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KÖNIGREICH BAHRAIN (BRN)

Fläche
694 km2
Hauptstadt
Menama (160.000 Einw.)
Währung
1 Bahrain-Dinar = 100 Fils
Staatsform
Emirat
Parlament
Parlament mit 40 für vier Jahre gewählten Mitgliedern
Religion
Schiiten 75%, Sunniten 25%
Einwohner
739.000 (2003)
Sprachen
Arabisch, Englisch
Gliederung
5 Regionen
Staatsoberhaupt
Emir
Nationalfeiertag
16. Dezember
Nationalitäten/Ethnien
Bahrain-Araber 63%, Asiaten 19%, sonstige Araber 10%, Iraner 8%
Internet www.bahrain.gov.bh
Geschichte
Das Inselkönigreich Bahrain war dank seiner günstigen geographischen Lage an einer wichtigen Schiffsrouten im Persischen Golf schon in der Antike besiedelt. Die frühe Hochkultur des Handelsvolkes der Tilmun, das dort zwischen 3000 und 2000 v. Chr. siedelte, wurde durch die Assyrer, Perser und Griechen abgelöst. Um 800 n. Chr. eroberten die Araber die Inseln, die in der Folge islamisiert wurden. Schon damals war Bahrain ein wichtiger Handelstützpunkt und Lieferant für die begehrten Perlen, die um Bahrain aus dem Meer gefischt wurden. 1522 wurde Bahrain durch die Portugiesen besetzt, etwa 80 Jahre später ging es wieder in persische Hände über. 1782 vertrieb der Ahnherr der noch heute herrschenden Dynastie Ahmed al-Faith Al-Chalifa die Perser und machte Bahrain zu einem unabhängigen Scheichtum. Im Ersten Viertel des 19. Jh. wurden Protektoratsverträge mit Großbritannien geschlossen, die dem Land innere Autonomie und Schutz vor persischer und osmanischer Bedrohung boten. In der ersten Hälfte des 20. Jh. verlor die Perlentaucherei zusehends an Bedeutung durch das Aufkommen der Kulturperlen. Stattdessen wurde seit den dreißiger Jahren des 20. Jh. Öl gefördert.
Politisches System
1971 erklärte sich Bahrain wieder unabhängig. Bereits 1973 fanden erste allgemeine Wahlen statt, doch 1975 wurde das Parlament wieder aufgelöst und die Verfassung suspendiert. Ab 1993 bestand eine Beratende Versammlung. 2002 wurde die Verfassung wieder reaktiviert, das Land offiziell in ein Königreich umgewandelt und ein Zwei-Kammern-Parlament gebildet. Politische Parteien sind nicht erlaubt. Bahrain ist Mitglied der Vereinten Nationen. Der Iran erhebt noch immer Ansprüche auf den Inselstaat. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt auf der Hauptinsel Bahrain, das Emirat ist etwa zu 80% urbanisiert. Das Scheichtum ist kein fundamentalistischer Staat, sondern religiös sehr tolerant. Die Bevölkerung ist etwa zur Hälfte sunnitisch und zur Hälfte schiitisch, wobei der gesellschaftliche Einfluss der Sunnniten größer ist, da die Herrscherfamilie dieser Glaubensrichtung anhängt. Für Frauen besteht keine Schleierpflicht, sie können eine gute Ausbildung erlangen.
Wirtschaft
Das Scheichtum am Persischen Golf verfügt nicht über gewaltige Erdölreserven, aber über eine florierende Erdölindustrie und ist einer der wichtigsten Bankplätze im Vorderen Orient. 1989 wurde auch eine Börse gegründet. Bahrain, aus 33 Inseln bestehend, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Golfstaaten. Zu Saudi-Arabien existiert von einer der Inseln eine Straßenverbindung über einen Damm, jährlich nutzen etwa 3 Millionen Fahrzeuge diese Verbindungsstraße. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind die für den Inselstaat groß dimensionierten Werften. Bahrain besitzt das drittgrößte Trockendock der Welt, das auch für Supertanker geeignet ist.
Da das Erdölvorkommen begrenzt und ein Ende dieser Erwerbsquelle damit absehbar ist, setzt Bahrain zunehmend auf den Ausbau des Fremdenverkehrs.
Landwirtschaftliche Nutzung ist nur im Norden der Inselgruppe an schmalen Küstenstreifen möglich, es werden Datteln, Zitrusfrüchte und Gemüse angebaut. Von Bedeutung ist die Fischerei. Viele der Inseln sind felsig und liegen kaum über Meersniveau.
Um das wirtschaftliche Spektrum angesichts der nicht mehr lange anhaltenden Ölreserven zu diversifizieren, wurde in den siebziger Jahren des 20. Jh. eine Aluminiumproduktion gestartet.
VOLKSREPUBLIK BANGLADESH (BD)

Fläche
144.000 km2
Hauptstadt
Dhaka (11,3 Mio. Einw.)
Währung
1 Taka = 100 Poisha
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Nationalversammlung mit 300 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten
Religion
Muslime 88,3%, Hindus 10,5%, sonstige 1,2%
Einwohner
149 Mio. (2003)
Sprachen
Bengali, Englisch
Gliederung
5 Provinzen und 64 Bezirke
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
26. März
Nationalitäten/Ethnien
Bengalen 98%, Bihari 1,9%, sonstige 0,1%
Internet www.bangladesh.gov.bd
Geschichte
Das Mündungsdelta der Flüsse Ganges und Brahmaputra ist alter Kulturboden. Etwa seit der alexandrinischen Zeit gehörte Ostbengalen zu Indien. Im 13. Jh. wurde dieser flache Landstrich von türkischen Truppen im Auftrag des Kaisers von Delhi erobert und zu dieser Zeit der Islam verbreitet. Ab etwa der Mitte des 18. Jh. blieb Bengalen Teil Indiens bis zur Unabhängigkeitserklärung des Subkontinents von der englischen Herrschaft. 1947 wurde das überwiegend islamische Ostbengalen als Provinz Ost-Pakistan ein Teil Gesamtpakistans. Doch die weite Distanz zwischen den beiden durch Indien getrennten Landesteilen führte zu einer ständigen Benachteiligung der Osthälfte; öffentliche Ämter und Fördermittel wurden dem Ostteil verweigert, sodass es zu vehementen Unmutsäußerungen kam. Von Indien unterstützt, fand ein Unabhängigkeitskrieg statt, der schließlich 1971 zur Selbstständigkeit führte. Der neun Monate währende Bürgerkrieg forderte fast eine Million Tote, zwischen sechs und neun Millionen Menschen flohen nach Indien. Der neue Staat nannte sich Bangladesh und erklärte sich zur unabhängigen Volksrepublik. Bereits 1972 wurden die wichtigsten Wirtschaftsbereiche, wie Banken, Versicherungen und Industrien verstaatlicht.
Politisches System
Das Land nahm vier Grundprinzipien für seine Regierungsform an, und zwar: nationalistisch, demokratisch, sozialistisch und islamisch. In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit gab es noch unsichere Verhältnisse, es herrschte das Kriegsrecht, doch ab 1986 wurden Gewerkschaften zugelassen, 1988 eine Verfassung beschlossen. Außenpolitisch schloss sich Bangladesh der Gruppe der Blockfreien an. Bangladesh gehört mit einem BIP von nur 440 US-Dollar jährlich zu den ärmsten Ländern der Erde, es bezog sowohl aus dem Westen als auch aus dem Osten Entwicklungshilfe. Inzwischen formieren sich radikale islamische Gruppen, die die Einführung der Scharia verlangen, was immer wieder zu Unruhen und Streiks führt. Ethnische und religiöse Minderheiten – der Islam ist Staatsreligion – werden vielfach benachteiligt. So leben etwa im Chittagong Hill Tracts 500.000 Menschen mongolischer Herkunft, die dem Buddhismus anhängen.
Wirtschaft
Die schwierige geographische Situation im Mündungsbereich der beiden Flüsse verursacht immer wieder extreme Überschwemmungen oder Dürrekatastrophen Die Hauptstadt Dhaka liegt nur sechs Meter über dem Meeresspiegel. Die Bevölkerung, von der fast 50% unter der Armutsgrenze lebt, weist eine Geburtenrate von 3,8 auf. Damit ist Bangaldesh der dichtest besiedelte Flächenstaat der Welt. In der Agglomeration von Dhaka leben etwa 10 Mio. Menschen. Genaue Bevölkerungszahlen gibt es nicht, derzeit beruhen die Angaben darüber auf Schätzungen der Weltbank. Fast 90% der Bevölkerung leben auf dem Land, der Rest in den Städten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. Wichtigste Anbauprodukte sind Reis, Weizen, Jute, Tee, Tabak und Zuckerrohr. Noch immer sind mehr als 50% der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Das wichtigste landwirtschaftliche Exportgut ist Jute, sie wird auch industriell verarbeitet. Trotz zweier jährlicher Ernten ist die Landwirtschaft infolge veralteter Methoden und geringer Ausstattung mit Maschinen rückständig.
An Bodenschätzen sind Erdgas, Kalkstein, weißer Ton, Kohle und möglicherweise Erdöl vorhanden. Exportwirtschaft und Industrialisierung können sich wegen der schlechten Infrastruktur – vor allem infolge des schlechten Straßennetzes – nur langsam entwickeln. Der Hauptteil des Verkehrs wird noch über den Wasserweg abgewickelt.
KÖNIGREICH BELGIEN (B)

Fläche
30.519 km2
Hauptstadt
Brüssel (950.000 Einw.)
Währung
1 Euro = 100 Cent
Staatsform
Parlamentarische Monarchie
Parlament
Senat mit 71 und Abgeordnetenhaus mit 150 Abgeordneten
Religion
Katholiken 75%, Freisinnige 12%, sonstige 13%
Einwohner
10,4 Mio.
Sprachen
Französisch, Niederländisch, Deutsch
Gliederung
10 Provinzen
Staatsoberhaupt
König
Nationalfeiertag
21. Juli
Nationalitäten/Ethnien
Flamen 57,7%, Wallonen 31,8%, Deutschsprachige 0,7%, Zweisprachige 9,8%
Internet www.belgium.fgov.be
Geschichte
Belgien, das schon in der Altsteinzeit Spuren des Neandertalers in den Höhlen der Ardennen aufwies und später von germanischen und keltischen Stämmen besiedelt war, wurde im 1. Jh. v. Chr. von römischen Legionen erobert. Bis ins 5. nachchristliche Jahrhundert blieb die römische Herrschaft aufrecht. Nach dem Untergang des Römischen Reiches übernahmen die fränkischen Merowinger, im 8. Jh. die Karolinger die Herrschaft. In der Folge bestanden unabhängige Fürstentümer und Grafschaften. Flandern geriet unter französische bzw. burgundische Herrschaft. Zwischen 1348 und 1477 bis zum Tode des letzten burgundischen Herzogs, erlebte das Land eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Im 15. Jh. gelangte dieses Gebiet durch Heirat der Maria von Burgund an den habsburgischen Kaiser Maximilian. 1504 traten die spanischen Habsburger die Nachfolge an. In der Reformationszeit wurde der Norden des Landes protestantisch. 1597 gingen die südlichen Provinzen gänzlich in den Besitz der spanischen Krone über. Die nördlichen Landesteile, die sich erfolgreich gegen die Habsburger erhoben hatten, formten die Niederlande. Der Rest blieb bis zum Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges im Jahr 1700 unter der Herrschaft der spanischen Krone. Nach dem Erbfolgekrieg erhielten die österreichischen Habsburger die spanischen Provinzen wieder zurück.
1794 wurden die Südprovinzen von Napoleon besetzt und 1811 mit den Nordprovinzen an Frankreich angeschlossen. Nach den Napoleonischen Kriegen wurden das heutige Belgien und die Niederlande auf dem Wiener Kongress in einem Königreich des Hauses Oranje vereint. Doch diese Vereinigung der schon so lange getrennten Provinzen erzeugte beträchtliche Unruhen. 1830 rebellierten die Belgier und verlangten die Unabhängigkeit. So entstand 1831 das unabhängige Königreich Belgien, regiert von einem König aus dem Hause Sachsen-Coburg. 1839 erkannten die Niederlande im Londoner Vertrag die belgische Unabhängigkeit an. Bis zum Ersten Weltkrieg durchlebte das Land eine relativ friedvolle Phase. In den achtziger Jahren erwarb König Leopold II. ein riesiges Kolonialreich im Kongo, ein an Bodenschätzen reiches Gebiet. Zunächst war das Kongogebiet Privatbesitz der Krone, erst ab 1908 wurde es eine belgische Kolonie.
König Albert I. (1909–1934), ein Monarch, der soziale Reformen auf den Weg brachte, leistete im Ersten Weltkrieg Widerstand gegen die Deutschen, die unter Missachtung der belgischen Neutralität das Land besetzt hatten. Mit dem Versailler Vertrag erlosch die international garantierte Neutralität für Belgien, sodass Belgien 1920 mit Frankreich ein Verteidigungsbündnis abschloss. Als Entschädigung erhielt Belgien die Orte Eupen und Malmedy und das Mandat für Ruanda-Burundi zugesprochen. Bereits 1922 wurde mit dem benachbarten Luxemburg eine Wirtschaftsunion vereinbart. König Albert I. versuchte in der Zwischenkriegszeit vergeblich, die belgische Neutralität wieder herzustellen. Leopold III., seit 1934 belgischer König, löste zwar das Verteidigungsbündnis mit Frankreich, setzte aber die bisherige Politik fort, die sich auf Großbritannien und Frankreich stützte. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Belgien 1940 neuerlich von deutschen Truppen besetzt, König Leopold III. musste in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Streitkräfte kapitulieren. Er wurde zunächst in Schloss Laeken, später in Deutschland festgehalten. 1945 ging er ins ausländische Exil. Gegen die deutsche Besetzung erhob sich im Lande eine durchaus effektive Widerstandsbewegung, in London ließ sich eine belgische Exilregierung nieder. Schon in London wurde beschlossen, nach dem Krieg mit den Niederlanden und Luxemburg eine Wirtschaftsunion zu gründen. 1944 schlossen Vertreter der drei Staaten ein Zollabkommen.
1944 wurde Belgien durch alliierte Truppen befreit, Charles Graf von Flandern, ein Bruder Leopolds III., als Regent eingesetzt. Er blieb dies bis zur Rückkehr des Königs im Jahr 1950. Leopold III. wurde zwar feierlich empfangen, gleichzeitig wurden aber gegen ihn schwere Vorwürfe erhoben, dass er viel zu früh kapituliert habe. Ein Generalstreik zwang Leopold III. zum Rücktritt zu Gunsten seines Sohnes Baudoin. Die belgische Nachkriegspolitik, in erster Linie von Außenminister Paul Henri Spaak geprägt, trachtete danach, die Neutralität aufzugeben und das Land konsequent in allen internationalen Gremien zu verankern. Bereits 1945 trat Belgien den Vereinten Nationen bei, seit 1949 gehörte es zur NATO. Im März 1948 hatten die drei Beneluxstaaten, Belgien, Niederlande und Luxemburg, mit Frankreich und Großbritannien einen Pakt zur Gründung einer Westunion geschlossen, deren eindeutiges Ziel die Eindämmung der sowjetischen Expansion nach Europa war. 1949 wurde Belgien auch in den Europarat aufgenommen. Als weiteres Grundverständnis entwickelte sich eine zielstrebige europäische Integrationspolitik, die sich im Beitritt zur Montanunion 1951, zur WEU 1954 und weiterhin zu EWG und EURATOM 1957 manifestierte. 1952 trat Belgien auch der später gescheiterten EVG bei. Im Zuge genereller Entkolonialisierungsbestrebungen gab Belgien 1960 den Kongo auf. 1962 nahm Belgien offizielle diplomatische Beziehungen mit Kongo-Leopoldville auf.
Politisches System
Belgien ist eine Monarchie, doch kommt dem König nur mehr repräsentative Funktion zu. Die belgische Verfassung geht auf das Jahr 1831 zurück, sie wurde inzwischen mehrfach novelliert. Eine Verfassungsreform des Jahres 1993 teilte Belgien in drei föderale Regionen, und zwar Brüssel, die Wallonie und Flandern und vier Sprachgebiete, ein französisches, ein flämisches, ein deutsches und ein doppelsprachiges, nämlich die Region Brüssel. 2006 ratifizierte das belgische Parlament die EU-Verfassung.
Das Land verfügt über ein Zweikammersystem, den Senat mit 175 Mitgliedern und das Repräsentantenhaus mit 212 direkt gewählten Abgeordneten. Es besteht Wahlpflicht ab dem 18. Lebensjahr. Die Teilregionen haben jeweils eigene Parlamente und eigene Regierungen.
Der ethnische Konflikt zwischen Flamen und Wallonen bestimmt in vieler Hinsicht das politische Leben. Bei der Staatsgründung war Französisch die alleinige Staatssprache, doch schon 1843 bildete sich eine »Flämische Bewegung« mit dem offiziellen Ziel der Zweisprachigkeit des Staates, was schließlich erreicht wurde. War ursprünglich der wallonische Landesteil dominierend, weil er über Kohle- und Stahlindustrie (im Bereich Charleroi und Lüttich) verfügte, so hat sich das Blatt nun gewendet. Flandern, einst nur landwirtschaftlich ertragreich, hat durch eine florierende Lebensmittelindustrie und den Aufbau neuer Industriezweige die Wallonie längst überholt. Auch die Bevölkerung Flanderns ist stärker gewachsen als die Walloniens, so dass sich ein klarer Machtverlust der Wallonie abzeichnet. Schon immer hatten die bestehenden politischen Parteien jeweils einen flämischen und wallonischen Teil. Inzwischen verzeichnen gerade die radikalen flämischen Parteien starken Zulauf, die die Autonomie für Flandern fordern.
Wirtschaft
Trotz rückläufiger Förderung von Erzen (Eisenerz, Blei und Zink in den Ardennen) verzeichnet die Stahlindustrie Zuwächse, zwei Drittel der Produkte gehen in den Export. In Flandern und in Brabant ist vor allem die Textilindustrie, die vorwiegend Baumwolle verarbeitet, von Bedeutung. Außerdem verfügt Belgien über eine Glasindustrie, die ebenfalls einen hohen Exportanteil erreicht. Daneben haben Zement- und chemische Industrie, sowie Zuckerverarbeitung einen wichtigen Stellenwert. Die nötige Energie kommt aus Erdölimporten und Kernkraftwerken. Die Kohleförderung in den Ardennen wurde 1992 eingestellt.
Der Dienstleistungssektor ist sehr gut entwickelt, von großer Effektivität ist der internationale Handel über die Nordseehäfen, z. B. Antwerpen. Antwerpen liegt nicht direkt am Meer, aber die Schelde-Mündung ist sogar für Hochseeschiffe passierbar. Daher war Antwerpen schon im Hochmittelalter ein wichtiger Handelshafen. Aber auch das dichte Eisenbahn- und Wasserstraßennetz ist für den Export förderlich.
Die Haupthandelspartner Belgiens sind die EU-Staaten, in erster Linie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.
Die landwirtschaftliche Produktion deckt nicht nur den Eigenbedarf, sondern ist auch ein wichtiger Exportfaktor. 45% der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Angebaut werden Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Weizen, Gemüse und Flachs, die Viehzucht ist hoch entwickelt.
KÖNIGREICH BHUTAN (BHT)

Fläche
47.000 km2
Hauptstadt
Thimphu (69.000 Einw.)
Währung
1 Ngultrum = 100 Chetrum
Staatsform
Konstitutionelle Monarchie
Parlament
Nationalversammlung mit 150 Mitgliedern, davon 105 gewählt, 35 nominierte Beamte, 10 Vertreter der buddhistischen Klöster
Religion
Buddhisten 75%, Hindus 25%
Einwohner
2,3 Mio.
Sprachen
Dzongkha, Englisch, tibetische Dialekte
Gliederung
20 Distrikte
Staatsoberhaupt
König
Nationalfeiertag
17. Dezember
Nationalitäten/Ethnien
Bhotia 50%, Nepalesen 35%, sonstige 15%
Internet www.bhutan.gov.bt
Geschichte
Der bis dahin hinduistische Himalayastaat Bhutan wurde etwa im 7. Jh. n. Chr. von Tibet aus von buddhistischen Mönchen missioniert. Zwischen dem 10. und dem 17. Jh. bestanden unabhängige Fürstentümer, deren Zentren die Klosterburgen waren. 1616 kam es zur Einigung des Landes durch den aus Tibet stammenden religiösen Führer Shabdrung Ngawang Namgyl, der in seiner Hand sowohl geistliche als auch weltliche Macht vereinte. Im 19. Jh. wurde das durch lokale Auseinandersetzungen destabilisierte Land in den Duar-Krieg mit Britisch-Indien hineingezogen. Es verlor einen Teil seines Territoriums, behielt aber seine Souveränität. Zu dieser Zeit siedelten hinduistische Einwanderer aus Nepal im Süden des Landes. 1907 verhalfen die Briten Ugyen Wangchuk, einem Regionalfürst, zur Macht, der sich als König ausrufen ließ. Drei Jahre später gelangte Bhutan unter den Schutz Britisch-Indiens, das aber innere Nichteinmischung vertraglich garantiert. Bis zur Unabhängigkeit Indiens blieb Bhutan im Grunde ein von der Außenwelt völlig abgeschnittener Staat. In der Folge blieb ein enges Verhältnis zu Indien bestehen, das sich in außenpolitischen Fragen ein Konsultationsrecht sicherte. Mit der Thronbesteigung von Jigme Dorji Wangchunk öffnete sich das Land modernen Einflüssen und Reformen.
Politisches System
1953 konstituierte sich erstmals eine Nationalversammlung, 1956 wurde eine Landreform eingeleitet. Nach der Besetzung Tibets durch China 1950 wanderten etwa 6.000 tibetische Flüchtlinge nach Bhutan ein. Ein Jahr später trat der erste Fünfjahresplan zur Modernisierung des Landes in Kraft, der durch eine weitere Landreform die feudalen Strukturen abbaute und allen Bauern zu eigenem Landbesitz verhalf. Durch sehr ausgewogene strukturelle Entwicklung konnten traditionelle Kultur und ökologisches Gleichgewicht bewahrt werden. 1973 trat mit Jigme Singhye Wangchuk ein neuer König sein Amt an, der Bhutan langsam dem Tourismus öffnete. In den achtziger Jahren engagierte sich Bhutan vermehrt in internationalen Organisationen, gleichzeitig begann aber durch ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz eine Bhutanisierungskampagne zur Festigung des Buddhismus, die zu einer Flüchtlingswelle unter der hinduistischen Bevölkerung führte. Weitere Fünfjahrespläne führten die langsame Öffnung und Modernisierung des Landes fort. 2001 schloss Bhutan mit China ein Abkommen, mit dem die gemeinsame Grenze geklärt wurde. 2005 kam es zur Proklamierung einer Verfassung, die eine parlamentarische demokratische Entwicklung des Landes ermöglicht. Nach wie vor sind Nepalesen eine unterprivilegierte Volksgruppe.
Wirtschaft
Laut internationalen Umweltschutzorganisationen gehört Bhutan zu den durch den Klimawandel höchst gefährdeten Staaten. Weitere Gletscherschmelze würde die Flüsse zu reißenden Strömen machen, die Seen drohen überzulaufen. Das am Südhang des Himalaya gelegene Bhutan weist im Süden ein tropisches, im Norden ein gemäßigtes Klima auf.
Die Landwirtschaft Bhutans ist nicht in der Lage, den Eigenbedarf an Reis zu produzieren. Neben der kleinbäuerlichen Selbstversorgung müssen Nahrungsmittel importiert werden. Etwa 40% der Einnahmen des Staates kommen aus dem Energieexport. Der Waldreichtum (zwei Drittel sind bewaldet) des Landes ermöglicht eine kleinteilige Holz verarbeitende Industrie. Mittlerweile entwickelt sich der Tourismus zu einem guten Devisenbringer, obwohl jährlich nur etwa 5000 Reisende das Land besuchen dürfen.








