Kitabı oku: «Teenager mit Liebe und Logik erziehen», sayfa 4
Feldwebel-Eltern
Feldwebel sind beeindruckend, weil sie wie Hubschrauber viel Lärm machen, Dinge aufwirbeln und eine unglaubliche und unmittelbare Motivation bei ihren Zuhörern erzeugen. Sie sind unverblümt und bestimmt: „Tu es, oder du bekommst Hausarrest!“, bellen sie.
Wären wir Feldwebel und müssten Sie mit in den Krieg nehmen, müssten wir vielleicht irgendwann sagen: „Wir gehen den Hügel hinauf, um das Maschinengewehrnest zu suchen!“ Das Letzte, was wir von Ihnen hören wollen, ist: „Aber warten Sie mal, Feldwebel! In solchen Situationen sind Menschen schon verletzt worden. Wir alle wollen erst einmal darüber abstimmen.“ In solchen Krisenzeiten kann die Demokratie tödlich langsam sein. Was nötig ist, ist Handeln, und zwar sofort.
Feldwebel haben einen Platz in unserer Welt. Aber ihr Stil ist kein Weg, um ein Land zu führen – oder eine Familie.
Wenn Sie sich nicht im Krieg befinden, ist es nicht effektiv, Teenager zu erziehen, indem man ihnen Befehle entgegenbrüllt. In der Tat könnten dies einen Krieg verursachen. Wir wissen das, weil viele von uns mit Feldwebel-Eltern aufgewachsen sind. Und nebenbei bemerkt, war das damals wahrscheinlich die beste Art und Weise für Eltern, mit Dingen umzugehen, weil die ganze Kultur glaubte, dass Kinder sich ohne Protest ihren Eltern unterordnen müssen. Damals wurde von Kindern erwartet, dass sie gehorsam aufwachsen, durch Disziplin groß werden, zu loyalen Firmenmitarbeitern werden und im Erwachsenenalter Befehle befolgen. Von ihnen wurde erwartet, dass sie sich eher anpassen als selbst denken.
Das war für die damalige Zeit in Ordnung. Solch „blinder Gehorsam“ war bewundernswert in einer Zeit, in der eine Person erwarten konnte, einen Job fürs Leben zu haben. Die Welt war weniger komplex, und die Rollen waren klar definiert.
Jim erinnert sich, dass er seinen Vater nie kritisierte, wenn er zu ihm sagte: „Es ist mir egal, wie du dich dabei fühlst – du erledigst es jetzt!“ Als Jim erwachsen wurde, schwor er sich jedoch, nie so zu sein. Aber er wurde seinem Vater in seiner frühen Elternzeit ähnlicher, als er es sich je hätte vorstellen können.
Es ist eine schwer zu durchbrechende Gewohnheit. Feldwebel-Eltern haben das Gefühl, dass es ihren Kindern auf lange Sicht umso besser geht, je mehr sie sie durch Befehle kontrollieren. Diese Eltern befinden sich auf einem Machttrip. Sie gehen davon aus: „Diese Kinder werden diszipliniert sein. Sie werden wissen, wie man sich richtig verhält.“
Obwohl der Feldwebel-Stil scheinbar ganz anders aussieht als der Helikopter-Stil, sind die Ergebnisse doch die gleichen. Kinder von Feldwebel-Eltern wissen nicht, wie sie Entscheidungen treffen sollen. Sie sind ihr ganzes Leben lang herumkommandiert worden und haben auf Stimmen gehört, die von außerhalb ihres Kopfes kamen. Wenn sie in die Pubertät kommen und versuchen, die Stimmen ihrer Eltern zu übertönen, haben sie keine eigene innere Stimme. Also fangen sie an, auf andere Stimmen außerhalb ihres Kopfes zu hören – und diese Stimmen kommen von ihren Gleichaltrigen.
Feldwebel setzen häufig Strafen als Konsequenz für die Fehler ihrer Kinder ein. Die reale Welt funktioniert jedoch größtenteils nicht durch Bestrafung. Sofern sie nicht das Gesetz brechen und verurteilt werden, bekommen Erwachsene keinen Hausarrest, wenn sie im Leben Mist bauen. Und wenn sie eine Art Bestrafung für ihre Handlungen erleben, halten sie selten inne, um sich selbst zu überprüfen. Verbitterung ist die häufigste Reaktion.
Feldwebel-Eltern entdecken irgendwann, dass sie, wenn sie ihre Teenager bestrafen, ihnen ein großartiges Fluchtventil bieten: eine Flucht vor den Konsequenzen ihrer Handlungen. Ihre Teenager müssen nie denken, wenn sie bestraft werden. Alles, was sie tun, ist, vor Groll zu kochen, weil die Eltern ihnen das Denken abnehmen.
Die reale Welt funktioniert nicht über Bestrafung. Sie funktioniert über Konsequenzen. Wenn wir bei der Arbeit durchgehend eine schlechte Leistung bringen, nimmt unser Chef uns nicht den DVD-Player weg. Er feuert uns – und Junge, dann denken wir über Lösungen nach! Mit anderen Worten, wir fangen an zu sagen: „Ich muss für mich selbst denken.“
Manchmal bieten diese beiden Erziehungsstile, Helikopter und Feldwebel, eine Tarnung für die emotionale Distanz zu den Kindern. Die Familie mag im selben Haus wohnen, am selben Tisch essen und im selben Auto fahren, aber sie könnte genauso gut auf verschiedenen Planeten sein. Die Familienmitglieder sind oft blind für das Problem, weil sie sich seiner Existenz überhaupt nicht bewusst sind. Hätten sie ein vages Gefühl dafür, dass etwas nicht stimmt, wären sie höchstwahrscheinlich ohnehin nicht in der Lage, es zu artikulieren.
Wenn diese Familien dann gelegentlich doch einmal interagieren, verfallen die Eltern entweder in den Helikopter- oder in den Feldwebel-Stil. Entweder heißt es: „Oh, Schatz, du weißt, dass wir dich lieben und alles für dich tun werden“, oder: „Werd nicht emotional in meiner Nähe, Junge! Du tust, was man dir sagt!“
Laissez-Faire-Eltern
Eine andere Art der Erziehung, die hier nur am Rande erwähnt werden soll, ist das, was wir „Laissez-faire-Eltern“ nennen. Das sind Eltern, die ihre Kinder praktisch sich selbst erziehen lassen.
Einige glauben die Theorie, Kinder würden mit der Fähigkeit geboren werden zu wissen, was für sie richtig ist, wenn man ihnen nur die Zeit und Gelegenheit dafür gäbe, und sie würden schließlich zu erfolgreichen, kreativen Menschen heranwachsen, falls die Eltern einfach aus dem Weg gingen und sich nicht einmischten.
Andere glauben, sie sollten der beste Freund ihrer Kinder sein, sie nie für irgendetwas zur Rechenschaft ziehen und dafür sorgen, dass sie immer glücklich sind und das bekommen, was sie wollen. Sie glauben, dass es wichtiger ist, eine solche Art von Beziehung zu pflegen, als ihren Kindern Selbstdisziplin oder Charakter beizubringen.
Wieder andere fühlen sich schuldig, weil sie außer Haus arbeiten und deshalb wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen können. Anstatt ihre Kinder für ihre Taten verantwortlich zu machen, lassen sie ihnen einfach freien Lauf und glauben, dass ein Verantwortungsbewusstsein auf die Kinder abfärbt, wenn sie wenig, dafür aber eine „qualitativ wertvolle Zeit“ mit ihnen verbringen.
Wieder andere haben Probleme damit, ihre Teenager dafür verantwortlich zu machen, dass sie sich so verhalten wie sie selbst am Anfang ihrer Teenagerjahre. Das gängige Argument ist: „Nun, ich bin schnell gefahren, habe Marihuana probiert, ein bisschen zu viel getrunken und habe mich trotzdem gut entwickelt. Das werden sie auch.“ Sie glauben dies trotz der Tatsache, dass viele ihrer Altersgenossen dies nicht taten und dass die gleichen Verhaltensweisen heute viel riskanter sind.
Wieder andere wissen einfach nicht mehr, was sie tun sollen, und haben deshalb einfach aufgegeben, es zu versuchen.
Wir möchten betonen, dass es sich dabei um gar keine Erziehungsmethode handelt, sondern um eine Abkehr von der elterlichen Verantwortung. Wie wir gerne sagen: „Wären Kinder dazu bestimmt, die Familie zu schmeißen, wären sie größer geboren worden.“
Beratende Eltern
Helikopter können nicht ewig schweben, Feldwebel werden irgendwann heiser und Laissez-faire-Eltern tun nichts. Erlauben Sie uns, eine bessere Alternative vorzustellen, die das ganze Leben lang gut funktioniert, aber bei Teenagern besonders effektiv ist: der beratende Erziehungsstil.
In der Reifezeit findet eine wichtige Veränderung in der Denkfähigkeit statt. Kinder gehen von konkreten Denkern zu dem über, was der bekannte Kinderpsychologe Jean Piaget „formale Operationen“ oder abstraktes Denken nannte. Während diese wichtige Veränderung in der Wahrnehmung stattfindet, müssen Eltern die Art und Weise, wie sie erziehen, anpassen, um den Bedürfnissen der neuen Denkprozesse, die in ihren Kindern stattfinden, gerecht zu werden. Neuere Studien zeigen, dass sich das Gehirn von Teenagern fortlaufend und sehr aktiv entwickelt. Diese Forschung scheint darauf hinzuweisen, dass Denkmuster, die zwischen zwölf und fünfundzwanzig Jahren entwickelt werden, mit größerer Wahrscheinlichkeit die Gehirnverdrahtung – und damit zukünftige Verhaltensmuster – beeinflussen als zu jedem anderen Zeitpunkt. (Wir werden diese Entwicklung in Kapitel 6 ausführlicher besprechen).
Jüngere Kinder denken konkret und brauchen wohlüberlegte Führung und manchmal auch feste Grenzen. Teenager lehnen sich jedoch oft gegen Richtlinien auf und rebellieren gegen feste Grenzen, weil sie anders zu denken gelernt haben. Während ihre Gehirne allein von Emotionen und extremem Nervenkitzel angezogen werden, haben sie auch die Fähigkeit, abstrakt zu denken und, wenn sie die Chance bekommen, den grundlegenden tierähnlichen Reaktionen der Amygdala – bzw. des „emotionalen Gehirns“, wenn Sie so wollen – zu entkommen und mehr daran zu arbeiten, die Denkfähigkeiten der höheren und fortgeschritteneren Teile ihres Gehirns zu entwickeln.
Teenager lesen die Rettungsbotschaft von Helikopter-Eltern so: „Du bist zerbrechlich und schaffst es nicht ohne mich.“ Und sie nehmen die „Tu, was ich dir sage“-Botschaften von Feldwebel-Eltern auf, die verdeckt kommunizieren: „Du kannst nicht selbst denken, also werde ich es für dich tun.“ Sie interpretieren die „Was auch immer sein wird, wird sein“-Haltung von Laissez-faire-Eltern so, dass sie sich nicht um sie kümmern oder keine Hilfe dabei sind, Grenzen zu setzen, in denen sie sich sicher fühlen können.
Bei viele Eltern schlägt das Setzen von Grenzen ins Erteilen von Befehlen um. Sie untermauern diese Grenzen und Regeln mit weiteren Befehlen – stark angereichert mit Strenge und Wut –, und wenn diese versagen, greifen sie zur Bestrafung. Typischerweise reagieren Teenager auf diese Befehle und Bestrafungen mit Verantwortungslosigkeit, Widerstand und Rebellion.
Eltern, die in Liebe und Logik geschult sind, vermeiden die Helikopter–, Feldwebel- und Laissez-faire-Mentalität, indem sie stattdessen einen beratenden Stil anwenden. Sie stellen Fragen und bieten Wahlmöglichkeiten an. Anstatt ihren Kindern zu sagen, was sie tun sollen, legen sie die Last der Entscheidungsfindung auf die Schultern ihrer Kinder. Sie legen Optionen innerhalb sicherer Grenzen fest.
Eltern können ihre Kinder auf die reale Welt vorbereiten, indem sie das Familienleben so gestalten, dass es die Realitäten widerspiegelt, mit denen ihre Kinder bald selbst konfrontiert sein werden. Daher können wir uns ansehen, wie Berater in anderen Bereichen arbeiten, um unsere Vorstellung eines beratenden Erziehungsstils zu verfeinern.
Unternehmensberater
Unternehmen stellen oft spezialisierte Berater ein, um eine Perspektive von außen auf ein bestimmtes Problem zu erhalten, mit dem das Unternehmen konfrontiert ist. Das Unternehmen stellt die Berater wegen ihres Fachwissens ein, nicht um dem Unternehmen zu sagen, wie es arbeiten soll.
In der Tat würde die Geschäftsführung der meisten Unternehmen einen Berater feuern, der versucht, sie herumzukommandieren.
Berater diktieren nicht, sondern geben Rat. Sie sagen Dinge, wie: „Ich frage mich, ob es für Sie effektiver wäre, wenn Sie …“ Diese Haltung hat tatsächlich große Vorteile, da Berater nicht dafür verantwortlich sind, ob ihre Kunden ihren Rat annehmen. Wenn dem Kunden der Rat des Beraters nicht gefällt, muss er ihn nicht mehr anhören.
Und Berater sind nicht dafür verantwortlich, was passiert, wenn ihre Kunden ihren Rat befolgen oder nicht. Wenn ein Unternehmen Geld verliert, nachdem es der Empfehlung eines Beraters gefolgt ist, wird der Verlust nicht aus der Tasche des Beraters geholt. Im schlimmsten Fall wird der Berater gefeuert und verliert Empfehlungen.
Wenn Berater also Autorität abgeben, geben sie auch gerne die damit einhergehende Verantwortung ab. Das ist ein Vorteil!
Therapeuten und Schulpsychologen
Ein Beratungsbeispiel aus einem anderen Bereich ist der Therapeut oder der Schulpsychologe. Auch hier wird der Berater vom Klienten aufgesucht.
Obwohl kleine Kinder nicht von sich aus entscheiden, einen Berater aufzusuchen (es kommt wohl selten vor, dass ein Achtjähriger sagt: „Mama, ich brauche einen Therapeuten“), sind die meisten Teenager in der Lage, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen. Viele von ihnen werden freiwillig und gerne Hilfe bei einem Schulpsychologen oder Therapeuten suchen.
Wie Unternehmensberater erteilen auch Schulpsychologen und Therapeuten keine Befehle. Sie geben niemandem Hausarrest. Sie werden selten wütend und schreien ihre Klienten nicht an. Sie führen selten Rettungsaktionen durch, und sie lassen sich nicht manipulieren oder missbrauchen. Aber sie bieten viel Empathie und Verständnis.
Andererseits erwarten Klienten von ihren Beratern, dass sie voller guter Ideen sind. Therapeuten und Berater sind dafür verantwortlich, ihre eigenen Standpunkte anzubieten, während sie die ihrer Klienten erkunden. Sie verwenden Umschreibungen und nachdenkliches Schweigen. Sie mögen oft skeptisch dreinblicken als Reaktion auf das, was sie hören. Sie können laut über mögliche Alternativen nachdenken.
Aber das Wichtigste bei dem, was Therapeuten und Seelsorger für ihre Klienten tun, ist ihre Einstellung. Die meisten Therapeuten glauben, dass ihre Klienten Kapitäne ihrer eigenen Schicksalsschiffe sind. Sie verstehen, dass ihre Klienten in der Vergangenheit Fehler gemacht haben und höchstwahrscheinlich auch in der Zukunft Fehler machen werden.
Die meisten Therapeuten hoffen, dass ihre Klienten auf sie hören, verlangen es aber nicht. Sie zeigen große Anteilnahme, halten sich aber zurück, sie zu retten. Tatsächlich ist es Therapeuten per Gesetz nur dann erlaubt, einzuschreiten und die Schweigepflicht zu brechen, wenn eine Person sich selbst oder andere physisch gefährdet. Das ist eine ziemlich starke Einschränkung!
Eltern als Berater
Wenn Kinder in die Pubertät hineinwachsen, ist es für viele Eltern verständlicherweise schwierig, von der Rolle des Leitenden oder gar des wohlwollenden Diktators in die Rolle des Beraters zu wechseln.
Einer der größten Übergänge ist der von der „Du“-Sprache zur „Ich“-Sprache. Eltern, die zu Beratern geworden sind, erkennen, dass es nicht mehr hilfreich ist, „Du“-Botschaften zu senden, wie z. B. „Du solltest jetzt besser deine Hausaufgaben machen.“ Stattdessen verwenden effektive Berater-Eltern „Ich“-Botschaften, die ihre eigenen Verwunderungen, Überlegungen und möglichen Vermutungen zum Ausdruck bringen:
• „Ich frage mich, ob dir der Abi-Abschluss nicht wichtig ist.“
• „Ich frage mich, ob du dich über die Entscheidungen, die du triffst, ärgerst.“
• „Es interessiert mich, aus welchen Gefühlen heraus du zu deinen Entscheidungen kommst.“
Solcherart Bemerkungen sind etwas ganz anderes als: „Das solltest du diese Woche noch erledigen, wenn du eine Note für diese Arbeit haben willst.“
Leider sind jedoch einige Eltern von Teenagern immer noch im Bestimmer- statt im Beratermodus. Werden sie mit den Fehlern ihres Kindes konfrontiert, senden sie die Botschaft: „Was soll ich jetzt tun, um dein Problem zu lösen?“ Bedauerlicherweise übernehmen Eltern, die leiten wollen, die Verantwortung für den Teenager, was dem Teenager die Verantwortung für sein eigenes Problem entzieht.
Berater stellen auch eine Menge Fragen. Fragen, die Neugier und Interesse zeigen, sind mächtige Werkzeuge, die man bei Jugendlichen einsetzen kann. Befehle und Forderungen funktionieren oft gar nicht. Nachdenkliche, neugierige Fragen zwingen zum Nachdenken und führen oft dazu, dass Jugendliche neue und spannende Antworten finden, die ohne die Frage nie entstanden wären.
Die meisten Therapeuten verlassen sich in erster Linie auf Fragen. Man sagt oft, dass Seelsorger gute Antworten und Therapeuten gute Fragen haben. Und was glauben Sie, was die meisten Menschen schätzen? Wahrscheinlich die Fragen. Sie zahlen sicherlich mehr für einen guten Therapeuten als für einen guten Seelsorger.
Fragen führen dazu, dass Ihr Teenager nachdenkt und Lösungen überlegt. Forderungen, Belehrungen, Ultimaten und geäußerte Bedenken eher nicht. Es ist allzu leicht für einen Teenager, einer besorgten Mutter einfach zu sagen: „Mach dir keine Sorgen, Mama“, während er selbst überhaupt nicht über die Gefahren der Situation nachdenkt. Aber wenn eine Mutter sich laut fragt: „Was wirst du tun, wenn die Polizei in Jeanettes Hause kommt und die Eltern sind nicht da und es gibt Minderjährige, die Alkohol getrunken haben?“, muss sich der Teenager plötzlich eine Antwort einfallen lassen.
Fragen, die mit Bitterkeit und anklagend gestellt werden, sind unwirksam. Wenn Teenager das Gefühl haben, dass sie angeklagt werden, verweigern sie die Aussage und halten den Mund. Aber wenn Fragen mit Neugier und ehrlichem Interesse gestellt werden, öffnen sich die meisten Teenager.
Fast jede Aussage kann in eine Frage verwandelt werden. Hier sind einige Tipps, wie Sie als beratender Elternteil erfolgreich Fragen einsetzen können:
• Sagen Sie Ihrem Kind nicht, was Sie erwarten. Fragen Sie: „Was erwarte ich von dir?“ Besprechen Sie es. Nicht: „Ich erwarte, dass du dich verhältst wie …“, sondern: „Schatz, wie erwarte ich wohl, dass du damit umgehst?“
• Nicht: „Ich will nicht, dass du Freunde zu Besuch hast, wenn ich nicht da bin“, sondern: „Wenn du Freunde zu Besuch hättest, wenn ich nicht da bin, und es würde anschließend etwas fehlen, wer wäre dann schuld daran? Wie würdest du dafür bezahlen?“
• Erwarten Sie keine Antworten auf Fragen, wenn Ihr Teenager gerade mitten in seiner Wut oder seinem Schmerz steckt. Dann ist es am besten, sich Luft zu verschaffen, Liebe und hohe Erwartungen auszudrücken und später auf das Thema zurückzukommen.
• Wenn ein Teenager nicht antwortet und der Erwachsene weitere Fragen stellt, gibt dies dem Kind die Kontrolle über die Situation. Wenn Ihr Kind sich weigert zu antworten, machen Sie nicht den Fehler, eine Antwort zu verlangen. Anstatt eine weitere Frage zu stellen, sagen Sie einfach: „Ich kann verstehen, warum das so schwer zu beantworten ist. Vielleicht willst du ja darüber nachdenken und später darüber reden.“
Es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen einem kontrollierenden, fordernden Elternteil und einem einfühlsamen, beratenden Elternteil. Teenager brauchen Eltern, die sie beraten und gleichzeitig Einfühlungsvermögen zeigen und Konsequenzen zulassen. Typischerweise reagieren Teenager auf Befehle und Bestrafungen mit Verantwortungslosigkeit, Widerstand und Rebellion. Wir können jedoch auch von rebellischen Teenagern erwarten, dass sie sich an bestimmte Erwartungen in unserem Zuhause halten. Zum Beispiel können Eltern von ihren Teenagern erwarten,
• sich gegenüber allen Personen im Haus, einschließlich Gästen, respektvoll zu verhalten,
• keine Drogen ins Haus oder auf das Grundstück zu bringen,
• etwas zum Unterhalt des Haushalts beizutragen, indem sie Hausarbeiten erledigen,
• dass sie um Erlaubnis bitten, bevor sie die Kleidung eines anderen Familienmitglieds tragen oder das Familienfahrzeug benutzen.
Manche Erziehungsexperten nennen dies „Grenzen“. Der Klarheit halber bezeichnen wir sie als „Erwartungen“. Wenn nötig, können Eltern jüngere Kinder physisch begrenzen, aber es ist schwieriger, einen Jugendlichen oder einen anderen Erwachsenen so zu begrenzen, wie „Grenze“ auf die traditionelle Art und Weise verwendet wird: als eine Anweisung, die befolgt werden muss. Wir können jedoch Erwartungen äußern, und wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, können wir Enttäuschung zeigen oder empfinden und dann auf eine Weise reagieren, die unseren eigenen Bedürfnissen gerecht wird.
Erwartungen sind am effektivsten, wenn sie nicht als Anweisungen gemacht werden, sondern wenn sie mit Fragen ausgelotet werden, wie z. B.: „Was denkst du, wie wir reagieren würden, wenn wir Drogen in der Wohnung finden?“ oder: „Was denkst du, wie die Polizei reagieren würde, wenn wir ihr melden würden, dass es bei uns Drogen gibt?“