Kitabı oku: «Der Sonnenweg des Yoga», sayfa 3
Kapitel 7
Der Pfad des Integralen Yoga – ein spirituelles Abenteuer
Worte Sri Aurobindos
Der Yoga Sri Aurobindos beginnt bei der Lehre der alten Weisen Indiens, dass es hinter dem Erscheinungsbild des Universums die Wirklichkeit eines Wesens und Bewusstseins gibt, eines Selbsts aller Dinge, eins und ewig. Alle Wesen sind in diesem Einen Selbst und Geist vereint, aber getrennt durch eine gewisse Abgesondertheit des Bewusstseins, durch eine Unwissenheit hinsichtlich ihres wahren Selbsts und ihrer wahren Wirklichkeit im Mental, im Leben und im Körper. Durch eine bestimmte psychologische Disziplin wird es möglich, diesen Schleier des abgesonderten Bewusstseins abzulegen, und sich des wahren Selbsts, der Gottheit in uns und in allem, gewahr zu werden.
Sri Aurobindos Lehre legt dar, dass dieses Eine Wesen und Bewusstsein hier in der Materie involviert ist. Evolution ist die Methode, mit der es sich freisetzt; Bewusstsein taucht in dem auf, das unbewusst zu sein scheint und muss sich dann, wenn es einmal in Erscheinung getreten ist, aus innerem Drang immer höher entwickeln und sich gleichzeitig weiten und auf eine immer größere Vollkommenheit hinentwickeln. Das Leben ist der erste Schritt dieses Freiwerdens von Bewusstsein; mit dem Mental vollzieht sich der zweite Schritt, aber die Evolution bleibt beim Mental nicht stehen; sie erwartet eine Befreiung zu etwas Größerem hin, zu einem Bewusstsein spiritueller und supramentaler Art. Als nächstes muss sich in der Evolution der Schritt zur Entwicklung des Supramentals und Geistes als der beherrschenden Kraft des bewussten Wesens vollziehen. Denn nur dann wird sich die den Dingen innewohnende Göttlichkeit vollständig enthüllen, und das Leben Vollkommenheit manifestieren können.
Während aber die früheren Schritte in der Evolution von der Natur vollzogen wurden, ohne dass es einen bewussten Willen im Pflanzen- und Tierleben gegeben hätte, wird die Natur im Menschen fähig, sich durch einen bewussten Willen im Instrument weiterzuentwickeln. Dies kann jedoch im mentalen Willen des Menschen nicht auf vollständige Weise getan werden, da das Mental nur bis zu einem gewissen Punkt geht und sich danach nur noch im Kreise drehen kann. Eine Umkehr muss stattfinden und eine Wende des Bewusstseins vollzogen werden, durch die sich das Mental in das höhere Prinzip umwandeln muss. Die Methode dazu kann über die uralte psychologische Disziplin und Praxis des Yoga gefunden werden. In der Vergangenheit versuchte man, dies durch ein Sich-Zurückziehen aus der Welt und ein Entrücken in die Höhen des Selbsts oder Geistes zu erreichen. Für Sri Aurobindo ist jedoch eine Herabkunft des höheren Prinzips möglich, die das spirituelle Selbst nicht nur außerhalb der Welt, sondern in der Welt freisetzt, und die Unwissenheit des Mentals, bzw. sein sehr begrenztes Wissen, durch ein supramentales Wahrheits-Bewusstsein ersetzen wird. Dies wird ein hinreichendes Instrument für das innere Selbst sein und es dem Menschen ermöglichen, aus seiner immer noch animalischen Menschennatur zu einer göttlicheren Art heranzuwachsen. Die psychologische Disziplin des Yoga kann für diesen Zweck genutzt werden, weil sie alle Teile des Wesens für eine Umkehr oder Umwandlung mittels der Herabkunft und des Wirkens des höheren, noch verborgenen supramentalen Prinzips öffnet.
Doch kann dies nicht mit einem Mal oder in kurzer Zeit oder durch eine plötzliche und wundersame Transformation geschehen. Viele Schritte muss der Sucher tun, bevor die supramentale Herabkunft möglich ist. Der Mensch lebt meist in seinem Oberflächen-Mental, -Leben und -Körper; es gibt jedoch ein inneres Wesen in ihm mit größeren Möglichkeiten und dahin muss er erwachen –, denn noch erfährt er von ihm nur einen sehr eingeschränkten Einfluss, der ihn zu einem ständigen Streben nach mehr Schönheit, Harmonie, Macht und Wissen drängt. Der erste Prozess im Yoga besteht deshalb darin, die Bereiche dieses inneren Wesens zu öffnen und von da nach außen zu leben und das eigene äußere Leben durch das innere Licht und diese innere Kraft zu lenken. Auf diese Weise entdeckt der Mensch in sich seine wahre Seele, die nicht diese äußere Mischung mentaler, vitaler und physischer Elemente ist, sondern ein Teil der dahinter stehenden Wirklichkeit, ein Funke des einen Göttlichen Feuers. Der Mensch muss lernen, in seiner Seele zu leben, und muss durch den Drang der Seele zur Wahrheit die restliche Natur reinigen und neu orientieren. Danach kann ein Öffnen nach oben und die Herabkunft eines höheren Prinzips des Seins folgen. Aber selbst dann handelt es sich nicht sogleich um das volle supramentale Licht und die supramentale Kraft, da es verschiedene Bewusstseinsbereiche zwischen dem gewöhnlichen menschlichen Mental und dem supramentalen Wahrheits-Bewusstsein gibt. Diese dazwischenliegenden Schichten müssen geöffnet und ihre Macht in Mental, Leben und Körper herabgebracht werden. Erst danach kann die volle Kraft des Wahrheits-Bewusstseins in der Natur wirken. Daher ist dieser Prozess der Selbst-Disziplin oder Sadhana lang und schwierig, aber selbst ein kleiner Fortschritt ist ein großer Gewinn, da er das letztliche Freiwerden und die Vollkommenheit möglicher macht.
Viele Grundsätze älterer Disziplinen sind auf dem Weg notwendig: eine Öffnung des Mentals zu einer größeren Weite und zum Sinn für das Selbst und das Unendliche, ein Auftauchen in das kosmische Bewusstsein, die Beherrschung von Begierden und Leidenschaften; äußere Askese ist nicht entscheidend, aber die Überwindung des Begehrens und Verhaftetseins und die Kontrolle über den Körper, seine Bedürfnisse, Süchte und Instinkte sind unverzichtbar. Es ist eine Kombination aus den Prinzipien der alten Disziplinen, aus dem Weg des Wissens durch die mit dem Mental vorgenommene Unterscheidung zwischen Wirklichkeit und Anschein, aus dem Weg des Herzens mit seiner Hingabe, Liebe und des Sich-Überantwortens, sowie aus dem Weg der Werke, der den Willen weg von den Motiven des Eigeninteresses zur Wahrheit und zum Dienst an einer größeren Wirklichkeit als dem Ego hinlenkt. Es muss nämlich das gesamte Wesen geschult werden, damit es, sobald es dem höheren Licht und der höheren Kraft möglich ist, in der menschlichen Natur zu arbeiten, darauf ansprechen und umgewandelt werden kann.
In dieser Disziplin sind die Inspiration des Meisters und in den schwierigen Stadien seine Kontrolle und Gegenwart unerlässlich, denn andernfalls wäre es unmöglich, ohne allzu viele Fehltritte und Irrtümer durchzukommen, die jede Chance auf Erfolg verhindern. Der Meister ist jemand, der ein höheres Bewusstsein und Sein erreicht hat, und er wird oft als seine Manifestation oder sein Vertreter betrachtet. Er hilft nicht nur durch seine Lehre und noch mehr durch seinen Einfluss und sein Beispiel, sondern auch durch die Kraft, seine eigene Erfahrung anderen zu vermitteln.
Dies ist Sri Aurobindos Lehre und dessen praktische Methode. Sein Ziel besteht nicht darin, irgendeine Religion weiterzuentwickeln oder die älteren Religionen zu verschmelzen, oder gar eine neue Religion zu gründen –, denn all dies würde nur von seinem zentralen Anliegen wegführen. Das eine Ziel seines Yoga ist eine innere Selbstentfaltung, durch die jeder, der ihm nachgeht, mit der Zeit das Eine Selbst in allem entdecken und ein über das Mental hinausgehendes Bewusstsein entwickeln kann –, ein spirituelles und supramentales Bewusstsein, das die menschliche Natur umwandeln und vergöttlichen wird.
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Worte Sri Aurobindos
[Der Integrale Yoga] ist, verglichen mit alten Yogasystemen, deshalb neu:
1. Weil er nicht auf eine Abkehr von der Welt und vom Leben um des Himmels und Nirvana willens abzielt, sondern auf einen Wandel des Lebens und Daseins, und zwar nicht als etwas Untergeordnetes und Zufälliges, sondern als ein deutliches und zentrales Ziel. Wenn es ein Herabkommen in anderen Yogasystemen gibt, dann ist es lediglich ein Zufall auf dem Weg oder das Ergebnis des Aufstieges – der Aufstieg ist in den traditionellen Yogasystemen die einzig wahre Sache. Hier, im Integralen Yoga, ist der Aufstieg der erste Schritt, er ist ein Mittel für die Herabkunft. Die Herabkunft eines neuen Bewusstseins, das durch den Aufstieg erreicht wird, ist der Stempel und das Siegel der Sadhana. Selbst Tantra und Vishnuismus enden in der Befreiung vom Leben. Hier ist das Ziel die göttliche Erfüllung im Leben.
2. Weil das Ziel, nach dem gesucht wird, nicht eine individuelle Verwirklichung zum Heile des Einzelnen ist, sondern etwas, das für das Erdbewusstsein hier gewonnen werden muss, eine kosmische, nicht allein eine überkosmische Verwirklichung. Das zu Gewinnende ist das Einbringen einer Bewusstseins-Macht (das Supramental), die bislang noch nicht in der Erd-Natur organisiert und direkt wirksam wurde, nicht einmal im spirituellen Leben, und daher noch organisiert und unmittelbar wirksam gemacht werden muss.
3. Weil eine Methode zur Erreichung dieser Absicht erarbeitet wurde, die so umfassend und ganzheitlich ist, wie dieses Ziel selbst, nämlich der totale und integrale Wandel des Bewusstseins und der menschlichen Natur, wobei alte Methoden aufgegriffen werden, aber nur als ein Teilaspekt und eine vorläufige Unterstützung zu anderen Methoden, die sich von diesen unterscheiden. Ich habe diese Methode (in ihrer Gesamtheit) oder etwas Ähnliches wie diese in den alten Yogasystemen weder verkündet noch verwirklicht gesehen. Wäre dem nicht so, hätte ich meine Zeit nicht damit vergeudet, in dreißigjähriger Suche und innerer Schöpfung einen Weg auszuhauen, wenn ich sicher zu meinem Ziel hätte heimeilen können, leicht galoppierend auf Wegen, die bereits gebahnt, ausgetreten, vollkommen kartographiert, asphaltiert, gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sind. Unser Yoga ist keine Erneuerung der alten Wege, sondern ein spirituelles Abenteuer.
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Kapitel 8
Der Pfad
Worte Sri Aurobindos
Der supramentale Yoga ist zugleich ein Aufstieg zu Gott und eine Herabkunft der Gottheit in die verkörperte Natur.
Der Aufstieg kann nur durch eine ausschließliche, allumfassende Aspiration der Seele, des Mentals, des Lebens und des Körpers gelingen. Die Herabkunft kann nur durch einen Ruf des ganzen Wesens nach dem unendlichen und ewigen Göttlichen veranlasst werden. Wenn dieser Ruf und diese Aspiration vorhanden sind oder wenn sie irgendwie erweckt werden und ständig wachsen und die ganze Natur erfassen können, dann und nur dann wird eine Erhebung und Umwandlung in und durch das Supramental möglich sein.
Der Ruf und die Aspiration sind nur erste Voraussetzungen. Zugleich mit ihnen und als Ergebnis ihrer wirksamen Intensität muss eine Öffnung des ganzen Wesens zum Göttlichen hin und eine absolute Überantwortung an das Göttliche erfolgen.
Diese Öffnung besteht in einem weiten Offenlegen der ganzen Natur auf all ihren Ebenen und in all ihren Wesensteilen. Sie ermöglicht ihr, das größere göttliche Bewusstsein, das bereits über und hinter dieser sterblichen, halbbewussten Existenz zugegen ist und sie umfängt, ohne Abschwächungen und Begrenzungen in sich aufzunehmen.
Bei dieser Aufnahme darf ihr Fassungsvermögen sich nicht als unzureichend erweisen, darf kein Bestandteil des Systems unter dem Druck der Umwandlung zusammenbrechen, sei es im Mental, in den Nerven oder im Körper. Eine grenzenlose Aufnahmefähigkeit ist erforderlich sowie ein ständig wachsendes Vermögen, das immer stärker und akzentuierter werdende Eingreifen der göttlichen Kraft auszuhalten. Anders kann nichts Großes und Dauerhaftes zustande kommen. Der Yoga würde mit einem Zusammenbruch, einem trägen Anhalten oder einer frustrierenden oder verheerenden Stockung enden – bei einem Vorgang, der absolut und integral zu sein hat, wenn er kein Fehlschlag sein soll.
Da aber kein menschlicher Organismus diese grenzenlose Aufnahmefähigkeit und diese einwandfreie Eignung aufweist, kann der supramentale Yoga nur dann Erfolg haben, wenn die Göttliche Kraft bei ihrer Herabkunft die persönliche Kraft vermehrt und die zur Aufnahme erforderliche Stärke an jene Kraft angleicht, die von oben her in die Natur eindringt, um in ihr zu arbeiten. Dies kann nur geschehen, wenn auf unserer Seite eine fortschreitende Überantwortung in die Hände des Göttlichen erfolgt. Eine vollständige und nie ausbleibende Zustimmung ist vonnöten, eine mutige Einwilligung in alles, was die Göttliche Macht mit uns vornehmen muss, um ihr Werk zu vollbringen.
Der Mensch kann aus eigener Anstrengung nichts aus sich machen, was mehr ist als ein Mensch. Das mentale Wesen kann sich nicht aus eigener Kraft und ohne Hilfe in einen supramentalen Geist verwandeln. Allein die Herabkunft der Göttlichen Natur kann das menschliche Gefäß vergöttlichen.
Die Fähigkeiten unseres Mentals, unseres Lebens und unseres Körpers sind an ihre eigenen Grenzen gebunden, und wie hoch sie sich auch aufschwingen oder wie weit sie sich auch ausdehnen mögen, sie kommen über ihre natürlichen äußersten Grenzen nicht hinaus. Dennoch kann der mentale Mensch sich dem öffnen, was jenseits seiner liegt: Er kann ein supramentales Licht und eine supramentale Wahrheit und Macht herabrufen, auf dass sie in ihm wirken und das tun, was das Mental nicht vermag. Wenn das Mental nicht aus eigener Anstrengung zu dem werden kann, was jenseits seiner liegt, so kann doch das Supramental herabkommen und das Mental in seine eigene Substanz umwandeln.
Wenn umsichtige Einwilligung und wachsame Hingabe des Menschen der supramentalen Macht ermöglichen, entsprechend ihrer eigenen tiefen und klaren Einsicht und vielseitigen Macht zu handeln, wird diese früher oder später eine göttliche Umwandlung unserer derzeit unvollkommenen Natur bewirken...
Nur wenn Mental, Leben und Körper die bewusste integrale Überantwortung an das Göttliche gelernt haben, kann der Weg des Yoga leicht, gerade, schnell und sicher sein.
Und es muss eine Überantwortung an das Göttliche und nur an das Göttliche sein, eine Öffnung zum Göttlichen hin und zu nichts anderem. Es ist nämlich einem verdunkelten Mental und einer unreinen Lebenskraft in uns möglich, sich ungöttlichen und feindlich gesinnten Kräften zu übergeben, ja sogar solche Kräfte für das Göttliche zu halten. Es kann keinen verhängnisvolleren Irrtum geben. Deshalb darf unsere Hingabe keine blinde und widerstandslose Passivität allen Einflüssen oder jedem beliebigen Einfluss gegenüber sein. Vielmehr hat sie aufrichtig, bewusst und wachsam an das Eine und Höchste allein gerichtet zu sein.
Selbstüberantwortung an die göttliche und unendliche Mutter, so schwierig sie auch sein mag, bleibt unser einziges wirksames Mittel und unsere einzige dauerhafte Zuflucht. Selbstüberantwortung an Sie bedeutet, dass unsere Natur ein Werkzeug in Ihren Händen ist und unsere Seele ein Kind in den Armen der Mutter.
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Worte der Mutter
Der Bergweg führt immer in zwei Richtungen, nach oben und nach unten – alles hängt davon ab, was wir hinter uns lassen.
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Worte der Mutter
Das Leben ist eine immerwährende Wahl zwischen Wahrheit und Falschheit, Licht und Dunkelheit, Fortschritt und Rückschritt, der Aufstieg in die Höhe oder der Abstieg in den Abgrund. Es liegt an jedem Einzelnen, frei zu wählen.
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Worte der Mutter
Im Leben eines jeden Menschen kommt ein Moment, in dem er sich zwischen dem Pfad und dem Durcheinander entscheiden muss. Man kann nicht einen Fuß hierhin und einen Fuß dorthin setzen. Wenn man es versucht, wird man in Stücke gerissen.
Ein Herz, das nicht wählt, ist ein Herz, das sterben wird.
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Worte der Mutter
Man nimmt den spirituellen Weg nur dann auf, wenn man das Gefühl hat, nicht anders zu können.
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Worte der Mutter
Wenn der Pfad bekannt ist, ist es leicht, ihm zu folgen.
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Worte der Mutter
Um den Weg bis zum Ende zu gehen, muss man mit einer sehr geduldigen Beharrlichkeit ausgestattet sein.
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Worte der Mutter
Auf dem spirituellen Pfad ist jeder Schritt vorwärts eine Eroberung und das Ergebnis eines Kampfes.
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Worte der Mutter
Der Weg zum Göttlichen: immer lang, oft trocken in der Erscheinung, aber immer reich an seinen Ergebnissen.
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Worte der Mutter
Der Aufstieg: Stufe für Stufe steigt man hinauf zum Bewusstsein.
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Worte der Mutter
Der spirituelle Aufstieg: furchtlos, gleichmäßig, ununterbrochen.
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Worte der Mutter
Man wird so viele Etappen bewältigen, wie es nötig ist, aber man wird ankommen.
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Worte der Mutter
Die intellektuelle Einstellung steht an erster Stelle und die Praxis folgt nach und nach. Entscheidend ist, dass man sehr wachsam den Willen zum Leben und zur Wahrheit aufrechterhält. Dann ist es unmöglich, aufzuhören und erst recht nicht zurückzufallen.
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Worte der Mutter
Alle Menschen haben ein spirituelles Schicksal, das je nach ihrer Bestimmung nah oder fern liegt.
Man muss es in aller Aufrichtigkeit wollen.
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Worte der Mutter
Alles hängt von der Wahl jener Kraft ab, der du erlaubst, dich als ihr Instrument zu benutzen. Und die Wahl muss in jedem Augenblick deines Lebens getroffen werden.
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Worte der Mutter
Es ist der Konflikt in dir zwischen dem, was dem gewöhnlichen Leben anhaftet, und dem, was nach dem göttlichen Leben strebt. Es liegt an dir, zu wählen, was in dir am stärksten ist, und dementsprechend zu handeln.
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Worte der Mutter
Du kannst den Windungen zahlloser Reinkarnationen folgen oder den steilen und schnellen Weg der intensiven „Sadhana“ wählen.
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Worte der Mutter
Wer dem steilen Pfad folgt, der die Höhen erklimmt, kann leicht in den Abgrund abrutschen.
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Worte der Mutter
Für diejenigen, deren Schicksal es ist, die Gipfel zu erklimmen, führt der kleinste falsche Schritt zur tödlichen Gefahr.
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Worte der Mutter
Der perfekte Pfad: für jeden der Pfad, der am schnellsten zum Göttlichen führt.
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Worte der Mutter
Alles war Gold und Gold und Gold, ein Strom von goldenem Licht, der in einem unaufhörlich herabfloss und das Bewusstsein mit sich brachte, dass der Pfad der Götter ein sonnenheller Pfad ist, auf dem Schwierigkeiten jeglicher Wirklichkeit entbehren.
Das ist der Weg, der vor uns liegt, wenn wir uns dafür entscheiden, ihn zu gehen.
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Kapitel 9
Der Sonnenweg zur Göttlichen Gnade
Worte Sri Aurobindos
Um gegen alle Furcht, Gefahr und Unheil gewappnet durchs Leben zu gehen, bedarf es nur zweier Dinge, die stets Hand in Hand gehen – die Gnade der Göttlichen Mutter und von deiner Seite eine innere Haltung des Glaubens, der Aufrichtigkeit und Überantwortung. Lass deinen Glauben rein, ehrlich und vollkommen sein. Ein egoistischer Glaube im mentalen und vitalen Wesen, befleckt von Ehrgeiz, Stolz, Eitelkeit, mentaler Arroganz, vitalem Eigenwillen, persönlichen Forderungen und dem Verlangen nach den armseligen Befriedigungen der niederen Natur, ist eine schwache, rauchige Flamme, die nicht zum Himmel aufsteigen kann. Betrachte dein Leben als etwas, das dir ausschließlich für das göttliche Werk gegeben ist und dafür, der göttlichen Manifestation zu dienen. Begehre nichts als die Reinheit, die Kraft, das Licht, die Weite, die Ruhe und das Ananda des göttlichen Bewusstseins und sein Drängen zur Umwandlung und Vervollkommnung deines Mentals, Lebens und Körpers. Erbitte nichts als die göttliche, spirituelle und supramentale Wahrheit, ihrer Verwirklichung auf Erden und in dir und in allen, die berufen und auserwählt sind, und die nötigen Voraussetzungen für ihre Erschaffung und ihren Sieg über alle gegnerischen Kräfte.
Lass deine Aufrichtigkeit und Überantwortung ernsthaft und vollkommen sein. Wenn du dich gibst, gebe dich ganz, ohne Forderung, ohne Bedingung, ohne Vorbehalt, damit alles in dir der Göttlichen Mutter gehört und nichts dem Ego überlassen bleibt oder einer anderen Macht gegeben wird.
Je vollkommener dein Glaube, deine Aufrichtigkeit und deine Überantwortung sind, desto mehr werden Gnade und Schutz bei dir sein. Und wenn die Gnade und der Schutz der Göttlichen Mutter mit dir sind, was könnte dir dann noch passieren oder wen hättest du noch zu fürchten? Schon ein wenig davon wird dich durch alle Schwierigkeiten, Hindernisse und Gefahren bringen; umgeben von ihrer ganzen Gegenwart kannst du sicher deinen Weg gehen, denn er ist der Ihrige, unbekümmert um jegliche Bedrohung, von keiner noch so mächtigen Feindseligkeit beeinflusst, weder aus dieser Welt noch aus unsichtbaren Welten. Ihre Berührung kann Schwierigkeiten in Gelegenheiten, Fehlschlag in Erfolg, Schwäche in unbeugsame Stärke wandeln. Denn die Gnade der Göttlichen Mutter ist die Zustimmung des Höchsten und ihre Wirkung ist heute oder morgen gewiss, eine beschlossene Sache, unvermeidbar und unwiderstehlich.
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