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Kitabı oku: «Die Schlucht», sayfa 42

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»Darum eben hängt sie ihr so an, weil sie keinen Charakter besitzt.«

»Wie denn? Kann man einen Menschen deshalb lieben?«

»Allerdings. Hast du das noch nicht beobachtet? Und dabei wolltest du mir doch Belehrungen geben! Ja, so ist’s wirklich . . .«

»Wie soll ich das verstehen?«

»Nun – der Starke liebt eben niemals den Starken; wenn zwei Starke zusammenkommen, gehen sie aufeinander los wie die Ziegenböcke und bearbeiten sich gegenseitig mit den Hörnern. Ein Starker aber und ein Schwacher – die vertragen sich miteinander recht gut. Dieser liebt jenen um seiner Stärke willen, und jener . . .«

». . . liebt diesen um seiner Schwäche willen, wie?«

»Ja, um seiner Nachgiebigkeit, seiner Anhänglichkeit willen – darum, daß er sich ihm stets unterordnet.«

»Ganz recht, Tantchen, Sie sind wirklich eine Weise! Ich entdecke jetzt, daß ich hier förmlich in ein Heiligtum der Weisheit geraten bin. Ich will mir’s nicht mehr beikommen lassen, Tantchen, Sie ummodeln zu wollen, ich will fortan Ihr gehorsamer Schüler sein; nur um eins bitte ich Sie: geben Sie es auf, mich zu verheiraten. In allen übrigen Dingen will ich stets auf Sie hören. Nun, also – wes Geistes Kind ist diese Popenfrau?«

»Sie ist ein gutmütiges, verträgliches Hühnchen, schwatzt in einem fort, singt, flüstert gern, namentlich mit Wjera: ein ewiges Flüstern ist das, und immer ins Ohr. Und Wjera – die hört nur zu und schweigt, nickt höchstens einmal mit dem Kopfe oder läßt ein Wort fallen. Ein Blick von Wjeruschka, eine Laune von ihr ist ihr heilig. Nur was Wjera sagt, ist verständig, ist gut. Und das gerade ist’s, was Wjera braucht: nicht eine Freundin will sie haben, sondern eine gehorsame Sklavin. Dazu gibt sich jene her – und darum eben hat Wjera sie so gern. Sowie Wjera mit etwas unzufrieden ist, bekommt Natalia Iwanowna eine Heidenangst, bittet gleich: verzeih nur, mein Seelchen, mein Herzchen, küßt sie auf die Augen, auf den Hals – und jene nimmt es hin, als müsse es so sein.«

»So liegen die Dinge!« dachte Raiski bei sich. »Dieser stolze und unabhängige Charakter will Sklaven um sich sehen! Und dabei redet sie von Freiheit und Gleichheit und will nichts davon wissen, daß ich ihr den Hof mache. Wart’, meine Liebe!«

»Aber Wjera liebt doch auch Sie, Tantchen?« fragte Raiski, der darauf hinaus wollte, zu erfahren, ob Wjera noch für jemand anders als Natalia Iwanowna zärtliche Empfindungen hege.

»Gewiß liebt sie mich!« sprach die Großtante in zuversichtlichem Tone – »nur eben auf ihre Weise. Sie zeigt es nie und wird es nie zeigen. Und dennoch liebt sie mich und ist imstande, für mich durchs Feuer zu gehen.«

»Wer weiß – vielleicht liebt sie auch mich und will es nur nicht zeigen!« suchte Raiski sich zu trösten, doch gab er diese Möglichkeit sogleich wieder als völlig ausgeschlossen auf.

»Woher wissen Sie es denn, daß sie Sie liebt, wenn sie es Ihnen nicht sagt?«

»Ich weiß nicht, was ich dir antworten soll; jedenfalls aber hat sie mich lieb.«

»Und Sie lieben sie wieder?«

»Ob ich sie liebe!« sagte die Großtante halblaut. »Ach, und wie ich sie liebe!« fügte sie mit einem Seufzer hinzu, und die Tränen traten ihr fast in die Augen. »Sie weiß es nicht einmal, wie sehr: doch vielleicht erfährt sie es noch.«

»Haben Sie es nicht bemerkt, daß Wjera seit einiger Zeit so merkwürdig nachdenklich ist?« fragte Raiski zögernd, in der stillen Hoffnung, daß ihm vielleicht die Großtante eine Antwort auf die ihn quälende Frage, von wem der blaßblaue Brief sei, geben könnte.

»Ist dir etwas aufgefallen?«

»Das nicht gerade . . . ich weiß ja nicht, wie sie sonst war, nur kam es mir so vor . . .«

»Ich müßte sie nicht lieben, wenn ich es nicht bemerkt haben sollte. So manche Nacht schon habe ich schlaflos gelegen und mich mit dem Gedanken herumgequält, warum sie eigentlich seit dem Frühjahr so sonderbar geworden ist. Bald ist sie heiter und vergnügt, bald ganz in sich versunken; so launisch ist sie oft, und manchmal sogar aufbrausend. Es ist eben Zeit, daß sie heiratet!« sagte die Tante, mehr vor sich hin. »Ich fragte den Arzt darüber, der schob alles auf die Nerven; die Nerven müssen jetzt immer als Vorwand dienen. Was heißt überhaupt Nerven? Früher wußten die Ärzte gar nichts von Nerven. Da hieß es einfach: das Kreuz tut einem weh, oder man hat Schmerzen in der Herzgrube, und danach wurde die Kur eingerichtet. Jetzt aber müssen die Nerven für alles herhalten. Wenn dazumal einer verrückt wurde, sagte man einfach: er hat den Verstand verloren, vor lauter Kummer, oder weil er zu viel trank, oder aus sonst einem Grunde, und jetzt heißt es: sein Gehirn ist erweicht . . .«

»Ist sie nicht am Ende verliebt?« versetzte Raiski halblaut, bereute aber schon im nächsten Augenblick, das Wort ausgesprochen zu haben. Es war, als hätte er der Großtante einen Stoß gegen die Stirn versetzt.

»Um Gottes willen!« rief sie und bekreuzte sich, als wäre ein Blitz vor ihr niedergefahren – »der Kummer hätte gerade noch gefehlt!«

»Was reden Sie da von Kummer: was ihr Glück ausmacht, bereitet Ihnen Kummer!«

»Treib damit keinen Scherz, Borjuschka! Du hast selbst vorhin gesagt, Wjera sei nicht das, was Marsinka ist. Solange Wjera nur so ihre Launen hat, und schweigt, und vor sich hinbrütet, ohne tieferen Grund – so lange ist die Sache nicht gefährlich. Aber sobald erst die Schlange der Liebe sich in ihr Herz geschlichen hat, wird mit ihr nicht auszukommen sein! Diesen ›Schröpfkopf‹ wünsche ich nicht einmal dir, um wieviel weniger meinen Mädchen. Wie kommst du eigentlich darauf: hast du mit ihr über diese Frage gesprochen, oder hast du irgend etwas bemerkt? Sag’ mir nur alles, alles, mein Lieber!« fügte sie in flehendem Tone hinzu und legte ihm die Hand auf die Schulter.

»Nicht doch, Tantchen, beruhigen Sie sich nur, um Gottes willen! Ich bin nur so mit der Tür ins Haus gefallen, wie Sie zu sagen pflegen, und Sie sind gleich ängstlich geworden, wie neulich, als ich von den Schlüsseln sprach. . .«

»Ja, diese Schlüssel,« fiel die Großtante, das Wort voll Eifer ergreifend, ihm in die Rede – »diese Allegorie: was hat sie zu bedeuten? Du sprachst von dem Schlüssel zu ihrem Herzen – was meintest du damit, Boris Pawlowitsch? Beunruhige mich nicht unnütz, sag’ mir alles ganz offen, wenn du irgend etwas weißt . . .«

Raiski ärgerte sich über seine eigene Voreiligkeit und war bemüht, die Großtante auf jegliche Weise zu beruhigen, was ihm zum Teil auch gelang.

»Ich habe nichts weiter bemerkt, als was auch Sie beobachtet haben,« sagte er. »Und wie können Sie glauben, daß sie mir etwas anvertrauen wird, was sie vor Ihnen allen verbirgt? Ich wußte ja nicht einmal, wohin sie immer fährt, und was für eine Popenfrau das ist – ich fragte sie, fragte sie, und bekam nicht ein Wort aus ihr heraus. Erst von Ihnen erfuhr ich, um was es sich handelt.«

»Nein, nein, sie sagt nichts, das stimmt – nichts ist aus ihr herauszubekommen!« fügte Tatjana Markowna beruhigt hinzu. »Kein Wort verrät sie! Und diese Schwätzerin, die Popenfrau, erfährt alles von ihr, aber sie stirbt lieber, ehe sie Wjeras Geheimnisse preisgibt. Über sich selbst plaudert sie alles aus, doch von dem, was Wjera ihr anvertraut, kommt nicht eine Silbe über ihre Lippen!«

Sie schwiegen beide.

»In wen hätte sie sich auch hier verlieben sollen?« fuhr die Großtante dann nachdenklich fort. »Es ist ja niemand da, der sie interessieren könnte.«

»Wirklich niemand?« fragte Raiski lebhaft. »Kein Mensch in der ganzen Stadt und Umgegend? . . .«

Tatjana Markowna schüttelte den Kopf.

»Höchstens der Forstmeister . . .« sprach sie nachdenklich – »ein trefflicher Mensch! Ich glaube, er interessiert sich für sie . . . Es wäre für Wjera eine sehr gute Partie . . . ja . . .«

»Nun – und?«

»Sie ist so wunderlich. Es scheint, daß er es nicht wagt, sich ihr zu nähern, um sie zu werben. Doch ist’s ein prächtiger Mensch, so solide, und reich dabei, allein an Wald hat er einige Tausend Deßjatinen . . .«

»Der Forstmeister!« wiederholte Raiski. »Was für ein Forstmeister denn? Was für ein Mensch ist er sonst – jung, gebildet, repräsentabel? . . .«

Wassilissa trat in diesem Augenblick ins Zimmer und meldete, daß Paulina Karpowna vorgefahren sei und fragen lasse, ob Boris Pawlowitsch Lust habe, an ihrem Porträt weiterzuarbeiten.

»Nicht einmal ein Weilchen plaudern kann man . . . muß die der Teufel reiten!« brummte die Großtante vor sich hin. »Wir lassen bitten . . . Sorg’ dafür, daß das Frühstück bald fertig ist!«

»Lassen Sie ihr doch sagen, Tantchen, wir könnten heute nicht empfangen! Richte ihr doch aus, Wassilissa, ich würde an dem Porträt nicht weiter malen, bis Wjera Wassiljewna wieder zu Hause wäre.«

Wassilissa ging hinaus, kehrte jedoch sogleich wieder zurück.

»Sie läßt Sie herausbitten,« sagte sie zu Raiski – »sie will nicht aus dem Wagen steigen.«

Elftes Kapitel

Es ist nie ans Tageslicht gekommen, was Paulina Karpowna eigentlich mit Raiski gesprochen hat, als er zu ihr hinauskam. Fünf Minuten später jedoch hatte er Hut und Spazierstock geholt und fuhr mit der Krizkaja, die nach allen Seiten triumphierende Blicke warf, durch die Hauptstraßen der Stadt. Man konnte ihr den Stolz auf ihren Sieg vom Gesichte ablesen, und als sie die Rundfahrt mit ihm beendet hatte, führte sie ihn wie einen Kriegsgefangenen nach ihrem Heim.

Neugierig schritt Raiski hinter Paulina Karpowna durch die Zimmer dahin und antwortete in liebenswürdiger Weise auf ihr zärtliches Flüstern und ihre leidenschaftlichen Blicke. Sie bat ihn flehentlich, doch endlich zu gestehen, daß sie ihm nicht gleichgültig sei, was er denn auch schon im nächsten Augenblick tat, voll gespanntester Erwartung, was nun weiter folgen würde.

»Oh, ich wußte es ja, ich wußte es, sehen Sie! Habe ich’s nicht vorausgesagt?« rief sie frohlockend.

Das erste, was sie tat, war, daß sie die Vorhänge an den Fenstern herabließ, wodurch sie ein lauschiges Halbdunkel im Zimmer erzeugte. Dann ließ sie sich in halbliegender Pose, mit dem Rücken nach dem Lichte zu, auf einem Ruhebett nieder.

»Ja, ich habe es gewußt: oh, vom ersten Augenblick an wußte ich es, que nous nous convenons – ja, cher Monsieur Boris – nicht wahr?«

Sie geriet in Verzückung und wußte nicht, wo sie ihm einen Platz anweisen sollte. Sie bestellte ein üppiges Frühstück, dazu gekühlten Champagner, stieß mit ihm an und schlürfte den perlenden Wein tropfenweise aus dem Glase, zwischendurch seufzend, schwer atmend und sich Luft zufächelnd. Dann rief sie ihre Zofe und sagte prahlend, daß sie für niemand zu sprechen sei; dasselbe sagte sie auch zu dem Diener, der ins Zimmer trat, und dem sie befahl, auch im anstoßenden Saale die Fenster zu verhängen.

Sie saß in ihrer reizenden Haltung, gerade einem großen Spiegel gegenüber, und lächelte schweigend, ganz aufgelöst in lauter Behagen, ihrem Gaste zu. Sie rückte nicht näher zu Raiski hin, nahm nicht seine Hand, bat ihn nicht, seinen Stuhl mehr in ihre Nähe zu rücken: sie begnügte sich ganz und gar damit, sich vor ihm in dem ganzen strahlenden Glanze ihrer interessanten Persönlichkeit zu zeigen, und streckte nur ab und zu ganz plötzlich ihr Füßchen vor, wobei sie lächelnd die Wirkung dieses Manövers auf ihn beobachtete. Als er schließlich doch näher zu ihr hinrückte, machte sie ihm in einwandfreier Weise Platz und ließ ihn an ihrer Seite sich niedersetzen.

Er sah sie neugierig an und wollte ein für allemal dahinterkommen, was eigentlich an ihr wäre. Als sie gleich nach seinem Eintritt all die bedenklichen Vorbereitungen traf, war er wohl erschrocken, doch schwanden seine Befürchtungen mit jeder ihrer Bewegungen. Offenbar war er zu der Überzeugung gelangt, daß seiner Tugend keine Gefahr drohe.

»Was will sie eigentlich von mir?« fragte er sich, sie immer wieder mit Neugier betrachtend.

»Erzählen Sie mir doch irgend etwas von Petersburg, von Ihren dortigen Eroberungen: die waren wohl gar nicht zu zählen, wie? Sagen Sie, bitte – sind die dortigen Frauen hübscher als die hiesigen?« Sie warf einen Blick nach ihrem Bilde in dem Spiegel. »Kleiden sie sich mit mehr Geschmack?« Sie zupfte an ihrem Kleide herum und ließ die Spitzenmantille von ihren Schultern gleiten. Diese Schultern waren so weiß und rund, daß Raiski sie immerhin der Verewigung durch den Pinsel wert fand.

»Warum schweigen Sie? Sagen Sie doch, bitte, irgend etwas!« fuhr sie fort, zuckte kokett mit dem Füßchen und ließ es sogleich wieder unter dem Kleide verschwinden. Dann sah sie ihn schelmisch an und beobachtete, ob es bei ihm wirke.

»Was ist eigentlich mit ihr? Halt – das muß sich sogleich zeigen! . . .« dachte er.

»Ich habe alles gesagt!« sprach er mit komischer Ekstase. »Jetzt bleibt mir nur noch eins übrig: Sie zu küssen!« Er erhob sich von seinem Platze und trat entschlossen auf sie zu.

»Mr. Boris! De grâce – oh, oh!« rief sie verwirrt zugleich und erwartungsvoll – »que voulez-vous – nein, um Gottes willen, nein! Oh, schonen Sie mich, schonen Sie mich!«

Er neigte sich zu ihr hinab und schien allen Ernstes an die Ausführung seines Unternehmens gehen zu wollen. Sie hielt ihm in ungeheuchelter Angst die Arme entgegen, erhob sich von dem Ruhebett, zog die Vorhänge zurück, brachte ihr Kleid in Ordnung und setzte sich in höchst korrekter Haltung, doch mit triumphierendem Gesichte, auf einen Sessel- Sie erschien wie in hellen Strahlenglanz getaucht, und den Kopf wie ermüdet auf die Schulter sinken lassend, flüsterte sie süßlich:

»Pitié, pitié!«

»Grâce, grâce!« bat Raiski in singendem Tone, nur mit Mühe das Lachen verhaltend. »Ich habe nur gescherzt, Paulina Karpowna – haben Sie keine Angst, ich schwöre Ihnen, Sie haben nichts zu befürchten . . .«

»Oh, schwören Sie nicht!« sagte sie, sich plötzlich erhebend, mit pathetischer Stimme und blinzelnden Augen. »Es gibt schreckliche Augenblicke im Leben der Frau . . . Doch Sie sind großmütig! . . .« fügte sie hinzu und ließ wieder wie erschöpft den Kopf auf die Schulter sinken – »Sie werden mich nicht zugrunde richten . . .«

»Nein, nein,« sagte er, aufs höchste ergötzt durch diese Szene – »wie kann man denn eine Familienmutter zugrunde richten? . . . Sie haben doch Kinder – wo sind denn Ihre Kinder?« fragte er, sich umsehend. »Warum haben Sie mir Ihre Kinder nicht vorgestellt?«

Sie war im Augenblick ernüchtert.

»Sie sind . . . nicht da . . .« sagte sie.

»Machen Sie mich doch mit ihnen bekannt, ich habe Kinderchen so gern!«

»Pardon, Mr. Boris – sie sind nicht in der Stadt . . .«

»Wo sind sie denn?«

»Sie sind . . . auf dem Lande, bei Bekannten . . .« Tatsache war, daß ihre beiden »Kinderchen«, zwei Söhne, bereits im Alter von sechzehn und vierzehn Jahren standen. Sie Krizkaja hatte sie weit fort aufs Land geschickt, zu einem Onkel, der sie erzog – sie wollte nicht, daß durch ihre Anwesenheit in der Stadt ihr Alter kund würde.

Raiski begann sich zu langweilen und machte sich auf den Heimweg. Paulina Karpowna hielt ihn nicht nur nicht zurück, sondern war sogar, wie man ihr ansehen konnte, ganz zufrieden, daß er ging. Sie ließ ihren Wagen vorfahren und wollte ihn auf jeden Fall begleiten.

»Sehr liebenswürdig,« sagte Raiski – »Sie können mich dann gleich nach einer Stelle bringen.« Paulina Karpowna willigte mit Freuden ein, und sie fuhren wieder zusammen durch die Straßen.

Am Abend wußte die ganze Stadt, daß Raiski den Morgen als einziger Gast bei Paulina Karpowna zugebracht hatte, daß nicht nur die Vorhänge heruntergelassen, sondern auch die Fensterläden in ihrer Wohnung geschlossen waren, daß er ihr eine Liebeserklärung gemacht, sie um einen Kuß gebeten und vor ihr geweint habe, und daß er jetzt unter allen Qualen einer rasenden Leidenschaft seufze.

Lange fuhren Raiski und Paulina Karpowna in der Stadt umher. Sie bemühte sich, die Fahrt so einzurichten, daß sie bei allen Bekannten vorüberkam, bis Raiski endlich in ein Gäßchen einzulenken bat und vor Koslows Hause abstieg. Die Krizkaja sah, wie Leontijs Gattin Raiski schon vom Fenster aus Zeichen machte. Sie war ganz entsetzt darüber.

»Ist’s möglich – Sie fahren zu dieser Frau? Ich bin kompromittiert!« sagte sie. »Was werden die Leute sagen, wenn sie hören, daß ich Sie im Wagen hierher gebracht habe? Allons, de grâce, montez vite et partons! Cette femme: quelle horreur!«

Doch Raiski winkte mit der Hand ab und ging ins Haus hinein.

»Sie hat den Splitter im fremden Auge bemerkt,« dachte er.

Zwölftes Kapitel

Während des Besuches bei der Krizkaja hatte Raiski sich erinnert, daß er Leontij gegenüber immer noch jene heilige Freundespflicht zu erfüllen habe, auf die er sich jüngst so feierlich vorbereitet hatte, die jedoch infolge seines Zusammentreffens mit Wjera unerledigt geblieben war. Sein Herz begann förmlich rascher zu schlagen, als er jetzt seiner guten Absicht, das häusliche Glück seines Freundes vor sicherer Schmach zu bewahren, wieder gedachte.

Leontij war nicht zu Hause, dafür kam Uliana Andrejewna ihm mit offenen Armen entgegen, doch lehnte er ihre allzu zärtliche Begrüßung trocken ab. Sie nannte ihn ihren alten Freund, ihren kleinen Schäker, zog ihn leicht am Ohr, ließ ihn auf dem Diwan Platz nehmen, setzte sich dicht neben ihn und nahm seine Hand in die ihrige.

Raiski war verblüfft, ja unwillig über diese allzu unmittelbare Attacke und die rasch zugreifende Art Ulianas, die ihn plötzlich in die Zeit seiner ersten Bekanntschaft mit ihr und seiner studentischen Torheiten zurückversetzte. Wie weit lag diese Zeit schon zurück!

»Was fällt Ihnen ein, Uliana Andrejewna – nehmen Sie doch Vernunft an!« sagte er vorwurfsvoll. »Ich bin doch kein Student, und Sie sind kein junges Mädchen mehr!«

»Für mich sind Sie immer noch derselbe liebe, kleine Student, derselbe kleine Schäker, und ich bin für Sie dasselbe folgsame kleine Mädchen . . .«

Sie sprang von ihrem Platze auf, zog ihn am Arme empor und tanzte dreimal im Walzertakt mit ihm durchs Zimmer. »Wer hat mir denn damals das Kleid zerrissen – erinnern Sie sich noch?«

Er sah sie an und suchte sich zu besinnen.

»Wissen Sie noch, wie Sie mich damals um die Taille faßten, als ich fortlaufen wollte? . . . Und wer hat denn vor mir gekniet? Wer hat mir die Hände geküßt? Da, küssen Sie sie wieder, Sie Undankbarer! Ja, ja, ich bin immer noch für Sie dieselbe Ulinka!«

»Haben Sie diese weit zurückliegenden Albernheiten noch nicht vergessen?« sprach er mit einem Seufzer.

»Nein, nein – alles weiß ich noch, alles!« – Und sie wirbelte mit ihm durch das Zimmer.

Es war ihm in der Tat leichter gefallen, das dumme, lächerliche, ungefährliche Kokettieren der ewig nach ihrem Odysseus ausschauenden alternden Kalypso zu ertragen, als das unverfrorene Liebesspiel dieser Nymphe, die ihren Satyr suchte . . .

Mit flammenden Augen und einer selbstsicheren, freudig kühnen Entschlossenheit, hinter der sich ein heimliches Lachen barg, sah sie ihm gerade ins Gesicht, während durch das flammende Rot ihrer Wangen die Sommersprossen grell hervortraten und von dem hochblonden Scheitel und den Augenbrauen ein goldiger Glanz ausstrahlte.

Er wandte sich von ihr ab, suchte das Gespräch auf Leontij und seine Arbeiten zu bringen, schritt von Ecke zu Ecke durchs Zimmer und ging wohl zehnmal nach der Tür, um sich zu entfernen, hatte jedoch das Gefühl, daß dies keineswegs leicht war.

Es war ihm, als sei er in den Käfig einer Tigerin geraten, die, in einem Winkel sitzend, jede Bewegung ihres Opfers beobachtete: kaum faßte er einmal nach der Türklinke, so stand sie auch schon vor ihm, lehnte sich mit dem Rücken gegen das Schloß und sah in mit jenem seltsam starren Ausdruck der Augen an, hinter dem sich ein Lachen zu verbergen schien, ohne daß sie in Wirklichkeit lachte.

Wohin er sich auch wandte – immer wieder war es ihm, als könne er nicht fort aus dem Banne dieses Blickes, der – wie der Blick eines Porträts – ihn überallhin zu verfolgen schien.

Er setzte sich und begann darüber nachzusinnen, wie er sich seiner Freundespflicht Leontij gegenüber am besten entledigen sollte. Es wurde ihm nicht leicht, einen Anfang zu finden. Er sah, daß hier mit Milde nichts auszurichten war: er mußte schon ein Donnerwetter über diese mit der Schande spielende Frau hereinbrechen lassen, mußte die Dinge beim Namen nennen und ihr die Schmach vorhalten, die sie so reichlich auf das Haupt seines Freundes häufe.

Er maß sie schweigend, mit kaltem Blicke, vom Scheitel bis zu den Sohlen, und ein leichtes Lächeln der Geringschätzung spielte dabei um seinen Mund.

Sie wich diesem wenig freundlichen Blicke aus, ging um seinen Stuhl herum, beugte sich plötzlich zu ihm herab, legte ihre Hand auf seine Schulter und sah ihm aus nächster Nähe in die Augen. Dann zupfte sie ihn zärtlich am Ohr, blieb plötzlich wie versteinert stehen, blickte in tiefem Nachsinnen zur Seite, als kämpfe sie mit sich selbst, oder als gedenke sie jener fernen, schönen Tage, da Raiski noch ein Jüngling und noch zugänglicher war. Und plötzlich seufzte sie, erwachte aus ihrer Erstarrung – und begann ihr Spiel mit ihm von neuem . . .

Er beobachtete sie mit scharfem Auge.

»Warum schauen Sie mich so finster an, lieber Freund, gar nicht so wie früher?« sagte sie leise, mit singender Stimme. »Ist in diesem Herzen nichts mehr für mich übrig geblieben? Erinnern Sie sich noch, wie schön es war, als damals die Linden blühten?«

»An nichts erinnere ich mich mehr,« sagte er trocken, »alles hab’ ich vergessen!«

»Undankbarer!« flüsterte sie und legte ihre Hand an sein Herz. Dann kniff sie ihn wieder ins Ohr und in die Wange, und trat rasch auf die andere Seite.

»Haben Sie wirklich alles an Wjera abgegeben?« flüsterte sie.

»An Wjera?« fragte er plötzlich und stieß sie zurück.

»P—s—t! Ich weiß alles – schweigen Sie! Jetzt müssen Sie Ihr Schätzchen für einen Augenblick vergessen . . .«

»Nein,« sagte er sich – »ich muß es auf ein andermal verschieben, wenn Leontij zu Hause ist. Ich will ihr dann irgendwo im Winkel oder im Garten eine Lektion erteilen, will ihr unverblümt sagen, wer sie ist, und was ich von ihrem Benehmen halte, aber jetzt . . .«

Er erhob sich.

»Lassen Sie mich, Uliana Andrejewna: ich komme ein andermal wieder, wenn Leontij zu Hause ist,« sagte er trocken und versuchte, sie von der Tür wegzuschieben.

»Und das gerade will ich nicht,« antwortete sie. »Was habe ich davon, daß Sie herkommen, wenn er da ist? Ich will mit Ihnen allein sein: seien Sie wenigstens für eine Stunde mein . . . ganz mein . . . daß niemand auch nur ein Teilchen von Ihnen abbekommt! Und auch ich will die Ihrige – ganz die Ihrige sein!« flüsterte sie leidenschaftlich und legte ihren Kopf an seine Brust. »Ich habe mich gesehnt nach dieser Stunde, habe von Ihnen geträumt und wußte nicht, wie ich Sie herlocken sollte. Der Zufall ist mir zu Hilfe gekommen – Sie sind mein, mein, mein!« sprach sie und schlang ihre Arme um seinen Hals, ihren Mund dabei zum Kusse spitzend.

»Nun . . . das ist nicht mehr Paulina Karpowna, hier heißt es entschlossen auftreten,« dachte Raiski, umfaßte energisch ihre Taille, führte sie auf die Seite und öffnete die Tür.

»Leben Sie wohl,« sagte er, seinen Hut nach ihr hin schwenkend – »auf Wiedersehen! Vielleicht komme ich morgen . .«

Sie hielt plötzlich seinen Hut in der Hand, und während sie den Kopf nach ihm vorneigte, hob sie den Hut hoch empor und fuhr damit in der Luft hin und her.

Er wollte ihr den Hut wegnehmen, doch war sie bereits damit im anderen Zimmer und hielt ihm nun, ihn gleichsam lockend, die Kopfbedeckung hin.

»Nehmen Sie ihn doch!« neckte sie ihn.

Er beobachtete sie schweigend. »Geben Sie mir den Hut!« sagte er nach einer Weile.

»So nehmen Sie ihn doch!«

»Geben Sie ihn her!«

»Hier ist er!«

»Stellen Sie ihn auf den Fußboden!«

Sie tat, was er verlangte, und trat dann ans Fenster.

Er ging in das andere Zimmer und nahm rasch den Hut, sie aber lief flink nach der Tür, schloß sie ab und steckte den Schlüssel in die Tasche.

Sie sahen einander an: kühle Neugier lag in seinen Blicken, während sie mit einem kecken Ausdruck des Triumphes in den lachenden Augen ihn anschaute. Schweigend bewunderte er die Schönheit ihres römischen Profils.

»Ja, Leontij hat recht: das ist ein Kameenkopf – dieses Profil, diese strenge, reine Nacken- und Halslinie! Und ihr Haar ist noch ebenso dicht wie früher . . .«

Plötzlich fiel ihm ein, weswegen er gekommen, und er setzte eine strenge Miene auf. »Begreifen Sie auch, was für ein keckes Spiel Sie spielen?« sprach er kalt und würdevoll.

»Lieber Boris,« sagte sie zärtlich, ihm die Hand hinhaltend und ihn zu sich lockend – »haben Sie den Garten und die Laube in Moskau schon vergessen? Ist Ihnen dieses Spiel wirklich so neu? Kommen Sie doch näher!« fügte sie rasch, im Flüstertone, hinzu, während sie auf dem Diwan Platz nahm und ihm ein Zeichen machte, sich doch neben sie zu setzen.

»Und Ihr Mann?« sagte er plötzlich.

»Mein Mann? Der ist immer noch derselbe Tölpel, der er früher war.«

» ›Tölpel‹ sagen Sie?« versetzte er vorwurfsvoll, mit erhobener Stimme. »Lohnen Sie ihm so für seine Güte, sein Vertrauen?«

»Kann man ihn denn überhaupt lieben?«

»Warum nicht?«

»Nein, diese Art Männer liebt man nicht . . . Kommen Sie her!« flüsterte sie.

»Aber Sie haben ihn doch früher geliebt?«

Sie schüttelte verneinend den Kopf.

»Warum haben Sie ihn denn dann geheiratet?«

»Das ist etwas ganz anderes: er wollte mich haben, und da sagte ich eben ›ja‹. Wo hätte ich denn sonst bleiben sollen?«

»Und so betrügen Sie ihn denn Ihr Leben lang, Tag für Tag, versichern ihm Ihre Liebe . . .«

»Das habe ich noch nie getan, und er fragt auch nicht, ob ich ihn liebe. Sie sehen also, daß ich ihn nicht betrüge!«

»Aber ich bitte Sie, was tun Sie denn sonst?« sagte er und bemühte sich dabei, seiner Stimme einen Ausdruck des Entsetzens zu verleihen.

Sie sah ihn mit einem kecken Blicke, in dem wieder ihr heimliches Lachen lag, an, und ihre Augen funkelten dabei.

»Was ich sonst tue?« versetzte sie, sein Entsetzen in komischer Weise nachäffend. »Ich liebe Sie noch immer, Sie Undankbarer, bin immer noch meinem lieben Studenten Raiski treu . . . Kommen Sie her!«

»Wenn er es wüßte!« sagte Raiski und ließ seine Augen ängstlich in die Runde gehen, bis sie auf ihrem Profil haften blieben.

»Er wird nichts erfahren – und wenn er etwas erfährt, macht’s auch nicht viel aus. Er ist doch ein Tölpel.«

»Nein, er ist kein Tölpel, sondern ein schwacher Mensch, der Sie liebt und Ihnen blind vertraut. Und das ist nun – sein häusliches Glück!«

»Wo steckt denn sein Unglück, möcht’ ich wissen?« brauste Uliana Andrejewna auf. »Suchen Sie ihm doch erst eine zweite solche Frau, wie ich bin! Wenn ich auf ihn nicht acht gebe, führt er den Löffel am Munde vorbei. Er hat seine Kleider und Stiefel richtig in Ordnung, ißt gut, trinkt gut, schläft ruhig, treibt sein Latein – was fehlt ihm noch? Das genügt ihm vollkommen. Die Liebe ist nicht für solche Männer geschaffen!«

»Für welche denn?«

»Na . . . für solche, wie Sie sind . . . Kommen Sie her!«

»Aber er vertraut Ihnen doch, er betet Sie an . . .«

»Ich habe auch nichts dagegen: er ist mein Mann – was will er noch mehr?«

»Ihre Zärtlichkeiten, Ihre Fürsorge – alles das sollte ihm allein gehören!«

»Es gehört ihm auch – bin ich nicht zärtlich genug gegen ihn, diesen häßlichen Kerl? Ach, wenn Sie doch . . .«

»Aber diese Leichtfertigkeit, dieser Mr. Charles!«

Sie fuhr beleidigt auf.

»Solcher Unsinn – Charles! Wer hat Ihnen das aufgebunden? Sicherlich Ihre abscheuliche Tante – aber ich sage Ihnen: es ist Unsinn, Unsinn!«

»Ich habe doch selbst gehört . . .«

»Was haben Sie gehört?«

»Im Garten neulich, wie Sie flüsterten, wie Sie . . .«

»Das ist alles dummes Zeug, es schien Ihnen nur so! Mr. Charles spricht wohl öfters vor, trinkt ein Glas Rotwein und ißt einen Zwieback dazu – aber wenn er ausgetrunken hat, geht er gleich wieder.«

Sie ging wieder ans Fenster und begann in ihrem Ärger die Blüten und Blätter der Zimmerpflanzen, die dort standen, abzureißen. Ihr Gesicht nahm den starren Ausdruck einer Maske an, und ihre Augen hörten auf zu leuchten und wurden farblos und durchsichtig. »Wie damals bei Wjera . . .« dachte er – »ja, ja, ja – das ist er, dieser Blick, er ist bei allen Weibern ganz derselbe, wenn sie lügen, betrügen, ein Geheimnis haben . . . Der Nixenblick!«

»Ihr Herz, Uliana Andrejewna, Ihr inneres Gefühl . . .« sagte er laut.

»Was denn noch?«

»Ihr Gewissen, mit einem Wort – peinigt es Sie nicht, flüstert es Ihnen nicht zu, wie tief Sie meinen armen Freund kränken? . . .«

»Was für albernes Zeug Sie zusammenreden – nicht anzuhören!« sagte sie, während sie sich plötzlich nach ihm umwandte und seine Hand ergriff. »Ich möchte nur wissen, wo die Kränkung steckt? Wie kommen Sie dazu, mir Moral zu predigen? Leontij beklagt sich doch nicht, kein Wort sagt er; ich habe ihm mein Leben geopfert, mich ihm ganz hingegeben; er ist so ruhig, so zufrieden, und wünscht sich gar nichts weiter. Was für ein Leben aber führe ich, so ohne alle Liebe! Wo fände er noch eine zweite Frau, die ihr Leben so an das seinige knüpfen würde?«

»Er liebt Sie so aufrichtig!«

»Reden Sie doch nicht! Was weiß er von Liebe! Nicht ein Wort spricht er, das von Liebe handelt: macht nur große Augen und guckt mich an, das ist seine ganze Liebe! Der richtige Klotz! Nur für seine Bücher lebt er, hat ewig die Nase darin stecken und kümmert sich um nichts anderes. Gut – dann soll er sich bei ihnen auch Gegenliebe suchen! Seine Hausfrau will ich bleiben, doch seine Geliebte« – sie schüttelte energisch den Kopf – »niemals!«

»Das ist ja eine Philosophie ganz neuer Art,« versetzte Raiski in heiterem Tone – »Liebe und Ehe sind danach zwei ganz verschiedene Dinge: der Gatte . . .«

»Der Gatte bekommt seine Kohlsuppe, sein sauberes Hemd, sein weiches Bett, seine Ruhe . . .«

»Und die Liebe?«

»Die Liebe . . . die ist für den da!« sagte sie, schlang plötzlich ihre Arme um Raiskis Hals und schloß ihm den Mund mit einem langen, leidenschaftlichen Kusse.

Er war so bestürzt und überrascht, daß er fast seinen Halt verlor. Sie aber ließ ihn nicht los aus ihrer Umarmung, sondern blitzte ihn nur so aus den flammenden Augen an und sah mit Wohlgefallen die Wirkung ihres Kusses.

»Hören Sie auf . . . hören Sie auf,« sagte er, sie verwirrt abwehrend – »Sie vergessen . . . ich bin Leontijs Freund, ich habe die Pflicht . . .«

Sie verschloß ihm den Mund mit ihrer kleinen Hand, und er . . . küßte diese Hand.

Türler ve etiketler

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10 aralık 2019
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