Kitabı oku: «Холодное сердце. Уровень 1 / Das kalte Herz», sayfa 6
Das Floß fuhr ab. Michel setzte früher die Holzhauer in Verwunderung. Jetzt staunten die Flözer. Das Floß, wegen der ungeheuern Balken, flog es, sobald sie in den Neckar kamen, wie ein Pfeil. Sprang Michel ins Wasser, rückte mit einem Zug das Floß links oder rechts, so dass es ohne Gefahr vorüberglitt. Mit einem Druck flog das Floß dahin, dass das Land und Bäume und Dörfer vorbeizujagen schienen.
So waren sie sehr schnell nach Köln am Rhein gekommen, wo sie sonst ihre Ladung verkauft hatten. Aber hier sprach Michel:
„Ihr seid rechte Kaufleute und versteht euren Nutzen! Meinet ihr denn, die Kölner brauchen all dies Holz, das aus dem Schwarzwald kommt, für sich? Nein, um den halben Wert28 kaufen sie es euch ab und verhandeln es teuer nach Holland. Lassen wir die kleinen Balken hier verkaufen29 und mit den großen nach Holland gehen. Was wir über den gewöhnlichen Preis lösen, ist unser eigener Profit.“
So sprach der arglistige Michel, und die anderen waren es zufrieden. Die einen wollten nach Holland gehen, die anderen wollten das Geld haben. Nur ein einziger war redlich und mahnte sie ab, das Gut ihres Herrn30 der Gefahr auszusetzen oder ihn um den höheren Preis zu betrügen. Aber sie hörten nicht auf ihn und vergaßen seine Worte. Aber der Holländer-Michel vergaß sie nicht.
Sie fuhren auch mit dem Holz den Rhein hinab. Michel leitete das Floß und brachte sie schnell bis nach Rotterdam. Dort bot man ihnen das Vierfache von dem früheren Preis. Als die Schwarzwälder so viel Geld sahen, wussten sie sich vor Freude nicht zu fassen31. Michel teilte ab, einen Teil dem Holzherrn, die drei anderen unter die Männer.
Und nun setzten sie sich mit Matrosen in die Wirtshäuser. Sie verschlemmten und verspielten ihr Geld. Den braven Mann, der ihnen abgeraten, verkaufte der Holländer-Michel an einen Seelenverkäufer. Man hat nichts mehr von ihm gehört. Von da an war den Burschen im Schwarzwald Holland das Paradies und Holländer-Michel ihr König. Die Holzherren erfuhren lange nichts von dem Handel. Unvermerkt kamen Geld, Flüche, schlechte Sitten, Trunk und Spiel aus Holland herauf.
Der Holländer-Michel war, als die Geschichte herauskam, nirgends zu finden. Aber tot ist er auch nicht. Seit hundert Jahren treibt er seinen Spuk32 im Wald. Man sagt, dass er schon vielen half, reich zu warden. Aber auf Kosten ihrer armen Seele! Und mehr will ich nicht sagen. Er ist jetzt in solchen Sturmnächten im Tannenbühl, wo man nicht hauen soll. Er sucht die schönsten Tannen aus. Mein Vater hat ihn eine vier Schuh dicke umbrechen sehen wie ein Rohr.
Mit diesen beschenkt er die, welche sich vom Rechten abwenden und zu ihm gehen. Um Mitternacht bringen sie dann das Floßgelenk ins Wasser. Er rudert mit ihnen nach Holland. Aber alle Schiffe, die von dem Holländer-Michel auch nur einen Balken haben, müssen untergehen.
Daher kommt es, dass man von so vielen Schiffbrüchigen hört. Aber so oft Holländer-Michel in einer Sturmnacht im Schwarzwald eine Tanne fällt, springt eine seiner alten aus den Fugen des Schiffes. Das Wasser dringt ein, und das Schiff ist verloren.








