Kitabı oku: «Die Psoas-Lösung», sayfa 2

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Bevor wir nun beginnen, möchte ich noch einen letzten Punkt für die Angehörigen der Gesundheits- und Fitnessberufe ansprechen: Machen Sie mit dem weiter, womit Sie Erfolg hatten. Wenn Sie Ihre eigenen Arbeitsmethoden mit Personen haben, die Psoas-Probleme haben, und wenn diese erfolgreich waren, bleiben Sie bei diesen Methoden und Strategien. Verwenden Sie dieses Buch als Leitfaden und um Dinge in Betracht zu ziehen, über die Sie bisher nicht nachgedacht haben oder um es zusätzlich zu Ihrem derzeitigen Behandlungs-/Trainingsprogramm zu nutzen, mit dem Sie bereits Erfolg haben.

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•Abgewandelter Thomas Test

•Impingement Test

•Manual Muscle Test

•Neutral Alignment

•Standing Assessment

•Pelvic alignment and motion

•Suspension

•Sitting Posture

Schematische Darstellung des Skeletts



KAPITEL
1
Funktionelle Anatomie des M. psoas

Themen

•Knöcherne und myofasziale Ansätze des M. psoas

•Terminologie zur Bewegung von Hüften, Wirbelsäule und Becken

•Die funktionelle Rolle des M. psoas bei Stabilisierung und Bewegung der Wirbelsäule, bei Gang und Atmung

•Anatomische Zusammenhänge zwischen M. psoas und M. iliacus, M. gluteus maximus und M. multifidus

Wahrscheinlich wird kein anderer Muskel im Körper, der die Aufmerksamkeit von Studenten, Chiropraktikern, Physiotherapeuten, Ärzten und Fitnessexperten auf sich zieht, mehr missverstanden oder schlechtgemacht als der M. psoas. Häufig wird er dafür verantwortlich gemacht, eine Vielzahl an muskuloskelettalen Problemen zu verursachen wie Schmerzen im unteren Rücken, Verhärtungen in der Hüfte und Hemmung der Gesäßmuskulatur. Außerdem ist er in Verruf, der primäre Muskel zu sein, der für häufige posturale Dysfunktionen wie eine Kippung des Beckens nach vorne und eine übermäßige Lordose im Lumbalbereich mitverantwortlich ist. Der M. psoas wird chirurgisch gelöst, wenn davon ausgegangen wird, dass er zu einem Impingement und zu Problemen mit einer »schnappenden« Hüfte beiträgt (Hwang et al. 2015, Dobbs et al. 2002, Taylor und Clark 1995).

Um zu verstehen und zu würdigen, welche Funktion dem M. psoas tatsächlich bei Haltung und Bewegung zukommt, wird dieses Kapitel die funktionelle Anatomie des Muskels bezüglich seiner Ursprünge und Ansätze sowie seinen Einfluss auf die mit ihm in Verbindung stehenden Gelenke erkunden. Zwar nehmen Interesse und Forschung am M. psoas zu, an Gesamtwissen über seine tatsächliche Funktion fehlt es jedoch verglichen mit anderen Muskeln. Soweit vorhanden, werden jedoch evidenzbasierte Informationen über seine Funktion geliefert. Wo solche Informationen fehlen, wird eine Kombination aus Forschung und klinischer Erfahrung genutzt, um daraus Informationen zu extrapolieren und das weitgehend akzeptierte Wissen über den M. psoas entweder zu erweitern oder kritisch zu hinterfragen.

Ursprünge und Ansätze des M. psoas

Theoretisch hilft der M. psoas bei der Stabilisierung der Wirbelsäule im Thorax-Beckenzylinder (TPC)(Osar 2015). Die faszialen Ursprünge und Ansätze des M. psoas vom Zwerchfell bis zum Beckenboden und in das Becken hinein legen nahe, dass er zusätzlich zu seinem Einfluss auf die Hüfte eine wichtige Rolle für die Stabilität des unteren Anteils des TPC spielt.

Der M. psoas major (PMj) entspringt von den vorderen seitlichen Wirbelkörpern und Querfortsätzen jedes Wirbels von T12 bis L5. Er entspringt auch, abgesehen von L5–S1, an den Zwischenwirbelscheiben der Lendenwirbelsäule. Weiter oben verbindet sich die Faszie des M. psoas mit den Zwerchfellschenkeln und geht in den M. transversus abdominis über (Stecco 2015, Gibbons 2005ab, Gibbons 2007, Myers 2014). Die Faszie, die das hintere Zwerchfell bedeckt, verbindet Zwerchfell, M. quadratus lumborum und M. psoas (Bordoni und Zanier 2013).





Distal wird der PMj dicker, verbindet sich mit dem Beckenboden und bindet sich durch Faszien in die unteren Fasern des M. transversus abdominis und des M. obliquus internus ein (Gibbons 2005ab, Gibbons 2007). Er verbindet sich mit dem Beckenrand und durch seine Faszien mit dem Beckenboden, bevor er weiter nach unten verläuft, um am Trochanter minor des Femur anzusetzen (Gibbons 2005ab, Gibbons 2007). So wirkt der M. psoas als myofasziale Verbindung zwischen Zwerchfell und Beckenboden (Bild oben).

Studien ergaben, dass 40–50 % der Bevölkerung keinen M. psoas minor (PMn) haben (Stecco 2015, Myers 2014, Franklin 2011, FitzGordon 2013), auch wenn er bei 65,6 % der 32 von Neumann und Garceau (2014) sezierten Hüften vorhanden war. Ist der PMn vorhanden, entspringt er von den unteren zwei Brustwirbeln, den benachbarten Rippen und Bandscheiben und setzt am oberen Beckenast an.

Bei Personen ohne PMn verbinden sich Fasern des PMj mit der iliakalen Faszie an der Eminentia iliopubica (Stecco 2015, Myers 2014).

Zum besseren Verständnis der Funktion des M. psoas konzentriert sich der nächste Abschnitt auf die Bewegung in Verbindung mit dem Hüftkomplex.


Gelenkbewegung und -zentrierung

Der M. psoas übt auf mehrere Gelenke des Körpers einen sehr spezifischen Einfluss aus wie auf Hüfte, Wirbelsäule und Becken. Dieses Buch bespricht die Rolle des M. psoas bei der Haltungs- und Bewegungskontrolle in diesen Bereichen. Wo sich zwei Knochen verbinden, entsteht ein Gelenk, um eine Bewegung zu erlauben. Größe und Form des Gelenks sowie die Art der Muskeln, Faszien und Bänder, die es umgeben, bestimmen den möglichen Bewegungsumfang dieses Gelenks.

Ein Synovialgelenk enthält Synovialflüssigkeit und knorpelige Enden, die jeden Knochen des Gelenkes bedecken, und es wird von einer ligamentösen Gelenkkapsel umgeben. Eine optimale Beweglichkeit des Gelenks – erreicht durch die richtige Ausrichtung und Kontrolle – regt die Produktion der Synovialflüssigkeit an, während optimale Ruhe (nicht-gewichtstragende Haltungen) es dem Gelenk erlauben, sich zu entspannen. Die angemessene Belastung und Entlastung von Synovialgelenken sind Schlüsselfaktoren für die Förderung und den Erhalt der Gesundheit und Langlebigkeit des Gelenks. Länger anhaltende Kompression nach myofaszialen Überspannungen (Gripping) ist eine häufige Ursache für degenerative Gelenkerkrankungen.


Bei optimaler Ausrichtung und Kontrolle kann das Hüftgelenk normalen Kräften standhalten, und es findet eine normale Gelenkalterung statt. Bei beeinträchtiger Ausrichtung und Kontrolle und/oder myofaszialer Überspannung als Ergebnis einer zu starken Kompression des Gelenks wird es durch chronischen Verschleiß degenerieren, was zu einer degenerativen Gelenkerkrankung führt. Genau wie die Synovialgelenke enthält auch die Wirbelsäule knorpelige Gelenke, die von zwei Knochen gebildet werden, die durch eine Zwischenwirbelscheibe (Bandscheibe) aus Knorpelgewebe miteinander verbunden sind. In der Wirbelsäule sind zwei benachbarte Wirbel (Knochen) über eine Zwischenwirbelscheibe (knorpeliger Anteil der Bandscheibe) miteinander verbunden. Die Facettengelenke, die bei der Bewegung der Wirbelsäule helfen, werden von zwei benachbarten Wirbeln gebildet und gelten als Synovialgelenke (Abbildung unten).


Gelenkbewegung von Hüften, Wirbelsäule und Becken

Ungeachtet des Gelenktyps wird die Gelenkbewegung im Allgemeinen danach benannt, was der proximale Gelenkknochen (der am nächsten am Körperzentrum ist) in Bezug zum distalen Knochen macht (der am weitesten davon entfernt ist).

Die Bewegung der Hüfte

Die Hüftbewegung kann auf zweierlei Art betrachtet werden: Was geschieht (1), wenn sich der Femur (Oberschenkelknochen) in Bezug auf das Becken bewegt, und was geschieht (2), wenn sich das Becken in Bezug auf den Femur bewegt. Eine Hüftbeugung beispielsweise erfolgt, indem der Hüftkopf bewegt oder gebeugt wird, während das Becken relativ unbeweglich bleibt. Ähnlich kann das Becken über dem Hüftkopf drehen.

Im Allgemeinen wird es als Hüftbeugung betrachtet, wenn sich der Femur Richtung Gelenkkopf bewegt und die Hüftpfanne relativ unbeweglich bleibt. Wenn sich das Becken nach vorne über die Hüftköpfe dreht, gilt dies ebenfalls als Hüftbeugung, auch wenn dies öfter als Beckenkippung nach vorne bezeichnet wird. Mechanisch ausgedrückt ist eine Hüftbeugung erforderlich, um jegliches Bewegungsmuster hervorzubringen, bei dem sich der Hüftkopf in der Gelenkpfanne dreht und der Oberschenkel sich Richtung Rumpf bewegt.

Die Hüftbewegung umfasst:

Hüftbeugung – der Femur beugt sich im Verhältnis zum Becken oder das Becken dreht sich im Verhältnis zum Femur (in der Sagittalebene) nach vorne.

Hüftstreckung – der Femur streckt sich im Verhältnis zum Becken oder das Becken dreht sich im Verhältnis zum Femur (in der Sagittalebene) nach hinten.

Hüftrotation – der Femur dreht sich im Verhältnis zum Becken oder das Becken dreht sich (in der Transversalebene) um den Femur.

Hüftabduktion – der Femur abduziert im Verhältnis zum Becken oder das Becken beugt sich (in der Frontalebene) über den Femur.

Hüftadduktion – der Femur adduziert im Verhältnis zum Becken oder das Becken beugt sich (in der Frontalebene) über den Femur.


Hüftbeugung. Der Femur bewegt sich im Verhältnis zum Becken (oben links), das Becken dreht über dem Hüftkopf nach vorne bei der Vorwärtsbeuge (oben Mitte) und bei der Kniebeuge (oben rechts).


Bewegung der Wirbelsäule

Ein Begriff, der meist mit der Bewegung der Wirbelsäule zu tun hat und bei der Beugung mitbesprochen wird, ist die segmentale oder intersegmentale Bewegung. Sie bezieht sich auf die Bewegung eines Wirbelsäulensegments, gefolgt vom jeweils nächsten Segment, wobei jedes Wirbelsegment zur Gesamtbewegung beiträgt.

Die segmentale Beweglichkeit der Wirbelsäule in jede Richtung sorgt für eine glatte, koordinierte und schöne – vor allem aber für eine effiziente – Bewegung. Sie erlaubt die Artikulation der Wirbelsäule, also deren Bewegung Segment für Segment bei vielen Übungen (z.B. Aufrollen der Wirbelsäule, siehe Kapitel 6), bei einem gut ausgeführten Golfschlag und bei Aktivitäten wie lateinamerikanischen Tänzen.

Diese Bewegung umfasst:

Flexion—Vorwärtsbeugung der Wirbelsäule in der Sagittalebene.

Extension – Rückwärtsbeuge der Wirbelsäule in der Sagittalebene.

Seitbeuge — Seitbeuge der Wirbelsäule in der Frontalebene.

Rotation — Rotation der Wirbelsäule in der Transversalebene.

Ist eine segmentale Bewegung oder Artikulation in einem (oder vielen) Abschnitt(en) der Wirbelsäule in einem der zuvor erwähnten Bewegungsbereiche nicht möglich, kommt es zu einer Überlastung der Gelenke, die diesen eingeschränkten Bereich umgeben. Der oder die hypomobile(n) Gelenkbereich(e) – Bereiche also, die sich nicht so gut bewegen wie sie sollten – wird im Allgemeinen zu einer erhöhten Beweglichkeit oder Hypermobilität in den umliegenden Gelenken führen und damit zu einem Verlust an effizienter Bewegung.

Eine degenerative Bandscheibenerkrankung (DDD) und eine degenerative Gelenkerkrankung (DJD) treten in der Regel entweder als direktes Ergebnis einer anhaltenden starken Druckbelastung nach Hypomobilität auf oder als Ergebnis einer kompensierenden Hypermobilität, die im Umkreis des eingeschränkten Segments auftritt. Die Wiederherstellung einer optimalen Ausrichtung und Bewegung aller Gelenksegmente ist eine wichtige Strategie zur Verbesserung und/oder zur Vorbeugung weiterer degenerativer Veränderungen.


Die meisten Aktivitäten des Lebens oder im Sport setzen die Fähigkeit voraus, während der Artikulation der Wirbelsäule das Becken über dem Hüftkopf zu bewegen.

Bewegung des Beckens

Die Beckenbewegung erfolgt, wenn sich das Becken im Verhältnis zu den Hüftköpfen bewegt:

Beckenkippung nach vorne – Rotation des Beckens nach vorne oder Kippung des Beckens nach vorne über die Hüftköpfe. Diese Bewegung kann auch als Hüftbeugung betrachtet werden.

Beckenkippung nach hinten – Rotation des Beckens nach hinten oder Kippung des Beckens nach hinten über die Hüftköpfe. Diese Bewegung kann auch als Hüftstreckung betrachtet werden.

Seitliche Beckenkippung – Rotation des Beckens um die Hüftköpfe in der Frontalebene. Diese Bewegung kann auch als Hüftabduktion auf der tieferen Seite und Hüftadduktion auf der höheren Seite der Beckenkippung betrachtet werden.

Rotation in der Transversalebene – Rotation des Beckens um die Hüftköpfe in der Transversalebene. Diese Bewegung kann auch als Hüftrotation nach innen betrachtet werden, wenn sich das Becken zu einer Seite dreht und als Hüftrotation nach außen auf die entgegengesetzte Seite der Beckendrehung.

Wichtige Betrachtung zur Beckenbewegung:

Die Beckenposition (Ausrichtung des Beckens im Verhältnis zum Hüftkopf) wird durch das Verhältnis der SIAS (Spina iliaca anerior posterior) zur Schambeinfuge (Symphysis pubica) bestimmt. Das Becken befindet sich in Neutralstellung – d.h. das Becken ist nach vorne gedreht (Beckenkippung) – wenn sich die SIAS in der Sagittalebene geringfügig vor der Schambeinfuge befindet (mittlere Abb.). Wenn SIAS und Schambeinfuge dieselbe vertikale Ausrichtung haben und/oder sich die Schambeinfuge in der Sagittalebene vor der SIAS befindet, ist das Becken in einer nach hinten gedrehten Position (linke und rechte Abb. unten). Noch wichtiger als die jeweilige Ruhestellung des Beckens ist die Fähigkeit, das Becken nach vorne über die Hüftköpfe zu drehen, um die Hüfte bei Bewegungen wie Vorwärtsbeugung, Kniebeuge und Hip Hinge angemessen zu beugen.

Weiter unten sehen Sie mehr über die Beckenbewegung beim Beugen und Kniebeugen.

Vorwärtsbeugung ohne und mit Wirbelsäulenflexion: Im Stand beginnend, sollte das Becken während der Vorwärtsbeugung um die Hüftköpfe nach vorne rotieren (a & b). Wenn Sie sich in dieser Weise nach vorne beugen – man bezeichnet die Übung auch als Hip Hinge – wird der hintere Hüftkomplex (Gesäßmuskeln, ischiokrurale Muskulatur, Wadenmuskulatur) optimal belastet und der Stress für die Lendenwirbelsäule nimmt ab. Dies ist die bevorzugte Methode, um schwere Gegenstände vom Boden anzuheben oder auf dem Boden abzusetzen und/oder um Stress für den unteren Rücken zu reduzieren. Die Vorwärtsbeugung mit Flexion der Wirbelsäule ist für die meisten Menschen ohne Wirbelsäulenbeschwerden kein Problem, vorausgesetzt sie nutzen ihre Hüften in angemessener Form. Beachten Sie das Fehlen der Beckenbewegung, was als Ausgleich für das Fehlen der Beckendrehung nach vorne über die Hüftköpfe eine übermäßige Flexion der Wirbelsäule verlangt (c). Das primäre Beugen der Wirbelsäule mit nur sehr geringer Beteiligung der Hüften ist häufig ein Mitverursacher von chronischen Schmerzen im unteren Rücken und von Beckenproblemen. Mehr zu diesem Thema finden Sie im Kapitel über die Beugung.



Beckendrehung (d.h. Kippung) während eines Bewegungsmusters mit Kniebeuge mit Eigengewicht: Die Ausgangsposition des Beckens (a) ist weniger wichtig als die Fähigkeit, das Becken nach vorne zu drehen (die Hüften zu beugen), um die Kniebeuge zu beginnen (b & c). Beachten Sie, dass der gesamte Thorax-Beckenzylinder (TPC) zu Beginn der Kniebeuge noch in sich verbunden ist, dass dies also keine isolierte Bewegung des Beckens ist. Beim Hinuntergehen in die Kniebeuge wird diese Position allmählich umgekehrt und das Becken nach hinten gedreht, während die Gesamtausrichtung des TPC noch erhalten bleibt. Während der Schlussphase des Bewegungsmusters dreht sich das Becken weiter nach hinten (c & d).


Um den hinteren Hüftkomplex optimal zu belasten und Stress für die Lendenwirbelsäule zu reduzieren, ist es wichtig, anfangs das Becken nach vorne zu drehen und im weiteren Verlauf die Stellung durch das Bewegungsmuster exzentrisch zu kontrollieren. Durch diese Kontrolle können die Hüften weiter belastet werden, ohne das hintere Becken früh oder zu stark zu bewegen. Mehr zu diesem Thema im Kapitel über die Kniebeugen.

Zusammenfassung: Bei jedem Bewegungsmuster, das eine Hüftbeugung erfordert – Sitzen, Vorwärtsbeugung, Kniebeuge, Ausfallschritt, Treppensteigen, Kreuzheben (Deadlift) – sollte das Becken als Teil des Thorax-Beckenzylinders über dem Hüftkopf nach vorne drehen, um Becken und Wirbelsäule optimal zu positionieren und den hinteren Hüftkomplex zu belasten. Bei Kniebeugen mit Körpergewicht und/oder bei der Vorwärtsbeuge kann sich die Wirbelsäule im Rahmen des Bewegungsmusters relativ stark beugen, solange dabei die Hüften bewegt werden. Diese Körpermechanik unterstützt eine optimale Länge und Kontrolle des M. psoas, der so wiederum eine optimale Haltung und Bewegung unterstützen kann. Probleme im unteren Rücken und Becken treten gerne auf, wenn die Flexion der Wirbelsäule überstrapaziert wird, um einen festen hinteren Hüftkomplex und die Unfähigkeit auszugleichen, das Becken optimal um die Hüftköpfe zu bewegen, wodurch die Funktion des Psoas-Muskels beeinträchtigt wird. Im gesamten Buch wird immer wieder genauer auf diese Begriffe eingegangen.

Um die funktionelle Rolle des M. psoas bei der Stabilisierung und/oder Bewegung von Hüfte, Wirbelsäule und Becken besser beurteilen zu können (die auch im Rahmen der verschiedenen Übungen untersucht wird), wird eine Übersicht über die Gelenkzentrierung und die Open-Chain- und Closed-Chain-Bewegung gegeben.

Gelenkzentrierung …

… ist ein Begriff, der in diesem Buch immer wieder auftauchen wird. Er bezieht sich auf die Fähigkeit, ein Gelenk auszurichten und zu kontrollieren, ob in einer statischen Haltung (ohne Bewegung) oder in einer dynamischen Haltung (siehe Abb. unten). Die Zentrierung wird durch die koordinierte Leistung des Nervensystems erreicht, welches Feedback vom propriozeptiven System erhält und die vorteilhafteste motorische Strategie anwendet, um das Gelenk/die Gelenke zu kontrollieren, das/die für die jeweilige Aufgabe benötigt wird/werden.


(a) Optimale Hüftzentrierung während der Hüftbeugung: M. psoas und die unteren Fasern des Gesäßmuskels arbeiten mit den anderen tiefen Hüftmuskeln zusammen, um den Hüftkopf während der Beinbewegung in der Hüftgelenkpfanne zu halten.

(b) Nicht-optimale Hüftzentrierung während der Hüftbeugung: Der Hüftkopf verschiebt sich in der Hüftgelenkpfanne nach vorne und oben, wenn der M. psoas und andere tiefe Stabilisatoren die Gelenkposition nicht optimal kontrollieren können.

Die Gelenkzentrierung setzt eine Gelenkstellung voraus, bei der die knorpeligen Flächen maximalen Kontakt haben und die Kräfte, die auf das Gelenk einwirken, angemessen auf die Gelenkflächen verteilt sind (Kolar et al. 2013). Sie ermöglicht die optimale Positionierung und Kontrolle der Gelenke, sodass sie gut dazu in der Lage sind:

•alle Muskeln rund um das Gelenk zu aktivieren, wenn dies nötig ist, um Haltung und Bewegung zu kontrollieren;

•das geeignete propriozeptive Feedback von den Rezeptoren des Gelenks und der Weichteile zu liefern;

•einer übermäßigen Gelenkkompression (die durch eine zu starke myofasziale Aktivierung entsteht), einer unkontrollierten Gelenkbewegung (Hypermobilität) und/oder Überdehnung oder Belastung der Weichteilstrukturen des Gelenks (Gelenkkapsel, Bänder, Muskeln und Faszien) vorzubeugen.

Voraussetzung für eine optimale Zentrierung ist eine koordinierte Aktivität in jedem einzelnen Muskel, der auf das Gelenk einwirkt. Dies ermöglicht gleichzeitig die Zentrierung sowie eine gut kontrollierte Rotationsachse – den idealen theoretischen Punkt, um den herum sich ein Gelenk bewegt. Zu viel Muskelaktivität in allen Muskeln, die ein Gelenk umgeben, führt zu einer übermäßigen Kompression. Unausgewogenheiten dort, wo es in einem oder mehreren Muskeln in Bezug auf ihre funktionellen Synergisten (Muskeln, die zusammenwirken, um ein Gelenk zu stabilisieren oder zu bewegen) zu viel Aktivität gibt, stören die Zentrierung und beeinträchtigen daher die optimale Zentrierung und Bewegung.

Bei einer ausgewogenen Aktivität zwischen den tiefen und den oberflächlichen Muskeln bleibt der Hüftkopf, ungeachtet des Bewegungsumfangs, relativ zentriert in der Gelenkpfanne. Bei einer Beeinträchtigung – beispielsweise einer Überaktivierung der oberflächlichen Anteile des M. gluteus maximus, der ischiokruralen Muskulatur und/oder der Hüftrotatoren in Bezug auf die tiefen Muskelfasern und den M. psoas – verliert der Hüftkopf seine ideal zentrierte Stellung und verschiebt sich nach vorne. Dadurch wird die vordere Gelenkkapsel überdehnt, und die Weichteilstrukturen wie das Labrum werden beeinträchtigt. Dies ist ein häufiges Szenario in der Ereigniskaskade, die letztlich zu einem femoro-acetabulären Impingement-Syndrom (FAI), Rissen im Labrum und weiteren degenerativen Veränderungen der Hüfte führt.

Wenn, vergleichbar, der M. psoas zusammen mit den anderen Muskeln des tiefen myofaszialen Systems (DMS) die Aktivität der oberflächlichen Schichten des M. erector spinae und der Bauchmuskeln ausgleicht, bleibt die Wirbelsäule gut zentriert. Bei einer Inhibition des M. psoas, M. transversus abdominis oder der Mm. multifidi mit kompensierender Überaktivität der oberflächlichen Muskeln wird die Zentrierung der Wirbelsäule jedoch gestört. Wie bereits weiter oben für die Hüfte besprochen, trägt diese nicht-optimale Strategie bei längerem Bestehen letztlich zu einer degenerativen Erkrankung der Bandscheiben und Wirbelsäulengelenke bei. Darauf wird im Verlauf des Buches noch detaillierter eingegangen.

Die Gelenkzentrierung ist ein dynamischer Vorgang und wird daher durch viele Faktoren beeinträchtigt. Zu den Faktoren, die ein Gelenk dezentrieren oder zu einer nicht-optimalen Ausrichtung und Kontrolle des Gelenkaus beitragen können, gehören die folgenden:

•Neurale Inhibition nach einer Reizung spinaler Nervenwurzeln.

•Eine Bandscheibenpathologie (Vorwölbung oder Hernienbildung), die die Nerven der Brust- oder Lendenwirbelsäule beeinträchtigt, kann die Funktion der dazugehörigen Muskeln in diesem Bereich des Rumpfes, der Wirbelsäule und/oder der Hüften beeinflussen, was wiederum zu einer muskulären Kompensation und Unausgewogenheit führt.

•Muskuläre Unausgewogenheiten nach Trauma, Operation oder Entzündung.

•Ein Trauma, eine Operation oder eine Gelenkentzündung können zu einer Inhibition primär der tieferen oder intrinsischen Gelenkmuskeln beitragen, was letztlich zu einem Verlust der motorischen Kontrolle führen kann.

•Eine Inhibition führt zu einer kompensierenden Überbeanspruchung in bestimmten – meist den oberflächlichen – Muskeln – die die optimale Zentrierung weiter stören.

•Falsches Training.

•Falsche Übungsmuster (z.B. für den individuellen Bewegungsumfang zu tiefe Kniebeuge und zu starke Kippung nach hinten mit zu starker Flexion der Lendenwirbelsäule) und ein falsches Startsignal zu Beginn der Squat-Bewegung) können zu einer Überaktivierung bestimmter Muskeln im Verhältnis zu anderen beitragen, wodurch Gelenkausrichtung und -kontrolle beeinträchtigt werden.

Der Erfolg bei der Ausübung auf einem optimalen Niveau, die Linderung chronischer Steifigkeit oder chronischer Beschwerden und die Minimierung des Verletzungsrisikos – alles wird letztlich von der Fähigkeit zur Gelenkzentrierung beeinflusst. Das Ziel bei jedem Reha- und/oder Trainingsprogramm ist, die geeignetsten Übungsmuster, Anweisungen und Strategien zu wählen, die eine ideale Gelenkzentrierung verbessern und/oder aufrechterhalten. Dieses Thema wird bei der Entwicklung der Übungsmuster im Mittelpunkt stehen, die in den späteren Kapiteln besprochen werden.

Klinische Betrachtung

»Gelenkzentrierung« gilt häufig als esoterischer Begriff, daher wird der Gebrauch als gültiger Untersuchungsbegriff oft kritisiert. Der Großteil der Fehleinschätzung stammt aus der Unfähigkeit vieler Therapeuten, genau zu bestimmen, ob ein Gelenk richtig zentriert ist oder nicht. Da nur Wenige wirklich in dieser Beurteilung geschult sind, wird die Gelenkzentrierung entweder als ungültiges Untersuchungswerkzeug verworfen oder als oberflächlicher Augenscheintest abgehakt (»Ich denke, es tut/tut nicht, was es tun sollte« oder »Es sieht so aus, als würde es sich so bewegen/nicht so bewegen, wie es sollte«).

Während man beobachten kann, was in einer bestimmten Körperregion geschieht, lässt sich durch visuelle Überprüfung nicht genau bestimmten, was auf Gelenkebene tatsächlich geschieht. Die Palpation ist die genaueste und zuverlässigste Methode für die Beurteilung der Gelenkstellung und Gelenkbewegung.

Die Palpation ist wie jede klinische Fähigkeit eine Fertigkeit, die nur vervollkommnet werden kann, indem man mit seinen Händen viele Gelenke abtastet – sowohl solche, die gut ausgerichtet und kontrolliert sind, als auch solche, die nicht gut ausgerichtet und nicht kontrolliert sind. Ein umfassendes Verständnis der strukturellen Anatomie, der Biomechanik (wo ein Gelenk im Idealfall positioniert ist und wie es sich optimal bewegen sollte) und der motorischen Kontrolle (wie das neuromyofasziale System die Gelenkstellung während einer bestimmten Haltung oder Bewegung beeinflusst) ist eine Vorbedingung dafür, bestimmen zu können, ob ein Gelenk ideal zentriert ist oder nicht.

Auch wenn nicht jeder so spezifisch untersucht werden muss, können Ärzte oder Fitnessexperten auch Klienten oder Patienten mit chronischen Problemen im unteren Rücken oder in der Hüfte haben, die mit einer nicht-optimalen Gelenkzentrierung zusammenhängen könnten. Da sich die meisten Personen, die zur Behandlung kommen, mit chronischer Steifigkeit, Schmerzen und/oder Leistungsverlust vorstellen, sollte ihre Gelenkzentrierung und, noch wichtiger, ihre Kontrollstrategie untersucht werden.

Wenn man keiner Berufssparte angehört, die eine Palpation erlaubt, kann es vorteilhaft sein, mit einem Therapeuten zusammenzuarbeiten, der in der Untersuchung der Gelenkzentrierung geschult ist. Kann der Klient/Patient nicht mit eigenen Händen untersucht werden, muss sich der Entscheidungsprozess alleine auf die Information stützen, die der Augenschein und die Erfahrung liefern.

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