Kitabı oku: «Die Staaten der Erde», sayfa 4
DÄNEMARK (DK)

Fläche
43.094 km2
Hauptstadt
Kopenhagen (1,4 Mio. Einw.)
Währung
1 Dän. Krone = 100 Øre
Staatsform
Parlamentarische Monarchie
Parlament
Folketing mit 179 für vier Jahre gewählten Abgeordneten
Religion
Christen 89%, Muslime 2%, sonstige 9%
Einwohner
5,4 Mio.
Sprache
Dänisch
Gliederung
14 Kreisgemeinden
Staatsoberhaupt
König/Königin
Nationalfeiertag
5. Juni
Nationalitäten/Ethnien
Dänen 96%, Asiaten 2%, sonstige 2%
Internet www.denmark.dk
Geschichte
Gorm der Alte bildete in der ersten Hälfte des 10. Jh. einen Staat, der sich aus den Regionen Jütland, Schonen und Schleswig zusammensetzte. Zuvor hatten sich die dort siedelnden Dänen erfolgreich gegen Invasionen des Frankenreiches behaupten können. Noch vor dem Jahr 1000 wurde das Christentum Staatsreligion. Im ersten Viertel des 11. Jh. expandierten die Dänen unter Knut dem Großen sogar bis zur britischen Insel, aber diese Invasion blieb eine Episode. Immer wieder kam es mit den Schweden zu Auseinandersetzungen um Gebiete, ab dem 14. Jh. herrschten die Dänen in Schleswig und Holstein und sogar in Estland. Die Herrschaft über Schleswig und Holstein machte die dänischen Herrscher auch zu deutschen Reichsfürsten, was sie bis zum Zerfall des Reiches 1806 blieben. 1380 gewannen sie Norwegen und Island. Eine weitere Expansion nach Süden scheiterte am entschiedenen Widerstand der Hanse, die sich 1370 im Frieden von Stralsund ein Handelsmonopol in Dänemark sicherte. Trotzdem wahrten die Dänen in der Ostsee eine klare Vormachtstellung, die etwa 1425 mit der Einführung des Sundzolles für nicht-dänische Schiffe ihren sichtbaren Ausdruck fand. Die Zeit der Reformation führte in Dänemark zu Auseinandersetzungen zwischen Krone und Bürgertum einerseits, dem Adel andererseits, wobei sich letzterer durchsetzte, was zur Leibeigenschaft für viele früher freie Bauern führte. Über die Jahrhunderte konstant blieb jedoch der Zwist mit Schweden um die Vorherrschaft in der Ostsee. Während des 30-jährigen Krieges kam es zu einer missglückten dänischen Intervention, König Christian IV. unterlag Wallenstein und musste sich völlig aus den deutschen Angelegenheiten zurückziehen. Ende des 18. Jh. trat Dänemark als einer der ersten europäischen Staaten für die Abschaffung von Sklavenhandel und Leibeigenschaft ein. Diese liberale Haltung führte dazu, dass Dänemark während der Französischen Revolution und danach ein Zentrum der deutschen Jakobiner wurde. Dänemark nahm auch nicht an der antinapoleonischen Koalition der europäischen Mächte teil, sodass 1807 Helgoland an Großbritannien verloren ging. Damals musste auch Norwegen an Schweden abgetreten werden. In der Mitte des 19. Jh. kam es zum Konflikt mit der deutschen Nationalbewegung wegen Schleswig und Holstein, im Krieg mit Preußen und Österreich gingen beide Provinzen 1864 verloren. Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark neutral, 1918 musste Island als selbstständiges Königreich in Personalunion mit der dänischen Krone anerkannt werden. 1944 wurde Island unabhängige Republik.
Politisches System
Auf Grund der Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges gehörte Dänemark nach 1945 zu den Mitbegründern der NATO, weitere Leitlinien seiner Politik sind die enge Zusammenarbeit mit den skandinavischen Staaten, vor allem im 1951 gegründeten Nordischen Rat. 1953 gab sich das Land eine neue Verfassung, die auch die weibliche Thronfolge ermöglichte. Grönland und die Färöer-Insel, die beide seit dem 18. Jh. zu Grönland gehören, entsenden je zwei Abgeordnete in den Folketing.
Wirtschaft
Dänemark, bis zum Zweiten Weltkrieg vorwiegend Exporteur von Agrargütern, baute nach dem Zweiten Weltkrieg eine florierende weiterverarbeitende Industrie auf. Inzwischen ist der Export von Industriegütern viermal so hoch wie der von Agrarprodukten. Typisch für Dänemark ist die klein- und mittelbetriebliche Struktur. Nur mehr 3,4% der Arbeitskräfte sind im Agrarsektor tätig. Obwohl fast alle Rohstoffe importiert werden müssen, ist die Metallverarbeitung der wichtigste Industriezweig. Die Bedeutung des einmal florierenden Schiffsbaus ist im Abnehmen. Daneben verfügt Dänemark über eine der größten Fischfangflotten Europas.
DEUTSCHLAND (D)

Fläche
357.022 km2
Hauptstadt
Berlin (3,3 Mio. Einw.)
Währung
1 Euro = 100 Cent
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Bundestag mit 614 und Bundesrat mit 69 Mitgliedern
Religion
Christen (66,8%): davon Katholiken (33,4%), Protestanten (33,4%); Muslime (3,1%), Juden (0,1%), sonstige (30%)
Einwohner
82,7 Mio.
Sprache
Deutsch
Gliederung
16 Bundesländer
Staatsoberhaupt
Bundespräsident
Nationalfeiertag
3. Oktober
Nationalitäten/Ethnien
Deutsche (91,1%), Türken (2,5%), sonstige (6,4%)
Internet www.bundesregierung.de
Geschichte
In vorchristlicher Zeit lebten im heutigen Deutschland keltische und germanische Stämme. Die linksrheinische Gebiete sowie die Regionen südlich der Donau wurden um die Zeitenwende römische Provinzen. Rhein und Donau bildeten den so genannten Limes (= Grenze) zwischen römischem und germanischem Einflussbereich. Nach dem Einfall der Hunnen setzte die Völkerwanderung ein, die für das Weströmische Imperium zum Untergang führte. In Deutschland etablierte sich im 6. Jh. mit den Franken ein einheimisches Königtum, das nach allen Richtungen expandierte. Die im Nordosten etwa im 7. Jh. eingewanderten Slawen wurden assimiliert, die im Norden ansässigen Sachsen mit brutaler Härte unter Karl dem Großen unterworfen und zwangschristianisiert. Karl der Große herrschte über ein mittel- und westeuropäisches Reich, das sich bis Österreich und nach Oberitalien erstreckte. Unter seinen Nachfolgern kam es 843 mit dem Vertrag von Verdun zur Dreiteilung dieses Reiches, das Ostfrankenreich wurde ab dem 10. Jahrhundert als »regnum teutonicum« (Deutsches Reich) bezeichnet. Rückgreifend auf die Reichsidee Karls des Großen ließ sich Otto I. 962 in Rom krönen, doch die territoriale Zersplitterung in zahlreiche kleinere und größere souveräne Fürstentümer und freie Reichsstädte wurde ab dem Hochmittelalter zum Problem. Das Prinzip des Wahlkönigtums erforderte jeweils Zugeständnisse an die Lehensinhaber, was zur Schwächung des Königtums führte. Trotz Auseinandersetzungen mit dem Papsttum (Investiturstreit) gelang es etwa Friedrich II. aus dem Hause der Staufer, über ein Reich zu gebieten, das von der Nordsee bis nach Sizilien reichte. Nach dem Ende des letzten Staufers verfiel die Königsmacht im Reich weiter, es kam zu Doppelwahlen, trefflich wurde diese Zeit als Interregnum bezeichnet. Dieses wurde durch die Wahl Rudolfs von Habsburg beendet, mit ihm betrat ein aus der heutigen Schweiz stammendes Geschlecht die politische Bühne. Zur Stärkung seiner Königsmacht verhalf er seiner Familie zu einer territorialen Hausmacht, konnte aber die Kaiserkrone noch nicht für seine Familie sichern. Erst nach dem Aussterben der Luxemburger mit Kaiser Sigismund 1438 trat mit seinem Schwiegersohn Albrecht wieder ein Habsburger an die Spitze des Reiches. Die Habsburger stellten bis auf eine kurze Unterbrechung von 1740 bis 1745 bis zum Ende des Reiches 1806 den römischen König. Friedrich III. legte den Grundstein für das habsburgische Großreich. Sein Sohn Maximilian nahm ohne Krönung den Titel eines Kaisers an. Sein Verdienst ist zweifelsohne, eine Reichsreform in die Wege geleitet zu haben. Unter seinem Nachfolger Karl V. breitete sich die Reformation aus, die das Reich polarisierte. An den Grenzen drohten die Osmanen (1529 erste Türkenbelagerung Wiens). Die Verelendung des Bauernstandes führte zu regionalen Aufständen der Bauern, die sich großteils der neuen protestantischen Religion anschlossen. So war eine kriegerische Auseinandersetzung um religiöse Zugehörigkeit verbunden mit klaren Machtfragen nicht zu vermeiden. Der Dreißigjährige Krieg, der Deutschland in ein Chaos stürzte, das Land entvölkerte und nur Sieger im Ausland brachte, schwächte die Macht des Herrschers weiter. Die Zersplitterung des Reiches förderte den Aufstieg zielbewusster Territorien wie etwa Preußens. Unmittelbar nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges sah sich das Reich von zwei Seiten bedrängt, einerseits von den Eroberungskriegen des französischen »Sonnenkönigs« Ludwig XIV., anderseits von den nach außenpolitischen Erfolgen drängenden Osmanen. Letztere konnten durch einen gemeinsamen Einsatz einiger deutscher Fürsten und der unmittelbar bedrohten Habsburger 1683 vor Wien endgültig in die Schranken gewiesen werden. Das 18. Jh. stand im Zeichen der Auseinandersetzung zwischen dem Habsburgerreich, das nach dem Aussterben der männlichen Linie durch Maria Theresia, Tochter Karls VI., regiert wurde, und der aufstrebenden Macht Preußen. Dem Ansturm der napoleonischen Heere fielen nicht nur Randgebiete Deutschlands zum Opfer, sondern auch das längst zu schwache Reichsgebilde selbst. 1806 legte der letzte deutsche Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Franz II. die Kaiserkrone nieder. Nutznießer dieser Entwicklung waren die größeren deutschen territorialen Staaten wie Preußen, Bayern oder Württemberg. Der restaurative Wiener Kongress formte den Deutschen Bund, bestehend aus 38 Einzelstaaten, die von Österreich bzw. Preußen dominiert wurden. Ein Konflikt der beiden um die Vormacht war damit programmiert. Die Märzrevolution des Jahres 1848 zwang die konservativen Herrscher zu vorläufigen Zugeständnissen, wie der Einrichtung der Frankfurter Nationalversammlung. Ganz im Sinne des neuen Nationalismus schuf diese einen Verfassungsentwurf für eine deutsche konstitutionelle Monarchie, die jedoch am Einspruch Preußens scheiterte. 1866 kam es zum Zusammenstoß zwischen Preußen und Österreich, der mit der Niederlage Österreichs und seinem Herausdrängen aus dem Reich endete. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 wurde 1871 in Versailles das Deutsche Kaiserreich proklamiert. Mit der Thronbesteigung Wilhelms II. 1888 setzte eine expansive deutsche Politik ein, die auf militärische Überlegenheit und auch auf den Erwerb überseeischer Kolonien setzte. Dies brachte sie in Gegensatz zu den anderen europäischen Mächten, vor allem Frankreich und Großbritannien, die sich 1904 in der Entente cordiale zusammenfanden. Das Attentat von Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger setzte die Automatik des Bündnissystems in Gang, der Erste Weltkrieg brach aus. Deutschland unterlag, fast drei Millionen Menschen verloren ihr Leben. Deutschland wurde Republik, durch die Friedensverträge belastet mit Reparationszahlungen und Kriegsschuld, konnte sich keine stabile innenpolitische Lage entwickeln. Die demokratischen Kräfte wurde vielfach durch Anschläge und Aufstände diffamiert, die Wirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahr trug zur Destabilisierung bei. Dies förderte das Aufkommen rechtsnationaler Gruppierungen wie der NSDAP, die schließlich 1933 mit dem aus Österreich stammenden Adolf Hitler den Reichskanzler stellte. Dieser wandelte das Land in kürzester Zeit in einen autoritären, expansionistischen Staat um, in dem politische Gegner verfolgt und andere Meinungen unterdrückt wurden. Konzentrationslager, Gestapo und Rassengesetze gegen jüdische Bürger wurden zum Machterhalt eingesetzt. Der vom Zaun gebrochene Zweite Weltkrieg, um Lebensraum zu erobern, Schulden bei der Großindustrie einzulösen und das Wort vom »Großdeutschen Reich« wahr zumachen, endete in der größten Katastrophe der deutschen Geschichte. Belastet mit dem systematischen Massenmord an den Juden, erlitt Deutschland nach diesem Krieg nicht nur beachtliche Gebietsverluste, sondern auch einen weltweiten Verlust an Glaubwürdigkeit. Bis zum Jahr 1990 blieb Deutschland formal unter alliierter Hoheit. In den westlichen Besatzungsgebieten formte sich die deutsche Bundesrepublik, die sich 1949 mit dem Grundgesetz eine demokratische Verfassung gab. Gleichzeitig entstand in der sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik, ein sowjetischer Satellitenstaat. Diese Trennung in zwei Staaten und zwei Systeme, durch den Kalten Krieg einzementiert, wurde von der Bundesrepublik offiziell nie anerkannt (Hallstein-Doktrin). Die Wiedervereinigung Deutschlands blieb immer primäreres Ziel der deutschen Außenpolitik. In der Ära Willy Brandts wurde eine »Neue Ostpolitik«, die auf Verständigung setzte, eingeleitet. Doch erst der Zusammenbruch des kommunistischen Systems in Russland brachte 1989/90 die Wende und damit die Wiedervereinigung.
Politisches System
Deutschland ist eine Bundesrepublik, die aus 16 teilsouveränen Bundesländern besteht. Basierend auf dem Grundgesetz von 1949 ist sie ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident, der für fünf Jahre von der Bundesversammlung gewählt wird und dem vor allem repräsentative Aufgaben zukommen. Die Richtlinienkompetenz für die Führung der Politik ist Aufgabe des Bundeskanzlers. Deshalb wird die Bundesrepublik auch als »Kanzlerdemokratie« bezeichnet. Auf Bundesebene wie auf Länderebene bestehen legislative, exekutive und judikative Elemente. Grundsätze deutscher Außenpolitik sind die Bindung an das westliche Bündnissystem und der Anteil an der europäischen Integration. Seit 1950 ist Deutschland Mitglied des Europarates, 1957 gehörte es zu den Mitunterzeichnern der Römischen Verträge. 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr nicht an Angriffskriegen beteiligen, sie besitzt lediglich die Verteidigungskompetenz. Seit der Wiedervereinigung beteiligte sich die Bundeswehr mit ausdrücklicher Zustimmung des Bundestages an friedenserhaltenden und friedensstiftenden Einsätzen. Außerdem ist Deutschland bemüht, an der Gestaltung einer europäischen Außen- und Sicherheitspolitik mitzuarbeiten. Sehr aktiv bemüht sich die Bundesrepublik um eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts. Abgelehnt wurde der US-amerikanische Krieg im Irak, da man das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen bezweifelte. Mit dem Iran versucht Deutschland im Dialog zu bleiben, um diesen zu veranlassen, auf das Atomprogramm zu verzichten.
Wirtschaft
Die wirtschaftspolitische Harmonisierung Ostdeutschlands mit dem Westen nach der Wiedervereinigung wurde zu einer unterschätzten Kraftprobe für die deutsche Wirtschaft. Nach der anfänglichen Euphorie über die Währungseinheit kam es zu einem massiven Stellenabbau und damit zu hohen Arbeitslosenzahlen. Trotzdem gehört Deutschland nach wie vor zu den führenden Industrienationen der Welt, wobei der industrielle Anteil zu Gunsten des tertiären Sektors im Schwinden begriffen ist. Die sehr exportorientierte Industrie punktet vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Automobil- und Fahrzeugbau sowie in der Elektroindustrie. Chemische Industrie und Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind weitere florierende Bereiche. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen etablierte sich eine spezialisierte Hightech-Industrie, etwa was den Anlagenbau und die Weltraumtechnik betrifft.
Deutschland verfügt nur über wenige Rohstoffe, es gibt nur ergiebige Kohlelagerstätten, geringe Vorkommen an Eisenerz, Blei und Zink. Die Energievorsorgung erfolgt großteils durch Erdöl- und Erdgasimporte, sowie durch Kernkraftwerke. Der Ausstieg aus letzteren und der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist deklariertes politisches Ziel.
Mehr als 50% der deutschen Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, von Wald bedeckt sind fast 30%. Die deutsche Landwirtschaft ist äußerst leistungsfähig, aber – wie in der gesamten EU – hoch subventioniert. Bei den Betriebsgrößen überwiegen Klein- und Mittelbetriebe. Nur im Osten wurden die ehemals kollektivierten Betriebe in große und leistungsstarke Genossenschaften bzw. privatwirtschaftliche Kooperationen umgewandelt.
ESTLAND (EST)

Fläche
45.100 km2
Hauptstadt
Tallinn (404.000 Einw.)
Währung
1 Estnische Krone = 100 Senti
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Staatsversammlung mit 101 auf drei Jahre gewählten Abgeordneten
Religion
Protestantisch, Estonisch- und Russisch-Orthodox
Einwohner
1,3 Mio.
Sprachen
Estnisch, Russisch
Gliederung
15 Bezirke
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
24. Februar
Nationalitäten/Ethnien
Esten 65%, Russen 28%, sonstige 7%
Internet www.riik.ee/en
Geschichte
Estland wurde ab dem 12. Jh. von Deutschen und Dänen unterworfen und christianisiert. Seit Mitte des 16. Jh. unter schwedischer Herrschaft, blieb der Norden des Landes nach dem Livländischen Krieg ein Landesteil Schwedens, der Süden wurde Polen zugeschlagen. 1721 geriet Estland nach dem Nordischen Krieg, den Schweden verloren hatte, gemeinsam mit Livland durch den Frieden von Nystad unter russische Herrschaft. Unter dem zaristischen Regime, das immerhin bis zur russischen Oktoberrevolution dauerte, durfte nicht einmal die estnische Sprache gesprochen werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Estland ebenso wie die beiden anderen baltischen Staaten unabhängig. Einen Einmarsch der Roten Armee konnte Estland 1919 mit Unterstützung von deutsch-baltischen Truppen abwehren. Im Frieden von Dorpat 1920 war die Sowjetunion bereit, die Unabhängigkeit des Landes anzuerkennen.
Das unabhängige Estland nach dem Ersten Weltkrieg gab sich eine parlamentarische Verfassung, in einer umfassenden Agrarreform wurde die Vormachtstellung des Grund besitzenden deutschen Adels beseitigt. In den dreißiger Jahren driftete Estland wie so viele europäische Staaten in eine autoritäre Regierungsform ab.
Lange konnte Estland sich aber nicht seiner Unabhängigkeit erfreuen, denn auf Grund des deutsch-russischen Abkommens (Hitler-Stalin-Pakt) von 1939 gehörte es zum sowjetischen Interessengebiet und wurde daher 1940 von der Roten Armee besetzt. Ein Jahr später folgte die Besetzung durch die deutsche Wehrmacht, die das Land bis zum Einmarsch der Sowjets in ihren Händen behielt. Danach wurde Estland eine sowjetische Teilrepublik. Nach der Wende in Osteuropa erklärte sich Estland für unabhängig. 1991 schloss es sich mit Lettland und Litauen zum Baltischen Rat zusammen, eine Kooperation, die von den drei baltischen Staaten bereits 1934 in Genf lanciert worden war.
Politisches System
Gemeinsam strebten die drei Staaten nach der Wende die NATO-Mitgliedschaft an. Auch die Mitgliedschaft in der EU stand auf der außenpolitischen Wunschliste ganz oben, 1995 stellte Estland den offiziellen Antrag. 2003 stimmten 67% der Bewohner für einen EU-Beitritt. Den Grundsatz der Kooperation wahrte Estland dabei im Verhältnis zu den anderen skandinavischen Staaten. Estland profilierte sich als aktiver UN-Partner durch Teilnahme an friedenserhaltenden Operationen bzw. innerhalb der NATO bei PfP (Partnership for Peace). So entsandte Estland Kontingente in den Kosovo (KFOR), nach Bosnien (SFOR) und Afghanistan (ISAF), ebenso in den Irak. Die Bevölkerung unterstützt dieses Engagement im Bereich von UNO und NATO nachdrücklich. Auch politisch gehört Estland zu den innovativsten Ländern, in Estland besteht bereits die Möglichkeit, das Wahlrecht via Internet auszuüben.
Wirtschaft
Estland gehört zu den am schnellsten wachsenden Märkten Europas, der baltische Raum ist immerhin ein Markt von 90 Mio. Einwohnern. Ein begünstigender Umstand ist die Flat tax, sowie eine generelle Einkommensteuer von 23%. Der Wirtschaftsboom resultiert aus einem rasch wachsenden Telekommunikationssektor und aus Einkünften aus dem steigenden Transitverkehr. 80% des estnischen Handels geht in die EU-Staaten, Haupthandelspartner sind Finnland, Schweden und Deutschland. Inzwischen ist das Land auch ein attraktiver Investmentplatz. Seinerzeit verstaatlichte Industriezweige wurden privatisiert, wie etwa die gesamte Infrastruktur, also Flughafen, Seehäfen, Telefon, Strom. Unmittelbar nach der Unabhängigkeit von Russland war Estland sehr von russischen Energieimporten abhängig. Trotzdem wurde der Rubel 1992 abgeschafft, die estnische Währung orientiert sich inzwischen am Euro.
FINNLAND (FIN)

Fläche
338.145 km2
Hauptstadt
Helsinki (525.000 Einw.)
Währung
1 Euro = 100 Cent
Staatsform
Parlamentarische Republik
Parlament
Reichstag mit 200 für vier Jahre gewählten Abgeordneten
Religion
Christen 89%, Konfessionslose 9%, sonstige 2%
Einwohner
5,3 Mio.
Sprachen
Finnisch, Schwedisch
Gliederung
5 Provinzen und Åland-Inseln
Staatsoberhaupt
Präsident
Nationalfeiertag
6. Dezember
Nationalitäten/Ethnien
Finnen 93%, Schweden 5%, sonstige 2%
Internet www.virtual.finland.fi
Geschichte
Finnland stand ab der Mitte des 12. Jh. unter schwedischer Oberhoheit, nachdem zuvor schwedische Mönche das Land christianisiert hatten. Nach dem schwedisch-russischen Krieg von 1809 ging das Land in russischen Besitz über, es wurde ein autonomes Großfürstentum im Rahmen des Zarenreiches. Die Oktoberrevolution von 1917 läutete auch für Finnland den Weg in die Unabhängigkeit ein, 1919 erklärte sich das Land für selbstständig. Schon 1918 hatte Finnland mit dem Deutschen Reich einen Sonderfrieden geschlossen. Im Juni 1918 kam es unter dem Eindruck der russischen Revolution auch in Finnland zu Aufständen, die jedoch von General Carl Gustav Mannerheim mit Hilfe deutscher Truppen niedergeschlagen wurden. Im Frieden von Dorpat 1920 erhielt Finnland den Hafen von Petsamo zugesprochen. Damit hat es einen Zugang zum Eismeer. Doch nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges versuchte Russland wieder, Finnland durch Gebietsansprüche unter seine Kontrolle zu bringen. 1939 und 1940 führte Finnland höchst erfolgreich für so eine schwache Militärmacht den Winterkrieg gegen die Sowjetunion, im Anschluss daran kämpfte es auf deutscher Seite gegen Russland bis 1944. Die Niederlage in diesem Krieg wurde durch den Pariser Friedensvertrag mit Russland im Jahr 1947 besiegelt: Finnland musste sich auf einen neutralen Status mit einem speziellen Nachbarschaftsverhältnis (Abschluss eines Beistands- und Freundschaftsvertrages 1948, 1955 um 20 Jahre verlängert) zur Sowjetunion verstehen und dorthin 300 Mio. Dollar Reparationen leisten. Außerdem gingen Karelien und das an Nickelvorkommen reiche Gebiet um Petsamo an die Sowjetunion.
Politisches System
Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Finnland der UNO bei, wurde Mitglied des Nordischen Rates, gehörte zunächst wegen seiner Neutralität ab 1951 zur EFTA, seit 1995 ist Finnland Mitglied der Europäischen Union. Nach der Wende in Osteuropa erklärte Finnland seine von Russland diktierte Neutralität für nicht mehr zeitgemäß, es gehört aber keinem Militärbündnis an. Oftmals beteiligte sich Finnland an friedenserhaltenden Operationen der UNO oder an PfP (Partnership for Peace)-Programmen der NATO.
Finnlands Präsident wird für sechs Jahre gewählt, auf Grund der Verfassung stehen ihm oder ihr auch Exekutivrechte zu. Außerdem verfügt er über eine Richtlinienkompetenz in der Außenpolitik. 2000 wurde erstmals eine Frau, nämlich Tarja Halonen zur Präsidentin gewählt, 2006 wurde sie im Amt bestätigt.
Die Finnland im Westen vorgelagerten Ålandsinseln – sie wurden Finnland 1921 durch den Völkerbund zugesprochen – sind ein autonomes Gebiet.
Wirtschaft
Da ein Viertel des Landes nördlich des Polarkreises liegt, sind die Winter extrem kalt, die Sommer können sehr warm werden. Im Winter sind mehr als 50 Tage ohne Sonne, im Sommer geht 73 Tage lang die Sonne nicht unter. Die extreme nördliche Lage und die geographischen Verhältnisse sind auch für die geringe Bevölkerungsdichte von nur 15 Personen pro Quadratkilometer verantwortlich. Zwei Drittel der finnischen Bevölkerung leben in urbanen Räumen. Finnland ist zu drei Viertel von Wald bedeckt und hat etwa 190.000 Seen und fast ebenso viele Inseln. Die Holzwirtschaft spielte eine bedeutsame Rolle, sie ist auch Grundlage eines wichtigen Industriezweiges.
Im letzten Jahrzehnt baute Finnland eine florierende Elektronikindustrie auf, die gemeinsam mit der Metall verarbeitenden Industrie 60% des Exportes ausmacht. Finnland ist eines der führenden europäischen Länder, was die Nutzung des Internets betrifft, inzwischen gibt es mehr mobile Telefone als Festnetzanschlüsse.








