Kitabı oku: «Холодное сердце. Уровень 1 / Das kalte Herz», sayfa 5

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Die furchtlosen Jungen wollten hinaus in den Wald laufen und dieses furchtbar schöne Schauspiel mit ansehen. Ihr Großvater hielt sie mit strengem Wort und Blick zurück.

«Ich will keinem raten, dass er jetzt vor die Tür geht», rief er ihnen zu, «bei Gott22, der kommt nimmermehr wieder. Der Holländer-Michel haut sich heute Nacht das Floßgelenk23 im Wald.»

Die Kleinen staunten ihn an. Sie hörten von dem Holländer-Michel bevor. Aber sie baten jetzt den Großvater, einmal recht schön von jenem zu erzählen. Auch Peter Munk stimmte mit ein und fragte den Alten, wer und wo er ist.

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«Er ist der Herr dieses Waldes. Vom Holländer-Michel will ich Euch aber erzählen, was ich weiß, und wie die Sage von ihm geht. Vor etwa hundert Jahren, so erzählte es wenigstens mein Großvater, war kein ehrlicheres Volk auf Erden als die Schwarzwälder. Jetzt, seit so viel Geld im Land ist, sind die Menschen unredlich und schlecht. Die jungen Burschen tanzen und johlen am Sonntag und fluchen, dass es ein Schrecken ist. Der Holländer-Michel ist schuld an all dieser Verderbnis!

Es lebte also vor hundert Jahren ein reicher Holzherr, der viel Gesind hatte. Er handelte bis weit in den Rhein hinab24. Sein Geschäft war gesegnet, denn er war ein frommer Mann. Kommt eines Abends ein Mann an seine Türe, dergleichen er noch nie gesehen. Seine Kleidung war wie die der Schwarzwälder Burschen. Aber er war höher als alle. Man hatte noch nie geglaubt, dass es einen solchen Riesen geben könne.

Dieser bittet um Arbeit bei dem Holzherrn. Der Holzherr, der ihm ansah, dass er stark und zu großen Lasten tüchtig sei, rechnet mit ihm seinen Lohn, und sie schlagen ein. Der Michel war ein Arbeiter, wie selbiger Holzherr noch keinen gehabt. Beim Baumschlagen galt er für drei25. Wenn sechs an einem Ende schleppten, trug er allein das andere. Als er aber ein halb Jahr Holz geschlagen, trat er eines Tages vor seinen Herrn und begehrte von ihm:

„Ich habe jetzt lang genug hier Holz gehackt. Ich möchte auch sehen, wohin meine Stämme kommen. Darf ich auf das Floß gehen?“

Der Holzherr antwortete:

„Ich habe nicht dagegen, Michel. Und zwar beim Holzfällen brauche ich starke Leute, wie du bist, auf dem Floß aber kommt es auf Geschicklichkeit an, aber es sei für diesmal26.“

Und so war es. Das Floß, mit dem er abgehen sollte, hatte acht Glieder, und waren im letzten von den größten Zimmerbalken. Aber was geschah? Am Abend zuvor bringt der lange Michel noch acht Balken ans Wasser. Sie waren so dick und lang, als man keinen je sah. Und jeden trug er so leicht auf der Schulter wie eine Flözerstange, so dass sich alles entsetzte. Wo er sie gehauen, weiß bis heute noch niemand.

Dem Holzherrn lachte, als er dies sah. Er berechnete, was diese Balken kosten könnten. Michel aber sagte:

„So, die sind für mich zum Fahren. Auf den kleinen Spänen dort kann ich nicht fortkommen.“

Sein Herr wollte ihm ein paar Flözerstiefel schenken. Aber er warf sie auf die Seite27. Er brachte ein Paar hervor, wie es sonst keine gab. Mein Großvater hat versichert, sie haben hundert Pfund gewogen und seien fünf Fuß lang gewesen.

22.bei Gott – клянусь Богом.
23.Floßgelenk – бревно, которое сплавляют (для плота).
24.bis weit in den Rhein hinab – далеко по Рейну.
25.galt er für drei – работал он за троих.
26.es sei für dismal – пусть будет на этот раз по-твоему.
27.er warf sie auf die Seite – он отбросил их в сторону.