Kitabı oku: «Handbuch Schulbibliothek», sayfa 6
2.6.3 Ausleihtheke
In Schulbibliotheken muss die Ausleihtheke ausreichend dimensioniert sein, denn sie ist meist der einzige Arbeitsplatz für das Bibliothekspersonal (s. auch Funktionsbereiche). Folgende Masse werden empfohlen (s. www.schulmediothek.de):
Breite: 160cm pro Ausleih-/Arbeitsplatz
Tiefe: 90cm
Höhe: 72-75cm
Bewegungsfreiheit: mindestens 150cm Abstand zwischen Thekenplatte und Regalen/Schränken im Rückraum der Theke.
Je nach Raumsituation sind verschiedene Thekenformen denkbar, von (halb)rund über Winkelformen bis hin zu geraden oder geschwungenen Formen, die in einem Halbrund auslaufen.
Da die Mitarbeiter oft viele Stunden dort verbringen, kann man auch an eine höhenverstellbare Theke denken (leider nicht ganz billig) oder eine Theke, die verschiedene Niveauebenen bietet. Die Theke sollte alle erforderlichen Kabelauslässe und Kabelführungen besitzen und mit einem oder mehreren Organisationscontainern ausgestattet sein. Thekenfronten können heute sehr schön gestaltet werden zum Beispiel mit farbigen Kunststoffblenden oder Lochblech. Die Thekenoberfläche sollte sehr strapazierfähig sein und wird daher meist in Kunststoff oder Linoleum ausgeführt.

2.6.4 Präsentation von Zeitschriften und Medien
Bei der Präsentation von Medien und Zeitschriften ist besonders auf die Flexibilität zu achten. Eine einfache Möglichkeit für die CD-Präsentation bieten Schwenkgitter, die in die Buchanschlagsleiste der Regalfachböden eingehängt werden.

Mit diversem Zubehör lassen sich Systemregale jederzeit zur Medienpräsentation nutzen, beispielsweise mit einem Stufentrog, einem ausziehbaren Trog und mobilen Zeitschriftenboxen.

Regalzubehör: Zeitschriftenboxen, Stufentrog, ausziehbarer Medientrog
Die mobilen Zeitschriftenboxen bieten gleichzeitig die Möglichkeit, fächerbezogene Zeitschriften beim jeweiligen Sachgebiet zu platzieren.

Fahrbare Medienregale mit festen und ausziehbaren Medientrögen
In Kombination mit einer Nutzung mobiler Endgeräte in der Bibliothek ist eine mobile Unterbringung der Medien von Vorteil, weil die Medien dort platziert werden können, wo sie gebraucht werden.
2.6.5 Präsentation von E-Medien
Dass eine Bibliothek E-Medien im Bestand hat, ist in der Bibliothek nicht direkt sichtbar. Erst wenn der Bibliotheksbesucher im OPAC* recherchiert, stösst er auf die digitalen Inhalte. Um auch E-Books in der Bibliothek auszustellen, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Man kann einen Stellvertreter bei der entsprechenden Sachgruppen ins Regal stellen, der z.B. mit einem QR-Code versehen ist. Mit einem mobilen Endgerät (mit Kamera und QR-Code-App) kann der Code eingelesen und je nach System das E-Book über einen Link direkt auf das Smartphone oder Tablet geholt werden. Mit dieser Methode arbeitet zum Beispiel die Universitätsbibliothek in Bayreuth (s. Batria/Weber 2013, 32).
Eine weitere Möglichkeit, E-Medien in der Bibliothek sichtbar zu machen, ist der von der ekz angebotene „eCircle“, der entweder als Monitor in ein Regal eingebaut oder freistehend als Terminal bezogen werden kann. Ein (W)LAN-Anschluss und Strom müssen am Aufstellungsort vorhanden sein. Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen. In einer Endlosschleife werden die Covers ausgewählter E-Medien auf dem Bildschirm präsentiert. Dieser sogenannte „Cover-Flow“ animiert die Bibliotheksbesucher zur Bedienung des Touchscreens. Sie können am Terminal recherchieren, bekommen Informationen zum Inhalt, zur Art der Datei und zur Nutzung eines E-Mediums – zum Beispiel ob es für PC, Tablet, Smartphone oder E-Book-Reader geeignet ist und in welchem Datenformat es vorliegt. Das gewünschte E-Book, E-Audio, E-Video oder E-Paper kann direkt ausgeliehen werden. Man darf gespannt sein, welche weiteren Möglichkeiten die Zukunft noch bringen wird.
2.7 Anmerkungen zum Planungsprozess
Um den Planungsprozess reibungslos zu gestalten, sollten die Vorstellungen des Planungsteams frühzeitig formuliert werden. Welche Funktionen soll die Bibliothek erfüllen und – daraus folgend – wie soll die Ausstattung aussehen? Architekten und Schulplaner wissen oft wenig über die Aufgaben einer modernen Schulbibliothek. Deshalb ist es sinnvoll, sich Hilfestellung bei Fachleuten zu holen, zum Beispiel bei Staatlichen Fachstellen* für Bibliothekswesen (s. www.fachstellen.de, Abruf: 28.09.2017) oder bei Firmen für Bibliotheksmobiliar, die meist über spezialisierte Innenarchitekten verfügen. Manchmal hilft es auch, sich im Vorfeld erfolgreiche Schulbibliotheken anzuschauen. Es hat sich bewährt, auf solche Besichtigungstouren auch die Entscheider bzw. Geldgeber (Schulleiter, Schulamtsleiter, Vorsitzender des Fördervereins …) mitzunehmen, denn sie sollen ja von Anfang an hinter dem Projekt stehen und die Möglichkeiten kennen.
Ein schönes Beispiel für die Formulierung des inhaltlichen Konzeptes und die räumlichen und ausstattungsbezogenen Konsequenzen daraus findet sich in dem Aufsatz von Verena Pernthaler: Eine neue Schulbibliothek entsteht (Pernthaler 2013, 22-28). Die Konzeption der Schubibliothek umfasst dort folgende Punkte:
• Funktion der Bibliothek
• Angebote der Bibliothek
• Personalausstattung
• Organisation
• Technische Ausstattung (vgl. ebd., 25)
Hat man diese Punkte näher beschrieben, können daraus räumliche und ausstattungsbezogene Anforderungen formuliert werden, z.B. „flexible Möblierung, keine festen Einbauten, in manchen Bereichen Regale auf Rollen, zu grösseren Einheiten kombinierbare Tische, stapelbare Stühle“ oder „genug und in Zukunft leicht erweiterbare Anschlüsse für technische Geräte“ (ebd., 26).
Mit solchen Vorarbeiten ist man für einen guten Start gerüstet und die planenden Architekten haben eine tragfähige Grundlage. Im besten Fall erfolgt der Planungsprozess dann in ständigem Austausch zwischen dem Architekten und dem Bibliotheks- bzw. Schulteam. Nebenbei: Die Planung sollte tatsächlich von einem Team geleistet werden, eine Bibliothek kann nie nur das „Steckenpferd“ eines Einzelnen sein, wenn sie von der Schulgemeinschaft gut angenommen werden soll.
Soll nach Abschluss der Raumplanung eine Ausschreibung erfolgen, so geht es jetzt an die Formulierung des Leistungsverzeichnisses. Es hält genau die Bauart, Materialien, Farben und die Anzahl des gewünschten Mobiliars fest. Je genauer diese Arbeit erledigt wird, desto besser ist man im Nachhinein vor Überraschungen gefeit. Wichtig ist auch, dies gilt vor allem für Neubauten mit mehreren Funktionsräumen, dass die Bibliothek als eigenes Los ausgeschrieben wird. Nur so hat man die Chance, das gewünschte flexible Fachmobiliar zu erhalten.
Vor der Vergabe des Auftrags wird manchmal eine Bemusterung durchgeführt. Dann bauen die Firmen, die in die engere Wahl gezogen werden, ihr auf die Ausschreibung hin angebotenes Mobiliar – beispielsweise ein Regal – vor Ort auf und alle am Auswahlprozess Beteiligten können das Mobiliar in Augenschein nehmen und sich dessen Funktionsweise erklären lassen. Der Zuschlag muss an den günstigsten (nicht zu verwechseln mit dem billigsten) Anbieter vergeben werden. Qualitätsaspekte können, auch wenn dies leider oft nicht der Fall ist, sehr wohl eine Rolle spielen und werden meist schon in der Ausschreibung in ihrem Einfluss auf die Entscheidung prozentual gewichtet.
2.8 Beispielplanungen
2.8.1 Planung für eine Grundschule
Bisher war wenig von den speziellen Bedürfnissen von Grundschulen die Rede. Deshalb soll hier eine Grundrissplanung aus dem Bereich der Primarstufe dargestellt werden. Gerade in der Grundschule ist eine Schulbibliothek oder „Leseecke“ unerlässlich, denn hier werden die Grundlagen für den weiteren Bibliotheksbesuch, für Lesefreude, Lese- und Medienkompetenz gelegt. Wenn kein Platz für eine Schulmediothek vorhanden ist, dann häufig doch für eine Leseund Medienecke, die auch als deutlich abgegrenzter Bereich in Funktionsräumen wie Aufenthaltsraum oder Schülercafé denkbar ist. „Schwerpunkt der
Bibliothek ist die Präsentation und Ausleihe eines grossen Buch- und Medienangebotes. Schwerpunkt der Lese- und Medienecke ist das ‚Erlebnis‘ Buch und Medien … „(Dahm 2008, 4). Die Leseecke kann mit einem Lesepodest oder Sofa, einigen Sitzwürfeln oder Sitzsäcken, einem Bilderbuchtrog und einigen Regalen auf Rollen (Höhe 1,50 m) auf einer Raumfläche von ca. 30 m2 schon gute Dienste für die Leseförderung leisten.
Besser ist natürlich eine voll ausgestattete Mediothek, wie sie im abgebildeten Grundriss vorgestellt wird.
Dieser Grundriss wurde nicht aufgrund seiner vorbildlichen Ausstattung ausgewählt, sondern weil er die Gegebenheiten in vielen Grundschulen widerspiegelt. Hier sind in zwei Klassenzimmern alle wesentlichen Funktionen einer Schulbibliothek versammelt. Besser wäre es, man könnte beide Räume zu einem vereinen, weil dann beispielsweise die Raumübersicht von der Theke aus optimal gelöst werden könnte. So ist das Thekenpersonal zwar in der Lage, Hilfestellung für die PC-Nutzer zu leisten, nicht aber auf der Lesetreppe für Ordnung zu sorgen, ohne die Verbuchung zu verlassen. Die Waschbecken hinter der Tür erfüllen eigentlich keine Funktion und könnten durch einen offenen

Planungsbeispiel für eine Grundschule
Taschenschrank, mehrere Garderobenhaken oder eine Präsentationswand ersetzt werden. Hier hat man sich diese zusätzlichen Kosten gespart. Nachdenken sollte man über ein Identifikationselement im Eingangsbereich, das die Bibliothek unverwechselbar macht. Das könnte „… z.B. ein Märchentor, ein Maskottchen oder Ähnliches sein, das an dieser Stelle positiv eingesetzt wird“ (Brunner 2016, 227).
In dieser Mediothek wurden Wandregale verwendet, um den Platz für Tische und Lesezonen optimal zu nutzen. Das macht Sinn und geht hier auch nicht auf Kosten der Flexibilität. Der zweite Raum lässt sich leicht in einen Veranstaltungsraum umwandeln, indem man die beiden Tische und den fahrbaren Bilderbuchtrog entfernt. Mit den vorhandenen Stühlen, Hockern und der Sitztreppe kann man eine Grundschulklasse mit rund 20 Kindern zur Vorlesestunde versammeln. Man kann aber an diesem Grundriss schon erkennen, wie sehr grosszügige Räume die Leseförderung erleichtern und wie viel besser die Schulbibliothek ihre Aufgaben erledigen kann, wenn sie mehr Platz hat. Zu denken wäre dann auch an einen Bühnenbereich oder „einen Multimediabereich, in dem man gemeinsam Hörbücher hört, Bilderbuchkino vorführt und animierte E-Books (TigerBooks, Onilo) nutzt. Auch die Leseförderung mit digitalen Medien braucht einen angenehmen Ort in der Bibliothek und sollte von Anfang an mitgedacht und mitgeplant werden.
2.8.2 Planung für eine Bibliothek in der weiterführenden Schule
In der auf S. 65 abgebildeten Schulmediothek einer Integrierten Gesamtschule (IGS) liegt – wie man unschwer erkennen kann – der Schwerpunkt auf der Leseförderung und der Schaffung von Aufenthaltsqualität. Die halbrunde Theke links vom Eingang bietet ausreichend Platz für alle anfallenden Arbeiten und auch genügend Schränke und Regale als Stauraum im Hintergrund. Links von der Theke befinden sich Kopierer und Ablagetisch. Im Bereich vor der Theke stehen Präsentationsmöbel und kleine Hocker, um die präsentierten Medien und Projektergebnisse anzulesen. Ins Auge fällt die aus fahrbaren Einzelelementen zusammengesetzte runde Leseinsel, die auch zur Kommunikation und Kleingruppenarbeit genutzt werden kann. Alternativ wäre hier auch denkbar, einen schallisolierten Glaszylinder einzufügen, wie er beispielweise im Hamilton Grange Teen Center in New York eingebaut wurde. In ihm kann ein Studienraum oder ein Musikstudio in einer Schule mit entsprechendem Schwerpunkt entstehen.
Links von der Leseinsel wurde mit Hörstation und zwei bequemen Sesseln der Hörbuchbereich platziert und im oberen Teil des Planes finden sich Sitzpodest, gemütliche Sitzsäcke und Hocker, Comic-Trog und Zeitschriftenregal mit an der Rückseite angefügtem Stehtisch und Barhockern. Der Arbeitsbereich ist mit Hilfe von Regalen deutlich abgegrenzt. Sie sind 1,80 m hoch und teilweise auf Rollen gestellt. Im vorderen Bereich des Arbeitsbereiches sind in einem 3/4-Kreis drei fest installierte PC-Plätze und ein Drucker eingeplant. Eigene Geräte können die Schüler an allen übrigen Tischen nutzen (Bodentanks). Ein interaktives ‚Whiteboard‘ wurde dem Gruppentisch in der Mitte zugeordnet, sodass Arbeitsgruppen dort beispielsweise gemeinsam eine Präsentation überarbeiten oder eine Rechenaufgabe lösen können. Konzentriert man die vorhandenen Stühle in diesem Mittelbereich, kann auch eine Präsentation für eine Klasse stattfinden. Sitzplätze für die Einzelarbeit wurden im Fensterbereich eingeplant.
Hamilton Grange Library Teen Center, New York
Insgesamt bietet die Bibliothek 26 Sitzplätze an Tischen und nochmals rund 25 Plätze auf Hockern, Sitzsäcken, in der Leseinsel und auf dem Podest. In den Regalen finden 6600 Bücher und 960 Hörbücher und Filme Platz.
In dieser Bibliothek sind die Funktionen Leseförderung und Lernen in verschiedenen Gruppengrössen sehr gut verwirklicht. Veranstaltungen könnten im Bereich der Leseinsel stattfinden, da sie aus mobilen Einzelelementen besteht und komplett aufgelöst werden kann. Trotzdem steht diese Funktion hier nicht im Vordergrund. Die Flexibilität von Raum und Möblierung hat durchaus auch Grenzen. Der Schule war es wichtig, Schwerpunkte zu setzen und die Hauptnutzungsziele „Leseförderung“ und „Lernen“ zu definieren und zu verwirklichen.
2.9 Die Umplanung einer vorhandenen Schulbibliothek – Beispiel einer Neugestaltung
2.9.1 Ausgangssituation
Die Schulbibliothek eines Gymnasiums ist in einem Raum mit ca. 200 m2 Fläche untergebracht. Der in Teilen veraltete und verschlissene Bestand beträgt ca. 18.000 Bücher und Medien, die in Wandregalen und freistehenden Doppelregalen mit einer Höhe von 2,10 m aufbewahrt werden. Der Bibliotheksraum wirkt wegen der zahlreichen, monoton aufgestellten hohen grauen Stahlregale wie ein Magazinraum und lädt kaum zum Verweilen ein. Überdies bleibt kaum Raum für Arbeits- und Leseplätze. Eine an sich wünschenswerte Neuunterbringung der Bibliothek in einem grösseren Raum ist nicht möglich.

Der Bibliotheksraum vor der Neugestaltung
Zielvorstellung
Der Bibliotheksraum soll im Zuge des Ausbaus der Schule zur Ganztagsschule attraktiver gestaltet werden und mehr Aufenthaltsqualität bekommen:
• Arbeitsplätze für eine Schulklasse in der Bibliothek
• Einrichtung einer freundlichen Lesezone für die Unterstufe
• Die Einrichtung soll höchstmögliche Flexibilität aufweisen, damit der Raum auch für Veranstaltungen und als Seminarraum genutzt werden kann.
2.9.2 Umplanung
Die Schule bittet die zuständige Staatliche Bibliotheksfachstelle (s. www.fachstellen.de) um Fachberatung. Diese schlägt folgende Massnahmen vor:
• Sichtung des vorhandenen Buch- und Medienbestandes durch die Fachlehrer und Aussortierung veralteter und zerschlissener Titel mit dem Ziel, den Bestand auf maximal 10.000 Medieneinheiten zu begrenzen. Die Fachstelle schult die Lehrkräfte im Rahmen eines Vorort-Seminars.
• Ergänzung von E-Medien und Datenbanken
• Anschaffung von Laptops zur Ausleihe an Bibliotheksbenutzer und eines Druckers
• Renovierung des Bibliotheksraums: Als Bodenbelag wird Teppichboden empfohlen, die Beleuchtung wird akzentuiert und der neuen Regalaufstellung angepasst. Der Raum erhält eine WLAN-Ausstattung, sodass an allen Plätzen ein Internetzugang besteht. Wände, Boden, Beleuchtung und Möblierung orientieren sich an einem festgelegten Material- und Farbkonzept.
• Neumöblierung des Bibliotheksraums mit folgenden Vorgaben:
– Eine Regalhöhe von 2,10 m wird nur bei Wandregalen und freistehenden Doppelregalen mit Wandanschluss realisiert.
– Alle anderen freistehenden Regale sind max. 1,80 m hoch. Alle freistehenden Regale stehen auf Rollen und sind beweglich.
– Die Arbeitsplätze sind so gestaltet, dass Einzelarbeit, aber auch Gruppenarbeit in unterschiedlicher Gruppengrösse möglich ist.
– Im Fensterbereich wird ein attraktiver Lesebereich für die Unter- und Mittelstufe gestaltet.
Umsetzung

Der Bibliotheksraum nach der Umplanung
Ergebnis
Der Bibliotheksraum wirkt grosszügiger, transparenter und durch die Neumöblierung, ergänzt mit jugendgemässen Sitz- und Präsentationsmöbeln, einladend und freundlich. Der Raum erweist sich im Ganztagsbetrieb als unentbehrlicher Bereich sowohl für das individuelle Lernen und Arbeiten wie auch für Gruppen- und Seminararbeit. Dementsprechend ist in der Bibliothek immer etwas los, was im Regelbetrieb zu einem etwas hohen Geräuschpegel führt.
Von der Bibliotheksleitung wird vor allem die Beweglichkeit der Möblierung geschätzt, die eine vielfältige Nutzung zulässt – von der abendlichen Vortragsund Musikveranstaltung bis hin zur Projektarbeit mit einer Schulklasse. Die Reduzierung des Bestands hat zu mehr Übersichtlichkeit und leichterem Auffinden von wichtigen, aktuellen Titeln geführt: die Nutzung der Bibliothek konnte deutlich gesteigert werden.
Gerade dieses letzte Beispiel zeigt, dass die Schulbibliothek sich räumlich und inhaltlich immer wieder an neue Bedürfnisse der Schüler und Lehrer anpassen muss. Nur so kann sie ihre Rolle im Schulleben aktiv einnehmen und zum lebendigen Ort für Lesen und Lernen werden.
2.10 Ausblick
Die Planung von Schulbibliotheken kann nicht losgelöst von allgemeinen, ja globalen Trends im Bibliotheksbau gesehen werden. Bei einem Blick in die neuere Fachliteratur lassen sich folgende Entwicklungslinien für die Schulbibliothek der Zukunft ausmachen:
1. Reduzierung der Regale und der Printmedien, Zunahme digitaler Medien und digitaler Technik,
2. die Aufenthaltsqualität der Schulbibliothek gewinnt an Bedeutung,
3. die Flexibilität der Räume (z.B. verschiebbare Wände, Raum-in-Raum-Konzepte), der Möblierung (leicht umbaubares Mobiliar) und der Präsentationstechniken (interaktive Displays, verbesserte Akkutechnik) nimmt zu (vgl. auch Stang 2017, 192),
4. Rezeptions- und Produktionsbereiche werden bewusst eingeplant und spielen eine wichtige Rolle im pädagogischen Konzept der Schule,
5. die konzeptionelle Integration von Outdoor-Bereichen (Leseterrassen, Innenhöfe, Lesegärten) wird stärker in Betracht gezogen (vgl. Lücke/Holderried 2016, 204).
Man darf gespannt sein, wie sich diese globalen Trends in deutschen Schulbibliotheken niederschlagen werden und in welcher Weise sich Schulgebäude und mit ihnen die Schulbibliotheken in Zukunft verändern werden.
Literatur
Autonome Provinz Bozen (Hg.) (2010): Schulbaurichtlinien, Bozen.
Batria, Clemens/Weber Andreas (2013): E-Books zum Anfassen. In: Bibliotheksforum Bayern, 07, S. 3235.
Brunner, Sabine (2016): Die Kinderbibliothek. In: Haucke, Petra/Werner, Klaus Ulrich (Hg.) (2016): Praxishandbuch Bibliotheksbau. Berlin, Boston.
CILIP = The Chartered Institute of Library and Information Professionals (Hg.) (2017): Primary School Library Guidelines, London. http://primaryschoollibraryguidelines.org.uk (Abruf: 07.08.2017).
CILIP = The Chartered Institute of Library and Information Professionals (Hg.) (2014): The CILIP Guidelines for Secondary School Libraries, ed. by Sue Shaper, London.
Dahm, Klaus (2008): Ausstattung von Lese- und Medienecken. In: Lese- und Medienecken. Einrichtungsempfehlungen und Projektideen zur Förderung der Lese- und Medienkompetenz. Hg.: Stiftung Lesen, Mainz.
Eigenbrodt, Olaf (2009): Möblierung und Einrichtung. In: Hauke, Petra/Werner, Klaus Ulrich (Hg.) (2009): Bibliotheken bauen und ausstatten. Bad Honnef, S. 228-249.
Empfehlungen für einen zeitgemässen Schulhausbau in Baden-Württemberg. Grundlagen für eine Überarbeitung der Schulbauförderrichtlinien (2013). Im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, erarbeitet von Büro schneidermeyer und dem Dr. Otto Seydel Institut für Schulentwicklung. Stuttgart, Überlingen.
Frantsi, Hannele u.a. (2002): A Good School Library. Helsinki.
Kirmse, Renate (2014): Schulbibliothek. Berlin/Boston.
Lücke, Birgit/Holderried, Angelika (2016): Schulbibliothek. In: Haucke, Petra/Werner, Klaus Ulrich (Hg.): Praxishandbuch Bibliotheksbau. Berlin, Boston.
Montag Stiftung Urbane Räume gAG u.a. (Hg.) (2013): Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland, Bonn. http://www.montag-stiftungen.de/fileadmin/Redaktion/Urbane_Raeume/PDF/Veroeffentlichungen/Leitlinien_Schulbauten_D_interaktiv.pdf (Abruf: 09.08. 2017).
Pernthaler, Verena (2013): Eine neue Schulbibliothek entsteht. Von der Idee zur räumlichen Umsetzung. In: Fritz, Markus: Innovative Schulbibliotheken. Bozen, S. 22-28.
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken, SAB (Hg.) (2014): Richtlinien für Schulbibliotheken. Aarau.
Stang, Richard (2016): Lernwelten im Wandel. Berlin, Boston.
The IFLA/UNESCO School Library Guidelines (2015). Den Haag.
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