Kitabı oku: «Tristan und Isolde», sayfa 6

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VIII. Die Schwertleite.

So griffen Rual und Tristan

Ihre Sache weislich an

Und brachten sie auch so zu Stand.

Sie erwarben Harnisch und Gewand

Binnen dreißig Mondestagen,

Das dreißig Ritter sollten tragen,

Die der höfsche Tristan

Zu Gesellen sich gewann.

Wer mich nun fragt nach ihrem Kleid

Und seiner Pracht und Zierlichkeit

Und wies zu Stande ward gebracht,

So bin ich kurz hierin bedacht.

Die Märe, sag ich, meldet das;

Sagt' ich anders ihm etwas,

So widersprech er mir nur laut

Und sage was uns mehr erbaut.

Zugeschnitten war ihr Kleid

Aus viererlei Vortrefflichkeit,

Und jedes dieser viere that

Das Beste zu dem Ritterstaat.

Das eine das war hoher Muth,

Das andre das war volles Gut,

Das dritte war Verständigkeit,

Die jene zwei zerschnitt zum Kleid:

Das vierte höfscher Sinn und Muth,

Der nähte allen dreien gut.

So trug ein Jedes dieser vier

In eigner Weise bei zur Zier:

Der hohe Muth begehrte,

Das volle Gut gewährte,

Zurechte schnitts Verständigkeit,

Höfscher Sinn vollbrachte dann ihr Kleid

Und alle andere Zier,

Couvertüre wie Banier

Und was noch bei dem Schwertgeleit

Jungen Rittern ist bereit.

Was das Ross und was den Mann

Als ritterlich erweisen kann,

Das Zeug war reich und wonniglich,

So reich, daß auch kein König sich

Der Zierde dürfte schämen,

Das Schwert darin zu nehmen.

Nun die Gesellen sind bereit

Mit angemeßnem Schmuck und Kleid,

Wie stell ich nun mein Sprechen an,

Daß ich den werthen Tristan,

Meinen Helden, so bereite

Zu seiner Schwertleite,

Daß man es gerne vernähme

Und der Märe wohl zu Statten käme?

Ich weiß nicht wie ichs also sage,

Daß es gefalle und behage

Und dieser Märe lieblich steh,

Denn zu meiner Zeit und eh

Ward so mit Kunst schon und Bedacht

Von Zier gemeldet und Pracht

Und reichem, köstlichem Gewand,

Hätt ich zwölffach den Verstand,

Den ich nur einfach habe,

Zwölffache Dichtergabe,

Und wär mir so gelungen,

Daß ich zwölf Zungen

Im Munde trüg, und reden

Könnte mit einer jeden

Wie ich mit der einen kann,

Doch wüst ichs nicht zu fangen an,

Daß ich von Gepränge

So Gutes sagt' und sänge,

Daß nicht schon Beßres ward gesagt.

Ja was an Ritterzier behagt

Ist so mannigfach beschrieben

Und ist mit Reden so zertrieben,

Daß ich davon nicht reden kann,

Daß sich ein Herz erfreue dran.

Herr Hartmann der Auwäre,

Ahi, wie der die Märe

So außen als auch innen

Mit Worten und mit Sinnen

Durchfärbet und durchschmücket!

Wie seine Rede zücket

Auf der Aventüre Sinn!

Wie hell und klar von Anbeginn

Sind seine Wörtlein von Krystall

Und bleiben es auch immer all!

Mit Sitten treten sie heran

Und schmiegen nahe sich uns an

Und gelieben sich dem reinen Muth.

Die gute Rede für gut

Nehmen und verstehen können,

Die müßen Dem von Aue gönnen

Den Kranz und seinen Lorberzweig.

Wer aber einem Hasen gleich

Auf der Worthaide

Hohe Sprüng und ferne Waide

Mit Würfelworten sucht und jagt

Und ohne daß er Andre fragt

Das Lorberkränzlein sich verficht,

Der versäume unsre Stimmen nicht;

Wir sind immer bei der Wahl gewesen.

Wir, die die Blumen helfen lesen,

Womit durchflochten und geschmückt

Das Lorberreis wird aufgedrückt,

Wir fragen nach des Manns Begehr;

Will er das Reis, so tret er her

Und bring uns seiner Blumen Zier:

An den Blumen dann erkennen wir,

Ob sie den Kranz so lieblich schmücken,

Daß sich der Auer vor ihm bücken

Und ihm das Reis soll zugestehn.

Doch weil noch Keiner ward gesehn,

Dem es so wohl steht zu Gesicht,

Helf Gott, so nehmen wirs ihm nicht;

Und soll das Kränzlein Keiner haschen,

Seine Worte sei'n denn wohl gewaschen

Und eben seine Red und schlicht,

Daß man den Hals nicht drüber bricht,

Wenn man aufrecht kommt gegangen,

Nicht will mit Hahnenschritten prangen.

Doch Die in Mären wildern,

Uns wilde Märe schildern,

Die mit den Ketten klirren

Und stumpfen Sinn verwirren,

Die Gold aus schlechten Sachen

Den Kindern wollen machen,

Die ihre Büchse rütteln,

Statt Perlen Staub entschütteln,

Die möchten schatten mit der Stange,

Nicht mit dem grünen Laubbehange,

Mit Zweigen noch mit Ästen.

Ihr Schatte thut den Gästen

Gar selten an den Augen wohl,

Wenn ich die Wahrheit sagen soll;

Er füllt uns nicht mit Muth die Brust,

Er gießt ins Herz uns keine Lust;

Ihre Rede hat die Farbe nicht,

Die froh zu edeln Herzen spricht.

So wilder Märe Jäger

Müßen Ausleger

Mit ihren Mären laßen gehn:

Wir können so sie nicht verstehn

Wie man sie lesen hört und liest

Den Klugen auch die Zeit verdrießt,

Daß er im schwarzen Buche

Nach der Glosse suche.

Noch sind der Farbenmeister mehr:

Von Steinach Herr Blickher

Freut mit Worten, wonnesamen,

Als stickten Fraun sie, die am Rahmen

In Gold und Seide wirken;

Man sollte sie durchzirken

Mit griechischen Borten.

Er hat die Fülle von Worten;

Seinen Sinn, den reinen,

Ich mein, ihn haben Feinen

Wunderbar gesponnen

Und haben ihn im Bronnen

Geläutert und gereinet:

Er ist fürwahr gefeinet.

Seine Zunge mit den Harfensaiten,

Die hat zwei volle Seligkeiten:

Das ist der Sinn, das ist das Wort;

Die harfen mit einander fort

Ihre Mär in seltnem Preise.

Derselbe Wortweise,

Nehmet wahr wie der dabei

An dem Vorhang Wunder mancherlei

Mit der Kunst der Red entwirft

Und die Meßer in die Lüfte wirft

Mit behendiglichen Reimen!

Wie kann er Reime leimen,

Als ob sie so gewachsen sein!

Es ist auch noch der Glaube mein,

Er müße Buch und Buchstaben

Für Federn angebunden haben,

Denn seine Worte, nehmt nur wahr,.

Fliegen, schweben wie der Aar.

Wen soll ich ferner auserlesen?

Noch viele sind, und sind gewesen,

An Sinn und Rede wonniglich.

Von Veldeck Herr Heinrich,

Der sprach aus vollem Sinne!

Wie wohl er sang von Minne!

Wie schön ist seines Sinnes Hülle,

Als hätt er seiner Weisheit Fülle

Aus dem Quell des Pegasus genommen,

Von dem die Weisheit all ist kommen.

Ich hab ihn selber nicht gesehn,

Die Besten aber gestehn,

Die da in seinen Jahren

Und seither noch Meister waren,

Die geben all ihm Einen Preis:

Er impfte das erste Reis

In unsrer deutschen Zungen:

Davon sind Äst entsprungen,

Von welchen Blüthen kamen,

Denen sie die Zier entnahmen

Zu jedem meisterlichen Funde.

Seitdem nun ward diese Kunde

So weithin verbreitet,

So mannigfach geleitet,

Daß Alle, die nun sprechen,

Sich da die Fülle brechen

Von Blüthen und von Reisen,

An Worten und an Weisen.

Der Nachtigallen ist noch viel,

Davon ich hier nicht sprechen will:

Sie gehören nicht zu diesem Reigen.

Drum will ich Andres gern verschweigen

Als was ich immer muß gestehn,

Daß sie Alle recht ihr Amt versehn

Und singen wohl zu Preise

Ihre süße Sommerweise.

Ihr Sang ist lauter und ist gut:

Er gibt der Welt viel hohen Muth

Und thut so recht von Herzen wohl.

Die Welt wär Überdrußes voll,

Die Weile würd uns Allen lang

Ohne den lieben Vogelsang.

Der mahnt und mahnte stäts den Mann,

Der je zur Freude Muth gewann,

Viel Lieb- und Gutes zu beginnen;

Läßt ihn zu Manchem Muth gewinnen,

Das sanft den edeln Herzen thut;

Er weckt ihm freundlichen Muth.

Es erneut den jugendlichen Drang,

Wenn der süße Vogelsang

Der Welt von ihren Freuden spricht.

Nun vergeßt der Nachtigallen nicht:

Die sind ihr Amt zu thun bereit

Und können all ihr sehnlich Leid

So wohl besingen und besagen.

Welche soll das Banner tragen?

Seit die Hagenauerin,

Der ganzen Schar Geleiterin,

So der Welt verstummen muste,

Die aller Töne Hauptkunst wuste,

Und ihr Siegel auf der Zunge trug.

An die gedenk ich oft genug,

Woher von ihren Tönen

Den süßen, den schönen,

Sie so Viele hab entnommen,

Daß ihr das Wunder sei gekommen

So mancher Wandlung, mancher Weisen.

Des Orpheus Zunge, des weisen,

Entscholl wohl ihrem Munde

Mit aller Töne Kunde.

Da nun die Welt sie nicht mehr hat,

So geb uns Einer guten Rath

(Das thät ein selger Mann fürwahr):

Wer leitet nun die liebe Schar,

Wer weiset dieß Gesinde?

Mich dünkt, daß ich sie finde,

Die nun das Banner führen soll:

Ihre Meisterin die kann es wohl,

Die von der Vogelweide.

Hei, wie die über Haide

Mit hoher Stimme klingen kann

Und wunderhoch sich schwingen kann!

Wie fein sie organieret,

Ihr Singen wandelieret!

Sie thut es, mein ich, in dem Ton,

Der da schallt vom Berge Citheron,

Wo die Göttin Minne

Gebeut von hoher Zinne.

Die ist am Hofe Kämmrerin,

Die sei der Schar Geleiterin,

Die kann den Weg ihr weisen wohl,

Die weiß wohl, wo sie suchen soll

Der Minne Melodieen.

Sie und Die da mit ihr ziehen,

Die mögen immer singen,

Daß sie zu Freuden bringen

Ihr Trauern und ihr sehnlich Klagen;

Das geschehe noch in meinen Tagen.

Der Worte legt' ich genug

Von guter Leute Kunst und Fug

Nun gefügen Leuten vor,

Und unbereit noch wie zuvor

Ist Tristan zu der Schwertleite.

Ich weiß nicht wie ihn bereite:

Der Sinn getraut sich nicht dazu

Und die Zunge weiß nicht was sie thu,

Verlaßen von des Sinnes Rath,

Der ihr das Amt verliehen hat;

Doch was sie irrt, die Beiden,

Das kann ich euch bescheiden.

Die Zwei hat das geirret,

Was tausend Andern wirret:

Dem Mann, der nicht wohl reden kann

Kommt dem ein wohlberedter Mann,

So erlischt ihm auch die Kunde,

Die er noch hatt, im Munde.

Ich glaube, so ist mir geschehn.

Ich seh und habe nun gesehn

So manchen redekundgen Mann,

Daß Alles was ich reden kann

Mich ein Nichts dünkt, im Vergleich

Mit diesen, die so redereich.

Man spricht so schön seit manchem Tag,

Daß ich mit vollem Grunde mag

Meiner Worte nehmen wahr,

Ob sie so lauter sind und klar

Als ich wollte daß sie wären,

Hör ich fremder Leute Mären,

Und als ich Rede finden kann

Wohl bei manchem andern Mann.

So weiß ich nicht, wie ichs beginne:

Meine Zunge, meine Sinne

Mögen hierzu nicht frommen;

Die Furcht hat mir genommen

Mitten aus dem Munde,

Die ich besaß, die Kunde.

Nun weiß ich nichts hierbei zu thun,

Ich thäte denn das Eine nun

Was Niemand mich hat thun gesehn.

Meine Bitt und mein inbrünstig Flehn

Will ich zuerst nun senden

Mit Herzen und mit Händen

Hin zu dem Helikone,

Zu dem neunfalten Throne,

Von dem die Bronnen fließen,

Aus dem die Gaben sprießen

Der Worte wie der Sinnen.

Der Wirth, die neun Wirthinnen,

Apoll und die Camenen,

Der Ohren neun Syrenen,

Die da bei Hofe spenden

Gnaden aus vollen Händen

Dem, der ihre Gunst gewonnen:

Die gaben ihrer Sinne Bronnen

In solcher Fülle Manchem schon,

Daß sie einen Tropfen mir davon

Mit Ehren nicht versagen.

Mag ich nur den erjagen,

So behaupt ich meinen Platz da wohl,

Wo der Dichter ihn behaupten soll.

Der Tropfen, den ich so empfieng,

Der ist auch nicht so gar gering,

Er mag mir wieder richten,

Zurechterichtend schlichten

Sowohl die Zunge wie den Sinn,

An denen ich entrichtet bin.

Meine Worte, die so zierlos stehn,

Laß er durch den Tiegel gehn

Der camenischen Sinne

Und schmelze sie darinne

Zu wunderbarer Reine,

So rein wie das feine

Gold ist der Araben.

Die Spender solcher Gaben

Des wahren Helikones,

Des obersten Thrones,

Dem solche Wort' entspringen,

Die durch die Ohren klingen

Und in die Herzen lachen,

Das Gedicht durchleuchtend machen

Wie Edelstein und Gimme,

Die mögen meine Stimme

Und meine Bitt erhören

In ihren Himmelschören

Und laßen mich den Wunsch empfahn.

Nun setzt, dieß Alles wär gethan,

Daß mir die Fülle wär gewährt

An Worten, wie ich sie begehrt,

So hab ich also vollen Hort,

Versüße jedem Ohr mein Wort,

Jedem Herzen kommt mein Schatte

Von dem grünen Lindenblatte;

Auch ebn ich so der Rede Schritt,

Daß ich ihr bei jedem Tritt

Die Straße räum und fege,

Und auf keinem ihrer Wege

Ein Stäublein laße noch so klein,

Das nicht vertrieben müste sein,

So daß sie nur auf grünem Klee

Und auf lichten Blumen geh:

So bring ich dennoch meinen Sinn

Seht, wie kleingemuth ich bin!

Kaum oder nimmer an das Ziel,

An dem der Andern schon so viel

Sich Preis erwarben in Gedichten:

Fürwahr, ich muß darauf verzichten.

Und kehrt' ich alle meine Kraft

Auf Zier und Schmuck der Ritterschaft,

Wie, weiß Gott, Mancher hat gethan,

Und sagt', es habe Gott Vulcan,

Der weise, vielbekannte,

In jeder Kunst gewandte,

Tristans Schwert und Panzerkleid,

Stahl, Hosen und all das Geschmeid,

Womit ein Ritter wird versehn,

Durch seine Hände laßen gehn;

Schön und nach meisterlichen Sitten

Ihm entworfen und geschnitten,

Dem Degen kühn und milde,

Den Eber auf dem Schilde,

Wie er ihm auch den Helm entwarf

Und oben drauf, so heiß und scharf

Als der Minne Qualen,

Der feurgen Pfeile Stralen,

Und Manches noch, das wunderbar

Und wie nach Wunsch zu schauen war,

Bildete dem jungen Mann;

Wie Jungfrau Kassandra dann,

Jene weise Trojerin,

All ihre Kunst und allen Sinn

Ganz allein darauf gewandt,

Daß sie Tristans Gewand

Bereite und schmücke

Zu einem Meisterstücke

Der Kunst, so auserlesen

Als Sie im Stand gewesen,

Deren Geist im Himmel, wie man meint,

Von den Göttern ward gefeint –

Was hätte das viel andre Macht

Als wie ich es vorher erdacht,

Da ich Tristans Geleite

Versah zu seiner Schwertleite?

Stimmt ihr meiner Meinung bei,

Ich will nicht bergen wie die sei:

Hoher Muth und volles Gut,

Wer zu den Zwein Geräthen thut

Bescheidenheit und höfschen Sinn,

Die Vieren wirken immerhin

So viel und gut als Einer kann.

Ja nicht Kassandra noch Vulcan

Möchten Ritter beßer rüsten

Als es diese Viere wüsten.

Da nun die vier genannten Kräfte

So tüchtig sind zu dem Geschäfte,

Das Schwertgeleit zu zieren,

Befehlen wir den vieren

Unsern Freund Tristanden.

Die nehmen ihn bei Handen

Und schmücken uns den jungen Mann

(Da es nicht beßer werden kann)

Mit dem Gezeug und mit dem Schnitt

Wie sein Geleit auch bei dem Ritt

Geschmückt ist und bereitet.

So sei Tristan geleitet

Zu Hof und auch zum Ringe:

Er ist in jedem Dinge

Den Gesellen ebengleich,

Eben zierlich, eben reich;

Ich meine nur an dem Gewand,

Das da nähte Frauenhand,

Nicht an dem angebornen Kleid,

Das des Herzens Kammer leiht,

Was sonst sie heißen edeln Muth,

Der den Mann macht wohlgemuth

Und adelt Leib zumal und Leben:

Dieß Kleid ward ihm gar schön gegeben;

Den Gesellen nicht das gleiche.

Ja, weiß Gott, der muthesreiche,

Der ehrbegierge Tristan

Legt' erlesne Kleider an,

Die von Ansehn und von Zier

Nicht ihres Gleichen hatten hier.

Er übertraf an schönen Sitten

Und Zucht sie All, die mit ihm ritten;

Nur allein an dem Gewand,

Das da nähte Frauenhand,

War kein Unterschied des Kleids:

Das trug der Hauptmann des Geleits

Den Andern eben schlecht und gut.

Nun war der Jüngling reich an Muth,

Der Vogt von Parmenîe

Und seine Messenîe

Mit ihm ins Münster gekommen

Und hatten Messe vernommen

Und empfangen auch den Segen

Wie Brauch ist allerwegen.

Herr Marke nahm Tristanden,

Seinen Neffen, da zu Handen,

Und legt' ihm Schwert und Sporen an.

»Sieh«, sprach er, »Neffe Tristan,

Nun dir dein Schwert gesegnet ist

Und du zum Ritter worden bist,

So bedenke was den Ritter preist,

Und auch dich selber, wer du seist,

Und hab vor Augen allezeit

Deine Geburt und Edelkeit.

Sei an Demuth unbetrogen,

Sei wahrhaft und wohlgezogen,

Sei den Armen hold und gut

Und mit den Reichen hochgemuth.

Laß deinen Leib in Würde schaun;

Ehr und minne alle Fraun.

Sei immer mild und immer treu,

In Mild und Treue täglich neu,

Und mein Ehrenwort verpfänd ich dir,

Daß Gold und Zobel nicht die Zier

Dem Sper bringt und dem Schilde

Wie Treue thut und Milde.«

Hiemit bot er den Schild ihm dar,

Küsst' ihn und sprach: »Nun, Neffe, fahr

Und gebe Gott nach seiner Kraft

Dir Heil zu deiner Ritterschaft:

Sei immer höfisch, immer froh.«

Da versorgte Tristan eben so

Die Gefährten Mann für Mann,

Wie ihm der Oheim gethan

Mit Sper und Sporn und Schilde.

Demuth, Treue, Milde,

Die legt' er eines Jeden Kür

Mit sinnreicher Lehre für.

Dann aber ward nicht lang verweilt,

Zum Ritt und Buhurd geeilt

Ward, das glaubet auf mein Wort.

Doch wie sie sich getummelt dort,

Wie sie mit Schäften stachen,

Und wie manchen sie zerbrachen,

Das mögen die Garzone sagen,

Die sie zusammen halfen tragen:

Ich bin ihr Buhurdieren

Nicht da zu bekroijieren.

Doch zu Einem Dienst erbiet ich mich:

Ich wünsche ihnen williglich,

Daß sich ihr aller Ehre

In allen Dingen mehre

Und ihnen ritterliches Leben

Zur Ritterschaft Gott möge geben.

IX. Vaterrache.

Trug jemals Einer stätes Leid

Bei währender Glückseligkeit,

So trug Tristan dieß stäte Leid

Bei währender Glückseligkeit

Wie ich euch nun bescheiden will:

Ihm war ein volles Maß und Ziel

Verliehn in zweien Dingen,

Im Leid und im Gelingen.

Denn Alles, was er nur begann,

Gelingen fand er stäts daran

Und war doch immer Leid dabei.

Wie ungleich dieses jenem sei,

Doch waren diese Gegenstücke,

Stätes Leid zu stätem Glücke

Gesellet bei dem einen Mann.

»So helfe Gott euch, sagt uns an:

Tristan hat nun das Schwert genommen,

Und ist zu reichem Glück gekommen

Mit ritterlicher Würdigkeit:

Laßt hören, welche Art von Leid

Er hat bei solchem Glücke?«

Weiß Gott, in Einem Stücke,

Das stäts mit Leid ein Herz befieng

Und auch dem seinem nahe gieng:

Daß ihm der Vater war erschlagen,

Wie er den Marschall hörte sagen,

Das that ihm weh in seinem Muth.

Also war Übel da bei Gut,

Bei Gewinn Verlust, bei Liebe Leid;

So geschieht es Manchem jederzeit.

Es zweifelt Niemand daran,

Es liegt bei dem jungen Mann

Haß dem Herzen näher an,

Als bei einem reifern Mann.

Über aller neuen Würdigkeit

Schwebte Tristan stäts das Leid

Und das verborgne Ungemach,

Von dem er keiner Seele sprach,

Das ihm Riwalinens Tod

Und Morganens Leben bot;

Mit Sorgen lag dieß Leid ihm an.

Der sorgenvolle Tristan

Und sein getreulicher Rath,

Der den Namen von der Treue hat,

Der tugendreiche Foitenant,

Rüsteten alsbald am Strand

Mit allem Zeuge, das da Noth

Und das ihnen sich die Fülle bot,

Eine herrliche Barke:

So kamen sie vor Marke.

Tristan sprach: »Lieber Herre mein,

Es soll mit euern Hulden sein,

Daß ich nach Parmenîe fahr

Und nach euerm Rathe nehme wahr,

Wie es uns da sei bewandt

Um die Leut und um das Land,

Von dem ihr sprechet, es sei mein.«

Der König sprach: »Freund, das soll sein.

Wie schwer ich dein auch mag entbehren,

Die Bitte will ich doch gewähren.

Fahr heim gen Parmenîe

Mit deiner Massenîe:

Und bedarfst du noch der Ritter mehr,

Die nimm nach Willen und Begehr.

Nimm dir Rosse, Silber, Gold

Wie dus bedarfst, ich bin dir hold,

Und was du brauchst, des nimm genug.

Wen du dir gesellst beim Zug,

Dem biet es so mit Gute

Und geselliglichem Muthe,

Daß er gern dein Diener sei

Und dir mit Treue stehe bei.

Viel lieber Neffe, leb und thu

Wie dir dein Vater räth dazu,

Der getreue Rual, der hier steht,

Der große Treu an dir begeht,

Und immer hat an dir begangen.

Und läßt dich Gott den Wunsch erlangen,

Daß du Alles wohl verrichtest

Und deine Sache schlichtest

Nach Frommen und nach Ehren,

So sollst du wiederkehren;

Kehre wieder her zu mir.

Ich gelob und leist es dir,

Meine Treu empfang in deine Hand,

Daß ich dir mein Gut und Land

Zu gleichen Stücken theile;

Und lägs an deinem Heile,

Daß du mich solltest überleben,

Seis ganz zu eigen dir gegeben,

Denn ich denke mir um deinetwegen

Ein ehlich Weib nicht beizulegen

So lang ich immer leben soll.

Neffe, nun vernahmst du wohl

Meine Bitt und meinen Sinn.

Bist du mir hold wie ich dir bin,

Trägst mir ein Herz wie ich dir trage

Weiß Gott, wir wollen unsre Tage

Zusammen fröhlich hier verleben.

Urlaub sei dir hiemit gegeben.

Der Sohn der Magd der hüte dein!

Und laß dir wohl befohlen sein

Dein Geschäft und deine Ehr.«

Es säumte sie nichts länger mehr:

Tristan und sein Freund Rual

Schifften hin von Cornewal,

Sie und die Massenîe

Heim gegen Parmenîe.

Hättet ihr nun gern vernommen,

Wie diese Herren da sind willkommen,

Ich sag euch, was ich selbst vernommen,

Gern von dieser Herrn Willkommen.

Ihr Führer und Gefährte,

Der in Treue stäts bewährte

Rual trat zuerst ans Land;

Sein Hütlein und sein Gewand

Legt' er höfisch beiseit,

Lief Tristan an mit Fröhlichkeit,

Küsst' ihn und sprach nun: »Herre mein,

Gott sollt ihr willkommen sein,

Euerm Lande dann und mir.

Schauet, Herr, ihr seht wohl hier

Das schöne Land an diesem Meer:

Veste, Städte, starke Wehr,

Und manches schöne Castel

Hat euer Vater Kanel

Erblich auf euch gebracht.

Seid bieder nun und wohlbedacht,

So entgeht euch nichts von dem Gebiet

So weit hier euer Auge sieht:

Dafür zum Bürgen habt ihr mich.«

Mit reichem Herzen freudiglich

Kehrt' er zurück nach diesem Wort

Und empfieng auch die Genoßen dort,

Die Ritter alle, Mann für Mann.

Wieder freundlich hub er an

Mit schönem Wort und süßen,

Sein Salutieren und Begrüßen.

Dann führt' er sie gen Kanoel:

Und jede Stadt und jed Castel,

Die seit Kanelens Jahren

In seiner Pflege waren

In allen den Landen,

Die gab er auf Tristanden

Getreulich nach dem Lehensbrauch;

Die seinigen darunter auch,

Die von den Vordern allen

Ihm waren angefallen.

Was braucht es langer Rede noch?

Rath und Ehre hatt er doch;

So bot er seinem Herren Rath

Als ein Mann, der Rath und Ehre hat.

Und mit ihm all den Seinen.

Das Fleißen und das Peinen,

Das er mit süßem Muthe

Ihnen allen zu Gute

In aller Weise wandt auf sie,

Das sah man noch auf Erden nie.

Wie nun? Wie ist mir denn geschehn?

Hab ich mich selber übersehn?

Wo that ich meine Sinne hin?

Die tugendreiche Marschallin,

Die reine, die stäte,

Meine Herrin Floräte,

Daß ich so lange schwieg von der,

Das kam mir nicht vom Hofe her.

Doch hoff ich es der süßen

Zu beßern und zu büßen.

Die höfische, die gute,

Die weiblich gemuthe,

Die wertheste, die beste,

Ich weiß, daß sie die Gäste

Nicht mit dem Mund allein empfieng;

Denn wie das Wort vom Munde gieng,

Gieng ihm der gute Wille vor.

Nicht höher flög ihr Herz empor

Wär es der Flügel mächtig.

Ihr waren einträchtig

Stäts ihr Wille und ihr Wort,

Ich weiß wohl, daß sie über Bord

Ihr alle beide giengen,

Als sie die Gäste empfiengen.

Die selige Floräte, was

Sie glücklich war im Übermaß,

Als sie ihren Herrn sah und ihr Kind,

Das Kind, des diese Mären sind,

Ihren Sohn Tristanden mein ich!

In Treuen, das bescheidet mich

All die Tugend und die Güte,

Die sie trug im Gemüthe

Wie ich von der Selgen las.

Daß sie beider viel besaß,

Das bewährte sie so wohl

Als ein Weib aufs Beste soll,

Denn sie schuf ihrem Kinde

Und seinem Ingesinde

Solch Gemach und den Empfang,

Keiner fand es beßer lebenslang.

Eines Glaubens bin ich auch so voll,

Daß ichs nicht fester glauben soll,

Von dem höfschen Curvenal:

Daß sein Freund ihm dazumal

Ein willkommner Tristan war;

Des bin ich allen Zweifels bar.

Nach Diesem wurden besandt

Zu Parmenîe im ganzen Land

Die Herren und die Ritterschaft,

In deren Hand die Herschaft

Lag so in Stadt als in Castel.

Als nun die in Kanoel

All zusammen kamen

Und hörten und vernahmen

Von Tristan wahren Bericht

Wie diese Märe von ihm spricht

Und wie ihr selber habt vernommen,

Da flogen tausend Willkommen

Aus eines Jedem Munde.

Leut und Land zur Stunde

Erwachten aus dem langen Leid

Und wandten sich zur Fröhlichkeit,

Daß es ein Wunder war zu sehn.

Sie empfiengen ihre Lehn,

So die Leute wie das Land,

Von ihres Herren Tristan Hand;

Sie schwuren Huld und wurden Mann.

Derweil trug immer Tristan

Die heimlichen Schmerzen

Verborgen in dem Herzen,

Den ihm Morgans Unglimpf lieh.

Dieser Schmerz verließ ihn nie

War es Abend oder Morgen.

Er gieng zu Rath in Sorgen

Mit Freunden drauf und Mannen

Und sprach, zu den Britannen

Zieh ihn sein Verlangen,

Sein Lehen zu empfangen

Aus seines Widersachers Hand,

Damit er seines Vaters Land

Besäße vollen Rechtes froh.

So sprach er und er that auch so.

Er fuhr von Parmenîe

Mit seiner Companîe

Gerüstet und versehn so voll

Als sich Jeder rüsten soll,

Der auf ängstliche That

Den Willen fest gerichtet hat.

Als Tristan gen Britannien kam,

Geschah es, daß er bald vernahm

Und mit Gewissheit hörte sagen,

Morgan, der Herzog, reite jagen

Von Walde zu Walde.

Da hieß er eilen balde;

Die Ritter hielten sich bereit

Und legten unter ihrem Kleid

Den Halsberg an und all ihr Ding;

Doch so, daß sich kein Harnischring

Unterm Wappenrock ließ sehn:

Daran war Tristans Wunsch geschehn.

Darüber legte jeder Mann

Seinen weiten Reifrock an

Und saß alsdann zu Rosse.

Sie geboten ihrem Trosse

An sichre Statt zu reiten

Und mit keinem Feind zu streiten.

Getheilt dann ward die Ritterschar

Und was die größre Stärke war

Für den Rückzug versteckt

Und daß der Tross auch wär gedeckt,

Welchen Wegs der immer fuhr.

Als dieß geschehn war, sah man nur

Dreißig Ritter in der Schar,

Die bei Tristan geblieben war;

Doch jener, die den Rückzug deckten,

Sechzig waren der Versteckten.

Bald fügt' es sich, daß Tristan da

Die Hunde mit den Jägern sah.

Die frug er nach der Märe,

Wo der Herzog wäre.

Das zeigten sie alsbald ihm an

Und ritt er auch sogleich hindann

Und fand nach kurzer Stunde hier

In einem grünen Waldrevier

Viel britischer Barone;

Die hatten Pavillone

Und Hütten auf das Gras geschlagen,

Darum und auch darein getragen

Laub und lichter Blumen viel;

Ihre Hunde und ihr Federspiel

Hatten sie zu Handen.

Sie grüßten Tristanden

Und Die da mit ihm ritten auch

Höfisch nach des Hofes Brauch,

Und sagten ihm aufs erste Wort,

Morgan, ihr Herzog, reite dort

Nicht weit davon in dem Wald.

Da eilten sie dahin alsbald

Und fanden auch Morganen

Und auf Castilianen

Viel der britschen Ritter da.

Als er sie zu sich traben sah,

Empfieng Morgan die Gäste,

Deren Willen er aufs Beste

Deutete, so gut und wohl

Als man Gäste nur empfangen soll.

Das Gleiche that sein Landgesind:

Ein Jeglicher der kam geschwind

Mit seinem Gruß herbeigerannt.

Zuletzt als dieß ein Ende fand,

Daß all ihr Grüßen war gethan,

Zu Morgan hub da Tristan an:

»Herr, wißt, ich kam hieher

Nach meinem Lehn mit dem Begehr,

Daß ihr mir es leiht zu tragen

Und mir nicht wollt versagen

Was ich dem Recht nach haben soll:

So thut ihr höfisch und wohl.«

Morgan sprach: »Herr, saget mir,

Wer seid ihr und wie heißet ihr?«

Tristan sprach da unverwandt:

»Herr, Parmenîe heißt das Land,

Zu welchem ich geboren bin,

Und hieß mein Vater Riwalin;

Ich selber heiße Tristan.«

»Ihr kommt mir, Herr«, sprach Morgan,

»Mit so unnützen Mären,

Daß sie viel beßer wären

Verschwiegen, als hier vorgebracht.

Ich bin der Sache kurz bedacht:

Hättet ihr ein Recht an mir,

Das blieb' euch unverweigert hier;

Euch sollte nichts daran gebrechen.

Wäret ihr es anzusprechen

Ein Mann von ganzen Ehren,

Ich müst es euch gewähren;

Wir wißen aber Alle wohl,

Die Lande sind der Märe voll,

In welcher Weise Blanscheflur

Von Haus mit euerm Vater fuhr;

Zu welchen Ehren sie da kam

Und wie die Liebschaft Ende nahm.«

»Liebschaft, Herr? Wie meint ihr das?«

»Ich sag es euch nun nicht fürbaß,

Doch wie ich sagte, steht es drum.«

»Herr«, sprach Tristan wiederum,

»Versteh ich eurer Zunge Stich,

So meintet ihr es so, daß ich

Nicht ehlich wär geboren

Und hätte drum verloren

Mein Lehen und mein Lehenrecht.«

»Ja wahrlich«, sprach er, »guter Knecht,

Dafür halt Ichs und mancher Mann.«

»So sprecht ihr übel«, sprach Tristan:

»Ich wähnte doch, es wäre

Nach Pflicht gethan und Ehre,

Wer Einem was zu Leide that,

Daß er die Zunge doch zu Rath

Hielt' und schonte Sitt und Brauch.

Wär Sitt und Brauch nun in euch auch,

So möchtet ihr die Rede sparen

(Viel Leid ist mir schon widerfahren),

Die verharschten Kummer weckt

Und die alte Schuld erstreckt.

Ihr erschluget mir den Vater doch:

Hieran dünkt euch aber noch

Meines Leides nicht genug.

Ihr sagt, die Mutter die mich trug,

Habe kebslich mich getragen.

Das will ich Gott im Himmel klagen.

Ich weiß so manchen Edelmann,

Den ich jetzt nicht nennen kann,

Der die Hände faltete vor mir:

Hätt er solche Missezier,

Wie ihr da sprecht, an mir erkannt,

Deren Keiner hätte seine Hand

Zwischen meine je gebracht.

Die hatten wohl der Wahrheit Acht,

Daß mein Vater Riwalin

Meine Mutter bis ans Ende hin

Hoch hielt als sein ehlich Weib.

Wenn ich das auf euern Leib

Bewähren und erweisen soll,

In Wahrheit, das erweis ich wohl.«

»Fahrt«, sprach Morgan, »in Gottes Haß!

Eur Beweisen, was soll das?

Zum Kampfe taugt ihr keinem Mann,

Der je zu Hofe Recht gewann.«

»Das wird sich zeigen«, sprach Tristan,

Zog das Schwert und rannt' ihn an,

Und spaltet' ihm von oben her

Hirn und Hirnschal mit der Wehr,

Daß sie ihm auf die Zunge drang.

Dann stach er ihm im andern Gang

Das Schwert bis tief ins Herz hinein.

Da zeugte wohl der Augenschein

Für das Sprichwort, das da spricht:

Die Schuld liegt und fault doch nicht.

Morganens Barone,

Die kühnen Britone,

Die mochten ihm da wenig frommen,

Noch ihm so bald zu Hülfe kommen

Daß er entgieng dem Falle.

Doch stellten sie Alle,

So schnell sie mochten, sich zur Wehr;

Ihrer sah man bald ein mächtig Heer.

Ungewarnt wie sie auch waren,

Der Feinde wollten sie nicht sparen,

Und zeigen mannlichen Muth.

Auf Warnung oder auf Hut,

Nahm da selten Wer Bedacht:

Sie drangen haufenweis zur Schlacht

Und warfen Alle mit Gewalt

Ins Feld hinaus und vor den Wald.

Da hub sich lautes Wehgeschrei

Und großen Jammers Noth dabei.

So flog da Morganens Tod

Mit vieler Klage, mancher Noth

Als ob er flügge wäre.

Er sagte leide Märe

Den Burgen an und rings dem Land.

Durch die Lande flog zuhand

Nur das Eine Klagewort:

»Ah! noster sires, il est mort!

Wer sorgt nun für des Landes Heil?

Ihr zieren Helden, zieht in Eil

Von Städten und von Vesten

Und lohnet diesen Gästen:

Durch sie ist uns groß Leid geschehn!«

Sie ließen über sich ergehn

Alle bittre Noth des Streits;

Doch fanden sie auch andrerseits

An den Gästen vollen Streit.

Die kehrten stäts von Zeit zu Zeit

Mit einer ganzen Rotte wieder

Und warfen ihrer viel darnieder;

Dann suchten sie im Fliehen

Sich dahin zurückzuziehen,

Wo sie wusten ihre Kraft

Und die versteckte Ritterschaft,

Und nahmen da Herberge

Auf einem festen Berge

Und hielten sich da über Nacht.

Über Nacht ward dann des Landes Macht

So stark vor ihrer Veste,

Daß sie die leiden Gäste,

Wenn es begann zu tagen,

Hinunter mochten jagen,

Und Manchen niederstachen,

Die Haufen oft durchbrachen

Mit Speren und mit Schwerten,

Die da unlange währten.

Sie hatten da an Schwert und Sper

Unlange währende Wehr,

Denn Schäfte brachen, Schwerter sprangen,

Wenn sie in die Rotten drangen.

Auch sah man Tristans kleines Heer

So kühn in seiner Gegenwehr,

Daß viel Schade kam danach,

Wenn man in die Haufen brach.

Die Scharen wurden beiderseit

Nicht einmal, nein zu mancher Zeit,

Mit großem Schaden überladen.

Sie nahmen da und thaten Schaden,

Schädlichen, an manchem Mann,

Und hielten sich so lang daran

Bis das innere Heer

Schwächer ward an seiner Wehr.

Denn Ihm gieng ab und Jenem zu:

Jenen mehrte spät und früh

Sich der Vortheil wie die Macht,

So daß sie wieder noch vor Nacht

Belagerten die Gäste

Vor einer Waßerveste,

Aus der die Gäste sich wehrten,

Sich drin zu fristen begehrten.

So war das Haus umseßen

Mit Scharen unermeßen

Als obs umzäunet wäre.

In ihres Leides Schwere

Tristan und sein kleiner Bann,

Nun, wie stellten sie es an?

Hört zu, so meld ich wohl euch dieß,

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Yaş sınırı:
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Litres'teki yayın tarihi:
12 kasım 2025
Hacim:
901 s. 2 illüstrasyon
ISBN:
9783969870617
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
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