeinen Prinzipien zunutze und wendet sie bestmöglich auf unser modernes Nahrungsmittelangebot an, in dem Bestreben, die Gesundheit des Menschen wiederherzustellen und epidemische oder chronische Krankheiten rückgängig zu machen, an denen die Menschheit seit dem Übergang von der Agrar- zu Industriegesellschaft leidet.

Warum eine Ernährung nach dem Paläo-Prinzip besser für unsere Gesundheit ist

Jeder logisch denkende Mensch weiß, nur weil die Menschen in geschichtlicher Frühzeit etwas nicht getan haben, heißt das nicht noch lange nicht, dass man es jetzt nicht nachholen könnte. Eine Ernährungsweise nach Art der Jäger und Sammler ist jedoch nicht nur theoretisch gut. Ihre positiven Auswirkungen werden durch die Forschung gestützt. Als sich zum Beispiel gesunde Freiwillige einer solchen Ernährung unterzogen, die reich an tierischen Proteinen, nicht stärkehaltigem Gemüse und Beeren ist, kam es zu einer deutlichen Verbesserung zahlreicher Biomarker, die den Gesundheitszustand anzeigen, und bei den Probanden zeigten sich Verbesserungen des Blutdrucks, der Cholesterinwerte und eine erhöhte Insulinsensitivität.8 Bei einer anderen randomisierten Cross-over-Studie (d. h. dieselben Probanden erhalten Prüf- und das Kontrollpräparat nacheinander, durch die Randomisierung wird die Reihenfolge der Behandlung jedoch zufällig bestimmt; Anm. d. Übers.), ernährten sich die Probanden drei Monate lang entweder gemäß eines Diabetiker-Standards oder einer „Steinzeitdiät“; dann wurde zur jeweils anderen Ernährungsform gewechselt. Wieder stellten die Forscher fest, dass die Paläo-Ernährung mit einer besseren Blutzuckersteuerung, niedrigerem Blutdruck, gesünderen Cholesterinwerten und einer größeren Gewichtsabnahme einherging als das bei der Diabetiker-Standardernährung der Fall war.9

Es gibt auch viele belastbare wissenschaftliche Gründe, warum eine Ernährungsweise mit viel Getreide, Stärke und Zucker gesundheitsschädlich sein kann und eine Ernährung, die sich enger an die Prinzipien der Paläo-Ernährung anlehnt, der Gesundheit eher förderlich ist. Einer der überzeugendsten ist, was stärke- und zuckerhaltige Nahrungsmittel in der menschlichen Darmflora (dem sogenannten Mikrobiom) anrichten.

Die meisten Menschen beherbergen mehr als 100 Billionen individuelle Bakterien und Hefen in ihrem Darmtrakt, die die Verdauung unserer Nahrung und der dabei entstehenden Nebenprodukte unterstützen. Wir sind tatsächlich unser eigenes Ökosystem und können – wie jedes andere Ökosystem auch –, aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Wir sind auf mehr als 1000 verschiedene Bakterien- und Hefearten angewiesen, die sicherstellen, dass wir über alle notwendigen Bausteine für die optimale Funktion unserer Zellen verfügen. Übernehmen jedoch die falschen (Bakterien und Hefen) die Kontrolle, kann das der Beginn einer Funktionsstörung in den biochemischen Abläufen unseres Körpers sein.

Wenn wir Getreide, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Süßungsmittel zu uns nehmen, die alle viel Stärke und/oder Zucker enthalten, bilden sich in unserem Körper mit größerer Wahrscheinlichkeit zuckerliebende Bakterien und Hefen, da diese speziellen Mikroorganismen durch unsere Ernährungsweise angefüttert werden. Infolgedessen reduziert sich die Menge der anderen, oben beschriebenen Arten, die den menschlichen Darm in den ersten 2,5 Millionen Jahren besiedelten, als unsere Vorfahren lebten – diejenigen also, die zur ursprünglichen Ernährung des Menschen passen und Teil des ordnungsgemäßen Stoffwechsels und der biochemischen Prozesse sind, die in unseren Zellen ablaufen. Wäre unsere gesamtgesellschaftliche Gesundheitslage durch die moderne Ernährungsweise und unser dadurch bedingtes neues Ökosystem immer noch ausgezeichnet, würde dieser Gesichtspunkt keine Rolle spielen. Doch wir werden insgesamt immer kränker. Unser neues Ökosystem funktioniert nicht. Kohlenhydrate liebende Bakterien wie Pseudomonas und Hefen wie Candida albicans sorgen für allerhand Probleme im menschlichen Körper.

Eines der gefährlichsten Probleme, das der westlichen Standardernährung geschuldet ist, ist das sogenannte Leaky-gut-Syndrom (leaky = leck, undicht; gut = Darm; Anm. d. Übers). Das Leaky-gut-Syndrom ist dadurch gekennzeichnet, dass sich in der zellulären Auskleidung zwischen dem Dünndarm und den Blutgefäßen Löcher oder Lecks bilden. Gedeihen in Ihrem Darm die falschen Bakterien, Hefen oder Parasiten, insbesondere Kohlenhydrate liebende Hefen wie Candida albicans, kommt es häufiger zur Bildung von Toxinen, die die Steuerung des intrazellulären Bindungssystems zur Abdichtung der Zellauskleidungen des Dünndarms stören.10 Zonulin ist ein Protein, das die Funktionen dieser „Pforten“ regelt. (Fachsprachlich werden diese Zellzwischenräume auch „tight junctions“ genannt; Anm. d. Übers.) Liegt zu viel Zonulin vor, beginnen sich diese Abdichtungen zu öffnen (wie kleine Tore), sodass Darminhalt in den Blutstrom sickern kann; diesem Umstand verdankt die Erkrankung ihren Namen. Die Wahrscheinlichkeit eines Leaky-gut-Syndroms kann auch zum Beispiel durch häufige Einnahme von Antibiotika, eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährungsweise, die Entwicklung von Empfindlichkeiten gegenüber spezifischen Proteinen wie Gluten im Getreide (vor allem Weizen) und Kasein in Milchprodukten sowie durch zivilisationsbedingte Chemikalien und Toxine, zum Beispiel Tabakrauch, verursacht oder erhöht werden. Jede einzelne dieser Substanzen kann die Intaktheit der Darmwand gefährden.

Nicht nur die Darmwand, auch die Wände aller Blutgefäße sind auf diese Weise abgedichtet; wenn es zu einer Lösung dieser eigentlich dichten Verbindungen kommt, kann man davon ausgehen, dass das überall passiert – und somit natürlich auch in den Gefäßen, die zum Gehirn führen. Sie könnten also einen durchlässigen Darm, durchlässige Blutgefäße und ein durchlässiges Gehirn haben! Auch eine durchlässige Haut ist nicht abwegig. Sind die Blutgefäße durchlässig, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Immunzellen in die Wände „eingraben“, Cholesterin und Entzündungsmediatoren in den Gefäßen ablagern sowie Venen und Arterien verstopfen und verengen. Im Gehirn verliert die Blut-Hirn-Schranke, die für einen zusätzlichen Schutz des Gehirns vor Bakterieninfektionen bietet, an Wirksamkeit. Das Gehirn lässt überaktive Immunzellen häufiger passieren, und damit kommt es häufiger zu einer unangemessenen Entzündungsreaktion und einer Verschlimmerung des Problems mit Stimmungsschwankungen und neurologischen Störungen wie MS. Auf der Haut kommt es häufiger zu allen möglichen lästigen und unvorhersehbaren Ausschlägen und Hautproblemen. Daher ist ein durchlässiger Darm niemals nur ein gastrointestinales Problem, er betrifft Sie insgesamt und daher Ihre gesamte Gesundheit. So etwas sollte Ihrem Körper lieber erspart bleiben! Und doch sind viele Menschen davon betroffen, hauptsächlich aufgrund unserer industriell verarbeiteten Produkte und auf Getreide beruhenden Ernährungsweise.

Erfahrungsbericht

Mit 19 Jahren wurde bei mir schubförmig remittierende Multiple Sklerose (RR-MS) diagnostiziert, doch außer einer optischen Neuritis hatte ich bis zu meinem 30. Lebensjahr kein weiteres Symptom. Jetzt bin ich 33 und im Februar 2012 verschlechterte sich mein Zustand sehr. Ich entdeckte die Arbeit von Dr. Wahls im Juli 2012, als mir meine Schwester einen Link zum Video Minding Your Mitochondria (zu Deutsch etwa: „Passen Sie auf Ihre Mitochondrien auf“) schickte. Als ich im August 2012 mit ihrem Basis-Programm und im September desselben Jahren mit Copaxone begann, konnte ich nicht mehr selbstständig laufen; nur drei Jahre vorher gehörte ich noch verschiedenen Sportteams an. Seit Beginn des Basis-Programms habe ich massive Verbesserungen festgestellt, ich bin klarer im Kopf und es gibt Zeiten, da kann ich auf meinen Gehstock verzichten und fühle mich wieder wie ein normaler Mensch. Dafür lohnt es sich schon. Ich verzichte gerne auf Cheeseburger, wenn das bedeutet, dass ich wieder laufen kann! Vor ein paar Wochen ging es mir so gut, dass ich anfing, Brot zu essen. Das passiert mir nie wieder! Ich fühlte mich träge und die Spastik in meinen Beinen war wieder da. Herauszufinden, dass es eine Ärztin gibt, die selbst MS hat, und hauptsächlich im Eigenversuch nach einer optimalen Ernährungsweise sucht – das war schon sehr inspirierend. Danke, Dr. Wahls.

Natalie S. Halifax, Nova Scotia, Kanada

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