Kitabı oku: «Handbuch des Deutschen in West- und Mitteleuropa», sayfa 4

Yazı tipi:

5 Soziolinguistische Situation
5.1 Kontaktsprachen

In Nordschleswig werden mehrere Nationalsprachen, Regionalsprachen und Dialekte gesprochen. Dänisch ist die offizielle Sprache, Deutsch ist als Minderheitensprache anerkannt, und sowohl die Dänen als auch die deutsche Minderheit sprechen den dänischen Dialekt Sønderjysk (Südjütisch). Dazu kommen weitere dänische und deutsche regionale Varietäten und die Sprachen und Dialekte von Migranten.

5.2 Die einzelnen Sprachformen des Deutschen
5.2.1 Regionaler Standard

Die offizielle Sprache der deutschen Minderheit ist Hochdeutsch, mündlich und schriftlich. Als Norm gilt dabei weithin ein am norddeutschen Regionalstandard orientierter Standardbegriff. Am ehesten wird diese Standardsprache von denjenigen Mitgliedern der Minderheit gebraucht, die in Schleswig-Holstein aufgewachsen sind. Die Mitglieder, die in Nordschleswig geboren sind, aber in Deutschland studiert oder gearbeitet haben, beherrschen ebenfalls sehr oft diesen Standard; er ist aber nicht ihre tägliche Umgangssprache.

5.2.2 Umgangssprache
Nordschleswigdeutsch – eine regionale Minderheiten-Kontaktvarietät

Die meisten Mitglieder der Minderheit, die in Nordschleswig geboren sind und dort leben und deren Eltern dänische Staatsbürger sind, sprechen Nordschleswigdeutsch. Sie sprechen diese regionale Kontaktvarietät unabhängig davon, ob ihre Muttersprache Deutsch oder Sønderjysk ist. Mitglieder der Minderheit mit deutscher Staatsbürgerschaft, die als Erwachsene nach Nordschleswig gezogen sind, passen sich selten der regionalen Minderheitsvielfalt an. Sie selbst verwenden Hochdeutsch oder eine am norddeutschen Regionalstandard orientierte Varietät. Ihre Kinder, die in Nordschleswig in der Minderheit aufwachsen, neigen jedoch dazu, sich an Nordschleswigdeutsch zu gewöhnen; sie erwerben es typischerweise von ihren Freunden im Kindergarten und in der Schule. In der Minderheit und bei ihren Repräsentanten besteht ein Bewusstsein dafür, dass Nordschleswigdeutsch anders ist als Hochdeutsch, und es besteht die Tendenz, diese Vielfalt als regionale Varietät zu pflegen. Die wichtigsten Merkmale, die diese Varietät charakterisieren, liegen in der Prosodie. Zunächst wird das dänische Intonationsmuster auf das Deutsche übertragen. Das dänische Intonationsmuster unterscheidet sich vom deutschen vor allem in Fragen und in nicht-abschließenden Sätzen. Der deutsche Aufwärtston, der lokal für die letzten Worte der Phrasen verwendet wird, wird durch ein fallendes Grenztonmuster in den Fragen und einen geraden Ton in den nicht-abschließenden Phrasen ersetzt.

Im Bereich der Lexik wird das dänische Betonungsmuster oft auf Wörter mit ähnlicher Schreibweise in dänischer und deutscher Sprache übertragen. Die Wörter aktiv und Asphalt zum Beispiel werden dem Dänischen entsprechend oft auf der ersten Silbe betont und nicht auf der zweiten Silbe wie im Hochdeutschen. Die Wörter elendig und konservativ folgen dem dänischen Betonungsmuster, indem sie auf der zweiten Silbe betont werden, nicht auf der ersten Silbe. Dabei kann die Betonung unabhängig von ihrer Position in einem Lexem abweichen (Pedersen 2000: 213).

Auf der segmentalen phonetischen Ebene können die Vokale nach dem dänischen Vokalsystem mit 25 Vollvokalen ausgesprochen werden, während Hochdeutsch nur 14 Vollvokale hat. Deutsche Konsonantencluster, die es im Dänischen nicht gibt, zum Beispiel initiales /sch-/ und finales /-ch/ weichen in ihrer Realisierung leicht von der hochdeutschen Form ab (Pedersen 2000: 213, Westergaard 2008: 361).

Innerhalb der Semantik zeichnet sich das deutsche Lexikon durch lexikalischen Transfer von Sønderjysk und Standarddänisch ins Deutsche aus. Die gebräuchlichsten Arten sind Lehnwörter, Lehnübersetzungen und Lehnübertragungen.

Dänische Namen oder Bezeichnungen von Mehrheitsinstitutionen werden in Nordschleswigdeutsch häufig verwendet, entweder als Lehnwörter, wie zum Beispiel statsminister, oder als Lehnübersetzungen, wie zum Beispiel ‚Regionsrat‘ für das dänische regionsråd. Sie gelten als kreative Ausdrucksformen, die den Anwendungsbereich der Minderheitensprache um ein Vokabular erweitern, das für die sprachliche und soziale Situation der Minderheit nützlich ist und oft kein Äquivalent im binnendeutschen Standard hat. Ein Beispiel für Lehnübertragung ist das deutsche Wort ‚Frucht‘, das dem dänischen Wort frugt ähnlich ist und anstelle von ‚Obst‘ verwendet wird (Pedersen 1988: 6). Ein weiteres Beispiel ist das dänische Wort kamp (‚Kampf‘). Diese Bezeichnung,

die auf Dänisch nicht nur den kriegerischen Kampf oder einen Wettkampf bezeichnet, sondern hier auch für Spiele zwischen Mannschaften verwendet wird, erhält beispielsweise im Deutschen eine Erweiterung des Inhalts, so dass sie in der gleichen Bedeutung wie ihr dänisches Äquivalent verwendet werden kann. In der Deutschen Volksgruppe gehört es demnach zur Alltagssprache vieler, zum Beispiel ein Handballspiel als „Kampf“ zu bezeichnen. Beispiel 9.4: ja also wir haben nur einen kampf verloren. (Westergaard 2008: 437f.)

Lehnübersetzungen von ganzen dänischen Verbalphrasen ins Deutsche sind oft erfolgreiche Strategien, aber manchmal ergeben sich auch unidiomatische Ausdrücke. Sie sind typisch für die Minderheitensprache, wie zum Beispiel die Phrase ‚Sie sagt Entschuldigung‘, die auf Dänisch hun siger undskyld basiert und weniger auf Standarddeutsch (‚Sie bittet um Entschuldigung‘) (Pedersen 1988: 6).

Im Deutschen Volkskalender Nordschleswig werden solche Beispiele von Lehnwörtern und Lehnübersetzungen oft unter der Rubrik „Sprachblüten“ aufgeführt, was eine positive Einstellung widerspiegelt. Einige Beispiele aus dem Jahr 2004: „Echte nordschleswigsche Worte: sippen (‚Tau springen‘), cykeln (‚Fahrrad fahren‘), Gehstrasse (‚Fußgängerzone‘)“ (Deutscher Volkskalender Nordschleswig 2004: 62; die zugrundeliegenden dänischen Etyma sind sjippe, cykle und gågade).

Auch wenn Nordschleswigdeutsch eine mündliche Varietät ist, erscheinen solche Sprachkontaktphänomene auch in geschriebenen Texten. Viele Jahre lang stand auf dem Schild des Kirchenbüros in Tingleff/Tinglev ‚Kirchenkontor‘ (dän. kirkekontor), eine Kombination von Deutsch Kirchen und dem dänischen Lehnwort kontor. Inzwischen wurde die Bezeichnung in ‚Kirchenbüro‘ geändert. Auch im Volkskalender sind viele Beispiele für Lehnübersetzungen wie Gehstrasse, Apenrade (in einer Bildunterschrift im Volkskalender 1972: 95) zu finden. Auch in Werken von Schriftstellern aus der Minderheit finden sich Lehnübersetzungen aus dem Dänischen, zum Beispiel Eisenkratt zu dänisch egekrat oder kämpft mit den Weinen (Westergaard 2000: 28). Beim Nomen ‚Weinen‘ handelt es sich um eine direkte Übersetzung des Dänischen gråden, das anstelle des deutschen ‚Tränen‘ verwendet wird. In der Zeitung Der Nordschleswiger erscheinen Lehnwörter wie Borgmester und Statsminister, die wie deutsche Substantive mit initialer Majuskel geschrieben werden. Solche dänischen Wörter, die zum politischen Wortschatz gehören, werden heute oft als Doppelformen geschrieben, etwa „Regierungschef (Statsminister)“, um auch die Leser außerhalb der Grenzregion über dänische Bezeichnungen zu informieren.

Abb. 4:

Kirchenkontor

5.3 Sprachenwahl: Code-Switching, Sprachmischung

In zweisprachigen Minderheitsfamilien gibt es in der Regel eine vorherrschende Muttersprache, jedoch können zu bestimmten Anlässen auch andere Sprachen zu Hause gebraucht werden. Wenn Deutsch die Muttersprache ist, können sie zu Sønderjysk oder Standarddänisch wechseln, wenn Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn, die der dänischen Mehrheit angehören, ihre Wohnung oder ihr Haus betreten. Auch wenn die Besucher Deutsch als Fremdsprache beherrschen, ist der Wechsel zu Dänisch in vielen Haushalten eine häufige Reaktion. Umgekehrt ist es auch typisch für Minderheitenfamilien mit Sønderjysk als Muttersprache, zu Deutsch zu wechseln, wenn ihre Besucher aus Deutschland kommen oder neu angesiedelte deutsche Migranten sind – unabhängig davon, ob die Neuankömmlinge Dänisch als Zweitsprache beherrschen. In solchen Situationen wird die Sprachwahl in hohem Maße von der Muttersprache des Besuchers bestimmt und nicht von der Alltagssprache des Hauses.

Trotz gemeinsamer Merkmale bei der Wahl der Muttersprache unterscheidet sich die Entwicklung bezüglich Standarddänisch als Muttersprache innerhalb der deutschen Minderheit von derjenigen der Mehrheit. Während die Kinder der Mehrheitsgesellschaft, die nach dem Jahr 2000 geboren wurden, inzwischen eher einsprachig in Standarddänisch statt bivarietär (Sønderjysk und Standarddänisch) aufwachsen, werden die Kinder der Minderheit immer noch bivarietär in Dänisch und zweisprachig mit Deutsch und Dänisch sozialisiert. Die Minderheit betont oft den hohen Stellenwert des Sønderjysk-Dialekts innerhalb der Minderheit. Sie ist sehr stolz darauf, als zukünftiger Träger des dänischen Dialekts angesehen zu werden (Pedersen 1992: 135) – eine Annahme, die daher rührt, dass die meisten dänischen Eltern, obwohl sie noch immer Sønderjysk sprechen, mit ihren Kindern zunehmend zu Standarddänisch als Muttersprache wechseln. In einigen Minderheitsfamilien geschieht dies jedoch auch, was die Zeitspanne der Ehre, Träger des dänischen Dialekts zu sein, verkürzen dürfte.

Die mehrsprachige Minderheit

Obwohl etliche Eltern Deutsch bzw. Dänisch als Muttersprache haben, erziehen sie ihre Kinder nicht zweisprachig. Simultane Zweisprachigkeit tritt in der Minderheit selten auf. Traditionell ist es Aufgabe der Minderheiteninstitutionen, bei den Kindern die Zweisprachigkeit aufzubauen. Die Kinder, deren Muttersprache Sønderjysk ist, erwerben Deutsch als Minderheitenzweitsprache in Kindergärten und Schulen. Gleichzeitig erwerben die deutschsprachigen Kinder hier Sønderjysk von den mundartsprechenden Kindern. Standarddänisch erwerben beide Gruppen über das Fach Dänisch in den Minderheitenschulen, wo sie sukzessive eine Mehrsprachigkeit ungeachtet von ihrer Muttersprache entwickeln.

Obwohl Standarddänisch noch immer nicht in großem Umfang als Muttersprache verwendet wird, wird es zu einem Kommunikationsmedium innerhalb der Minderheit. Bis vor kurzem galt es als eine Sprachform, die nicht zu einer deutschen, sondern zu einer dänischen Identität gehörte. Es wurde nur der dänische Dialekt Sønderjysk gesprochen. So hielten sich Minderheitenmitglieder an den Dialekt, wenn sie mit dialekt- oder standardsprechenden Mitgliedern der Mehrheit sprachen. Heute hat sich diese Sprachwahl geändert. Jetzt wechseln die Mitglieder der Minderheit zu Standarddänisch, wenn es in öffentlichen Mehrheitskontexten gesprochen wird, zum Beispiel bei Versammlungen, an denen die Minderheit und die Mehrheit teilnehmen, in der persönlichen Kommunikation oder in einer Arbeitsstelle in der Mehrheitsgesellschaft. Standarddänisch wird somit zur dritten Sprache der Minderheit. Dies kann als Ausdruck eines abnehmenden Glaubens an eine Übereinstimmung zwischen nationaler Zugehörigkeit und einer nationalen Standardsprache interpretiert werden.

Die Minderheit hat ein Kabarett namens Heimatmuseum, das alle zwei Jahre eine Vorstellung veranstaltet, bei der die Sprachsituation eine Rolle spielt. Im Jahr 2000 wurde ein Schauspieler gefragt, ob er seine Sprache gut genug beherrsche. Er antwortete mit “Ja, zumindest auf der Delegiertenversammlung vom Bund Deutscher Nordschleswiger“:

R: Aber du da, beherrschst du denn auch deine Sprache genug?

H: Aber sicher doch, ich spreche deutsch – wenigstens auf der Delegiertenversammlung. Da melde ich mich, stehe auf, stelle meine Frage auf Deutsch, setze mich dann wieder hin und diskutiere das Problem mit meinem Nachbarn – auf Sønderjysk.

Alle: Aber weshalb?

H: Weshalb? Weil man auf ‘ne Antwort doch gar nicht zu warten brauchst, denn irgend ein anwesender Lehrer hat sicherlich schon festgestellt, dass meine Fragestellung falsch war. Und dann fragt ein Pastor noch mal richtig, und das wird im Saal dann von der Versammlung geklärt. Als noch einmal: Deutsch im Stehen – Sønderjysk im Sitzen – Rigsdansk in der Firma. (Deutscher Volkskalender Nordschleswig 2004: 44)

Diese Satire veranschaulicht nicht nur die Verteilung und den Status der drei Sprachen, sondern spiegelt auch die Zugehörigkeit von Lehrern und Pastoren zu einer Gruppe von Menschen mit guten Deutschkenntnissen wider. Sie benutzen Deutsch bei ihrer Arbeit, und Deutsch ist für viele von ihnen die Muttersprache, weil sie in Deutschland geboren und ausgebildet wurden.

Code-Switching

Die meisten Mitglieder der Minderheit erwerben Deutsch als Zweitsprache im deutschen Kindergarten und entwickeln die Minderheitensprache während der Schulzeit. Während dieser Zeit ist der Wechsel in die Muttersprache Sønderjysk ein charakteristisches Sprachkontaktphänomen. Eine Längsschnittstudie (Pedersen 1983–2013) hat ergeben, dass sich das Code-Switching in Minderheiteninstitutionen im Laufe der Zeit verändert. Im Kindergarten wird es von den Kindern spontan in allen möglichen Situationen benutzt, während die ältesten Schülerinnen und Schüler es vermeiden, auf Sønderjysk oder Standarddänisch umzuschalten, wenn Deutsch als Kommunikationsmedium erwartet wird. Sie verwenden es aber unter Umständen privat. Innerhalb eines offiziellen deutschen Minderheitenkontextes ist ein ähnliches Muster zu beobachten. Code-Switching auf Dänisch wird vermieden. Eine kommunikative Kompetenz in Nordschleswigdeutsch, Sønderjysk und Standarddänisch in Kombination mit Code-Switching befriedigt jedoch die kommunikativen Bedürfnisse der Minderheitenmitglieder in der Gemeinschaft, in der sie leben. Daher wird sie als funktionale regionale Zweisprachigkeit definiert (Pedersen 1993: 463).

Im privaten Bereich in der Familie und unter Freunden in der deutschen Gesellschaft ist Code-Switching ebenfalls ein alltägliches Phänomen, da die meisten Mitglieder beide Sprachen verstehen und sprechen. Aus der teilnehmenden Beobachtung in Minderheitenfamilien beurteilt, scheint es sich dabei um intrasententielles Code-Switching und Lehnwörter zu handeln und nicht um eine vollständige Verflechtung der beiden Sprachen. Im Volkskalender 1975 werden – in karikierender Weise – Beispiele für diese Art von Sprache gegeben, die von Angehörigen von Minderheiten in den Straßen und Häusern in Tondern/Tønder gesprochen wird:

Sag mal, hat Tiddes Tochter sich verlobt? – Nä, das blieb zu nichts, er hat sie geschnürt, ist gar nicht wiedergekommen. Ich fragte Tidde, um man gratulieren konnte. Da blieb sie doll: Was ragt es Dir? Da sollst Du Dich gar nicht um brüen! Schrie sie mich gerade ins Gesicht. (Deutscher Volkskalender Nordschleswig 1975: 58)

Für die Neuen Medien wie Facebook zeigt Westergaard (2013, 2014, 2015), dass die Angehörigen der Minderheit sowohl den dänischen Dialekt Sønderjysk als auch Standarddänisch und Deutsch gebrauchen. Die Sprachenwahl hängt davon ab, ob es sich um Statusmeldungen mit unbekannten Adressaten oder Pinnwanddialoge mit bekannten Adressaten handelt. Statusmeldungen auf der eigenen Seite sind auf Standarddänisch oder auf Hochdeutsch verfasst, wenn es sich um die Minderheit oder die Minderheitenschule dreht. Der dänische Dialekt Sønderjysk ist hier selten. In den Pinnwanddialogen erfolgt die Sprachwahl adressatenspezifisch und orientiert sich am mündlichen Sprachgebrauch der Kommunikationspartner. Der Dialekt Sønderjysk wird häufig als schriftliche Kommunikationssprache gewählt. Und hier ist Code-Switching zwischen Sønderjysk und Deutsch erlaubt, wenn die Adressaten bilingual sind. Anhand dieser Beobachtungen lässt sich die Frage formulieren, inwieweit die Neuen Medien zu einer Revitalisierung des Dialekts beitragen.

6 Sprachgebrauch und -kompetenz
6.1 Allgemeines

Umfragen von Sievers (1975), Toft (1982), Byram (1986), Pedersen (1986) und vom Deutschen Schul- und Sprachverein (2004) zeigen, dass Deutsch, die offizielle Minderheitensprache, die Familiensprache von weniger als einem Drittel der Minderheit ist. Diese Zahl bestätigt, dass die nationale deutsche Zugehörigkeit und Angehörigkeit zur Minderheit auf dem Bekenntnisprinzip und nicht auf der Familiensprache beruhen. Toft (1982) wertete die Antworten aus 412 Fragebögen von Mitgliedern der wichtigsten Minderheitenorganisation aus: Die Ergebnisse (72,4 % und 70,7 %) zeigen, dass der dänische Dialekt Sønderjysk die am häufigsten in der Familie verwendeten Varietät ist.


Häufigste Umgangssprache Deutsch Sønderjysk (Dialekt) Dänisch N
mit den Eltern 23,7 72,4 3,9 644
mit den Kindern 27,8 70,7 1,5 273

Tab. 1:

Sprachverhalten innerhalb der Familie (nach Toft 1982: 44, Tabelle 19.b)

Der Deutsche Schul- und Sprachverein hat im Jahr 2003 309 Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern in elf Schulen zu ihrer Muttersprache befragt. Die Schlussfolgerung in Bezug auf die vorherrschende Familiensprache war:

Im Zusammenhang mit einer Unterrichtsmilieuuntersuchung wurde 2003 der Sprachgebrauch der Schüler der 5.–10. Kl. und deren Eltern ermittelt. Bei Vater und Mutter wurde nach der Haussprache, beim Kind nach der „bevorzugten Sprache“ gefragt. Den Schülern, die auch die Frage nach der Haussprache der Eltern zu beantworten hatten, waren die Kategorien „Deutsch“ – „Dänisch“– „Sønderjysk“ – „andere“ vorgegeben. Einige Schüler machten aber auch ihr Bewusstsein von ihrer Zwei-/Mehrsprachigkeit deutlich, indem sie mehrere Sprachen ankreuzten. Das Ergebnis zeigte starke regionale Unterschiede. Es ergab für 11 Schulen (309 Schüler) folgendes Ergebnis:


Deutsch wird am ehesten als Muttersprache in Familien verwendet, in denen ein Elternteil oder beide Elternteile oder Großeltern südlich der deutsch-dänischen Grenze aufgewachsen sind. Zu diesen Familien gehören Lehrer, Minister, Bibliothekare und Journalisten, die in der Minderheit arbeiten. Sie sind Deutsch-Muttersprachler und geben Deutsch als Muttersprache an ihre Kinder weiter. Je kürzer die lokalen Wurzeln, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deutsch eine Haussprache ist. Das ist wahrscheinlich in Pattburg/Padborg an der Grenze zu Deutschland der Fall. Die Familien mit tiefen Wurzeln in Nordschleswig sprechen eher den dänischen Dialekt Sønderjysk als Muttersprache. Dieser Dialekt wird auch von der Mehrheitsbevölkerung gesprochen und gilt inzwischen als neutral hinsichtlich der nationalen Zugehörigkeit. In der Mehrheit der Bevölkerung nimmt die Verwendung dieses Dialektes als Muttersprache jedoch ab, und Standarddänisch wird übernommen. Diese Entwicklung hat in der Minderheit noch nicht stattgefunden, aber in der DSSV-Umfrage von 2004 hat Standarddänisch schon bemerkenswert hohe Werte. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die dänischsprachigen Mehrheitskinder in Minderheitenschulen gehen, um zweisprachig in Dänisch und Deutsch zu werden. Die Schulen haben in den letzten zehn Jahren ihre Türen für diese Gruppe geöffnet und werben auch in dänischen Tageszeitungen, um solche Schüler anzuziehen. (Familien, die in der Umfrage eine andere Sprache als Familiensprache angeben, zum Beispiel Migranten, könnten ebenfalls zur Mehrheit gehören.)

Türler ve etiketler

Yaş sınırı:
0+
Hacim:
561 s. 36 illüstrasyon
ISBN:
9783823301745
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi: