Kitabı oku: «Robert Musil: Gesammelte Werke», sayfa 60
Aber ich werde nicht darin lesen. Ich werde es geschlossen auf meinem Schoss halten. Es ist doch richtiger, wenn man in einer solchen Situation nicht liest, sondern nur andeutet, dass man eigentlich lesen sollte. (Sie setzt sich zurecht)
Vinzenz (die Freunde hereinführend)
Sie sehen die Situation. Alpha weigert sich zu sprechen, sie ist zu erschüttert. Ich bitte Sie: rühren wir nicht an diesen Augenblick; treten Sie mit mir nebenan ein, ich werde Ihnen die Ereignisse rasch erzählen.
Politiker
Aber man muss die Polizei verständigen, das geht so nicht.
Vinzenz
Das ist schon veranlasst. Auch aus diesem Grund treten wir nebenan ein.
(Musiker als erster, sein Taschentuch vor der Nase und dem Toten bei allen Wendungen den Rücken zudrehend, tritt in das Nebenzimmer, die übrigen folgen. In der Tür)
Gelehrter
Es ist aber doch eine Rücksichtslosigkeit, solche Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Der junge Mann
Unbildung.
(Ab. Alpha bleibt reglos ins Unbestimmte schauend sitzen, den Rücken zu Bärli)
Bärli (richtet sich erst vorsichtig und um sich blickend, dann rasch auf und zieht seinen Rock aus)
Bitte, borgen Sie mir eine Kleiderbürste, Alpha.
(Alpha fährt mit einem unterdrückten Schrei herum)
Ich habe jetzt genug davon. (Er holt sich eine Bürste, reinigt wütend seinen Anzug und zieht den Rock an) Diese Kaffern hatten mir noch gefehlt. Mich zu solch einer lächerlichen Exzentrizität zu verleiten! Machen Sie leise, ich will fort.
Alpha (vor Zorn errötend)
Wie? Sie haben auch auf sich nicht wirklich geschossen?
Bärli
Blind; Phantasieschüsse; wie das Vinzenz nennt, Kolibrischüsse.
Alpha
Welche unwürdige Komödie! Sie wollten mich dumm machen?!
Bärli
Ich glaube, ich habe mich selbst dumm benommen. Aber daran sind nur Sie schuld. Ich hätte mich sonst nie von diesem Schurken Vinzenz dazu verleiten lassen. Geben Sie bitte acht: Ich habe ihm für diese Komödie noch einen Scheck versprochen, ich streiche eine Null ab, das genügt für Euch! (Hält ihn grob hin) Adieu.
Alpha
Sie schulden mir Aufklärung! Sie haben sich erlaubt – ich hätte auch vor Schreck sterben können – – –: Und Sie behaupten, dass Sie das mit Vinzenz abgekartet haben …?
Bärli
Adieu, adieu. Ich gebe keine Aufklärungen. Ich bin befreit, in der Tat ebenso befreit, wie Sie es vorhin von sich behaupteten.
Alpha
Aber Sie erlauben sich zu allem noch ein ganz respektloses und ungezogenes Benehmen!!!
(Vinzenz tritt ein, von dem lauten Gespräch beunruhigt)
Alpha
Vinzenz! Dieser Herr sucht sein unwürdiges Betragen mit Ihnen zu entschuldigen; er behauptet, es mit Ihnen verabredet zu haben?
Vinzenz
Hören Sie, Alpha, wenn wir schrein, kommen noch mehr Leute; es ist schon jetzt entschieden einer zuviel im Zimmer: seien wir froh, wenn Herr Bärli der sein will. Ich werde Ihnen alles später in Ruhe erklären.
(Den Scheck betrachtend) Dagegen ist gleich jetzt zu bemerken, dass hier eine Null zu wenig ist.
(Alpha reisst ihm das Papier aus der Hand, zerknüllt es und wirft es gegen Bärli, dem es von der Brust abprallt. Bärli stösst es zornig mit dem Fuss zurück)
Vinzenz (hebt das Papier auf, glättet den Scheck, legt ihn auf den Tisch, stellt Tintenfass und Stuhl hin und lädt Bärli zum Schreiben ein)
Gott, ich habe es wahrhaftig nicht wegen des Geldes getan. Wenn Ihnen aber nachher die Sache nur noch den zehnten Teil von dem wert erscheint, was Sie vorher dafür geben wollten, so beweisen Sie damit gerade, dass Ihre Befreiung ein zehnfach vergrössertes Honorar wert war.
Bärli (sieht ihn an. Allmählich lacht er)
Sie haben gar nicht unrecht. Man soll nicht sagen, dass ich keinen Grund hatte, mich zu bedanken. (Er setzt sich an den Tisch. Alpha reisst ihm das Tintenfass weg und wirft die Feder zur Erde)
Vinzenz (beruhigend zu Alpha)
Ich habe ihm ja bloss geraten, statt eines wirklichen Doppelmords blind zu schiessen.
Alpha (hochmütig ablehnend)
Aber warum denn?
Vinzenz
Nun, er wollte Dir eben einen Denkzettel geben.
Solchen unkomplizierten Leuten muss man ihren Willen lassen, da kann man nichts machen. (Da ihn Alpha abweist, zu Bärli) Habe ich Ihnen nicht gesagt: Sie sind Kaufmann, nehmen Sie Tod auf Kredit!? Habe ich Ihnen nicht geraten: schiessen Sie blind und Sie werden gar kein Bedürfnis mehr haben, wirklich zu schiessen? Ich hatte Ihnen versprochen, dass Sie fortab nur noch das Geld ernst nehmen werden!
Bärli
Und das tue ich auch, seien Sie beruhigt.
Vinzenz (wieder zu Alpha)
Er hat alles erlebt, was man daran erleben kann. Die Fortsetzung ist gar nicht von Wert; kopfschüttelnde Menschen, Polizeikommission, Leichenkarren. Es steht wahrhaftig nicht dafür, wirklich zu leben! Damit habe ich doch ganz in Deinem Sinn gesprochen.
Alpha
Aber das war eine Unverschämtheit!
Vinzenz
Von wem?
Alpha
Von Dir!
Bärli (hat inzwischen mit der Füllfeder ein neues Papier ausgestellt)
Ich sehe, Alpha, dass ich mich Ihnen gegenüber immerhin eines Unrechts schuldig gemacht habe – (Alpha weist ihn kühl ab. Er schiebt den Scheck an die Tischkante; zu Vinzenz) Hier. (Zu Alpha) Aber Sie sind jetzt wenigstens sicher vor mir: Man tut nichts zweimal. (Steht auf)
Alpha
Das ist falsch: Man verliebt sich, so oft man will!
Vinzenz (der den Scheck studiert hat)
Du hast ihm solchen Eindruck gemacht, dass er geglaubt hat, ohne Seele kann er nicht leben. Ich habe ihm gesagt: ein einzigesmal bei Leidenschaften bloss so tun, und man nimmt sie nie wieder ernst! Das Seelische ist eine Kreditangelegenheit und ruht auf Treu und Glauben. Aber Geldsachen, – sagen Sie: ist der Scheck auch gültig?
Bärli (der Alpha schwankend beobachtet hat, reisst sich los)
Ja. Und Gott behüte Sie davor, mir je unter die Hände zu kommen! (Rasch ab)
Alpha
Also Du bist ein infamer Intrigant!
Vinzenz
Aber ich hab doch Dein Leben gerettet, indem ich ihn von seiner Leidenschaft heilte.
Alpha
Mein Leben! Aber was ist Dich seine Leidenschaft angegangen?!
(Die Freunde stecken die Köpfe durch die Tür)
Vinzenz
Ja, denken Sie, er ist inzwischen ruhig fortgegangen.
Alle (durcheinander)
Wie? Was? Geschmacklos! Scherz? Dumm! Taktlos!
Vinzenz
Ja, wirklich unbegreiflich geschmacklos. Aber dafür wollen wir ihn auch nicht in die »Gesellschaft zur Bekämpfung unmoralischer Glücksspiele« aufnehmen. (Zu Alpha) Ich habe Ihnen mitzuteilen vergessen, teure Freundin, dass unsre Gründung inzwischen endgültig perfekt geworden ist.
Vorhang
Dritter Akt
Szene wie im zweiten Akt.
Alpha in einem bizarren Trauerkleid. Vinzenz in schäbigem Anzug. Packt sehr defekten Besitz in ein fragwürdiges Leinenköfferchen sehr sorgfältig, fast kleinbürgerlich bedachtsam ein.
Vinzenz
Es war sehr schön! Aber es ist besser, dass ich ausziehe. Deine schönen Geschenke! Es wird mir alles eine liebe Erinnerung sein.
Alpha (zornig vor ihm auf und ab gehend)
Sie sagen, dass diese ganze Idee mit der Spielformel ein schamloser Schwindel ist!
Vinzenz
Lass sie!
Alpha
Sie haben sich informiert. Sie behaupten, dass Du sie einfach betrogen hast!
Vinzenz
Nun, ja, natürlich.
Alpha
Dass Du ihnen einfach hast Geld entlocken wollen!?
Vinzenz
Das nicht gerade. Aber was wirst Du Dich denn damit aufregen, sie widerlegen zu wollen.
Alpha
Aber ich werde das doch nicht auf mir sitzen lassen!
Vinzenz
Auf Dir?
Alpha
Dass Du nichts als ein Hochstapler bist!
Vinzenz
Siehst Du, mir ist das sehr unangenehm. Das sind doch alles Leute mit Beziehungen und Einfluss. Ein Nationalrat. Ein Gelehrter. Ein gefeierter Pianist. Sie schwören, dass ich ins Kriminal gehöre, das ist sehr unangenehm für mich, der ich nie in meinem Leben gewusst habe, wohin ich gehöre. Ich habe nicht die Mittel, einen Rechtsanwalt eigens dafür zu bezahlen, dass er im besten Falle beweist, wohin ich wieder einmal nicht gehöre.
Alpha (heftig)
Aber ich will nicht! Ich habe behauptet, dass Du ihnen weit überlegen bist; und dabei bleibt es!
Vinzenz
Ja, Alpha, ich mag ihnen wohl überlegen sein; aber siehst Du, gerade in solchen Punkten nicht.
Alpha (mit einem Ruck vor ihm stehen bleibend)
Es ist wahr: Du hast Dich doch eigentlich auch gegen mich ganz lächerlich betragen.
Vinzenz
Wieso, liebe Alpha?
Alpha
Nun, Du hast Dich doch, wenn ich es mir überlege, gegen mich ganz schlecht – oh nein, ich will nicht sagen, dass Du Dich schlecht betragen hast, das würde Dir zu viel zubilligen, aber Du hast Dich eben lächerlich benommen. Du kehrst zurück, – wie Du gesagt hast! – von Sehnsucht getrieben, und im – wie Du gesagt hast! – beseligendsten Augenblick Deines Lebens denkst Du Dir eine ganz knabenhafte Intrige aus.
Vinzenz
Aber ich hab damit doch Dein Leben gerettet.
Alpha
Du hast Dich lächerlich gemacht!
Vinzenz
Das ist doch oft verkehrt bei nervösen Charakteren, man macht Witze, weil man traurig ist, oder lacht bei einem Begräbnis. Ich habe Angst vor einem so überwältigenden Wiedersehn gehabt.
Alpha (versöhnlicher)
Und heute morgens plötzlich willst Du aus dem Haus gehn! Du musst doch einsehn, dass Du Dich damit als ein vollkommen desequilibrierter Mensch verrätst. Als – als ein nervöser Charakter, dem alles zuzutrauen ist.
Vinzenz
Sieh, Alpha, ich will Dir nicht widersprechen. Ich habe mich ja auch damals nicht gut gegen Dich betragen.
Alpha
Oh bitte, das war mein freier Wille, dass ich Dein Versteck nicht suchen fuhr.
Vinzenz
Gut. Aber wenn ich einfach ein Hochstapler wäre, hätte ich mit der Spielbank doch nicht auch Dich angelogen.
Alpha (abwehrend)
Oh …! Also ja; Du hast mich ganz infam angelogen! Du hast die Stirn besessen … Du hast unter Liebkosungen gelogen … Du … Aber ich mach mir nicht so viel daraus, das weisst Du! Du hast einfach selbst daran geglaubt, in diesen Augenblicken, und es ist klar, dass Du der Typus eines phantastischen Lügners bist!
Vinzenz
Angenommen: Doch was heisst lügen? Von etwas Wünschenswertem behaupten, es ist der Fall, statt es sollte der Fall sein? Das ist das gleiche wie bei einem Moralstifter, bloss hat man eine noch festere Überzeugung. Und was vergrössert die Unsicherheit in der Welt mehr: wenn ich an zwei Tagen zwei verschiedene Dinge behaupte, oder wenn Deine sechs Freunde sechs verschiedene Weltanschauungen gleichzeitig haben?
Alpha
Es heisst: Dinge einem einreden, die nicht zu den Tatsachen stimmen. (Sie wirft sich enttäuscht und abgewendet auf die Ottomane)
Vinzenz
Aber stimmt nicht alles zu den Tatsachen?
Siehst Du, jetzt habe ich es: Ein phantastischer Lügner ist jener Lügner, dessen Lügen zu den Tatsachen stimmen!
Die Tatsachen sind nämlich phantastisch. Wenn Du behauptest, dass sich die Sonne um die Erde dreht, hast Du nach den neuesten Forschungen nicht weniger recht, als wenn Du sagst, die Erde dreht sich um die Sonne. Mütter opfern sich für ihre Kinder, aber sie opfern auch ihre Kinder. Das Feuer frisst und das Feuer nährt. Der Mensch macht Ordnung, weil er Mist macht, und er macht Mist, weil er sonst kein Bedürfnis nach Ordnung hätte. Er ist abstinent und säuft. Bestraft den Dieb, aber auch den Armen.
Alpha (ärgerlich, verzweifelt)
Hör auf! Fang nicht wieder mit Deinen Lügen an! Du hast gar keinen Ernst!
Vinzenz (Hände an den Schläfen)
Das ist ein fürchterlicher Lärm. Ein Lärm und ein höllisches Durcheinandergepolter!
Und in diesem Durcheinandergehämmer, wo man seine eignen Gedanken nicht versteht, in dieser wahrhaftig sträflichen Unordnung lasse einfach auch ich manchmal ein kleines Kügelchen rollen; und das Merkwürdige ist: in welcher – noch so verkehrten – Richtung Du auch eine solche kleine Handlung abgehen lässt, sie kommt immer gut durch die Wirklichkeit durch, als wäre sie dort geradezu erwartet worden.
Alpha (vor ihm)
Das wirst Du ihnen sagen. Du wirst den Leuten Deine Meinung sagen, meinen Freunden!
Vinzenz
Ich? Ihnen? Gott bewahre. Mir ist es immer schlechter gegangen als meinen Lügen. Ich muss ihnen durchaus nachgeben. Sie verfolgen mich, weil Bärli sie seither meidet.
Alpha
Nun? Und?!
Vinzenz
Sie haben mir den Kampf um meine Existenz und gegen mein Wesen angedroht, und ich – habe da doch eigentlich gar nichts zu verteidigen.
Alpha
Feigling! Ich nicht! Ich heirate Dich! (Vinzenz wehrt ab) Doch! Wenn ich auch des Zusammenseins natürlich viel überdrüssiger bin als Du, darauf kommt es jetzt nicht an! (Sie rast wieder auf und ab) Sie erlauben sich, uns vorzuschreiben, was ich tun soll! Sie erlauben sich, Dich mir zu verbieten! Mir, der Du, weiss Gott, egal bist! Ich habe noch, Gott sei Dank, etwas zu verteidigen! Weisst Du, was ein Anarchist ist? Ja? Also, ich bin eine Anarchistin. Solang ich lebe. Ich habe die Welt nicht gemacht. Ich hätte sie auch wirklich besser gemacht, wenn ich gefragt worden wäre; das ist kein Kunststück. Und diese, von diesen Männern gemachte Welt soll ich ernst nehmen? Das wollen sie ja von mir; ich soll die Welt respektieren! Da würde ich ja eher Sufragette werden!
Vinzenz
Du hast es auch viel leichter. Ja, wenn ich (Weiblichkeit andeutend) Deine natürlichen Anlagen hätte, wenn ich eine Frau wäre –
(Es läutet)
Vinzenz (rasch zusammenpackend)
Das sind sie!
Alpha (am Weg zur Tür)
Nun, was würdest Du tun!?
Vinzenz
Ich? Wenn ich eine Frau wäre?! Die Leute selig, sobald ich mich nur für sie interessiere? Freiwillig mir sofort ihr Inneres offenbarend? Ich ihre Mondnacht, ihre Nachtigall, ihre schwache Stunde? Ich darf gar nicht daran denken, sonst muss ich weinen: Was liesse sich aus der Welt machen, wenn ich eine Frau wäre!
Aber mich lieben sie eben nicht, ich muss mich verstecken! (Ins Nebenzimmer eilig ab)
Alpha (hinter ihm drein)
Ich nicht! Ich weiss nicht, was ich tue! Aber ich tue etwas Gewaltsames!
(Die Freunde treten ein. Polygonal aufgestellt, beschreiben im Folgenden die Sprechenden aufgeregte Diagonalen und Seitenlinien um Alpha. Manchmal ein einzelner vor ihr stehen bleibend. Der junge Mann: stummes Übereinstimmungsspiel mit den andren)
Musiker (vermittelnd)
Liebe Alpha, haben Sie sich unsre Einwände überlegt?
Alpha
Ich möchte wissen, wen es etwas angeht ausser mich allein?
Musiker
Wir sind sehr besorgt.
Politiker
Der Mann ist kein Verkehr für Sie, das steht sozial fest.
Gelehrter
Herr Bärli hätte längst den Wunsch geäussert, zu uns zurückzukehren, wenn ihm die Erinnerung an diesen Mann nicht unbequem wäre.
Alpha
Bärli? Ich habe ihm doch mein Haus verboten.
Musiker
Nun ja, – er hofft. Er ist von seinen eigensüchtigen Absichten zurückgekommen.
Gelehrter
Es ist ja manches gegen sein Benehmen einzuwenden gewesen, aber –
Politiker
Er ist mit einem Wort ein wünschenswerter Umgang.
Alpha (nicht unangenehm berührt)
Also Bärli hofft –? … Nein.
Musiker (verzweifelt)
Nur dieser Versicherungsagent – (erschreckt durch einen wütenden Blick Alphas) – ja, ja: – Mathematiker …
Gelehrter
Welch ein Mathematiker, hat er bewiesen!
Alpha
Meine Herren, ich finde Sie anmassend.
Gelehrter
Es ist ja keine angenehme Aufgabe, die wir uns stecken mussten. Aber es gibt eben auch schwere und unangenehme Freundespflichten. Jeder von uns hätte es Ihnen gesagt, aber Sie hätten es sich – hätten es sich –
Musiker
Ja, Alpha, Sie hätten es sich ganz gewiss nicht sagen lassen. Sie wären ganz gewiss unwillig geworden, das wollte keiner von uns auf sich nehmen, nein –
Gelehrter
So haben wir uns eben besprochen, es Ihnen gemeinsam vorzustellen.
Politiker
Auch Herr Bärli weiss davon und hat sich mit dieser Lösung einverstanden erklärt.
Musiker
Ja, ja, auch er. Auch er missbilligt Ausschreitungen der Phantasie und Erfindungsgabe.
(Alle stehn starr um Alpha)
Gelehrter
Und so teilen wir Ihnen mit, dass wir uns besprochen haben … Ihnen anheimzugeben … zwischen Vinzenz … der, ein ganz gewöhnlicher Hochstapler, sich erlaubt hat, einen Mann von der Position des Herrn Bärli zu kränken, … und unsrer Freundschaft zu wählen. Ich bin durch das Los bestimmt worden, es Ihnen mitzuteilen.
Alpha
So?
Ich finde das ausgezeichnet. Ich kann mich natürlich nicht auf der Stelle entscheiden.
Überdies können Sie versichert sein, dass ich Sie nicht schwerer entbehren werde als Sie mich.
Musiker (weich)
Dann werden Sie uns sehr schwer entbehren …
Gelehrter
Aber es war doch noch nie da, nie da wie jetzt, dass Sie einen Mann in Ihre Wohnung aufnahmen!
Politiker
Deswegen haben wir uns auch gesagt: Sie sind zu schutzlos.
Alpha
Zu schutzlos? Was soll das heissen?
Politiker
Als alleinstehende Frau sind Sie zu schutzlos.
Musiker
Das hat auch der Vorfall mit Bärli bestätigt (Alle stimmen zu)
Alpha
Vielleicht wollen Sie jetzt alle bei mir wohnen?
Politiker
Wir haben uns überlegt, Sie brauchen eine grössere, richtiggehende Wohnung mit Dienstboten. So schön diese Romantik hier war –
Alpha
Darüber liesse sich ja reden.
Politiker
Ich wollte aber auch sagen: So schön diese Romantik hier ist –
Gelehrter
So sehr wir jeder Ihre Stimmung zu schätzen wussten, –
Musiker
Und so gerne wir daran zurückdenken werden –
Alpha (ungeduldig)
Also was? Was?
Politiker
Sie müssen wieder heiraten, Alpha. Sie brauchen männlichen Schutz und grössere Ordnung. Wir haben darüber abgestimmt, und es hat sich als unser aller Wille herausgestellt.
Alpha
Aber das ist ja toll! Wen von Euch darf ich denn heiraten, nach dem Abstimmungsergebnis?
Politiker
Das hätte unsren Kreis auseinandergesprengt –
Gelehrter
Ja, das hätte uns auseinandergesprengt –
Musiker
Ja, Alpha, Ihrer Hochzeit mit jedem andren von uns als mit mir selbst hätte ich nicht beiwohnen können.
Alpha
Also wen darf ich heiraten?
Politiker
Sehn Sie, Alpha, eigentlich – sind Sie ja verheiratet.
Alpha
Was? Halm?
Politiker
Ja, Apulejus-Halm.
Alpha (von einem zum andren sehend)
Das wagt Ihr mir zu bieten? Halm, diesen Ziegenbock, den ich aus meinem Schlafzimmer gejagt habe, kaum dass ich vom Schreck genesen war, als man meine unerfahrene Jugend an ihn verkuppelte?!
Musiker
Ja, ja, ja; das schätzen wir doch gerade an ihm.
Alpha
Was?
Musiker
Dass er sich jagen lässt.
Gelehrter
Er hat sich als wirklich treuer Freund erwiesen, jetzt seit diesem Vorfall mit Bärli; er war unermüdlich und aufopferungsvoll bemüht, uns Licht und ein klares Urteil über diesen Herrn Vinzenz zu bereiten, und ihm ist es in der Hauptsache zu danken.
Musiker
Und dann hat er uns auch von sich einiges anvertraut, das ganz famos ist. Er ist, hihi, nein, Alpha, er ist, haha, Ihnen doch gar nicht lästig oder uns ein unangenehmer Gedanke. Er ist doch Frauen gegenüber ein Cherubim?
Politiker
Er hat uns versichert, aus der Wiederaufnahme des Ehebandes in keiner Hinsicht auch nur die geringsten Ansprüche abzuleiten. Wir werden kommen und gehen können wie jetzt, ohne dass er sich um diese geistigen Beziehungen kümmert. Er empfindet bloss den jetzt bestehenden Zustand einer sozusagen »wilden Ehelosigkeit« nicht mit Unrecht als sozial ungeregelt und schädigend für seine gesellschaftliche Position.
Alpha (ratlos)
Also – also, das ist stark …! (sie sieht wie eine Tigerin der Reihe nach ihre Gegner an. Sie ruft) Vinzenz! (Im Nebenzimmer bleibt es totenstill) Ich heirate Vinzenz!
Musiker
Aber der will ja gar nicht, hat uns Halm berichtet.
Alpha
Ich will nicht! Das versteht Ihr nicht. Das geht über Euren Gesichtskreis. (Sie scheint um jeden Preis einen ihre Überlegenheit rettenden Gedanken zu suchen) Bemerken Sie denn überhaupt nicht, dass ich schon ein Hochzeitskleid anhabe?! Einen Augenblick! (Sie läuft aufgeregt aus der Türe)
Musiker (wackelt bedauernd mit dem Kopf; auch alle andern bedauern wackelnd die Überreiztheit Alphas)
Der Gegensatz gegen das bürgerliche Leben, es ist doch der Gegensatz, vergessen Sie das nie, meine Herrn, der es uns antut, die wir selbst nicht das Gewöhnliche sind.
Alpha (zieht die Freundin herein. Auf ihr eigenes schwarzes Kleid weisend)
Ist dies ein Hochzeitskleid?
Freundin
Ja, das ist ein Hochzeitskleid.
Alle
Aber das ist ja ein Trauerkleid!
Alpha
Ja, das ist auch ein Trauerkleid.
Politiker
Aber Sie haben doch gar nicht Trauer.
Alpha
Für Bärli.
Gelehrter
Aber Bärli ist doch gar nicht gestorben.
Alpha
Deshalb traure ich für ihn.
Musiker
Sie wollten ihn also doch heiraten?
Alpha
Wer sagt denn das?
Alle
Nun, Sie trauern um ihn.
Alpha
Ich trauere für ihn.
Alle
Aber ich begreife nicht – Sie sagen, das ist ein Hochzeitskleid? Sie wollen ihn also heiraten?
Alpha
Ohne ihn. Das wäre doch für etwas andre Menschen ganz einfach: Ich bin traurig für ihn.
Gelehrter
Für ihn? Eben sagten Sie doch: ohne ihn?
Alpha
Nun ja, natürlich: für ihn.
Gelehrter
Für? Nicht um?
Alpha
Für! Das heisst: ohne ihn. – Sie verstehn also noch immer nicht, dass ich ohne ihn für ihn traure? Ich bin für ihn so traurig, als ob er sich und mich aus Leidenschaft getötet hätte, weil ich ihn nicht heiraten wollte. Weil er es nicht getan hat. Ohne ihn.
Gelehrter (für alle)
Aber ich begreife nicht, wo der Sinn liegt?
Alpha
Ohne i–i–ihn!!!
Gelehrter
Aber Sie sagten doch, dass dies ein Hochzeitskleid sei. Wen wollen Sie denn nun eigentlich heiraten?
Alpha
Liebste, sie verstehn nicht! Sie verstehn nicht einmal ein Kleid. Sie denken so eindeutig. Wenn ich sage, das Schwarze ist weiss, dann ist es eben weiss für meine Seele. Und Bärli ist tot für meine Seele. Und ein Trauerkleid ist ein Hochzeitskleid. Und Sie insgesamt sind auch grenzenlos tot! Nicht wahr, Liebste, sie würden nie begreifen, wie tief die Ohnmacht deiner Neigung gerade deshalb ist, weil du kein Mann bist –
Freundin
Ach, Alpha, die undeutlichsten Träume sind die schönsten!
Alpha (schlingt einen Arm um die Freundin)
Ihre plumpen Köpfe glauben, zur Liebe muss ein Mann gehören, und zu einem Mann, wenn er ein paar Tage bei mir wohnt, muss – muss!: – wie primitiv! Sie verstehn nicht, wie grenzenlos verbrecherisch es ist, dass sie mich nicht verstehn! Wir wollen es sie aber lehren, indem Vinzenz solange hier neben uns bleiben mag, als er will.
Alle (Bewegung)
Politiker
Ja; also dann –!
Alle
Dann –?
Musiker
Es ist nicht schön von Ihnen, Alpha, dass Sie Ihre erprobten Freunde –
Politiker
Einem Landstreicher opfern!
Alpha (an der Brust der Freundin)
Sie verstehn noch immer nicht, dass man sie nicht braucht. Sie beleidigen mich durch ihren Schutz. (Sie deutet ihnen bloss zornig mit dem Fusse, dass sie gehn sollen, von Eigensinn geschüttelt)
Freundin
Aber Alpha! Das wusste ich ja gar nicht? Alpha! Hast Du es Dir überlegt?
Alpha (zornig verweint)
Was?
Freundin
Du willst wirklich wegen Vinzenz –?
Alpha
Was? Was?
Freundin
Nichts.
Alpha
Was weisst Du? (Die Freundin streichelt sie immer zärtlicher) Du weisst etwas?! (Fasst sie fragend an den Schultern)
Freundin (plötzlich von Liebe, Scham, Reue überwältigt, fällt ihr erst um den Hals, sinkt dann vor ihr in die Knie)
Er ist Deiner nicht würdig! … Er ist ein Verführer …!
Alpha (macht sich kalt los)
Du? – Du hast – etwas mit ihm gehabt?
Freundin (auf den Knien)
Du weisst, es ist meine Schwäche! … Aber er … er …
Alpha
Pfui … Oh, bist Du mir widerwärtig. Wie ein nasser Fetzen, der sich jedem Mann anklatscht. Und am Ende noch dazu hier? Hier?
Freundin
Es war so – Es war soviel Menschenliebe dabei. Es fing so allgemein an …! (Sie umfassend) Verzeih mir. Verzeih! Ich liebe Dich ja so!
Alpha (ihr plötzlich in die Haare fahrend, ins Gesicht schlagend, usw.)
So liebst Du mich, so!!! (Sie ringen)
Freundin (wimmernd)
Bitte, bitte, ich liebe Dich so …
(Alle sind aufgesprungen, wollen trennen, werden beinahe umgerissen, es ist unzweifelhaft keine schöne Szene. Von dem Lärm herbeigerufen, ist Vinzenz aus dem Nebenzimmer eingetreten. Freundin am Boden. Alpha verstört abseits kniend)
Alpha
Ich schäme mich … (Von einem zum andren sehend) Oh, was denken Sie von mir –? (Sie ist nahe daran, verzweifelt in Weinen auszubrechen)
Vinzenz
Nun, was denken Sie, – darf ich es sagen? (Alpha wirft ihm einen hilflosen Blick zu. Die Freundin springt auf und stürzt an Vinzenz’ Brust. Vinzenz legt sie dem Musiker in die Arme) Nur für einen Augenblick! (Zu allen) Ein ungewöhnliches tragisches Talent!
(Alpha sieht ihn an und versteht die Rettung)
Alle (ungläubig)
Das war gespielt?
Vinzenz
Nun selbstverständlich. (Er hilft Alpha auf. Dabei zur Freundin) Sie müssen verzeihen, Sie konnten wegen der Natürlichkeit nicht verständigt werden. (Zu allen) Es gibt nichts, wie Sie wissen, wofür Alpha nicht übernormale Begabung hätte, aber man verlangte eine Probe. Es war gefordert, dass sie den nächstbesten geringfügigen Anlass zu einer »Szene« ausgestalten solle. Denn wir benützen nur Szenen, die aus dem Leben selbst hervorgehn; nur die haben volle Natürlichkeit. Wir denken sogar daran, mit unsrem Kapital Schicksale so zu beeinflussen, dass wir sie dann aufnehmen können. Kein Berufsschauspielertum mehr! Ich bin nämlich seit einiger Zeit in Verbindung mit dem Film: »Licht und Liebe, Gesellschaft zur Herstellung wahrheitsgetreuer Filmaufnahmen im Rahmen der Gesetze.« Wir dürften soeben in Alpha eine verblüffende Kraft gewonnen haben.
Alpha
Eines ist wahr: unsre Filmschauspielerinnen haben zu wenig Menschlichkeit, es sind banale Fratzen.
Vinzenz
Und was gewöhnlich in der Wirklichkeit geschieht, gehört bestenfalls ins Kino.
Politiker
Aber Licht und Liebe? Das ist eine Erfindung! Das ist ja der Name einer Missionsgesellschaft!
Vinzenz
In der Tat? Möglich. Aber Sie müssen zugeben, dass es auch ein fabelhafter Titel für ein Filmunternehmen ist.
Musiker (zu Vinzenz)
Und Sie? Und wir?
Politiker (zuckt die Achseln und schickt sich zum Gehn an)
Musiker
Und die Heirat? Und Halm?
Vinzenz
Ich hoffe.
Alpha (die sich inzwischen gefasst hat)
Ihr seid mir alle grenzenlos gleichgiltig. Ihr seid alle geistig gestorben für mich. Auch Vinzenz.
Vinzenz
Wir dürfen hoffen. Sie misstraun mir mit Unrecht. Es wird sich klären. – Aber lassen wir vorläufig die beiden Künstlerinnen allein. (Er begleitet die Freunde zur Tür hinaus. Alpha und die Freundin haben währenddessen vor dem Spiegel Haar und Toilette wieder geordnet)
Freundin (ängstlich)
Du warst so roh … (Heimlich) Aber Du hast mich so begeistert!
Alpha
Wir müssen uns aussprechen. Ich habe mich ja seltsam benommen. Es war sogar etwas sehr Seltsames … Du darfst natürlich nicht glauben –: Wenn Du Vinzenz willst –? Mir hat er nie viel bedeuten können.
(Vinzenz kehrt vorsichtig, nach der Stimmung spähend, zurück; Überrock und Hut, Köfferchen in der Hand)
Freundin
Ach, Du bist mir ja jetzt erst nahe gekommen!
Alpha
Wir werden also heut abends sprechen. Hier ist der Schlüssel. Warte – (Sie sucht vergeblich nach einem Schlüssel. Vinzenz legt still den seinen ihr vor die Hand. Freundin nimmt den Schlüssel und geht rasch, ohne Vinzenz anzusehn, ab)
Vinzenz
Also jetzt soll ich wohl auch gehn?
Alpha (beginnt wieder unruhig auf und ab zu gehn wie in der ersten Szene)
Du brauchst Dir nicht einzubilden, dass ich Dir etwas nachtrage. Soll ich Dir mit etwas aushelfen? Du hast ja schliesslich Deine Stellung verloren, während Du bei mir warst.
Vinzenz
Gib mir die Hand. (Er hält ihr die seine hin) Es hat mich doch recht angestrengt, das Wiedersehn mit meiner Seele.
(Alpha nimmt nicht die dargereichte Hand. Vinzenz geht zum Spiegel und bürstet nachdenklich seine Haare)
Vinzenz
Aber wenn ich Dir zum Abschied etwas raten darf: Ruf diese netten Herrn wieder zurück.
Alpha
Das hat ein Ende! Das muss ein Ende haben!
Vinzenz
Schau! (Er hält ihr die Bürste an beiden Enden und mit allen Borsten hin) So viele Enden! Erinnerst Du Dich nicht mehr?
Alpha
Wenn alles an Dir so treu wäre wie Dein Gedächtnis für die Fehler andrer, dann wäre es nicht so weit gekommen.
(Sie nimmt ihm die Bürste aus der Hand und setzt ihren Weg wieder fort)
Vinzenz
Ach, liebe Alpha, es handelt sich um andres, schau!
(Er zeigt ihr etwas, das er noch immer zwischen den Händen hält)
Alpha
Was?
Vinzenz
Das Ende ist das letzte: ein weisses Haar.
Alpha (nimmt es ihm schnell aus der Hand)
Das ist von meiner Freundin.
Vinzenz
Vielleicht ist es von mir. Das nächste wird von Dir sein. Man kommt in die Jahre, man kann nicht ewig das Kindchen bleiben und sagen, die Welt müsste anders sein, als sie ist. (Sanft melancholisch) Lass mich nicht mit einer Unaufrichtigkeit scheiden: Du glaubst natürlich auch, dass ich ein Hochstapler bin? Aber es ist nicht wahr.
Alpha (bleibt stehn)
Warum willst Du noch zum Abschied lügen?
Vinzenz
Aber um Gotteswillen, nein. Du denkst auch, ich sei im Zuchthaus gesessen, ich treibe mich mit Mördern und Frauenzimmern herum und spiele? Ich will Dir die lautere Wahrheit sagen: In Wahrheit lebe ich wie jeder andre. Ich langweile mich, verbringe meine freien Stunden im Kino, im Variété oder bei einem bescheidenen bürgerlichen Skat, gehe ins Theater, in Kunstausstellungen und langweile mich auch dort, lebe mein Leben, wie es jeder andre anständige Mensch tut, ohne das Bewusstsein, seine Ursache zu sein, und ohne Melodie, Richtung, Rausch, Tiefe. Das einzige, was ich voraus habe, ist, dass ich keinen rechten Beruf besitze, weshalb ich das vielleicht ein bisschen freier durchschaue als andre.
Alpha
Du bist kein schlechter Mensch?
Vinzenz
Leider nein. Ich will freilich nicht sagen, dass ich gar kein Talent dazu hätte –
Alpha
Eben. (Sie nimmt ihren Weg wieder auf, bleibt aber gleich nochmals stehn) Wozu hat man nicht Talent! Aber man kann es nicht gelten machen!
Vinzenz
Du sagst es. Du hast wirklich vorhin viel mehr Talent zur Leidenschäft verraten, als selbst ich Dir zugetraut hätte. Aber wie kommt man über das Talent hinaus? Ich sage Dir: nur durch Talentlosigkeit, durch Arbeit, Ernstnehmen und das andre Unangenehme; Geist kann sich ja nur als Abweichung vom Ungeist bemerkbar machen, und dem Talent fehlt ohne entsprechende Beschränktheit sozusagen der Ernst. Es ist besser, man nimmt seine Talente nicht ernst.
Alpha
Dir fehlt der Ernst für Dich selbst! – Ich habe Dir schon gesagt, dass Du geistig tot bist für mich: aber warum hast Du damals, ich spreche jetzt von der Vergangenheit, warum hast du damals, als ich Dir gesandt war, nicht den Mut zu Deinem Ernst gefunden?!
Vinzenz
Es läutet! (Er schickt sich an zu öffnen)
Alpha
Antworte! (Es läutet abermals, sehr energisch)
Vinzenz
Aber Liebe zwischen zwei Menschen von Bedeutung ist doch keine Privatangelegenheit. (Er läuft hinaus. Zurückkehrend) – Sondern ihr Gesamtverhältnis zur Welt! Ich kann Dir nur raten: Mach deinen Frieden mit der Welt. Schau, er hat einen Blumenstrauss.
(Apulejus-Halm ist eingetreten, sorgfältig gekleidet und einen Blumenstrauss in der Hand. Sein Auftreten ist sehr gehalten und sicher)
Alpha
Warten Sie! Du bist ein Defektgenie! Ich nicht!!!