Kitabı oku: «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel», sayfa 9
6.2. Pretests
Pretests wurden in verschiedener Form durchgeführt. Einige InformantInnen testeten zunächst – wie oben kurz erwähnt – den ausfüllbaren PDF-Fragebogen und sendeten diesen zurück. Technisch ergaben sich dabei keine Probleme, kleinere inhaltliche Anpassungen (v. a. orthographischer Art, aber auch hinsichtlich der Verständlichkeit einzelner Fragen) wurden daraufhin vorgenommen. Diese Änderungen flossen mit in die für die Online-Verbreitung vorzubereitende Version ein. Auch im Bereich der Online-Versionen wurden mehrere Pretests durchgeführt; auf diese gehe ich im unmittelbar folgenden Abschnitt näher ein.
6.3. Modifikation und Genese der Online-Umfrage (Desktop- und Smartphone-Versionen)
Nachdem die Entscheidung getroffen worden war, das Online-Befragungstool SoSciSurvey zu verwenden, musste eruiert werden, wie genau die Umarbeitungen von einem papierbasierten ausfüllbaren PDF-Fragebogen hin zu einer webbasierten Online-Umfrage aussehen mussten. Die wesentliche Schwierigkeit bestand darin, die Fragen über das Designtool für die einzelnen Unterseiten einzupflegen und aus der Vielzahl der potenziell wählbaren Beantwortungsmodi geeignete auszuwählen. Hierbei sollte der Grundsatz gelten, die Umfrage möglichst einfach zu gestalten.
Innerhalb der Software musste so vorgegangen werden, dass zunächst die notwendige Anzahl der Seiten angelegt werden musste, und sukzessive die Inhalte (d.h. die Fragen neben den Antwortoptionen) eingefügt wurden. Dabei wurde in einem ersten Schritt rein auf die inhaltliche Komponente geachtet, danach fiel der Blick auf das Layout. Zunächst war es in der Genese der Umfrage via SoSciSurvey so, dass nur mit der Desktop-Version und den Vorschauen der Form annehmenden Umfrage gearbeitet wurde. Dies führte zu einer an sich fertigen Umfrage, die für Desktop-Computer geeignet war. SoSciSurvey erkennt bei einer Teilnahme einer InformantIn an einer Umfrage automatisch, von welchem Typ Endgerät (Desktop-Computer oder Smartphone) aus teilgenommen wird, und adjustiert das Layout automatisch. Hierbei ist es technisch nicht möglich, separate Desktop- und Smartphoneversionen zu erstellen und abzulegen, die unter demselben Link erreichbar wären. Verschiedene Links könnten zwar generiert werden, jedoch hätte dies womöglich nachteilige Konsequenzen hinsichtlich Verbreitung, Beantwortung und Auswertung nach sich gezogen. Meine Umfrage sollte nur über einen einzigen Link erreichbar und unabhängig vom benutzten Endgerät beantwortbar sein. Während also eine Anzahl Pretests für die Desktop-Version während der Programmierung der Umfrage zu einer fertigen und für die PC-Oberfläche/den PC-Browser geeigneten Version geführt hatte, war diese mittels Smartphone, dies zeigten Erprobungen, nicht verwendbar.
Die Probleme bei der Verwendbarkeit lagen v. a. in der Anpassung des Layouts vom Desktop hin zum weit weniger breiten Smartphonebildschirm. Dies führte an mehreren Stellen bei der Smartphoneversion dazu, dass nicht der komplette Fragetext klar erkennbar war, sondern übereinander liegend und somit praktisch unlesbar dargestellt wurde. Ähnliches galt für verschiedene anzuklickende Antwortoptionen, deren Bezeichnungen in der entsprechend direkt unter der Frage platzierten Zeile kaum zu lesen waren. Hinzu kam noch, dass verschiedene der Antwortbuttons sich überlappten, so dass die auf der Basis der Desktop- automatisch generierte Smartphoneversion nicht zur Verwendung taugte.
Abhilfe konnte nach einigen weiteren Pretests und Experimenten mit verschiedenen Einstellungsparametern der Software nur darüber geschaffen werden, in der Programmieroberfläche der Desktop-Version die Textmenge so zu verknappen, dass sie bei der Generierung der Smartphoneversion auf jede einzelne Frage bezogen nicht die Breite des Smartphone-Bildschirms überschritt. Dies galt analog für die Bezeichnungen der Antwortoptionen. Vor allem im letztgenannten Fall mussten zumeist Abkürzungen eingesetzt werden (Buchstaben), die weiter oben im Anschluss an die Fragestellung jeweils gesondert erklärt wurden. Insgesamt wurden laut des technischen Protokolls von SoSciSurvey 38 Mal Änderungen an den verschiedenen Versionen des Fragebogens vorgenommen und zwischengespeichert, bevor die finale Gestalt erreicht war.
6.4. Erhebungszeitraum und Verbreitung des Umfragelinks
Die Umfrage wurde Mitte November 2018, unmittelbar nach der Fertigstellung, online geschaltet. Die Freischaltung erfolgte über https://www.soscisurvey.de/wechat2019/ am 16.11.2018. Eigentlich war geplant gewesen, erst am 01. Januar 2019 online zu gehen, aber da die Arbeiten schneller verliefen als eigentlich geplant, wurde entsprechend der Start der Umfrage vorverlegt. Mittels eines PDF-Anschreibens, das den Link zur Umfrage enthält, wandte ich mich entsprechend an meine deutschsprachigen Kontakte in China. In einem ersten Schritt verbreitete ich die Umfrage an meine relevanten WeChat-Kontakte (ca. 100) direkt über die Weiterleitung der Datei innerhalb der Applikation, bevor ich den Verteiler der Deutschsprachigen Christlichen Gemeinde Shanghai (DCGS) nutzen durfte (damals ca. 180 Mitglieder). Im Anschluss schickte ich das Anschreiben per E-Mail vom PC aus an meine deutschsprachigen Kontakte in China, von denen mir Mailadressen, aber keine WeChat-IDs vorlagen (ca. 180). Im Anschreiben (vgl. Anhang) bat ich um Weiterleitung des Umfragelinks an möglichst viele Personen aus der Zielgruppe. Innerhalb von SoSciSurvey konnte ich die Anzahl der komplett beantworteten Fragebögen nachverfolgen und während des Befragungszeitraums bis Ende April 2019 noch einige weitere Maßnahmen zur weiteren Verbreitung der Umfrage einleiten. Zum einen waren dies Erinnerungsnachrichten an meine Kontakte wie auch über den genannten Verteiler, sukzessive kontaktierte ich aber nach Recherchen zu weiteren Kontakten zahlreiche Multiplikatoren aus den deutschsprachigen Ländern, die in China ihre Arbeit versehen. Dabei handelte es sich um sämtliche diplomatischen Vertretungen der deutschsprachigen Länder (D, AUT, CH, LUX) und alle internationalen Schulen in China, an denen Deutsch auf dem Lehrplan steht (vgl. 3. oben; mir stand dafür ein geeignetes Verzeichnis zur Verfügung), sowie alle deutschen Außenhandelskammern in China (inkl. Personal-Mailadressen, wo öffentlich einsehbar). So konnten in einigen Wellen und über den Schneeballeffekt der Weiterleitung mindestens einige hundert InformantInnen direkt erreicht werden, ohne dass der Link zur Befragung öffentlich auf einer Website im Internet auffindbar war. Nachdem aus den Beantwortungsprotokollen von SoSciSurvey erkennbar wurde, dass einige Tage lang niemand mehr auf die Umfragewebsite zugegriffen hatte, machte ich den Link über das berufliche soziale Netzwerk LinkedIn für meine damals knapp 3000 Kontakte sichtbar. Dies brachte nochmals eine weitere Anzahl beantworteter Fragebögen. Insgesamt liegen für die Auswertung 208 komplett beantwortete Fragebögen vor.
6.5. Datensicherung, Auswertung und Bereitstellung für zukünftige Forschungen
Während die Umfrage lief, wurden über die Downloadfunktion von SoSciSurvey einige Male die bis dahin erhobenen Daten gesichert, um im Falle einer Fehlfunktion der Software nicht komplett ohne Datenmaterial zu verbleiben. Die Software sichert standardmäßig komplette Datensätze, d.h. die letzte Seite des Fragebogens (im vorliegenden Fall die Kommentarseite zur Verwendung von WeChat) muss erreicht sein. Wie aus den Protokollen ersichtlich, gab es vielfach nicht komplett beantwortete Fragebögen. Man könnte einwenden, dass solche Daten vielleicht auch ihren Wert gehabt hätten, andererseits verbliebe dann im Unklaren, warum die Umfrage nicht komplett beantwortet wurde und somit relevante Daten von einzelnen InformantInnen fehlen (Zeitmangel, Absturz der Seite, verlorenes Interesse an der Umfrage etc.). Da solche Gründe nicht zu erschließen sind, wurde entschieden, in die Auswertung somit nur komplette Datensätze mit einfließen zu lassen.
SoSciSurvey bietet die Möglichkeit, die Daten in verschiedenen Formaten zu sichern. Mit Blick auf eine spätere Verwendung auch durch andere ForscherInnen sicherte ich das Datenmaterial in allen zur Verfügung stehenden Formaten, nämlich als Microsoft Excel-, SPSS-, GNU R-, SQL- sowie Stata-Dateien. Meine eigene Auswertung wurde vorwiegend mit den beiden erstgenannten Programmen besorgt. Für zukünftige Forschungen sollten die Daten mit Abschluss meines Forschungsprojekts nach Möglichkeit in allen genannten Formaten in einem geeigneten, möglichst offenen, Repositorium für Forschungsdaten abgelegt und so einer interessierten fachlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies konnte im April 2020 sichergestellt werden (vgl. 9.). So soll potenziell eine weitergehende wissenschaftliche Beschäftigung mit den zur Nutzung von WeChat durch deutschsprachige Expatriates in China erhobenen Daten ermöglicht werden (vgl. Ausblick, 8.).
7. Empirischer Teil: Resultate der Untersuchung der Kommunikation deutschsprachiger Expatriates in China über WeChat
7.1. Metadaten
Ausgewertet werden im Sinne einer optimalen quantitativen relativen Vergleichbarkeit der Resultate sowie aufgrund der Anlage der genutzten Software www.soscisurvey.de komplett beantwortete Fragebögen. Insgesamt liegen zur Auswertung 208 solcher Bögen vor. Die nachfolgend dokumentierte Auswertung der erhobenen Metadaten folgt der originären Reihenfolge der Fragen im online gestellten Fragebogen.
Geschlecht
Zunächst wurden Angaben zum Geschlecht der Befragten erhoben. Dabei ergab sich, dass 79 Befragte weiblichen und entsprechend 121 Befragte männlichen Geschlechts sind.
Alter
Die Altersverteilung der Befragten wird nachfolgend grafisch dargestellt:
Grafik 1:
Altersverteilung der befragten NutzerInnen von WeChat
Bei der Auswertung der altersmäßigen Zusammensetzung der InformantInnengruppe zeigt sich, dass insgesamt sechs Befragte (knapp 3 %) unter 15 Jahre alt sind. Zur Altersgruppe 15-19 Jahre gehören fünf Befragte (gut 2 %), sechs Befragte (knapp 3 %) sind zwischen 20 und 24 Jahren alt. Zwischen 25 und 29 Jahren alt sind zehn Befragte (knapp 5 %), zwischen 30 und 34 Jahre 19 Personen (gut 9 % der InformantInnen). Danach folgen die quantitativ am häufigsten repräsentierten Altersgruppen: 28 der Befragten (gut 13 %) sind zwischen 35 und 39 Jahren alt, 32 Personen (gut 15 %) zwischen 40 und 44 Jahren. Die Altersgruppe 45-49 Jahre ist die größte aller Befragten und umfasst 38 Personen, umgerechnet gut 18 % der TeilnehmerInnen an der Erhebung. 30 Befragte (gut 14 %) sind zwischen 50 und 54 Jahren alt, 20 von ihnen (knapp 10 %) zwischen 55 und 59 Jahren. Jenseits von 60 Jahren nimmt die Beteiligung an der Erhebung wieder deutlich ab: Zwischen 60 und 64 Jahren sind insgesamt sechs Befragte (knapp 3 %), fünf (gut 2 %) gehören zur Altersgruppe 65+. Wie sich zeigt, sind die Altersgruppen der im Berufsleben Etablierten die größten. Dies ist bei einer Studie, die sich an in China tätige/ansässige Expatriates richtet, so weitgehend erwartbar. Es kann weiter festgehalten werden, dass jenseits der größten Gruppen alle anderen in der Umfrage als Antwortalternativen angebotenen Alterskohorten mit je mindestens fünf Befragten repräsentiert sind.
Sprachkompetenz
Nach der Altersverteilung wurde nach der Sprachkompetenz der InformantInnen gefragt. Hierbei ging es um die konkrete Frage: Welche anderen Sprachen außer Deutsch sprechen Sie auf Muttersprachenniveau? Dabei ergibt sich die folgende Verteilung:
Grafik 2:
Muttersprachenkompetenz außer Deutsch
Von 100 Befragten, also knapp der Hälfte der InformantInnen, wird die Angabe gemacht, dass sie keine andere Sprache außer Deutsch auf Muttersprachenniveau beherrschen. Chinesisch nannten 21 der InformantInnen. Hierbei kann vermutet werden, dass es sich einerseits zumeist um Chinesischstämmige handelt, die ihren Lebensmittelpunkt vor dem beruflichen Engagement in China in Deutschland hatten, entweder seit der Geburt oder der frühen Kindheit, bevor sie nach China (zurück-)kamen. Andererseits könnten dies ChinesInnen mit deutschsprachiger/m PartnerIn sein, oder solche, die sich in einem mehrheitlich deutschsprachigen beruflichen Umfeld bewegen. Weniger dürfte es sich aber um ethnisch Deutsche handeln, die in ihrer Chinazeit eine nahezu muttersprachliche Kompetenz im Chinesischen erworben haben, obwohl es vereinzelt solche Fälle gibt. An dieser Stelle ist an das eingangs dieses Bandes zu Grunde gelegte Konzept von WeChat als virtueller deutscher Sprachinsel zu erinnnern. „Sprachinsel“ meint hier einerseits eine physische Losgelöstheit vom geographischen ursprünglichen Sprachverbreitungsraum, andererseits gibt es mit den im selben kommunikativen Kontext (d.h. in der Applikation) verwendeten Sprachen natürlich auch Sprachkontakt mit dem Chinesischen und weiteren Sprachen. Den mehrsprachigen ChinesInnen, die auch das Deutsche auf sehr hohem Kompetenzniveau beherrschen, kommt eine besondere Rolle als kompetente MittlerInnen zwischen den Kulturen zu.
Bemerkenswert ist die relativ hohe Anzahl anderer nahezu auf L1-Niveau beherrschten Sprachen. Die Verteilung der hierbei genannten Sprachen sieht wie folgt aus (hierbei waren Mehrfachnennungen möglich):
Englisch: 80
Französisch: 15
Spanisch: 6
Polnisch: 5
Portugiesisch: 4
Russisch, Niederländisch, Finnisch, Japanisch: je 2
Schwedisch, Ungarisch, Vietnamesisch, Dänisch, Katalanisch, Lateinisch: je 1
Mit Ausnahme des Englischen und Französischen lässt sich bei allen anderen genannten Sprachen außer Lateinisch (vielleicht durch einen geistlichen Würdenträger genannt) am ehesten auf einen Migrationshintergrund oder längeren vorhergehenden Aufenthalt in den Ländern bzw. Regionen (Katalanisch) schließen, deren Sprachen genannt sind. Beim Französischen als internationaler Sprache der Diplomatie kann ggf. teils außerdem angenommen werden, dass einige Befragte zu den diplomatischen Korps der deutschsprachigen Länder in der VR China gehören. Die Nennung des Englischen durch die relativ hohe Anzahl von 80 Befragten (gut 38 % der Befragten) erklärt sich vermutlich weniger dadurch, dass tatsächlich 80 genuin Zweisprachige an der Erhebung teilgenommen haben, sondern Englisch oft die in China verwendete primäre Arbeitssprache in international tätigen und global vernetzten Unternehmen ist. Gemessen an dem oft eher rudimentären Niveau, auf dem viele Chinesen Englisch sprechen, könnte es an dieser Stelle durch eine entsprechend beeinflusste Selbsteinschätzung der Befragten dazu geführt haben, nahezu muttersprachliche Kenntnisse in der englischen Sprache anzugeben (dies gilt aber vermutlich nicht bei regelmäßigem beruflichen Kontakt mit ChinesInnen, die in der anglophonen Welt ausgebildet worden und starke L2-SprecherInnen des Englischen sind). In der Praxis dürften die Englischkenntnisse der Deutschsprachigen sich eher auf einem passablen professionellen lingua franca-Niveau (Globalese) bewegen denn etwa auf einem C2-Niveau gemäß dem Europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen. Ergänzend kann noch angefügt werden, dass Englisch häufig die Sprache gemischter Ehen von deutschsprachigen Expatriates mit PartnerInnen aus verschiedenen anderen Ländern ist, dafür gibt es zahlreiche Beispiele in der Community, in der meine Familie und ich uns zwischen 2014-2017 bewegen durften. In der globalisierten Welt gibt es für die befragten Expatriates trotz des zu Grunde gelegten Konzeptes der virtuellen Sprachinsel WeChat selbstverständlich Sprachkontakt mit dem Englischen und weiteren Sprachen. Den gemeinsamen Nenner für die virtuelle Community bildet die L1 Deutsch.
Zeitliche Dimension des China-Aufenthaltes
Im nächsten Schritt wurde erhoben, seit wann die Befragten in China ansässig sind bzw. waren. Dabei ergibt sich die folgende Verteilung:
Grafik 3:
Jahr des Zuzugs der Befragten nach China
Es zeigt sich, dass sich mit insgesamt 136 Personen die größte Gruppe der InformantInnen (gut 65 %) bereits seit vor 2015 mehr oder weniger dauerhaft in der VR China befindet bzw. befand. Dies lässt sich im Kontext der vorliegenden Studie mithin so deuten, dass diese seit längerer Zeit mit dem Leben deutschsprachiger Expatriates in China Vertrauten am ehesten ihre eigene Verwendung des omnipräsenten Messengers WeChat transparent machen möchten sowie durch die Verbreitungskanäle der Umfrage gleichzeitig in größerer Anzahl erreicht wurden. Im Jahr 2015 kamen 22 Befragte (gut 10 %) nach China, mit 21 Befragten 2016 lässt sich hier ein nahezu identisches Niveau konstatieren. Von den 2017 nach China Gekommenen beteiligten sich sieben Personen (gut 3 %) an der Erhebung, von denjenigen, die 2018 kamen, waren es 18 Personen (knapp 9 %), sowie zwei Befragte, die erst 2019 nach China kamen. Zwei Personen machten zum Jahr des Zuzugs nach China keinerlei Angaben.
Geographische Verteilung
Im nächsten Schritt waren die Befragten gebeten, ihren Lebensmittelpunkt in China anzugeben. Die geographisch-quantitative Verteilung ist mittels der nachfolgenden Grafik visualisiert (Mehrfachnennungen waren möglich, da Expatriates in China häufiger ihre Standorte wechseln):
Grafik 4:
Geographische Verteilung der befragten WeChat-NutzerInnen
Bei der Auswertung zeigt sich, dass mit Abstand der größte Anteil der Befragten in Shanghai angesiedelt ist, nämlich 142 der insgesamt 208 Personen. Dies ergibt eine Quote von gut 68 %. Hierzu muss angemerkt werden, dass ich mich zur Distribution des Umfragelinks auf meine während meines China-Aufenthaltes zwischen 2014 und 2017 etablierten Netzwerke verlassen konnte, die aufgrund meines Standortes Shanghai entsprechend einen Fokus in diese Richtung gesetzt haben dürften. Insgesamt ist es aber dennoch nicht ungewöhnlich, dass aus dem Großraum Shanghai (hierzu können noch die oben separat genannten Suzhou und Ningbo gezählt werden, ebenso die nicht mehr in Grafik 4 inkludierten Orte Taicang mit zwei sowie Wuxi mit einer Nennung) die meisten TeilnehmerInnen an der Erhebung kommen, da dort die deutsche Wirtschaft mit ihrem Engagement seit der Etablierung der Shanghaier Freihandelszone (Free Trade Zone) während der Regierungszeit von Deng Xiaoping in den 1990er Jahren besonders ausgeprägt präsent ist (vgl. Hernigs ,Stadt der Deutschen‘; Hernig 2016: 189-192). Die Hauptstadt Peking ist der zweitgrößte Ort, von dem Befragte aus agieren. Dies ist entsprechend nicht weiter überraschend, wobei aufgrund der oben thematisierten Netzwerke und ihrer Rolle bei der Verteilung der Informationen zur Erhebung ggf. ein leichtes Missverhältnis entstanden sein könnte. Für die Betrachtung der Nutzung von WeChat wäre es bei der nachfolgenden Betrachtung der kleineren relevanten Expat-Orte erheblich, darauf hinzuweisen, dass dort automatisch mehr Kommunikation mit Nicht-Deutschsprachigen erfolgt, da schlicht weniger Expatriates dort leben.
Mit Qingdao (der früheren deutschen Kolonie Tsingtau; vgl. Kap. 2 oben) folgt ein ,deutschland-affiner‘ Standort, danach zusammen betrachtet die Wirtschaftsstandorte im südchinesischen Perlflussdelta mit Hongkong, Guangzhou und dem Technologiezentrum Shenzhen und abschließend die Industrieregion im Nordosten Chinas mit Changchun (u. a. Volkswagen-Werk) und Harbin (erste Musterstadt der deutschen Energieagentur DENA). Es wurden weiter noch Xi’an (2), Guilin, Dalian und Changsha (jeweils 1) genannt. Insgesamt kann man daher sagen, dass der industrialisierte Osten Chinas somit den geographischen Fokus der für uns relevanten Expatriate-Ansiedlungen ausmacht. Dieser Befund ließe sich aber potenziell etwas verallgemeinern, da die Teilung Chinas in den industrialisierten und weiter entwickelten Osten und den entsprechend weniger erschlossenen Westen häufiger in der Literatur beschrieben worden ist (vgl. etwa Bohnet 2002).
Beruflicher Status der Befragten
Mit Blick auf den beruflichen Status der Befragten ergeben sich in der Erhebung folgende Resultate:
Grafik 5:
Beruflicher Status der InformantInnen
Es wird aus der Grafik 5 ersichtlich, dass Angestelltenverhältnisse unter den befragten WeChat-NutzerInnen dominieren. Insgesamt gaben diesen Status 132 der 208 Befragten an (gut 63 %). Selbständig tätig sind 18 Befragte, 5 sind/waren SchülerInnen der Deutschen Schule in China, 13 studier(t)en an chinesischen Universitäten, und 22 Befragte gaben an, als Begleitpersonen mit in China zu sein. Die Antwortalternative ,Sonstiger Status‘ wählten 18 Befragte.
Zusammenfassung der Metadatenauswertung – Prototypisches InformantInnenprofil
Wenn man versucht, aus den oben ausgewerteten Metadaten ein prototypisches InformantInnenprofil abzuleiten, so kommt man zu folgendem Resultat: Die durchschnittliche Person, die an der Erhebung teilgenommen hat, ist
männlich,
mittleren Alters,
deutscher Muttersprachler,
spricht keine weitere Sprache auf L1-Niveau,
seit vor 2015 in China,
wohnhaft in Shanghai sowie
Angestellter.
Ab dem folgenden Unterkapitel widmen wir uns dem Gebrauch von WeChat durch die Befragten.
