Kitabı oku: «Тетя Фрида и другие забавные истории. Уровень 2 / Tante Frieda und andere Lausbubengeschichten», sayfa 10
Die Indianerin
Auf einmal33 ist die Cora zu uns gekommen. Ich habe gar nichts von ihr gewusst.
Sie ist die Tochter vom Onkel Hans. Er ist in Bombay. Er hat nichts gelernt und war davongejagt. Aber jetzt hat er viel Geld und eine Teepflanzung. Er schaukelt in einer Hängematte. Die Sklaven fächeln, und keine Fliege kommt.
Cora hat mir gleich gefallen. Sie hat schwarze Augen und schwarze Haare. Sie lacht furchtbar. Aber nicht so, wie Rosa von der Tante Theres. Immer vor tut Rosa die Hand. Und man sieht ihre abscheulichen Zähne nicht.
So Cora ist gekommen. Sie hat mir die Hand geschüttelt. Dann hat sie meine Mutter am Kopf genommen. Cora hat gesagt, dass sie eine famose Frau ist. Dann hat Cora sie geküsst.
Und zu Ännchen hat Cora gesagt:
»Du bist ein hübsches Mädchen!«
Und zu mir hat Cora gesagt:
»Du bist gewiss ein strebsamer Student. Du wirst ein Gelehrter mit Brillen auf der Nase.«
Da hat sie aber gelacht. Meine Mutter seufzte. Ich habe ihr schon erzählt, dass ich gar nicht strebsam bin. Ich sagte:
»Ich will wie der Onkel Hans sein. Ich will nach Bombay gehen. Ich will Tiger schießen.«
Sie hat gesagt:
»Vielleicht kann ich dich mitnehmen. Aber du musst es gut überlegen. Die Tiger sind so gefährlich.«
Da habe ich gesagt:
»Ich werden auf einem Elefanten sitzen. Ich werde von oben herunter schießen. Wenn der Tiger recht wild ist, kann er meine Sklaven fressen.«
Sie hat gesagt:
»Das ist wahr. Du bist ein gescheiter Kerl. Wenn du mit dem Gymnasium fertig bist, musst du dort kommen.«
Ich habe gesagt:
»Das dauert mir zu lang. Aber man braucht doch kein Gymnasium, wenn man nach Indien will. In den Büchern lese ich immer: ein Knabe brennt durch und auf dem fremden Erdteil kriegt viel Geld. Dann auf Weihnachten kommt er als reicher Mann heim. Das will ich auch. Die Tante Theres reißt die Augen auf. Sie ist neidisch, weil ich meiner Mutter einen ganzen Koffer voll Pelze mitbringe.«
Cora hat gelacht. Sie hat gesagt:
»Du musst es noch verschieben. Du musst viel lernen. Unsere Mutter kann sich auch ohne Pelze freuen.«
Ich war immer bei Cora, wenn ich freie Zeit hatte. Wir sind oft auf den Stadtplatz gegangen. Die Musik hat gespielt. Alle Leute sind um den Springbrunnen gestanden oder gegangen. Die Herren haben immer geschaut, wenn wir gekommen sind. Am meisten hat der Apothekerprovisor geschaut.
Er heißt Oskar Seitz. Ich weiß es. Die Tante Theres erzählt viel von ihm. Sie glaubt, er will die Rosa heiraten. Er ist in der Engelapotheke. Ich kann ihn nicht leiden34. Er ist sehr protzig, wenn man Bärenzucker35 kauft. Wenn Mädchen im Laden sind, muss man furchtbar lang warten. Da habe ich einmal gesagt:
»Es ist eine Schweinerei! Wie schlecht! Ich kann so lang nicht warten.«
Da hat er gesagt:
»Du bist ein frecher Lausejunge. Ich werde dir auf die Ohren hauen36.«
Da habe ich gesagt:
»Ich will mich beim Prinzipal beschweren. Und meinen Bärenzucker muss ich leider wo anders beziehen.«
Ich habe es Cora erzählt. Wenn wir ihn sahen, lachte sie immer. Seitz hat gegrüßt. Er hat seine Augen furchtbar groß gemacht. Sie sind grün, wie die von einer Katze.