Kitabı oku: «Robert Musil: Gesammelte Werke», sayfa 40

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Motive

Komisches Finale seiner Ehe

Es war einfach eine Unverschämtheit! Wartete mit dem Abendessen schon dreiviertel Stunden. Und diese Mainacht vor den Fenstern! Dieser verträumte Mond! Das Dienstmädchen kicherte hinter der Türe. – Das war nun also die Offensive – die verzweifelte Rücksichtslosigkeit. Das „Was kannst du mir nehmen?“ Schlagen? – Nein; man schlägt, wenn man dazu Lust hat, wenn einem das Blut in die Augen tritt. Das regelt sich von selbst – und wenn es nicht von selbst kommt, hat es offenbar keinen Zweck. – Man muß ruhig warten und dann einen jener kalten, leblosen Entschlüsse fassen, wie manchesmal, wenn man zum Beispiel seine Koffer packte, weil es selbstverständlich war, daß man abreiste. – Sie kam. Offenbar wartete sie nur auf ein Wort um los zu platzen – elementar – von Grund aus – alles aus sich herausreißend.

Diese Erleichterung wollte er ihr nicht zukommen lassen. So schwieg er – und ließ sie ruhig ihr Abendessen durch die trockene Kehle würgen. Sie suchte nach einem Angriffspunkt – und er konnte diese wahnwitzige Nervosität aus ihrem Gesicht entnehmen. Er war auf der Hut, sich nicht zu einer jener Szenen hinreißen zu lassen, die nicht fein und nicht brutal den …ismus verderben.

Nach dem Mahle ging sie in den Salon. Der …, der dort stand, war zur Hälfte Mond, zur Hälfte Schatten. Und das Licht, das hereinfiel, war zur Hälfte Mond und zur Hälfte noch Spaziergang – duftende Laune, niederes Gras – Grillen – Blut an Blut. Er konnte sich dies natürlich an den Fingern abzählen. Er sah, wie ihre Aufregung sanft wurde, einem Rückerinnern wich – jene gereifte Wort für Wort bemühte, das süße Zwischen den Worten. Zwischen den Gedanken neu zu beleben. – hoch über ihm! Er mußte sich gestehen, daß sie jetzt gewiß besser, seelisch schöner, reiner sei – als seit langem. Der Gedanke an den Andern kam ihm nur flüchtig. Er war zu weltklug, zu skeptisch. Frauen sind einmal so. Sie haben auch keinen festen Geschmack. – Dann ging er weg, und als er sich um zwölf Uhr niederlegen wollte, fand er sie noch auf dem Sofa im Salon. Zur Hälfte Mond. – Das konnte die Ehe freilich nicht geben – S. und H., ihm nicht und ihr nicht – diese Romantik, dieses Unvorhergesehene – Improvisierte – daß man im Salon schläft wie auf der weiten Heide – weiß nicht, wohin ich mein Haupt betten soll.

Entzückend – wurde weit über das Tatsächliche hinausgedehnt. Wie eine seiner Narrheiten. So sehen also diese aus – seine Frau – kann aussehen wie einer seiner närrischen Träume. Eine angenehme Erkenntnis. Komisches Finale seiner Ehe.

Ende

Sie gingen dann ruhig auseinander und trafen sich zeitweilig wieder.

Der Schokaj

Ich saudummes Rindviech, ich bin da an dem ganzen schuld, ich hab ihn in die Hitz gebracht, – ich hab ihn g’fragt, ob er meine Unschuld will. – Ja, was haben Sie sich denn drunter gedacht? Ja, ich hab net gwußt, was das ist, ich hab gedacht, das muß man sagen, ich hab gedacht, ich fessel ihn. Nit ums verrecke

Der Grenzsucher

Es lohnt ja gar nicht zu erleben, was man sich ohnedies denken kann. Das Leben ist gestreckt, kristallisiert, links und rechts nach rückwärts und vorne führen Straßen. Es sind nur ein paar Ahnungen, die sich darüber hinausgeschoben haben, man braucht sie, um leben zu können.

Hie und da einmal ein paar Menschen auf der Straße, am Abend, im Weggehen. Punkte, kein Gesicht. Ich habe dich ja gerade geweckt, weil Du so verzogen und kraus bist wie das Leben.

Sie steht in der Mitte des Zimmers und schreit wie ein Knabe. Es hört dich niemand.

Wendung zum Desillusionismus.

Wie erbärmlich ist es doch eigentlich

Wie erbärmlich ist es doch eigentlich! Man kriecht jammernd am Boden und bekommt Herzklopfen, sobald man die Kaiserallee kreuzt. Man sagt: es ist ein Wunder, es hat mich niedergeschlagen wie ein Wunder. Man ist ganz leidend, ein einziger gequälter Sinn. Man sagt täglich: ich werde mich vielleicht doch aufhängen, es ist das beste ein unproduktives Leben im Augenblick dieses Wunders zu enden. Und es kommt ein Brief von einem Fräulein X, durch den man sich geliebt sieht und man schwankt, ob man sich abwenden soll oder für später „reservieren“. Welche Gemeinheit doch diese Hingabe an eine Frau, die hiefür alles zerstört, – mit Nummer zwei in Reserve! Einziger Trost, daß auch sie vielleicht nicht ganz rein ist. Vielleicht Gattungsgesetz – alle so? Ich klage mich an, weil ich mich nie ganz gebe, und einer, der mit seiner Intensität prahlt, handelt so! Die Korrekten, die Pflichtmenschen steigen im Wert.

Wie sich alles verfärbt. Wie alles eitel wird an diesem Menschen. Alles ein sich vor sich in Szene setzen. Der vielgeliebte Leidbringer. Der Mann mit den Ansätzen, die stärker sind als alles in seiner Zeit, der Vielfältige – der nur zu wenig Geduld, das heißt, zu viel Möglichkeiten hat, um ein Genie zu sein.

A. als katholischer Mensch

Das feine Genießen über das Produzieren stellend. Immer etwas arrogant gegen die „Pfotensauger“. In Gespräche sich ganz hineinlegend. Mitunter fast buhlend vor Geistreichtum im Gespräch. Nichts produzierend bei großen Talenten. Rechthaberisch, weil hier das Hauptfeld, auf dem sich sein Ehrgeiz befriedigen kann. Auch was er nur einmal gehört hat, sich zum Besitz machend, ohne auf die Quellen zu gehen. „Wie, Sie wissen nicht …?“ Dabei hat er es selbst erst gestern in einem Gespräch gehört. Geschmeidige Liebenswürdigkeit, besonders gegen Frauen; bis zur Unterwürfigkeit gehend. Alles Subtile, auch Gezärtelte bevorzugend; den Genuß eines japanischen Gartens über den einer wirklichen Landschaft stellend. Bestrebt, sich vor sich selbst ein air zu geben, der Psychologe, der Dozent – Haltung des Wissenschaftlers gegen Laien – sie glauben nicht, wie wahnsinnig viel unsereiner arbeiten muß. Das Historische liebend. Geheimnis über der Befriedigung seiner Sexualität. Überhaupt Geheimnistuer. Liebt Diskretion – Liebt alles, von Gesellschaft bis zur Kritiklosigkeit. Setzt seinen Ehrgeiz hinein, die besten Freunde nicht merken zu lassen, wenn er Glück oder Unglück in Liebe hat. Verteidigt alles Katholische fanatisch, ohne daß man ihm seine Überzeugtheit glaubt. Betont mystische Einstellung. Will auf Menschen spielen.

Ein luetischer Philosoph

Ein luetischer Philosoph fühlt die Paralyse sich ihm nähern. Seine Frau, mit der ihn einstens feinste Dinge verbanden, begann eben von ihm sich abzuwenden, wie feinste Dinge eben vergehn … Einer, dem eine Gehirn- oder Herzerkrankung droht, und der sich nicht schonen darf. Der Hausarzt: Es kommt, unvermeidlich, aber wir können ihm sein Leben verlängern, Aufregungen ersparen, ihn über seinen Zustand täuschen. Er: Ich fühle mich so stark, Einfälle überströmen mich, ich habe Angst, daß ich wahnsinnig werde. Daß ich es weiß und davon spreche, nicht wahr, das hat nichts dagegen zu bedeuten. Nur eines hält mich, mein Denken geht nicht ins Extreme, eine Philosophie der mittleren Linie, es ist alles so einfach, ich begreife nicht, wie man es nicht sehen kann (Individuum, Egoismus usw., vielleicht in unbewußtem und doch causalem Zusammenhang mit seinem häuslichen Problem). Aber wenn ich krank werde, ich will nach Österreich, dort sind die Menschen weicher, sonst nichts. Nicht wahr, die heulende Wittwe des Großen ist uns unsympathisch, sorge, daß ich gut gehalten werde, wenn ich nicht vorher – kann, und nimm Dein Leben auf –. Der Freund: Ich will nicht teilen. Schließlich seine Schuld (ein Guter wird bös, gedrängt von sich). Der Frau wird durch die Krankheit das Problem erschwert. – Schließlich (in Konkurrenz von: Man muß ihn über sich bestimmen lassen und von: Ich will freien Weg) sagt sie ihm seinen Zustand. – Auf das Ausbruch, lichter Moment, Gift – Sie mit allen Fasern noch einmal an ihm hängend, höchste Steigerung, und sinkt dann dem Freund in die Arme (obwohl auch der Arzt anwesend wäre).

Verknüpfen eventuell mit Problem der Wahl zwischen zwei Menschen wie A und ich – Inponderabilien. Einst warst Du mir lieber, aber ich weiß nicht, nichts hat sich geändert, nur ein Unwägbares strömt – von einem zum andern, … von Dir fort. Letzte Aufrichtigkeiten. Es gibt keine größere Tragik als Kranksein und Sterben.

Der Unproduktive: Ich kann für Dich mehr sein als er (der Produktive). Der Doktor macht ein ärgerliches Gesicht, sieht dann auf den Toten und wird von freundlicheren Gedanken erfüllt.

… Du noch hier?.

… Ich habe etwas vergessen …

Ja, ja, mir war, als hätte ich Dich pochen gehört … vorhin, als ich mit meiner Frau sprach … Leiste mir doch zum Abendbrot Gesellschaft …

Einen Menschen sehn, wie in einem seltsamen Dreieck, in dessen einer Ecke der Tod steht. Was ist einem ein Mensch, wenn man weiß, daß man in einigen Tagen sterben wird? Wie verändert er sich? Flieh! Du machst ihm zwei, drei schreckliche Tage, ist das soviel? Ist es nicht besser gehandelt, einen Sterbenden im Stich zu lassen als einen Gesunden? Ich habe nicht den Mut, es ihm zu sagen.

So flieh. Vergrab Dich, hör nichts. Du machst ihm usw.

Exposition. Szene. A und M. Sie hat in seinem Arbeitszimmer (Bibliothek) gelesen.

A: Du mußt es ihm sagen usw.

Man erfährt, daß der, der dann kommt und hier spricht, vom Tod umschattet ist.

Dichterisch = nach Dichter Art = poetice

dichterisch = bei den Dichtern vorkommend = poeticus, -a, -um

I

Teestunde, Abend vor dem Schreibtisch – Winter – Dämmerung

Zu A: Du übernimmst mein Vermächtnis: Kein Wort wird veröffentlicht. Alles, was man über mich als Mensch sagt, ist falsch.

Zu ihr: Ich kann doch nicht sprechen zu ihm. Merkwürdig, früher glaubte man Freunde zu haben, jetzt nur Verbündete, Interessengemeinschaft. Ich kann nur zu dir sprechen (warum?) – Österreich – Nein du wirst nicht sterben. Doch ich weiß: Es kann so nicht weiter gehen, es wird mir alles zu leicht … Ich glaube darum auch nicht, daß ich mein Werk vollenden kann. Ich sollte diese letzten Tage ganz für Dich sein. Aber auch das kann ich nicht. Die zwei Einstellungen würden einander aufreiben, es käme gar nichts heraus.

A zu B

„Ich begehre nach deiner Seele, ich will dich durchdringen usw. Sei doch nicht so reglos!“ Es ist ein Schutzmittel der Individualität, daß B. den A. komisch findet, wenn er gerade nicht aufgelegt ist.

Sie – Er

Sie: Der Himmel erschließt sich in großer Schönheit.

Er: Wollen wir uns silberne Flügel wünschen?

Statt: Er verlor das Gefühl für die Zeit.

Er glaubte, es wäre Sonntag. Stattdessen schrieb man Freitag. Er konnte nicht finden, warum er gedacht hatte, daß man Sonntag …

Identität

Ein Mensch muß, nachdem er ein paar Jahre verheiratet war, sein Land verlassen, weil er alle gegen sich hat. Wird nach einiger Zeit verschollen erklärt, seine Frau heiratet wieder. Nach der Rückkunft sucht er sie unerkannt auf, sie hat ihn inzwischen zum Ideal erhöht, – allerdings auch geheiratet und ist wieder verwitwet – und verliebt sich jetzt in den Neuen, der der erste ist, der die Erinnerung an das Ideal auslöscht. Ohne aber, daß sie ihn so genau lieben kann, daß sie die Identität merkte. Er tut das ganze nur um einer letzten Bitternis willen. Oder weil ihn die Sehnsucht zu seiner Frau zurücktrieb, er aber nicht gesonnen ist, wieder verheiratet zu sein. Entschlossen, ihr zu erzählen, er hätte wieder geheiratet; dann erweist es sich aber als unnötig.

Motiv einer Episode

Jemand tötet seine Geliebte, die die mitleidigen Rückschläge seiner Abwendung für Steigen der Liebe genommen hatte. Sie klammert sich im Sterben an ihn.

Ein Offizier oder Sportsmann

Des war ein peinlicher Moment gestern, wie i zu Schwarz nein gangen bin und wi er mi anschaut net weiß warum: dann is mir aber eingfallen.

Birnbaum mit Kluftanger herum …

Des möcht ma mit zugmachten Augen singen …

Ein Mann, der einen alten Mann meuchlings tötet, weil er Schamhemmungen hat, sich mit ihm zu duellieren, auch nur ihn zu beleidigen. (Ein Offizier oder Sportsmann)

Detail: im Coupé

Detail Auftakt: Im Coupé: Zwei sprechen von Politik und dergleichen, ein dritter fängt immer wieder vom Theater und von seinem Idealismus an, ein vierter schweigt und sieht den Wolken zu, aber erst ein fünfter, der ganz stupid wie ein Dandy dreinschaut, ist ein Dichter.

Der Schutzengel

Einmal, in den Jahren, wo man schon etwas von der Vergeblichkeit eingesehen hat, kommen plötzlich drei Nächte, in denen man Beziehungen zu seinem Schutzengel erwachen fühlt (er ist bei Männern eine Frau, bei Frauen ein Mann) Und zwar fühlt man sie geradeso erwachen wie zu einem Lieb. Man weiß, er war immer dabei; er hat immer zugesehen, man gehört mit nichts so persönlich zusammen wie mit ihm. Er übt eine Kontrolle aus wie das Meer. Man tut alles in seiner Gegenwart …

Der Mann ohne Bedeutung

Der Mann ohne Bedeutung:

Er macht schließlich die französische Revolution. In der Sitzung einer Bezirksvertretung hängt etwas bedeutendes davon ab, ob er gesundes Empfinden hat oder nicht. Seine Frau ist ganz Weiblichkeit alten Stils, mit entsprechender Sexualität, seine Tochter ein Produkt der Aufklärungszeit. Er ist ein kleiner Beamter der Regierung. Sein Leben fließt im ersten Teil bedeutungslos dahin, mit allen Pathologien des Durchschnittsmenschen; im zweiten Teil mit der Wichtigkeit des Durchschnittsmenschen. Durchschnittsmenschen finden sich zusammen, Massenpsyche. Schöne Zeit der Aufklärungsideale. Die Herren d’Alembert, Diderot, Holbein usw., sowie Blei, Kerr. 1800 Jahre habt ihr gelebt wie Hunde! Wie Haustiere!

(Mann ohne Bedeutung)

Diese Seligkeit des Herrn Jedermann, daß er plötzlich anerkannt wird und die Welt regiert. Diese Dankbarkeit eines für den andern. Sie finden sich zusammen, diese Durchschnittsmenschen, wie Verliebte. Essen sie gerne Gigot? Oh oh ich auch – es ist in einem einzigen Taumel, wie wenn man sonst geistige Übereinstimmungen konstatiert. Sie sehen einander zärtlich an, wenn sie so etwas sagen.

Opernhafter Anfang

Wäscht sich prustend und für sich lächelnd. Schüttet die Schüssel mit einem Kreisschwung aus. Trocknet sich das Gesicht, die Hände (Ärmel aufgekrempelt), pfeifend dabei, trällernd. Dehnt sich. Greift in die Äste eines Baums, zieht daran. „Baum! ich zieh dich bei deinen grünen Haaren, heh, fühlst du’s? Vorher umarmt er ihn wie im Ringkampf. Komm Kater! – Die Katze traut ihm nicht recht. Was du willst wohl nicht?! Wirft lachend einen Stein hinter ihr drein. Setzt sich zum Tisch, zur Milchschüssel, ergreift den Löffel, hält ein, dreht ihn nachdenklich in der Hand …

Der katholische Mensch

Warum diese Sympathie für Frau R.? Verwandtschaft? Kennt auch er dieses Hinunterwürgenmüssen um nicht aus der Maske zu fallen? Sein wissenschaftlicher Eifer etwas, um sich damit zu dekorieren? Er ist unproduktiv, aber er leistet das Äußerste, um sich in Gesellschaft als Gelehrter fühlen zu können. Und seine rätselhafte Liebe zum Katholizismus ist wohl die zweite Rolle, die ihm sicherer liegt.

Vierzigjährige Tante

Neben einer Jungen, um deren Treue man leidet, eine 40jährige Tante, die ihrem verstorbenen Bräutigam das Gelöbnis gewahrt hat.

Das Ausgeatmete

Gangsteig

Das Ausgeatmete.

Literatenjargon

Andre Gefühle: man wird nicht mehr vom Zorn geschüttelt, sondern zum Beispiel ausgehöhlt werden …

Mit Ma: Ich sehe, daß alles vorbei ist. Wenn er daran denkt, ist Ma ihm sowohl widerwärtig (auch à la Haß gegen viele) wie daß er fühlt, sie müsse „in Schönheit“ scheiden.

Literatenjargon

Diese Arbeiterabende – (wo Arbeiter über ihre künstlerischen Neigungen sprechen) – sind doch nur eine Sache für Privatdozenten und ähnliche halb gebildete Leute.

Novelle

Enrico lebt in seinem Schmerz wie ein heiliger Büffel. Niemand traut sich daran zu rühren. Als der Sohn sich nach Jahren doch einmal traut, es zu tun, zeigt sich, daß längst nichts mehr da ist und der gute grandiose Enrico ist wie erlöst.

Gewaltmensch

Ein glattes, hartes Gesicht unbestimmten Alters mit sehr großer Stirne. Wettermantel, Wanderhut. Er hat mit der Pistole einen flüchtenden Hirsch niedergeschossen … Es brach und prasselte so etwas Wildes durch das Holz, und da hatte es mich gefaßt … Und mit der Pistole traf er ihn gerade ins Herz! Das ist natürlich nur Zufall …

Aber daß du gerade immer solche Zufälle hast, ist wohl nicht auch Zufall … Hast du deinen Wagen mit? Nein ich ließ ihn vor einer Woche zurück, mein Gepäck kommt mit der Bahn. Ich fuhr mit Bauernwagen. – ? – Ja, als ich jünger war konnte ich mir so etwas nicht denken, aber es kam mich plötzlich an, daß nichts schöner sei, als einen Tag lang im Stroh eines Leiterwagens zu liegen und blau und weiß zu sehn und dabei doch von einem Ort zum andern zu kommen. Zuweilen ging ich auch. Und die Unentbehrlichkeiten? Warmes Bad usw. Ach, wenn schon, so ganz. Ich reiste als ein Wanderprediger – … Und dann raufte ich mit den Bauern. Das einzige Pathos, das es gibt, steckt in den Fäusten. Musik vielleicht noch, auch so stupid. – Also man braucht ja nur ein bissel mit den Mägden zu spielen so gehts ja los – Meinst du aber nicht, diese unangenehme Nachbarschaft der starken Männer, Offiziere, Draufgänger?

Gewiß das ist eine Gefahr. Aber darum lief ich auch manchmal weg. Zuletzt erst. Ich war nicht aufgelegt zu raufen, ein Gedicht ging mir durch den Kopf, da fing so ein Kerl an. Um mich nicht stören zu lassen, hielt ich bloß die Pistole vor. Aber diese unsere guten Bauern fürchten kein Schießgewehr nicht, mit den Messern gingen sie mich an und um Unannehmlichkeiten zu entgehn, mußte ich durchs Fenster springen. – Hier ist übrigens das Gedicht. G. Zeig. A. Nein, das gehört mir (verwehrt es ihm).

Ali und G. in Jagdkostüm. Später: Er hat mich vergiftet. Wie ich noch 15 Jahre alt war, saß er neben mir am Klavier und strömte mich mit seiner Kraftlosigkeit an. Es hat mir geträumt, daß mir etwas bevorsteht, – lächerlich? Warum sollen für uns diese starken Dinge nicht sein? Träume, Zeichen des Bluts? … Ich möchte dich gegen eine Feuersbrunst sehen! Warum nicht – wie die Maler tun – auf wenige Farben reduzieren, schwarz-rot?

Typus des Historikers

Typus des Historikers, der besser als der Erfinder weiß, was ursprünglich der leitende Gedanke bei dessen Erfindung war: Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft für das Jahr 1913 Diskussion anschließend an den Vortrag R. Dreels.

Wo wohnst du?

Wo wohnst du?

P St.

Allein?

Nein, mit meiner Frau und A.

Hm. Vornehm, das ist ja wohl die teuerste Pension? Was zahlst du?

Zwölf Mark pro Person.

Hm – Da mußt du ja jetzt enorm viel Geld verdienen?

Tue ich auch.

Ach sie – kauf mir das doch.

Und einer tut es. Beglückt von dem neuen Reiz ein Mäzen zu sein. Diese Sängerin zu kaufen, die ihn als Mädchen geliebt hat.

Die Revolution in Mexiko

Die Revolution (in Mexiko)

Zeitungsausschnitt.

Der spiritistische Haciendado. – Kriegs- und ekstatische Szenen wie bei Stoll. – Plötzliches Reüssieren solch eines unklaren Schwarmkopfes. Plötzliches Hereinbrechen des ganz Unsinnigen in ein geordnetes Leben, zum Beispiel das eines amerikanischen Gelehrten, der in der Hauptstadt lebt und plötzlich Kugeln hört, Granaten, ein Aufbrechen der Zivilisation. Er beschäftigte sich vordem mit Präethnologie, erkennt das Merkwürdige solcher Zustände und schließt sich ihnen an. Der Priester mit den zwei Papeln. Aus Tirol dorthin versetzt. Ein vernünftiger Priester – wird mit hineingerissen.

Das Schiff im Roten Meer

Ein Heizer geht wahnsinnig vor Hitze schnurgerade über Bord. Ein Herr flegelt den alten Kraepelin an, weil er beim Kaisertoast keinen Alkohol trank. Hartmann flegelt den Herrn an, weil dieser den alten Kraepelin anflegelt. Hartmann wirft nachts eine Kindereisenbahn über Bord, weil ihn das Geratter bei Tag wahnsinnig macht. Er sagt es der Mutter und sie versteht die Handlungsweise (nur bei 40° Hitze möglich). Ein Mädchen läßt sich auf der Bank in dem dunklen Gang vor den Kabinen. Hartmann sagt zu einigen Freunden: Meine Herren, kommt abends in meine Kabine, ich werde Euch etwas zeigen. Sie steigen auf einen Koffer und sehen mittels eines Handspiegels zu. Eine Engländerin bezahlt sich jede Nacht den Stewart und beschwert sich beim Kapitän, weil er einmal unbezahlt kommt. Der Kapitän schlägt das „reisfressende Gesindel“ mit den Köpfen aneinander, wenn es ins Streiten kommt. Hartmann ist noch heute ganz von sich durchtränkt, wenn er davon erzählt.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
18+
Litres'teki yayın tarihi:
10 haziran 2026
Hacim:
5257 s. 13 illüstrasyon
ISBN:
9782377871742
Telif hakkı:
Bookwire
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