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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 29

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Fünftes Kapitel
Die verschiedenen Kapitalanlagen

Obwohl alle Kapitalien nur zum Unterhalt produktiver Arbeit bestimmt sind, so ist doch die Arbeitsmenge, die von gleich großen Kapitalien in Bewegung gesetzt werden kann, je nach der verschiedenen Verwendung der Kapitalien sehr verschieden und nicht minder ist dies der Wert, den ihre Anwendung zu dem jährlichen Boden- und Arbeitsertrag hinzufügt.

Ein Kapital kann in vier verschiedenen Arten angelegt werden, entweder erstens zur Hervorbringung der Rohprodukte, die jährlich für den Verbrauch der Gesellschaft erforderlich sind, oder zweitens zur Verarbeitung dieser Rohprodukte zum unmittelbaren Gebrauch und Verbrauch, oder drittens zum Transport der rohen oder verarbeiteten Produkte von den Plätzen, wo sie reichlich vorhanden sind, nach denen, wo man ihrer bedarf, oder endlich viertens zu ihrer Teilung in so kleine Teilchen wie sie dem unmittelbaren Bedürfnisse derer, die sie brauchen, entsprechen. In ersterer Art werden die Kapitalien aller derer angelegt, die die Kultur oder den Betrieb von Landgütern, Bergwerken und Fischereien unternehmen, in der zweiten Art die Kapitalien der gewerblichen Unternehmer, in der dritten die Kapitalien der Grossisten, in der vierten die der Detaillisten. Kapitalanlagen, die nicht in die eine oder andere dieser Kategorien gehörten, lassen sich kaum denken.

Jede dieser vier Arten, Kapital anzulegen, ist für den Bestand oder die Ausdehnung der drei übrigen nicht minder wie zum allgemeinen Wohlbefinden der Gesellschaft durchaus erforderlich. Ohne Kapitalanlagen zur Hervorbringung von Produkten könnten weder Gewerbe noch Handel in ausreichender Menge bestehen. Ohne Kapitalanlagen zur industriellen Verarbeitung der Rohprodukte, die einer Veredelung bedürfen, ehe sie sich zum Ge- und Verbrauch eignen, würden diese niemals hervorgebracht werden, weil keine Nachfrage darnach vorhanden wäre, oder sie würden, falls sie freiwillig wachsen, keinen Tauschwert haben und zum Wohlstande der Gesellschaft nichts beitragen können. Ohne Kapitalanlagen zum Transport der rohen oder verarbeiteten Produkte von den Orten, wo sie reichlich vorhanden sind, nach denen, wo man ihrer bedarf, könnte von diesen Produkten nicht mehr hervorgebracht werden als für den Gebrauch der Umgegend erforderlich wäre. Das Kapital des Kaufmanns vertauscht das überschüssige Produkt des einen Orts gegen das eines anderen, ermutigt dadurch in beiden Orten die Gewerbtätigkeit und vermehrt deren Genussmittel. Ohne Kapitalanlagen zur Teilung der rohen und verarbeiteten Produkte in so kleine Teilchen, dass sie dem unmittelbaren Verbrauch derer, die ihrer bedürfen, entsprechen, würde jedermann gezwungen sein, eine größere Menge von Waren zu kaufen als sein unmittelbares Bedürfnis erfordert. Gäbe es z. B. keinen Fleischhandel, so müsste jeder auf einmal einen Ochsen oder ein ganzes Schaf kaufen. Dies wäre gewöhnlich schon für die Reichen recht unbequem, für die Armen noch weit lästiger. Wenn ein armer Arbeiter genötigt wäre, auf einmal Lebensmittel für einen oder für sechs Monate zu kaufen, so müsste er einen großen Teil des Vorrats, den er in den Werkzeugen oder in den Geräten seiner Werkstätte als Kapital benutzt und der ihm ein Einkommen bringt, dem zum unmittelbaren Verbrauch bestimmten Vorrat, der ihm kein Einkommen liefert, zuweisen. Nichts kann daher für einen solchen Mann bequemer sein als dass er seine Lebensmittel von Tag zu Tag, oder selbst von Stunde zu Stunde, wie er sie gerade braucht, kaufen kann. Dadurch allein wird es ihm möglich, beinahe seinen ganzen Vorrat als Kapital zu verwenden. Er kann nun in größerem Maßstab arbeiten, und der dadurch erzielte Gewinn gleicht den höheren Preis, den der Kleinhändler als seinen Gewinn auf die Waren schlägt, reichlich aus. Die Vorurteile mancher Publizisten gegen die Krämer und kleinen Geschäftsleute sind völlig grundlos. Es ist keineswegs nötig, sie zu besteuern oder ihre Zahl zu beschränken, denn selbst bei der größten Vermehrung können sie dem Publikum nicht schaden, während sie allerdings gegenseitig sich Schaden zufügen. Die Menge von Materialwaren z. B., die in einer Stadt verkauft werden können, ist durch die Nachfrage in der Stadt und ihrer Umgegend begrenzt. Darum kann im Materialwarenhandel nicht mehr Kapital angelegt werden als zum Ankauf dieser Menge erforderlich ist. Ist dieses Kapital zwischen zwei Händlern geteilt, so wird der Wettbewerb sie zwingen, wohlfeiler zu verkaufen als wenn es in einer Hand vereinigt wäre, und wäre das Kapital unter zwanzig verteilt, so würde ihre Konkurrenz um so viel größer und die Möglichkeit, dass sie sich zu einer Preiserhöhung verabreden könnten, um ebenso viel geringer sein. Ihr Wettbewerb würde vielleicht einige von ihnen zu Grunde richten; dies ist jedoch ihre eigene Sorge und kann ihnen getrost überlassen werden. Es kann weder den Konsumenten noch den Produzenten schaden; im Gegenteil, es muss dahin führen, dass die Kleinhändler wohlfeiler verkaufen als sie tun würden, wenn der ganze Handel von einer oder zwei Personen monopolisiert wäre. Bisweilen mag freilich ein gutmütiger Kunde von ihnen verleitet werden, etwas zu kaufen, was er nicht braucht. Dies Übel ist jedoch nicht so groß, dass es die Beachtung der Behörden verdiente, und würde auch durch Beschränkung der Zahl der Kleinhändler schwerlich verhütet werden können. Es ist nicht die Menge der Bierhäuser, um hier das bedenklichste Beispiel anzuführen, die unter den Leuten den Hang zum Trunk hervorbringt, sondern umgekehrt, dieser Hang, der aus anderen Ursachen entspringt, setzt die vielen Bierhäuser in Nahrung.

Wer seine Kapitalien in einer jener vier Arten anlegt, ist selbst ein produktiver Arbeiter. Wird diese Arbeit richtig geleitet, so fixiert und realisiert sie sich in dem Gegenstande oder der verkäuflichen Ware, auf die sie verwendet wird, und fügt ihrem Preise mindestens den Wert ihrer eigenen Unterhaltung und Konsumtion hinzu. Die Gewinne des Pächters, des Gewerbtreibenden, des Grossisten und Kleinhändlers kommen sämtlich von dem Preise der Waren her, die die beiden ersteren hervorbringen und die beiden letzteren kaufen und verkaufen. Doch werden gleiche Kapitalien, je nachdem sie in der einen oder anderen Art angelegt sind, unmittelbar sehr verschiedene Mengen produktiver Arbeit in Bewegung setzen und auch den Wert des jährlichen Boden- und Arbeitsertrags in sehr ungleichem Verhältnis vermehren.

Das Kapital des Kleinhändlers erstattet das des Grossisten, von dem er seine Waren bezieht samt dessen Gewinn zurück und ermöglicht letzterem dadurch die Fortführung seines Geschäfts. Der Kleinhändler selbst ist hierbei der einzige produktive Arbeiter, den das Kapital unmittelbar beschäftigt. In seinem Gewinn besteht der ganze Wert, den diese Kapitalanlage dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge der Gesellschaft hinzufügt.

Das Kapital des Großhändlers erstattet das der Landwirte und Gewerbtreibenden, von denen er die rohen und verarbeiteten Produkte, mit denen er handelt, bezieht, samt deren Gewinn zurück und ermöglicht ihnen dadurch die Fortführung ihrer Geschäfte. Namentlich durch diesen Dienst trägt er indirekt dazu bei, die produktive Arbeit der Gesellschaft zu unterstützen und den Wert des Jahresertrags zu erhöhen. Sein Kapital beschäftigt auch die Seeleute und Frachtführer, die seine Waren von einem Ort zum andern befördern und erhöht den Preis der Waren nicht nur um den Betrag seiner eigenen Gewinne, sondern auch um den Betrag der an jene bezahlten Löhne. Dies ist die ganze produktive Arbeit, die sein Kapital unmittelbar in Bewegung setzt und der ganze Wert, den es unmittelbar dem Jahresertrag hinzufügt. In beiden Beziehungen ist jedoch die Wirkung eine viel bedeutendere als die des Kapitals der Kleinhändler.

Ein Teil der Kapitalien des Gewerbtreibenden ist als stehendes Kapital in den Werkzeugen angelegt und erstattet das Kapital anderer Gewerbtreibenden, von denen er sie kauft, mit den entsprechenden Gewinnen zurück. Ein Teil seines Umlaufskapitals wird auf den Ankauf von Rohstoffen verwendet und erstattet die Kapitalien der Landwirte und Bergwerksbesitzer, von denen er sie kauft, mit den entsprechenden Gewinnen zurück. Ein bedeutender Teil seines Kapitals jedoch ist stets entweder jährlich oder in kürzeren Zeiträumen unter die Arbeiter verteilt, die er beschäftigt. Es vermehrt den Wert der Rohstoffe um den Arbeitslohn und den Unternehmergewinn, der aus dem auf Arbeitslöhne, Rohstoffe und Werkzeuge verwendeten Gesamtkapital gezogen wird und es setzt daher unmittelbar eine weit größere Menge produktiver Arbeit in Bewegung und fügt dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge der Gesellschaft einen weit größeren Wert hinzu als durch ein gleiches Kapital in den Händen eines Grossisten geschieht. Kein Kapital von gleicher Größe setzt aber eine größere Menge produktiver Arbeit in Bewegung als das des Landwirts. Nicht nur seine Knechte und Mägde, sondern auch seine Arbeitstiere sind produktive Arbeiter. Ja die Natur selbst arbeitet in der Landwirtschaft mit dem Menschen zusammen, und was sie hervorbringt, hat, obwohl die Arbeit nichts kostet, doch ebenso gut seinen Wert als die Produkte der teuersten Arbeiter. Die wichtigsten Verrichtungen der Landwirtschaft haben den Zweck, die Fruchtbarkeit der Natur nicht sowohl zu erhöhen, obwohl auch dies geschieht als sie auf die Erzeugung der dem Menschen nützlichen Pflanzen zu lenken. Ein mit Dornen und Disteln bewachsenes Feld kann oft ebenso viel Pflanzen hervorbringen als der bestangebaute Weinberg oder Kornacker. Das Pflanzen und Beackern dient mehr dazu, die tätige Fruchtbarkeit der Natur zu regeln als zu beleben, und nach aller Arbeit der Menschen bleibt der Natur noch immer das meiste zu tun übrig. Die Arbeiter und die Arbeitstiere, die in der Landwirtschaft gebraucht werden, bringen also nicht nur, wie die Arbeit in den Manufakturen, den Wert ihres eigenen Verbrauchs oder des Kapitals, das sie beschäftigt, nebst den Gewinnen seines Besitzers, sondern einen weit höheren Wert hervor. Sie bringen außer dem Kapital und Gewinn des Pächters in der Regel auch eine Rente für den Grundherrn hervor. Diese Rente kann als der Ertrag der Naturkräfte angesehen werden, deren Nutzung der Grundherr dem Pächter überlässt. Sie ist je nach dem vorausgesetzten Umfang dieser Kräfte, oder mit anderen Worten, je nach der vorausgesetzten natürlichen oder künstlichen Fruchtbarkeit des Bodens größer oder kleiner. Sie ist das Werk der Natur, das nach Abzug alles dessen, was als Menschenwerk betrachtet werden kann, übrig bleibt und beträgt selten weniger als ein Viertel, oft aber mehr als ein Drittel des Gesamtertrags. Niemals kann eine gleiche Menge produktiver Arbeit in den Gewerben eine so bedeutende Reproduktion erzielen. In den Gewerben tut die Natur nichts, der Mensch alles, und die Reproduktion richtet sich notwendig immer nach der Stärke der dabei tätigen Kräfte. Das in der Landwirtschaft angelegte Kapital setzt daher nicht allein eine größere Menge produktiver Arbeit in Bewegung als ein gleich großes in den Gewerben angelegtes Kapital, sondern es fügt auch im Verhältnis zu der Menge produktiver Arbeit, die es beschäftigt, dem jährlichen Boden- und Arbeitsertrag des Landes, dem wahren Reichtum und Einkommen seiner Bewohner, einen weit größeren Wert hinzu. Es ist unter allen Arten der Kapitalanlagen die für die Gesellschaft bei weitem vorteilhafteste.

Die in der Landwirtschaft und im Kleinhandel einer Gesellschaft angelegten Kapitalien bleiben stets innerhalb dieser Gesellschaft. Ihre Verwendung ist auf einen bestimmten Ort, auf das Gut oder den Boden des Detaillisten beschränkt; auch gehören sie mit wenigen Ausnahmen ansässigen Mitgliedern der Gemeinde.

Das Kapital eines Grossisten scheint dagegen nirgends einen festen oder notwendigen Sitz zu haben, sondern kann von Ort zu Ort wandern, je nachdem es billig zu kaufen oder teuer zu verkaufen vermag.

Das Kapital des Gewerbtreibenden muss allerdings auch da bleiben, wo das Gewerbe betrieben wird, aber der Ort, wo dies geschieht, ist nicht immer notwendig festgesetzt, sondern kann vom Platze der Rohstofferzeugung wie des Verbrauchs weit entfernt sein. Lyon ist sowohl von dem Orte, der seine Fabrikmaterialien liefert als von denen, wo seine Fabrikate verbraucht werden, weit entfernt. Die vornehmen Leute Siziliens tragen seidene Kleider von dem in Sizilien hervorgebrachten Rohstoff, die in anderen Ländern hergestellt wurden. Ein erheblicher Teil der Wolle Spaniens wird in Großbritannien verarbeitet und zum Teil als Tuch wieder nach Spanien zurückgesendet.

Ob der Kaufmann, dessen Kapital die überschüssigen Produkte eines Volks ausführt, ein Einheimischer oder Fremder ist, macht wenig Unterschied. Ist er ein Fremder, so ist die Zahl der produktiven Arbeiter im Volke notwendig um einen geringer, als wenn er ein Eingeborner wäre, und auch der Wert des Jahresertrags ist um den Gewinn dieses einen geringer. Die Seeleute oder Frachtführer, die er beschäftigt, können ohne Unterschied seinem Lande oder jenem oder einem dritten Lande angehören. Das Kapital eines Fremden verleiht den überschüssigen Produkten des Volks durch ihren Austausch gegen andere Dinge, für die im Lande Nachfrage besteht, ebenso gut einen Wert, wie das eines Einheimischen. Es erstattet das Kapital desjenigen, der den Überschuss erzeugt, ebenso gut zurück und ermöglicht ihm die Fortführung seiner Geschäfte ebenso gut. Und dies ist ja der Dienst, durch den das Kapital eines Grossisten hauptsächlich dazu beiträgt, die produktive Arbeit zu unterstützen und den Wert des Jahresertrags des Volks, dem er angehört, zu erhöhen.

Von größerem Belang ist es, ob das Kapital der Gewerbtreibenden im Lande seinen Sitz hat. Es setzt in diesem Falle notwendig eine größere Menge produktiver Arbeit in Bewegung, und fügt dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge der Gesellschaft einen größeren Wert hinzu. Doch kann es dem Lande immerhin sehr nützlich sein, wenn es auch nicht in ihm seinen Sitz hat. Die Kapitalien der britischen Fabrikanten, die den jährlich von den baltischen Küsten zugeführten Flachs und Hanf verarbeiten, sind den Ländern, wo er erzeugt wird, gewiss sehr nützlich. Diese Rohstoffe sind ein Teil des überschüssigen Produktes jener Länder, der, wenn er nicht jährlich gegen Dinge, die man dort begehrt, vertauscht würde, keinen Wert hätte, und bald gar nicht mehr erzeugt werden würde. Die Kaufleute, die ihn ausführen, erstatten die Kapitalien derer zurück, die ihn hervorbringen, und ermuntern sie dadurch, den Anbau fortzusetzen; und den Kaufleuten wird von britischen Fabrikanten ihr Kapital zurückerstattet.

Ein Land kann ebenso, wie eine Person, oft nicht Kapital genug haben, um sowohl alle seine Ländereien anzubauen als auch seine ganzen Rohprodukte zu verarbeiten und den überschüssigen Teil der rohen oder verarbeiteten Produkte auf die entfernten Märkte zu bringen, wo er gegen andere daheim begehrte Waren vertauscht werden kann. Die Bewohner vieler Teile Großbritanniens haben nicht Kapital genug, um all’ ihre Ländereien anzubauen. Die Wolle der südlichen Grafschaften Schottlands wird großenteils, nach einer langen Landfracht auf jämmerlichen Straßen, in Yorkshire verarbeitet, weil es am Erzeugungsorte an Kapital zur Verarbeitung gebricht. Auch gibt es in Großbritannien viele kleine Fabrikstädte, deren Einwohner nicht Kapital genug haben, um die Erzeugnisse ihrer Industrie auf die entfernten Märkte zu schaffen, wo Nachfrage danach und Verbrauch davon ist. Wenn es einige Kaufleute unter ihnen gibt, so sind diese eigentlich doch nur die Agenten reicherer Kaufleute, die in größeren Handelsstädten wohnen.

Wenn das Kapital eines Landes nicht zu allen drei Zwecken hinreicht, so wird die Menge produktiver Arbeit, die es innerhalb des Landes in Gang setzt, umso größer und der Wert, den es dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge der Gesellschaft hinzufügt, desto höher sein, je mehr Kapital auf die Landwirtschaft verwendet wird. Nächst der Landwirtschaft setzt das in der Industrie angelegte Kapital die größte Menge produktiver Arbeit in Bewegung, und fügt dem Jahresertrag den größten Wert hinzu. Das im Ausfuhrhandel angelegte Kapital hat unter allen dreien die geringste Wirkung.

Das Land, das nicht hinreichendes Kapital für alle drei Zwecke besitzt, ist allerdings noch nicht zu dem Grade von Wohlstand gelangt, für den es von der Natur bestimmt scheint. Allein der Versuch, vorzeitig und mit unzureichendem Kapital alle drei Zwecke zu verfolgen, wäre freilich für ein Volk ebenso wenig wie für einen Einzelnen der kürzeste Weg, ein hinlängliches Kapital zu gewinnen. Das Kapital aller Individuen einer Nation hat gerade so, wie das eines Einzelnen, seine Grenzen, und vermag nur gewisse Zwecke zu erfüllen. Auch nimmt das Kapital aller Individuen einer Nation ebenso, wie das eines einzelnen, nur durch langsame Anhäufung der Ersparnisse aus ihren Einkünften zu, und wird daher wahrscheinlich am schnellsten zunehmen, wenn es so angelegt wird, dass es allen Einwohnern des Landes das größte Einkommen liefert, da sie dann imstande sind, die größten Ersparnisse zu machen. Das Einkommen aller Einwohner eines Landes richtet sich aber notwendig nach dem Werte des jährlichen Ertrags ihres Bodens und ihrer Arbeit.

Die Hauptursache des schnellen Fortschritts unsrer amerikanischen Kolonien zu Reichtum und Größe war die, dass sie bisher fast alle ihre Kapitalien auf die Landwirtschaft verwendeten. Sie haben außer jenen aufs Haus beschränkten und gröberen Gewerben, die notwendig den Fortschritt des Ackerbaus begleiten und die Beschäftigung der Weiber und Kinder aller Familien bilden, keine Manufakturen. Der größere Teil ihres Ausfuhr- und Küstenhandels wird mit den Kapitalien von Kaufleuten betrieben, die in Großbritannien wohnen. In einigen Provinzen, besonders in Virginien und Maryland, gehören selbst die Speicher und Warenhäuser der Detaillisten großenteils Kaufleuten, die im Mutterlande wohnen, und bieten eines der wenigen Beispiele dar, wie der Kleinhandel eines Volks mit den Kapitalien von Leuten betrieben wird, die nicht seine ansässigen Glieder sind. Wollten die Amerikaner durch Koalition oder andere gewaltsame Mittel die Einfuhr europäischer Manufakturwaren hemmen, denjenigen ihrer Landsleute, welche dieselben Waren herstellen könnten, ein Monopol geben und so einen großen Teil ihres Kapitals in diese Erwerbszweige lenken, so würden sie die weitere Zunahme im Werte ihres Jahresertrags verzögern, statt ihn zu beschleunigen, und den Fortschritt ihres Landes zu wahrem Reichtum und wahrer Größe hemmen, statt ihn zu befördern. Dies würde noch mehr der Fall sein, wenn sie es versuchten, in derselben Weise ihren gesamten Ausfuhrhandel zu monopolisieren.

Der Aufschwung eines Volkes scheint in der Tat fast niemals so lange angedauert zu haben, um ein großes Land für alle drei Zwecke hinreichende Kapitalien erwerben zu lassen; man müsste denn den wunderbaren Erzählungen von dem Reichtum und der Kultur Chinas, des alten Ägyptens und von dem früheren Zustande Hindostans Glauben schenken. Selbst diese drei Länder, nach allen Berichten die reichsten, die es jemals gegeben hat, sind vorzugsweise wegen der hohen Stufe ihrer Landwirtschaft und Industrie berühmt; dagegen ragten sie im auswärtigen Handel keineswegs hervor. Die alten Ägypter hatten einen abergläubischen Widerwillen gegen das Meer; ein ganz ähnlicher Aberglaube herrschte unter den Indern; und die Chinesen zeichneten sich niemals im auswärtigen Handel aus. Die meisten überschüssigen Produkte dieser drei Länder scheinen von jeher durch Ausländer ausgeführt worden zu sein, die ihnen dafür andere Dinge, wonach dort Begehr war, am häufigsten Gold und Silber, in Tausch gaben.

Gleiche Kapitalien werden also in einem Lande je nach dem Verhältnis, in denen sie im Ackerbau, in den Gewerben und im Großhandel angelegt sind, eine größere oder geringere Menge produktiver Arbeit in Bewegung setzen und den Wert des Jahresertrags seines Bodens und seiner Arbeit mehr oder minder erhöhen. Auch ist der Unterschied je nach den verschiedenen Zweigen des Großhandels, in denen ein Teil davon angelegt ist, sehr bedeutend.

Aller Großhandel, alles Kaufen zum Zweck des Wiederverkaufs im Großen, lässt sich auf drei Gattungen zurückführen: den Binnenhandel, den auswärtigen Handel für den Verbrauch und den Zwischenhandel. Der Binnenhandel kauft die Produkte des Gewerbfleißes in einer Gegend des Landes und verkauft sie in der andern; er umfasst sowohl den innern als den Küstenhandel. Der auswärtige Handel für den Verbrauch kauft fremde Waren für den inländischen Verbrauch. Der Zwischenhandel vermittelt den Verkehr fremder Länder, d. h. er führt die überschüssigen Produkte des einen dem andern zu.

Das Kapital, das dazu dient, in einem Teile des Landes die Produkte des heimischen Gewerbfleißes zu kaufen, um sie im andern zu verkaufen, ersetzt durch jede solche Tätigkeit in der Pegel zwei gesonderte Kapitalien, die beide im Ackerbau oder in der Industrie des Landes angelegt waren, und macht es ihnen dadurch möglich, in dieser Anlage zu verbleiben. So oft es dem Kaufmann zur Entsendung einer Partie Waren dient, bringt es gewöhnlich einen mindestens gleichen Wert in anderen Waren zurück. Sind beide Produkte des einheimischen Gewerbfleißes, so ersetzt das Kapital notwendig mit jeder solchen Tätigkeit zwei verschiedene Kapitalien, die beide zum Unterhalt produktiver Arbeit dienten und es dadurch einander möglich machten, dies auch ferner zu tun. Das Kapital, das schottische Manufakturwaren nach London sendet und englisches Getreide und englische Manufakturwaren nach Edinburgh zurückbringt, ersetzt notwendig durch jede solche Tätigkeit zwei britische Kapitalien, die beide in der Landwirtschaft oder in der Industrie Großbritanniens angelegt waren.

Auch das zum Kauf ausländischer Waren für den heimischen Verbrauch verwendete Kapital ersetzt, wenn dieser Kauf mit Landeserzeugnissen bestritten wird, durch jede solche Tätigkeit zwei verschiedene Kapitalien; aber nur eins von ihnen dient zum Unterhalt des inländischen Gewerbfleißes. Das Kapital, das britische Waren nach Portugal sendet und portugiesische nach Großbritannien zurückbringt, ersetzt durch jede solche Tätigkeit nur ein britisches Kapital. Das andere ist ein portugiesisches. Wenn daher auch der Umsatz im auswärtigen Handel ebenso rasch wie im inländischen sein sollte, so gewährt er dem Gewerbfleiß oder der produktiven Arbeit des Landes doch nur halb so viel Ermutigung.

Die Erträge des auswärtigen Handels gehen aber nur selten so schnell ein, wie die des Binnenhandels. Die Erträge des letzteren gehen gewöhnlich vor Ende des Jahres und zuweilen drei bis viermal im Jahre, die Erträge des auswärtigen Handels dagegen selten vor Ende des Jahres und manchmal erst nach zwei oder drei Jahren ein. Ein im Binnenhandel angelegtes Kapital macht daher oft zwölf Umschläge oder geht zwölf Mal hin und her, ehe ein im auswärtigen Handel angelegtes einen einzigen gemacht hat. Sind also beide Kapitalien gleich groß, so gewährt das eine dem Gewerbfleiß des Landes vierundzwanzig Mal mehr Aufmunterung und Unterstützung als das andere.

Die ausländischen Waren für den inländischen Verbrauch werden häufig nicht mit Produkten des heimischen Fleißes, sondern mit anderen ausländischen Waren gekauft. Diese letzteren jedoch müssen entweder unmittelbar mit den Erzeugnissen des heimischen Fleißes oder mit sonst etwas, was mit diesen erkauft wurde, gekauft worden sein; denn abgesehen von Krieg und Eroberung können ausländische Waren nie anders erworben werden als durch Tausch für etwas, das im Lande, sei es unmittelbar oder nach zwei oder mehreren verschiedenen Umsätzen, produziert worden ist. Die Wirkungen des in einem weitschweifigen Außenhandel angelegten Kapitals sind mithin in jeder Hinsicht die nämlichen, wie die eines im direktesten Handel der Art angelegten, nur dass die schließlichen Erträge wohl noch später eingehen, da sie von den Erträgen zweier oder dreier verschiedener auswärtiger Umsätze abhängen. Wenn der Flachs und Hanf Rigas mit dem Tabak Virginiens gekauft wird, der seinerseits mit britischen Manufakturwaren gekauft wurde, so muss der Kaufmann auf die Einnahmen zweier auswärtiger Umsätze warten, ehe er dasselbe Kapital zum erneuten Ankauf einer gleichen Menge britischer Manufakturwaren verwenden kann. Falls der virginische Tabak nicht mit britischen Manufakturwaren, sondern mit Rum und Zucker von Jamaika, der selbst erst für jene Manufakturwaren eingehandelt wurde, gekauft worden ist, muss er auf die Eingänge von drei Umsätzen warten. Würden diese zwei oder drei auswärtigen Umsätze von zwei oder drei Kaufleuten gemacht, von denen der zweite die vom ersten, und der dritte die vom zweiten eingeführten Waren behufs Wiederausfuhr kauft, so würde allerdings jeder die Erträge seines Kapitals schneller erhalten; aber die schließlichen Eingänge vom ganzen in dem Geschäft angelegten Kapital würden gerade so langsam sein, wie sonst. Ob das gesamte in einem so weitschweifigen Handel angelegte Kapital einem oder drei Kaufleuten gehört, kann für das Land keinen Unterschied machen, sondern nur für die einzelnen Kaufleute. In beiden Fällen wird ein dreimal größeres Kapital gebraucht, um einen gewissen Betrag britischer Manufakturwaren gegen eine gewisse Menge Flachs und Hanf umzutauschen, als nötig gewesen wäre, wenn die Manufakturwaren und der Flachs und Hanf unmittelbar gegen einander vertauscht worden wären. Das in einem so weitschweifigen Außenhandel angelegte Gesamtkapital gewährt deshalb der produktiven Arbeit des Landes gewöhnlich weniger Aufmunterung und Unterstützung als ein gleich großes Kapital, das auf einen mehr direkten Handel derselben Art verwendet wird.

Welche ausländische Ware es auch sei, mit der die ausländischen Waren für den innern Verbrauch gekauft werden, ein wesentlicher Unterschied kann dadurch weder in der Natur des Handels, noch in der Aufmunterung und Unterstützung, die er der produktiven Arbeit des ihn betreibenden Landes gewährt, herbeigeführt werden. Wird sie z. B. mit dem Golde Brasiliens oder dem Silber Perus gekauft, so muss dies Gold und Silber ebenso wie der virginische Tabak mit etwas gekauft worden sein, das entweder ein Produkt des Landes, oder mittelst eines solchen bezahlt war. Soweit also die produktive Arbeit des Landes in Betracht kommt, hat der mittelst Gold und Silber betriebene Außenhandel die Vorteile und Nachteile jedes anderen weitschweifigen Außenhandels, und erstattet das Kapital, das unmittelbar zur Unterstützung dieser produktiven Arbeit verwendet wurde, nicht schneller lind nicht langsamer zurück. Einen Vorzug scheint er allerdings vor jedem anderen gleich weitschweifigen Außenhandel zu haben. Die Versendung jener Metalle von einem Orte zum andern ist wegen ihres geringeren Umfangs und größeren Werts weniger kostspielig als die Versendung fast aller anderen auswärtigen Waren von gleichem Werte. Ihre Frachtkosten sind weit geringer, und ihre Versicherungskosten nicht größer; überdies leiden sie weniger als irgendeine andere Ware durch den Transport. Man kann daher durch Vermittlung von Gold und Silber eine gleiche Menge ausländischer Waren oft mit einer kleineren Menge einheimischer Erzeugnisse kaufen als durch Vermittlung einer anderen ausländischen Ware; die Nachfrage des Landes kann daher in dieser Weise vollständiger und mit weniger Kosten befriedigt werden als in jeder andern. Ob ein Handel dieser Art durch die beständige Ausfuhr jener Metalle das Land, von dem er betrieben wird, in andrer Beziehung arm machen kann, werde ich später ausführlich zu untersuchen haben.

Der im Zwischenhandel angelegte Teil der Kapitalien eines Landes unterstützt . nicht die produktive Arbeit dieses Landes, sondern diejenige anderer. Er kann zwar durch jede Tätigkeit zwei verschiedene Kapitalien wiedererstatten, aber keines von ihnen gehört diesem Lande. Das Kapital des holländischen Kaufmanns, das polnisches Getreide nach Portugal schafft und die Früchte und Weine Portugals zurückbringt, erstattet durch jede solche Tätigkeit zwei Kapitalien wieder, von denen keines zur Unterstützung der produktiven Arbeit Hollands verwendet ist, sondern eines zur Unterstützung derjenigen Polens, das andere zu derjenigen Portugals. Nur die Gewinne kehren regelmäßig nach Holland zurück und bilden den ganzen Zuwachs, den dieser Handel dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge dieses Landes verschafft. Wenn freilich der Zwischenhandel eines Landes mit den eigenen Schiffen und Seeleuten betrieben wird, so verteilt sich der darin angelegte Teil des Kapitals, der die Fracht zahlt, unter eine gewisse Zahl produktiver Arbeiter dieses Landes. Fast alle Nationen, die einen beträchtlichen Frachthandel trieben, haben ihn tatsächlich so betrieben, und wahrscheinlich hat der Handel selbst seinen Namen davon erhalten, dass die Bewohner solcher Länder die Frachtführer für andere Länder sind. Doch ist diesem Handel ein derartiger Betrieb nicht unbedingt wesentlich. Ein holländischer Kaufmann kann z. B. sein Kapital in der Verkehrsvermittlung zwischen Polen und Portugal anlegen und einen Teil der überschüssigen Produkte des einen dem andern nicht in holländischen, sondern in britischen Fahrzeugen zuführen. In manchen Fällen geschieht dies wirklich. Man hat deshalb gemeint, der Zwischenhandel sei für Länder wie Großbritannien, dessen Verteidigung und Sicherheit auf der Zahl seiner Seeleute und Schiffe beruht, besonders vorteilhaft. Allein das gleiche Kapital kann im Außenhandel und selbst in der einheimischen Küstenschifffahrt ebenso viele Seeleute und Schiffe beschäftigen als im Zwischenhandel. Die Zahl der Seeleute und Schiffe, die ein Land zu beschäftigen vermag, hängt nicht von der Natur des Handels, sondern teils vom Verhältnis des Umfangs der Waren zu ihrem Werte, teils von der Entfernung der Häfen, zwischen denen die Waren hin und her gehen, ab, und zwar hauptsächlich von dem ersteren dieser Umstände. Der Kohlenhandel von Newcastle nach London beschäftigt z. B. mehr Schiffe als der ganze Zwischenhandel Englands, obgleich beide Häfen nicht weit voneinander entfernt sind. Die Reederei eines Landes wird daher nicht immer notwendig dadurch vermehrt werden, dass man durch besondere Aufmunterung einen größeren Teil des Kapitals in den Zwischenhandel drängt als ihm naturgemäß zufließen würde.

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10 aralık 2019
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