Kitabı oku: «Herbst '89», sayfa 5

Egon Krenz
Yazı tipi:

Vorwort zur 1. Auflage

Das ist mein Bericht über den Herbst 1989. Was ich schreibe, habe ich erlebt. Ich sprach mit vielen politisch handelnden Menschen in der DDR und im Ausland – auch mit Präsidenten, Partei- und Regierungschefs verschiedener Länder sowie deren Vertrauten oder ihren Widersachern. Heute sind einige von ihnen tot. Die noch Lebenden reden oder verhalten sich unterschiedlich, beschreiben, wie sie dachten und handelten, versuchen dabei entweder die Geschichte und ihren Anteil daran zu glätten oder sie in ihrer Widersprüchlichkeit ehrlich aufzuarbeiten, je nach ihren Interessen, ihrer Lebenslage, ihrem Charakter.

Damals war ich Geheimnisträger. Auch heute lese ich noch Staatsgeheimnisse, die aber keine mehr sind, seit die DDR nicht mehr existiert. Sie lagern in Archiven der Bundesrepublik Deutschland. Meine eigenen Notizen, Kalendereintragungen, Aufzeichnungen und Briefe habe ich mit den in Archiven vorhandenen Akten verglichen. Einige, die ich 1989 in meinem Panzerschrank im Zentralkomitee der SED hinterlassen habe, konnte ich im Bundesarchiv nicht mehr finden. So etwas kommt bei gesellschaftlichen Umbrüchen vor, besonders dann, wenn es sich – wie in diesem Fall – um Niederschriften geheimer Gespräche handelt, die Erich Honecker oder ich mit Politikern des anderen deutschen Staates führten. International ist es üblich, dass Archive erst nach 30 Jahren, noch später oder überhaupt nicht geöffnet werden. Anders verfährt die Bundesrepublik Deutschland mit den Akten der DDR. Sie sind seit 1990 öffentlich. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden.

Doch: Die Pendants aus der alten Bundesrepublik, aus den USA und auch aus der Sowjetunion sind noch verschlossen. Nach allem, was ich weiß, werden wir aus den Akten der verschiedenen Bundesregierungen, des Bundesnachrichtendienstes und des Verfassungsschutzes – wenn sie denn jemals öffentlich werden sollten, Aufschlussreiches über die Bonner Republik, ihren Beitrag zur deutschen Spaltung, ihre Methoden im Kalten Krieg gegen die DDR und ihre Bürger sowie über die Praktiken ihrer Geheimdienste nach innen und nach außen erfahren; vieles, was manche heute noch nicht für möglich halten. Wenn einmal Gleichheit zwischen Ost und West auch beim Aktenzugang bestehen sollte, wird es vielleicht der nächsten Generation möglich sein, weitgehend unvoreingenommen über die deutsche Nachkriegszeit zu sprechen. Und zwar nicht nur über die der DDR, sondern über die beider deutscher Staaten. Die jetzt noch vorherrschende Schwarz-Weiß-Malerei wird einer objektiven Geschichtsbetrachtung weichen müssen. Links die Hölle, rechts der Garten Eden, so war die Wirklichkeit zwischen der DDR und der BRD nicht.

Mein Bericht beginnt schon vor dem Herbst, mit dem 7. Juli 1989. Damals tagte in Bukarest der Politisch-Beratende Ausschuss der Staaten des Warschauer Vertrages. Manches, was sich dort im internationalen Maßstab zeigte, war ein Vorbote späterer Ereignisse auch in der DDR.

Die Zeit vom 8. Oktober 1989 bis zum 6. Dezember 1989 hat die Form eines Tagebuchs – nicht im klassischen Sinn. Dazu fehlte mir 1989 die Zeit. Aber ich habe mir täglich von allen wichtigen Ereignissen und Begegnungen Notizen gemacht. Das ermöglicht mir, das Geschehen so genau wie möglich wiederzugeben. Ich bemühe mich, es nicht aus heutiger Sicht zu betrachten. Ich berichte, wie ich 1989 gedacht habe. Ich will nicht später gewonnene Erkenntnisse als damalige Überzeugung ausgeben. Ich berichte, was geschah, welche Einsichten und Absichten ich in meinen Funktionen hatte, wie ich handelte und reagierte, wie mich die Ereignisse trieben und wie ich versuchte, die Ereignisse zu beeinflussen.

Über Personen schreibe ich, wie ich sie im Herbst ’89 erlebte. Auch, wenn sich einige von ihnen nachträglich weder politisch noch menschlich aufrichtig erweisen. Es macht mich wütend, wenn frühere Weggefährten nicht zu ihrer Verantwortung stehen, wenn sie sich wegen ein bisschen weniger juristischer Verfolgung oder eines kleinen Postens ahnungslos stellen, sich auf Kosten anderer verteidigen oder sogar ihre Gesinnung aufgeben. Für sie trifft wohl die Erfahrung zu: Die Stärke der Schwachen liegt in ihrer Anpassung.

Ich betreibe keine deutsche Nabelschau. 1989/90 ist nicht nur die DDR untergegangen. In Europa ist das sowjetisch geprägte Modell des Sozialismus zusammengebrochen. Die sozialistischen Länder unseres Kontinents sind von der politischen Landkarte verschwunden. Das hat historische, weltpolitische, ökonomische, ideologische und subjektive Ursachen, die weit über das Geschehen in der DDR hinausgehen. Die im Herbst 1989 in der DDR eingeleitete Wende war lange herangereift. Sie sollte zu einer reformierten DDR, zu einer Erneuerung des Sozialismus führen. Sie war keine Wende in Richtung auf ein vereintes Deutschland. Manche Vorgänge dieser Zeit sind nur zu verstehen, wenn man ihre historischen Wurzeln kennt. An solchen Stellen des Buches werfe ich einen Blick zurück in die Zeitgeschichte von 1989, ohne meinen Lebenserinnerungen vorzugreifen.

Vieles, worüber ich schreibe, offenbart Widersprüchliches. Dies liegt weniger an meinem Bericht als an der Zeit, um die es in diesem Buch geht. Die Tage waren bei allen subjektiv ehrlichen und notwendigen Entscheidungen voller Hast und Schrecksekunden. Da wurde manches nicht gesagt oder missverstanden, es gab falsche oder halbe Sätze. Für vieles fehlten Erklärungen, Analysen und Konzepte. Die Ereignisse überschlugen sich. Umso wichtiger scheint mir, die Fakten von damals noch einmal in aller Ruhe zu betrachten. Erst aus der exakten zeitlichen Einordnung der Vorgänge im Herbst 1989 lässt sich zum Beispiel erklären, ab wann und durch wen die Losung »Wir sind das Volk« in »Wir sind ein Volk« umfunktioniert wurde, warum und wie aus beabsichtigten Reformen in der DDR letztlich ihr Anschluss an die BRD wurde.

Die Fakten jener Zeit sind in ihrer Beispiellosigkeit und geschichtlichen Konsequenz erregend. Ich betrachte sie als Mensch, der damals höchste Verantwortung für die DDR und die SED trug. Heute sehe ich vieles klarer, genauer; habe Kenntnis von Dingen, die ich seinerzeit nicht wissen konnte oder aber verdrängte.

In den zurückliegenden zehn Jahren habe ich schmerzhafte Erfahrungen machen müssen. Dazu gehört der Ausschluss aus der Partei, die der wichtigste Teil meines Lebens war. Weniger dramatisch – obwohl mir nicht nur meine Ehre, sondern auch meine Freiheit genommen werden soll – empfinde ich die politische und juristische Verfolgung durch die Bundesrepublik Deutschland. In diesem Punkt hatte ich aber nie Illusionen. Dazu trug schon vor über 25 Jahren der Sozialdemokrat Herbert Wehner bei. Als ich am 30. Mai 1973 in Berlin mit ihm sprach, übermittelte er mir aus seinem Leben die Erfahrung: »Wer einmal Kommunist war, den verfolgt die gesittete bürgerliche Gesellschaft bis zu seinem Lebensende.«

Egon Krenz

Berlin, Juli 1999

Vor dem Herbst, 7. Juli bis 7. Oktober 1989

Der diesjährige Herbst beginnt für mich mitten im Sommer. In den sozialistischen Ländern brechen Konflikte aus, die sich seit Jahren angestaut haben. Die DDR ist keine politische Insel. Was sich hier im Oktober und November 1989 entlädt, hat seine innen- und außenpolitische Vorgeschichte.

Politisch Beratender Ausschuss – so wie in jedem Jahr?

7. Juli: Die Partei- und Staatschef der Länder des Warschauer Vertrages treffen sich in Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens. Es tagt der Politisch Beratende Ausschuss, das höchste Gremium der sozialistischen Staaten Europas. Der Warschauer Vertrag wurde im Mai 1955 als Antwort auf die vorangegangene Aufnahme der BRD in die NATO gegründet.

Auf den ersten Blick ist alles wie seit Jahrzehnten: Der Repräsentant des Gastgeberlandes begrüßt seine Gäste. Heute ist es Nicolae Ceausescu, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Rumäniens und Präsident der Sozialistischen Republik Rumänien. Zur Sache spricht als erster der Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU. So war es schon bei Nikita Chruschtschow. Auch Michail Gorbatschow hält sich an die Tradition, dass die Sowjetunion das erste Wort führt. Er gibt die politische Linie vor. Es folgen die schriftlich vorbereiteten Reden der Parteichefs der anderen Bündnisstaaten. Ungelöste Probleme in den einzelnen Ländern und Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen gibt es viele, auch strategische. Doch kaum einer der Redner spricht sie offen aus. Stattdessen lobt jeder Parteichef die Politik seines Landes.

Die militärische Situation in der Welt steht als besonderer Punkt auf der Tagesordnung.

Der Oberkommandieren de der Vereinten Streitkräfte, der sowjetische Armeegeneral Pjotr Lushew, erstattet in einer geschlossenen Sitzung den Bericht über den Zustand der Streitkräfte und über »Maßnahmen zur Gewährleistung ihrer Gefechtsbereitschaft unter Berücksichtigung des in Europa bestehenden Kräfteverhältnisses«. Feindbilder haben beide Seiten, der Westen und der Osten.

Die NATO führt zum Beispiel regelmäßig Manöver in Gebieten durch, die nur wenige Kilometer von den Staatsgrenzen der DDR und der CSSR entfernt sind. Der Oberkommandierende meldet: »Es wird immer schwerer einzuschätzen, ob es sich tatsächlich um Übungen oder um konkrete Vorbereitungen auf eine Aggression handelt. Wir müssen auch 1989 von einer militärischen Bedrohung durch die NATO ausgehen.«54 Einstimmig wird daher beschlossen, die Gefechtsbereitschaft der Vereinten Streitkräfte weiter an den »militärischen Vorbereitungen der aggressiven NATO zu orientieren«.55

Zum Abschluss des Treffens wird die Einheit und Geschlossenheit der sozialistischen Gemeinschaft bekräftigt.

Nach diesem Modell verlaufen die Gipfeltreffen unseres Bündnisses. Seit 1984 bin ich als Mitglied der Delegation der DDR dabei. Jedes Jahr erlebte ich die gleiche Prozedur. Auch dieses Jahr gilt das Ritual – und doch ist manches anders.

Widersprüche im Bündnis

Vor der diesjährigen Beratung des Politisch Beratenden Ausschusses schieden sich die Geister an der Frage: Ist der Kalte Krieg zu Ende? Die ungarische Führung sagt: »Ja.«

Gorbatschow hält dagegen. Am Vortag, dem 6. Juli, war er Gast des Europarates. Vor der Parlamentarischen Versammlung beklagte er, dass die Einmischung der NATO in die inneren Angelegenheiten der sozialistischen Länder den Kalten Krieg neu belebt. »Die Schwierigkeit besteht darin«, sagte er, »dass der Westen die Überwindung der Spaltung Europas als Überwindung des Sozialismus versteht.«56 Er antwortete damit dem amerikanischen Präsidenten. George Bush hatte Ende Mai auf dem NATO-Gipfel in Brüssel gefordert, die Sowjetunion in die »Wertegemeinschaft des Westens« zu holen. Er will ein Europa von »Brest bis Brest«.57 Gorbatschow sieht dies als Angriff auf seine Idee vom »Europäischen Haus« in den Nachkriegsgrenzen. Für ihn sind die Beschlüsse der NATO-Ratstagung Ausdruck der Konfrontation.

Auch Polens Staatschef Wojciech Jaruzelski glaubt nicht an das Ende des Kalten Krieges. Ausgangspunkt guter Beziehungen zwischen den Staaten ist für ihn die Achtung der Realitäten, die in Jalta und Potsdam fixiert wurden. Er kritisiert die »großdeutschen Ambitionen der Bundesrepublik Deutschland«. Sie müsse ihre Beziehungen zu Polen endlich so entwickeln, wie sie sich aus den Geschichtsfakten der Jahre 1939 bis 1945 ergeben.58

Angesichts der Diskussionen vor diesem Gipfel in Bukarest bin ich gespannt, was uns erwartet. Ich hoffe, dass die sozialistischen Staaten die Kraft finden, gemeinsam die von Gorbatschow in Gang gebrachten Reformen zu verwirklichen und gegenüber der NATO die außenpolitische Initiative zurückzugewinnen.

Als ich mit Honecker und den anderen Mitgliedern der DDR-Delegation den Tagungssaal betrete, sitzen fast alle Teilnehmer schon auf ihren Plätzen. Es ist ein prunkvoller Saal. In der Mitte steht der langgestreckte viereckige Konferenztisch, an dem die Delegationen, alphabetisch angeordnet, platziert sind.

Leise, fast flüsternd, sagt Honecker: »Auch das noch!«

Ich weiß nicht, was ihn stört. Erst als er auf unsere Plätze am Tagungstisch zeigt, verstehe ich. Unsere Delegation sitzt direkt neben der ungarischen. Die räumliche Nähe zum neuen ungarischen Parteichef Rezsö Nyers ist Honecker unangenehm. Das hat seinen Grund: Die Zeitung Neues Deutschland59hat vor einigen Tagen den Bericht des Politbüros an die 8. Tagung des Zentralkomitees der SED veröffentlicht. Darin ist zu lesen, dass die SED über die Entwicklung in Ungarn besorgt sei. Unter der Fahne der Erneuerung seien dort Kräfte am Werk, die die Beseitigung des Sozialismus anstrebten. So offen hatte die SED seit den Ereignissen in der Tschechoslowakei 1968 ihr öffentliches Missfallen über ein Bruderland nie geäußert. Die Ungarn fühlen sich durch uns verletzt. Der langjährige ungarische Parteichef Janos Kádár ist am 5. Juli verstorben. Seine Politik haben Kádárs Genossen schon zu Grabe getragen, bevor er starb. Sie suchen jetzt nach einem Weg aus der Verschuldung des Landes. Mit siebzehn Milliarden Dollar steht Ungarn gegenüber dem Westen in der Kreide. Bis Ende 1989 rechnen die Ungar mit ihrer Zahlungsunfähigkeit. Das Land ist fest im Griff des Internationalen Währungsfonds.60

Der ungarischen Delegation gehören mit einer Ausnahme nur neue Leute an. Formell leitet sie der Parteivorsitzende Nyers. Die Fäden im Hintergrund zieht Außenminister Gyula Horn.61 Es heißt, er hat maßgeblichen Anteil daran, dass Ungarn am 2. Mai 1989 die Grenze zu Österreich öffnete. Horn hat sich davon ökonomische Hilfe des Westens für sein Land versprochen.

Honecker und ich erfuhren damals aus Agenturmeldungen, dass Ungarn die Grenze nach Österreich öffnet. Das war am Morgen des 3. Mai 1989. Wir saßen in einer Sondermaschine der Interflug62 auf dem Weg zu einem Staatsbesuch in die CSSR. Ich wunderte mich über die Gelassenheit, mit der Honecker diese Nachricht aufnahm.

»Erich«, sagte ich, »es wäre gut, wenn wir mit den ungarischen Genossen sprechen. Du könntest Mitte des Monats einen Jagdausflug63 nach Ungarn machen und dann ohne steifes Protokoll mit ihnen über alles reden.«

Honecker sah das anders: »Öffnen die Ungarn ihre Grenze oder wir? Außerdem hat Karoly Grosz mir gesagt, Ungarn nimmt nur Verbesserungen am Grenzzaun vor, so wie wir in Berlin an der Mauer. An ihrem Verhältnis zur DDR wird sich nichts ändern. Grosz hat mir auch versichert, dass es sich bei dem ungarischen Mehrparteiensystem nicht um bürgerlichen Pluralismus handelt. Es sei eine Zusammenarbeit von Parteien, wie wir sie in der DDR mit den Blockparteien haben.«

Ungeachtet dessen verteidigte ich meinen Vorschlag: »Ungarn ist unser wichtigstes Urlaubsland. Schon jetzt gibt es Spekulationen darüber, dass wir künftig unsere Bürger nicht mehr dorthin reisen lassen.«

Honecker will nicht nach Ungarn fliegen. Er will kein Bittsteller sein. Ungarn und die DDR gehören zum selben Bündnis. Das muss reichen. Er pocht auf bestehende Verträge und die Verpflichtungen Ungarns im Warschauer Vertrag.

Jetzt, zwei Monate später, stehen wir hier in Bukarest nur wenige Meter von der ungarischen Delegation entfernt. Honecker geht nicht auf die Ungarn zu. Die Parteichefs der beiden Bruderparteien aus der DDR und Ungarn haben sich außer »Guten Tag« nichts mehr zu sagen. Das ist mir unangenehm. Ich bin noch immer davon überzeugt: Auch wenn Ungarn in vielem andere Positionen vertritt als die DDR, zwischen unseren Staaten darf es keine ernsthafte Frage geben, die nicht durch kameradschaftliche Diskussion zu klären ist. Es schmerzt mich zu erleben, wie Rechthaberei auf beiden Seiten über politische Vernunft siegt. Aber es steht viel mehr, Existenzielles dahinter.

Ich entziehe mich dieser peinlichen Situation, indem ich mich an unsere linken Nachbarn, die Polen, wende. Delegationsleiter ist General Jaruzelski. In den letzten Jahren trafen wir uns jährlich mindestens einmal. Wenn er Gast in der DDR war, begleitete ich ihn. Besuchte ich Polen, empfing er mich zu Gesprächen. Die gingen über Höflichkeitsbegegnungen weit hinaus. Jaruzelski ist unter den Parteichefs der sozialistischen Länder einer derjenigen, der kein Selbstdarsteller mit Hang zur Prahlerei ist. Er informiert mich erstaunlich offen über die politische und ökonomische Lage seines Landes. Der Sowjetunion und der DDR ist er eng verbunden. Aber vor allem ist er polnischer Patriot. Seine innere Zerrissenheit blieb mir nie verborgen. Die Ausrufung des Kriegszustands im Dezember 1981 in Polen hatte ihn bei vielen seiner Landsleute und im Westen in den Ruf eines sowjetischen Statthalters gebracht. Tatsächlich aber sicherte er durch sein Handeln seinem Land die Souveränität und Europa den Frieden.

Heute, an diesem 7. Juli, scheint er entmutigt zu sein. Er spricht offen mit mir darüber. Ihn beunruhigt die Lage zu Hause. Die Gespräche am Runden Tisch zwischen Kommunisten und Opposition haben seine Partei geschwächt. Die oppositionelle Solidarnosc wurde legalisiert. Die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei (PVAP) verzichtete auf die Mehrheit im neu zu wählenden Parlament. Sie beschränkte sich auf einen Abgeordnetenanteil von 38 Prozent. Dafür sollen die Vollmachten für den Präsidenten Polens erweitert werden. »Der Runde Tisch war eine Chance, um endlich zu gesellschaftlicher Normalität zu kommen«, erklärt mir der General. Inzwischen aber sind die Parlamentswahlen für seine Partei schlecht gelaufen. Die Macht ist geteilt, faktisch liegt sie auf der Straße. Seine Genossen drängen ihn, für das höchste Amt im Staat zu kandidieren. »Ich möchte keine unwürdige Prozedur bei der Wahl des Staatspräsidenten. Deshalb bin ich noch unentschlossen, ob ich kandidiere«, sagt er. »Heute hört man unaufhörlich die Worte Pluralismus, Demokratie und Reformen. Ich bin dafür. Wir dürfen aber nicht Arbeit, Disziplin und Verantwortung vergessen. Ich bin gegen jeden Versuch, Anarchie in das gesellschaftliche Leben zu tragen.«64

Wir werden in unserem Gespräch durch den Präsidenten Rumäniens, Ceausescu, unterbrochen. Als Gastgeber begrüßt er alle Teilnehmer des Gipfels per Handschlag. An den Ungarn geht er vorüber. Vielleicht hat er sie schon vorher begrüßt, und es ist mir nur nicht aufgefallen. Bekannt aber ist: Zwischen Rumänien und Ungarn gibt es ernste nationale Konflikte. Beide Staaten beschuldigen sich gegenseitig, die nationalen Minderheiten in ihren Ländern zu unterdrücken.

Mich bedrückt diese Stimmung, die hier herrscht; eine Stimmung, die konkret nicht zu beschreiben, nicht zu fassen ist, deren Ursachen Mangel an gemeinsamen Interessen und auch nationaler Dünkel und Misstrauen sind. Wir nennen uns Bruderländer und können kaum noch offen, solidarisch miteinander reden, geschweige denn konstruktiv miteinander arbeiten. Für mich aber bleibt trotz aller Widersprüchlichkeit und Konflikte der Zusammenhalt der sozialistischen Länder die wichtigste Basis, um gegenüber dem Westen bestehen zu können. Wenn dieser Zusammenhalt verloren geht, steht es schlecht um die DDR.

Es geht ja nicht darum, dass eine angebliche Achse Berlin-Prag-Bukarest Front macht gegen eine Reform-Achse Moskau-Budapest-Warschau-Sofia. Hier steht kein Zweckbündnis von Dogmatikern gegen Reformer. Es geht nicht um die Frage, wer für Perestroika oder Glasnost ist. Es geht um das grundlegende Verhältnis unserer Staaten zueinander, um die Fähigkeit, gegenüber den Angriffen der kapitalistischen Welt zu bestehen. Der Gipfel in Bukarest muss sich einigen, wie auf die neue NATO-Strategie gegen die sozialistischen Länder realistisch reagiert wird. In der Antwort auf diese Frage sind sich Moskau und Berlin näher als Moskau und Budapest; stehen Gorbatschow und Honecker enger zusammen als Gorbatschow und Horn. Aber das reicht nicht. Alle müssen an einem Strang ziehen.

Gorbatschow ermahnt in seiner Rede alle Delegierten: »Der Warschauer Vertrag ist unser gemeinsames Gut.« Er geht auf Probleme ein, die alle sozialistischen Länder belasten: »Der ernste Rückstand der sozialistischen Staaten vor allem auf dem Gebiet der Hochtechnologien, der Verlust an Wachstumstempo, die Anhäufung beträchtlicher Devisenschulden – das alles wurde vom Westen als Beweis für den Niedergang des Sozialismus aufgefasst.«65

Gorbatschow erinnert an den 200. Jahrestag der Französischen Revolution. Er sagt: »Wir müssen den Politikern des Westens widersprechen, die behaupten, 1789 nimmt eine Linie ihren Anfang, die zu den jetzigen prosperierenden demokratischen westeuropäischen Staaten geführt hat, und im Oktober 1917 nimmt eine andere Linie ihren Anfang, die der Menschheit angeblich nur Ungemach gebracht hat.«

Wenn Gorbatschow philosophiert, ist er in seinem Element. Als wolle er die Einschätzung bestätigen, dass wir in der Epoche des weltweiten Übergangs zum Sozialismus leben, sagt er: »Der Sozialismus hat der Welt schon viel gegeben. Doch seine Hauptleistungen stehen noch bevor.«

Leidenschaftlich kritisiert er jene, die den Weg der Oktoberrevolution als geschichtlichen Irrtum bezeichnen. Einen Weg zurück zum Kapitalismus, meint Gorbatschow, würden die Menschen in der Sowjetunion nicht zulassen. Das ist ein klares Wort. Gorbatschow geht, auch wenn er es öffentlich anders verkündet, innerhalb der sozialistischen Staatengemeinschaft weiterhin von der führenden Rolle der Sowjetunion aus. Ich habe mit dieser Position kein Problem. Aus meiner Sicht ist die DDR ohne Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und den anderen Staaten des Warschauer Vertrages nicht lebensfähig.

Gorbatschow berührt auch das Verhältnis zwischen der DDR und der BRD. In Westdeutschland, so das sowjetische Staatsoberhaupt, würden immer mehr Menschen erkennen, »dass nicht die Sowjetunion und auch nicht der Warschauer Vertrag die Sicherheit des Landes bedrohen«. Die Bedrohung sei die Strategie der NATO – eine Strategie, die Europa Atomwaffen aussetzt. Daraus schlussfolgert Gorbatschow: »Wir haben keine Illusionen. Viele in der BRD begeistern sich nach wie vor für eine Wiedervereinigung Deutschlands […] Wir streben nicht danach, die ›deutsche Karte‹ zu spielen.«66

Ich beobachte Honecker, während Gorbatschow das sagt. Dafür habe ich einen aktuellen Grund: Vom 12. bis 15. Juni 1989 besuchte Gorbatschow die Bundesrepublik Deutschland. Westdeutsche Medien berichteten über erhebliche Zugeständnisse der Sowjetunion an die Bundesrepublik auf Kosten der DDR. Honecker nimmt die Interpretation des Westens für bare Münze. Sein Misstrauen gegenüber Gorbatschow wächst. Gorbatschows Besuch in der Bundesrepublik endet mit einer Gemeinsamen Erklärung der UdSSR und der BRD. Noch am selben Tag informiert Gorbatschow das SED-Politbüro schriftlich über seine Gespräche in Bonn. Er weist darin westliche Spekulationen zurück. Für Gorbatschow ist die Gemeinsame Erklärung die Weiterentwicklung des Moskauer Vertrages von 1970. Die Nachkriegsordnung, einschließlich der Existenz von zwei deutschen Staaten, sind mit seinem Besuch gefestigt worden, unterstreicht der sowjetische Staatsmann. Honecker hat seine Zweifel. Im Bericht des Politbüros an die 8. Tagung des SED-Zentralkomitees am 22. Juni 1989 wird deshalb sinngemäß deutlich gemacht, Gorbatschow habe sich bei seinem Besuch in Bonn nicht klassenmäßig verhalten. Im Klartext heißt das: Er hat unsere Sache verraten. Eine solche Aussage über einen Generalsekretär der KPdSU hat es in der Geschichte der SED bisher nicht gegeben.

Im Politbüro war über eine solche Einschätzung auch nicht diskutiert worden. Honecker hatte diese Aussage eigenhändig ins Manuskript des Berichterstatters geschrieben. Er wies danach allerdings auch an, diesen Satz nicht in das »Rote Protokoll«67 aufzunehmen. Honecker war sich offensichtlich im Klaren, welchen politischen Schaden er angerichtet hätte, wäre dieser Satz an die Öffentlichkeit gelangt.

Heute, hier in Bukarest, verzieht Honecker keine Miene. Konzentriert hört er Gorbatschow zu. Ich weiß nicht, was Honecker in diesem Moment denkt oder fühlt. Es gelingt ihm oft, seine Emotionen nicht zu zeigen, keinen an seinen Gedanken teilhaben zu lassen. Als Gorbatschow sagt: »Seriöse Politiker sind sich darüber im Klaren, dass eine Destabilisierung in Osteuropa unvorstellbare gefährliche Folgen für den ganzen Kontinent in sich birgt«68, nickt Honecker seinem sowjetischen Kollegen freundlich zu. Es hat den Anschein, als habe Honecker sich innerlich gerade mit dem KPdSU-Generalsekretär ausgesöhnt. Während dieser Szene wirkt mein Chef nahezu jovial. Wenn Honecker sich mit Gorbatschow versteht, denke ich, kann das nur gut für die DDR sein.

Rumäniens Präsident Ceausescu greift in seiner Rede Gorbatschows Idee vom »Europäischen Haus« an. Es gelte, ganz realistisch zu sein«, sagt er, »der Kalte Krieg ist noch nicht zu Ende«. Er bedauert, dass es unter den Delegierten Politiker gibt, die diese Einschätzung nicht teilen. Der Begriff vom »Gemeinsamen Haus Europa« sei dahingehend unklar, »was in Europa geschehen wird, wer dieses Haus verwalten wird, nach welchen Prinzipien wir dieses Haus aufbauen werden. Wir wollen ein geeintes Europa, aber ein Europa von unabhängigen Häusern, in dem ein jeder sein Leben selbst einrichtet und sich so entwickelt, wie er es für am besten hält. Deshalb haben wir unsere These aufgestellt, die in gewisser Weise de Gaulles These von einem geeinten Europa freier und unabhängiger Nationen wieder aufgreift.«69

Ceausescu überzieht seine Redezeit. Er spricht wesentlich länger als Gorbatschow. Dass er damit seinen eigenen Worten das Gewicht nimmt, merkt er nicht. Alle haben Geduld mit ihm. Er ist der Gastgeber. Als es Gorbatschow dann doch zu viel wird, zeigt er demonstrativ auf die Armbanduhr. So, als wolle Michail Sergejewitsch sagen: Uhrenvergleich, Nicolae, deine Zeit ist abgelaufen.

Der Sitzungsrhythmus sieht nach zwei Stunden eine halbstündige Pause vor. Die Sitzungszeit wird überzogen, aber die Pause kommt. Bei früheren Tagungen nutzten die Delegationsmitglieder diese Zeit zu Gesprächen mit ihren ausländischen Genossen. Bei Kaffee, Tee und Gebäck wurden Gedanken ausgetauscht. Diesmal steht jede Delegation an ihrem »nationalen Tisch«. Die Bruderländer haben untereinander keinen Gesprächsbedarf. Es scheint, als wolle jedes Land lieber seinen Weg allein gehen.

100 Jahre und die Mauer

Honecker zieht mich am Ärmel. »Komm«, sagt er, »wir gehen zu Gorbatschow«. Bevor ich den Dolmetscher rufen kann, stehen wir bei der sowjetischen Delegation. Ich übersetze.

»Michail Sergejewitsch, ich gratuliere dir zu deiner ausgezeichneten Rede«, beginnt Honecker die Unterhaltung.

Gorbatschow freut sich. »Danke«, sagt er.

Ohne einführendes Geplänkel zieht Honecker Gorbatschow in ein grundsätzliches Gespräch über die sowjetische Deutschlandpolitik. Er lächelt dabei, um seiner brüsken Frage die Schärfe zu nehmen.

»Wann entlässt du deinen Mitarbeiter Daschitschew?«70 beginnt er die Unterhaltung. Gewöhnlich ist Honecker ein höflicher Mensch. Jetzt geht seine Erregung mit ihm durch. Ich verschlucke mich fast beim Übersetzen. Wenn ich nicht besser Deutsch als Russisch spräche, würde ich Honecker fragen, ob ich richtig verstanden habe. Ich übersetze.

»Daschitschew, wer ist das?« fragt Gorbatschow und schaut verständnislos drein.

»Dein deutschlandpolitischer Mitarbeiter, der in Köln erklärte, dass die DDR wie auch die anderen sozialistischen Staaten für die Sowjetunion von einer Zone der Sicherheit allmählich zu einer Zone der Gefahr und der Instabilität geworden sind.«71

Gorbatschow reagiert: »Ich habe keinen Mitarbeiter, der solchen Unsinn erzählt. Ich habe Kohl vor ein par Tagen in Bonn klar gesagt, dass jegliches Abenteurertum gegenüber der DDR ein Rückfall in den Kalten Krieg wäre.«

Honecker bleibt angriffslustig und erklärt Gorbatschow: »Das bist du deiner Ehre auch schuldig. Schließlich hat Kohl dich noch vor knapp drei Jahren mit Goebbels72 verglichen. Du hast damals darauf bestanden, dass die DDR ihre Beziehungen zur BRD auf Eis legt. Wir sind deinen Wünschen nachgekommen.«

Honecker erinnert sich mit Gram an diese Zeit, weil er damals seine deutschlandpolitischen Aktivitäten gestört sah. Die sowjetische Seite hatte ihm vorgeworfen, eine selbständige, nicht mit Moskau abgestimmte Deutschlandpolitik zu betreiben und die Solidarität mit Gorbatschow zu vernachlässigen. Den Besuch 1987 in Bonn machte er um den Preis ernster Verstimmungen im Verhältnis zwischen Berlin und Moskau. Seitdem, so meine Beobachtung, modifiziert die UdSSR ihre Politik gegenüber der BRD. Sie will offensichtlich der DDR das Feld nicht allein überlassen.

Gorbatschow bleibt sachlich und antwortet kühl: »Beides hat nichts miteinander zu tun. Als Richard von Weizsäcker in Moskau war, habe ich ihm gesagt, dass die DDR und die BRD historische Realitäten sind, die auf Grund von Vereinbarungen nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und von einer international anerkannten Grenze getrennt seien. Was in hundert Jahren sein werde, entscheide die Geschichte.«

»Und eben das«, sagt Honecker, »hat Spekulationen genährt, du hättest die deutsche Frage wieder für offen erklärt.«

»Nichts habe ich für offen erklärt«, antwortet Gorbatschow. »Im Übrigen habe ich mich zur Mauer genauso geäußert wie du, Erich.73 Auf der Pressekonferenz zum Abschluss meines Besuchs in der BRD habe ich gesagt: ›Die Mauer kann wieder verschwinden, wenn die Voraussetzungen wegfallen, die sie hervorgebracht haben.‹74 Niemals wird die Sowjetunion zulassen, dass die Interessen der DDR unbeachtet bleiben.«

Gorbatschow versucht, Honecker bei Laune zu halten. Er erklärt, Kohl habe ihn in Bonn nach Reformen in der DDR gefragt. Er habe dem Kanzler eindeutig geantwortet: »Die DDR ist unser wichtigster Verbündeter. Was wir jetzt in der UdSSR realisieren, hat die DDR bereits vor zehn oder fünfzehn Jahren in Angriff genommen. Die Bundesrepublik Deutschland ist der wichtigste Verbündete der USA. Sie würde die USA jedoch ebenfalls nicht kopieren.«75

Was, so überlege ich, hätte er auch anderes sagen sollen?

Das deutschlandpolitische Pausengespräch zwischen Honecker und Gorbatschow endet, als der Tagungsvorsitzende die Gäste bittet, wieder ihre Plätze einzunehmen. Ich bin außerstande, dem weiteren Verlauf der Tagung konzentriert zu folgen. Den Dialog zwischen Honecker und Gorbatschow notiere ich mir. Einerseits bin ich froh, dass Honecker seinem Herzen Luft gemacht hat. Gorbatschow erfährt auf diese Weise von ihm aus erster Hand, was er aus Berichten weiß: Honecker sieht Differenzen in der Politik der DDR und der UdSSR gegenüber der Bundesrepublik Deutschland. Gorbatschow hingegen versuchte, diesen Eindruck aus der Welt zu schaffen.

54.Aus dem Bericht des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte, Armeegeneral Pjotr Lushew, auf der Tagung des Politisch Beratenden Ausschusses der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages am 8. Juli 1989 in Bukarest.
55.Ebenda.
56.M. S .Gorbatschow vor dem Europarat am 6. Juli 1989, in: Neues Deutschland vom 7. Juli 1989.
57.Brest im Westen ist eine nordwestfranzösische Kreisstadt an der Atlantikküste, Brest im Osten eine sowjetische Grenzstadt (Weißrussland) am Bug, dem Grenzfluss zu Polen.
58.Notizen des Autors.
59.Damals: Organ des Zentralkomitees der SED. Heute: überregionale Tageszeitung, die sich »sozialistisch« nennt.
60.Der Währungsfonds soll die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im Zahlungsverkehr fördern. Da die großen Industriestaaten die Mehrheit haben, wurde auf die sozialistischen Länder, die mit dem Währungsfonds zusammenarbeiteten, politischer und ökonomischer Druck für marktwirtschaftliche Reformen ausgeübt.
61.Horn, Gyula, war langjähriger Leiter der außenpolitischen Abteilung des Zentralkomitees der Ungarischen Vereinigten Arbeiterpartei, bevor er 1989 ungarischer Außenminister wurde.
62.Fluggesellschaft der DDR.
63.»Jagdausflug« war die diplomatische Umschreibung für ein inoffizielles Treffen.
64.Zitiert nach Aufzeichnungen des Autors.
65.Aus der Rede M. S. Gorbatschows auf der Beratung des Politisch Beratenden Ausschusses der Staaten des Warschauer Vertrages am 7. Juli 1989, zitiert nach Aufzeichnungen des Autors.
66.Ebenda.
67.Das Zentralkomitee der SED gab zu bestimmten Gelegenheiten parteiinternes Material heraus. Über jede Tagung des Zentralkomitees wurde ein solches Protokoll veröffentlicht. Die Zustellung an die ZK-Mitglieder erfolgte durch den Kurierdienst der Partei. Das Protokoll von ZK-Tagungen hatte einen roten Umschlag. Es wurde daher verkürzt »Rotes Protokoll« genannt.
68.Rede Gorbatschows auf der Tagung des Politisch Beratenden Ausschusses der Staaten des Warschauer Vertrages am 7. Juli 1989.
69.Zitiert nach Aufzeichnungen des Autors.
70.Daschitschew, Wjatscheslaw Iwanowitsch, Professor am Institut für internationale ökonomische und politische Forschungen der Russischen Akademie der Wissenschaften. Er galt als Deutschlandexperte und wurde in der BRD oft als »Berater Gorbatschows« bezeichnet, der er nicht war.
71.Im Juni 1989 hielt W. I. Daschitschew am Bundesinstitut für ostwissenschaftliche Studien in Köln einen Vortrag. Darin skizzierte er einen möglichen Fahrplan der sowjetischen Politik zur Verbesserung ihrer Beziehungen zu den USA und zur NATO. Dies sei mit schwerwiegenden Folgen für die Souveränität der DDR verbunden, hieß es darin. Der Vortrag war so brisant, dass er damals nicht im Wortlaut veröffentlicht wurde. Honecker erhielt ihn auf Umwegen von einem Teilnehmer aus der BRD.
72.Newsweek vom 27. Oktober 1986.
73.Auf einer Tagung aus Anlass des 500. Geburtstages von Thomas Müntzer hatte Erich Honecker am 19. Januar 1989 in Berlin gesagt: »Die Mauer wird solange bleiben, wie die Bedingungen nicht geändert werden, die zu ihrer Errichtung geführt haben. Sie wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind.« In: Neues Deutschland vom 20. Januar 1989.
74.Neues Deutschland vom 16. Juni 1989.
75.Zitiert nach Aufzeichnungen des Autors.
₺757,45
Yaş sınırı:
18+
Hacim:
661 s. 2 illüstrasyon
ISBN:
9783360510280
Yayıncı:
Telif hakkı:
Bookwire
İndirme biçimi: