Kitabı oku: «Fremdsprachendidaktik als Wissenschaft und Ausbildungsdisziplin», sayfa 4

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Literatur

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Grammatik im Übungsapparat von Französischlehrwerken (1970 – 2020)

Jürgen Mertens

Der Aufbau eines Inventars an sprachlichen Mitteln hatte in allen Strömungen der fachdidaktischen Methodengeschichte einen zentralen Platz inne. Dieser Beitrag befragt daher Lehrwerke der letzten 50 Jahre danach, welche Rolle sie der Grammatik zuweisen und wie bzw. ob es ihnen gelingt, neue Impulse aus der Forschung zu integrieren.

1 Einleitung

Der im Titel genannte Zeitraum ist nicht ohne Grund mit Bezug zu Daniela Caspari gewählt. Wie für den Autor dieser Zeilen steht er für den Beginn ihrer Begegnung mit Fremdsprachen als Schülerin und für das Jahrzehnt, in dem ihre (haupt-)berufliche Beschäftigung mit Fragen des Lehrens und Lernens von Sprachen ausklingen wird. Zugleich definieren diese Jahreszahlen die Eckpunkte eines Zeitraums, für den auf der Basis historischer schriftlicher Quellen, Lehrwerken eines den Französischunterricht in Deutschland maßgeblich prägenden Verlagshauses, Entwicklungstendenzen abgeleitet werden sollen.

Grammatik ist in der französischdidaktischen Diskussion nicht im Zentrum des Interesses, auch wenn die Beschäftigung mit dem, was man mittlerweile als sprachliche Mittel bezeichnet, wieder zunimmt (z. B. Bürgel & Reimann, 2017). Die Mehrzahl der Arbeiten, die sich mit Grammatik und ihrer Vermittlung im Unterricht beschäftigen, ist weitgehend methodischer Natur, es geht vielfach um praktische Vorschläge, auf welche Art und Weise die eine oder andere Grammatikstruktur eingeführt, geübt und gelernt werden kann. Nur selten finden sich Arbeiten, die die Vermittlung von Grammatik zum Gegenstand der Forschung machen. Eine solche ist die von Schäfer (2017) zum Thema grammatische Erklärfilme, dem sie sich aus mediendidaktischer Perspektive widmet. Eher konzeptioneller Natur sind Arbeiten (v. a. Bürgel & Siepmann, 2015; Siepmann, 2016), die Möglichkeiten der Auswahl wie auch die Vermittlung von Grammatik auf der Basis korpuslinguistisch erzeugter Daten sondieren. Ausgehend von einem weiten Kollokationsbegriff wird data-driven-learning als methodischer Weg zum Sprachenlernen vorgeschlagen. Im Gegensatz zu Segermann (2005), wo lexiko-grammatische Bausteine vorgegeben werden, soll auf der Basis von Konkordanzdarstellungen (z. B. sur vs. à Paris) der Fokus auf die Anleitung zur Abstraktion von dahinterliegenden Konzepten (sur Paris à ‹vorübergehend›; à Paris ‹dauerhaft›, ‹kurz›), sogenannter Konstruktionen («idiomatische[n] Form-Bedeutungspaarungen»; Siepmann, 2016, S. 21) gelegt und somit der Bezug von Form und Inhalt bewusst gemacht werden.

An den Grammatikunterricht als zentrales Element des Sprachenlernens war bereits in den Anfängen des Faches die Erwartung geknüpft, durch kognitivierende Verfahren den Erwerbsprozess positiv zu beeinflussen. Schon ausgangs des 18. Jahrhunderts war Meidinger (1797, S. 3 verso; zit. nach Christ, 2000, S. 8) fest von der fördernden Wirkung eines regelbasierten Erlernens der französischen Sprache überzeugt, indem er schrieb: «Die französische Sprache durch Regeln zu erlernen ist, wie jedem Kenner bekannt, der kürzeste und sicherste Weg, den man nur einschlagen kann» (ebd.). Nun war die Zielsetzung des Sprachunterrichts zu jener Zeit eine andere als heute, wo den Bildungs- oder Rahmenlehrplänen breiter gefächerte Zielsetzungen zugrunde liegen und Sprachanalyse zur Entschlüsselung von Texten nur einen Teil des Kompetenzbündels darstellt.

Wenn wir uns im Folgenden der Grammatik und ihrer Darstellung in Lehrwerken widmen, soll vorausgeschickt werden, dass hierunter mit Gnutzmann (32019, S. 112; nach Mindt, 1992, S. 14) Folgendes verstanden werden soll: «[Eine pädagogische Grammatik ist] eine für die direkte Verwendung im Unterricht erstellte Planung spezifischer Grammatikerscheinungen, die von einer didaktischen Grammatik abgeleitet sind». Da der vorliegende Beitrag den Blick auf ein begrenztes Korpus richtet, sei die o. g. Definition eingeengt auf eine auf bildungspolitischen Vorgaben beruhende Auswahl morpho-syntaktischer Strukturen, die für Lehr-/Lernzwecke didaktisch-methodisch aufbereitet sind.

2 Grammatik im Übungsapparat von Lehrwerken
2.1 Forschungsfrage und Vorgehensweise

Die Ausgangsfrage ist folgende: Welcher Stellenwert wird im Anfangsunterricht (= erste beiden Lernjahre) der Grammatik in Lehrwerken der 1970er bis 2020er Jahre beigemessen? Diese Frage soll qualitativ1 auf der Basis eines zeitlich klar umrissenen Datenkorpus beantwortet werden. Das Erkenntnisinteresse richtet sich auf ein Forschungsfeld, das im Übergang von Vergangenheit zur Gegenwart angesiedelt ist, wenn wir mit Klippel & Ruisz unter Gegenwart «etwa die letzten zwanzig bis dreißig Jahre» (2020, S. 9) verstehen. Der Fokus des Beitrags liegt darauf nachzuzeichnen, wie grammatische Phänomene in Lehrwerksübungen, deren Konzeption und Produktion bereits abgeschlossen und damit ‹historisch› sind (vgl. ebd.), dargestellt, konzeptualisiert und für den Übungsprozess aufbereitet sind. Gleichermaßen wohnt dem Datenkorpus eine Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung inne, dessen Betrachtung Einsichten in «Errungenschaften und Probleme der Gegenwart auf der Basis der historischen Entwicklungen» (ebd.) erlauben sollen.

2.2 Beschreibung des Datenkorpus und Datenauswertung

Das dieser Analyse zugrundeliegende Korpus setzt sich aus 10 Bänden gymnasialer Französischlehrwerke aus 6 Lehrwerksgenerationen zusammen, die folgenden Kriterien entsprechen: 1. Niveau: 1. und 2. Lernjahr, Gymnasium; 2. Sprachenfolge: 2. Fremdsprache; 3. Epoche: 1970er (jeweils im Dekadenabstand) bis 2020er Jahre; 4. Streuung: Datenmaterial aus Lehrwerken eines Verlags.

Mit der Wahl von Etudes Françaises Teil 1 (Erdle-Hähner & Klein, 1971), Echanges 1 und 2 – Edition longue (Grunwald et al., 1981; Göller et al., 1985), Découvertes 1 und 2, édition verte (Beutter et al., 1992, 1993), Découvertes 1 und 2 (Bruckmayer et al., 2004; Alamargot et al., 2005), den Découvertes Bänden 1 und 2 (Bruckmayer et al., 2012, 2013) sowie einem Blick in die aktuellste Lehrwerkgeneration (Découvertes 1, Bernklau et al., 2020) wird ein Zeitraum von ca. 50 Jahren abgesteckt, in dem 6 Generationen von Lehrwerken entstanden sind, die alle abgesehen von dem Lehrwerk der 1990er Jahre an einem Wendepunkt zu einer neuen methodischen Ära stehen.

Etudes Françaises erfüllt eine Scharnierfunktion. Konzeptuell stellt das zweibändige Lehrwerk eine Mischkonzeption dar, das diverse Merkmale eines traditionellen Lehrbuches mit nur wenigen Anklängen an die in diese Zeit gehörige audio-visuelle Methode aufweist. Seine Wirkung reichte als langjähriger Marktführer weit in die Anfangsjahre des konzeptuell von Piepho Mitte der 1970er Jahre in Deutschland eingeläuteten kommunikativen Fremdsprachenunterrichts hinein (vgl. Mertens, 2018). Dieser Ansatz fand nach und nach Eingang in die folgenden Lehrwerksgenerationen. Den Endpunkt des Darstellungsraums stellen die 3. und 4. Generation von Découvertes (Bruckmayer et al., 2013, 2014; Bernklau et al., 2020) dar. Beide Lehrwerke reihen sich, so der Selbstanspruch, in das Paradigma des Aufgabenorientierten Ansatzes ein.

Was die Auswertung angeht, so wurden in einem ersten Schritt alle (Pflicht- und Zusatz-)Übungen des Korpus nach Grobkategorien, basierend auf den in den Bildungsplänen genannten sprachlichen Mittel, Aussprache, Lexik und Grammatik sortiert. In einem zweiten Durchgang wurden die Übungen, die im ersten nicht zugeordnet werden konnten, durch Clustern neu verteilt. Auf dieser Basis ließen sich zwei Kategorien, Fertigkeiten und Mediation ableiten; die verbleibenden Übungen wurden der Sammelrubrik Sonstiges zugeordnet.

3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 In einem Lehrwerk aus der vorkommunikativen Phase

Das Hauptaugenmerk liegt bei Etudes Françaises (Erdle-Hähner & Klein, 1971) auf dem Aufbau eines an Schriftsprache orientierten Grammatikwissens, dessen inhaltliche Eckpunkte Nominal- und Verbalphrasen sowie die zentralen Satzarten sind. Welches sind die Grundmerkmale dieser Übungen?

Kontextungebundene Einzelsätze / Aufbau einer Satzgrammatik

Typische Übungen sind Lückentexte, bei denen oft Verbendungen zu ergänzen sind. Andere sprachmanipulative Übungsformen sind die der Umformungsübung oder solche, bei denen Satzarten geübt werden. All diesen Übungen ist gemein, dass sie auf formale Aspekte fokussieren und kein kommunikatives Handlungsziel haben. Die jeweilige Grammatikstruktur ist im schmalen Rahmen des Einzelsatzes angesiedelt, der weder in Textstrukturen eingebunden noch situativ oder kontextuell verankert ist.

Metasprachliche Anweisungen / Sprachmanipulatives Handeln

Die Mehrzahl der Grammatikübungen besteht aus einer unterschiedlich großen Anzahl an zu bildenden oder umzuformenden Sätzen und einer vorgeschalteten, oft metasprachlichen Formulierung, die den Arbeitsauftrag mit einem Operator im Imperativ festlegt («Mettez à la forme négative et à la forme interrogative.», ebd.).

Fast immer wird durch die blau unterlegte Überschrift der Übung expliziert, um welches Grammatikphänomen es sich handelt. Nur selten wird durch die Überschrift ein Thema oder eine Situation evoziert. Unter allen Grammatikübungen verweisen nur vier Übungen auf einen Handlungsrahmen. Zwar steht auch in diesen Übungen die Grammatik im Zentrum (Imperativ; betontes Personalpronomen; Uhrzeit und Verbkonjugation; Zeitenbildung), doch wird sie in eine weitgehend kohärente Textstruktur eingebettet vermittelt. «La journée de Marcel» formuliert die zeitliche Abfolge dessen, was die fiktive Lehrbuchperson angeblich tut.

Traditionnelles Lernkonzept / Kognitivierung und Habitualisierung

In Etudes Françaises sind der Erwerb grammatikalischen (Einstiegs-)Wissens und die Einübungsphase weitgehend voneinander getrennt. In den Übungen wird konsequent auf die korrespondierende Stelle im grammatischen Beiheft verwiesen. Dort werden, gerafft gesagt, die einzelnen Grammatikphänomene dargestellt und metasprachlich mit Fachterminologie erklärt. Der gewählte Ansatz ist kognitiv, was zum damaligen Zeitpunkt üblich war.

Dass Etudes Françaises, ein im Geist der 1960er Jahre konzipiertes Lehrwerk, den damals herrschenden fachdidaktischen Einflüssen unterlag, lässt sich an Übungstypen wie « Série» (ebd., u. a. S. 83, 84, …) und Pattern-Übungen («Faire des phrases/Nous faisons des phrases»; ebd., S. 30, 33, …) ableiten. Unter den 146 Grammatikübungen kommen diese beiden Typen nur 12-mal vor. Sie sind jedoch ein Beleg dafür, dass einem an behavioristischen Vorstellungen orientierten Lernbegriff und somit habitualisierenden Üben zumindest eine Teilwirkung zugesprochen wird. Solche Übungen zielten auf einen hohen Output sprachlicher Strukturen ab. Dies konnten Drillübungen im Einzelsatz sein (z. B. ebd., S. 96) oder Satzbautafeln zum ‹Einschleifen› basaler Strukturen.

Der Erwerb grammatischen Wissens war, so sei festgestellt, ein Mix aus Herangehensweisen, der die Schüler/innen in die Lage versetzen sollte, einzelne Grammatikbausteine aneinanderzureihen, und weniger, sie anwenden zu können.

Inwieweit die systematischen Beziehungen zwischen Form, Bedeutung und Anwendung wie sie Nunan (1998, S. 102) für den Aufbau sprachstrukturellen Wissens und Könnens formuliert in den Lehrwerken ab den 1980er Jahren umgesetzt wurden, sei im folgenden Abschnitt thematisiert. Der Übersichtlichkeit halber wird eine Einteilung vorgeschlagen, bei der für die 1980er bis 2000er Jahre von (neo-)kommunikativer Ära und ab der 2010er Generation von Phase der Aufgabenorientierung gesprochen werden soll.

3.2 In Lehrwerken der (neo-)kommunikativen Phase

Die zentralen Impulse für die Ausformung des (neo-)kommunikativen Ansatzes (siehe Reinfried, 2001; Schumann, 2017; Legutke, 32019) waren die Anleihen an den Erkenntnissen der Sprechakttheorie wie auch der emanzipatorisch ausgerichteten Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas (1971). Auf der konkreten Ebene des Lehrwerks sollte sich diese in der Vermittlung eines möglichst umfassenden Repertoires an in Redemitteln sich konkretisierenden Sprechakten widerspiegeln. Inwieweit dieses zentrale Merkmal des kommunikativen Ansatzes in den Lehrwerksgenerationen dieses Zeitraums, in Echanges, stellvertretend für die 1980er Jahre, in Découvertes, stellvertretend für die 1990er Jahre und im Découvertes der 2000er Jahre, seinen Niederschlag in Form von kondensierter Grammatik gefunden hat, soll nachfolgend skizziert werden.

Folgende Merkmale lassen sich aus der Analyse dieser Lehrwerke ableiten:

Dialogische Einbettung grammatikalischer Phänomene

Auffällig ist, dass im ersten ‹kommunikativen› Lehrwerk die Grammatik überwiegend in einen dialogischen Handlungsrahmen eingebettet ist. Dies scheint ein Indiz dafür zu sein, dass mit kommunikativer Kompetenz implizit das Sprechen verbunden wurde. In der Regel orientieren sich die Übungen thematisch an den Lektionsinhalten. Der Erwerb struktursprachlicher Kompetenz bzw. grammatikalischer Grundmuster erfolgt meist im Rahmen von Kurzdialogen, deren Basisstruktur identisch bleibt. Die Variation erfolgt a) durch den Austausch von Lexik und b) durch Perspektivwechsel, so dass eine hohe Übungsfrequenz erreicht und mehrere Facetten des Grammatikphänomens geübt werden können. So ist etwa die Übung «Tu as quel âge?» (Grunwald et al., 1981, S. 23) einerseits auf die Übernahme einer fiktiven Rolle ausgerichtet, bei der die Ich/Du-Perspektive im Vordergrund steht und die 1. und 2. Pers. Singular des Verbs avoir geübt wird. Im zweiten Schritt wird die 3. Pers. Singular fokussiert und der Blick auf beschreibendes Sprechen gelegt. Abschließend erfolgt die Übertragung des Gelernten auf das Umfeld der Lernenden (3. Pers. Plural; im Sinne von: «[Mes parents], ils ont 40 et 42 ans»).

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