Kitabı oku: «Yacht- und Bootsbau», sayfa 8
18. Holzbearbeitung
Es ist bekannt, daß auch beim Holz die Bearbeitung, die dem Einbau vorangeht, mehr und mehr mit Hilfe von speziellen Werkzeugmaschinen durchgeführt wird, zum Beispiel Kreissäge, Bandsäge, Dicktenhobelmaschine, Fräse und Abrichte. Diese Maschinen können nach längerer Entwicklungszeit als „ausgereift“ betrachtet werden. Wichtige Neuerungen sind kaum mehr zu erwarten. Sie haben eine gemeinsame Eigenschaft: Sie sind stationär, und das zu bearbeitende Werkstück muß zu ihnen gebracht werden.
Erst in neuer Zeit sind Geräte entstanden, die beweglich sind und vom Handwerker an das (meist größere) oder das bereits im Boot eingebaute Werkstück gebracht werden. Hier scheint die Entwicklung noch im Fluß zu sein, und wir können hoffen, daß uns die Zukunft noch weitere brauchbare Geräte beschert.
Viele bewegliche Geräte sind leider nicht ganz ungefährlich, wie etwa eine kleine Hand-Kreissäge oder Hand-Hobelmaschine. Harmloser sind Schleifmaschinen, Bohrmaschinen und ähnliche Geräte.
Einen Nachteil haben alle alten und neuen Holzbearbeitungsmaschinen gemeinsam: die Produktion von Staub und Spänen. Nur die stationären Maschinen können ohne Schwierigkeiten an der Absauge-Anlage angeschlossen werden, deren Betrieb aber im allgemeinen nur auf größeren Werften lohnend erscheint. Die Späne können sehr gut für Heizzwecke verwendet werden, um die Trockenkammer oder die Werkstätten zu erwärmen. Selbst für kleinste Werkstätten läßt sich eine Heizung mit Hilfe der kleinen eisernen Öfen durchführen, wenn ein Spezialeinsatz aus Stahlblech verwendet wird, der verhindert, daß sich der Ofen durch die mehr oder minder feinen Holzspäne verstopft (vergleiche Zeichnung 58).

Zeichnung 58: Ein Blechofen mit Loch-Einsatz zum Verheizen von Hobelspänen.
Abschnitt B
Die verschiedenen Holzarten
19. Allgemeines
Die Entstehung, der Aufbau des Holzes und die sich daraus ergebenden Folgen sind in Abschnitt 1 behandelt. Hier werden diese Ausführungen nur ergänzt.
Holz ist ein in der Natur gewachsener organischer Stoff. Da die Wachstumsbedingungen in der Natur niemals für zwei verschiedene Bäume völlig gleich sind, ist Holz niemals völlig gleich. So trifft man in jeder Holzart starke Unterschiede hinsichtlich des Gewichtes, des Harzgehaltes, der Festigkeit, der Beständigkeit, des Aussehens, der Struktur, der Maserung und der Färbung des Holzes. Sie sind naturbedingt. Hinzu kommen nun noch die Unterschiede, die durch unterschiedliche Fällzeiten, Lagerzeiten und Lagerarten entstehen. So kann man nicht sagen, Holz ist gleich Holz, sondern die angegebenen Werte können nur Durchschnittswerte sein.
In Abschnitt 2 und 3 wurde auf die Bedeutung des Saftgehaltes des Holzes hingewiesen. Es ergaben sich gewisse Forderungen für die Fällzeit und sonstige Behandlung des Holzes. Wenn jetzt spezielle Werte für die einzelnen Holzarten angegeben werden, so können auch diese nur Durchschnittswerte sein. Insbesondere wird bei den Gewichten erfahrungsgemäß oft der Fehler gemacht, daß bei Gewichtsrechnungen für Boote zwar das richtige spezifische Gewicht der betreffenden Holzart genommen, aber vergessen wird, daß es sich dabei um das Gewicht des lufttrockenen Holzes handelt. Ein Teil des im Boot verbauten Holzes saugt sich aber, solange das Boot dauernd im Wasser schwimmt, vollständig voll Wasser und nimmt daher ein ganz anderes spezifisches Gewicht an.
Nachfolgend will ich zuerst die Weichhölzer, danach die Harthölzer behandeln, und zwar zuerst die europäischen und anschließend die überseeischen Hölzer. Die Gewichte gelten für lufttrockenes Holz. – Zu den angegebenen Gewichten: Das Darrgewicht ist ein Mittelwert. Das andere Gewicht ist in den beiden Grenzwerten angegeben.
20. Tanne, Weißtanne (Abies alba)
Gewicht 0,45 bis 0,60, Darrgewicht 0,43. Harzgehalt 3 bis 8 kg/m3. Als Gegenstück zur rötlichen Fichte wird sie oft „Weißtanne“ genannt, weil der Stamm im Alter eine grauweiße Rinde bekommt. Im bearbeiteten Zustand läßt sich das Holz nur mit dem Mikroskop von der Fichte unterscheiden, da der Hirnschnitt keine Harzgänge und der Spiegelschnitt keine Leitzellen in den Markstrahlen hat. Am lebenden Baum stehen die immergrünen Nadeln flach, sie sind breit und haben an der Unterseite zwei weiße Streifen. Die Tanne ist ein Gebirgsbaum und wird aus Österreich importiert.
Da die Krone des Baumes nicht so spitz ist wie die der Fichte, bildet sich ein weniger konisch gewachsener Stamm, der sich besser zu Nutzholz aufschneiden läßt. Das frische Holz hat eine weißlich-gelbliche Farbe, die im Alter mehr und mehr ergraut, besonders wenn Nässe Zutritt hat (Fußböden, Decks). Sie läßt sich (im Gegensatz zur Fichte) auch durch Scheuern nicht wieder aufhellen. Das weiche Holz läßt sich leicht spalten und ist in der Witterung nicht sehr dauerhaft, wohl aber dort, wo es durch Wasser von der Luft abgeschlossen wird. So wurde es sehr gern für die flachen Böden der Flußkähne verwendet, deren Seitenwände früher aus Eichenholz und später aus Stahl gebaut wurden. Es kam oft vor, daß auf einen alten Kahnboden ein neues Oberteil aufgesetzt wurde, weil der Boden aus Tanne alle anderen Bauteile überlebt hatte.
Das Holz, das bei mäßigem Schwund leicht zu bearbeiten ist, wird gern für Masten und Spieren sowie Blindhölzer und Einrichtungsteile einfacherer Art verwendet.
20 a. Fichte, Rotfichte oder Rottanne (Piceae abies)
Gewicht 0,45 bis 0,60, Darrgewicht 0,43. Harzgehalt 3,5 bis 6,6 kg/m3. Das Holz kommt meistens aus gebirgigen oder steinigen Gegenden, vor allem aus Skandinavien. Da die Äste des Baumes nur sehr langsam absterben und dann noch im abgestorbenen Zustand lange am Stamm bleiben, reicht die lebende und tote Krone des Baumes oft bis zum Erdboden herab. Daher ist das Holz im ganzen Stamm sehr ästig.
Das Holz ist dem Tannenholz recht ähnlich und auch in der Witterung dauerhaft, wenn es in der richtigen Fällzeit geschlagen oder geringelt wird. Dauerhafter ist es vor allem gegenüber der Kiefer, von der man wegen des höheren Harzgehaltes eher das Gegenteil erwarten würde. Wegen der Schwierigkeit, astfreies Holz zu erhalten, beschränkt sich die Verwendung oftmals nur auf einfachere Teile im Inneren der Boote und Schiffe. Aber auch Hauptverbandteile, ja vollständige Fahrzeuge werden, zum Beispiel in Norwegen, aus Fichtenholz erbaut. Das Holz ist dann jedoch auf besonders kärglichem und steinigem Boden in rauher Witterung gewachsen und deshalb fester und zäher als normales Fichtenholz.
Die Decks leichterer Yachten und die Decks der Aufbauten stellt man gern aus Fichtenholz her, wenn diese Decks mit Leinwand bezogen werden. Fichtenholz ist das bei uns häufigste Weichholz; der Schwund ist nur mäßig.
21. Kiefer, Föhre (Pinus sylvestris)
Gewicht 0,32 bis 0,75, Darrgewicht 0,47. Harzgehalt 18,7 bis 19,6 kg/m3. Mäßig bis stark schwindend; leicht zu bearbeiten. Die Kiefer, vornehmlich ein Flachlandbaum, wächst auch auf sandigen Böden, auf denen sonst nur Strandhafer gedeiht. So wird die Kiefer zum Befestigen von Wanderdünen benutzt. Sie kommt vornehmlich aus Norddeutschland, Skandinavien und den Ostseeländern. Für sie gilt besonders: Je kümmerlicher die Wuchsbedingungen (Boden, Klima), um so langsamer wächst das Holz und um so wertvoller wird es.
Frei stehend, wächst der Baum zu einem weitausragenden, astigen und knorrigen Gebilde. Der Forstmann zieht ihn daher eng stehend und gleichaltrig. So sterben die Äste recht früh ab und verschwinden ganz vom Stamm, während nur oben eine Krone bleibt. Das Ergebnis ist ein weit hinauf astreiner Stamm. So ist Kiefernholz das astfreieste einheimische Weichholz.
Von der Mark Brandenburg bis nach Reval wird die Kiefer von Laien fälschlicherweise als „Fichte“ bezeichnet. Dies führt mitunter zu Verwirrung im Holzhandel. An der Astreinheit und den breiten Jahresringen – denn die Kiefer wächst zumeist schneller als die Fichte – kann man sie dennoch leicht erkennen. Mitunter bilden sich an Ästen sehr harzreiche Stellen (es sind hier nicht Harznester oder Gallen gemeint), in denen das Holz rosig oder hellbraun aussieht. Diese „Kien“-Stellen kommen nur an Kiefern vor. Mancherorts wird Kiefernholz sogar ganz allgemein als „Kienholz“ bezeichnet.
Beim Fällen ist Splint- und Kernholz gleichfarbig hell gelblich-rötlich. Beim Austrocknen färbt sich aber der Kern der älteren Stämme bräunlich. Nur dieses Kernholz ist wetterbeständig und dauerhaft, nicht aber der Splint, während bei Tanne und Fichte kein Unterschied vorhanden ist. Das Kernholz kann daher auch zu Schiffbauzwecken, zum Beispiel Außenhaut und Deck, verwendet werden, Splintholz jedoch nur für untergeordnete Teile der Einrichtung, die unter allen Umständen nicht mit Wasser in Berührung kommen können. Vorsichtshalber soll man deshalb Bodenbretter nicht aus Kiefernholz anfertigen. Aus Kiefern-Splintholz würden sie sich alsbald voll Wasser saugen, gewaltig aufquellen, ein Gewicht von über 1,0 bekommen und nicht einmal während des Winterhalbjahres in einem (ungeheizten) Lagerschuppen wieder austrocknen. Man darf auch kein mit Leinwand bezogenes Deck aus Kiefern-Splintholz bauen.
Auch auf die Dauerhaftigkeit des Holzes hat der Standort des Baumes einen Einfluß. Auf feuchtem oder sumpfigem Boden wächst minderwertige Kiefer. Engringiges Holz ist nur dann fester als weitringiges (also schneller gewachsenes) Holz, wenn in den weiten Jahresringen das Frühholz (das im Frühjahr gewachsene Holz) vorherrscht.
22. Lärche (Larix decidua)
Gewicht 0,44 bis 0,85, Darrgewicht 0,54. Harzgehalt 17,4 bis 18,8 kg/m3. Schrumpfung von Grünholz bis 15 % (Luft-)Trockenheit, tangential gemessen 4,0 %, radial 2,1 %.
Die Lärche ist ein Nadelbaum, der seine Nadeln im Winter wie ein Laubbaum verliert. Sie liefert das wertvollste einheimische Weichholz. Die beste Lärche ist die „Berglärche“, die in höheren Lagen der Alpen wächst. Mittelgebirgslärche und Flachlandlärche sind minderer Art.
Da der Baum in seiner äußeren Form mehr der Fichte als der Kiefer ähnelt, muß mit zahlreichen Ästen gerechnet werden, jedoch weniger als bei der Fichte. Obgleich der Harzgehalt geringer ist als bei der Kiefer, ist die Dauerhaftigkeit des Holzes bedeutend größer, vor allem auch in der Witterung. Vielleicht trägt ein hoher Terpentingehalt des Holzes dazu bei, Fäulnis- und Insektenschäden fernzuhalten. – Die Berglärche (auch Steinlärche genannt) kommt aus den Hochalpen und den Karpathen.
Splintholz minderer Lärchen ist von Fichtenholz nur schwer zu unterscheiden, Kernholz fällt aber durch seine dunklere Farbe und seinen Harzgehalt auf.
Wenngleich das Holz praktisch für alle Teile eines Bootes verwendbar ist, wird es doch hauptsächlich für die Außenbeplankung und das Deck verwandt. Für die Inneneinrichtung ist es eigentlich zu schade. Naturlackiert wirkt es ähnlich der Kiefer oder Fichte, seine besseren technischen Qualitäten kann man ihm nicht ansehen. Muß man allerdings damit rechnen, daß gewisse Einrichtungsteile mit dem Wasser in Berührung kommen (Fußbodenbalken oder Fußbodenplanken), so ist das Holz am richtigen Platz.
23. Pitchpine, Longleaf Pine (Pinus palustris)
Gewicht 0,50 bis 0,90, Darrgewicht 0,63, mäßig schwindend. Harzgehalt bis 61 kg/m3. Schrumpfung von Grünholz bis 15 % (Luft-)Trockenheit, 3,8 % tangential, 2,4 % radial.
Das Holz kommt aus den südöstlichen Häfen Nordamerikas und war früher so wohlfeil, daß es zum Beispiel noch in Berlin beim Bau von Wohnhäusern gut gegen Kiefernholz als Fußbodenbelag konkurrieren konnte. In neuerer Zeit ist es schwieriger zu bekommen.
Es gilt unter den Nadelhölzern als das dauerhafteste Holz, vielleicht weil es einen hohen Harz- (und auch Terpentin-)Gehalt hat. Da es in großen Längen und zudem ohne viele Äste vorkommt, ist es im Schiffbau sehr begehrt. Deck, Außenhaut – viele Holzschiffbauer schätzen Pitchpine als das beste Holz für Außenhaut –, aber auch Masten und Spieren werden oder wurden aus diesem Holz hergestellt.
Pitchpine ist in seiner Art der Lärche ähnlich, jedoch in der Maserung größer und gröber. Die Farbe ist infolge des Harzgehaltes dunkler als die der Lärche. Vielfach ähnelt es den kienigen Stellen des Kiefernholzes.
Wie bei allen überseeischen Hölzern, wird nur das gerade gewachsene Holz exportiert. Krummholz wird vermutlich auch anwachsen, und es ist denkbar, daß es an Ort und Stelle zu entsprechenden Bauteilen verarbeitet wird, obgleich das Holz sehr viel leichter als Eiche spaltet. Wegen seiner Seltenheit ist dieses einst so häufig verwendete Holz für uns heute nicht mehr interessant.
24. Oregonpine, Douglasie, Douglastanne, Douglasfichte (Pseudotsuga menziesii)
Gewicht 0,47 bis 0,80, Darrgewicht 0,50. Harzgehalt etwa 9 kg/m3. Schrumpfung von Grünholz bis zur 15 % igen Lufttrockenheit tangential 3,1 bis 3,9 %, radial 1,8 bis 2,5 %, je nach Art und Vorkommen.
Das Holz kommt von der Nordwestküste Nordamerikas. Deshalb kennen wir es als Bauholz erst seit der Inbetriebnahme des Panama-Kanals. Bismarck hat es mit Erfolg im Sachsenwald angebaut. Es ist wesentlich heller und leichter als Pitchpine, aber auch nicht so dauerhaft wie dieses Holz. Deshalb sieht man es seltener bei der Außenhaut, wohl aber bei Decks und bei Masten und Spieren. Hierzu ermutigt auch die Tatsache, daß es wohl kein Weichholz gibt, das in so geraden, langen und astfreien Stücken auf den Markt kommt.
Auch im Stahlschiffbau wird das Holz als Belag auf den Stahldecks verwandt.
25. Zypresse, echte Zypresse (Cupressus sempervirens)
Gewicht 0,60 bis 0,70, Darrgewicht 0,46, geringer Schwund, leicht zu bearbeiten. – Die echte Zypresse stammt aus dem Mittelmeer und ist sehr selten im Handel, da sie an Ort und Stelle begehrt ist. Sie ist dem Pitch- und Oregonpine ähnlich, harzarm und leichter, aber trotzdem gegen Fäulnis einigermaßen widerstandsfähig. Daher ist sie dem Pitchpine überlegen und besonders für Bauteile geeignet, die zwischen Luft und Wasser liegen, oder für Boote, die abwechselnd im Wasser und an der Luft liegen, wie es oft bei bestimmten Sport- und Schiffsbooten vorkommt.
25 a. Scheinzypresse, Port-Orford-cedar, Lebensbaum (Chamaecyparis lawsoniana)
Darrgewicht 0,43, Schwund mäßig. Dieses Holz von der Westküste der USA gilt als Ersatz für die echte Zypresse und hat sehr ähnliche Eigenschaften.
26. Echte Zeder, Himalaya-Zeder (Cedrus deodora)
Darrgewicht 0,46, Schwund mäßig. Ein der Lärche ähnelndes Holz, im Holzhandel in Europa nicht erhältlich.
26 a. Libanonzeder, Atlaszeder (Cedrus Libani, Cedrus atlantica)
Hier liegen ähnliche Verhältnisse vor wie bei Nummer 26.
26 b. Zeder, im Bootsbau üblich, amerikanische Zeder
Gewicht 0,40 bis 0,67. Wir erhalten die „weiße Zeder“ aus den westlichen Staaten Nordamerikas. Das analog seinem Gewicht ziemlich weiche Holz läßt sich leicht bearbeiten und fällt durch Astreinheit auf. Sonst ist es dem Kiefernholz ähnlich, jedoch sehr dauerhaft. Diese Eigenschaft hat dem Holz im Bootsbau einen sehr guten Ruf verschafft. – Sehr beliebt sind auch die Hölzer aus Mittelamerika. Als eine der besten Arten gilt Tabasco-Zeder, die vorzüglich für die Außenhaut von Rennruderbooten verwendet wird. Weiterhin sind Honduras- und Cuba-Zedernholz zu nennen, das eine hellbraune Färbung hat. Bei diesen Hölzern handelt es sich wohl stets um das zedernähnliche Cedrela-Holz (Cedrela mexicana), Darrgewicht 0,44. Geringer Schwund, sauberes Bearbeiten möglich. Witterungsfest.
27. Spruce, Sitka Spruce (Picea sitchensis)
Gewicht 0,42 bis 0,55. Schrumpfung vom Grünholz bis zu 15 %iger Lufttrockenheit tangential 3,8 %, radial 2,2 %.
Spruce, Schwarzfichte oder kanadische Fichte, wächst wahrscheinlich nur in Kanada. Da das Holz seiner Leichtigkeit wegen für den Bau von Masten, Spieren und Bootsriemen sehr begehrt ist, hat Kanada seine Monopolstellung als Lieferant dahin ausgenutzt, einen Ausfuhrzoll zu erheben. Ob dies heute noch geschieht, konnte nicht festgestellt werden.
Das Holz ähnelt etwas guter Kiefer, ist in der Farbe aber meist heller und wird in schönen, astfreien Stücken geliefert. Es ist sehr elastisch, hat gute Festigkeitseigenschaften und eignet sich für den oben erwähnten Zweck ausgezeichnet.
28. Eiche
Gewicht 0,6 bis 1,0. Schrumpfwert Grün bis 15 %ig tangential 4,6 %, radial 2,5 %. Eiche ist das in Europa bekannteste Hartholz für den Boots- und Schiffbau. Insgesamt gibt es etwa 300 verschiedene Arten von Eichen, davon über 20 in Europa.
Auf gutem Boden mit Luft und Licht für eine breite Krone entwickeln sich breite Jahresringe mit vorherrschendem Spätholz von hoher Festigkeit und Dauerhaftigkeit. Man nennt dieses Holz „grobes Holz“. Aus geschlossenen Waldbeständen kommt das engringig gewachsene Holz, das man „mildes Holz“ nennt. Bei den bisher behandelten Nadelhölzern war dies oft umgekehrt, da bei ihnen die geschlossenen Bestände ein kräftigeres Holz liefern als alleinstehende Bäume. Eichen und die meisten Hartholzbäume gedeihen besser bei freiem Stand. Es besteht dabei allerdings die Gefahr, daß sich der Baum buschartig in die Breite entwickelt. Um einen guten Stamm mit geradem Nutzholz zu erzielen, ist eine besondere Pflege erforderlich.
Eichenholz ist stark gerbsäurehaltig. Bleibt das Holz lange Zeit unter Wasser, so geht die Gerbsäure des Holzes mit den Eisensalzen des Wassers eine feste Verbindung ein, und das Holz wird allmählich tiefschwarz und steinhart.
Der Gerbsäuregehalt ist beim Boots- und Schiffbau sehr lästig, weil er den Stahl der Nägel, Schrauben und Bolzen angreift und zu sehr schnellem Korrodieren bringt. Der entstehende Rost zerfrißt wiederum das Holz, so daß dort förmliche Hohlräume entstehen, wo einmal kräftige Bolzen gesessen haben. Deshalb sollte man bei Eichenholz nur eisenfreies Material für die Verbolzung nehmen, da ja die Verzinkung beim Eintreiben oder Einschrauben verzinkter Stahlbolzen sehr leicht Schaden nimmt, den man zunächst gar nicht bemerkt, später aber am angerichteten Schaden feststellen wird. Die Empfindlichkeit des Eichenholzes gegen Eisen und Stahl kann man an folgendem Versuch studieren: Auf eine frische Schnittfläche grünen Holzes streue man einige Eisenfeilspäne. Es ergibt sich ein Bild, als hätte man Krümel von der Mine eines Kopierstiftes auf nasses Papier gestreut. Den Gerbsäuregehalt des Holzes kann man durch die in Abschnitt 3 erwähnten Entsaftungsmethoden mindern oder auch vollständig beseitigen.
Bei den bei uns üblichen Arten der Eiche unterscheiden wir vornehmlich die
Wintereiche, Schwarzeiche oder Traubeneiche (Quercus petraea), fälschlich Steineiche genannt. Die Blätter sind verhältnismäßig klein und etwas unregelmäßig gewachsen. Im Herbst werden sie gelbbraun, bleiben aber bis in das hohe Frühjahr hinein an den Zweigen, bis aus den Knospen neue Blätter kommen. Die Früchte (Eicheln) wachsen in kleinen Trauben.
Sommereiche, Stieleiche oder Weißeiche (Quercus robur). Darrgewicht 0,63. Diese hat größere, glänzende, regelmäßig geformte Blätter, die indessen kurz gestielt sind und im Herbst nach dem Welkwerden abfallen. Die Früchte dagegen sind an einem langen Stiel gewachsen.
Spitzeiche, Roteiche, Färbeiche oder Scharlacheiche (Quercus rubra), Darrgewicht 0,65, hat der Sommereiche ähnliche Blätter, die aber in der Fiederung je in einer Spitze (statt einer Rundung! auslaufen. Sie ist aus Amerika eingeführt worden und liefert ein schnellwüchsiges, relativ gerades und astreines Holz, das von Möbeltischlern und Sperrholzfabriken sehr gesucht ist. Diese Eiche ist nicht witterungsfest.
Die Steineiche oder immergrüne Eiche (Quercus ilex), Darrgewicht 0,85, wächst im Mittelmeergebiet und bildet eigentlich keine Bäume, sondern mehr Büsche. Die lederartigen, immergrünen Blätter haben kaum die uns geläufige Eichenblattform. Die Steineiche tritt als Lieferant von Bauholz nicht auf und ist hier nur des Namens wegen genannt worden; sie ist ebenfalls nicht witterungsfest.
Trotz der Schwierigkeiten, die das Holz uns bereitet (hohes Gewicht, Ästigkeit, vielfach krummer Wuchs, hohes Schwundmaß, Gerbsäuregehalt), gilt es bei uns als das beste und dauerhafteste einheimische Schiffbauholz. Allerdings sind bestimmte Bootsteile denkbar, die besser aus anderem einheimischen Holz hergestellt werden könnten wie zum Beispiel die Außenhaut aus Lärche.
Hinsichtlich der gerühmten Dauerhaftigkeit des Eichenholzes ist folgendes zu beachten: Der Splint ist vollkommen unbrauchbar; er muß vollständig entfernt werden. Bei frisch geschnittenem Holz ist er durch seine hellere, mehr ins Graue spielende Farbe gegenüber dem dunkleren und mehr gelblich-bräunlich gefärbtem Kernholz leicht zu erkennen. Bei älterem Schnittholz vermindern sich die Farbunterschiede. Bestreicht man eine frische Hobelfläche mit chromsaurem Kalium, so wird der Splint heller, das Kernholz dunkler und wieder klar erkennbar. Ferner muß gesagt werden, daß Eiche, je nach dem Standort des Baumes, den allerdings der Holzkäufer im allgemeinen nicht kennen wird, sehr unterschiedliche Qualität haben kann. Eiche aus sumpfigem Gebiet gilt als wenig dauerhaft.
Eine gute Fällzeit soll der Stamm später dadurch anzeigen, daß sich seine Rinde sehr schwer vom Stamm lösen läßt.
Bei Schnittholz kann man die besten Planken (Radialschnitt) durch die markanten Spiegel (kleine, blanke Flächen im Holz) erkennen (vergleiche Abschnitt 9).
