Kitabı oku: «Die Seidenstraße – gestern - heute - morgen», sayfa 2
KELTEN, NEANDERTALER, GOTEN, WIKINGER, HUNNEN, ALEMANNEN
Europas Völker, Stämme und Nomaden lebten während der Eisenzeit 1000 v. Chr. und hatten eine gemeinsame Sprache und Kultur, die man teilweise noch immer in Schottland und Irland spricht. Aus Westfrankreich und Südwestdeutschland strömten sie in alle Richtungen. Sie glaubten an die Druiden (Kult, geistige Elite) oder viele Götter. Ihre Handelsware war Salz, damit wurden sie reich. England, Spanien, Italien und die Kelten expandierten bis nach Kleinasien, kämpften gegen die Römer und Cäsar, gewannen und verloren. Sie waren robust und stark im Kampf gegen die Türken und die Mazedonier, sie gründeten neue Zusammenschlüsse, waren eine Großmacht, bis sie 52 v. Chr. im Römischen Reich untergingen, nur Irland blieb frei.
Die Kelten haben durch ihre Völkerwanderungen bis in die Türkei und Mazedonien und später im Römischen Reich auf der Seidenstraße Kultur und Menschen, Sprache, Handel, Wissen und europäisches Gedankengut hinterlassen. Viele Kelten zogen mit Alexander dem Großen und kehrten nicht in den Westen zurück. In vielen Ländern Europas findet man keltische Architektur noch heute. Man staunt, wie viel keltische Steine da noch stehen und liegen, unter anderem in Stonehenge.
Man nannte sie Vandalen, Barbaren, Germanen, Slaven, Mongolen, Wikinger, Plünderer, Mörder, Diebe, Heiden … die Nomadenstämme der Seidenstraße. Von Sibirien über die Mongolei, Ukraine, Polen, Balkan, Rumänien bis Persien und die Thrakien-Region – von und in Nord- oder Westeuropa verbreiteten sie sich und ihren Terror. Sie eigneten sich an, wovon und was sie gehört hatten, blieben frei oder integrierten sich in die römischen, persischen oder anderen gut bezahlenden Armeen. Steppenvölker mit Frau und Kind, die nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen hatten, die schnell die hohe Kunst von Krieg, Kultur und Politik verstanden. Bald wurde der Sieg über Rom ihr Ziel. Die Germanen aus dem Westen, die Hunnen, Goten und Mongolen aus dem Osten mit ihren eigenen Gesetzen und dem Streben nach Macht. Sie hatten ihre eigenen Götter und Glauben, die Natur war ihr Wahrzeichen. Es wird wenig und nur unklar über Westroms Verteidigung und Versagen berichtet.
Alexander der Große wurde zum Helden, der ganz Asien über Persien bis Rom eroberte. Er war Königssohn, Mazedonier, Grieche und fast Gott. Seine Soldaten waren wild.
Die Neue Seidenstraße bringt die alte Weltgeschichte zu neuem Leben, es sind Erinnerungen die einmal gelebt, beschrieben und viel vergessen wurden. Hochkulturen begannen in Asien, von China über das Perserreich, von Rom über die Levante bis nach Afrika, wo der erste aufrechte Schimpanse sich auf den Weg nach Osten machte. Die Zukunft der Forschung könnte uns überraschen.
Die wilden Goten wurden zu Beratern der Römer, sie hatten Europa im Jahr 300 erobert und nicht nur kulturell zertrümmert. 378 in Hadrianopolis, damals Thrakien, heute Edirne in der Türkei, kam es zur Schlacht zwischen Goten und Römern, die 30.000 Mann und ihr Reich verloren. Es gab römische Verräter und Soldaten oder vertriebene Barbaren überall, sie traten der gotischen Armee bei, um das weströmische Reich zu Fall zu bringen.
Ethnien entlang der Seidenstraße und aus dem Norden Europas gründeten das visigotische Königreich in Ravenna unter dem Motto: Mach Römer aus allen Flüchtlingen. Es gelang nicht immer, aus Freund wurde Feind. Man wechselte Seiten. Barbaren aller Stämme waren überall, sie blieben, zivilisierten sich und wurden reich und mächtig.
Binnen zehn Jahren hatten die Goten 500 Schiffe, Hunderttausende Soldaten und Tonnen Kriegsmaterial, Pferde und Wagen. Sie kämpften, gewannen, verloren, eroberten Rom in zehn Jahren. Sie beherrschten Politik, Kultur, Wissen. Von Westrom zum Balkan.
Das west- und oströmische oder byzantinische Reich fanden nie wieder zusammen, mit dem islamischen Kalifat 711 verloren die Goten an Einfluss. Es entstanden Spanien und Portugal, wo sich viele Goten niederließen und sich in Gold, Metall und wertvollen Steinarbeiten kultivierten. Durch die byzantinisch-westlichen Wurzeln entstanden kulturelle Meisterwerke, die auch in der Architektur des gotischen Mausoleums in Ravenna 520, heute ein Christliches Oratorium, erhalten sind. Römische Paläste wurden von den Goten beschützt und damit für uns erhalten. Kathedralen in Frankreich zeugen von hoher gotischer Kunst. Die Hoffnung auf Wohlstand in einer zivilisierten Welt hatte sich für viele verwirklicht.
Goten behandelten das Volk gut, sie erhoben keine Steuern, niedergelassene Römer unterstanden denselben Gesetzen und wollten nicht nach Hause zurückkehren.
Bis zum 19. Jahrhundert betrachtete Schweden Goten als Teil ihres Volkes, die skandinavische Abstammung konnte nicht bewiesen werden.
Gothic-Rock, Death-Rock, Post-Punk, Ethereal-Welle, Punk und Neue-Romantik-Mode, Farbe Schwarz. Goten beeinflussten die keltische, christliche, ägyptische Mythologie und Paganismus. Gothic beeinflusste Dali, Allan Poe, Oscar Wilde, Baudelaire … Geschichten über Dämonen, Vampire, Geister und Monster. Gothic-Kunst und Kultur gibt es noch heute.
Alle Barbaren haben damit zur Entwicklung Roms und der Seidenstraße beigetragen und eine wichtige Rolle gespielt, Geschichtsbücher ignorieren sie, dabei sind die nordischen Völker bis über die Balkan-Seidenstraße eine fantastische Bereicherung.
Höhlenmalereien von Steinzeitmenschen fand man bis 40.000 Jahre v. Chr. in Südfrankreich, Spanien, Afrika, Südamerika und Asien. Wer hat sie gemalt? Es sind Tiere in roter oder schwarzer Farbe. Der Neandertaler entwickelte sich langsam zum Homo sapiens. Es soll einen Genfluss gegeben haben. Fossilteile wurden bis ins Altai-Gebirge auf der Seidenstraße gefunden. Helle Haut und rote Haare wurden beschrieben. In Zentralasien trifft man sie noch heute. Zur Verteidigung wurden Wurfspeere, Stoßlanzen, Speere produziert. In Jordanien grub man Tausende davon aus. Sie sollen gesprochen haben und entwickelten Stein- und später Knochenwerkzeuge, ein Schritt in Richtung Homo sapiens. Kleider aus Tierhaut wurden ausgegraben.
Die Neandertaler durchlebten Kaltzeiten. Knochen von Feuerstellen zeugen von organisiertem Zubereiten von Mammut und Bären. Das Umgehen mit natürlichen Farben datiert bis 200.000 v. Chr. Gewisse Bestattungen in der Ukraine und in Persien weisen auf Schamanismus hin. Ob Homo sapiens wirklich vom Neandertaler abstammt, weiß man nicht. Es gibt die Hypothese vom multiregionalen genetischen Ursprung des Menschen. Von Afrika über die Seidenstraße nach China gibt es Zeichen dafür. Ehe 120.000 v. Chr. die Seefahrt und 3500 v. Chr. das Rad erfunden wurde, wanderte, paddelte, schwamm und watete der Mensch bereits in alle Richtungen und wunderte sich, wo die Seidenstraße hinführte. Er wusste nicht, woher er kam und wohin er ging.
Sind die Neandertaler vom Homo sapiens ausgerottet worden? Weil sie als grob, dumm, brutal und primitiv eingeschätzt wurden? War es ein Völkermord? Neandertaler waren mutig, stark, muskulös, 160 cm hoch und bis 89 kg schwer. Ihr Hirn war größer als unseres. Damit hätten sie mit dem eher schwachen, aus Afrika stammenden Homo sapiens wenig zu tun. Neandertaler waren exzellente Jäger, sie schliffen Steine schärfer als ein Messer, hielten Familienordnung. Ausgrabungen zeugen von schweren Verletzungen, Jagdunfällen, in Israel fanden Forscher heraus, dass sie sogar singen konnten.
Zwischen Frankreich und Israel fand man zahlreiche Friedhöfe, Beigaben gab es keine. Sie entfernten das Fleisch der Toten, zerbrachen, zerstückelten die Knochen, Schädel wurden separat ins Grab gelegt. Ein Ritual wird vermutet. Neandertaler wurden 35–40 Jahre alt. Sie lebten in Jurten-artigen Zelten aus Mammutknochen, die man in der Ukraine fand. Groß genug für zwei Feuerstellen. Man aß viel Fleisch, um nicht zu erfrieren. Kräuter dienten als Medizin und Mahlzeit, Auseinandersetzungen und Streit gab es mit den Homo sapiens. Noch heute haben etwa fünf Prozent der Menschen ein Neandertaler-ADN. Forscher fanden bei ihnen eine Corona-Resistenz.
Der moderne Mensch stamme vom Homo erectus in Afrika ab, heißt es. Die auf der Seidenstraße, Levante, gefundenen Fossilien deuten auch auf eine andere Herkunft hin: Alle Stämme hätten sich vermischt. Vom Schimpansen stammen wir alle ab. Was ist dazwischen geschehen? Menschen im sibirischen Altai-Gebirge deuten auf Gen-Kreuzungen hin, von Homo sapiens, die über den Mittleren Osten auf der Seidenstraße gewandert sind.
Hunnen sind Mongolen, aus denen sich später die Tataren bildeten. Sicher ist, dass Attila der Hunnenkönig war (siehe Attila).
Die Wikinger oder Normannen kamen vom Nord- und Ostseeraum von 790–1070, manche waren Skandinavier. Sie betrieben Ufer-Raub und Überfälle, sie waren tapfere mutige Seekrieger, auf Plünderungszügen. Der Name Wikinger soll vom Wort Seeräuber kommen … Sie waren die Rebellen von einst, mordeten Mönche und Nonnen, um an deren Gold und Geld zu kommen. Brannten Dörfer und Städte nieder. Die Schweden segelten bis Russland und Konstantinopel und in die Ukraine, die sie zerstörten.
Die Wikinger sind keine Ethnie, kein Stamm oder Volk, sondern eine lose Gefolgschaft, die rasend schnell Sandstrände anpeilte, am Fluss- oder Meeresufer Beute machten und das Weite suchten. Ihre Boote waren wenig Meer-tauglich, sie zogen Flüsse vor. Die langestreckten Boote mit furchterregenden Drachen- und Schlangenköpfen am Bug werden noch heute für ihre Schnelligkeit gebaut und dienen in ganz Asien den berühmten Dragon-Boat-Rennen.
Wikinger wurden schlicht Barbaren genannt, sie dienten als Spione, informierten über Sicherheitslücken in anderen Ländern. Sie waren Diebe und gleichzeitig vorzügliche Händler, die ihr gestohlenes Gut tauschten oder verkauften. Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Tierhäute, Waffen, Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme, Rüstungen und Sklaven. Als ausgezeichnete Segler und Ruderer gelangten sie auf der maritimen Seidenstraße bis China und weiter nach Südostasien. Viele kamen nie zurück, siedelten sich kurze Zeit an, wurden ermordet, ertranken, endeten auf einem Bootsfriedhof.
Von den Alemannen weiß man nicht viel. Im frühen Mittelalter lebten sie in Kantonen, so wie sie es nannten, im heutigen Baden-Württemberg, Bayern, Schwaben, Elsass, Liechtenstein und der Deutschschweiz. Sie sprachen alemannische Dialekte. Im 7. und 8. Jahrhundert vermischte sich Alemannia mit Ostfrankreich, kam im 12. Jahrhundert zurück zu den Schwaben. Die Alemannen setzten sich aus mehreren Deutschen, Helvetiern sowie Stämmen von Main und Elbe, Schwarzwald, Rhein und der Donau zusammen.
Die Geschichte der Alemannen ist in den Byzantinischen Schriften enthalten. Julius Cäsar nahm alemannische Krieger in seine Armee auf, um deren ständige Angriffe auf seine Armee zu vermeiden. Von 259–557 n. Chr. schlugen sich die Alemannen und Rom 14-mal. Das Königreich der Alemannen dauert bis 496, als es von den Ostfranzosen geschlagen wurde und für diese in den Krieg zog. 843 wurde Alemannia eine Provinz unter Louis dem Deutschen, die 1268 verschwand.
Bei einer Schlacht der Römer unter Caracalla an der Donau, 213 n. Chr., waren die Gegner Alemannen. Die römische Armee stand unter dem blutdürstigen Marcus Aurelius, dessen Vater Nordafrikaner, seine Mutter Syrerin und er selber in Lyon geboren war. Die Seidenstraße war ihre Heimat. Marcus Aurelius führte ein Massaker gegen die Alemannen aus, tötete die Menschen in Alexandrien und wurde selber in der Türkei getötet. Sein Traum als Herrscher der Seidenstraße war zu Ende.
Im 10. Jahrhundert wurden Lothringen, Elsass und Aargau vom Burgund beansprucht und der Name Alemanne geriet außer Gebrauch.
ÄGYPTEN
Wann wanderten die ersten Primaten und Westafrikaner in Richtung Kairo, wateten oder ruderten auf einem Holzboot in die Levante?
Als interkontinentaler Staat war Ägypten bereits 12.000 v. Chr. die Landbrücke von Afrika nach Asien, zur Sinai-Halbinsel. Von vor 10.000 Jahren v. Chr. stammen Felsritzungen und Malereien von Nomaden. 3000 v. Chr. gründete Pharao Menes das erste Königreich. Unter ihm breitete sich das Reich bis Assuan aus. Staat, Gesellschaft, Kunst, Soziales und Ziviles, Religion entwickelten sich. 1000 Jahre später entstanden Luxor und Theben. Ägypten wurde zur Hochkultur der Welt. Es verband Nord-, West- und Ost-Afrika mit dem Mittleren Osten und Alexandrien mit dem Mittelmeer. Die Hauptstadt Memphis lag am Nil. Ägypten, das sind die Pharaonen, Jahrtausende alte Monumente am Nil, kolossale Pyramiden, die Große Sphinx, Luxor, Hieroglyphen, der Karnak-Tempel oder das Tal der königlichen Grabmäler. Entstanden aus Zehntausenden Jahren Geschichte. Viel ist geschrieben, wenig weiß man. Man soll Hasen, Stachelschweine, Wildkatzen, Büffel, Gazellen, Krokodile und Elefanten verspeist haben. Fledermäuse? Die Temperaturen stiegen, man zog an den Nil. Man aß Fisch.
Bei Steingrabungen in einem Galerienbau fand man das Skelett eines 165 cm hohen kräftigen Mannes, dessen Kopfform dem ältesten Fund eines modernen Menschen in Europa, in Rumänien gleicht. Es wurden Sichel und Werkzeuge gefunden. Ein Friedhof-Fund zeigte mit Pfeilspitzen getötete Familien, ein Massaker. Hier fand man auch Felsmalereien, datiert auf 10.000 v. Chr. Um 5000 siedelten sich Hirten mit Schafen und Ziegen an. Man fand ägyptische Keramik in immer größer werdenden Dörfern. Der Wassertransport erfolgte in Straußeneiern. Es gab Mahlsteine und Wildgras, Sorghum, aber vor allem Fleisch. Man baute Lehmhütten um 5600 v. Chr. und besuchte die Umgebung am Mittel- und am Roten Meer. Die Keramik wurde raffinierter: Henkelgefäße mit Fischgräten-Muster. Man fand ein menschlich gestaltetes Idol, Schmuck aus Süßwassermuscheln, Straußenperlen, Knochen mit Ösen und Rötel zur Körperbemalung. Aus derselben Zeit fand man bei Kairo bereits hochstilisierte stabile Keramik, auch große und ovale Gefäße. Es gab rote und grau polierte unifarbene Tonkrüge. Kultgefäße fand man keine. Man produzierte trianguläre Spitzen-Pfeile mit langen Flügeln, es gab Sicheln und Bohrer. Es wurde viel Schmuck getragen, Perlen, Hundezähne, Elfenbein, Alabaster, aus Steinen und aus Knochen wurden Geräte gefertigt.
In Ägypten kann man die Entwicklung der Keramik mitverfolgen: Gebrauchskeramik wurde immer feiner, die Bemalung pastös, die Suche nach Qualität ist erkennbar. Die Steingeräte wurden anspruchsvoller. Kleinfunde zeugen später von Menschenfiguren, es gab eingelegte, verzierte Armbänder.
Man aß Fisch, Rind und Schwein.
1650–1000 v. Chr. entstanden Luxor und Theben, die Hauptstädte. Die asiatische Hyksos-Dynastie riss die Herrschaft kurz an sich. Ägypten eroberte sein Land jedoch zurück, unter den Ramses-Herrschern entstand eine gigantische Blütezeit. Architektur, Kunst und Kultur. Von 1347–1338 v. Chr. regierten die berühmte Nofretete und später Tutanchamun. Ägypten war reich an erobertem Gold und Smaragden sowie eigener Wissenschaft. Die römischen Eroberer glaubten ihren Augen nicht und schickten Entdecker auf der Seidenstraße gen Osten über das Rote Meer. Zurück kamen Berichte aus Indien bis China, wo es seit Jahrtausenden Hochkulturen gab.
Es folgte das Ende der ägyptischen Einigkeit, fremde Dynastien wie die Assyrier übernahmen die Herrschaft, sie bauten grandiose Tempel, bis die Perser 525 v. Chr. Ägypten und die Region bis zum Indus eroberten, gefolgt 332 v. Chr. vom Großreich Alexander des Großen, der es hellenisierte und verwaltete. Nach seinem Tod 323 regierte Ptolemaios in Alexandrien und entwickelte den Mittelmeerraum.
Nach dem Tod Kleopatras, der letzten Herrscherin Ägyptens, wurde dieses zu einer römischen Provinz. Die Griechen regierten gefolgt, von den Römern, 69 v. Chr., Byzanz etablierte die koptische Kirche. Es entstand Christlich-Konstantinopel, das die Seidenstraße nach Osten immer berühmter machte.
Ostrom und Byzanz regierten Ägypten, gefolgt von römisch-persischen Kriegen. Nach einem Jahrtausend regierte Persien wieder über das Land am Nil. 630 ging es zurück an Ostrom oder von 359–639 an Byzanz. 17 Millionen Bewohner kamen aus vielen Ethnien und Stämmen und verteilten sich auf 5,5 Millionen m2. Der Einfluss auf die ganze Seidenstraße – vom Austausch des spektakulären Persiens mit Ägypten, Mazedonien bis weit in den Osten, von Griechenland und Rom, wo überall Kultur und zivile, soziale Systeme geübt wurden, wo starke Ordnung und Gerechtigkeit herrschten, wo Philosophen schrieben und lehrten – war gewaltig.
Ägypten wird 640–642 n. Chr. von den Arabern erobert und das muslimische Reich installierte sich. 1517 war Ägypten eine Provinz der Ottomanen. 1869 entstand der Suezkanal. Die Briten dominierten seit 1882 und machen 1922 aus Ägypten ein unabhängiges Königreich mit britischen Truppen im Land.
1936–1952 etablierten sich die Muslimbrüder. 1953 wurde Ägypten eine Republik. Der Assuan-Damm über dem Nil wurde von den Russen finanziert.
1958–1961 wurden Ägypten und Syrien gemeinsam zu einer arabischen Republik unter Präsident Nasser. 1967 schloss Israel, nach dem gewonnenen Sechs-Tage-Krieg, den Suezkanal und besetzte Sinai. Sadat folgte auf Nasser. Ägypten holte 1973 den Suezkanal im Kippur-Krieg gegen Israel zurück. 1981 unterschrieb Ägyptens Präsident Sadat einen Friedensvertrag mit Israels Präsident Begin und Jimmy Carter, für den sie den Friedensnobelpreis erhielten. Sadat wurde im selben Jahr ermordet.
Mubarak wurde Präsident der Republik in enger Zusammenarbeit mit den USA. Er war sehr besorgt um seine Sicherheit, besuchte Israel nie, förderte seine Beziehungen zu Russland und war gegen islamischen Fundamentalismus. Sein Stil war alt-herrscherisch, aber sein Volk war ihm wichtig – solange es ihn nicht verriet. 1982 holte Ägypten den Sinai zurück und wurde in die Arabische Liga integriert. 2011 eskalierten die Drohungen des Volkes, das auf der Straße gegen Mubarak demonstrierte. Mubarak ging, aber die Muslimbrüder erreichten ihr Ziel nicht, es folgte das Militär, 2013 mit der Wahl von General Al-Sisi, der als weit diktatorischer als Mubarak gilt. Heute werden die Armen immer ärmer, die Reichen reicher. Ägypten ist ein gespaltenes Land.
Kairo ist die größte Stadt der arabischen Welt und spielt eine wichtige, politische und wirtschaftliche sowie kulturelle Rolle. Tempel, Universitäten, Museen, Baudenkmäler sowie Moscheen sind beeindruckend. Die islamische Baukunst der Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, die Gartenanlagen am Nil fantastisch. Die Infrastruktur für den normalen Bürger oder Besucher ist bescheiden, Fünf-Sterne-Einrichtungen hingegen grandios. Es gibt Versuche moderner Infrastruktur. Es gibt Verbote. Ein Drittel der Bevölkerung ist ärmer als unter Mubarak. Die Infrastruktur ist ungenügend, aber sie bewegt sich in die Zukunft. Kairo ist ein wichtiges Erlebnis und Muss auf der Seidenstraße. Ägypten ist ein sicheres Land, das sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischt.
Krieg und Frieden, Ägypten gehört zur Seidenstraße; Geschichte und Zukunft, das Land hat sein letztes Wort noch nicht gesagt. Alles ist möglich. Lokale Reiseberater werden zu Freunden, Frauen halten sich bedeckt und zurück und behalten damit das Sagen.
VOM URPRIMATEN ZU EINSTEIN
Unsere Urprimaten lebten vor 50–90 Millionen Jahren (oder lange vorher, wie man auch liest) auf der Seidenstraße, es waren die Altweltaffen. Nach der Bewegung der Erdteile verteilten sich die Affen über ganz Asien, von wo sie nach Afrika trieben. Dort wurden sie zu Homo sapiens, von denen wir abstammen.
Alle Affen waren immer schwarz. Erst als Menschenaffen in weniger warme Gebiete wanderten, hellte sich ihre Haut langsam auf. Weiße Haut ist eine rein biologische Anpassungsreaktion auf verändertes Klima. Diskriminierung ist nicht vertretbar. Dem Affen folgten die Lemuren auf Madagaskar vor 40 Millionen Jahren, die einzig in Pakistan Verwandte haben.
Winzige Halbaffen-Fossile, 20 Millionen Jahre alt, fand man in Ägypten. Affenarten können 0,5–275 Kilo wiegen. Alle haben ein Fell, alle klettern auf Bäume. Der lange Schwanz hilft dabei. Manche schlafen auf dem Baum, andere ziehen den Erdboden vor. Sie schlafen bei Tag oder bei Nacht. Sie benutzen ihre vier Beine zum Gehen, Klettern und Springen. Sie lieben Gesellschaft und organisieren sich hierarchisch – Monogamie, Harem, Gruppe, Familie oder Erziehung der Kinder. Sie kommunizieren mit Tönen, Grimassen, Körperhaltungen und Geruch. Sie essen ausgeglichen; Kohlehydrate, Gemüse und Früchte wie wir. Sie sind meist Vegetarier. Alle Affen sind sehr sauber, die Fellpflege wird gegenseitig ausgeführt.
Wie kamen Urprimaten vor Millionen Jahren aus Myanmar/Burma/Asien nach Afrika? Klimawechsel, Erdbewegung und Wanderlust. Sie ließen sich in Afrika nieder, wurden zu Homo sapiens, gingen aufrecht, schliffen Steine zur Axt. Auf dem Hin- und Rückweg hinterließen sie Verwandtschaft auf dem ganzen Seidenstraßennetz. Die Entwicklung des Primaten zum Sapiens und zum modernen Menschen dauerte lange und man weiß noch wenig über die Affen, die die Wissenschaftler immer mehr faszinieren. Vom Urprimaten zu Einstein, vom Orang-Utan zu Algorithmen – wir wissen so wenig. Auch Darwins Evolutionstheorie kann sich nur an Tatsachen festhalten.
Die Domestizierung der Natur beginnt 12000 v. Chr. Homo erectus, dann Sapiens später Nomaden organisierten sich. Es gab Herrscher und Volk, Schrift, Geld, Götter. 4250 v. Chr., im heutigen Irak, Iran, Syrien und der Türkei entstand das Akkad und erste zentralasiatische Kaiserreich im damaligen Mesopotamien. 4500 v. Chr. erreichte Sapiens Austrasien oder das mediävale Europa – Affe oder Mensch?
Die Seidenstraße erlebte dramatische Klimaveränderungen. Menschen und Tiere wanderten weiter. 2500 v. Chr. entstand das Persische Reich. Buddha veränderte die Seidenstraße mit seiner Philosophie. Aus Göttern und Propheten wurden Religionen.
Lange zuvor hatte sich China zur Hochkultur entwickelt, von der nur wenige wussten und manche ahnten. Kolumbus oder Alexanders Traumziel war China, wo die Dächer aus Gold wären.
Gestern, heute, morgen. Primaten, Menschen. Der Übergriff auf Natur und Tiere ist fast gelungen. Technologie soll sie ersetzen. Umweltkatastrophen und Pandemien aus Natur und Tierwelt antworten. Kann die Neue Seidenstraße Völker, Natur und Tiere versöhnen? Können Algorithmen die Zukunft errechnen?
Die Seidenstraße ist die Wiege der Menschheit, wo sich Affen, Nomaden. Sapiens und der moderne Mensch tummelten. Wo Perser, Römer, Griechen, Mongolen und Han-Dynastien philosophierten. Was für eine fantastische Vorstellung!
Den ältesten Homo-Schädel fand man in Burma und Afrika, 470.000–807.000 Jahre alt. Es folgten der Dmanisi Man in Georgien, derPeking Man in Peking, der Yuanmu Man in Yunnan, Alesi in Kenia, Lucy, Ötzi und mehr. In China fand man Steinwerkzeuge, die auf 2,1 Millionen Jahre geschätzt werden. Die Wissenschaft steht vor Überraschungen.
Man weiß nicht, warum manche Affen zu Homo und dann Sapiens wurden. Heute gibt es beide überall auf der Welt, außer in der Antarktika, wo es für Affen zu kalt ist. Nicht Kolumbus brachte sie nach Amerika, sie hatten es längst vorher an Perus Küsten geschafft.
Affen in China, Thailand und Burma gehören der Orang-Utan-Gruppierung an. Während Menschen im Westen von Gorillas und Schimpansen abstammen, die die höchste Lebenserwartung haben. Affen werden im Zoo 15, in freier Wildbahn bis zu 50 Jahre alt. Übrigens sind sie über die Jahrtausende gewachsen.
Neue paläontologische Ausgrabungen mit internationalen Forschern bestätigen, dass die Burma-Zähne Fossilien Afrasia zugeordnet werden müssen, einer unbekannten Primatenrasse von vor 37 Millionen Jahren. Interessant ist die Tatsache, dass die Primaten aus Afrika und Burma miteinander verwandt sind und die Einwanderung auf der Seidenstraße vor den dort ersten Fossilienfunden stattgefunden hat. Unterwegs hat Afrasia nicht nur in Libyen, wo man Fossilien fand, Verwandte hinterlassen. Der Primat aus Burma entwickelte sich aber erst in Afrika zum Sapiens. Warum, ist noch ein Rätsel.
Der Weg unserer Vorfahren über die Seidenstraße war schwierig. Eurasien und Afrika waren durch das Thetys – heute Mittel- und Kaspisches Meer – getrennt. Affen können nicht schwimmen. Es gibt Hypothesen, dass sie, bevor sie zu Sapiens wurden, schwimmen konnten, sich treiben ließen, über sumpfige Übergänge wateten oder ertranken.
Vor 24 Millionen Jahren war der Planet mit Affen bevölkert. Vor 12 Millionen Jahren erfanden sie den Aufrechten und damit unseren Gang.
Noch heute lebt die Mehrzahl der Affen auf der Seidenstraße von Afrika bis Japan. Die Individuen reichste Affenart ist heute der Mensch mit sieben Milliarden und die größte Säugetierpopulation. Neuweltaffen leben in Amerika, Altweltaffen auf der Seidenstraße.
Das Max-Planck-Institut freut sich, in Marokko fossile Knochenreste und Steinwerkzeuge ausgegraben zu haben. Homo sapiens, 300.000 Jahre alt, 177 cm groß. Solche Meldungen überholen einander immer schneller, fast jeden Tag.
Der anatomisch moderne Mensch lebte ausweislich eines Fossils in Tianyuan, China, seit 40.000 Jahren. Wurden Asiens Primaten damit weit früher über die Seidenstraße katapultiert? Äthiopien, Georgien, Marokko, China … man baut, gräbt und findet. Die Wissenschaft ist erst am Anfang, in Düsseldorf grub man einen Neandertaler aus, der in Europa, Nordafrika Zentral- und Vorderasien spazierte. China ist ein Friedhof von schwer zuzuordnenden Fossilien, 350.000–1.000.000 Jahre alt. Alle Funde zeugen von wandernden Urmenschen; Sapiens, Erectus, Nomaden. Sie alle liebten das Reisen. Paläontologen, Archäologen, Forscher und alle die graben sind fasziniert, bis heute kennt man erst sieben Prozent der Affengeschichte, die sich auf der Seidenstraße abgespielt hat. Im August 2021 machten chinesische Wissenschaftler die ersten 3D-Aufnahmen mit der weltweit höchsten Auflösung eines Affenhirns für neurologische Untersuchungen, von dem sie sich viel versprechen.
Vieles führt direkt in unsere Zukunft und vielleicht zu fluorgrünen Affen, die einmal im Highspeed-Zug oder in fliegenden Objekten mit uns als neue Spezies reisen werden. Man lasse seiner Fantasie freien Lauf.
Der Mensch zähmte das Feuer für Licht und Wärme, mit den Steinwerkzeugen tötete er Tiere, auch Affen, seine Brüder. Er aß Früchte und Wurzeln dazu. Es gab eine Zeit, vor etwa einer Million Jahren, als sich Uraffe und Urmensch trennten und begegneten. Was geschah?
Bestattungen von Familienmitgliedern und Grabbeilagen zeugen vom Glauben an Magie und dem Weiterleben nach dem Tod. Rituale und Opfergaben sollten die Geister gnädig stimmen.
Von den 500 Affensorten ist jede zweite wegen Bedrohung ihres Lebensraumes in ihrem Bestand bedroht. Löscht der Mensch seine eigene Spezies aus?
Die Stadt Basel/Schweiz räumte den Affen 2020 das Affenrecht ein.