Kitabı oku: «Die Staaten der Erde», sayfa 5
FRANKREICH (F)

Fläche
543.965 km2
Hauptstadt
Paris (9,3 Mio. Einw.)
Währung
1 Euro = 100 Cent
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Senat mit 321 Abgeordneten und Nationalversammlung mit 577 auf fünf Jahre gewählten Abgeordneten
Religion
Christen (77,7%), Muslime (4,5%), sonstige (17,8%)
Einwohner
60,5 Mio.
Sprachen
Französiisch
Gliederung
22 Regionen
Staatsoberhaupt
Staatspräsident
Nationalfeiertag
14. Juli
Nationalitäten/Ethnien
Franzosen (93,6%), Algerier (1,1%), sonstige (5,3%)
Internet www.www.gouverfnement.gouv.fr
Geschichte
Frankreich, schon in früher Zeit von Kelten bewohnt, wurde großteils im ersten vorchristlichen Jahrhundert von den Römern erobert. Zuvor hatten sich schon griechische Siedlungen an der Mittelmeerküste befunden, etwa Marseille. Diese Mittelmeerküste wurde als erstes eine römische Provinz, der heutige Name Provence erinnert noch an das lateinische »provincia«. Obwohl die Kelten den Römern unter dem Kommando von Julius Caesar erbitterten Widerstand entgegensetzten, wurden sie unterworfen. Gallien blieb römische Provinz bis zum Untergang des Römischen Reiches. In Gallien fand die entscheidende Schlacht gegen die Hunnen statt. Über Gallien zogen auch einige Stämme der Völkerwanderung Richtung Spanien hinweg. Die erste einheimische Herrscherfamilie waren die Merowinger, die von den Karolingern abgelöst wurden. In dieser Zeit weitete sich das Reich Richtung Westen und Süden bis nach Oberitalien aus. Mit der Reichsteilung 843 entstand des Westfränkische Reich, das ab 987 von den Kapetingern regiert wurde. Mitte des 13. Jh. wurde das Land in eine Erbmonarchie umgewandelt. Von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 15. Jh. kämpfte Frankreich im Hundertjährigen Krieg mit England um seinen territorialen Bestand, da die Briten nach dem Aussterben der Kapetinger und der Inthronisation der Nebenlinie der Valois Ansprüche auf französisches Territorium erhoben. Den Engländern verblieb aber letztlich nur ein Stützpunkt in Calais. Schon zu dieser Zeit bildete sich in Frankreich, auch dank des Einsatzes von Jeanne d’Arc, ein ausgeprägtes Nationalgefühl heraus. Das 15. und 16. Jh. wurden durch den stetigen Konflikt mit den Habsburgern um die Vormachtstellung in Italien geprägt. Um die Mitte des 16. Jh. hielt die Reformation in Frankreich Einzug. Sie wurde Anlass für die blutigen Hugenottenkriege (Bartholomäusnacht 1572), die erst mit dem Edikt von Nantes 1598 beendet wurden. Am Dreißigjährigen Krieg beteiligte sich Frankreich nicht mit eigenen Truppen und vermied, dass das Land Kriegsgebiet wurde. Kardinal Richelieu, der mächtige Kanzler König Ludwigs XIII., unterstützte lediglich die habsburgischen Gegner mit Subventionszahlungen. Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts brachte Frankreich den Absolutismus Ludwigs XIV., aber auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung durch den Merkantilismus eines Jean-Baptiste Colbert. Er ermöglichte den Aufbau einer bedeutenden Landarmee und den Bau einer großen Flotte, mit der Frankreich überseeische Kolonien erwarb. Der »Sonnenkönig« Ludwig XIV. erweiterte kontinuierlich die Grenzen des Landes nach Norden und Osten. Allein das luxuriöse Hofleben und die exorbitanten Ausgaben für die Eroberungskriege zerrütteten die Finanzen wieder. Als Frankreich wegen der spanischen Erbfolge einen Krieg mit den Habsburgern und den mit diesen verbündeten Briten vom Zaun brach, setzte der Niedergang der französischen Großmacht ein. Unter den Nachfolgern Ludwigs XIV. kam es zu einem radikalen Machtverfall der Krone, die wirtschaftliche Situation des Landes wurde immer schwieriger. Die Staatsfinanzen standen vor dem Zusammenbruch. Frankreich verlor etwa im Siebenjährigen Krieg seinen transatlantischen Kolonialbesitz an die Briten. So nimmt es nicht Wunder, dass diese Misswirtschaft zum Ausbruch der Französischen Revolution führte, die das »ancien regime« hinwegfegte. Durch die Revolution erhielt Frankreich und bald darauf Europa ein neues Gesicht, Staat und Gesellschaft wurden durch die Revolutionsgrundsätze (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) auf neue Grundlagen gestellt. Doch die Schreckensherrschaft der extremen Revolutionäre wurde bald durch eine bürgerliche Regierung beseitigt, die als Steigbügelhalter für einen militärisch und politisch hochbegabten Aufsteiger diente: Napoleon Bonaparte. In beispiellosen Kriegszügen unterwarf er in eineinhalb Jahrzehnten fast ganz Europa und ordnete es der französischen Hegemonie unter. Doch eine Koalition aus allen besiegten Staaten beendete den Siegeslauf Napoleons, in den einzelnen Ländern hatten sich in den Befreiungskriegen nationale Bewegungen gebildet. Der Wiener Kongress von 1814/15 stellte im Großen und Ganzen die Vorkriegssituation in Europa wieder her. Mit der Rückkehr der Bourbonen wurde Frankreich eine konstitutionelle Monarchie, die nach der Revolution von 1830 von sozialen Unruhen durch die wachsende Industrialisierung geschüttelt wurde. Forderungen nach Bürgerrechten und Bürgerbeteiligung führten 1848 zur Entstehung der Zweiten Republik, die jedoch nur bis 1851 Bestand hatte, da der als Präsident bestellte Neffe Napoleons in einem Staatstreich aus Frankreich wieder ein Kaiserreich machte. Seine Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 führte zur Proklamation der Dritten Republik. Diese positionierte Frankreich gemeinsam mit Großbritannien eindeutig gegen das expansive Deutsche Kaiserreich (Entente). Der Erste Weltkrieg, der zu einem großen Teil auf französischem Boden ausgetragen wurde, brachte Frankreich wieder das 1871 verlorene Elsass zurück. Die Pariser Friedensverträge machten die dominierende Rolle Frankreichs auf dem Kontinent deutlich. Doch der Konflikt mit der der Weimarer Republik und dem nachfolgenden nationalsozialistischen Deutschland blieb virulent. Dem deutschen Angriff im Zweiten Weltkrieg erlag Frankreich schon nach wenigen Monaten. Nach dem Waffenstillstand wurde die Regierung Petain/Laval gebildet, die in Vichy ihren Sitz hatte und mit den Deutschen kollaborierte. Gleichzeitig erhob sich im Land eine intensive Widerstandsbewegung (Resistance), in London wurde unter General Charles de Gaulle eine Exilregierung (Komitee für nationale Befreiung) gebildet. Nach der Landung der alliierten Truppen und der Rückeroberung Frankreichs marschierten die Alliierten im August 1944 in Paris ein, an der Spitze General De Gaulle, der dann bis Januar 1946 die provisorische Regierung übernahm. Marschall Petain und Laval wurden zum Tode verurteilt, ersterer zu lebenslänglich begnadigt, letzterer hingerichtet. 1946 erhielt Frankreich eine neue Verfassung (IV. Republik). Die folgenden Jahre waren von schweren und ständigen Krisen gekennzeichnet, sowohl im Inland als auch in den Kolonien. Nach der Niederlage im Indochinakrieg (1954) sah sich Frankreich genötigt, auch sein Verhältnis zu den überseeischen Provinzen (Outre Mer) zu klären. 1960 wurde aus den noch verbliebenen Kolonien und dem Mutterland die Französische Gemeinschaft, die die meisten afrikanischen Besitzungen wohl bis etwa 1960 in die Unabhängigkeit entließ, aber weiterhin sowohl wirtschaftlich als auch kulturell in den neuen Staaten einen großen Einfluss ausübte. Wegen der zahlreichen innenpolitischen Krisen infolge der vielfach zersplitterten Parteienlandschaft war 1958 wieder De Gaulle an die Macht geholt worden, der Frankreich eine neue Verfassung und auch neue außenpolitische Konzepte verordnete. Die Verfassung der V. Republik, die mehr politische Macht dem Amt des Staatspräsidenten zuteilte, ist heute noch in Kraft. De Gaulle versuchte angesichts des Kalten Krieges, Frankreich aus dem West-Ost-Konflikt herauszuhalten. Er sprach von einem Europa der Staaten. So stieg Frankreich, das zu den Gründungsmitgliedern der NATO – wie auch der UNO, des Europarates, der OECD und der Montanunion – gehörte, aus der militärischen Sektion der NATO aus. De Gaulle intensivierte nicht nur dank seiner Freundschaft mit Konrad Adenauer die Beziehungen zu Deutschland (dt. franz. Freundschaftsvertrag 1963), sondern auch zu den sowjetischen Satellitenstaaten und zum kommunistischen China. Eine rege dementsprechende Reisediplomatie De Gaulles diente dieser Idee, die grundsätzlich das seinerzeit von den Deutschen besiegte Frankreich wieder zu einer europäischen Großmacht machen wollte. Auch die Konsolidierung des französischen Kolonialbesitzes wie die Aufgabe Algeriens mit dem Vertrag von Evian 1962 ist im Rahmen dieses Konzepts zu sehen, ebenso der Aufbau der französischen Atommacht (force de frappe) als ein Teil der Strategie, Frankreich von den beiden Blöcken der Weltmächte Sowjetunion und USA unabhängiger zu machen und De Gaulles Konzept eines Europa der Staaten zu befördern. Innenpolitisch gelang es De Gaulle, Frankreich zu stabilisieren und die Inflation wirksam zu bekämpfen. Doch die wirtschaftlichen und sozialen Probleme wurden größer, der Unmut der Jugend entlud sich in den Maiunruhen von 1968, die De Gaulle zum Rücktritt zwangen.
Politisches System
Frankreich ist ein zentralistisch organisierter Einheitsstaat. Die derzeit gültige Verfassung der Fünften Republik stammt aus dem Jahre 1958. Der Staatspräsident, der für fünf Jahre gewählt wird, verfügt über wesentlich mehr Befugnisse als andere europäische Präsidenten. Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein dichtes soziales Netz geknüpft, an dem sich der Staat zu 16%, der Arbeitnehmer zu 20% und der Arbeitgeber zu 60% beteiligen.
Noch immer hat Frankreich kolonialen Besitz, und zwar Französisch-Guayana, Französisch-Polynesien, Guadeloupe und Martinique, die Inseln Mayotte und Neukaledonien, sowie Réunion, St. Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna. Die Pariser Zentralregierung sieht sich mit Forderungen von einigen Minderheiten nach mehr Autonomie konfrontiert, es sind dies die Bretonen, die Basken, die Katalanen, die Korsen, die Elsässer und die Flamen. Ein großer Unsicherheitsfaktor für die Zukunft ist jedoch die rasch anwachsende Gruppe der oft unterprivilegierten Einwanderer aus den früheren Kolonien, insbesondere aus dem Maghreb und aus Schwarzafrika.
Der Großraum von Paris stellt bevölkerungspolitisch eine Mega-City dar.
Wirtschaft
Frankreich ist ein rohstoffarmes Land, die in der Vergangenheit sehr wichtigen Kohlevorkommen im Zentralmassiv und im Norden um Cambrai und in Lothringen sind ziemlich ausgebeutet, die Förderung ist rückläufig. Gleiches gilt für das lothringische Eisenerz. Die geringen Ölvorkommen bei Orléans decken nur 1% des Inlandsbedarfes. Die Erdgasvorräte in den Pyrenäen sind demnächst ausgebeutet. Von Bedeutung sind die Bauxitvorkommen in Lex Baux – das Erz trägt seinen Namen nach diesem Fundort – und die Gewinnung von Meersalz in der Camargue und im Mündungsgebiet der Loire. Von größter Bedeutung sind die Nickelvorkommen in Neukaledonien, sie machen ein Drittel der Weltreserven aus.
Nach wie vor von großer Bedeutung ist die Landwirtschaft, 60% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Damit ist Frankreich größter Produzent innerhalb der EU. Bei Wein ist Frankreich der größte Erzeuger der Welt. Energiepolitisch setzt Frankreich auf Atomenergie, um die Abhängigkeit von Erdöleinfuhren zu vermindern. 80% der benötigten Energie werden in Atomkraftwerken erzeugt. Auto- und Stahlindustrie zählen zu den Schlüsselindustrien des Landes. Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie ist von großer Bedeutung. Noch immer wachsend ist der Bereich des Tourismus, 2003 hatte Frankreich mit 75 Mio. Touristen den größten Touristenstrom der Welt.
GEORGIEN (GE)

Fläche
69.700 km2
Hauptstadt
Tiflis (Tbilissi, 1,25 Mio. Einw.)
Währung
1 Lari = 100 Tetri
Staatsform
Präsidialrepublik
Parlament
235 für vier Jahre gewählte Abgeordnete
Religion
Christen 83%, Muslime 11%, sonstige 6%
Einwohner
4,5 Mio.
Sprachen
Georgisch, Russisch, Armenisch
Gliederung
79 Bezirke
Staatsoberhaupt
Staatspräsident
Nationalfeiertag
26. Mai
Nationalitäten/Ethnien
Georgier 70%, Armenier 8%, Russen 6%, Aseri 6%, Osseten 3%, Abchasen 2%, sonstige 5%
Internet www.parliament.ge
Geschichte
Schon im 6. Jh. v. Chr. ist in Westgeorgien der Staat Kolcheti (das antike Kolchis) nachgewiesen. Dieser Raum wurde später von den Assyrern und schließlich von Alexander dem Großen erobert. 66 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Gnaeus Pompeius das Land. 337 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion. In den folgenden Jahrhunderten befand sich das Land unter byzantinischer Oberhoheit. Es gelang aber diese im 10. Jh. abzuschütteln. Georgien wurde die stärkste Macht im transkaukasischen Raum, u. a. unter der Herrschaft der Königin Tamara (1160–1213). Diese Phase gilt als das Goldene Zeitalter des Landes. Danach fiel Georgien den Mongolen unter Timur Lenk zum Opfer. Im 16. Jh. bestanden drei Königreiche und mehrere Fürstentümer, die unter osmanischem bzw. persischem Einfluss standen. 1783 schloss Ostgeorgien einen Schutzvertrag mit dem Zarenreich, 1801 wurde das Gebiet von den Russen annektiert, das herrschende Königshaus entthront. Bis Mitte des 19. Jh. brachte Russland ganz Georgien unter seine Kontrolle. Nach der Oktoberrevolution erklärte sich Georgien für unabhängig, doch 1921 wurde das Land von der Roten Armee besetzt und in die Sowjetunion eingegliedert. Schon in den achtziger Jahren des 20. Jh. machte sich eine starke Unabhängigkeitsbewegung bemerkbar. 1991 nach dem Zerfall des Sowjetimperiums erklärte sich Georgien neuerlich für unabhängig. Der Erste Präsident der neuen Republik Swiad Gamsachurdia wurde durch einen Putsch abgelöst. Sein Nachfolger wurde der ehemalige sowjetische Außenminister Eduard Schewardnadse. Er leitete demokratische Reformen ein, doch die Wirtschaft stagnierte, Korruption war allgemein verbreitet. Im Jahre 2003 wurde Schewardnadse durch die sog. »Rosenrevolution« oder »samtene« Revolution verdrängt. Die neuen Machthaber begannen energisch die Korruption zu bekämpfen. Im März 2006 wurde mit Russland eine Vereinbarung geschlossen, die die Auflösung der militärischen Stützpunkte bis Ende 2008 vorsieht.
Politisches System
Georgien ist heute eine demokratische Republik mit einem starken präsidialen System. Die Demokratie weist jedoch starke Defizite auf, die bürgerlichen Rechte sind Teils eingeschränkt. Ein Eckpunkt der georgischen Außenpolitik ist die völlige Unabhängigkeit von Russland. Schon 1992 wurde Georgien in die UNO aufgenommen. Seit 2004 ist das Land mit der NATO durch einen Individual Partnership Action Plan verbunden. In den abtrünnigen Grenzgebieten Südossetien und Abchasien schüren die Russen nationale Separationsbewegungen.
Wirtschaft
Derzeit werden noch Kohle, Mangan und Kupfer geschürft. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR erlitt Georgien zunächst einen wirtschaftlichen Kollaps, da Russland eine Wirtschaftsblockade ausübte. Mehr als eine Mio. Menschen, vor allem besser Ausgebildete, verließen das Land. Außerdem kam es in dieser Phase zu Kämpfen in Südossetien. Dadurch sank das Produktionsniveau auf ein Viertel des Niveaus von 1989. Nur durch einen Kredit in der Höhe von 206 Mio. Dollar der Weltbank und des internationalen Währungsfonds, zuzüglich eines deutschen Kredits von 50 Mio. DM, konnte sich Georgien halten. Es verfügt über einen kleinen industriellen Sektor, der Maschinen, Chemikalien und Textilien erzeugt. In der sowjetischen Ära wurden Automobilwerke angelegt und Elektroloks erzeugt. Größter Handelspartner ist die Türkei, gefolgt von Russland und Aserbaidschan sowie Deutschland. Angebaut werden Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Äpfel, Weintrauben und Tee. Der Weinbau erfolgt in kleinbetrieblicher Struktur und nach traditionellen Keltermethoden. Es wird Rinder- und Schafzucht betrieben. In den letzten Jahrzehnten konzentrierte sich das Land auf den Tourismus.
GRIECHENLAND (GR)

Fläche
131.990 km2
Hauptstadt
Athen (5 Mio. Einw.)
Währung
1 Euro = 100 Cent
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
300 für vier Jahre gewählte Abgeordnete
Religion
Christen (98%), Muslime (1,3%), sonstige 0,7%)
Einwohner
11,1 Mio.
Sprache
Neugriechisch
Gliederung
13 Regionen
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
17. November
Nationalitäten/Ethnien
Griechen (98%), sonstige (2%)
Internet www.parliament.gr
Geschichte
Um etwa 5000 v. Chr. fanden die ersten Einwanderungen aus dem Norden und aus Kleinasien nach Griechenland statt. Die kretisch-minoische Kultur verfügte bereits über eine eigene Schrift, man trieb Handel mit dem gesamten Ägaisraum bis nach Ägypten. Ab etwa 2000 v. Chr. wanderten Indoeuropäer ein. Mit etwa 1600 v. Chr. ist die mykenische Kultur zu datieren. Ab 800 v. Chr. kam es zur Gründung von Stadtstaaten auf agrarischer Grundlage. Bereits Anfang des 6. Jh. sorgte Solon in Athen für Demokratisierung und Gesetzgebung. In der klassischen Periode des 5. und 4. Jh. v. Chr. brachten griechische Wissenschaftler und Philosophen jene kulturellen Ideen hervor, die noch heute die Grundlage für das europäische Denken sind. Griechische Seefahrer befuhren das ganze Mittelmeer und verpflanzten durch Koloniengründungen ihre Ideen im gesamten Mittelmeerraum. Immer wieder von äußeren Invasionen wie etwa von den Persern von außen bedroht, behauptete Griechenland dennoch seine kulturelle Vormachtstellung. Es war aber gleichzeitig Ausgangspunkt großer Eroberungen (334–330 v. Chr.), wie jener Alexanders des Großen, der die Hellenisierung der alten Welt einleitete. Auch nach Eroberung durch das Römische Reich ab 200 v. Chr. behielten die Griechen die kulturelle Suprematie. Nach Teilung des Römischen Reiches blieb Griechenland ein byzantinisches Kerngebiet. Nach dem Vierten Kreuzzug 1204, den die Venezianer nach Konstantinopel umlenkten, fielen Teile des heutigen Griechenland an Venedig. Nach und nach eroberten die Osmanen Teile des Gebietes, schließlich wurde fast ganz Griechenland nach dem Fall von Konstantinopel 1453 dem Osmanischen Reich untertan – bis auf Kreta und Korfu, die noch unter venezianischer Herrschaft verblieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jh. begann sich eine griechische Nationalbewegung zu formieren, die vielfach von westeuropäischen Staaten, vor allem von Frankreich und England unterstützt wurde. 1821 blieb die Erhebung unter Alexandros Ypsilanti erfolgreich, Griechenland erlangte 1832 seine Selbstständigkeit. Auf Drängen der europäischen Mächte wurde Otto von Wittelsbach als König eingesetzt. Doch weil er innenpolitisch ungeschickt agierte, wurde er 1863 durch Georg I. von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ersetzt, der sich eng an Großbritannien anschloss. Nach der Jahrhundertwende leitete Premier Eleutherios Venizelos Reformen ein, durch die Teilnahme an den Balkankriegen am Vorabend des Ersten Weltkrieges gewann Griechenland Thessaloniki, Kreta, Smyrna und Teile Makedoniens. 1917 dankte König Alexander I., der deutschfreundlich gesinnt war, ab. Premier Venizelos führte Griechenland auf die Seite der Entente. 1919 gewann Griechenland im Frieden von Sèvres Ostthrakien, verlor aber nach einem von England herbeigeführten Krieg gegen die Türkei alle Besitzungen in Kleinasien. 1924 wurde Griechenland Republik, erlebte aber ständige Krisen und häufige Regierungswechsel. Ende der zwanziger Jahre versuchte Venizelos noch einmal das Land zu stabilisieren, doch er scheiterte an der Weltwirtschaftskrise sowie seiner persönlichen Unfähigkeit. Die Folge war ein Chaos, das 1935 in eine Militärdiktatur mündete. König Georg II. wurde durch ein gefälschtes Plebiszit wieder auf den Thron gebracht, die Militärs etablierten einen Monarchofaschismus. 1940 wurde Griechenland von Italien überfallen, das damit jedoch hoffnungslos überfordert war, 1941 folgte daher der deutsche Angriff, die griechische Abwehrfront brach zusammen. König Georg II. floh mit einer Exilregierung nach Ägypten. Im Land selbst erhob sich eine spontane und breite Widerstandsbewegung, der bis 1,5 Mio. Menschen angehörten. Nach der Befreiung von den Deutschen wurde die Monarchie restituiert, doch es herrschte Bürgerkrieg mit den Kommunisten. Die von den USA unterstützte Regierung vermochte jedoch die Kommunisten auszuschalten, Rechtsregierungen kamen an die Macht. Erst zu Beginn der sechziger Jahre kam es zu einer Liberalisierung, doch 1967 putschte eine Gruppe von Offizieren und institutionalisierte ein Militärregime wie in den 30er Jahren. 1974 kam es zu einer schweren Krise mit der Türkei, da die Junta mit der sog. Enosis-Bewegung einen Anschluss Zyperns an Griechenland erzwingen wollte. Infolge der Zypern-Kriege wurde die Militär-Diktatur gestürzt und die Monarchie abgeschafft. Inzwischen ist Zypern zweigeteilt, der griechische Landesteil ist unabhängig und seit 2004 EU-Mitglied, Nordzypern ein türkischer Vasallenstaat.
Politisches System
Seit dem Jahr 1975 hat Griechenland eine 2001 novellierte Verfassung, sie enthält die üblichen Grund- und Menschenrechte – diese waren schon in der Verfassung des 19. Jh. festgeschrieben –, aber auch die Verpflichtung für den Staat, sowohl für die Gesundheit der Bevölkerung als auch für Vollbeschäftigung zu sorgen. Bei den Wahlen in die Nationalversammlung besteht Wahlpflicht. Der Staatspräsident wird alle fünf Jahre vom Parlament gewählt. Der griechische Premier verfügt über die politische Richtlinienkompetenz für sein Kabinett. Seit 1986 ist Griechenland Mitglied der EU, wobei die Zustimmung der Bevölkerung zur EU sehr groß ist. So stimmten etwa 90% der Bevölkerung für eine EU-Verfassung.
Nach wie vor das größte Problem ist das Verhältnis zur Türkei. Trotzdem bemüht sich Griechenland intensiv um eine Lösung und tritt auch für den Beitritt der Türkei zur EU ein. Außerdem gibt es einen bilateralen Streit wegen der Hoheitsgewässer, da Griechenland eine Zehn-Meilen-Zone beansprucht, die Türkei aber nur die üblichen sechs Meilen akzeptieren möchte.
Griechenland zeigte bisher auch Flagge bei allen regionalen Balkankooperationen, es nahm an Friedensmissionen teil und brachte 550 Mio. € für den Wiederaufbau der Balkanstaaten auf. Allerdings sind die politischen Positionen in Sachen Balkan eher proserbisch, und auch das Verhältnis zur früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien ist nach wie vor ungeklärt. Seitens der OECD wird von Griechenland die längst fällige Reform der Arbeits- und Sozialgesetzgebung eingefordert.
Wirtschaft
In den letzten Jahren zeigte die griechische Wirtschaft, die sehr von der EU profitiert, ein kräftiges Wachstum (2005 um 3,6%), das Wachstum ist jedenfalls stärker als der EU-Durchschnitt. Aber trotzdem lag die Arbeitslosenrate bei 10,4%, das Haushaltsdefizit mit 4,3% bewegte sich deutlich über dem Stabilitätspakt der EU. Derzeit wird ein strenges Sparprogramm gefahren, 2006 sollte das Defizit unter die Drei-Prozent-Marke gedrückt werden.
Bei der Energie ist Griechenland auf Erdgasimporte angewiesen, die größtenteils über Bulgarien aus Russland kommen. Nun plant Griechenland, sich an die aus dem Kaukasus kommende Pipeline anzuschließen. Ein entsprechendes Abkommen mit der Türkei wurde bereits geschlossen. Allerdings sichert man sich auch durch die Teilnahme an der transbalkanischen Pipeline von Burgas nach Alexandropolis gegenüber der Türkei ab. Nur 42% des Energiebedarfs kommen aus dem Land selbst.
Noch ist Griechenland stark von der Landwirtschaft geprägt, wenn auch ihre Bedeutung mehr und mehr zurückgeht. Ende der neunziger Jahre waren noch 19% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig. Angebaut werden Zitrusfrüchte, Getreide, Baumwolle, Tabak, Wein und Oliven. Griechenland besitzt etwa 133 Mio. Olivenbäume. Zumeist ist die Agrarstruktur kleinteilig, vorwiegend Familienbetriebe.
Der Fischfang kann die Nachfrage kaum decken. Eine der Ursachen ist die Überfischung der Ägäis.
Entscheidende Zuwächse erfuhr die Industrie erst nach dem Zweiten Weltkrieg, es handelt sich vor allem um verarbeitende Industrie und Bauwirtschaft. Von großer Bedeutung und traditionell ist die Konservenindustrie. In der Außenhandelsbilanz schlagen sich die Aluminiumerzeugung und die Verhüttung von Nickel positiv nieder. Der Schiffbau bringt ebenfalls Devisen. Ein Nachteil der Industriestandorte ist, dass sie sich um Athen und Thessaloniki konzentrieren, aber nicht auf das Land aufgeteilt sind; dies ist jedoch mit einem Blick auf die Topographie des Landes durchaus nachvollziehbar.
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