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Stuttgarter Erklärungsbibel: Lutherbibel mit Kommentaren und Erklärungen.

Stuttgarter Altes Testament und Stuttgarter Neues Testament: Einheitsübersetzung mit Kommentaren und Erklärungen.

Leseempfehlungen

De Hamel, Christopher, Das Buch. Eine Geschichte der Bibel. Berlin 2001.

Deutsche Bibelgesellschaft (Hg.), Deutsche Bibelübersetzungen. Stuttgart 2008.

Landgraf, Michael, Bibel kreativ erkunden. Stuttgart 22017, 109f.

Ders., Bibel. Einführung – Materialien – Kreativideen. ReliBausteine 3. Stuttgart 32013. (insbes. 113–149: Bausteine zur Aufarbeitung der Geschichte der Bibel im Unterricht der Sekundarstufe)

Ders./Metzger, Paul, Bibel unterrichten. Stuttgart 2011, 54–56.

Ders./Wendland, Henning, Biblia deutsch. Bibel und Bibelillustration in der Frühzeit des Buchdrucks. Speyer 2005.

Miller, Stephen M./Huber, Robert V., Die Bibel. Das Buch der Bücher und seine Geschichte. Stuttgart 2004.

Kinder- und Schulbibeln

Michael Landgraf

Zur Geschichte

Der Begriff Kinderbibel wurde lange verschieden verwendet.[1] Ein Merkmal ist der Unterschied zur Vollbibel, denn Kinderbibeln sind Auswahlbibeln, oft eingesetzt im pädagogischen Kontext, um Kindern den Weg zur Lektüre der Vollbibel zu ebnen. Formal definiert C. Reents Kinderbibel als Sammelbezeichnung für Bibelbearbeitungen für Kinder, denen gemeinsam sei, „dass sie von ihrer Gebrauchssituation her definiert werden, zumeist durch eine Adressatenangabe auf dem Titelblatt, im Vorwort oder ähnlich“.[2] Andere wie R. Tschirch legen den Schwerpunkt auf den Inhalt als „Auswahl mehr oder weniger frei nacherzählter |87|biblischer Texte, die in eine kindgemäße Sprache gefasst und mit Bildern versehen sind“.[3]

Kinder und Jugendliche an Bibeltexte heranzuführen gehört zur jüdisch-christlichen Tradition.[4] Älteste archäologische Zeugnisse des Bibellernens sind Abschriften von Texten für liturgische Zwecke (Vaterunser; ausgewählte Psalmen).[5] Bis zur Reformation entstanden nur wenige Bücher, die sich als Lernmaterial für biblische Geschichten eigneten. Sie vermittelten den Dekalog, wie der „Decalogus“ (um 1400) oder „Der Sele Trost“ (1478) zeigen[6], oder sie deuteten die Passion Christi als Heilsgeschichte, wie in den „Heilsspiegeln“ oder den „Biblia pauperum“, in denen typologisch auslegende Bilder zu Texten aus dem AT einem Passionsbild zugeordnet wurden.[7] Sogenannte „Abecedarien“, Einzeldrucke, mit denen man das Alphabet lernte, enthielten das Vaterunser als ersten Lesestoff.

M. Luther forderte in seinen Schriften an den Adel (1520) und an die Ratsherren (1524), dass jeder Junge und jedes Mädchen lesen lernen sollte, um das Evangelium zu verstehen.[8] Ziel evangelischer Bildung war die Kenntnis der Heiligen Schrift zur Lebensgestaltung. Daher entwickelte man Bibelausgaben für „Kinder und Unverständige“ (Ungebildete). P. Melanchthons Schulbuch „Enchiridion elementarum puerilium“ (Latein: 1523; Deutsch: 1529) beinhaltete neben dem ABC und liturgischen Texten das Vaterunser, Psalm 66,2–8, den Dekalog, die Bergpredigt, Römer 12, Johannes 13 und Sprüche. Als Prototyp der Kinderbibeln gilt M. Luthers „Ein betbüchlein mit eym Calender und Passional hübsch zu gericht“ (1529), das 50 biblische Holzschnitte mit kurzen Texten enthielt.[9] Das Vorwort betont, dass Bilder wichtig seien, „um der Kinder und Einfältigen willen, welche durch Bildnis und Gleichnis besser bewegt werden, die göttlichen Geschichten zu behalten als durch bloße Worte oder Lehre.“ Eine der ersten reinen Bibelausgaben für Kinder- und Laienhände ist C. Egenolffs in Frankfurt 1533 veröffentlichtes Buch „Biblische Historien figürlich fürgebildet“ mit Holzschnitten von H. Sebald Beham, ergänzt durch je einen kurzen, zusammenfassenden Satz auf Deutsch. Die um 1540 entstandene „Straßburger Leienbibel“ von W. Rihel war mit 169 Holzschnitten von H. Baldung Grien und H. Vogtherr ausgestattet. Den Bildern wurden in Reimen verfasste moralische Verse |88|beigegeben, um „einfältigen Laien, der Jugend und den kleinverständigen und kindischen Leut das Gedächtnis fördern und den Verstand heller (zu) machen“.[10]

Im Zeitalter des Pietismus und der Aufklärung entwickelte man dann eine Vielzahl von Auswahlbibeln mit Bildern. Man unterschied „Biblische Geschichten“, die die Kenntnis der Geschichten vermittelten, von „Biblische Geschichte“, in denen es um das Erfassen der Heilsgeschichte ging. Erfolgreichstes Werk der Zeit waren J. Hübners „Zwei mal zwei und fünfzig auserlesene Biblische Historien“ (1714–1902)[11], in denen einer kurzen Nacherzählung biblischer Texte ein didaktischer Dreischritt folgte: „deutliche Fragen“, „nützliche Lehren“ und „gottselige Gedanken“.

Im 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre entstand eine Vielzahl von Auswahlbibeln mit Bildern, die auch Schulbücher wurden.[12] Die wichtigsten davon waren:

 C. Schmids „Biblische Geschichte“ (seit 1801) als Standardausgabe für katholische Schüler, mit bevormundendem und moralisierendem Ton

 J.P. Hebels „Biblische Geschichten“ (ab 1824) in spannender Erzählweise

 C.G. Barths „Zwei mal Zweiundfünfzig biblische Geschichten“ (Calwer Verlag, seit 1831), die meistübersetzte Kinderbibel der Welt (87 Sprachen)

 F.L. von Zahns „Biblische Geschichte“ (ab 1831), die durch einen kirchengeschichtlichen Anhang Heilsgeschichte mit realer Geschichte verband

 J. Erbs „Schild des Glaubens“ (ab 1941), bis Ende der 1960er Jahre die am weitesten verbreitete Schulbibel der Nachkriegszeit.

Seit in den 1960er Jahren die Lehrmittelfreiheit eingeführt wurde und ein pädagogischer Paradigmenwechsel stattfand, verschwand diese Form der Kinder- und Schulbibel.

Aktuelle Kinder-und Schulbibeln

Jährlich entstehen Massen an Kinderbibeln. Viele müssen kritisch dahingehend hinterfragt werden, ob sie einen adäquaten Zugang zu Bibeltexten ermöglichen. Manche Bibelausgaben verwirren durch Fehlinterpretationen des Textes in Wort und Bild, moralisieren oder es stimmen Zielgruppe, Illustration und Sprache nicht überein.[13] Besonders für den Schuleinsatz müssen der theologische Gehalt, die Verständlichkeit, das Illustrationskonzept überprüft und die Frage geklärt werden: Welche Kompetenzen des Kindes werden durch das Buch gefördert?[14] Da |89|viele Lernende heute Leseschwächen aufweisen, kommt das „Bibellesenkönnen“ als Schlüsselkompetenz neu in den Blick. Daraus ergibt sich die Frage: Welche Bibel ist für welchen Menschen geeignet? Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Entwicklung der Lesekompetenz schrittweise angebahnt werden muss und es dementsprechend geeignete Bibelausgaben für die jeweilige Lese-Zielgruppe braucht. Da diese je nach Entwicklung sehr unterschiedlich ist, gibt es wohl kaum die richtige Kinderbibel für die Schulzeit.

Von einem kumulativen Aufbau des Lesens her gedacht, können folgende Typen von Bibelausgaben für Kinder und Jugendliche unterschieden werden:[15]

Kinderbibeln zum Vorlesen für Kleinkinder (ca. 2–5 Jahre) sind mit kurzen Texten und eher ruhigen, großflächigen Bildern ausgestattet.

Kinderbibeln zum Vorlesen für Kinder im Erstlesealter (ca. 5–8 Jahre) enthalten anspruchsvollere Texte und Bilder, auf denen es mehr zu entdecken gibt.

Kinderbibeln für Erstlesende (ca. 6–8 Jahre) sind Erstlesetexte in Fibelschrift, vom Format her passend für die Kinderhand und mit Erschließungshilfen.

Bibeln für lesestarke Kinder (ca. 8–10 Jahre) bieten oft zweispaltig gesetzte Texte, die Kinder ab etwa acht Jahren lesen können. Der Erzähltext muss spannend geschrieben sein und die Illustration sollte Raum für Entdeckungen bieten.

Bibeln für das selbsterklärende Lesen ab etwa zehn Jahren sind anspruchsvollere Ausgaben, die die wachsende Lesekompetenz, die Ebene des Wissens und die Interpretation im Blick haben, indem sie z.B. (Wort-)Erklärungen erhalten.

Vollbibeln für die Schule sind Bibelausgaben für die Schule, ausgestattet mit einem Anhang oder mit einem Innenteil, der in das Lesen einführt und Informationen vermittelt.

Bibeln zum Selbstgestalten wären eine zusätzliche Sonderform, durch die Kinder und Jugendliche ausdrücken können, wie sie die Bibelgeschichte interpretieren.

Zur ersten Kategorie zählt „Das große Bibel-Bilderbuch“ mit sehr elementaren Texten von H. Haug. Die Bilder von K. de Kort stellen mit einfachen Farben und Flächen Menschen und ihre Beziehung zu Gott dar. Verständnishilfen und Impulse für den pädagogischen Einsatz runden das Konzept ab.[16] Hierzu gehören auch Wimmelbibeln wie „Mein großes Bibel-Wimmelbuch“[17] sowie die |90|„Hosentaschenbibel“[18] im Kleinformat, die Kinder in diesem Alter motivieren, selbst ein Bibelbuch in die Hand zu nehmen.

Zur zweiten Kategorie gehört „Die große Bibel für Kinder“ mit dynamischen Bildern von M. ten Cate[19], aber auch „Die große Ravensburger Kinderbibel“[20] von U. Wensell. Ausdruckstarke Bilder bieten Überraschungen wie etwa Dinosaurier und Steinzeitmenschen in der Schöpfungsgeschichte.

Zur dritten Kategorie gehört die „Kinderlesebibel“ mit Erstlesetexten von M. Landgraf und mit Lese-Verständnisbildern von S. Göhlich. Ein „Schwere Wörter Verzeichnis“ im Anhang lässt Kinder selbständig eine Worterklärung finden. Das „Werkbuch Kinderlesebibel“ bietet Rahmenerzählungen und Arbeitsblätter für den Unterricht.[21]

Unter den Erzähl- und Selbstlesebibeln der Kategorie vier ist die „Neukirchener Kinderbibel“[22] hervorzuheben, in der anschaulich und theologisch verantwortlich der Luthertext nacherzählt wird. K. de Korts Bilder sind hier weniger dominant als im „Bibel-Bilderbuch“. Kursiv gedruckte Ein- und Überleitungstexte werden als Hilfen angeboten. Zu dieser Kategorie gehört auch „Unter Gottes weitem Himmel“, in der neben einem kindgerechten Erzähltext von C. Herrlinger weiterer Textgattungen (z.B. Psalmen, Offenbarung) vorkommen. Die Illustrationen von D. Konsek stellen ausdrucksstark Gottes Gegenwart in hellem Licht dar. Hinweise bieten Hilfen zum Gebrauch des Buches im Kirchenjahr.[23] Die „Kinderbibel“ von W. Laubi ist spannend und mit Erklärungen nacherzählt. Unverwechselbare Bilder von Annegert Fuchshuber interpretieren den Text – beispielsweise die Bergpredigt mit Bildern von Sophie Scholl, Martin Luther King und Mahatma Gandhi.[24] M. Steinkühler vermittelt in „Die neue Erzählbibel“ Bibelgeschichten sehr lebendig, bietet viele Textgattungen und ein Lexikon. Die Illustrationen von B. Nascimbeni sind schon für die Kategorie zwei geeignet. Ziel ist, Erwachsene zum Erzählen der Geschichten zu motivieren.[25] Eher für Jugendliche gedacht ist die „Gütersloher Erzählbibel“, deren Grundlage eine anspruchsvolle, an einer „gerechten Sprache“ orientierte Nacherzählung ist. Frauen kommen besonders zur Geltung. Selbst Gott wird weiblich benannt.[26]

Einen Übergang von Kategorie vier zu fünf bietet „Die Grundschul-Bibel“: ausführliche Nacherzählungen, viele Textgattungen und einen Anhang mit |91|Worterklärungen und Karten. Neben den kindgemäßen Illustrationen gibt es noch hermeneutische Bilder, die gedeutet werden müssen.[27]

Zur Kategorie fünf gehört „Die Bibel elementar“ von M. Landgraf als Kombination aus textnaher Nacherzählung und Zitaten der Lutherbibel, die farblich abgehoben sind. Einleitungen führen in einen Erzählkomplex oder in Bücher, Themenseiten in biblische Themen ein. Erklärungen in der Marginalspalte unterstützen das verstehende Lesen und Querverweise werden hergestellt. Im Anhang wird Grundwissen über die Bibel als Buch vermittelt und das methodische Vermögen gestärkt. Illustriert ist die Ausgabe mit teils symbolischen Bildern, Sachzeichnungen, Fotos von archäologischen Funden oder Landschaften sowie mit Kunstwerken auf Themenseiten.[28] In diese Kategorie gehört auch „Die Bibel“ von D. Steinwede mit Erklärungen, Fotos, Sachzeichnungen und Bildern aus der Kunst.[29] R. Oberthürs „Die Bibel für Kinder und alle im Haus“ erzählt mit Nähe zur Einheitsübersetzung verständlich nach und ist mit Bildern aus der Kunstgeschichte versehen. Farblich abgehoben werden Erklärungen zum Text gegeben. Die Bilder werden am Ende ausgelegt.[30] Vom Projekt „Die Bibel – Übersetzung für Kinder“ ist 2016 das Lukas-Evangelium erschienen. Neben einer kindgemäßen Komplettübersetzung finden sich Marginalspalten mit Erklärungen und Sachkundebilder, aber auch fiktive Darstellungen biblischer Personen.[31]

Die „Lutherbibel für dich“ und „Gute Nachricht Bibel für dich“ gehören zur Kategorie sechs, da die Vollbibeln 90 Farbseiten enthalten, die ins Bibellesen, in die biblischen Bücher und in bibeltheologische Fragen einführen und einen Bibelleseplan bieten.[32] Die „BasisBibel“ bietet über den Bibeltext und Kurzkommentare hinaus noch digitale Medien und Verständnishilfen.

Konzepte der Sonderform „Bibeln zum Selbstgestalten“ basieren auf der Erkenntnis, dass Kinder heute wahrgenommen werden als „selbsttätige, aktive, kommunikationsfähige, kreative, zunehmend an der Frage nach ihrer eigenen Identität interessierte Personen“.[33] Hierzu zählt die „Kinderbibel zum Selbstgestalten“, bei der Kinder ihre eigene Kinderbibel herstellen. Elementare Texte sind unten am Rand der Seite gesetzt, dass genug Raum für die Gestaltung bleibt.[34] Anschaulich zeigen die „Holzgerlinger Kinderbibel“ oder die „Pfälzer |92|Kinderbibel“ Projekte, wie das kreative Potential in ein Kinderbibelprojekt fließen kann.[35]

Leseempfehlungen

Adam, Gottfried/Lachmann, Rainer (Hg.), Kinderbibeln. Eine Lese- und Studienbuch. Münster 2006.

Fricke, Michael, Art. Kinderbibeln. In: WiReLex (2015).

[http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/100039/]; Zugriff am 14.02.2017.

Kassenbrock, Gabriele (Hg.), Empfehlenswerte Kinderbibeln. Stuttgart 2011.

Landgraf, Michael, Kinderbibel damals – heute – morgen. Neustadt an der Weinstraße 2009.

Reents, Christine/Melchior, Christoph, Die Geschichte der Kinder- und Schulbibel: Evangelisch – katholisch – jüdisch. Göttingen 2011.

Fußnoten

1

Vgl. Reents/Melchior, 2011, 55 ; zur Definition „Kinderbibel“ → Art. Lernen mit Kinderbibeln.

2

Reents, Christine, Art. Kinder- und Schulbibeln, 1. Evangelisch. In: Mette, Norbert/Rickers, Folkert (Hg.), Lexikon der Religionspädagogik I. Neukirchen-Vluyn 2001,1009.

3

Tschirch, Reinmar, Bibel für Kinder. Stuttgart 1995, 973; siehe hierzu auch Fricke, Michael, Art. Kinderbibeln. In: WiReLex (2015). [http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/100039/]; Zugriff am 14.02.2017.

4

Vgl. → Art. Die Bibel als Lehrbuch.

5

Vgl. Schefzyk, Jürgen, Alles echt. Älteste Belege zur Bibel aus Ägypten. Darmstadt 2006.

6

Vgl. Landgraf, 2009, 5–11

7

Ein Beispiel in Landgraf, Michael, Bibel: Einführung – Materialien – Kreativideen (ReliBausteine sekundar). Stuttgart 32013, 131.

8

Zitat beispielsweise in: gutenberg.spiegel.de/buch/martin-luther-sonstige-texte-270/1

9

Adam/Lachmann, Kinderbibeln, 2006, 53f.

10

Landgraf, 2009, 12–15, 13.

11

Vgl. Reents/Melchior, 2011, 117–125.

12

Vgl. Landgraf, 2009, 22–34.

13

Vgl. Landgraf, 2009, 35–45 und Landgraf, Michael, Bibel kreativ erkunden. Stuttgart 22017, 114.

14

Vgl. Obst, Gabriele, Kompetenzorientiertes Arbeiten und Lernen im Religionsunterricht. Göttingen 22009; Ziener, Gerhard, Bildungsstandards in der Praxis. Kompetenzorientiert unterrichten. Seelze-Velber 22008.

15

Diese Gliederung basiert auf einem Vortrag des Autors, gehalten auf dem Kinderbibelsymposion 2012 in Wien und veröffentlicht in: Landgraf, Michael, „Den Leuten aufs Maul schauen“ – Luthers Bibelübersetzung und andere Bibelausgaben im Unterricht. In: Breuer, Thomas/Dieterich, Veit-Jakobus, Luther unterrichten. Stuttgart 2016, 104–107.

16

Vgl. Haug, Hellmut/Kort, Kees de, Das große Bibelbilderbuch. Stuttgart 1998.

17

Vgl. Schneider, Antonie/Brockamp, Melanie, Mein großes Bibel-Wimmelbuch. Münster 2012.

18

Vgl. Heinemann, Horst, Die Hosentaschenbibel. Fuldatal 2011.

19

Jeschke, Tanja/Ten Cate, Marijke, Die große Bibel für Kirche, Stuttgart 2012.

20

Vgl. Wensell, Ulisses, Die große Ravensburger Kinderbibel. Ravensburg 1995.

21

Vgl. Landgraf, Michael, Kinderlesebibel. Göttingen 2011; Werkbuch Kinderlesebibel. Einführung, Rahmenerzählungen, Materialien. Göttingen 2011.

22

Vgl. Weth, Irmgard, Neukirchner Kinderbibel. Neukirchen 182014; Herrlinger, Christiane, Unter Gottes weitem Himmel. Stuttgart 2003.

23

Vgl. Herrlinger, Christiane/Konsek, Dieter, Unter Gottes weitem Himmel. Stuttgart 2003.

24

Vgl. Laubi, Werner/Fuchshuber, Annegret, Kinderbibel. Lahr 1992.

25

Vgl. Steinkühler, Martina/Nascimbeni, Barbara, Die neue Erzählbibel. Stuttgart 2015.

26

Vgl. Klöpper, Diana et al., Gütersloher Erzählbibel. Gütersloh 2004.

27

Vgl. Wiemer, Axel (Hg.), Die Grundschulbibel. Leipzig/Stuttgart 2014.

28

Vgl. Landgraf, Michael, Die Bibel elementar. Braunschweig/Stuttgart 22017.

29

Vgl. Steinwede, Dietrich, Die Bibel. Düsseldorf 2003.

30

Vgl. Oberthür, Rainer, Die Bibel für Kinder und alle im Haus. München 2004.

31

Vgl. Die Bibel – Übersetzung für Kinder. Das Lukas-Evangelium. Gummersbach/Stuttgart/Witten 2016.

32

Vgl. Lutherbibel für dich. Stuttgart 2017; Gute Nachricht Bibel für dich. Stuttgart 2013.

33

Adam, Gottfried, Kinderbibeln – Von Luther bis heute. In: Adam/Lachmann, 2006, 58.

34

Vgl. Landgraf, Michael, Kinderbibel zum Selbstgestalten. Stuttgart 42018. Die Kinderbibel wurde bereits in 20 Sprachen übersetzt und ist weltweit im Einsatz.

35

35 Zu den Kreativkonzepten siehe den Überblick in Landgraf, 2009, 75–85.

Bibel und Bibelübersetzungen in transnationaler Perspektive

David Käbisch

Die Bibel gibt es heute in fast allen Sprachen, die auf der Erde gesprochen werden. Gesamtübersetzungen des Alten und Neuen Testaments finden sich in nicht weniger als 560, vollständige Ausgaben des Neuen Testaments in 1330 und Teilübersetzungen in weiteren 1030 Sprachen. Die Geschichte der weltweiten Verbreitung der Bibel durch berufliche und private Mobilität, durch erzwungene und freiwillige Migration sowie durch individuelle und institutionalisierte Mission gewährt damit faszinierende Einblicke in die globale Verbreitung und Bedeutung des Christentums.

Mit den Menschen wanderten nicht nur Bibelbücher von einem Land in ein anderes, sondern auch religiöse und pädagogische Ideen und Praktiken zu ihrem Gebrauch in Familien, Schulen und Gemeinden. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Bildern zu, die sich in vielen Bibelausgaben zu Unterrichtszwecken finden. Diese illustrieren und interpretieren nicht nur die darin enthaltenen Texte, sondern transportieren auch interessengeleitete, meist eurozentrische Bilder von fremden Ländern und Menschen.

Für die Bildungsarbeit in Schulen und Gemeinden bietet es sich an, das Thema auf englische Übersetzungen und illustrierte Kinderbibeln zu fokussieren: Zum einen handelt es sich um die am häufigsten erlernte Fremdsprache an deutschen Schulen, |93|und zum anderen wird an Kinderbibeln besonders anschaulich, wie Bilder die Vorstellungen von biblischen Ländern, Menschen und Gebräuchen prägen.

Die Bibel im Reisegepäck: Mobilität, Migration und Mission

Bildungs-, Entdeckungs- und Handelsreisen in andere Länder waren bis in das 19. Jahrhundert ein Elitephänomen. Reisende hatten entweder einen ausgeprägten Entdeckungs- und Eroberungsdrang, oder andere Gründe bewogen sie dazu, ihre Heimat für eine bestimmte Zeit zu verlassen. Erst mit dem Ausbau moderner Verkehrsnetze stieg die berufliche und private Mobilität. So bot Thomas Cook 1841 die erste Pauschalreise für Wohlhabende an. Erst mit der Etablierung von gesetzlichen Urlaubsregelungen und preiswerten Fortbewegungsmitteln wurden diese zu einem Massenphänomen im 20. Jahrhundert.

Bibelausgaben dürften oft zum Reisegepäck gehört haben: Sei es zur persönlichen Lektüre, als Gastgeschenk in der Fremde oder als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Besonders beliebt waren illustrierte Miniaturbibeln in Daumengröße, die – erstmals in England erschienen – in ganz Westeuropa und Nordamerika Verbreitung fanden. Heute sind mehr als 300 verschiedene Thumb-Bibles nachweisbar.[1] Auch Kinderbibeln wurden zu Medien des transnationalen Wissenstransfers. So wurden die 1714 erstmals erschienenen Biblischen Historien von Johann Hübner bis 1874 in 15 europäische Sprachen übersetzt und u.a. 1826 in Harrisburg, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Pennsylvania, nachgedruckt.[2] Im Anhang dieser Ausgabe findet sich ein fünfzehnseitiges Orts- und Personenverzeichnis der „geehrten Unterstützer dieses Buchs“, das Auskunft über das Bildungsnetzwerk der deutschen Lutheraner in dieser Region gibt.[3] Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf die von Christian Gottlob Barths verfasste Kinderbibel „Zwei mal Zweiundfünfzig biblische Geschichten“ (seit 1831). In 87 Sprachen übersetzt kann sie als die meistübersetzte Kinderbibel der Welt gelten.

Das Erlernen von Fremdsprachen erleichterte von jeher das Reisen. Die 1765 in Hamburg erschienene synoptische, in drei Spalten arrangierte Ausgabe des „Hübners“ in Französisch, Deutsch und Englisch diente u.a. diesem Zweck. Die zweimal 52 Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament konnten in wöchentlichen Lieferungen |94|abonniert werden.[4] Neben der Einfuhr und Übersetzung aus Europa gibt es zudem eine wachsende Zahl an Kinderbibeln, die in den USA verfasst, gedruckt und verbreitet wurden. Auf beiden Seiten des Atlantiks zeigen sich für das 19. Jahrhundert ähnliche Tendenzen bei der Auswahl und Bearbeitung der Texte: Die Autoren, Herausgeber und Übersetzer haben „in einem Verlag nach dem anderen Totschlag, Lustmord, Inzest, Verrat, Vergewaltigung und Schändung aus Kinderbibelgeschichten entfernt, weil Kindern solche negative Exempel nicht erfahren sollten.“[5]

Neben der wachsenden beruflichen und privaten Mobilität ist auch die dauerhafte Migration ein Merkmal moderner Gesellschaften. Der Nachdruck vertrauter Bibeltexte wurde in diesen oft zu einem wichtigen Identitätsfaktor in der neuen Heimat. Neben den in den USA gedruckten Ausgaben des Hübners (neben Harrisburg 1826 auch Cornersburg/Ohio 1835 und Philadelphia 1839) sind die in und für Amerika entstandenen Ausgaben und Übersetzungen des Kleinen Katechismus’ Martin Luthers zu nennen. Allein bis 1850 lassen sich 300 Ausgaben nachweisen.[6] Mit Luthers Kommentierung der Zehn Gebote und des Vater Unsers verbreiteten sich nach und nach auch dessen Verständnis biblischer Texte über den gesamten Kontinent. Dies gilt auch für den Heidelberger Katechismus, der 1766 in einer zweisprachigen (Philadelphia) und 1764 in einer amerikanischen Ausgabe (New York) erschien.

Mit der Entstehung von Bibel- und Missionsgesellschaften im 19. Jahrhundert wird die Übersetzung der Bibel professionalisiert. So feierte die aus der Württembergischen Bibelgesellschaft hervorgegangene Deutsche Bibelgesellschaft im Jahr 2012 ihren 200. Geburtstag. Bis heute ist sie besonders der Verbreitung und Revision von Luthers Bibelübersetzung verpflichtet. Weitere Gründungen sind die British and Foreign Bible Society (1804), die American Bible Society (1816), die Bible Society In Australia (1817), die Bible Society In New Zealand (1846) und die Canadian Bible Society (1904). Die 1946 als weltweite Vereinigung von Bibelgesellschaften gegründete United Bible Societies umfasst derzeit 141 Mitgliedsorganisationen aus mehr als 200 Ländern. Hinzuweisen ist zudem auf die 1942 gegründete Wycliffe Global Alliance, die sich bis heute zum Ziel setzt, die Bibel in neue und noch unerschlossene Sprachen zu übersetzen, darunter auch Zeichensprachen für Gehörlose und Bilderbibeln für Analphabeten.

Auswahl- und Gesamtübersetzungen der Bibel verbreiteten sich auch durch die Akteure und Netzwerke katholischer Missionsorden (z.B. die Salesianer Don Boscos und die Comboni Missionare) sowie Missionsgesellschaften beider großen Konfessionen. Als Beispiel aus dem katholischen Bereich sei auf die Arbeit der 1658/63 gegründeten Société des Missions Etrangères de Paris verwiesen, deren Missionare u.a. in Korea und Vietnam aktiv waren. In der Bildungsarbeit der 1815 gegründeten evangelischen |95|Basler Mission spielte die bereits erwähnte, in 87 Sprachen übersetzte Kinderbibel von Christian Gottlob Barths Kinderbibel eine zentrale Rolle. Von dieser wurden bis zur 483. Auflage im Jahr 1945 ca. drei Millionen Exemplare gedruckt und u.a. in Indien verbreitet.[7] Als weiteres Beispiel sei die 1836 gegründete Leipziger Missionsgesellschaft erwähnt, die ab 1892 Missionare nach Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) entsandte. Diese besaßen für ihre Bildungsarbeit meist eine Handbibliothek religionspädagogischer Literatur, darunter Sammlungen von biblischen Geschichten und Bilderbibeln. Deren Auswahl und Übersetzung war auch den Gegebenheiten im Missionsgebiet geschuldet. So sollten beispielsweise Texte zur Beschneidung (im Alten Testament) ausgeklammert bleiben, um nicht den Eindruck zu erwecken, die in Ostafrika bestehende Beschneidungspraxis mit dem neuen Glauben legitimieren zu können.[8]

Urlaubs-, Bildungs- und Handelsreisen in andere Länder sind heute, wie eingangs erwähnt, kein Elitephänomen mehr. Inwieweit die Bibel dabei noch zum Reisegepäck gehört, lässt sich schwer sagen. Noch immer gehören Bibeln jedoch in vielen Hotels zur Grundausstattung eines Zimmers. Insbesondere der 1899 von Geschäftsleuten gegründete und noch heute aktive Internationale Gideonbund fühlt sich der Verbreitung der Bibel in Hotels, aber auch in Krankenhäusern, Schulen und Gefängnissen verpflichtet. Neben der Verbreitung der Bibel durch Mobilität, Migration und Mission haben in den vergangenen Jahrzehnten zudem elektronische Medien an Bedeutung gewonnen. Insbesondere im WWW finden sich heute zahllose Angebote, mit denen Menschen Bibelübersetzungen auf ihren Computern und Smartphones aufrufen und lesen können.[9]

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