Kitabı oku: «Peak - Performance für Frauen», sayfa 2

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ZUCKERSÜSS UND ALLES SCHÖN: WORAUS WIR WIRKLICH GEMACHT SIND

Es ist keine Überraschung: Frauen sind in der Regel kleiner und leichter und haben einen höheren Körperfettanteil als Männer (Hallo Brüste, hallo Hüften und alles was mit der Gebärfähigkeit zu tun hat!). Aber wenn man ein wenig tiefer gräbt, werden die Vergleiche interessanter und aufschlussreicher.

Sehen wir uns als Erstes die Körpermasse an und wie diese verteilt ist. Unsere Körpermasse ist der Stoff, aus dem wir gemacht sind und den alle gemeinhin Gewicht nennen, also die Zahl, die Sie auf der Waage sehen. Das stimmt nicht ganz. Zum einen wird das Gewicht genau genommen von der Schwerkraft bestimmt, sodass Sie auf dem Mond weniger und auf dem Jupiter mehr wiegen würden als auf der Erde, aber das ist Haarspalterei. Zum anderen ist viel entscheidender, dass die Zahl, die Sie auf der Waage sehen, also Ihr Gewicht, stark schwankt: je nachdem, wie viel Flüssigkeit Sie zu sich genommen haben, was Sie im Laufe des Tages gegessen haben, wie viel Salz Sie zu sich genommen haben und wie viel Glykogen Ihr Körper in Ihren Muskeln gespeichert hat. (Für jedes Gramm Glykogen werden 3 Gramm Wasser gespeichert. Je fitter Sie werden, desto besser speichert Ihr Körper Glykogen, sodass Sie vor einem großen Wettkampf mehr als 2 Kilogramm zunehmen können, die Sie während des Wettkampfes wieder verlieren, ohne dass Sie Fett zugelegt oder verloren haben.) Im Vergleich zum Gewicht ist die Körpermasse hingegen der Stoff, aus dem Sie gemacht sind – Knochen, Muskeln, Fett und Organe –, der einem ständigen Gewebeverlust und -aufbau unterworfen und nicht so leicht zu ändern ist.

In Kapitel 9 befassen wir uns mit den Knochen, denn ein starkes Skelett ist ungeheuer wichtig, um ein kraftvolles Leben führen zu können, und die Knochen von Frauen sind anfällig dafür, brüchig zu werden. Doch zunächst konzentrieren wir uns auf Muskeln und Fett.

Wenn Wissenschaftler mit einer Biopsienadel bei Männern und Frauen Muskelgewebe des Muskels entnehmen, dem ihr Interesse gilt (normalerweise der Schultermuskulatur, des Bizeps oder des Quadrizeps), mag das, was sie dort vorfinden, sie überraschen. Es gibt kaum einen Unterschied. Im Hinblick auf den jeweiligen Anteil der aerob arbeitenden, auf Ausdauer spezialisierten Typ-1-Muskelfasern und der auf Kraftanstrengungen spezialisierten anaerob arbeitenden Typ-2-Muskelfasern sind die Muskeln von Männern und Frauen weitgehend gleich zusammengesetzt. Der Unterschied besteht darin, dass der Anteil der Typ-1-Ausdauermuskelfasern des weiblichen Körpers insgesamt höher ist als bei Männern. Die größten Muskelfasern von Frauen sind tendenziell eher Typ-1-Muskelfasern, wohingegen der Körper von Männern insgesamt über mehr Typ-2-Kraft-Muskelfasern verfügt.

Da Typ-2-Muskelfasern zum Einsatz kommen, wenn es darum geht, Gewichthanteln zu stemmen oder liegen gebliebene Autos an den Straßenrand zu schieben, ist es nicht überraschend, dass Frauen im direkten Kraftvergleich mit Männern eher schlecht abschneiden. Studien zeigen, dass Frauen im Oberkörper ungefähr über 52 Prozent der Kraft von Männern verfügen und im Unterkörper über 66 Prozent. Bei muskulösen Frauen verringert sich der Kraftunterschied zu Männern ein wenig. Wenn man die bloße Kraft ins Verhältnis zur mageren Körpermasse setzt, erreicht eine gut trainierte Frau in Armen und Beinen bis zu 70 bzw. 80 Prozent der Kraft eines Mannes. Damit ist sie immer noch weniger stark, kommt aber definitiv näher an die Kraft eines Mannes heran.

An der Beinpresse können Frauen es schon eher mit Männern aufnehmen, weil wir den größten Anteil unseres mageren Muskelgewebes eher unterhalb der Taille haben. Dies ist auch der Grund dafür, dass Frauenfahrräder so designt sind, dass unser Schwerpunkt sich über dem Tretlager befindet (die Stelle, an der die Pedalkurbeln angebracht sind). Unsere Kraft kommt aus unseren Hüften und unseren Beinen.

Dann ist da noch das Fett, das die meisten Sportlerinnen, mit denen ich trainiere, immer noch mit einem Schimpfwort belegen, obwohl man ohne Fett weder trainieren noch laufen, ja, nicht einmal leben kann. Die meisten von uns meinen, wenn sie an Fett denken, die Fettpolster, die wir unter der Haut sehen (normalerweise an Stellen, an denen wir sie nicht sehen wollen). Das ist unser Speicherfett. Das sind die Energiereserven, die wir ansammeln. Dieses Fett dient auch als Polster und bildet wichtige Hormone wie Adiponektin, das die Insulinsensitivität steuert (das Hormon, das dem Körper dabei hilft, Blutzucker zu verwerten und zu speichern). Wir benötigen etwas Speicherfett, um Bestleistungen erbringen zu können, allerdings nicht im Überfluss. Das meiste Fett, das Sie nicht im Spiegel sehen, ist essenzielles Körperfett, das sich in den Nerven, im Knochenmark und in den Organen befindet. Bei Männern beträgt der Anteil von essenziellem Fett 4 Prozent, bei Frauen sind es hingegen 12 Prozent (weil wir so konstruiert sind, dass wir Kinder gebären!). Bei Frauen bestehen auch die Brüste überwiegend aus Fettgewebe.

Wie viel Fett Männer oder Frauen mit sich herumschleppen, hängt in hohem Maß von der Lebensweise ab, aber man kann auch nicht über die Tatsache hinwegsehen, dass es sehr verschiedene Körpertypen gibt. Einige Menschen gehören einfach zu den endomorphen Typen. Sie sind eher kräftig gebaut und haben mehr Körperfett. Auf der anderen Seite der Skala gibt es die schlanken ektomorphen Menschen, die von Natur aus dünn sind. Und dazwischen stehen die mesomorphen Körpertypen, die dazu neigen, schlank und von Natur aus muskulös zu sein. Man kann auch eine Mischung aus zwei Körpertypen sein, zum Beispiel mesomorph mit endomorphen Neigungen. Wie sportlich aktiv Sie sind und welche sportliche Aktivität Sie ausüben, kann einen Einfluss darauf haben, welcher Körpertyp dominiert. Ihre körperliche Aktivität wirkt sich direkt auf Ihre Körperfettanteile und deren Verteilung aus.

Mit dem Thema Körperzusammensetzung werden wir uns ausgiebig in Kapitel 5 befassen, aber im Großen und Ganzen kann man sagen, dass ein gesunder Körperfett-anteil bei Frauen zwischen 12 und 30 Prozent und bei Männern zwischen 5 und 25 Prozent liegt.

In der Welt des Sports werden Muskeln normalerweise geschätzt, während Fett für schlecht gehalten wird. Doch wie ich die Dinge sehe, ist das, woraus Sie bestehen, wichtig. Aber noch wichtiger ist, was für einen Einfluss das, woraus Sie bestehen, darauf hat, was Sie tun und/oder tun wollen. Nehmen Sie zum Beispiel zwei Fahrradfahrer. Ein Mann mag große Brustmuskeln und große Bizeps haben, aber diese schweren Oberkörpermuskeln werden ihn nur belasten, wenn er einen 10-Prozent-Anstieg bewältigen muss. Eine Frau hingegen, deren Oberkörper leichter gebaut ist, die jedoch in den Hüften und in den Beinen über Kraft verfügt, wird es viel leichter haben, den Berg hinaufzustrampeln.

In gleicher Weise dominieren Frauen häufig beim Freiwasserschwimmen. Dem Info-Portal Open Water Source zufolge schneiden Frauen oft besser ab als ihre männlichen Wettkampfgegner, insbesondere auf längeren Strecken. Tatsächlich beträgt die durchschnittliche Schwimmzeit von Frauen im Santa Catalina Kanal – eine anstrengende, 34 Kilometer lange Strecke von der südkalifornischen Küste zur Insel Santa Catalina – 7 Minuten weniger als die durchschnittliche Schwimmzeit von Männern. Darüber hinaus halten Frauen die Gesamtrekorde in beide Richtungen – vom Festland zur Insel und von der Insel zur Küste. (Im Jahr 1976 stellte Penny Dean mit 7:15:55 den Rekord für die Strecke vom Festland zur Insel auf, und Karen Burton stellte im Jahr 1994 mit 7:37:31 den Rekord für die Strecke von Santa Catalina zum Festland auf.)

Und vergessen wir nicht, dass Diana Nyad im Jahr 2013 der erste Mensch war, der in atemberaubenden 52 Stunden und 54 Minuten die 178,41 Kilometer lange Strecke von Kuba nach Florida schwamm. Fett hat mehr Auftrieb als Muskeln, sodass eine zusätzliche Polsterung im offenen Wasser durchaus ein entscheidender Vorteil sein kann.

FRAUEN IN ACTION: UNSERE CARDIO- UND AUSDAUERLEISTUNGSFÄHIGKEIT

Egal ob man Marathonläufe absolviert, mit dem Fahrrad an Gran Fondos teilnimmt, bei Triathlons antritt oder sich einfach nur sportlich betätigt, um fit zu bleiben – das Training funktioniert bei beiden Geschlechtern ähnlich. Wenn Sie länger und härter trainieren, werden Sie fitter. Ihr Körper kann mehr Sauerstoff aufnehmen und verwerten (das ist Ihre maximale Sauerstoffaufnahmekapazität VO2max), Sie können Ihr Tempo erhöhen, bevor Ihre Muskeln die Segel streichen (das ist Ihre Laktatschwelle, die sich bemerkbar macht), Sie werden stärker und schlanker (Sie bauen Muskeln auf und verbrennen Fett) und Ihre Leistung verbessert sich.

Doch von dem Freiwasserschwimmen-Beispiel abgesehen, überflügeln Männer uns trotzdem in allen Kategorien. Sie laufen schneller, gehen schneller und fahren schneller Fahrrad als wir. Vom 800-Meter-Lauf bis hin zum Marathon liegen die Weltrekordzeiten von Frauen ungefähr um 11 Prozent unter denen der Männer.

Warum ist das so? Nun ja, aus dem gleichen Grund, aus dem die Fahrerin eines Toyota Prius ein paar gerissene Manöver hinlegen muss, wenn sie ein Rennen gegen einen Ford Mustang gewinnen will: Wir starten mit einem kleineren Motor. Als Frau haben Sie ein kleineres Herz, ein geringeres Herzvolumen, eine kleinere Lunge (25 bis 30 Prozent weniger Kapazität als Männer) und einen niedrigeren diastolischen Druck (der Druck in den Arterien, wenn das Herz zwischen zwei Schlägen erschlafft und die Ventrikel sich wieder mit Blut füllen), was uns dafür prädisponiert, niedrigere maximale Herzschlagfrequenzen zu haben und bei Hitze anfälliger für eine Dehydrierung zu sein. Das bedeutet auch, dass unser Herz mit jedem Schlag weniger sauerstoffreiches Blut pumpt – das Herzzeitvolumen von Frauen ist ungefähr 30 Prozent niedriger als das von Männern.

Weniger sauerstoffreiches Blut bedeutet, dass wir häufiger atmen müssen, und infolgedessen müssen unsere Atemmuskeln wie die Muskeln des Zwerchfells und die Zwischenrippenmuskeln härter arbeiten und benötigen eine Menge Energie. Wie andere Skelettmuskeln sind die Atemmuskeln darauf angewiesen, dass ausreichend Blut fließt, damit sie ihren Sauerstoffbedarf decken können. Wenn Sie bei der Atemarbeit höhere Sauerstoffaufwendungen haben, wird Ihr Köper Ihren Atemmuskeln bei maximaler Belastung wahrscheinlich eine erhöhte Blutzufuhr zukommen lassen. Wenn Sie dann das Tempo erhöhen und schwer atmen, kann es schwierig sein, beim Laufwettkampf gegen Männer mitzuhalten, weil weniger Blut in Ihre Beine fließt.

Testosteron verleiht Männern ebenfalls einen kleinen Vorteil, weil das männliche Sexualhormon die Produktion roter Blutkörperchen erhöht, die Sauerstoff aufnehmen und zu den arbeitenden Muskeln transportieren. Im Durchschnitt haben Männer 6 Prozent mehr rote Blutkörperchen als Frauen, und die Hämoglobinkonzentration (Hämoglobin ist das Molekül im Blut, das den Sauerstoff transportiert) im Blut von Männern ist 10- bis 15-mal höher als in dem von Frauen.

Die Tatsache, dass Frauen ein kleineres Herz, eine kleinere Lunge und eine niedrigere Sauerstofftransportkapazität haben, bedeutet, dass wir eine niedrigere maximale Sauerstoffaufnahmekapazität (die maximale Menge Sauerstoff, die der Körper verwerten kann, um Energie zu erzeugen) haben als Männer. Wie in dem folgenden Diagramm zu sehen ist, ist die VO2max von Frauen im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent niedriger als die von Männern. Wenn ein Athlet und eine Athletin also die gleiche sportliche Aktivität verrichten, hat die Frau eine höhere Herzschlagfrequenz und benötigt mehr Sauerstoff für die gleiche Belastung.

RELATIVE MAXIMALE SAUERSTOFFAUFNAHME BEI FRAUEN UND MÄNNERN


Aufgrund unserer Hormone verwenden wir während des aeroben Trainings auch auf unterschiedliche Weise Energie. In den folgenden Kapiteln befassen wir uns eingehender damit, aber generell lässt sich sagen, dass unser Körper aufgrund unseres hohen Östrogenspiegels weniger stark auf Kohlenhydrate und stärker auf Fett zurückgreift als der Körper von Männern. Das klingt nach einer guten Sache, und in gewisser Weise ist es auch gut, weil Fett die Hauptbrennstoffquelle für aerobes Training ist. Aber wenn wir uns wirklich intensiv anstrengen müssen, ist es wiederum nicht so gut, weil die Neigung unseres Körpers, Glykogen zu sparen (die während der Hochhormonphase unmittelbar vor der Menstruation besonders ausgeprägt ist), es erschweren kann, intensive Belastungen zu vollbringen. Wenn wir die anaerobe Schwelle überschreiten, brauchen wir die Kohlenhydrate dringend, um das anaerobe Energiesystem mit Brennstoff zu versorgen. Wenn Ihnen in Ihrem Blut die Kohlenhydrate ausgehen, kann das bedeuten, dass Sie es langsamer angehen müssen, anstatt Gas zu geben. Das kommt daher, dass Ihr Körper einfach nicht auf das gespeicherte Glykogen zurückgreifen kann, das er benötigt, um die Energie bereitzustellen, die Sie abrufen wollen.

Da wir gerade von Energie reden: Weil Männer größere Typ-2-Muskelfasern und damit auch die mit ihnen einhergehenden energieproduzierenden Enzyme haben, verfügen sie auch über eine höhere glykolytische Kapazität als Frauen. Weniger geschwollen ausgedrückt könnte man sagen, dass ihr Körper in der Lage ist, in Abwesenheit von Sauerstoff mehr Glucose zu verbrennen. Das hilft ihnen dabei, uns bei kurzzeitigen intensiven Belastungen zu überflügeln, aber es bedeutet auch, dass ihr Körper Laktat akkumuliert (eine Chemikalie, die der Körper produziert und während hoch intensiver Belastungen als Energie verwendet). Doch wenn mehr Laktat produziert wird, als abgebaut werden kann, führt dies zu einer Übersäuerung der Muskeln oder dazu, dass die Muskeln »brennen«, was einen zwingt, langsamer zu werden. Infolgedessen benötigen Männer nach intensiven Belastungen eine längere Phase für die Regeneration. Frauen hingegen haben einen größeren Vorteil, wenn es um Ausdauer geht, weil unsere Typ-1-Muskelfasern effizienter darin sind, für die Energiegewinnung Fett zu verwenden und Glucose zu sparen.

Unterm Strich schwitzen Frauen auch eher zu viel Natrium aus und zehren eher von ihren Muskeln, um Energie zu gewinnen. Zudem fällt es unserem Körper in der prämenstruellen Hochhormonphase, wenn der Progesteronspiegel hoch ist, schwerer, diese Muskeln nach dem Training wieder aufzubauen und zu reparieren.

Was soll eine Frau also tun? Gehen wir noch mal zurück zu der raffinierten Prius-Fahrerin. Natürlich wird der Mustang sie in einem Beschleunigungsrennen schlagen. Vielleicht sogar bei einem Rennen durch New Jersey. Aber das effiziente kleine Auto wird sehr viel länger bei geringerem Benzinverbrauch vor sich hinschnurren und den PS-starken Mustang auf der langen Strecke vielleicht sogar besiegen.

An der äußersten Spitze auf dem höchsten Leistungsniveau, wo die absoluten Spitzensportler gegeneinander antreten, wird die schnellste Frau wahrscheinlich nie vor dem schnellsten Mann über die Zielgerade laufen, weil sie, was die Körpergröße angeht, zu nahe beieinander liegen. (Die Gewichtsunterschiede von Top-Marathonläufern – egal ob männlich oder weiblich – rangieren innerhalb einer Marge von kaum mehr als 2 Kilogramm.) Doch für alle anderen von uns gilt, dass es durchaus im Bereich des Möglichen liegt, mit den Männern gleichzuziehen oder sie abzuhängen, wenn wir unsere einzigartige Physiologie kennen und mit ihr zu arbeiten wissen. Was das angeht, geht es darum, durch Training Blutplasmavolumen (den flüssigen Teil des Blutes) aufzubauen und den Körper mit der Nahrung zu versorgen, die er benötigt, um den Stoffwechsel auf Touren zu halten. Damit werden wir uns in den folgenden Kapiteln eingehend befassen.

HORMONE IM ÜBERBLICK

Hormone spielen bei jeder körperlichen Funktion eine große Rolle. Das sieht man sehr deutlich in der Welt des Sports. Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Wirkungen männlicher und weiblicher Hormone.

Testosteron (das wichtigste männliche Hormon) bewirkt:

• Knochenbildung, größere Knochen

• Proteinsynthese (der biologische Muskelaufbauprozess), größere Muskeln

• Erythropoetin-(EPO)-Sekretion, erhöhte Produktion von roten Blutkörperchen

Östrogen (das wichtigste weibliche Hormon) bewirkt:

• Fettablagerung (Lipoproteinlipase, das Enzym, das dafür verantwortlich ist, Fettsäuren aus dem Blut aufzunehmen und in das Fettgewebe zu transportieren; Östrogen verstärkt diesen Prozess)

• Hemmung anaboler Stimulation (erschwert den Muskelaufbau)

• schnelleres, kürzeres Knochenwachstum

• kleinere Statur, geringere Gesamtkörpermasse

• mehr Fettmasse und höherer Körperfettanteil

SCHNELLE FRAUEN: UNSERE STÄRKE, GESCHWINDIGKEIT UND KRAFT

Das hier ist was für Sie, liebe CrossFit-Athletinnen und Sprinterinnen. Wie Sie in dem Abschnitt über die Körperzusammensetzung gesehen haben, besteht der größte Anteil Ihrer Muskelfasern aus Typ-1-Fasern, die Ihnen dabei helfen können, einen schnellen 10-Kilometer-Lauf zu laufen, aber nicht unbedingt viel dazu beitragen, Kipping-Pull-ups oder intensive Einsätze auf dem Fußballplatz zu absolvieren. Aber das heißt nicht, dass Sie Ihre Typ-2-Muskelfasern nicht durch Krafttraining aufbauen können. Das können Sie nämlich ganz gewiss.

Mithilfe von Training können Sie genau genommen fast so stark werden wie ein Mann, zumindest in relativer Hinsicht. Als Wissenschaftler zum Beispiel 52 junge Männer und 50 junge Frauen auf Ergometern bei einem maximalen Belastungstest gegeneinander antreten ließen, stellten die Männer die Frauen locker in den Schatten. Sie erreichten gut 50 Prozent höhere Spitzenleistungen. Aber die Männer waren deutlich schwerer. Als die Wissenschaftler das Augenmerk darauf richteten, wie viel Leistung die Teilnehmer pro Kilogramm Körpergewicht erzeugen konnten, verringerte sich der Unterschied signifikant auf 15 Prozent. Als sie noch einen Schritt weitergingen und die Leistung bezogen auf die fettfreie Körpermasse berechneten, verringerten sich die Werte auf 2,5 Prozent und waren damit ziemlich ähnlich und statistisch nicht mehr signifikant.

Genau wie in der Welt des Cardiotrainings wird selbst die stärkste, kräftigste Frau den stärksten, kräftigsten Mann beim Bankdrücken nicht überflügeln oder beim 100-Meter-Sprint vor ihm über die Ziellinie laufen. Aber es gibt ganz gewiss viele Frauen, die viele Männer übertreffen können und stärker sind als viele Männer. Wir sind genauso trainierbar wie Männer. Selbst wenn wir durch Training weniger Hypertrophie (Muskelwachstum und eine Zunahme der Größe der Muskelzellen) erreichen als Männer, zeigen Forschungserkenntnisse, dass der relative Hypertrophie- und Kraftgewinn bei Frauen und Männern, die auf gleiche Weise trainieren, ziemlich übereinstimmend ist.

Das bringt mich zu dem Problem, das bei Ihnen vielleicht im Raum steht, aber nicht angesprochen wird. Können Frauen durch Krafttraining stämmig werden? Alle sagen »Nein«, aber dann liest man immer wieder Artikel in Frauenzeitschriften, in denen vor zu viel muskelaufbauendem Training gewarnt wird, wenn man nicht dick werden will (ungeachtet der Tatsache, dass Muskeln kein Fett sind). Ein Paradebeispiel dafür ist ein Artikel, der vor einigen Jahren im Modemagazin Harper’s Bazaar erschien und in dem es unter der Überschrift »Macht Spinning Sie dick?« hieß: »Immer mehr Indoor-Cycling-begeisterte Frauen steigen vom Fahrrad, weil sie überzeugt sind, davon einen dicken Hintern zu bekommen.« Klar. Und im weiteren Verlauf des Artikels wird ein bekannter Trainer zitiert, der den Models, die bei ihm trainieren, verbietet, überhaupt jemals aufs Rad zu steigen, damit ihr Unterkörper nicht zu füllig wird. Seufz.

Was ist also die Wahrheit? Ja, intensives Widerstandstraining im Fitnessstudio oder auf einem Spinning Bike kann Ihre Muskeln vergrößern. Haben Sie sich mal Läuferinnen angesehen, die Laufbahntraining absolvieren? Deren Quadrizepse sind nicht klein. Sie sind kräftig und ja, oft auch ausgeprägt. Das kommt von hartem, intensivem Training im Fitnessstudio und davon, sich auf dem Ergometer im höchsten Gang abzumühen. Für CrossFit-Enthusiastinnen, Ruderinnen, Sprinterinnen und alle anderen Frauen, die maximales Krafttraining betreiben, gilt das Gleiche. Diese Frauen stört die Größe ihrer Muskeln normalerweise nicht im Geringsten, weil diese Muskeln es ihnen ermöglichen, den Sport zu treiben, den sie treiben wollen, und auf dem von ihnen gewünschten Niveau bei Wettkämpfen anzutreten.

Hypertrophie verleiht Ihren Muskeln einen guten Tonus. Aber wenn Sie wirklich nicht auf größere Muskeln stehen, können Sie trotzdem Krafttraining machen, und zwar ohne unerwünschte Muskelmasse aufzubauen. Tatsächlich könnten Sie als Frau in dieser Hinsicht sogar einen Vorteil haben. Bei Frauen spielen neuronale Mechanismen (Hirn-Muskel-Verbindungen) im Hinblick auf die Anpassungen beim Krafttraining eine größere Rolle als bei Männern. Wenn Sie also Kraftübungen und wenige Wiederholungen mit schweren Gewichten machen, erhöhen Sie die Anzahl von Muskelfasern, die für eine Kontraktion rekrutiert werden, sorgen aber nicht dafür, dass Muskeln wirklich signifikant größer werden. Kurz gesagt haben Sie am Ende stärkere, kraftvollere Kontraktionen bei weniger Muskelmasse.

Wie Sie in Kapitel 6 sehen werden, gibt es viele Möglichkeiten, sich die Kraft und die Stärke anzutrainieren, die Sie haben wollen, ohne dabei Muskelmasse aufzubauen. Aber machen Sie sich bitte keine Sorgen wegen ein bisschen Muskelmasse. Wie es heißt, ist stark sein jetzt sexy. Außerdem ist es einfach nur schlau, denn wenn Sie älter werden und anfangen, kostbares mageres Muskelgewebe zu verlieren, werden Sie sich über jegliches Muskelgewebe freuen, das Sie noch in Reserve haben!

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Litres'teki yayın tarihi:
25 mayıs 2021
Hacim:
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ISBN:
9783962572051
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