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Kitabı oku: «Waldröschen X. Erkämpftes Glück. Teil 3», sayfa 5

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7. Kapitel

Kurt schlich sich durch das geöffnete Klostertor und schritt den Weg hinab. Unten angekommen, war es ihm, als ob er ein leises Waffengeklirr vernehme. Er blieb also stehen und horchte aufmerksam in das Dunkel hinein. Da rief es so nahe neben ihm, daß er fast erschrocken zusammenfuhr:

»Halt! Werda?« – »Gut Freund«, antwortete er. – »Die Losung?« – »Miramara!« – »Gut! Du bist der richtige. Komm!«

Kurt wurde beim Arm gepackt und eine ziemliche Strecke vom Weg seitwärts abgeführt. Dort sah er trotz der Dunkelheit zahlreiche Männer und Pferde stehen. Eine Gestalt trat ihnen entgegen und fragte:

»Ist er da?« – Ja, hier«, antwortete der Mann, der Kurt geführt hatte. – »Wer bist du?« fragte die Gestalt. – »Ich hoffe, daß Ihr es bereits wißt«, antwortete der Gefragte. – »Allerdings. Ich frage nur der Sicherheit wegen.« – »Mein Name ist Manfredo.« – »Verwandt mit …« – »Neffe des Paters Hilario.« – »Das stimmt. Ist oben das Tor offen?« – »Nein.« – »Donnerwetter! Warum nicht?« – Ich würde schön ankommen, wenn ich es öffnen wollte!« – »Bei wem denn?« – »Beim Kommandanten.« – »Ist denn ein Kommandant da oben?« – »Natürlich.« – »Aber davon wurde mir ja gar nichts gesagt!« – »Das läßt sich denken. Die Kerle sind ja erst seit Mitternacht dort oben.« – »Welche Kerle?« – »Nun, die Republikaner.« – »Alle Wetter! Leute des Juarez?« – Ja.« – »Wie viele?« – »Fünfzig Mann.« – »Was wollen sie denn im Kloster?« – »Hm. Ob sie Wind bekommen haben? Der Anführer fragte nämlich in einem höhnischen Ton, ob wir vielleicht heute nacht Besucht erwarteten.« – »Ah! Sie haben eine Ahnung. Aber sein Hohn soll ihm schlecht bekommen. Wir werden hinaufreiten und die Kerle zusammenhauen.« – »Wenn das nur ginge, Señor.« – »Warum soll das nicht gehen?« – »Könnt Ihr durch die Mauern oder durch verschlossene Tore reiten?« – »Das nicht; aber wir können verschlossene Tore aufsprengen.« – »Und sich vorher von denen, die dahinter stehen, erschießen lassen.« – »Pah! Es sind nur fünfzig Mann!« – »Aber diese fünfzig Mann hinter Mauern sind mehr zu fürchten als die zehnfache Zahl im offenen Feld.« – »Das ist wahr. Verdammt! Ich habe Befehl, mich des Klosters auf alle Fälle zu bemächtigen.« – »Und ich habe den Befehl, Euch auf alle Fälle hinzubringen.« – »Das ist nun doch nicht möglich.« – »Warum nicht?« – »So gibt es wohl eine Pforte, die nicht besetzt oder bewacht ist?« – »Das nicht. Aber diese klugen Republikaner haben vergessen, daß alte Klöster geheime, unterirdische Gänge zu haben pflegen.« – »Alle Teufel! Gibt es hier einen?« – »Ja.« – »Ist er gefährlich?« – »Ganz und gar nicht. Ihr kommt durch denselben in das Innere des Klosters, ohne von einem einzigen Menschen bemerkt zu werden. Die Republikaner kampieren im Hof und Garten.«

Der Anführer stieß ein kurzes, befriedigtes Lachen aus.

»Welch eine Überraschung«, meinte er, »wenn es Tag wird, und sie sehen uns als Herren des Platzes, den sie verteidigen sollen! Wo ist der geheime Eingang?« – »Gar nicht weit von hier, da links hinüber.« – »Aber wir brauchen Laternen.« – »Nur zwei, und die sind vorhanden.« – »So führe uns! Aber was wird mit den Pferden?« – »Laßt einige Leute hier bei ihnen. Wenn ich Euch an Ort und Stelle gebracht habe, kehre ich zurück und bringe sie an einen sicheren Ort.«

Der Anführer hegte nicht das mindeste Mißtrauen. Er handelte ganz nach Kurts Vorschlägen.

Als die lange Kolonne in den Steinbruch kam, tönte ihnen ein Halt entgegen.

»Guter Freund«, antwortete Kurt. – »Die Losung?« – »Miramara.« – »Alles in Ordnung!« – »Donner und Doria! Wer ist das?« fragte der Anführer. – »Ein Kamerad von mir. Wir müssen doch wenigstens zweie sein, um Euch zu führen.« – »Hm. Ist der Kerl sicher?« – »Das seht Ihr aus dem Umstand, daß er die Losung kennt.« – »Mag sein. Wo ist der Eingang?« – »Hier«, antwortete Sternau, indem er in das Loch trat und die Blendlaterne öffnete, um ihren Schein auf die Umgebung fallen zu lassen. Eine zweite Laterne reichte er Kurt hin. – »Wer geht voran?« fragte der Offizier. – »Ich«, meinte Kurt. – »Und dieser da hinterher?« – »Ja.« – »Da haben wir zu wenig Licht; aber es ist zu spät, dies abzuändern. Vorwärts also!«

Kurt stellte sich an die Spitze und betrat den Gang. Der Anführer folgte gleich hinter ihm. Langsamen Schrittes setzte sich der Zug, einer hinter dem anderen, in Bewegung, aus einem Gang in den anderen.

Nach kurzer Zeit wurde derjenige erreicht, wo die Explosion vor sich gehen sollte. Kurt hatte ihn schon ganz durchschritten und stand an der Tür, die Sternau offengelassen hatte. Nur noch ein Schritt, so hatte er den Gang hinter sich, und es war ihm möglich, das Pulver anzubrennen. Daß dies an der rechten Seite des Ganges hart an die Mauer gestreut werden solle, hatte er mit Sternau ausgemacht.

Dieser letztere war jedenfalls noch zurück und hatte, hinter dem Zug hergehend, den Gang noch gar nicht erreicht. Um Zeit zu gewinnen, hielt Kurt das Windloch seiner Laterne zu, und sofort verlöschte dieselbe.

»Donnerwetter! Was machst du denn?« fragte der Offizier. – »Nichts. Ich bin nicht schuld«, antwortete Kurt, »Es kam ein Zug durch die Tür her.« – »Hast du Hölzer?« – Ja.« – »So brenne wieder an.«

Kurt kauerte sich nieder, als ob das Licht sich in dieser Stellung besser anbrennen lasse und strich das Hölzchen an. Beim Aufflackern desselben erkannte er deutlich den Pulverstrich, den Sternau gestreut hatte.

»Manfredo«, rief es glücklicherweise in diesem Augenblick von hinten her. – »Ja«, antwortete er.

Zugleich hielt er die Flamme des Hölzchens an das Pulver. Ein blaugelber Blitz zuckte von den beiden Enden des Ganges nach dem Mittelpunkt zu. Kurt sprang zur Tür hinaus, warf dieselbe zu und schob die Riegel vor. Dann erst brannte er die Laterne wieder an und lauschte.

Er hörte hinter der Tür ein wirres Rufen und Fluchen, es folgte ein vielstimmiges Ächzen, das nach und nach verstummte, und dann ward es still. Das Pulver hatte seine Wirkung getan.

Jetzt eilte Kurt nach oben, um Hilfe zu holen. Grandeprise, Gerard, André, die Indianerhäuptlinge, kurz alle außer Don Ferdinando, der zu schwach war, folgten ihm. Sie mußten sich, an Ort und Stelle angelangt, in vorsichtiger Entfernung halten, um, als Kurt die Tür öffnete, von dem Geruch nicht erreicht zu werden. Nach einiger Zeit jedoch hatte sich derselbe so weit verflüchtigt, daß man zu den Gefangenen konnte.

»Kurt«, rief es von hinten.

Es war Sternau, der die Laternen da vorn gesehen hatte. »Ja«, antwortete der Angerufene. – »Gelungen bei dir?« – »Ja.« – »Dann schnell entwaffnen und sie wieder einschließen.« Dies wurde in aller Eile besorgt, während Sternau von seiner Seite beschäftigt war, den Eingang im Steinbruch wieder zu maskieren. Als er zu den anderen kam, waren diese fertig.

»Das ist ein Streich«, meinte der Kleine André. »Den werden diese Kerle gewiß nie vergessen.« – »Wir sind noch nicht fertig«, entgegnete Sternau. »Wo hat man die Pferde gelassen?« – »Unten, unweit des Weges«, antwortete Kurt. – »Wie viele Männer sind bei ihnen?« – »Da es dunkel war, konnte ich sie nicht zählen.« – »Viele können es nicht sein. Wir werden es mit ihnen kurz machen.« – »Sie überfallen?« fragte Andre. – »Ja.« – »Ich würde einfacher verfahren«, meinte Kurt. – »Wie?« – »Ich gehe hinab zu den Wärtern und sage, daß wir glücklich im Kloster angekommen sind und die Republikaner überwältigt haben.« – »Du denkst, sie werden dir mit den Pferden folgen und uns so von selbst in die Hände laufen?« – »Ja.« – »Hm. Möglich wäre es, daß sie dumm genug sind. Mit unseren Kavalleriepferden brächten sie es nicht fertig; die mexikanischen Tiere aber folgen wie die Pudel, wenn sie einmal eingeritten sind. Versuche es!«

Nach kurzer Zeit verließ Kurt das Kloster durch das Tor und schritt, laut pfeifend, den Weg hinab. Unten angekommen, bog er nach der Stelle ab, wo er die Pferde wußte.

»Na, da bin ich endlich«, meinte er in übermütigem Ton. – »Kerl, was fällt dir ein«, antwortete einer der Leute. – »Was denn?« – »So laut zu pfeifen.« – »Warum soll ich das nicht?« – »Du machst ja die Republikaner droben auf uns aufmerksam.« – »Fällt mir nicht ein.« – »Sie müssen es doch hören.« – »Pah! Die hören mein Pfeifen nicht. Sie stecken alle im Keller.« – »Was? Wie? Ist es wahr?« – »Natürlich. Wir haben sie ausgezeichnet überrumpelt. Sie ahnten nichts und waren entwaffnet, ehe sie Widerstand zu leisten vermochten.« – »Das ist gut. Hurra, das ist gut! Hört Ihr es, Ihr anderen?«

Diese kamen herbei und jubelten mit, als sie die freudige Botschaft hörten. Einer fragte:

»Was tun denn nun die Kerle da oben?« – »Oh, die vertreiben sich die Zeit. Sie sitzen im Saal und schmausen oder sind im Keller bei den großen Stückfässern.« – »Diese Lumpen! Und was haben wir?« – »Ihr sollt hier bei den Pferden bleiben.« – »Wer sagte das? Etwa der Oberst?« – »Nein, der sitzt beim Arzt und säuft. Ein anderer sagte es.« – »Was andere sagen, geht uns nichts an. Wenn andere essen und trinken, so wollen wir es auch. Ist der Klosterhof groß?« – »Ja.« – »Faßt er diese Zahl von Pferden?« – Hm, noch viel mehr.« – »So reiten wir hinauf.« – »Das geht ja nicht.« – »Warum nicht?« – »Die Pferde werden Euch nicht nachlaufen.« – »Kerl, was verstehst du als Neffe eines alten Pfaffen von den Pferden! Diese Tiere werden uns ganz prächtig folgen. Kannst du reiten?« – »Ein wenig.« – »So steig auf das erste beste Pferd und zeige uns den Weg.« – »Gut. Aber ich wasche meine Hände in Unschuld, wenn Ihr da droben nicht so aufgenommen werdet, wie Ihr es denkt.« – »Rede nicht, sondern gehorche!« – »Meinetwegen!«

Kurt stieg auf und ritt voran. Die Pferde folgten wirklich. In der Wildnis folgt jedes Tier dem Leithengst, und diese Pferde waren ja noch halb wild.

Droben angekommen, gab Kurt das Zeichen. Das Tor wurde geöffnet, und sie ritten in den Hof, wo nur eine einzige Laterne brannte. Das Tor aber schloß sich hinter ihnen. Als die Leute den Hof so dunkel und menschenleer sahen, fragte einen

»Nun, wo sind denn die Kameraden?« – »Kommt nur hinter, in den zweiten Hof«, antwortete Kurt, »da könnt Ihr Euch eine Güte tun.«

Sie stiegen ab und folgten ihm. Allerdings war dieser andere Hof besser erleuchtet, aber kaum eingetreten, wurden sie umringt und entwaffnet, ohne daß es nur einer von ihnen zustande gebracht hätte, das Messer zu ziehen oder ein Pistol abzufeuern.

Jetzt erst konnte man sagen, daß der Handstreich vollständig gelungen sei. Helmers war stolz auf seinen Sohn, er sah ja, was für ein tüchtiger Kerl derselbe geworden war.

Nachdem die Gefangenen in Sicherheit gebracht worden waren, wurde der Alkalde geweckt und geholt. Er mußte ein Protokoll über alles, was geschehen war, anfertigen und gab gern seine Erlaubnis dazu, daß die beiden Cortejos, Josefa und Landola so lange in ihrem Klosterkeller bleiben sollten, bis Juarez eine andere Bestimmung getroffen habe.

Sodann wurde beraten, was nun geschehen solle.

Es war klar, daß der erste gerichtliche Akt in Angelegenheit der Familie Rodriganda hier in Mexiko spielen müsse. Das aber konnte nicht eher geschehen, als bis geordnetere Verhältnisse eingetreten waren. Die Franzosen waren fort, und der Kaiserthron wankte bereits so sehr, daß er jeden Augenblick einstürzen konnte. Dann erst war auf die kräftige Hilfe Juarez‘ zu rechnen.

Darum wurde nach längerer Besprechung beschlossen, daß Kurt, Sternau, Geierschnabel, Gerard, Büffelstirn und Bärenherz sich zu Juarez begeben sollten, auch der Kleine André setzte es durch, mitgehen zu dürfen. Die anderen aber sollten zurückbleiben, um dafür zu sorgen, daß keiner der vier so wichtigen Gefangenen entkomme. Peters blieb auch zurück. Die beiden Vaqueros wurden aus der Venta geholt, und nachdem sie alles erfahren und gesehen hatten, ritten sie nach der Hazienda zurück, um dort die frohe Botschaft auszurichten, daß alle, alle gerettet seien.

Mariano sehnte sich zwar, auch mit zu Juarez zu gehen, da Lindsay und Amy sich bei demselben befanden, aber die Rücksicht auf die höchst angegriffene Gesundheit Don Ferdinandos, seines Oheims, nötigte ihn, bei demselben zu bleiben.

Der Vormittag war noch nicht vergangen, so kam Geierschnabel den Klosterweg herangaloppiert und meldete, daß der Major in eigener Person mit zweihundert Lanzenreitern aufgebrochen sei und ihm auf dem Fuß folge.

Als einige Minuten später diese Truppe anlangte, erinnerte Sternau sich allerdings, diesen Offizier am Rio Grande del Norte bei Juarez bereits gesehen zu haben. Dieser war nicht wenig erstaunt, als er hörte, was geschehen war und auf welche Weise man sich der Feinde bemächtigt hatte.

Er bestimmte, daß die Gefangenen bis auf weiteres hier verbleiben sollten, und legte hundert Mann Garnison in den Ort. Als er hörte, daß Sternau nebst seinen Genossen zu Juarez gehe, schrieb er einen Bericht an General Eskobedo nieder, der in Zacatecas kommandierte, und bat Sternau, dieses Schriftstück dem General zu überreichen.

Jetzt nun ging es ans Ausräumen. Die im unterirdischen Gemach vorgefunden Schriftstücke und Kostbarkeiten wurden sorgfältig verpackt. Überhaupt wurde alles, was für Juarez von Interesse sein konnte, mitgenommen.

8. Kapitel

Am Nachmittag ritt man ab, nachdem von den anderen Abschied genommen worden war, und am übernächsten Tag vormittags langte die Truppe glücklich in Zacatecas an.

Dort gab es ein mehr als reges, ein beinahe fieberhaftes Leben, da General Eskobedo hier kommandierte und zugleich Juarez seinen Sitz da hatte.

Der erste Weg Sternaus war natürlich zu diesem letzteren.

Der Präsident war außerordentlich beschäftigt, aber als er hörte, wer ihn sprechen wolle, ließ er Sternau augenblicklich vor.

Letzter kam nicht allein, sondern hatte Kurt mitgebracht. Dieser hatte im Kloster und auch unterwegs gar nicht viel Redens von sich gemacht Er hatte weder von seinen Orden, noch von der Auszeichnung gesprochen, die ihm von seinen Vorgesetzten geworden war, doch jetzt, da er diesem großen, berühmten Indianer gegenüberstehen sollte, hatte er sich den Spaß gemacht, alle seine Orden und Ehrenzeichen anzulegen. Da er aber nach mexikanischer Weise die Serape – kostbare Decke – um die Schulter trug, waren dieselben noch nicht zu sehen.

Sternau seinerseits hatte erkannt, daß der Same, den er in das Gemüt und den Charakter des Knaben gelegt hatte, zur glücklichen Reife gekommen sei. Er kannte zwar nicht die Anerkennungen, die dem jungen Mann geworden waren, aber er war überzeugt, daß dieser ganz das Zeug zu einer mehr als gewöhnlichen Karriere habe, und daher beschloß er, bei dieser Audienz beim Präsidenten Kurt mehr in den Vordergrund treten zu lassen, sich selbst aber nur mit der zweiten Rolle zu begnügen. Er ahnte nicht, daß dies gar nicht notwendig sei und daß Kurt es selbst ganz vortrefflich verstand, sich Geltung zu verschaffen.

Die kräftige Gestalt des Zapoteken stand stramm aufgerichtet an dem Tisch, als die beiden eintraten. In seinem sonst so ernsten Auge glänzte ein freudiger Schimmer, als er Sternau erblickte. Er schritt ihm schnell entgegen, gab ihm beide Hände und sagte:

»Wie? Da sind Sie wirklich, Señor? Ich traute meinen Ohren kaum, als Sie mir gemeldet wurden. So ist es also nicht wahr, was man mir erzählte, daß Ihnen ein neues großes Unglück zugestoßen sei?« – »Wohl ist es wahr, Señor«, antwortete Sternau ernst. »Ich und alle meine Freunde, wir befanden uns in einer geradezu verzweifelten Lage, und nur diesem jungen Mann haben wir es zu verdanken, daß wir gerettet wurden.«

Juarez richtete sein Auge forschend, aber mild und wohlwollend auf Kurt und sagte:

»Wollen Sie ihn mir nicht vorstellen, Señor Sternau?« – »Ich wollte bitten, es tun zu dürfen. Oberleutnant Kurt Helmers vom preußischen Regiment der Gardehusaren.«

Kurt verbeugte sich sehr höflich. Juarez nickte ihm freundlich zu und fragte, wie nachsinnend:

»Kurt Helmers? Habe ich diesen Namen nicht schon einmal gehört?« – »Gewiß, Señor«, antwortete Kurt. »Ich war so glücklich, zweimal durch Ihre Güte ein reicher Mann zu werden.« – »Wieso?« fragte der Präsident, frappiert durch diese Worte. – »Ich erhielt durch Ihre Vermittlung zweimal einen Betrag aus der Höhle des Königsschatzes.«

Jetzt besann sich Juarez.

»Ah, Sie sind aus Rheinswalden?« fragte er. – »Ja, Señor.« – »Der Sohn des Steuermannes Helmers und der Neffe Donnerpfeils?« – »So ist es.« – »So seien Sie mir willkommen! Señor Sternau bereitet mir wirklich eine große Freude, indem er mir Gelegenheit gibt, Sie kennenzulernen. Wie es scheint, haben Ihnen diese Schmucksachen doch einen Nutzen gebracht?«

Juarez hatte Kurt die Hand gereicht. Er wußte, daß der Steuermann ursprünglich arm war, und darum war es verzeihlich von ihm, zu denken, daß der Erlös aus jenen Kostbarkeiten Kurt die zu seiner Ausbildung nötigen Mittel an die Hand gegeben habe.

»Sie haben mich in eine freudige Überraschung versetzt«, antwortete Kurt, »und werden nie aus meinen Händen oder denen meiner Familie kommen.« – »Ah, so besitzen Sie noch alles? Das freut mich desto mehr. Aber, lieber Señor Sternau, jetzt bitte ich Sie, mir doch zu sagen, wie und wohin Sie verschwinden konnten.«

Sternau erzählte in kurzen, aber hinlänglichen Worten seine Erlebnisse. Natürlich fing er bei dem Augenblick seiner Trennung von Juarez an. Das Gesicht des letzteren nahm einen immer gespannteren Ausdruck an.

Sternau schwieg, als er den hoffnungslosen, verzweiflungsvollen Zustand der Gefangenschaft geschildert hatte. Da holte der Zapoteke tief Atem.

»Ich kann an keinem Ihrer Worte zweifeln«, sagte er, »aber dennoch muß ich fragen, ob so etwas auf der Erde, in Mexiko, möglich sei. Dieser Pater Hilario ist mir nicht unbekannt. Señorita Emilia hat ihn mir gegenüber entlarvt, wofür ich ihr großen Dank schuldig bin. Aber, daß er solcher Taten fähig sei, das konnte ich nicht glauben. Welchen Zweck aber hat er gehabt, sich Ihrer zu bemächtigen und Sie alle einzusperren? Und wie sind Sie dann doch noch entkommen?« – »Diese Fragen kann hier mein junger Freund am besten beantworten«, meinte Sternau, auf Kurt deutend. – »Erzählen Sie!« bat Juarez diesen.

Kurt gehorchte dieser Aufforderung. Er begann bei seiner Begegnung mit Geierschnabel in Schloß Rodriganda bei Rheinswalden und erzählte alles, was bis auf den gegenwärtigen Augenblick geschehen war. Das Erstaunen des Präsidenten wuchs von Sekunde zu Sekunde, er wich ganz unwillkürlich Schritt um Schritt zurück. Er hatte ganz das Aussehen, als ob er sprachlos geworden sei.

Dann aber begann sein starres Gesicht sich zu beleben. Hundert Regungen zuckten blitzschnell über dasselbe hin, aber keine einzige konnte festgehalten werden, um sich definieren zu lassen.

»Was Sie mir da sagen, Señor, ist mir von sehr großer Wichtigkeit«, meinte er endlich. Seine Stimme klang dabei tief grollend und drohend. »Also es gibt hier eine Vereinigung, die mich stürzen will, indem sie mich zwingt, der Mörder des Erzherzogs von Österreich zu werden?« – »Es scheint ganz so«, antwortete Kurt. – »Und dieser geheimnisvolle, dicke, kleine Mann gehört ihr an?« – »Ganz sicher.« – »Seinen Namen hörten Sie nicht?« – »Nein. Er kam mir wie ein verkappter Priester vor.« – »Sei er, wer und was er wolle, ich werde ihn zu packen wissen. Und dieser Pater Hilario ist also das Werkzeug dieser Verbindung?« – »Ohne allen Zweifel.« – »Jetzt bei Max in Querétaro?« – »Ja.« – »Dann ist es auch um Señorita Emilia geschehen, deren Feind der Pater geworden ist. Doch das wird sich wohl arrangieren lassen. Sie glauben nicht, Señor, welch einen Dienst Sie mir mit diesen Enthüllungen erweisen. Ein Meisterstück von Ihnen aber war es, daß Sie den Putsch auf Kloster Santa Jaga vereitelten. Aber ich bin so überwältigt von dem, was ich höre, daß ich ganz vergesse, höflich gegen Sie zu sein. Nehmen wir doch Platz!«

Die drei Männer hatten allerdings bisher nur im Stehen gesprochen. Jetzt zog Juarez Stühle herbei. Um bequem zu sitzen, legte Sternau die Serape ab, und Kurt tat dasselbe. Sofort ruhten die Augen der beiden anderen erstaunt auf seiner Brust.

»Wie? Alle Wetter, Kurt«, rief Sternau. »Diese Orden gehören dir?« – »Würde ich sie sonst tragen?« antwortete Kurt lächelnd. – »Aber, wie kommst du dazu, ein halber Knabe noch!« – »Man hat mich vielleicht trotzdem für einen Mann gehalten.« – »So hast du Außerordentliches erlebt. Mensch, daß du darüber geschwiegen hast, das beweist zur Evidenz, daß du ein braver, tüchtiger Junge geworden bist!« – »Auch ich muß sagen«, fiel Juarez ein, »daß ich auf einer so jungen Brust noch nicht solche Auszeichnungen erblickte. Das Schicksal scheint Ihnen wohlzuwollen. Verscherzen Sie sich die Gunst desselben nicht. Da Sie zur Garde gehören, stehen Sie wohl in Berlin?« – »Ja, Señor«, antwortete Kurt unter einer Verbeugung. – »So haben Sie das Glück, großen Männern zu begegnen, wenn auch einstweilen nur von weitem. Ihr Moltke ist ein großer Kriegsmann. Suchen Sie, mit der Zeit seiner Umgebung näherzutreten. Und Ihr Bismarck ist ein Staatsmann von genialem Scharfblick und eiserner Energie. Er wird einst dem Erdkreis Gesetze vorschreiben. Haben Sie seinen Vertreter in Mexiko besucht?« – »Baron Magnus? Ja. Er gab mir Gelegenheit, Sie um die Überreichung dieser Zeilen zu bitten.«

Kurt zog ein Portefeuille hervor und überreichte Juarez ein kleines Kuvert, das derselben öffnete, um den Inhalt zu lesen.

»Ah, das ist ja eine ganz ungewöhnliche Empfehlung«, sagte er. – »Ich bedarf derselben, um dieses zweite vorlegen zu dürfen.«

Kurt gab Juarez ein größeres Schreiben. Dieser brach das Wappensiegel auf und las. Sein Gesicht nahm den Ausdruck des allerhöchsten Erstaunens an. Als er fertig war, rief er laut:

»Dios mios! Junger Mann, wer sind Sie denn eigentlich? Wie kommen Sie dazu, der Überbringer so hochwichtiger Staatsakten zu sein? Entweder genießen Sie ein blindes Glück und Vertrauen, oder Sie haben das Zeug, das wirkliche Zeug zu einem Mann, dem seine Vorgesetzten bereits jetzt ein außerordentliches Prognostikon stellen. Während ich Ihnen rate, sich der Umgebung dieser großen Männer zu nähern, genießen Sie den Umgang und die Zuneigung nicht der Umgebung, sondern dieser Größen selbst. Fast möchte ich unhöflich sein und Sie fragen, wie Sie bei Ihrer Jugend zu einer solchen Auszeichnung kommen.«

Sternau war ebenso überrascht über diese Worte, wie über den Inhalt der Schreiben, den er allerdings nicht kannte, sondern nur vermuten konnte. Er betrachtete Kurt mit ebenso erstaunten Blicken wie der Präsident. Der junge Mann aber tat, als ob er dies gar nicht bemerke, und antwortete in ruhigem, bescheidenem Ton:

»Neben einigen kleinen Verdiensten ist es wohl zumeist die Güte derjenigen hohen Personen, mit denen ich in Berührung kam, der ich die Gnade zu verdanken habe, welcher ich mich erfreue.«

Juarez überflog die Schriftstücke noch einmal und meinte dann:

»Sie werden mir hier als diejenige Person empfohlen, die mir die Wünsche einer hervorragenden Regierung mündlich überbringt. Ich freue mich des Scharfsinnes der Vertreter dieser Regierung. Auf offiziellem Weg Verhandlungen über das Schicksal eines Mannes, der so viel dazu beigetragen hat, die Selbständigkeit der Republik von Mexiko zu töten, anzuknüpfen, das müßte ich entschieden ablehnen. Aber einen privaten Austausch unserer Gedanken werde ich nicht abweisen.« – »Diese Hoffnung war es, welche mich an einem Gelingen meiner Sendung nicht verzweifeln ließ, Señor«, entgegnete Kurt. – »Haben Sie fest formulierte Fragen oder Wünsche auszusprechen?« fragte Juarez in jenem Ton, mit dem er auf schwierige Verhandlungen einzugehen pflegte. – »Ja.« – »Darf ich sie hören?« – »Jetzt?« – »Warum nicht sogleich jetzt?« – »Ich bin beauftragt, unter vier Augen mit Ihnen zu sprechen.«

Ein leises Lächeln spielte um die Lippen des Zapoteken, als er fragte:

»Mißtrauen Sie etwa unserem Freund Sternau?« – »Nicht im geringsten. Ich würde nicht anstehen, ihn zum Vertrauten aller meiner persönlichen Angelegenheiten zu machen; die Sache aber, die wir zu verhandeln haben, ist nicht mein Eigentum.« – »Aber das meinige. Geben Sie das zu?« – »Gern, obgleich diejenigen, in deren Auftrag ich hier stehe, daran partizipieren.« – »Und mein Eigentum kann ich teilen, mit wem ich will?« – »Allerdings.« – »Nun, so erkläre ich Ihnen, daß ich Señor Sternau erlaube, unserer Unterhaltung beizuwohnen. Wollen Sie weniger höflich sein?« – »Señor Sternau ist mein Freund und Gönner, mein Vater und Lehrer. Meine Pflicht gebot mir, seiner Gegenwart zu gedenken; nun aber erkläre ich, daß dieselbe mich nicht hindern kann, in aller Offenheit mit Ihnen zu sprechen.« – »So sprechen Sie.« – »Ich hoffe nicht, daß Sie erwarten, ein junger Mann von so wenig Erfahrung, wie ich bin, werde sich in komplizierten, diplomatischen Wendungen ergehen. Ich sagte bereits, daß das, was ich zu sagen habe, streng formuliert ist, und ich bitte um die Erlaubnis, offen und ehrlich fragen und sprechen zu können.«

Juarez betrachtete Kurt mit einem wohlgefälligen Blick und nickte zustimmend.

»Das ist Ihnen sehr gern gewährt«, antwortete er. »Ich hasse alle Finessen, alles diplomatische Versteckenspielen. Wie weit man sich auf eine Regierung verlassen kann, die ihre Absichten stets hinter den Schleier des Geheimnisses versteckt, das habe ich ja zur Genüge erfahren. Ihr Minister ist der erste gewesen, der mit dem alten Herkommen gebrochen hat. Talleyrand sagte, daß der Mensch die Sprache nur habe, um seine Gedanken zu verbergen. Dies ist der Grundsatz des Unehrlichen, der Spitzbuben. Trotzdem ist dieser Grundsatz von den Staatsmännern aller Zeiten und Völker befolgt worden. Ihr Minister hat den Mut gehabt, mit ihm zu brechen; er hat die offene, ehrliche Sprache zum Element auch diplomatischer Verhandlungen gemacht und dabei einen Sieg errungen, um den ich ihn beneiden möchte. Ich freue mich, daß in dieser Beziehung meine Intentionen sich mit den seinigen decken, und so ist es mir lieb, wenn Sie sich einer geraden, ehrlichen Sprache bedienen.«

Kurt verbeugte sich zustimmend und erwiderte:

»Man ist allgemein der Ansicht, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen Kaiser Max sich nicht zu halten vermag. Darf ich Sie um Ihre Meinung ersuchen?«

Juarez machte mit dem Arm eine Bewegung, die man fast geringschätzig nennen konnte, und antwortete:

»Sie nennen diesen Mann Kaiser?« – »Ja.« – »Mit welchem Recht?« – »Weil er als solcher anerkannt ist.« – »Ah! Von wem?« – »Von den meisten Regierungen.« – »Pah! Von den Regierungen aber nicht, die dabei zunächst in Frage kommen. Übrigens mußten die Regierungen, von denen Sie sprechen, wenigstens so viel Scharfblick haben, um gleich von vornherein zu wissen, daß es sich um einen Theatercoup handle, der zu Ende gehen müsse, sobald den Lampen das Öl mangle. Das Stück hat ausgespielt. Ich habe keinen Max von Mexiko gekannt und kenne auch jetzt nur einen gewissen Max von Habsburg, der sich zu seinem eigenen Schaden von Napoleon verleiten ließ, mir va banque zu bieten. Die Bank hat gewonnen. Ich bitte, wenigstens in meiner Gegenwart nicht von einem Kaiser Max zu sprechen! Ihre Frage beantworte ich dahin, daß dieser Señor allerdings nicht imstande sein wird, sich zu halten.« – »Und wie denken Sie, daß sich sein Schicksal gestalten werde?« – »Señor Helmers, Sie sprechen allerdings sehr offen und klar. Ich will dasselbe tun. Geht dieser Max beizeiten aus dem Land, so mag er mit dem Leben davonkommen und mit der Ehre, sich Kaiser von Mexiko genannt zu haben. Zögert er aber, so ist er verloren.« – »Was habe ich unter dem Wort verloren zu verstehen?« – »Ich meine, daß es ihm dann unmöglich sein wird, länger zu leben. Man wird ihm den Prozeß machen.« – »Wer?« – »Die Regierung von Mexiko.« – »An wen habe ich bei dem Wort Regierung zu denken?« – »An mich.«

Kurt verneigte sich höflich und fuhr fort:

»Sie werden Präsident von Mexiko sein?«

Juarez zog die Brauen finster zusammen.

»Ich werde Präsident sein?« fragte er. »Bin ich es etwa nicht gewesen, Señor?«

Kurt ließ sich nicht einschüchtern. Er meinte:

»Ich muß darauf aufmerksam machen, daß ich hier nicht von meiner persönlichen Meinung zu sprechen habe.« – »Oder bin ich es nicht mehr?« fuhr Juarez fort. »Wer hat mich abgesetzt?«

– »Napoleon und Max.« – »Diese beiden? Pah! Das glauben Sie selbst nicht. Ich sage Ihnen, daß in einigen Wochen ganz Mexiko mir Untertan sein wird. Ich wiederhole: Das Stück ist ausgespielt.« – »Dann werden also Sie es sein, der Max richtet?« – »Ja.« – »Und wie wird das Urteil lauten?« – »Auf Tod durch die Kugel.« – »Wollen Sie nicht bedenken, daß man das Glied einer kaiserlichen Familie nicht so ohne weiteres erschießt?« – »Ohne weiteres wird es auch nicht geschehen. Man wird einen Gerichtshof konstituieren.« – »Und dennoch darf dieser Gerichtshof nicht aus den Augen lassen, wer der Angeklagte ist. Ein Erzherzog von Österreich darf Rücksichten in Anspruch nehmen, die ich hier wohl nicht weiter auszuführen brauche.« – »Wer Rücksichten in Anspruch nimmt, muß gelernt haben, selbst Rücksichten zu üben. Ein Dieb, ein Verleumder, ein Fälscher, ein Mörder, ein Empörer oder Landfriedensbrecher wird bestraft, mag er sein, wer er will. Und je höher an Intelligenz ein Mensch steht, desto härtere Strafe verdient er, wenn er gegen Gesetze fehlt, die er besser kennen muß, als ein jeder andere.« – »Das ist der Grundsatz eines strengen Richters.« – »Der bin ich auch.« – »Aber nicht eines Regenten, der das schöne Recht hat, Gnade walten zu lassen.« – »Wer sagt Ihnen, daß ich nicht an Gnade gedacht habe?« —

»Ihre eigenen Worte.«

Juarez erhob sich von seinem Stuhl, schritt einige Male im Zimmer auf und ab und blieb dann vor Kurt stehen.

»Junger Mann«, sagte er, »Sie sollen mir mitteilen, daß es der Wunsch Ihrer Regierung ist, ich möge Gnade walten lassen?« – »Sie erraten das richtige.« – »Kennen Sie die Art und Weise, wie Mexiko von den Franzosen für Max in Beschlag genommen wurde?« – Ja.« – »Wissen Sie, daß ich damals der von Gott eingesetzte und von den Mexikanern erwählte Regent dieses Landes war?« – Ja.« – »Können Sie sagen, daß ich mein Volk unglücklich gemacht habe?« – »Ich bin vom Gegenteil überzeugt.« – »Hat mein Volk mich abgesetzt?« – »Nein, obgleich eine Deputation nach Paris kam und den Kaiser …« – »Das war Blendwerk und Spiegelfechterei«, fiel Juarez schnell ein. »Es war ein Puppenspiel, an das nur Kinder glauben konnten. Aber wissen Sie, wie die Franzosen hier im Land gewirtschaftet haben?« – »Leider!« – »Sie waren meine Feinde. Gegen Maximilian von Habsburg habe ich nur zweierlei: erstens, daß er vertrauensselig auf die Intentionen eines Mannes einging, der selbst nur durch Blut und Revolution Kaiser wurde, eines Mannes, von dem wir niemals annehmen konnten, daß er der Beglücker seines Volkes sein werde, und zweitens, daß Maximilian jetzt, da der letzte Franzose das Land verlassen hat, in ganz unbegreiflicher Verblendung diesen Leuten, die an der Spitze der Zivilisation marschieren, nicht sofort auf dem Fuße folgt. Nur sein Vertrauen auf die Hilfe Napoleons war es, das ihn zu Schritten verleitete, deren Folgen zerschmetternd auf sein Haupt fallen werden. Ist Ihnen das berüchtigte Dekret vom 3. Oktober bekannt?« – Ja.« – »Und Ihrer Regierung auch?« – Jedenfalls.« – »Nun, so lassen Sie mich katechetisch verfahren. Welchen Inhalt hat dieses Dekret?« – »Ein jeder Feind des Kaiserreiches ist ein Landesverräter und Empörer und wird ohne vorheriges Urteil mit dem Tode bestraft.« – »Dieses Dekret hat vielen, vielen das Leben gekostet. Selbst meine treuen Generäle Arteagar und Salazar wurden ohne Urteil und Recht gemordet. Wir lebten friedlich im Land; wir waren glücklich. Da kamen die Franzosen und sagten, wir hätten kein Recht, Frieden und unsere Verfassung zu haben, Max müsse unser Kaiser sein. Das Blutvergießen begann. Wer waren die Empörer, junger Mann?« Kurt zuckte die Achseln.

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30 ağustos 2016
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