Kitabı oku: «Gesammelte Werke», sayfa 4

Yazı tipi:

Der Bund der Kirche mit den Künsten

Vom Himmel kommt ein hohes Weib geschritten,

Zur Linken weder schauend noch zur Rechten;

Ruh ist und Maß in ihren festen Tritten,

Die unabirrend gehn die Bahn des Rechten;

Sie scheint nicht zu befehlen, noch zu bitten,

Doch wenn sie spricht, kann niemand mit ihr rechten.

Zu ihren Füßen decken Cherubinen

Sich mit den Flügeln, brünstig, ihr zu dienen.

Noch Kranz noch Diadem am Haupt ihr prangen,

Die Mitra ist der Stirnen aufgedrückt;

Ihr Leib, vom schlichten Kleide streng umfangen,

Mit priesterlichen Zeichen nur geschmückt.

Die Stola sieht man von den Schultern hangen,

Die Taub' im Dreieck auf der Brust gestickt.

Der Stab, den sie als Hirtenstab geneiget,

Das Purpurkreuz im Banner oben zeiget.

Ihr Weg ist nach der Griechen Land gerichtet,

Auf des Parnassus fabelhafte Höhn,

Wovon so viel die eitle Welt gedichtet:

Dort waren einst die Eitelkeiten schön.

Apollos alter Dienst ist längst vernichtet,

Daß dürr, verwildert seine Haine stehn;

Getrübt ihr Waßer den berühmten Bornen,

Die murrend schleichen unter Sumpf und Dornen.

Hier sind, verschmäht, die Künste hingeflohen,

Und läßig ruht nun die geübte Hand,

Seit hingestürzt die Götter und Heroen,

Auf deren Dienst sie allen Fleiß verwandt.

Das Hohe sank, das Niedre ward zum Hohen:

Sie glauben sich auf ewig schon verbannt,

Weil jeder Blick, vom Sinnentrug entblendet,

Sich sehnend nur nach Geist und Wahrheit wendet.

Zerrißen ist ihr Regenbogenschleier

Der Mahlerei, vertauscht mit düsterm Flore,

Und halb entsaitet der Musik die Leier;

Gespalten tönen dumpf der Syrinx Rohre;

Die Bildnerei entbehrt Prometheus Feuer;

Es sitzt die stolzeste vom ganzen Chore,

Architectur, wie Niobe versteinet,

Auf Steinen, deren Umsturz sie beweinet.

Und wie sie so im Grame sich versenken,

Tritt jene Hehre mitten unter sie,

Und spricht: Euch ziemte, andres zu bedenken;

Was ihr bejammert, kehret wieder nie.

Ein tiefres Weh sollt' eure Herzen kränken,

Weil euer Zauber Reiz der Sünde lieh,

Und weil ihr auf des Irrthums Schlangenpfade

Die Sterblichkeit verlockt vom Ziel der Gnade.

Doch säßt ihr tausend Jahr in Asch' und Staub,

Schmucklos, das Haar zerstreut, mit nacktem Fuße:

Ersetzt wird nie dem Himmel euer Raub,

Durch Thaten übt ihr eine beßre Buße.

Ihr waret stolz auf eures Lorbeers Laub,

Die Palme winket euch mit schönerm Gruße.

Verlorne Schwestern, weiht euch meinem Dienste,

So führ' ich euch zu himmlischem Gewinnste.

Sie sagt's, und staunend horcht ihr jede Nymphe,

Sie saßen sinnend ihr nachdrücklich Wort.

Erröthend erst, daß ihren Ruhm zum Schimpfe

Wahrheit verwandelt, flöh'n sie gerne fort;

Dann, aufgemuntert von dem ernsten Glimpfe,

Sehn sie in ihr ein neues Heil und Hort,

Und flehn fußfällig daß sie möge lehren

Ganz ihr zu leben, und sie recht zu ehren.

Sie sprach: Ihr wißt, wie, die für Götter galten,

Der Völker Weltlichkeiten, mit Verspotten

Die ersten Jünger Christs Empörer schalten,

Bemüht, mit jeder Qual sie auszurotten.

Sie mußten auf der flucht Versammlung halten,

Bei Nacht in Gräbern oder Felsengrotten,

Wo die vor der Tyrannen Drohn Verstummten

Nur leise Hymnen und Vigilien summten.

Doch Feinde fördern selbst was Gott beschloßen:

Erlittnes Kreuz erhöhte nur das Kreuz.

Das Blut der Märtyrer hat es begoßen,

Und wie ein Baum erwuchs das dürre Kreuz.

Roms Adler kam raubgierig angeschoßen;

Sein blut'ger Schnabel küßt nunmehr das Kreuz,

In dessen Schatten fromme Millionen

Vom Aufgang bis zum Niedergange wohnen.

Drum ziemt es sich, daß Jubelstimmen schallen,

Wo sich Gemeinden Gläubiger vereinen.

Der Drangsal Höhlen wurden Siegeshallen,

Da muß des Heiles Sonne sichtbar scheinen.

Nicht, weil sie sich in goldner Pracht gefallen:

Einfalt und Demuth lehrte Christ die seinen,

Nein, daß vom himmlisch geistigen Exempel

Ein Bild und Abglanz sei der ird'sche Tempel.

Denn in den licht-ätherischen Bezirken,

Wovon nur Dämmerung hier unten graut,

Hat sich die Gottheit mit allmächt'gem Wirken

Ein heil'ges Haus, geräumig gnug, erbaut,

Die ganze Welt der Geister zu umzirken,

Die sich in ihrem Anschaun selig schaut.

Es strahlt der Bau in allerreinster Klarheit,

Und ruhet auf Grundvesten ew'ger Wahrheit:

Die bis in unerforschte Tiefen reichen,

Wo Dasein gränzet an die alte Nacht.

Der Hölle Pforten müßen ihnen weichen,

Und hier verliert Vergänglichkeit die Macht.

Gerechtigkeit und Stärke sonder Gleichen

Als Maur und Graben den Pallast bewacht;

Der Weisheit Stufen sich zu ihm erheben,

Und Mäßigung macht rings den Boden eben.

Aus Glauben sind die stützenden Pilaster.

Und zur Umgebung will die Liebe dienen:

Die Säulen prangen weiß von Alabaster,

Die Wände glühn mit flammenden Rubinen;

Die Hoffnung zieret mit smaragdnem Pflaster

Die Gäng' im Tempel, und hoch über ihnen

Sieht man das Dach aus wölbenden Sapphiren

Sich in der Gnade Mittelpunkt verlieren.

An diesem Hof des himmlischen Monarchen

Ist jeglicher nach Würd' und Rang begnadet.

Erst Herrlichkeiten, Thronen, Hierarchen,

Die ihrem Ursprung nie durch Wahl geschadet;

Auf goldnen Stühlen Aeltste, Patriarchen:

Die Märtyrer, in Blute weiß gebadet;

Dann, bis hinunter zu den kaum Gebornen,

Die durch das Kreuz erretteten Verlornen.

Doch, wo sie hingeordnet, nah und fern,

In allen lebet Eine Lieb', Ein Willen;

Und jedem frommen Chore gnügt es gern,

Den ew'gen Durst nach seiner Art zu stillen.

Kein Mißlaut rührte je das Ohr des Herrn,

Wenn ihren Lippen Lobgesäng' entquillen,

Wenn wechselnde vielstimm'ge Psalmodieen

Durch Himmelsdüfte, hold verschwistert, ziehen.

Stets »dreimal heilig« dem Dreieinen schallet,

Preis seiner Tochter, Mutter, Braut, Maria.

Der einst zu ihr als Bot' herabgewallet,

Huldigt so süß entzückt: Gegrüßt, Maria!

Daß es aus aller Herzen wiederhallet,

Von gleicher Lieb' entglüht: Gegrüßt, Maria!

Gebetes Weihrauch wölkt sich auf zum Dome,

Und jeder sprengt sich aus krystallnem Strome.

Und der, ein Gott, geboren ward vom Weibe,

Ist zwiefach gegenwärtig unter ihnen;

Tränkt sie und speist mit seinem Blut und Leibe,

Geheimnißvoll sich opfernd selbst zu sühnen,

Wo sich der erste Seraph nur: ich gläube,

Nicht: ich begreif's, zu sagen darf erkühnen.

So wird im Tag, den keine Nacht umschleiert,

Des hohen Tempels reiner Dienst gefeiert.

Wohlan! ihr Künste! es gebiert euch wieder,

Wenn ihr mein Thun hienieden würdig ziert,

Wenn ihr vom Himmel auf die Erde nieder

Die Heiligkeiten, bildlich deutend, führt.

Schon regt in euch Begeistrung ihr Gefieder,

Vernehmt denn, wie sich jegliches gebührt,

Daß ihr, vom Ueberschwenglichen verwirret,

Nicht bei den ungewohnten Flügen irret.

Form und Verhältniß darfst du nicht vertauschen

Zu deinem neuen Zweck, Architectur,

Die du, voll Sinn, verstanden abzulauschen

Gebilden herrlich bauender Natur.

Wie Harmonie'n in Harmonieen rauschen

Gebrauch in höherem Verein sie nur;

Vergiß und laß vergeßen aller Schranken

Die auf das Ew'ge zielenden Gedanken.

Kein Götterbild soll hier im Dunkel thronen,

Von fern verehrt in schauerlicher Pracht;

Kein andres, heitrer, wie im Freien wohnen,

Von Säulen nur umringt, und überdach't,

Dem draußen, unter eines Haines Kronen,

Die Opferflammen würden angesagt.

Nein, zahllos soll die betenden Gemeinden

Der lichte doch geschloßne Bau befreunden.

Laß deine Hallen denn des Volkes Wellen

In breitem, ungehemmtem Strom empfangen;

Bühn' über Bühne laß den Chören schwellen,

Und die Altäre hoch erhaben prangen;

Dem Tempel gieb als Kinder rings Kapellen,

Einsamer Andacht stiller nachzuhangen;

Und laß, wetteifernd mit den Sterngewölben,

Den hohen Dom sich in der Mitte wölben.

Und solch Gebäu erfüllend zu durchdringen,

Wölb' auch, Musik! der Töne reichen Bau.

Verhältniß aus Verhältniß laß entspringen,

Gesondert, wechselnd, doch vereint genau.

Wie alle Sphären rein zusammen klingen,

Doch jede Kugel aus krystallnem Blau

In eignem Ton: so mußt du in Gewittern

Der Harmonie die Seelen tief erschüttern.

Der Himmel wird dir eine Heil'ge leihn

Zur Führerin von deinen vollen Chören:

Es wird der Lieder vielverschlungnen Reihn

Durch neue Kunst Cäcilia hold beschwören.

Der Menschen Stimmen tragend im Verein

Wird ihrem Druck aus den metallnen Röhren

Ein süßer Hauch des Wohllauts athmend steigen,

Und sich mit jenen heben oder neigen.

Ihr aber, der Gestalten Bildnerinnen

Mit Meißel oder Pinsel, seid bemüht

Mit neuem und wahrhaftigem Beginnen

Um das, was Zion gegenwärtig sieht,

Was hier der Fromme nur im Traum wird innen,

Wenn seinem Wunsch ein innres Licht entglüht.

Zeigt ihnen jedes würd'ge Haupt der Väter,

Apostel, Märtrer, Heil'gen, Wunderthäter,

Und Jene selbst, die unter ihrem Herzen

Hat Gottes Sohn getragen, und den Sohn.

Ihn bilde du, Sculptur, aus weichern Erzen,

(Doch selbst das härtste würde weich wie Thon)

Wie er gebüßt mit namenlosen Schmerzen

An seinem reinen Leib der Sünde Lohn,

Und wie, noch schön in halbverwelkter Schöne,

Am Kreuze hieng die Zier der Menschensöhne.

Laß, Mahlerei! statt unter den Gedichten

Der Sinnenwelt dich spielend zu ergehn,

Die schönsten Wunder geistlicher Geschichten

Von neuem unter deiner Hand geschehn.

Was jede Seel' erquickt in den Berichten,

Laß glänzend und genetzt die Augen sehn.

Der alt' und neue Bund sammt den Legenden

Ermahne sprechend von der Tempel Wänden.

Mit deinen Werken wird dein Ruhm sich häufen,

Dir widmen sich viel trefflich hohe Geister.

Selbst Ordensbrüder in der Zell' ergreifen

Dein Werkzeug, durch entzückten Eifer dreister.

Doch, wie du magst durch Land' und Zeiten streifen,

Zwei bleiben dennoch die erkohrnen Meister:

An ihren Namen sollst du sie erkennen,

Weissagend will ich sie nach Engeln nennen.

Nach Michael, der einst, von Muth beflügelt,

Sieghaft den Drachen in die Tiefe warf,

Wird jener heißen, den die Furcht nie zügelt,

Und dessen Geist wie Blitze rasch und scharf.

Durch seines Pinsels Züge wird entsiegelt,

Was bange Sterblichkeit kaum ahnden darf:

Des Heilands Kunft, die weckenden Posaunen,

Des Todes Tod, und der Natur Erstaunen.

Und Raphael, ein Engel von den sieben,

Die vor Gott stehn, der doch bescheidentlich

Verborgen dem Gefährten war geblieben,

Dem er zum Boten treu erboten sich,

Und als der Dank für sein hülfreiches Lieben

Nun überfloß, mit leisem Wort entwich;

Der, wollt' er gleich sich ganz als Mensch erweisen,

Genähret ward von unsichtbaren Speisen:

Er leiht den Namen einem holden Strahle

Der Lieb' und Kunst, den still ein Jüngling heget.

Als ob mit Geist er, nicht mit Farben mahle,

Wird tiefre Seel' in jeden Zug geleget.

Oft ladet er die Andacht zu dem Mahle,

Wo hohes Antlitz, reiner Blick sie pfleget,

Wo jenes Weib erscheint, der Gottheit Freude,

Ihr Kind die ihr', und aller Wesen beide.

So eilt, ihr Schwestern, und verschmäht mit nichten

Den kleinsten Ort: jedennoch müßt ihr euch

Vor andern gern der großen Stadt verpflichten,

Der weltlich einst, nun geistlich keine gleich;

Und in der Stadt euch auf den Tempel richten,

Den jene Schlüßel öffnen, die im Reich

Des Himmels lösen können oder binden.

Dort sollt ihr mich, euch Beifall winkend, finden.

Die Hohe sprach's, und wandte sich zum Himmel,

Von wannen sie herabgekommen war.

Nun regte sich mit freudigem Gewimmel

Zu neuen Thaten die vereinte Schaar.

Sie stellten in dem irdischen Getümmel

Manch heil'ges Werk mit reinem Streben dar!

Wie das, wovon es Gleichniß, überschwänglich;

Wie die, so es geboten, unvergänglich.

Der gespaltene Berg

Dort, wo sich an des Mittelmeeres Wogen

Gaeta's schroffer Felsenwall erhebt,

Wo, rechts und links am Ufer hingezogen,

Der freie Blick zwo Buchten überschwebt,

Wo noch nicht in Vergeßenheit entflogen

So manch' uralte Heldensage lebt,

Wie seiner Amme hier zum Angedenken

Aeneas Grab und Namen wollte schenken:

Da siehest du der Bergeshöhen eine

Gespalten ganz durch eine selt'ne Kluft.

Es geht der Riß hinab im harten Steine

Vom Gipfel an bis in die tiefste Gruft,

Doch hemmt die beiden Wände vom Vereine

Nur enger Raum und wenig Himmelsluft,

Also, daß Einer nur und nach dem Andern

Den dunkeln Fußsteig mag hinunter wandern.

Und es berichten uns die heil'gen Sagen:

Derselbe Berg war vormals fest und dicht.

Doch als der Heiland, an das Kreuz geschlagen,

Für unsre Sünd' erlitten das Gericht,

Und als der Schrei von seinem letzten Zagen,

Der durch der Erde Schooß erschütternd bricht,

Die Hüll' am Allerheiligsten zerrißen;

Da hat sich auch des Felsen Brust zersplißen.

Die Kirche, von der Andacht Trieb geleitet,

Hat dieses Wunderzeichen wohl gehegt.

Hier ist ein Weg zur Pilgerfahrt bereitet,

Wobei die Seele Christi Leid erwägt;

An dreizehn Stellen, wie man nieder schreitet,

Erscheint das Bild des Kreuzes eingeprägt;

Bald murmelnd, bald geräuschig, spült die Welle

Am Ausgang um die heimliche Kapelle.

Luther

In klarem Deutsch die heil'ge Schrift

Gar großen Segen hat gestift't.

Sie ward verdeutscht durch Martin Lutz,

Dem Papst und Clerisei zum Trutz.

Der Ketzer war ein frommer Mann:

Gott woll' ihn ewig selig han.

Tristan

Anmerk. von 1811. Bei diesem Rittergedichte, dessen weitläuftiger Entwurf unvollendet blieb, hatte ich hauptsächlich die Behandlung der Geschichte durch unsre Minnesinger Gottfried von Straßburg und dessen Fortsetzer Heinrich von Vriberg vor Augen welche wiederum aus dem Buche des Thomas von Bretagne geschöpft haben. Da indessen schon nach ihrer Erzählung Tristan an den Hof des Artus kommt, und in dem späteren französischen Roman Lanzelot als der Busenfreund Tristans vorgestellt wird, so glaubte ich einen Theil von den Abenteuern des letztern episodisch einflechten zu können. Seitdem ist mit Glück eine erneuernde Umgestaltung verschiedener alter Dichtungen unternommen worden; vielleicht wird also auch die Mittheilung dieses Bruchstücks von einem früheren Versuche nicht unwillkommen sein.

Erster Gesang

1.

Von Artus Ritterschaft und Tafelrunde,

Von zauberlichen Wundern und Gesichten,

Will ich, wie ich's in alten Büchern funde,

Wahrhaft, in neuer Weise bloß berichten;

Vom heil'gen Graal wie in der Tapfern Bunde

Der reinste nur dieß Abenteur kann schlichten,

Und wie zwei Ritter, sonst von hohen Dingen,

Durch süße Schuld des Ruhms verlustig giengen.

2.

Tristan und Lanzelot, die edlen Degen,

Durch gleichen Muth zur Freundschaft auserkoren.

Vor allen soll mein Lied des Tristan pflegen,

Des holden, der aus Liebe ward geboren,

Und, nach der Sterne liebendem Bewegen,

In Lieb' entzückt, durch Liebe dann verloren.

Es soll Vertraute solcher Freud' und Schmerzen

Sein Schicksal rühren, aber nicht entherzen.

3.

O wäre mir verlieh'n die Kraft und Wonne

Der Minne, so die alten Ritter zwang,

Daß ihnen unter Maienlust und Sonne

Nach Schwertes Klirren Saitenspiel erklang,

Und stets, von reiner Frauen Lob ein Bronne,

Ihr Mund sich aufthat! möcht' in meinem Sang

Heinrich von Veldeck, der von Eschilbachen,

Und Walter von der Vogelweid' erwachen!

4.

Drum laß' ich, schlicht und ohne Zierlichkeiten,

In der Erzählung mein Gemüth nur walten:

Von Looßen, welche die Geburt bereiten,

Will ich, wie Trieb' und Kräfte sich entfalten,

Euch bis zum letzten Hauch des Helden leiten.

So deuten sich die wechselnden Gestalten,

Daß ihr den Ring des Lebens ganz begreift,

Wie er zuletzt in sich zurücke schweift.

5.

Ein Ritter herrschte, kühn, getreu und mild,

Adlich von Sitten, königlichen Blutes,

Der Feinde Schrecken und der Seinen Schild,

Zu Parmenie, in Fülle reichen Gutes.

Sein junger Leib war aller Tugend Bild;

Nur wollt' er, im Geleit des Uebermuthes,

Zu weit in seines Herzens Lüften schweben,

Und immer nur nach eignem Willen leben.

6.

Die Sorge wagte nicht, ihn anzusprechen,

So spielend zog er seine Bahn dahin.

Das Recht behaupten, und den Unglimpf rächen,

Und Kraft an Kraft ermeßen, war sein Sinn,

Den alle Macht der Welt nicht konnte brechen;

Doch hatt' er des nur kurze Frist Gewinn:

Kaum daß der Jugend Morgenstern ihm funkelt,

So fiel der Abend ein, der sie verdunkelt.

7.

Herr Riwalin, so hieß er, trug die Leben

Von Morgan, König im Bretagner Land.

Doch sei's nun, daß ihm eine Schmach geschehen

Sei's, daß er sich verjährtem Recht entwandt,

Und konnte Pflicht und Bündniß nicht bestehen;

Und bald gab Riwalin der starken Hand

Den Ausspruch heim entbietend die Vasallen

In Morgans Herrschaft feindlich einzufallen.

8.

Er brach ihm Burgen, schlug sein Volk, verheerte

Die Gauen weit, und raubte viel der Habe;

Zwar fiel auch ihm manch guter Kampfgefährte,

Denn stets gebüßt wird Krieges Glück und Gabe.

Morgan, der kaum sich der Gewalt erwehrte,

Sann, wie er schlau sie abzuwenden habe,

Und schien sich seinem Lehnsmann zu bequemen,

Nach dessen Willen Frieden anzunehmen.

9.

Als diese Waffen waren beigelegt,

Ließ Riwalin ihm nicht daheim genügen,

Weil sich der Ehre Lust in ihm bewegt

Nach ritterlichem Preis und fernen Kriegen.

Er hört, was Lob der Ruf herüber trägt

Von König Mark, der Cornwalls Thron bestiegen:

An seinen Hof will er zum ersten reisen,

Da Sitt' und Tugend lernen und erweisen.

10.

Drum setzt er seinen Marschalk zum Verwalter

Und giebt in seine Pflege Leut' und Leh'n,

Der Rüal war genannt, der Treuehalter.

Ein Schiff, mit köstlichem Geräth verseh'n

Und zwölf Genoßen seines Zugs bestallt er,

So fuhr er hin bei guter Winde Weh'n.

Bald landete die wohlbemannte Barke

Bei Tintajol, da lag der König Marke.

11.

Mit hohen Ehren, wie sich's ziemt für Herrn,

Ward es allda dem stolzen Gast erboten.

Willkommen hieß der Fürst ihn doppelt gern

Bei'm Fest, wozu er ausgesandt die Boten,

Die rings umher in Cornwall, nah und fern,

Zum offnen Hof sein Landgesind' entboten.

Viel Ritter kamen von den Frau'n begleitet,

Mit Kleiderschmuck und Dienern wohl bereitet.

12.

Nun war des Maien süße Zeit begonnen,

Und Baum und Busch zu Blüthensträußen schwollen;

Die Au hat sich ihr Blumenkleid gesponnen,

Wobei der Waldvöglein Getön erschollen,

Und stimmen drein die Lüft' und regen Bronnen,

Als die den Fleiß ihr gern erlust'gen wollen:

Da ward vor Tintajol auf grünem Plan

Das reiche Fest des Königs aufgethan.

13.

Behende liefen Schenken hin und wieder,

Den Gästen bietend Speis' und edlen Trank.

Die ließen sich in seidnen Zelten nieder,

Die wählten Laub zum Dach, und Moos zur Bank;

Die führten Reigen, jene sangen Lieder;

Wär' einer auch an allen Sinnen krank,

Er müßte doch von solchem schönen Wesen

Und sel'ger Augenweide noch genesen.

14.

Da scherzten und ergiengen sich die Frauen,

Mit Rittern bald, bald unter sich gepaart;

Gar manchen Kranz entflochten sie den Auen,

Und sie erblühten selbst nach Kranzes Art.

Doch keine war so lieblich anzuschauen

Als Blanscheflur, des Königs Schwester zart,

An Schönheit eine lichte weiße Blume,

Zum Wunder aller Welt, und Gott zum Ruhme.

15.

Auch wurde nun ein wackres Ritterspiel

Mit Rennen und Turnieren dort erhoben:

Die Schaaren mengten mannigfalt Gewühl,

Die Rosse muthig durch einander schnoben;

Da ward des Stechens ohne Maßen viel,

Daß Lanzensplitter an die Schranken stoben.

Die Frauen saßen an der Schau im Kreiß,

Wer stattlich ritte, merkten sie mit Fleiß.

16.

Und manche sprach, zur Nachbarin gewandt:

Kein Ritter gleicht doch auf der ganzen Erde

Herrn Riwalin; wie ziert ihn sein Gewand!

Wie schließt sein königliches Bein am Pferde!

Wie fügt sich Schild und Schaft der festen Hand!

Wie wohl steht all sein Thun und die Geberde,

Und Wuchs und Haupt! O wohl sie selig Weib,

Die einst erwirbt so hochgemuthen Leib!

17.

Als sich das Waffenspiel nunmehr geendet,

Und die Genoßen da und dorthin reiten,

Hatt' ungefähr sich Riwalin gewendet,

Wo Blanscheflur im Schatten saß abseiten.

Er sprengt hinan, und holden Gruß ihr sendet:

Gott grüß' euch, Schöne! – Mög' er euch geleiten!

Erwiedert sie; doch unverzieh'n dem Rechte,

Das wider euch ich gern zur Klage brächte.

18.

Was konnt' ich nur an euch, Fräulein, verschulden?

Befragte sie der Ritter minniglich.

Sie sprach: Mein bester Freund muß Kränkung dulden

Von eurethalb. – So richtet über mich:

Was ihr gebietet, kann ich eure Hulden

Damit gewinnen, thu' ich williglich.

Eh daß ihr mir so argen Willen traget,

Bestraft mich, weiß ich schon nicht, was ihr klaget. –

19.

Ich haß' euch nicht zu sehr, um was geschehen,

Sprach sie, doch darf ich euch darum nicht minnen,

Denn wie ihr mir zur Buße wollet stehen,

Muß ich zuvor noch beßer werden innen.

Der Ritter wünscht die Rede zu verstehen,

Er neigte sich und wollte so von hinnen,

Da sandte sie ihm süßen Segen nach,

Und sprach aus inniglichem Herzen: Ach!

20.

Ihr Herz das war der Freund, den sie gemeinet.

Es hatte Riwalin bei sich gedacht:

Hab' ich aus ihrer Freundschaft wen verkleinet

An seiner Ehr', und ließ es aus der Acht?

Als aber ihm bei dieser Sorg' erscheinet,

Wie dennoch ihr holdsel'ger Blick gelacht,

Und er ihr scheidend Seufzen dann vernommen,

Da war in ihm ein neues Licht entglommen.

21.

Dieß Licht begann erwärmend sich zu regen,

Denn keimendes Verlangen sproßt vom Hoffen

So frisch empor, wie Knospen nach dem Regen.

Ihn hatt' ihr Bild oft wie ein Blitz getroffen,

Nun kam es ihm wie Sonnenschein entgegen,

Und legt' ihm selber sein Geheimniß offen.

So huben sich in ihrer Beider Herzen

Die bangen Freuden und die süßen Schmerzen.

22.

Mit Schweigen hatte Blanscheflur gesprochen,

Und Lust und Schreck begegnen sich verstohlen,

Weil ihr aus scheuer Hut an's Licht gebrochen

Was sie im Schein des Zwistes gern verhohlen.

Ihr zarter Busen drang empor mit Pochen,

Als wollt' er noch zurück den Seufzer holen;

Jungfräulich wollt' ihr Blut die Glut ertödten,

Doch es ward selbst zum glühenden Erröthen.

23.

So scheucht und lockt, birgt und verräth die Minne,

Die allgewaltige Verstrickerin.

Er trug nun Kron' und Scepter ihrer Sinne,

Sie thront' in seiner Brust als Königin;

Des wurden Beide neuen Muthes inne,

Das Zagen und der Zweifel fuhr dahin:

Wo sie sich sah'n, sah Lieb in Liebes Augen,

Im Gegengruß Gewißheit einzusaugen.

24.

Doch diese Blicke schlichen hin und her

Wie kluge Boten mit bescheidnem Tritte,

Und förderten den sehnlichen Verkehr

Des Ritters und des Fräuleins in der Mitte

Der vielen Gäste, die nicht mußten mehr

Von ihrem Thun als Zucht und Hofessitte.

Das Fest war mit der Mailust nun zerronnen,

Ein heißer Spiel naht mit den heißern Sonnen.

25.

Es kam die Märe von des Landes Marken,

Ein Feind brech' ein und drohe harten Strauß.

Der König schnell versammelt seines starken

Heerbannes Macht, und rückt ins Feld hinaus.

Und Riwalin begleitet freudig Marken,

Er dient ihm wie Vasall von seinem Haus,

Und wünscht mit seinen schon versuchten Waffen

Sich Ruhm, und Cornwall Sieg und Heil zu schaffen.

26.

Rasch auf einander ritten Heer und Heer,

Sie fochten mannlich ihren wackern Krieg,

Die Rüstung wurde manchem heiß und schwer,

Doch immer stand, wo das Gedränge stieg

Der Schild von Parmenie zu Cornwalls Wehr.

Zuletzt erstritt des Königs Volk den Sieg,

Der Feind ward meist gefangen und erschlagen,

Daß, wer entkam, vom Glücke hatt' zu sagen.

27.

Nur, leider, eh die Schlacht noch ausgeklungen,

Muß der von dannen, der sie wohl erkundet,

Der werthe Riwalin, der wild umrungen

Im Vorderreihn, wird auf den Tod verwundet;

Ihm ist ein Speer zur Seiten eingedrungen,

Er fällt, wie einer, der nicht mehr gesundet.

Heim tragen ihn die jammernden Genoßen

Auf einer Bahre zwischen ihren Rossen.

28.

Als sie den stechen Mann nach Tintajol

Hereingebracht, da braucht ihr nicht zu fragen,

Ob es in aller Ohren herbe scholl,

Ob sich um ihn erhob ein kläglich Klagen.

Nicht edle Frau'n nur sind der Trauer voll,

Das arme Volk weiß auch von ihm zu sagen;

Sie dau'rt sein schöner Leib, die süße Jugend,

Und seine wohl geborne Herrentugend.

29.

Was aber auch ein jeder klag' und weine,

Zu tausendmalen mehr als alle pflag

Des bittern Jammers Blanscheflur, die reine.

Sie fiel sich selber an mit manchem Schlag,

Kaum daß sie sich verschloßen hat alleine,

Recht an die Stelle wo das Herze lag.

Es war erbärmlich, wie das süße Weib

Quält ihren jungen schönen süßen Leib.

30.

Gern hätte sie ihr Leben hingegeben

Für einen Tod, der nicht der Liebe droht.

Sie schien in eigner Todesnoth zu schweben,

Und lebte nur in fremder Todesnoth;

Denn einzig hält und labt sie noch das Streben

Zu sehn ihr liebstes Leben, eh es todt.

Hat ihr der Tod noch dieses gönnen müßen,

So mag er auch an ihr die Lust noch büßen.

31.

Als sie gekommen wiederum zu Sinnen,

Lenkt sie ihr Trachten darauf allewege,

Wie sie den Wunsch mag insgeheim gewinnen.

Auf eine Meisterin, in deren Pflege

Und treuer Hut von Kindheit ihr Beginnen

Gewesen, ward ihr erstes Hoffen rege:

Die rief sie zu sich, wo sie zwei nur waren,

Und unterwand sich, ihr's zu offenbaren.

32.

Die Augen ihr von Thränen überwallten,

Daß sie sich drängten auf der lichten Wange:

Die Hände flehten, vor ihr hin gefalten:

Ach! wehe mir! so weint' und sprach sie bange;

Du hast mir immer große Treu gehalten,

Gewähre des mich nun, was ich verlange,

Herzliebe Meisterin! Du bist mein Hort,

Mein Heil hängt ganz an deinem Rath und Wort.

33.

Hilfst du mir nicht, so sieh mich schon als Todte.

Sagt mir denn, werthes Fräulein, euer Leid. –

Darf ich's vertraun, o Traute, dem Gebote? –

Ja, Kind, ich bin zu trösten dich bereit. –

Hör', Mutter, dann: mich tödtet dieser Todte. –

Wer? – Riwalin. – O jammervolle Zeit! –

Laß mich ihn sehen, eh' er gar erstorben,

So hast du ew'gen Dank an mir erworben.

34.

Die Meisterin ließ nicht ihr Wort verderben;

Sie denkt, was schadet's, ob ich das gewähre?

Der Ritter muß heut oder morgen sterben,

So frist' ich meiner Frauen Leib und Ehre,

Und mag mir Lieb' und Huld redlich erwerben.

Mir geht zu Herzen eurer Trübsal Schwere,

Mein Fräulein, sprach sie; steht's in meinen Händen,

So zweifelt nicht, ich will die Noth euch wenden.

35.

Ich will alsbald zu dem Todwunden gehen,

Und will die Stätte, wo er liegt, wer sein

Mit Pflege wahrnimmt, alles wohl erspähen.

Sie gieng zum Ritter mit Geberden ein,

Als käm sie klagen seine Angst und Wehen,

Und sagt' ihm leise: Herr, die Jungfrau mein

Wollt' gern in euren Nöthen zu euch kommen,

Nur sei' s nach Sitt' und Ehre vorgenommen.

36.

Und als sie Weg' und Mittel ausgemacht,

Kehrt sie zurück zu ihrer Blanscheflur.

In eines armen Beteweibes Tracht,

Baarfuß, zum Gürtel eine grobe Schnur,

Wie sie im Spittel wohl bei Siechen wacht,

Verbarg sie ganz die schöne Creatur.

Ihr Haar in Zöpfen, und ein Tuch aus Leinen

Ließ, hängend, fast ihr Antlitz nicht erscheinen.

37.

So nimmt sie die Prinzessin an die Hand,

Und führt sie, wo er liegt, der arme Schwache.

Er hatte all die Seinen fortgesandt,

Weil Still' und Ruh den Schmerz gelinder mache.

»Die Aerztin hier bringt heilsamen Verband;«

Sagt zu den Dienern sie im Vorgemache,

Und schafft also, daß die herein sie ließen,

Und sorgt, die Thüre hinter ihr zu schließen.

38.

Ach! seufzet Blanscheflur, ach! heut und immer;

Wie gar ist meines Lebens Trost verloren!

Und Riwalin im dämmerlichen Zimmer

Sieht kaum sie nahn, doch dringt in seine Ohren

Der süße Laut: ein ferner Morgenschimmer,

Geht sie ihm auf wie aus des Himmels Thoren.

Er neigt sich ihr, doch nur mit mattem Winken,

Und muß gleich wieder auf sein Lager sinken.

39.

Sie merket wenig, wie er sie empfangen,

Von Lieb' und Leid erkalten ihre Glieder,

Der Rosenschein erblaßt auf Mund und Wangen,

Und Nacht fällt auf der klaren Augen Lieder.

Ersterbend noch in zärtlichem Verlangen

Lehnt sie zu ihm sich Wang' an Wange nieder:

So lag sie lang' in schwindenden Gedanken

Ohnmächtig da bei dem ohnmächt'gen Kranken.

40.

Als ihr entwichner Sinn sich wiederfund,

Drückt sie alsbald, voll Inbrunst und Erbarmen,

Zu tausendmalen ihren süßen Mund

Auf seinen, der vom Hauche muß erwarmen.

Sein schlummernd Leben wachet auf zur Stund,

Gewiegt in ihren lind' umschlungnen Armen.

Auf ihren Lippen wohnt ein köstlich Wesen,

Das saugt er ein und wähnt sich schon genesen.

41.

Darob erglüht der Minne Kraft in beiden,

Aus Noth und Tod mächtig emporgerungen.

Sie wollten nur am Weh die Seelen weiden,

Doch süßre Qual hat jenes Weh verschlungen;

Sie einet allererst das letzte Scheiden.

Der Jüngling, wie von Jugend neu durchdrungen,

Zwang das geliebte minnigliche Weib

Innig und nah an seinen wunden Leib.

42.

Die Schöne fügt sich willig seinem Willen,

Und beut sich selbst als süßer Labung Becher,

Den Lebensdurst des Schmachtenden zu stillen.

Der Trunk berauscht den zu verwegnen Zecher,

Aus sel'gen Wunden will sein Geist entquillen,

Schon liegt er wie erstarrt und athmet schwächer:

Er mußte sterben an der hohen Wonne,

Hätt' ihm nicht Gott verlieh'n das Licht der Sonne.

43.

Sie schied, von Noth entladen und beladen:

Ihr Herzensleid zurück bei'm Ritter bliebe,

Vertauschet mit der Minne Bund und Gnaden;

Doch unterm Herzen keimen neue Triebe

Des Lebens ihr, zu ihres Lebens Schaden.

Das wußt' sie nicht, sie wußte nur von Liebe:

Er war ganz ihr fortan, sie seine nur,

Und Riwalin war eins mit Blanscheflur.

44.

Er lag in Träumen, die er nicht ermaß,

Das stolze Glück erhöht ihm sein Gemüth;

Den Todespfeil, der in den Adern saß,

Warf aus das freudebrausende Geblüt.

Die Diener priesen, da ihr Herr genas,

Wie klug die Aerztin sich für ihn bemüht.

Doch kaum gesund brach er geheime Frucht

Der Lieb', als neue Trennung heim sie sucht.

45.

Sein Marschalk sendet Botschaft aus den Landen,

Daß Morgan sich, da fern der junge Held,

Nicht binden läßt von des Vertrages Banden,

Ein Heer, gewalt'ger als zuvor, gesellt,

Und, giebt man nicht ihm, was er heischt, zu Handen,

In Parmenie mit Schwert und Feuer fällt;

Daß Muth und Treue wankt bei seinen Mannen,

Wenn seine Kunst nicht bald sie wird ermannen.

46.

Er schickt sich drauf zur Heimfahrt über See,

Gleich hört die leid'ge Kunde Blanscheflur;

Sie sagte bloß das arme Wort: »o weh,«

Das viel und oftmals ihrem Mund entfuhr.

»O Minne, so verlockst du je und je

Aus Lust in Leid, wer sich dir eigen schwur.

Dein Wahn, der in so falscher Süße schwebet,

Trog mich, er trüget alles was da lebet.«

47.

Indem trat Riwalin in das Gemach,

Und sprach: Ich soll und muß zu Lande fahren,

Bald hoff' ich glücklich Ende meiner Sach,

Euch, Schöne, möge Gott gesund bewahren.

Bleibt euch mein treues Angedenken wach,

So frag' ich nicht nach aller Feinde Schaaren.

Gebietet mir! sagt mir ein letztes Wort!

Schon wartet mein das Schiff, und ich muß fort.

48.

Das Fräulein mußte solche Red' entherzen,

Fiel in den Schooß der Meisterin wie todt.

Er kniet zu ihr mit weinend bangem Herzen,

Und wußte keinen Rath für ihre Noth

Als linde Liebkosung und trautes Herzen,

Und Küße, die er Mund und Augen bot,

Bis sie begann sich an ihm aufzuranken,

Und selbst sich konnte halten ohne Schwanken.

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
18+
Litres'teki yayın tarihi:
24 nisan 2026
Hacim:
350 s. 1 illüstrasyon
ISBN:
9783849635305
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi: