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Kitabı oku: «Der Wohlstand der Nationen», sayfa 30

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Das im Binnenhandel angelegte Kapital eines Landes wird also in der Kegel einer größeren Menge produktiver Arbeit Aufmunterung und Unterstützung gewähren, und den Wert seines Jahresertrags mehr erhöhen, als ein gleich großes im auswärtigen Handel angelegtes Kapital; und das auf letztere Art angelegte Kapital ist wiederum in beiden Beziehungen vorteilhafter, als ein gleich großes im Zwischenhandel angelegtes Kapital. Der Reichtum und, sofern Macht vom Reichtum abhängt, die Macht eines jeden Landes richtet sich stets nach dem Wert seines Jahresertrags – des Fonds, aus welchem alle Steuern schließlich bestritten werden müssen. Das große Ziel der politischen Ökonomie aller Länder besteht aber darin, den Reichtum und die Macht des Landes zu vermehren. Sie sollte daher dem auswärtigen Handel keinen Vorzug geben oder ihn mehr ermuntern als den inländischen, noch den Zwischenhandel mehr als die beiden andern. Sie sollte in keinen dieser beiden Kanäle einen größeren Teil des Nationalkapitals drängen oder locken als naturgemäß von selbst hineinfließen würde.

Jeder dieser Handelszweige ist jedoch nicht nur vorteilhaft, sondern auch notwendig und unausbleiblich, wenn der Lauf der Dinge ohne Zwang oder Gewaltsamkeit ihn auf natürliche Weise einführt.

Wenn die Produkte eines besonderen Industriezweiges den Bedarf des Landes übersteigen, so muss der Überschuss ins Ausland gesendet und gegen etwas vertauscht werden, wonach im Lande Nachfrage ist. Ohne eine solche Ausfuhr müsste ein Teil der produktiven Arbeit des Landes aufhören, und der Wert seines Jahresertrages sich vermindern. Großbritanniens Boden und Arbeit bringt gewöhnlich mehr Getreide, Wollen- und Eisenwaren hervor als der Bedarf des inneren Marktes erfordert. Der Überschuss muss daher ins Ausland gesendet und gegen etwas vertauscht werden, wonach im Lande Nachfrage ist. Nur durch solche Ausfuhr kann jener Überschuss einen hinlänglichen Wert erhalten, um die Arbeit und Kosten der Produktion einzubringen. Die Küstengegenden und die Ufer schiffbarer Flüsse bieten nur deshalb der Industrie eine vorteilhafte Lage dar, weil sie die Ausfuhr und den Austausch solcher überschüssigen Produkte gegen andere, die im Lande mehr begehrt sind, erleichtern.

Wenn die ausländischen Waren, die so mit den überschüssigen Produkten des heimischen Fleißes gekauft wurden, die Nachfrage des inländischen Marktes übersteigen, so muss der Überschuss wieder ins Ausland gesendet und gegen etwas vertauscht werden, wonach mehr Nachfrage im Lande ist. Alljährlich werden ungefähr 96000 Oxhoft Tabak in Virginien und Maryland mit überschüssigen Produkten des britischen Fleißes gekauft; die Nachfrage Großbritanniens jedoch erfordert kaum 14,000. Wenn also die übrigen 82,000 nicht ins Ausland geschickt und gegen etwas, wonach mehr Nachfrage im Lande ist, vertauscht würden, so müsste ihre Einfuhr sofort aufhören, und mit ihr auch die produktive Arbeit aller der Einwohner Großbritanniens, die gegenwärtig mit Herstellung der Waren beschäftigt sind, womit die 82,000 Oxhoft jährlich gekauft werden. Diese Waren, die ein Teil vom Boden- und Arbeitsprodukte Großbritanniens sind, haben im Lande selbst keinen Markt, und würden, wenn sie auch des ausländischen Marktes beraubt wären, nicht mehr hervorgebracht werden können. Selbst der weitschweifigste Außenhandel kann mithin in manchen Fällen zur Unterstützung der produktiven Arbeit des Landes und zur Erhöhung des Betrages seiner Jahresproduktion ebenso notwendig sein als der direkteste.

Wenn der Kapitalvorrat eines Landes sich bis zu dem Grade vermehrt hat, dass er in der Beschaffung des Bedarfs und in der Unterstützung der produktiven Arbeit des Landes nicht mehr volle Beschäftigung findet, so bemächtigt sich der Überschuss ganz von selbst des Zwischenhandels, und verrichtet dieselben Dienste für fremde Länder. Der Zwischenhandel ist die natürliche Wirkung und das Symptom eines großen Volkswohlstandes, scheint aber nicht seine natürliche Ursache zu sein. Staatsmänner, die ihn durch besondere Aufmunterung begünstigen wollten, scheinen die Wirkung und das Symptom irrtümlich als Ursache betrachtet zu haben. Holland im Verhältnis zu seiner Gebietsausdehnung und Einwohnerzahl bei weitem das reichste europäische Land, hat demgemäß den größten Zwischenhandel in Europa. England, wohl das zweitreichste Land Europas, wird gleichfalls als stark daran beteiligt angesehen, wiewohl bei näherer Betrachtung sein sogenannter Zwischenhandel nur ein weitschweifiger Außenhandel für den Konsum sein dürfte. Von dieser Art sind großenteils die Geschäfte, die die Waren Ost- und Westindiens sowie Amerikas nach den verschiedenen europäischen Märkten befördern. Diese Waren werden in der Regel entweder unmittelbar mit Erzeugnissen britischen Fleißes oder mit anderen durch sie bezahlten Waren gekauft, und die schließlichen Eingänge dieser Geschäfte werden fast immer in Großbritannien gebraucht und verzehrt. Der in britischen Schiffen zwischen den verschiedenen Häfen des Mittelmeeres und der in gleicher Weise von britischen Kaufleuten zwischen den verschiedenen Häfen Indiens betriebene Handel bilden wohl die Hauptzweige des eigentlichen Zwischenhandels von Großbritannien.

Der Umfang des Binnenhandels und des Kapitals, das darin angelegt werden kann, findet notwendig seine Grenze an dem Werte der überschüssigen Produkte aller der Plätze im Lande, die ihre Produkte mit einander austauschen; der Umfang des auswärtigen Handels für den Konsum an dem Betrage der überschüssigen Produkte des ganzen Landes und dessen, was damit gekauft werden kann; der Umfang des Zwischenhandels am Betrage der überschüssigen Produkte aller Länder der Welt. Sein möglicher Umfang ist daher im Vergleich mit dem der beiden anderen gewissermaßen unendlich, und vermag die größten Kapitalien in sich aufzunehmen.

Die Rücksicht auf den eigenen Gewinn ist der einzige Beweggrund, der den Besitzer eines Kapitals bestimmt, es im Ackerbau, in der Industrie oder in irgendeinem Zweige des Groß- oder Kleinhandels anzulegen. Die verschiedenen Mengen produktiver Arbeit, die sein Kapital in Bewegung setzen, und die verschiedenen Werte, die es dem jährlichen Boden- und Arbeitserträge des Volks hinzufügen kann, je nachdem er das Kapital in der einen oder anderen dieser drei Arten anwendet, kommen für ihn nicht in Betracht. Daher worden in Ländern, wo die Landwirtschaft das gewinnreichste Geschäft und Pachtung und Bodenkultur der geradeste Weg zu einem glänzenden Vermögen ist, die Kapitalien der einzelnen naturgemäß in der für das ganze Volk ersprießlichsten Weise verwendet werden. Doch scheinen die landwirtschaftlichen Gewinne in keinem Teile Europas bedeutender zu sein als in anderen Gewerben. Zwar haben Spekulanten seit einigen Jahren das Publikum an allen Ecken mit den glänzendsten Schilderungen der Gewinne belustigt, die sich durch Anbau und Verbesserung des Bodens machen ließen. Ohne in eine Erörterung ihrer Rechnungen einzugehen, werden wir uns durch eine sehr einfache Beobachtung überzeugen, dass ihr Ergebnis falsch sein muss. Man sieht täglich die glänzendsten Vermögen, die im Laufe eines Menschenlebens durch Handel und Industrie erworben wurden, und zwar oft mit einem sehr kleinen, ja häufig ohne alles Kapital. Dagegen ist im Laufe dieses Jahrhunderts vielleicht kein einziges Beispiel in Europa vorgekommen, dass ein solches Vermögen in gleicher Zeitdauer und mit gleichem Kapital durch Landwirtschaft erworben worden wäre. Und doch liegt in allen großen Ländern Europas noch viel gutes Land unbebaut, und der größere Teil des bebauten ist weit davon entfernt, in so hohem Maße kultiviert zu sein, als er dessen fähig wäre. Der Ackerbau ist daher fast überall fähig, ein weit größeres Kapital aufzunehmen als jemals in ihm angelegt worden ist. Welche Umstände in der europäischen Wirtschaftspolitik den in den Städten betriebenen Gewerben einen so großen Vorzug vor den auf dem Lande betriebenen verschafft haben, dass es Privatleute oft vorteilhafter finden, ihre Kapitalien in dem entferntesten Zwischenhandel Asiens und Amerikas anzulegen, als zur Verbesserung und Kultur der fruchtbarsten Ländereien in ihrer nächsten Umgebung, will ich in den beiden folgenden Büchern ausführlich zu erläutern suchen.

Drittes Buch
Die verschiedenen Fortschritte zum Reichtum bei den verschiedenen Nationen

Erstes Kapitel
Der natürliche Fortschritt zum Reichtum

Der wichtigste Verkehr jeder zivilisierten Gesellschaft ist der, welcher zwischen den Stadtbewohnern und den Landleuten geführt wird. Er besteht im Austausch der Rohprodukte gegen Fabrikate, entweder unmittelbar, oder durch Vermittlung des Geldes oder gewisser Geld vertretender Papiere. Das Land versorgt die Stadt mit Unterhaltsmitteln und Rohstoffen für die Fabrikation. Die Stadt bezahlt diese Lieferungen dadurch, dass sie den Landbewohnern einen Teil des verarbeiteten Produkts zurückschickt. Von der Stadt, in der eine Reproduktion von Substanzen weder stattfindet, noch stattfinden kann, darf man mit Recht sagen, dass sie ihren ganzen Reichtum und ihren Unterhalt vom Lande gewinnt. Wir dürfen aber deshalb nicht glauben, dass der Gewinn der Stadt ein Verlust für das Land sei. Beide gewinnen gegenseitig und wechselseitig, und die Teilung der Arbeit ist in diesem, wie in allen anderen Fällen vorteilhaft für alle die verschiedenen Personen, die in den mannigfaltigen Beschäftigungen, in die die Arbeit geteilt ist, Verwendung finden. Die Landbewohner kaufen von der Stadt eine größere Menge von Fabrikaten mit dem Ertrage einer viel kleineren Arbeitsmenge als sie aufwenden müssten, wenn sie die Fabrikate selbst zu verfertigen versuchten. Die Stadt bietet einen Markt dar für den überschüssigen Ertrag des Landes oder für das, was über den Unterhalt der Landwirte selbst erzeugt wird; und in der Stadt vertauschen die Landbewohner diesen Überschuss gegen andere Artikel, für die bei ihnen Nachfrage besteht. Je größer die Zahl und das Einkommen der Stadtbewohner ist, einen desto ausgedehnteren Markt bietet die Stadt den Landbewohnern dar; und je ausgedehnter der Markt ist, desto vorteilhafter ist er für eine größere Zahl von Personen. Das Korn, das eine Meile von der Stadt wächst, wird dort für denselben Preis verkauft wie dasjenige, das aus einer Entfernung von zwanzig Meilen kommt. Allein der Preis des letzteren muss im Allgemeinen nicht nur die Kosten der Pflanzung und der Beförderung auf den Markt decken, sondern auch den gewöhnlichen Wirtschaftsgewinn für den Landwirt. Deshalb gewinnen die Eigentümer und Bebauer des Landes, das in der Nähe der Stadt liegt, in dem Preise dessen, was sie verkaufen, außer dem gewöhnlichen Wirtschaftsgewinn den ganzen Wert der Fracht der von entfernteren Gegenden zugeführten Produkte; und sie sparen außerdem in dem Preise dessen, was sie verkaufen, den ganzen Wert der Fracht. Man vergleiche die Kultur der in der in der Nähe einer großen Stadt liegenden Ländereien mit der Kultur entfernter, und man wird sich leicht überzeugen, wie sehr das Land durch den Verkehr mit der Stadt gewinnt. Bei allen absurden Meinungen über die Handelsbilanz ist doch noch nie behauptet worden, dass das Land durch seinen Verkehr mit der Stadt oder die Stadt durch ihren Verkehr mit dem Lande verliere.

Da nach der Natur der Dinge der Lebensunterhalt der Bequemlichkeit und dem Luxus vorangeht, so muss notwendig die Industrie, die den ersteren herbeischafft, älter sein als die, die für die letzteren sorgt. Die Bodenkultur, die die Lebensmittel schafft, muss daher notwendig dem Entstehen der Stadt, die nur die Mittel zu Bequemlichkeit und Luxus liefert, vorangehen. Nur die überschüssigen Produkte des Landes, d. h. diejenigen, die nach Abzug des Unterhalts seiner Bebauer übrigbleiben, werden zur Ernährung der Stadt abgegeben, deren Zunahme daher mit der Zunahme jenes Überschusses gleichen Schritt halten muss. Allerdings braucht die Stadt nicht immer alle ihre Lebensmittel vom platten Lande der Umgegend oder sogar nur von dem Gebiete zu beziehen, zu dem sie gehört, sondern kann sie aus weit entfernten Ländern erhalten; und dies hat, obschon es keine Ausnahme von der allgemeinen Regel bildet, in verschiedenen Zeiten und Ländern doch beträchtliche Abweichungen im Fortschritt des Wohlstandes verursacht.

Die Ordnung der Dinge, die im Allgemeinen, wenn auch nicht in jedem einzelnen Lande, durch die Notwendigkeit auf erlegt ist, wird überall durch die natürlichen Neigungen des Menschen gefördert. Hätten niemals menschliche Einrichtungen diese natürlichen Neigungen durchkreuzt, so hätten sich die Städte nirgends über das Maß vergrößern können, das durch die Bodenkultur des umliegenden Gebietes vorgezeichnet war, wenigstens bis dahin, wo dies Gebiet vollständig kultiviert war. Bei gleichen oder fast gleichen Gewinnen werden es die meisten Menschen vorziehen, ihr Kapital lieber in der Landwirtschaft als in der Industrie oder im auswärtigen Handel anzulegen. Wer sein Kapital in Grundbesitz anlegt, hat es mehr unter Aufsicht und zur Verfügung, und sein Vermögen ist weniger Unglücksfällen ausgesetzt als das des Händlers, der es nicht nur Wind und Wellen, sondern auch den unsichereren Elementen menschlicher Torheit und Ungerechtigkeit überlassen muss, indem er in entfernten Ländern Leuten Kredit gibt, deren Charakter und Lage er fast niemals genau kennt. Das Kapital, des Grundherrn dagegen, das in dem Anbau des Bodens festgelegt ist, scheint so gesichert zu sein, als es überhaupt die Natur menschlicher Angelegenheiten erlaubt. Die Schönheit der Natur, die Freuden des Landlebens, die Kühe des Gemüts, die es verspricht, und wo nicht die Ungerechtigkeit menschlicher Gesetze sie stört, die Unabhängigkeit, die es tatsächlich gewährt, sind Reize, die einen jeden mehr oder weniger anziehen; und wie der Bodenanbau die ursprüngliche Bestimmung des Menschen war, so scheint der letztere auf jeder Stufe seines Daseins eine Vorliebe für diese seine erste Beschäftigung behalten zu haben.

Ohne den Beistand einiger Handwerker lässt sich der Landbau allerdings nur in sehr unbequemer Weise und mit beständigen Unterbrechungen betreiben. Schmiede, Zimmerleute, Rad- und Pflugmacher, Maurer, Gerber, Schuhmacher und Schneider sind Leute, deren Dienste der Landmann oft gebraucht. Nicht minder bedürfen diese Handwerker einander, und da ihr Wohnplatz nicht wie der des Landmanns durchaus an einen bestimmten Fleck gebunden ist, so lassen sie sich naturgemäß in gegenseitiger Nähe nieder und bilden so eine kleine Stadt oder einen Flecken. Bald kommen Schlächter, Brauer, Bäcker und viele andere Handwerker und Krämer hinzu, die zur Versorgung mit dem Bedarf jener notwendig oder brauchbar sind, und die Stadt weiterhin vergrößern. So dienen die Stadt- und die Landbewohner einander gegenseitig. Die Stadt bildet einen beständigen Markt, wohin die Landleute sich begeben, um ihre Produkte gegen Gewerbserzeugnisse umzusetzen. Die Einwohner der Stadt werden durch diesen Verkehr mit dem Material für ihre Arbeit und den Mitteln ihrer Ernährung versorgt. Die Menge veredelter Arbeit, die sie den Landleuten verkaufen, bestimmt notwendig die Menge von Materialien und Lebensmitteln, die sie kaufen. Folglich kann ihre Beschäftigung wie ihr Unterhalt nur in dem Verhältnis zunehmen, wie sich die Nachfrage des platten Landes nach veredelter Ware vermehrt; und diese Nachfrage kann wiederum nur in dem Verhältnis steigen, wie sich die Kultur des Bodens ausdehnt. Hätten daher menschliche Einrichtungen nie störend in den natürlichen Lauf der Dinge eingegriffen, so würde in allen politischen Gemeinschaften die steigende Wohlhabenheit und Vergrößerung der Städte die Folge der Besserung und Kultur des Landes gewesen und im Verhältnis zu dieser Kultur vorgeschritten sein.

In unsern nordamerikanischen Kolonien, wo unbebautes Land noch zu leichten Bedingungen zu haben ist, sind noch in keiner Stadt Gewerbe für den auswärtigen Verkauf eingerichtet worden. Wenn dort ein Handwerker etwas mehr Kapital gesammelt hat, als dazu nötig ist, sein Gewerbe behufs Versorgung der Umgegend zu betreiben, so ist er nicht versucht, damit eine Fabrik für entferntere Umsätze zu errichten, sondern er verwendet es auf den Ankauf und die Kultur unbebauter Ländereien. Aus einem Handwerker wird er ein Pflanzer, und weder der hohe Arbeitslohn noch der leichte Unterhalt, den dies Land den Handwerkern gewährt, kann ihn bestechen, lieber für andere Leute als für sich selbst zu arbeiten. Er fühlt, dass ein Handwerker der Knecht seiner Kunden ist, von denen er seinen Unterhalt empfängt, dass dagegen ein Pflanzer, der sein eignes Land bebaut und seinen Lebensunterhalt durch die Arbeit seiner eigenen Familie gewinnt, tatsächlich ein Herr und von aller Welt unabhängig ist.

Dagegen sucht in Ländern, wo entweder unangebautes Land nicht mehr vorhanden oder nicht unter leichten Bedingungen zu haben ist, jeder Handwerker, der mehr Kapital gesammelt hat als er in den Geschäften der Umgegend verwenden kann, für entfernte Umsätze zu arbeiten. Der Schmied errichtet eine Eisenwaren-, der Weber eine Leinen- oder Wollwaren-Fabrik. Diese verschiedenen Fabriken verzweigen sich mit der Zeit immer weiter, und vervollkommnen und verfeinern sich daher auf die mannigfachste Art, wie es leicht begreiflich ist und also hier nicht weiter auseinandergesetzt zu werden braucht.

Industrielle Kapitalanlagen werden bei gleichen oder fast gleichen Gewinnen natürlich Anlagen im auswärtigen Handel vorgezogen, und zwar aus demselben Grunde, aus dem der Ackerbau der Industrie vorgezogen wird. Wie das Kapital des Grundherrn oder Pächters sicherer ist als das des Industriellen, so ist das des letzteren, da er es immer unter Aufsicht und zu seiner Verfügung hat, sicherer als das Kapital des Kaufmanns, der auswärtigen Handel treibt. Zwar muss auf jeder Entwicklungsstufe jedes Volks der überschüssige Teil der rohen oder verarbeiteten Produkte, d. h. derjenige, wonach im Lande selbst keine Nachfrage ist, nach auswärts versandt und gegen etwas vertauscht werden, wofür im Lande Bedarf ist. Ob aber das Kapital, das jene überschüssigen Produkte ausführt, ein fremdes oder inländisches ist, hat wenig Bedeutung. Wenn das Volk nicht Kapital genug erworben hat, um alle seine Ländereien anzubauen und alle seine Rohprodukte in der vollständigsten Weise zu verarbeiten, so ist es sogar sehr vorteilhaft, dass die Rohprodukte mittelst fremden Kapitals ausgeführt werden, damit das ganze Volkskapital auf nützlichere Zwecke verwendet werden kann. Der Reichtum des alten Ägypten, Chinas und Hindostans beweist hinlänglich, dass ein Volk einen hohen Grad von Wohlstand erreichen kann, wenn auch der größte Teil seines Ausfuhrhandels von Fremden betrieben wird. Der Fortschritt unserer nordamerikanischen und westindischen Kolonien würde weit weniger schnell gewesen sein, wenn kein anderes als das ihnen gehörige Kapital auf die Ausfuhr ihrer überschüssigen Produkte verwendet worden wäre.

Dem natürlichen Laufe der Dinge gemäß ist also der größere Teil des Kapitals jeder aufblühenden Gesellschaft zuerst auf die Landwirtschaft, dann auf die Industrie, und erst zuletzt auf den auswärtigen Handel gerichtet. Diese Ordnung der Dinge ist so durchaus natürlich, dass sie, glaube ich, in jedem Volke, das ein größeres Gebiet bewohnt, stets in einem gewissen Grade inne gehalten wurde. Ein Teil der Ländereien musste angebaut sein, ehe Städte von einiger Bedeutung entstehen konnten, und eine Art gröberer Gewerbe musste in den Städten getrieben werden, ehe man daran denken konnte, sich auf auswärtigen Handel einzulassen.

Obwohl aber diese natürliche Reihenfolge der Dinge bis zu einem gewissen Grade bei jedem Volke eintreten musste, so ist sie in allen neueren Staaten Europas in vielen Beziehungen gerade umgekehrt worden. Der auswärtige Handel einiger ihrer Städte hat alle ihre feineren Manufakturen, d. h. solche, die sich für entfernten Absatz eignen, eingeführt; und Industrie und auswärtiger Handel im Verein haben die wesentlichsten Fortschritte der Landwirtschaft veranlasst. Die Sitten und Gewohnheiten, die der Charakter ihrer ursprünglichen Regierungen mit sich brachte, und die sich forterhielten, nachdem diese Regierungen schon bedeutende Änderungen erlitten hatten, zwangen sie in diesen unnatürlichen und rückwärtsschreitenden Gang hinein.


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Litres'teki yayın tarihi:
10 aralık 2019
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1400 s. 85 illüstrasyon
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