Kitabı oku: «Das Neue Testament - jüdisch erklärt», sayfa 32

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Lukas 13

1 Es waren aber zu der Zeit einige da, die berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen seien als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.

Lk 13,1–5 Das Verstehen von schlimmen Ereignissen 13,1 Galiläer, deren Blut Pilatus […] vermischt hatte, dieser Vorfall ist nicht bekannt; zur Schonungslosigkeit von Pilatus vgl. z.B. Philo Legat. 37–38; Jos.Bell. 2,169–77; Ant. 18,29; 18,55–62; 18,85–89. Mit ihren Opfern, Galiläer nahmen am Tempelkult teil. Ein schrecklicher Tod ist kein Hinweis auf ein sündhaftes Leben. 13,4 Turm von Siloah, ein weiterer unbekannter Vorgang. Siloah liegt südwestlich von Jerusalem (Jes 8,6; Neh 3,15; Joh 9,7).

6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. 7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? 8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn herum grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Lk 13,6–9 Der unfruchtbare Feigenbaum (Mt 21,18–19; Mk 11,12–14) 13,7 Hau ihn ab, vgl. Lk 3,9. 13,8 Noch dies Jahr, es gibt nur noch einen begrenzten Zeitraum, um gute Frucht zu bringen.

10 Und er lehrte in einer Synagoge am Sabbat. 11 Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. 12 Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! 13 Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.

14 Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag. 15 Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? 16 Musste dann nicht diese, die doch eine Tochter Abrahams ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? 17 Und als er das sagte, schämten sich alle, die gegen ihn waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

Lk 13,10–17 Eine Heilung am Sabbat Vgl. Anm. zu 4,31–37. 13,14 Vorsteher der Synagoge, vgl. Anm. zu 8,41. Sabbat, vgl. Lk 6,1–11 und die dortigen Anmerkungen. 13,15 Bindet […] seinen Ochsen […] los, ein qal wa-chomer (Schluss vom Geringeren auf das Größere) Argument. 13,16 Eine Tochter Abrahams, eine jüdische Frau (4Makk 15,28; 17,6; 18,20; vgl. Lk 19,9). 13,17 Alles Volk freute sich, die Menge feiert die Heilung und erkennt keine Verletzung der Halacha.

18 Da sprach er: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich‘s vergleichen? 19 Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und warf‘s in seinen Garten; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen.

Lk 13,18–19 Das Gleichnis vom Senfkorn (Mt 13,31–32; Mk 4,30–32) 13,19 Wurde ein Baum, eine Übertreibung. Die Vögel […] wohnten in seinen Zweigen, vgl. Dan 4,9.18, Anspielung auf ein Reich.

20 Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.

Lk 13,20–21 Das Gleichnis vom Sauerteig (Mt 13,33) 13,21 Sauerteig, vgl. Anm. zu 12,1. Mengte, gr. enegkrypsen, wörtl.: „versteckte“. Drei Scheffel, 23–26 Kilogramm. Ein weiteres Gleichnis, das mit Übertreibung, Gegensätzen, Wachstum und Verwandlung von häuslichen Bildern (Senfkorn, Sauerteig) spielt.

22 Und er ging durch Städte und Dörfer und lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem. 23 Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: 24 Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, dass sie hineinkommen, und werden‘s nicht können.

25 Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich weiß nicht, wo ihr her seid. 26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 27 Und er wird zu euch sagen: Ich weiß nicht, wo ihr her seid. Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!

28 Da wird sein Heulen und Zähneklappern, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen. 29 Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.

Lk 13,22–30 Wer gerettet werden wird (Mt 7,13–14.22–23; 8,11–12; 19,30; Mk 10,31) 13,23 Nur wenige [werden] selig, stimmt mit dem biblischen Motiv des rechtschaffenen Rests überein (z.B. Jes 6,13; 10,20–22; Jer 50,20). Auch in der apokalyptischen Literatur wird es häufig thematisiert (vgl. v.a. 4Esr), nicht aber in rabbinischer Literatur, in der eine großzügigere Auffassung von Erlösung vertreten wird (z.B. mSan 10,1). 13,24 Werden‘s nicht können, der Zugang zur Errettung ist begrenzt. 13,28 Da wird sein Heulen und Zähneklappern, vgl. Mt 8,12; 13,42.50; 22,13; 24,51; 25,30. Abraham, Isaak und Jakob, in Gemeinschaft mit den Vorfahren in der zukünftigen Welt. 13,29 Es werden kommen, verwies ursprünglich vielleicht auf die Sammlung der Exilierten, ein Zeichen des messianischen Zeitalters (Jes 60,4; Sach 10,6–10; Ps 107,3); für Lukas deutet es auf die Völkermission hin. Zu Tisch sitzen […] im Reich Gottes, das messianische Festmahl (vgl. Anm. zu 11,3).

31 Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer und sprachen zu ihm: Mach dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich töten. 32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet. 33 Doch muss ich heute und morgen und am Tag danach wandern, denn es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem.

Lk 13,31–33 Die Bedrohung durch Herodes 13,31 Vgl. „Pharisäer bei Lukas“. Hier, Galiläa und Peräea (vgl. Anm. zu 3,1). 13,32 Geht hin und sagt, Jesus nimmt an, dass die Pharisäer Zugang zu Herodes haben. Fuchs, eine Beleidigung. 13,33 Prophet, Jesus nimmt diese Bezeichnung an.

34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 35 Seht, euer Haus wird euch allein überlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt im Namen des Herrn!

Lk 13,34–35 Klage über Jerusalem (Mt 23,37–39; vgl. auch Lk 18,41–42) 13,34 Die du tötest die Propheten, vgl. Lk 6,23; 11,47–50. Die Klage antizipiert den Tod des Stephanus (Apg 7). Versammlung, vielleicht ein Verweis auf die Sammlung der Exilierten (vgl. Anm. zu V. 29). 13,35 Haus, der Tempel, vgl. Jer 22,5. Gelobt ist, der da kommt, Ps 118,26 aus den Hallel-Psalmen (Ps 113–118), die an den Festen – Pesach eingeschlossen – rezitiert werden; vgl. Lk 19,37–38. Der Psalm bestimmt jedoch die Identität dessen, der da kommt, nicht näher.

Lukas 14

1 Und es begab sich, dass er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen der Pharisäer kam, das Brot zu essen, und sie gaben acht auf ihn. 2 Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. 3 Und Jesus antwortete und sagte zu den Lehrern des Gesetzes und Pharisäern: Ist‘s erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht? 4 Sie aber schwiegen still. Und er fasste ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. 5 Und er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat? 6 Und sie konnten darauf keine Antwort geben.

Lk 14,1–6 Eine Heilung am Sabbat 14,1 Oberer der Pharisäer, Jos.Vit. 21 erwähnt „Führer […] [gr. protoi, wörtl. „erste“) der Pharisäer“. Das Brot zu essen, vgl. Anm. zu 7,36. 14,2 Wassersüchtig, ein Ödem. 14,3 Ist‘s erlaubt, am Sabbat zu heilen, vgl. Anm. zu 13,14. 14,5 Sohn, die textliche Variante „Esel“, die einige Handschriften bieten, verbindet dieses Beispiel mit Lk 13,15. Der ihn nicht alsbald herauszieht, ein qal wa-chomer-Argument (vgl. Anm. zu 13,15; dagegen CD Ms A 11.13–17; 4Q265, wo verboten wird, am Sabbat ein Tier aus einem Brunnen oder einer Grube herauszuziehen).

7 Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen, als er merkte, wie sie sich aussuchten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: 8 Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan; denn es könnte einer eingeladen sein, der angesehener ist als du, 9 und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: Weiche diesem!, und du müsstest dann beschämt untenan sitzen. 10 Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan, damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch sitzen. 11 Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.

12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird. 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, 14 dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Lk 14,7–14 Anweisungen zur Demut 14,8 Vgl. Spr 25,6–7. 14,11 Vgl. Lk 13,30; 18,14; Ez 21,31 („Was niedrig ist, soll erhöht werden, und was hoch ist, soll erniedrigt werden“); Mt 23,12. 14,12 Reiche Nachbarn, die intendierte Leserschaft des Lukas kommt aus der Elite (vgl. Lk 1,3). 14,13 Arme, die nicht in der Lage sind, sich finanziell zu revanchieren. In christlichen Kommentaren wird teilweise angemerkt, dass die Verkrüppelten, Lahmen und Blinden aus der Priesterschaft ausgeschlossen waren, und daraus gefolgert, dass Jesus hier eine exkludierende jüdische Praxis abschafft. Das Setting hat allerdings nichts mit dem Tempeldienst zu tun: Es geht hier um die Unmöglichkeit der Reziprozität, nicht um Reinheit oder die Priesterschaft. 14,14 Es wird dir aber vergolten, himmlische Belohnung aufgrund des irdischen Handelns. Auferstehung der Gerechten, vgl. Dan 12,2–3; mSan 10,1; bRHSch 16b–17a.

15 Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! 16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. 17 Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit! 18 Da fingen sie alle an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 19 Und ein andrer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 20 Wieder ein andrer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet; darum kann ich nicht kommen.

21 Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein. 22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. 23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. 24 Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken.

Lk 14,15–24 Das Gleichnis vom großen Abendmahl (Mt 22,1–14) 14,15 Brot isst im Reich Gottes, das messianische Festmahl (vgl. Anm. zu 11,3). 14,18 Entschuldigen, die Ausreden sind schlecht und beleidigen deshalb den Gastgeber. 14,20 Ich habe eine Frau geheiratet, anders als in den anderen beiden Entschuldigungen schwingt hier die sexuelle Andeutung mit, das „ansehen“ und „ausprobieren“ zu müssen, was gewonnen wurde. Verweise auf Dtn 20,5–8 übersehen sowohl den Witz als auch den Kontext: Es geht dort um Krieg, nicht um ein Abendessen. 14,21 Arme […] Lahme, vgl. Lk 14,13. 14,24 Mein Abendmahl, vgl. Anm. zu 11,3.

25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern, dazu auch sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein. 27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es zu Ende zu führen, 29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann‘s nicht zu Ende bringen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann‘s nicht zu Ende bringen?

31 Oder welcher König zieht aus, um mit einem andern König Krieg zu führen, und setzt sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit zehntausend dem begegnen kann, der über ihn kommt mit zwanzigtausend? 32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden. 33 So auch jeder unter euch: Wer sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein.

34 Das Salz ist etwas Gutes. Wenn aber das Salz nicht mehr salzt[*], womit soll man würzen? 35 Es ist weder für den Acker noch für den Mist nütze; sondern man wirft es weg. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Lk 14,25–35 Die Kosten der Nachfolge (Mt 10,37–38) 14,26 Vgl. Mt 10,37; Joh 12,25. Hasst, eine Übertreibung (Spr 13,24), aber in Einklang mit dem lukanischen Interesse, familiäre und wirtschaftliche Bindungen zu kappen (vgl. Anm. zu 12,51). 14,27 Sein Kreuz tragen, den Tod riskieren (Mk 8,34); vgl. Anm. zu 9,23. 14,28 Einen Turm bauen, deutet eine elitäre Hörerschaft an. 14,33 Wer sich nicht lossagt von allem, vgl. Anm. zu 6,30. 14,34–35 Wenn aber das Salz nicht mehr salzt, vgl. Mt 5,13; Mk 9,49–50. Salz kann mit Zusatzstoffen abgeschwächt werden; ebenso können auch Besitztümer den Fokus so trüben, dass man in der Folge übersieht, was wirklich von Bedeutung ist.

Lukas 15

1 Es nahten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.

Lk 15,1–2 Sünder und Pharisäer 15,1 Zöllner, vgl. Anm. zu 3,12. Sünder, diejenigen, die das Gemeinwohl verletzen. 15,2 Isst mit ihnen, suggeriert Verbundenheit und Akzeptanz (dagegen Ps 1,1: „Wohl dem [hebr. aschrej, vgl. LXX makarios], der nicht […] sitzt, wo die Spötter sitzen“).

3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eines von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er‘s findet? 5 Und wenn er‘s gefunden hat, so legt er sich‘s auf die Schultern voller Freude. 6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

Lk 15,3–7 Das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Mt 18,12–14) 15,4 Der hundert Schafe hat, verweist auf eine Person mit einem gewissen Vermögen. Eines von ihnen verliert, deutet an, dass der Besitzer der Schafe nicht Gott ist, weil Gott keine Menschen verliert. Um das Fehlen eines Schafes von hundert zu bemerken, musste der Besitzer sie zählen. Geht dem verlorenen nach, bzgl. Gott als Hirte vgl. Ps 23; 78,52; 80,2; 100,3; bzgl. dem Volk als verlorenes Schaf vgl. Jer 50,6; Ez 34,15–16; Ps 119,176. SchemR 2,2 stellt Mose als den guten Schafhirten dar, der nach einen verlorenen Schaf sucht und daraufhin den göttlichen Auftrag erhält, das Volk Gottes, Israel, zu hüten. Allerdings wird in diesem Gleichnis die Bezeichnung Hirte nicht verwendet. 15,7 Ein Sünder, der Buße tut, Lukas überliefert eine allegorische Deutung des Gleichnisses (vgl. Anm. zu 8,9; Lk 18,1).

8 Oder welche Frau, die zehn Silbergroschen hat und einen davon verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie ihn findet? 9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freut euch mit mir; denn ich habe meinen Silbergroschen gefunden, den ich verloren hatte. 10 So, sage ich euch, ist Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

Lk 15,8–10 Das Gleichnis vom verlorenen Groschen 15,8 Wenn der Hirte in Lk 15,3–7 als Gott verstanden wird, sollte das auch auf diese Frau zutreffen. Weibliche Gottesbilder finden sich vereinzelt im Tanach, z.B. in Jes 49,15–16. Silbergroschen, Drachmen. Einen davon verliert, wie der Schafbesitzer, hat auch die Frau gezählt. 15,9 Freundinnen und Nachbarinnen, feminine Substantive, die auf weibliche Wegbegleiterinnen hinweisen. 15,10 Ein Sünder, der Buße tut, vgl. Anm. zu 15,7.

11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.

13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet‘s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.

25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein;[*] denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Lk 15,11–32 Das Gleichnis vom verlorenen Sohn Vgl. „Das Gleichnis vom verlorenen Sohn“. 15,12 Er teilte Hab und Gut, vgl. Anm. zu 12,13; Sir 33,19–23. 15,15 Säue, vgl. Anm. zu 8,32. 15,17 Da ging er in sich, es wird nicht berichtet, dass der verlorene Sohn Buße tat (Lk 15,7.10). 15,18 Ich habe gesündigt, vgl. Ex 10,16: Die Analogie zum Bekenntnis des Pharao lässt die Aussage des Sohnes weniger ernsthaft erscheinen. 15,20 Es jammerte ihn, vgl. Anm. zu 10,33. 15,23 Gemästetes Kalb, vgl. 1Sam 28,24; Am 6,4. 15,25 Er [hörte] Singen, anders als das verlorene Schaf und der Groschen, wird der verlorene Sohn nicht gesucht; anders als der Schafbesitzer und die Frau, musste der Vater nicht zählen. 15,29 Diente ich dir, in manchen Auslegungen wird der ältere Sohn mit den Pharisäern verglichen, auf die das negative Klischee projiziert wird, sie würden Gott lustlos und mechanisch dienen; V. 32 spricht gegen diese Interpretation. 15,30 Dieser dein Sohn, Feindschaft unter Geschwistern (Gen 4,2–8; 25,27–34; 27,1–36; 37,1–4). 15,31 Alles, was mein ist, das ist dein, vgl. V. 12. 15,32 Dieser dein Bruder, der Vater versucht, die Söhne zu versöhnen.

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